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Erfassen eines Anwendungsbestands

Das Erfassen des Anwendungsbestands für eine Organisation hängt von vielen Faktoren ab, u. a. den folgenden:

Verwaltete oder nicht verwaltete Umgebung – Die Inventarisierung in verwalteten Umgebungen ist erheblich einfacher, da in diesen Umgebungen kontrolliert wird, welche Anwendungen auf verwalteten Computern installiert werden können. In einer verwalteten Umgebung gibt es in der Regel bereits eine Liste unterstützter und genehmigter Anwendungen. Für alle verwalteten Computer kann diese Liste als vollständig erachtet werden. Die Inventarisierung in einer nicht verwalteten Umgebung stellt eine Herausforderung dar, da die Ermittlung aller installierten Anwendungen, sowohl der offiziell unterstützten und genehmigten Anwendungen als auch der Pogramme, die Benutzer eigenmächtig installiert haben, eine komplexe Aufgabe ist. Die meisten Organisationen lassen sich irgendwo zwischen diesen beiden Extremen verorten: Sie verfügen sowohl über ein zentrales Anwendungs- und Abbildrepository als auch über eine Reihe von Anwendungen, die Ausnahmen zu den organisationsweiten Standards darstellen.

Zentralisierte oder autonome IT – Organisationen mit einer zentralisierten IT-Infrastruktur sind beim Erfassen von Informationen zum Anwendungsbestand im Vorteil, da sie alle Abteilungen innerhalb der Organisation kennen und mit ihnen in Kontakt stehen. In dezentralen IT-Infrastrukturen ist diese Aufgabe komplexer, da die jeweiligen Bestände über organisatorische, kostenstellenbedingte oder geografische Grenzen hinweg gemeldet werden müssen.

Verfügbare Inventarisierungstools – Organisationen, in denen Softwareverwaltungstools wie z. B. Microsoft Asset Inventory Service (ein Tool, das über das Microsoft® Desktop Optimization Pack für Software Assurance verfügbar ist), Microsoft System Center Configuration Manager 2007 oder Microsoft Systems Management Server 2003 (SMS) verwendet werden, verfügen möglicherweise bereits über eine umfassende Liste der Anwendungen, die in der Organisation verwendet werden. Kleinere Organisationen ohne Verwaltungssoftware müssen sich für ein Tool zum Erfassen des Bestands entscheiden. Es ist natürlich möglich, den Bestand manuell zu erfassen; Sie laufen hierbei jedoch Gefahr, Fehler zu machen oder Anwendungen zu übersehen. Mit einem Inventarisierungstool können Sie sehr effektiv eine Liste der Anwendungen erstellen, die auf den verschiedenen Computern ausgeführt werden. Das Anwendungskompatibilitäts-Toolkit 5.5 enthält ein Inventarisierungstool, das Sie bei der Automatisierung dieses Vorgangs unterstützen kann.

Umfang – Beim Erfassen des Bestands spielt die Anzahl der Computer natürlich eine wichtige Rolle. Mitunter ist jedoch mehr erforderlich, als einfach die Anzahl der zu inventarisierenden Computer anzugeben. Sie können die Anzahl der zu inventarisierenden Computer reduzieren, wenn es sich um verwaltete Computer handelt (Benutzer können keine eigenen Softwareprogramme installieren) und wenn Sie alle Funktionen innerhalb der Organisation identifizieren können. In diesem Fall können Sie eine Stichprobe mit Computern aus jedem einzelnen Funktionsbereich und von jedem Standort inventarisieren, um den Bestand zu erfassen. In nur gering verwalteten oder gar nicht verwalteten Umgebungen ist es den Benutzern unter Umständen erlaubt, eigene Softwareprogramme zu installieren, sodass es außer der genehmigten Menge an Programmen noch Hunderte oder Tausende weiterer Anwendungen geben kann. Die Anzahl der Funktionsbereiche der Benutzer haben ebenfalls Einfluss auf den Gesamtumfang der Inventarisierung, da Sie charakteristische Computer für jeden Funktionsbereich aufnehmen müssen, um einen angemessenen Erfassungsrahmen sicherzustellen.

Durchführen einer manuellen Inventarisierung

In sehr kleinen Organisationen ist es möglich, sich für eine manuelle Inventarisierung zu entscheiden. Wenn Sie die IT-Infrastruktur für eine kleine Organisation verwalten, kann es Ihnen unter Umständen am einfachsten erscheinen, eine Tabelle zu erstellen, die die Anwendungen auf den einzelnen Computern auflistet. Sie können die Liste zusammenstellen, indem Sie sich an jedem Computer anmelden und die im Startmenü aufgeführten Programme notieren oder indem Sie eine Umfrage durchführen und jeder Benutzer Ihnen eine entsprechende Liste zur Verfügung stellt. Die Genauigkeit dieser Methoden hängt von den Anwendungen ab, die auf Benutzerbasis installiert wurden und nicht sichtbar sind, wenn Sie sich anmelden, bzw. von der Vollständigkeit der Antworten der Benutzer.

