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Exemplarische Vorgehensweise: Bereitstellen einer virtuellen Festplatte für systemeigenen Start

Veröffentlicht: Oktober 2009

Letzte Aktualisierung: Juli 2010

Betrifft: Windows 7, Windows Server 2008 R2

In dieser exemplarischen Vorgehensweise wird beschrieben, wie Sie eine virtuelle Festplatte (Virtual Hard Disk, VHD) unter Windows® 7 für den systemeigenen Start erstellen und konfigurieren. Bei einer virtuellen Festplatte mit systemeigenem Start handelt es sich um eine virtuelle Festplatte, die als ausgeführtes Betriebssystem auf designierter Hardware ohne übergeordnetes Betriebssystem verwendet werden kann. Dieses Szenario bildet den Gegensatz zu einem Szenario, in dem eine virtuelle Festplatte auf einem Computer mit übergeordnetem Betriebssystem mit einem virtuellen Computer verbunden ist.

In dieser Version können virtuelle Festplatten ohne einen virtuellen Computer oder Hypervisor auf Computer angewendet werden, auf denen keine anderen Windows-Installationen (zur Verwendung als virtuelle Festplatte mit systemeigenem Start) vorhanden sind. (Ein Hypervisor ist eine Softwareschicht unterhalb des Betriebssystems, in der virtuelle Computer ausgeführt werden.) Dies ermöglicht eine größere Flexibilität bei der Verteilung der Arbeitslast, da sich Abbilder für virtuelle Computer und designierte Hardware mittels einer einzelnen Gruppe von Tools verwalten lassen.

noteHinweis
In dieser exemplarischen Vorgehensweise wird beschrieben, wie Sie die virtuelle Festplatte auf einem Computer bereitstellen, auf dem sich keine anderen Windows-Installationen befinden. Weitere Informationen zum Bereitstellen mehrerer virtueller Festplatten mit systemeigenem Start auf einem einzelnen Computer oder zum Bereitstellen virtueller Festplatten auf Computern mit übergeordnetem Betriebssystem finden Sie unter Hinzufügen einer virtuellen Festplatte mit systemeigenem Start zum Startmenü.

Voraussetzungen

Zum Ausführen dieser exemplarischen Vorgehensweise ist Folgendes erforderlich:

  • Ein Referenzcomputer unter Windows 7. Bei einem Referenzcomputer handelt es sich um einen beliebigen Computer, auf dem das Windows OEM Preinstallation Kit (Windows OPK) oder das Windows Automated Installation Kit (Windows AIK) installiert ist.

  • Eine Windows 7-Abbilddatei (WIM-Datei). Weitere Informationen finden Sie unter Aufzeichnen und Anwenden von Windows-Abbildern.

    noteHinweis
    Verwenden Sie ein generalisiertes Windows 7-Abbild. Ein spezialisiertes Abbild ist ein an einen bestimmten Computer angepasstes Abbild, während ein generalisiertes Abbild auf einer Reihe von Computern bereitgestellt werden kann. Weitere Informationen zu den Konfigurationsphasen specialize und generalize finden Sie unter Windows Setup-Konfigurationsphasen.

  • Ein Windows PE-Datenträger für Windows 7. Weitere Informationen finden Sie unter Exemplarische Vorgehensweise: Starten von Windows PE von einer CD-ROM

  • Ein Zielcomputer zum Installieren der virtuellen Festplatte. Auf diesem Computer müssen mindestens 30 Gigabytes (GB) an freiem Speicherplatz zur Verfügung stehen. Die virtuelle Festplatte kann auf einem Computer, auf dem bereits andere Betriebssysteminstallationen ausgeführt werden, oder auch als einziges Betriebssystem des Computers installiert werden.

Schritt 1: Erstellen einer virtuellen Festplatte

  1. Verwenden Sie auf dem Referenzcomputer das DiskPart-Tool, um eine neue virtuelle Festplatte zu erstellen, anzufügen, zu partitionieren und zu formatieren. Verwenden Sie zum Anfügen einer virtuellen Festplatte den Befehl Attach vdisk. Dadurch wird dem Speichercontroller auf dem Host die VHD-Datei als Datenträger hinzugefügt. Dieses virtuelle Laufwerk wird am Ende des Verfahrens als Laufwerk R: angezeigt. Durch den Befehl Detach wird der virtuelle Datenträger nicht mehr auf dem Host angezeigt.

    In diesem Beispiel wird eine feste virtuelle Festplatte mit einer Größe von 25 GB erstellt. Weitere Informationen zu den Arten von virtuellen Festplatten finden Sie unter Grundlegendes zu virtuellen Festplatten mit systemeigenem Start. Weitere Informationen zum DiskPart-Tool finden Sie auf dieser Microsoft-Website (möglicherweise in englischer Sprache).

    Geben Sie an einer Eingabeaufforderung Folgendes ein:

    diskpart
    create vdisk file=c:\windows7.vhd maximum=25600 type=fixed
    select vdisk file=c:\windows7.vhd
    attach vdisk
    create partition primary
    assign letter=v
    format quick label=vhd
    exit
    
    

Schritt 2: Anwenden eines Windows 7-Abbilds

  1. Wenden Sie mithilfe von ImageX die WIM-Datei auf die primäre Partition der virtuellen Festplatte an. Geben Sie an einer Eingabeaufforderung Folgendes ein:

    cd /d "c:\program files\<version>\tools\<architecture>\"
    imagex /apply <pathtowim> 1 v:\
    
    
    Dabei ist <version> gleich Windows OPK oder Windows AIK und <architecture> gleich x86, amd64 oder ia64.

