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Verwenden der Dateiklassifizierung

Veröffentlicht: Mai 2009

Betrifft: Windows Server 2008 R2

Mit den meisten Anwendungen werden Dateien basierend auf dem Verzeichnis verwaltet, in welchem sie enthalten sind. Dies führt zu komplizierten Dateilayouts, die von Administratoren viel Aufmerksamkeit erfordern und Benutzer frustrieren.

Zum Reduzieren der mit dieser Art der Datenverwaltung verbundenen Kosten und Risiken wird für die Dateiklassifizierungsinfrastruktur eine Plattform verwendet, die Administratoren die Klassifizierung von Dateien und Anwendung von Richtlinien auf der Grundlage der Klassifizierung ermöglicht. Das Speicherlayout bleibt von den Datenverwaltungsanforderungen unberührt, und die Organisation kann viel leichter an eine sich ändernde geschäftliche und rechtliche Umgebung angepasst werden.

Dateien können auf verschiedene Weise klassifiziert werden. Heutzutage erfolgt die Klassifizierung im Allgemeinen manuell. Die Dateiklassifizierungsinfrastruktur in Windows Server 2008 R2 ermöglicht es Organisationen, diese manuellen Prozesse in automatische Richtlinien zu konvertieren. Administratoren können basierend auf der Klassifizierung einer Datei Dateiverwaltungsrichtlinien angeben und basierend auf dem Geschäftswert für die Verwaltung von Daten automatisch Unternehmensanforderungen anwenden. Sie können diese Richtlinien problemlos ändern und Tools verwenden, die die Klassifizierung zum Verwalten ihrer Dateien unterstützen.

Inhalt dieses Abschnitts:

noteHinweis
Wenn Sie E-Mail-Benachrichtigungen und bestimmte Berichterstellungsfunktionen festlegen möchten, müssen Sie zunächst die allgemeinen Optionen für den Ressourcen-Manager für Dateiserver konfigurieren.

Klassifizierungseigenschaften können nicht verschlüsselten Dateien zugewiesen werden bzw. können nicht von diesen abgerufen werden. Wenn eine klassifizierte Datei verschlüsselt wird, bleiben deren Klassifizierungseigenschaften erhalten. Diese Eigenschaften können jedoch erst dann abgerufen werden, wenn die Datei verschlüsselt ist.

Erstellen einer Klassifizierungseigenschaft

Klassifizierungseigenschaften werden verwendet, um Dateien Werte zuzuweisen. Sie können zwischen vielen Eigenschaftentypen wählen und sie je nach Anforderungen der Organisation definieren.

In der folgenden Tabelle sind die verfügbaren Eigenschaftentypen sowie die bei der erneuten Klassifizierung einer Datei angewendete Richtlinie definiert.

 

Eigenschaft Beschreibung

Ja/Nein

Eine boolesche Eigenschaft, die Yes oder No sein kann. Bei Kombination mehrerer Werte wird ein No-Wert durch einen Yes-Wert überschrieben.

Tag-Uhrzeit

Eine einfache Datums- und Uhrzeiteigenschaft. Bei Kombination mehrerer Werte verhindern in Konflikt stehende Werte eine erneute Klassifizierung.

Nummer

Eine einfache Nummerneigenschaft. Bei Kombination mehrerer Werte verhindern in Konflikt stehende Werte eine erneute Klassifizierung.

Multiple-Choice-Liste

Eine Liste mit Werten, die einer Eigenschaft zugewiesen werden können. Einer Eigenschaft können mehrere Werte gleichzeitig zugewiesen werden. Bei Kombination mehrerer Werte wird jeder Wert in der Liste verwendet.

Sortierte Liste

Eine Liste mit festen Werten. Einer Eigenschaft kann jeweils nur ein Wert zugewiesen werden. Bei Kombination mehrerer Werte wird der höchste Wert in der Liste verwendet.

Zeichenfolge

Eine einfache Zeichenfolgeneigenschaft. Bei Kombination mehrerer Werte verhindern in Konflikt stehende Werte eine erneute Klassifizierung.

Mehrteilige Zeichenfolge

Eine Liste mit Zeichenfolgen, die einer Eigenschaft zugewiesen werden können. Einer Eigenschaft können mehrere Werte gleichzeitig zugewiesen werden. Bei Kombination mehrerer Werte wird jeder Wert in der Liste verwendet.

noteHinweis
Die Eigenschaftentypen Ja/Nein, Sortierte Liste, Multiple-Choice-Liste und Mehrteilige Zeichenfolge unterstützen die Aggregation, durch die vorhandenen Werten neue Eigenschaftswerte hinzugefügt bzw. werden können bzw. neue Eigenschaftswerte Werte ersetzen, die mit einer niedrigeren Priorität definiert sind. Die Eigenschaftentypen Tag-Uhrzeit, Nummer und Zeichenfolge können nicht aggregiert werden.

