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Weitere Änderungen in Windows Server 2008 R2

Veröffentlicht: August 2009

Betrifft: Windows Server 2008 R2

In diesem Dokument werden neue und geänderte Features in Windows Server® 2008 R2 beschrieben. Dabei werden nicht alle Änderungen in Windows Server 2008 R2 aufgeführt, sondern der Schwerpunkt liegt auf Verbesserungen in verschiedenen Bereichen.

Sofern es nicht anders angegeben ist, gelten diese Anmerkungen für alle Editionen und Installationsoptionen von Windows Server 2008 R2.

noteHinweis
Eine vollständige Übersicht über Ressourcen, Artikel, Demos und Leitfäden finden Sie in der Springboard Series für Windows 7 im Windows Client TechCenter.

Inhalt dieses Dokuments:

Active Directory-Rechteverwaltungsdienste

Mithilfe neuer Windows® PowerShell™-Cmdlets können Sie Active Directory®-Rechteverwaltungsdienste (Active Directory® Rights Management Services, AD RMS) über die Befehlszeile bereitstellen und verwalten.

  • PowerShell-Bereitstellung. Dieses Feature gilt nur für Windows Server 2008 R2 Standard, Windows Server 2008 R2 Enterprise, Windows Server 2008 R2 Datacenter und Windows Server 2008 R2 Foundation. Vor Windows Server 2008 R2 konnte die AD RMS-Rolle nur über den Server-Manager hinzugefügt und bereitgestellt werden. In Windows Server 2008 R2 können Sie Windows PowerShell-Cmdlets erstellen, um die AD RMS-Rolle hinzuzufügen und bereitzustellen.

  • PowerShell-Verwaltung. Dieses Feature gilt für Windows Server 2008 R2 Standard, Windows Server 2008 R2 Enterprise, Windows Server 2008 R2 Datacenter, Windows Server 2008 R2 Foundation und Microsoft® Hyper-V™ Server 2008 R2. Vor Windows Server 2008 R2 waren die AD RMS-Verwaltungsfunktionen über den Server-Manager oder über Skripts verfügbar. In Windows Server 2008 R2 sind alle Verwaltungsfunktionen für die AD RMS-Rolle über Windows PowerShell-Cmdlets verfügbar.

Kerndienste und Grundlagen

Gruppenrichtlinien

Windows Server 2008 R2 enthält folgende Verbesserungen für Gruppenrichtlinien:

  • Neue Windows PowerShell-Cmdlets. Dieses Feature gilt nur für Windows Server 2008 R2 Standard, Windows Server 2008 R2 Enterprise, Windows Server 2008 R2 Datacenter und Windows Server 2008 R2 Foundation. Vor Windows Server 2008 R2 haben IT-Professionals Gruppenrichtlinien über die Gruppenrichtlinien-Verwaltungskonsole (Group Policy Management Console, GPMC) oder über für die GPMC-COM-Schnittstellen geschriebene Skripts verwaltet und automatisiert. In Windows Server 2008 R2 werden 25 leistungsstarke Cmdlets eingeführt, mit denen Sie Gruppenrichtlinien über Windows PowerShell verwalten und automatisieren können. Mit diesen Cmdlets kann ein IT-Administrator Gruppenrichtlinienobjekte (Group Policy Objects, GPOs) sichern, wiederherstellen und konfigurieren (über Registrierungseinstellungen) und Berichte zu den Gruppenrichtlinienobjekten erstellen. Diese Funktionalität wird hinzugefügt, wenn die Gruppenrichtlinien-Verwaltungskonsole installiert wird.

  • ADMX-Unterstützung für Reg_QWORD & Reg_MultiSZ. Vor Windows Server 2008 R2 war es nicht möglich, einen Registrierungsschlüssel vom Typ QWORD oder MultiSZ über administrative Vorlagen für Gruppenrichtlinien (Group Policy Administrative Templates, ADMX) zu konfigurieren. Das ADMX-Schema wurde aktualisiert und unterstützt jetzt die Registrierungstypen QWORD und MultiSZ.

  • Verbesserungen beim ADMX-Editor. Dieses Feature gilt nur für Windows Server 2008 R2 Standard, Windows Server 2008 R2 Enterprise, Windows Server 2008 R2 Datacenter und Windows Server 2008 R2 Foundation. Vor Windows Server 2008 R2 wurde der ADMX-Editor als Dialogfeld mit Registerkarten angezeigt, dessen Größe nicht geändert werden konnte. Der Text der Benutzeroberfläche war oft abgeschnitten, und die Hilfeinhalte waren schwer zu finden. Der neue ADMX-Editor wird in einem Fenster mit anpassbarer Größe angezeigt, in dem Text nicht abgeschnitten wird und Informationen zu Einstellungen, einschließlich Hilfe und Kommentaren, leichter zu finden sind.

