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High-Touch with Standard Image

Die Strategie "High-Touch with Standard Image" (starke Interaktion, mit Standardabbild) ist für kleine Organisationen geeignet, die einen allgemeinen IT-Mitarbeiter beschäftigen und für die Übernahme von Technologien häufig auf Partner zurückgreifen. Kleine Organisationen, die diese Strategie verwenden, verfügen üblicherweise über 100–200 Clientcomputer und kleine, nicht verwaltete Netzwerke an verteilten Standorten.

Normalerweise wird in diesen Organisationen zuerst Windows-Software und dann Anwendungssoftware manuell von Einzelhandels- oder Volumenlizenzmedien installiert und dann die Computer entsprechend den Anforderungen manuell konfiguriert. IT-Professionals automatisieren Windows-Installationen häufig zunächst mit Antwortdateien. Diese Technik wird in der Strategie "High-Touch with Retail Media" empfohlen.

Investitionen in eine große Bereitstellungsinfrastruktur bringen kleinen Organisationen nur beschränkten Nutzen ein, diese können jedoch durch das Anpassen und Bereitstellen eines Standardabbilds Zeit und Geld einsparen, da die Bereitstellung schneller und konsistenter abläuft und weniger Probleme mit sich bringt. Darüber hinaus können Organisationen damit beginnen, Lösungen von Microsoft zu nutzen. Dies erleichtert ihnen bei späterem Wachstum den Übergang zu stärkerer Automatisierung.

Wie die Strategie "High-Touch with Retail Media" wird auch hier eine Installation mit starker Interaktion empfohlen, dabei wird jedoch kein Einzelhandelsabbild, sondern ein Standardkonfigurationsabbild verwendet. Diese Strategie funktioniert vor allem in Organisationen mit einer technisch orientierten IT-Abteilung, und sie lässt sich auf 100–200 Clientcomputer skalieren. Sie kann zu einer schnelleren Bereitstellung mit geringeren Problemen führen, ohne dass umfangreich in selten durchgeführte Aufgaben investiert werden muss.

Informationen zur Strategie

Bei der Installation des Betriebssystems Windows 7 in kleinen Organisationen führen Benutzer das Setupprogramm vom Einzelhandels- oder Volumenlizenzmedium aus und reagieren auf jede Eingabeaufforderung. Dieser Prozess bringt viele Wiederholungen und Probleme mit sich und ist nicht sehr effizient. Administratoren wiederholen die gleichen manuellen Schritte und verursachen so möglicherweise inkonsistente Konfigurationen, die nicht immer ordnungsgemäß funktionieren.

Kleine Organisationen können den Bereitstellungsvorgang mit dem Programm Windows Setup effizienter gestalten. Dieses unterstützt das Anpassen und Installieren eines Standardabbilds, eines mit Einstellungen und Anwendungen angepassten Snapshots eines Computers. Organisationen können Standardabbilder erstellen, in denen Einstellungen, Gerätetreiber, Anwendungen usw. enthalten sind. Diese Vorgehensweise, die auch in der Strategie "High-Touch with Retail Media" empfohlen wird, trägt auch zur Automatisierung der Installation bei, indem der IT-Spezialist die Interaktion mit dem Setupprogramm während der Installation umgehen kann.

Nach dem Erstellen eines Standardabbilds installiert die Organisation mit dem Programm Windows Setup das neue Abbild auf den Clientcomputern, anstatt auf das Einzelhandels- oder Volumenlizenzabbild von Microsoft zurückzugreifen. Das Verwenden eines benutzerdefinierten Abbilds bietet folgende Vorteile:

  • Weniger Probleme und geringere Supportkosten, da die Konfigurationen auf allen Clientcomputern konsistent sind

  • Schnellere Bereitstellung, da Einstellungen, Anwendungen usw. in den Abbildern enthalten sind

  • Geringerer Zeitaufwand für Gültigkeitsprüfungen und Tests der Bereitstellung

  • Viele Aktualisierungen des Standardabbilds, die offline durchgeführt werden können, ohne das Abbild erneut installieren, anpassen und erfassen zu müssen

Darüber hinaus haben kleine Organisationen mit der Strategie "High-Touch with Standard Image" die Möglichkeit, diese Abbilder ihren Originalgeräteherstellern (Original Equipment Manufacturers, OEMs) zur Verfügung zu stellen, wenn sie neue Clientcomputer in Auftrag geben. Das benutzerdefinierte Abbild ist dann auf den neuen Computern bereits installiert. Die Bereitstellung auf neuen Clientcomputern muss somit von vielen kleinen Unternehmen nicht durchgeführt werden. Stattdessen wird der Computer einfach ausgepackt, eingeschaltet und mit dem Netzwerk verbunden. Auch wenn diese Strategie für die Neuinstallation von Standardabbildern auf vorhandenen Clientcomputern gedacht ist, können Sie Ihren OEM darum bitten, dieses Abbild für neue Clientcomputer zu verwenden und so Zeit und Aufwand einzusparen.