Das folgende Verfahren führt Sie durch den Prozess zum Erstellen einer Klassifizierungseigenschaft.

So erstellen Sie eine Klassifizierungseigenschaft

  1. Klicken Sie in der Klassifizierungsverwaltung auf den Knoten Klassifizierungseigenschaften.

  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Klassifizierungseigenschaften, und klicken Sie dann auf Eigenschaft erstellen (oder klicken Sie im Bereich Aktionen auf Eigenschaft erstellen). Daraufhin wird das Dialogfeld Definitionen für Klassifizierungseigenschaften geöffnet.

  3. Geben Sie im Textfeld Eigenschaftenname einen Namen für die Eigenschaft ein.

  4. Fügen Sie im Textfeld Beschreibung eine optionale Beschreibung für die Eigenschaft hinzu.

  5. Wählen Sie in der Dropdownliste Eigenschaftentyp einen Eigenschaftentyp aus.

  6. Klicken Sie auf OK.

Erstellen einer Klassifizierungsregel

Im folgenden Verfahren wird die Erstellung einer Klassifizierungsregel zum automatischen Klassifizieren von Dateien erläutert. Mithilfe der einzelnen Regeln wird der Wert für eine einzelne Eigenschaft festgelegt.

So erstellen Sie eine Klassifizierungsregel

  1. Klicken Sie in der Klassifizierungsverwaltung auf den Knoten Klassifizierungsregeln.

  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Klassifizierungsregeln, und klicken Sie dann auf Neue Regel erstellen (oder klicken Sie im Bereich Aktionen auf Neue Regel erstellen). Daraufhin wird das Dialogfeld Definitionen für Klassifizierungsregeln geöffnet.

  3. Geben Sie auf der Registerkarte Regeleinstellungen die folgenden Informationen ein:

    • Regelname. Geben Sie einen Namen für die Regel ein.

    • Aktiviert. Die Regel wird nur angewendet, wenn Sie das Kontrollkästchen Aktiviert aktivieren. Wenn Sie die Regel deaktivieren möchten, deaktivieren Sie das Kontrollkästchen.

    • Beschreibung Geben Sie eine optionale Beschreibung für die Regel ein.

    • Bereich Klicken Sie auf Hinzufügen, um ein Verzeichnis auszuwählen, für das die Regel gelten wird. Sie können mehrere Verzeichnisse hinzufügen oder ein Verzeichnis entfernen, indem Sie auf Entfernen klicken. Die Klassifizierungsregel gilt für alle Ordner und deren Unterordner in dieser Liste.

  4. Geben Sie auf der Registerkarte Klassifizierung die folgenden Informationen ein:

    • Klassifizierungsmechanismus Wählen Sie eine Methode zum Zuweisen des Eigenschaftswerts aus. Die Klassifizierungsmechanismen werden durch eine Reihe von Plug-Ins bereitgestellt, die in Windows Server 2008 R2 enthalten sind oder von Ihnen oder einem ISV erstellt werden.

    • Eigenschaftenname Wählen Sie die Eigenschaft aus, die mithilfe dieser Regel zugewiesen wird.

    • Eigenschaftswert Wenn der Klassifizierungsmechanismus die Festlegung eines bestimmten Werts für Dateien erfordert, wählen Sie den Eigenschaftswert aus, der mit dieser Regel zugewiesen wird. Andernfalls wird das Feld nicht aktiviert.

  5. Klicken Sie optional auf die Schaltfläche Erweitert, um weitere Optionen auszuwählen.

    a) Auf der Registerkarte Evaluierungstyp ist das Kontrollkästchen Dateien erneut auswerten standardmäßig deaktiviert. Dies bedeutet, dass die Regel nur für Dateien gilt, die nicht bereits für die Eigenschaft klassifiziert sind, die durch die Regel festgelegt wird. Sie können die folgenden Optionen festlegen:

    • Dateien erneut auswerten ist nicht aktiviert: Mit einer Regel wird ein Standardwert für die angegebene Eigenschaft auf eine Datei angewendet, und zwar nur dann, wenn für die Eigenschaft in der Datei kein Wert festgelegt wurde.