  • Verbesserungen bei Gruppenrichtlinieneinstellungen. Dieses Feature gilt nur für Windows Server 2008 R2 Standard, Windows Server 2008 R2 Enterprise, Windows Server 2008 R2 Datacenter und Windows Server 2008 R2 Foundation. Den Gruppenrichtlinieneinstellungen wurden neue Features hinzugefügt, mit denen Sie Internet Explorer® 8 konfigurieren können. Die neuen Funktionen sind auch in Geplante Aufgaben und Energiesparpläne für Windows Server 2008 R2 verfügbar. IT-Professionals können mithilfe von Gruppenrichtlinieneinstellungen Einstellungen für Internet Explorer 8, Geplante Aufgaben und Energiesparpläne zentral konfigurieren. Diese Funktionalität wird hinzugefügt, wenn die Gruppenrichtlinien-Verwaltungskonsole installiert wird. Außerdem sind in Windows Server 2008 R2 die clientseitigen Erweiterungen für Gruppenrichtlinieneinstellungen enthalten, sodass Sie diese nicht von Windows Update oder vom Microsoft Download Center herunterladen müssen.

  • In Windows Server 2008 R2 sind Starter-Gruppenrichtlinienobjekte enthalten. In Windows Server 2008 R2 sind acht Starter-Gruppenrichtlinienobjekte enthalten, die auf Sicherheitsrichtlinien von Microsoft basieren. Dies bedeutet, dass ein Administrator in der Gruppenrichtlinien-Verwaltungskonsole Starter-Gruppenrichtlinienobjekte auswählen kann. Wenn ein Administrator vor Windows Server 2008 R2 den Knoten für Starter-Gruppenrichtlinienobjekte in der Gruppenrichtlinien-Verwaltungskonsole auswählte, war der Knoten leer, sofern der Administrator nicht vorher Starter-Gruppenrichtlinienobjekte erstellt oder aus dem Download Center heruntergeladen hatte.

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Neues in den Gruppenrichtlinien.

Windows PowerShell 2.0.

Windows PowerShell 2.0 ist mit Windows PowerShell 1.0 kompatibel, enthält jedoch einige Änderungen. Sie müssen vorhandene Skripts und Anwendungen aktualisieren, damit die folgenden Änderungen berücksichtigt werden:

  • Der Wert des Registrierungseintrags PowerShellVersion unter HKLM\SOFTWARE\Microsoft\PowerShell\1\PowerShellEngine wurde in 2.0 geändert.

  • Es wurden neue Cmdlets und Variablen hinzugefügt, die möglicherweise im Konflikt mit Variablen und Funktionen in Profilen und Skripts stehen.

  • Mit dem -ieq-Operator wird ein Zeichenvergleich ohne Berücksichtigung der Groß-/Kleinschreibung ausgeführt.

  • Mit dem Get-Command-Cmdlet werden standardmäßig Funktionen (zusätzlich zu Cmdlets) abgerufen.

  • Systemeigene Befehle, durch die eine Benutzeroberfläche generiert wird, können nicht an das Out-Host-Cmdlet gesendet werden.

  • Die neuen Sprachschlüsselwörter Begin, Process, End und Dynamic Param stehen möglicherweise im Konflikt mit ähnlichen Wörtern, die zurzeit in Skripts und Funktionen verwendet werden. Wenn diese Wörter als Sprachschlüsselwörter interpretiert werden, treten möglicherweise Analysefehler auf.

  • Die Cmdlet-Namensauflösung wurde geändert. In Windows PowerShell 1.0 wurde ein Laufzeitfehler generiert, wenn von zwei Windows PowerShell-Snap-Ins Cmdlets mit dem gleichen Namen exportiert wurden. In Windows PowerShell 2.0 wird, wenn Sie den Befehlsnamen eingeben, das letzte der Sitzung hinzugefügte Cmdlet ausgeführt. Zum Ausführen eines Befehls, der nicht standardmäßig ausgeführt wird, geben Sie für den Cmdlet-Namen den Namen des Snap-Ins oder Moduls an, aus dem das Cmdlet stammt.