Strategieanforderungen

Für die Strategie "High-Touch with Standard Image" sind folgende Elemente erforderlich:

  • Von Microsoft bereitgestellte Windows-Medien mit Einzelhandels- oder Volumenlizenzen

  • Windows Automated Installation Kit (Windows AIK)

  • Ein Wechselspeichermedium wie ein USB-Flashlaufwerk, von dem das Standardabbild installiert werden kann

  • Ein Referenzcomputer, auf dem das Masterabbild erstellt und angepasst wird

  • Optional das Anwendungskompatibilitäts-Toolkit (Application Compatibility Toolkit, ACT), Version 5.5

Einschränkungen der Strategie

Die Strategie "High-Touch with Standard Image" weist Einschränkungen auf, aufgrund derer kleine Organisation möglicherweise zur Strategie "Lite-Touch, High-Volume Deployment" wechseln sollten. Wenn eines der folgenden Probleme auf Ihre Organisation zutrifft, sollten Sie in Erwägung ziehen, die Strategie Lite-Touch, High-Volume Deployment zu verwenden:

  • Die Strategie ist nicht skalierbar. Die Strategie "High-Touch with Standard Image" ist nicht auf größere Organisationen skalierbar, da sie zum Bereitstellen der Windows-Software auf den Clientcomputern Medien (z. B. ein USB-Flashlaufwerk) und einen Techniker erfordert. Größere Organisationen sollten die Strategie "Lite-Touch, High-Volume Deployment" in Erwägung ziehen, bei der die Installation besser automatisiert werden kann und Benutzer die Möglichkeit eigenständiger Eingriffe haben.

  • Die Strategie funktioniert am besten mit einem einzigen Abbild. Diese Strategie funktioniert gut in kleinen Organisationen mit ähnlichen Anforderungen an Anwendungen und Konfigurationen auf den meisten Clientcomputern. Organisationen, bei denen mehrere Abbilder erforderlich sind (beispielsweise eine unterschiedliche Anwendung in jeder Abteilung), sollten die Strategie "Lite-Touch, High-Volume Deployment" mit geringfügig angepassten Abbildern in Erwägung ziehen. Dabei handelt es sich um Windows-Abbilder, an denen keine umfangreichen Änderungen vorgenommen wurden. Nach dem Installieren der geringfügig angepassten Abbilder können Sie Anwendungen, Gerätetreiber und Updates auf den einzelnen Computern manuell oder automatisch installieren.

  • Die Strategie funktioniert am besten, wenn nur selten Änderungen an den Abbildern vorgenommen werden. Durch Lizenzbeschränkungen ist die Anzahl von Aktualisierungen eines Abbilds, das mit dem Systemvorbereitungsprogramm Sysprep bearbeitet wurde, begrenzt. Die besten Ergebnisse erzielen Sie, wenn Sie zu Beginn der Abbilderstellung und -aktualisierung ein Windows-Betriebssystem von einem Einzelhandels- oder Volumenlizenzmedium installieren. Organisationen, die häufig Aktualisierungen an ihren Abbildern vornehmen, sollten die Verwendung von Microsoft Deployment Toolkit (MDT) 2010 in Erwägung ziehen. Dies ermöglicht es, die Erstellung der Standardabbilder zu automatisieren. Weitere Informationen finden Sie in der Beschreibung der Strategie Lite-Touch, High-Volume Deployment.

  • Es wird keine Aktualisierung bestehender Windows-Installationen unterstützt. Für die Bereitstellung von Standardabbildern wird die Aktualisierung einer bestehenden Windows-Installation unter Beibehaltung der Benutzeranwendungen nicht unterstützt. Stattdessen müssen Sie auf den Computern eine Neuinstallation von Windows durchführen und die Dateien und Einstellungen der Benutzer anschließend migrieren. Wenn Sie diese Strategie verwenden, sollten Sie die Dateien und Einstellungen der Benutzer mit Windows-EasyTransfer migrieren. Anstelle von Windows-EasyTransfer können Sie auch das Migrationstool für den Benutzerstatus (USMT) verwenden.

Bereitstellungsprozess

Das Erstellen des Standardabbilds für die Strategie "High-Touch with Standard Image" ist ein Onlinevorgang, d. h. der IT-Spezialist der kleinen Organisation oder deren Partner installiert das Betriebssystem Windows auf einem Referenzclientcomputer, passt es entsprechend den Anforderungen mit Anwendungen, Gerätetreibern und Updates an und erfasst dann ein Abbild. Nach dem Erfassen des benutzerdefinierten Abbilds kann die Organisation dieses auf den Clientcomputern bereitstellen. Außerdem können kleine Organisationen Abbilder offline verwalten, sodass sie sie einfach um neue Betriebssystemupdates und Gerätetreiber erweitern können, wenn diese bereitgestellt werden.