  2. Trennen Sie den virtuellen Datenträger mithilfe des DiskPart-Tools, nachdem das Abbild angewendet wurde. Geben Sie an einer Eingabeaufforderung Folgendes ein:

    diskpart
    select vdisk file=c:\windows7.vhd
    detach vdisk
    exit
    
    
  3. Kopieren Sie die VHD-Datei an eine Netzwerkfreigabe oder auf eine USB-Festplatte. Beispiel:

    net use n: \\server\share\
    md N:\VHDs
    copy c:\windows7.vhd n:\VHDs\
    

Schritt 3: Bereinigen und Partitionieren des Zielcomputers

  1. Starten Sie den Zielcomputer mit dem startbaren Windows PE-Medium.

  2. Bereinigen Sie die Festplatte mithilfe des DiskPart-Tools.

    CautionVorsicht
    Durch Ausführen dieses Befehls werden alle Informationen auf dem Computer gelöscht. Führen Sie den Befehl nicht aus, wenn Sie eine virtuelle Festplatte bereitstellen und auf dem Zielcomputer die vorhandene Bereitstellung einer virtuellen Festplatte mit systemeigenem Start oder ein ausgeführtes Betriebssystem beibehalten möchten. Weitere Informationen finden Sie unter Hinzufügen einer virtuellen Festplatte mit systemeigenem Start zum Startmenü.

    Geben Sie an einer Eingabeaufforderung Folgendes ein:

    diskpart
    select disk 0
    clean
    
    
  3. Erstellen Sie eine Systempartition. In diesem Beispiel wird eine Systempartition mit einer Größe von 300 Megabytes (MB) verwendet. Geben Sie an einer Eingabeaufforderung Folgendes ein:

    create partition primary size=300
    format quick fs=ntfs
    assign letter=s
    active
    
    
  4. Erstellen Sie eine primäre Partition. In diesem Beispiel erhält die primäre Partition den restlichen Speicherplatz. Geben Sie an einer Eingabeaufforderung Folgendes ein:

    create partition primary
    format quick fs=ntfs
    assign letter=w
    exit
    
    noteHinweis
    In diesem Beispiel wird der Windows-Partition der Buchstabe "W" zugeordnet, um Konflikte der Laufwerkbuchstaben zu vermeiden. Nach dem nächsten Neustart des Computers wird der primären Festplatte automatisch wieder der Buchstabe "C" zugeordnet.

Schritt 4: Bereitstellen der virtuellen Festplatte mit systemeigenem Start

  1. Kopieren Sie die VHD-Datei auf den Zielcomputer. Geben Sie an einer Eingabeaufforderung Folgendes ein:

    copy N:\VHDs\Windows7.vhd c:
    
  2. Fügen Sie die virtuelle Festplatte auf dem Zielcomputer mithilfe des DiskPart-Tools an. Geben Sie an einer Eingabeaufforderung Folgendes ein:

    diskpart
    select vdisk file=W:\windows7.vhd
    attach vdisk
    
    
  3. Beim Anfügen wird der virtuellen Festplatte ein Volumebuchstabe zugewiesen. Suchen Sie in der Volumeliste den Buchstaben, der der virtuellen Festplatte zugeordnet ist, und beenden Sie anschließend das DiskPart-Tool. Geben Sie an einer Eingabeaufforderung Folgendes ein:

    list volume
    select volume <volume_number_of_attached_VHD>
    assign letter=v
    exit
    
  4. Kopieren Sie mithilfe des BCDboot-Tools, das sich im Verzeichnis \System32 der virtuellen Festplatte für Windows 7 oder auf einem Windows PE-Medium für Windows® 7 befindet, die Startumgebungsdateien aus dem Verzeichnis \Windows der virtuellen Festplatte in die Systempartition. Vom BCDboot-Tool wird die BCD-Konfiguration erstellt, um von der virtuellen Festplatte zu starten. Weitere Informationen zum BCDboot-Tool finden Sie unter BCDboot (Befehlszeilenoptionen).

    Geben Sie an einer Eingabeaufforderung beispielsweise Folgendes ein:

    cd v:\windows\system32
    bcdboot v:\windows /s s:
    
  5. Trennen Sie den virtuellen Datenträger mithilfe des DiskPart-Tools. Geben Sie an einer Eingabeaufforderung Folgendes ein:

    diskpart
    select vdisk file=W:\windows7.vhd
    detach vdisk
    exit
    
  6. Starten Sie den Zielcomputer neu.

    Vom Windows 7-Start-Manager wird das Windows 7-Betriebssystemabbild gestartet, das in der VHD-Datei enthalten ist.

Weitere Schritte

Wenn Sie auf dem gleichen Computer eine zweite virtuelle Festplatte mit systemeigenem Start bereitstellen möchten, können Sie die Datei kopieren und sie mithilfe des BCDedit-Tools dem vorhandenen BCDboot-Menü hinzufügen. Weitere Informationen finden Sie unter Hinzufügen einer virtuellen Festplatte mit systemeigenem Start zum Startmenü.

Siehe auch

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