  • Mit einem Funktionsnamen gefolgt von -? rufen Sie das Hilfethema für die Funktion ab, wenn ein Hilfethema in der Funktion enthalten ist.

  • Die Parameterauflösung für Microsoft .NET Framework-Methoden wurde geändert. Wenn Sie in Windows PowerShell 1.0 eine überlastete .NET-Methode mit mehreren optimalen Syntaxmöglichkeiten aufgerufen haben, wurde kein Fehler gemeldet. In Windows PowerShell 2.0 wird ein Mehrdeutigkeitsfehler gemeldet. Außerdem wurde in Windows PowerShell 2.0 der Algorithmus für die Auswahl der optimalen Methode signifikant überarbeitet, um die Anzahl der Mehrdeutigkeiten zu minimieren.

  • Wenn Sie mithilfe von Import-Module Befehle laden, in deren Namen nicht genehmigte Verben oder eingeschränkte Zeichen verwendet werden, wird eine Warnung angezeigt. Verwenden Sie den Get-Verb-Befehl, um eine Liste der genehmigten Verben anzuzeigen. Verwenden Sie die folgenden Zeichen nicht in Befehlsnamen:

    [ # , ( ) { } [ ] & - / \ $ ^ ; : " ' < > | ? @ ` * ~ % + =

  • Wenn Sie eine Auflistung in der Pipeline aufzählen und die Auflistung in der Pipeline zu ändern versuchen, wird in Windows PowerShell 2.0 eine Ausnahme generiert. Die folgenden Befehle beispielsweise können in Windows PowerShell 1.0 verwendet werden. Nach der ersten Pipelineiteration in Windows PowerShell 2.0 treten jedoch Fehler auf.

    $h = @{Name="Hello"; Value="Test"}
    $h.keys | foreach-object {$h.remove($_)}
    
    Vermeiden Sie diesen Fehler, indem Sie mithilfe der Zeichen $() wie unten gezeigt einen Unterausdruck für den Enumerator erstellen:

    $($h.keys) | foreach-object {$h.remove($_)}
    

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Neues in Windows PowerShell im Windows Server TechCenter.

Windows Media Audio-Sprachencoder und -decoder

Die DirectX Media Objects (DMOs) für Windows Media Audio-Sprachencoder (wmspdmoe.dll) und Windows Media Audio-Sprachendecoder (wmspdmod.dll) wurden in Windows Server 2008 R2 aktualisiert. Wenn Sie versuchen, die Objekte außerhalb der unterstützen Samplingraten (8 KHz, 16 KHz, 11,25 KHz und 22,5 KHz) zu verwenden, wird ein Fehler erzeugt.

Eigenständiges Windows Update-Installationsprogramm

Das eigenständige Windows Update-Installationsprogramm (Wusa.exe) enthält in Windows Server 2008 R2 folgende Verbesserungen:

  • Unterstützung für die Deinstallation. Vor Windows Server 2008 R2 enthielt Wusa.exe nur Unterstützung für die Installation. In Windows Server 2008 R2 enthält Wusa.exe Unterstützung für die Deinstallation, sodass Administratoren Updates über die Befehlszeile deinstallieren können. Benutzer können ein Update deinstallieren, indem sie den Pfad zur MSU-Datei oder die Paketnummer (aus der Microsoft Knowledge Base) des zu deinstallierenden Updates angeben.

    Verwenden Sie den folgenden Befehl, um ein Update durch Angeben des vollständigen Pfads zum Update zu deinstallieren:

    wusa.exe /uninstall <Path>
    
    Verwenden Sie den folgenden Befehl, um ein Update durch Angeben der Updatepaketnummer aus der Microsoft Knowledge Base zu deinstallieren:

    wusa.exe /uninstall /kb:<KB Number>
    
  • Zusätzliche Befehlszeilenparameter. In Windows Server 2008 R2 sind neue Parameter zum Aktivieren der Protokollierung, Extrahieren des Inhalts einer MSU-Datei und Steuern des Neustartverhaltens bei der Installation eines Updates im stillen Modus verfügbar.

     

    Befehlszeilenparameter Windows Server 2008 Windows Server 2008 R2

    /log

    Nicht verfügbar. Die Protokollierung kann nur über Ablaufverfolgungstools aktiviert werden.

    Ein neuer Parameter ermöglicht die Protokollierung über das Tool Wusa.exe.