In der folgenden Tabelle finden Sie eine allgemeine Beschreibung des Bereitstellungsprozesses mit der Strategie "High-Touch with Standard Image". In der linken Spalte wird der Schritt beschrieben, und die rechte Spalte enthält Links zu ausführlichen Informationen zu diesem Schritt. Da in jedem Abbild nur eine einzige Architektur (x86 oder x64) unterstützt wird, müssen Sie diese Schritte für jedes in Ihrer Organisation verwendete Betriebssystem durchführen.

 

Schritt Weitere Informationen

1. Teilen Sie optional mithilfe des ACT die Anwendungen Ihrer Organisation in Prioritäten ein, legen Sie den Kompatibilitätsstatus fest, und führen Sie Anwendungen zusammen. Das ACT kann Organisationen dabei helfen, Anwendungen mit Kompatibilitätsproblemen zu warten oder ihre Einsatzbereiche zu bestimmen.

Microsoft-Anwendungskompatibilitäts-Toolkit (Application Compatibility Toolkit, ACT), Version 5.5 (möglicherweise in englischer Sprache)

2. Installieren Sie Windows von dem Einzelhandels- oder Volumenlizenzmedium auf dem Referenzclientcomputer. Sie sollten Windows mithilfe einer Antwortdatei (Unattend.xml) auf dem Referenzcomputer installieren, damit dieser Vorgang konsistent und reproduzierbar abläuft.

3. Installieren Sie auf dem Masterclientcomputer alle Anwendungen, Gerätetreiber und Updates, die im Masterabbild enthalten sein sollen. Konfigurieren Sie außerdem Einstellungen, die im Masterabbild enthalten sein sollen.

Keine

4. Führen Sie auf dem Masterclientcomputer Sysprep aus, um das Abbild zu generalisieren, und fahren Sie den Computer dann herunter. Einige Anwendungen sind nicht auf Sysprep vorbereitet, und es ist besonders wichtig, diese ausführlich zu testen. Wenn Probleme durch Sysprep auftreten, sollten Sie die Installation dieser Anwendungen während der Bereitstellung mit einer Datei Unattend.xml automatisieren.

5. Starten Sie den Masterclientcomputer mit Windows PE (Windows Preinstallation Environment), und erfassen Sie dann mit ImageX ein Abbild. Kopieren Sie das Abbild auf ein Wechselspeichermedium, z. B. ein USB-Flashlaufwerk, oder in eine Netzwerkfreigabe.

6. Bereiten Sie die Medien für das Betriebssystem Windows vor. Führen Sie eines der folgenden Verfahren aus:

  • Erstellen Sie eine Antwortdatei (Unattend.xml), die auf das Abbild verweist, das Sie auf das Wechselspeichermedium oder in die Netzwerkfreigabe kopiert haben.

  • Erstellen Sie ein neues Installationsmedium, und ersetzen Sie die Datei Install.wim auf dem Medium durch die im vorangegangenen Schritt erfasste Datei.

7. Wenn Sie auf einem Computer mit bereits vorhandenem Betriebssystem eine Neuinstallation durchführen, speichern Sie optional die Dokumente und Einstellungen der Benutzer mit Windows-EasyTransfer. (Diese werden nach der Installation wiederhergestellt.)

Schrittweise Anleitung für die grundlegende Windows-Migration für IT-Professionals (möglicherweise in englischer Sprache)

8. Installieren Sie das Standardabbild auf den einzelnen Clientcomputern. Wenn Sie neue Installationsmedien erstellt haben, starten Sie den Computer mit dem Medium, oder führen Sie von der vorherigen Windows-Installation aus Setup.exe aus. Führen Sie andernfalls das Setupprogramm mit der zuvor erstellten Antwortdatei aus.

9. Stellen Sie die Dokumente und Einstellungen der Benutzer auf dem Computer optional mit Windows-EasyTransfer wieder her.

Schrittweise Anleitung für die grundlegende Windows-Migration für IT-Professionals (möglicherweise in englischer Sprache)

10. Benutzer von Einzelhandelsmedien müssen ihre Computer online aktivieren.

Windows-Volumenaktivierung

noteHinweis
Mit dem Windows AIK können Sie benutzerdefinierte Abbilder offline verwalten. Das bedeutet, Sie können Gerätetreiber und Updates aktualisieren, ohne das Bild installieren, konfigurieren und neu erfassen zu müssen. Durch die Offlineverwaltung wird es einfacher, das Standardabbild auf einem aktuellen Stand zu halten. Sie können Abbilder auch online verwalten, indem Sie das in dieser Strategie beschriebene Verfahren wiederholen. Weitere Informationen finden Sie unter Phase 5: Wartung des Abbilds.

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