    • Dateien erneut auswerten ist aktiviert, und die Option Vorhandenen Wert überschreiben ist ausgewählt: Die Regel wird auf die Dateien angewendet, wenn die Datei oder der Klassifizierungsmechanismus bei jeder Ausführung des automatischen Klassifizierungsprozesses aktualisiert wird (Dabei werden vorhandene Werte oder Standardwerte für die durch die Regel angegebene Eigenschaft ignoriert.). Wenn eine Datei beispielsweise über eine auf Ja festgelegte boolesche Eigenschaft verfügt, wird der Eigenschaftswert mithilfe einer Regel, für die zum Festlegen aller Dateien auf Nein die Ordnerklassifizierung verwendet wird, in Nein geändert.

    • Dateien erneut auswerten ist aktiviert, und die Option Neue Werte aggregieren ist ausgewählt: Die Regel wird auf die Dateien angewendet, wenn die Datei oder der Klassifizierungsmechanismus bei jeder Ausführung des automatischen Klassifizierungsprozesses aktualisiert wird. Wenn jedoch durch die Regel für die Eigenschaftsdatei ein Wert festgelegt wird, wird dieser Wert mit dem bereits in der Datei vorhandenen Wert aggregiert. Wenn eine Datei beispielsweise über eine auf Ja festgelegte boolesche Eigenschaft verfügt, bleibt der Eigenschaftswert mithilfe einer Regel, für die zum Festlegen aller Dateien auf Nein die Ordnerklassifizierung verwendet wird, auf Ja festgelegt.

      noteHinweis
      Die Eigenschaftentypen Tag-Uhrzeit, Nummer und Zeichenfolge können nicht aggregiert werden. Informationen zum Anzeigen der Definition und der Aggregationsrichtlinie der verfügbaren Eigenschaftentypen finden Sie unter Erstellen einer Klassifizierungseigenschaft.

    b) Klicken Sie zum Angeben zusätzlicher Parameter, die von der ausgewählten Klassifizierungsmethode erkannt werden, auf die Registerkarte Zusätzliche Klassifizierungsparameter, geben Sie den Namen und den Wert ein, und klicken Sie dann auf die Schaltfläche Einfügen.

    c) Klicken Sie auf OK oder Abbrechen, um das Dialogfeld Erweitert zu schließen.

  6. Klicken Sie auf OK.

noteHinweis
Wenn mehrere Regeln Auswirkungen auf die gleiche Eigenschaft für eine bestimmte Datei haben, werden die Werte dieser Regeln im Allgemeinen aggregiert, wenn der Eigenschaftentyp aggregiert werden kann. Regeln, die jedoch auf Dateien erneut auswerten mit der ausgewählten Option Vorhandenen Wert überschreiben festgelegt sind, ignorieren die Standardwerte von Regeln, für die Dateien erneut auswerten nicht aktiviert ist. Eine Ausnahme bildet der Fall, wenn eine andere Regel mit der Option Neue Werte aggregieren ausgewählt ist und Auswirkungen auf die gleiche Eigenschaft hat.

Einrichten eines Klassifizierungszeitplans

Die Klassifizierung einer großen Anzahl von Dateien kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Aus diesem Grund werden von der Dateiklassifizierungsinfrastruktur nur Dateien in einem Zeitplan klassifiziert, der vom Administrator festgelegt ist oder wenn für eine Anwendung die Klassifizierungseigenschaften einer Datei angefordert werden.

So richten Sie einen Klassifizierungszeitplan ein

  1. Klicken Sie in der Konsolenstruktur mit der rechten Maustaste auf Ressourcen-Manager für Dateiserver, und klicken Sie dann auf Optionen konfigurieren.

  2. Klicken Sie im Dialogfeld Optionen für den Ressourcen-Manager für Dateiserver auf die Registerkarte Automatische Klassifizierung.

  3. Klicken Sie auf Erstellen, und klicken Sie dann im Dialogfeld Zeitplan auf Neu.

    noteHinweis
    Der Standardzeitplan ist auf täglich 09:00 Uhr festgelegt. Da die Klassifizierung viel Zeit in Anspruch nehmen kann, können Sie den Zeitplan so anpassen, dass die Ausführung während der Zeiten mit geringerer Serverauslastung erfolgt.

  4. Aktivieren Sie optional auf der Registerkarte Einstellungen das Kontrollkästchen Aufgabe beenden nach, und geben Sie die Anzahl der Stunden für die Ausführung der Aufgabe an. Geben Sie beispielsweise 5 ein, um sicherzustellen, dass der Klassifizierungsprozess nächtlich von Mitternacht bis 05:00 Uhr ausgeführt wird.

  5. Klicken Sie auf OK.

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