    /extract

    Nicht verfügbar. Der Inhalt von MSU-Dateien kann nur mithilfe des Tools Expand.exe extrahiert werden.

    Ein neuer Parameter ermöglicht das Extrahieren von MSU-Dateien mithilfe des Tools Wusa.exe.

    /quiet

    Unterstützt nur die Option /norestart.

    Erweitert um Unterstützung für die Optionen /forcerestart, /warnrestart und /promptrestart.

  • Erweiterte Fehlerinformationen. Über das Tool Wusa.exe werden in Fehlerszenarien erweiterte Informationen bereitgestellt, die eine bessere Diagnose ermöglichen.

     

    Fehler Fehlercode in Windows Server 2008 Fehlercode in Windows Server 2008 R2

    Das Update ist bereits installiert.

    1 (S_FALSE)

    0x240006 (WU_S_ALREADY_INSTALLED)

    Das Update ist nicht geeignet.

    1 (S_FALSE)

    0x80240017 (WU_E_NOT_APPLICABLE)



    noteHinweis
    Es wurde ein Update veröffentlicht, dass die Fehlercodes für Windows Server 2008 R2 auf Computern unter Windows Server 2008 enthält. Weitere Informationen zum Update finden Sie in Artikel 949545 in der Microsoft Knowledge Base (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=151807).

TCP-Chimney

Das Standardverhalten von TCP-Abladevorgängen wurde wie folgt geändert:

  • Auf 10 GbE-Netzwerkkarten werden TCP-Verbindungen standardmäßig abgeladen.

  • Auf 1 GbE-Netzwerkkarten werden TCP-Verbindungen nicht standardmäßig abgeladen.

Zum Abladen von TCP-Verbindungen auf einem 1 GbE-Netzwerkadapter müssen Sie TCP-Abladevorgänge explizit aktivieren. Führen Sie diese Schritte aus, um TCP-Abladevorgänge zu aktivieren:

  1. Vergewissern Sie sich, dass ein TCP-Chimney-fähiger 1 GbE-Netzwerkadapter auf dem Computer installiert ist und dass TCP-Abladevorgänge auf dem Netzwerkadapter aktiviert sind.

  2. Führen Sie an einer Eingabeaufforderung mit erhöhten Rechten den folgenden Befehl aus:

    netsh int tcp set global chimney=enabled
    

Intelligenter Hintergrundübertragungsdienst (BITS)

Beim intelligenten Hintergrunddienst (Background Intelligent Transfer Service, BITS 4.0) wird die BranchCache™-Infrastruktur genutzt, um Funktionen für die Peer-to-Peer-Dateiübertragung bereitzustellen. Eine gemeinsame Verwendung mit der in Windows Vista® und Windows Server 2008 enthaltenen BITS 3.0-Peercachinglösung ist nicht möglich.

noteHinweis
Aufgrund dieser Änderung müssen Unternehmensanwendungen oder -dienste (beispielsweise Windows Server Update Services), in denen BITS 3.0-Peercaching verwendet wird, Dateien direkt vom Ursprungsserver herunterladen, anstatt die Dateien von einem Peercomputer abzurufen. Verwenden Sie einen Computer, auf dem Windows Server 2008 R2 und BranchCache installiert ist, um dieses Problem zu vermeiden oder zu beheben.

Neue Servermigrationstools und Migrationshandbücher

Servermigrationstools und Migrationshandbücher wurden eingeführt, um den Prozess beim Migrieren von Serverrollen, Betriebssystemeinstellungen und Daten von einem vorhandenen Server unter Windows Server 2003, Windows Server 2008 oder Windows Server 2008 R2 zu einem Computer unter Windows Server 2008 R2 zu erleichtern. Die meisten dieser Migrationstools und Migrationshandbücher unterstützen Folgendes:

  • Architekturübergreifende Migrationen (von x86-basierten zu x64-basierten Computerplattformen)

  • Migrationen zwischen physischen und virtuellen Umgebungen

  • Migrationen zwischen den Optionen für eine vollständige Installation oder eine Server Core-Installation des Windows Server-Betriebssystems

Servermigrationstools und/oder Migrationshandbücher sind verfügbar für die Active Directory-Domänendienste- (Active Directory Domain Services, AD DS), DNS-, DHCP-, Datei- und Druckserverrollen, das BranchCache-Feature, Daten und freigegebene Ordner, IP-Konfigurationsdaten sowie lokale Benutzer und Gruppen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Migration zu Windows Server 2008 R2 (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkID=128554).

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