In größeren Organisationen ist es angebracht, diese Strategien zu erweitern, indem Vertreter der einzelnen Abteilungen befragt werden und das Anwendungskompatibilitätsteam auf diese Weise bei der Erstellung einer Liste der Anwendungen unterstützt wird, die in der jeweiligen Abteilung verwendet werden.

Diese Befragungen sind darüber hinaus wichtig, um die Bedeutung der einzelnen Anwendungen für die verschiedenen Funktionsbereiche zu identifizieren. All dies klingt nicht gerade so, als wäre diese Methode für irgendeinen der Beteiligten besonders unterhaltsam. Stattdessen besteht ein höheres Risiko, dass den Beteiligten Fehler unterlaufen oder Anwendungen übersehen werden. Angesichts der Tatsache, dass Microsoft ein äußerst effektives Tool für die automatisierte Inventarisierung kostenlos über das Anwendungskompatibilitäts-Toolkit (Application Compatibility Toolkit, ACT) zur Verfügung stellt, ist es sehr viel sinnvoller, diesen Vorgang zu automatisieren.

Automatisieren der Bestandserfassung

Eine sorgfältig verwaltete Umgebung zeichnet sich u. a. dadurch aus, dass immer eine aktuelle Liste der in der Organisation installierten Anwendungen verfügbar ist. Sie erreichen dies, indem Sie ein Softwareverwaltungs- oder Inventarisierungstool implementieren und in regelmäßigen Abständen verwenden. Ein Systemverwaltungstool wie Configuration Manager 2007 oder SMS 2003 kann Ihnen helfen, eine Liste der genehmigten und in der Organisation installierten Anwendungen zu führen. Wenn Sie derzeit jedoch in einer gering oder gar nicht verwalteten Umgebung arbeiten, verfügen Sie vermutlich nicht über die aktuellsten Informationen zum Anwendungsbestand in Ihrer Unternehmensumgebung. In diesem Fall können Sie das Anwendungskompatibilitäts-Toolkit verwenden, das von Microsoft zum Download bereitgestellt wird.

Neben weiteren Test- und Wartungstools enthält dieses Toolkit ein Inventarisierungstool, mit dem Sie, je nach Art der Bereitstellung des ACT-Inventurclients, die Erfassung des Anwendungsbestands für alle Computer in einer Organisation oder auch nur für eine Teilmenge automatisieren können. ACT ist ein nützliches Tool sowohl für verwaltete als auch für nicht verwaltete Umgebungen, und zwar unabhängig von ihrer Größe. Weitere Informationen zu ACT finden Sie unter Microsoft-Anwendungskompatibilitäts-Toolkit 5.5 (möglicherweise in englischer Sprache) (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkID=95473).

Festlegen des Inventarisierungsbereichs

In kleinen Organisationen lässt sich die Frage "Wie viele Computer sollen inventarisiert werden" sehr leicht beantworten, denn hier bietet es sich an, jeden Computer im Netzwerk in die Inventarisierung einzubeziehen. Große Organisationen können sich hingegen vor die Aufgabe gestellt sehen, Tausende Computer inventarisieren zu müssen, die zudem möglicherweise über mehrere Zeitzonen und geografische Standorte verteilt sind.

In Umgebungen mit hohem Verwaltungsgrad können Sie den Bestand basierend auf einem Computer je Funktion und unterstützter Konfiguration ermitteln. In gering verwalteten Umgebungen müssen Sie die typischen Konfigurationen für die einzelnen Funktionen bestimmen und anschließend mindestens einen Computer für jede Funktion inventarisieren. Gleichzeitig müssen Sie sich darüber im Klaren sein, dass die Benutzer über zusätzliche Anwendungen und Tools verfügen können. Wenn es zwischen den verschiedenen Konfigurationen Abweichungen gibt, müssen Sie sicherstellen, dass Sie die Bestandsinformationen für jeweils eine Konfiguration je Konfigurationsart erfassen. Bei Verwendung eines Tools für die automatisierte Inventarisierung haben Sie die Möglichkeit, jeden Computer zu inventarisieren und auf diese Weise den vollständigsten Überblick über Ihr Anwendungsportfolio zu erhalten.

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