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Neues im Verteilten Dateisystem

Veröffentlicht: Juli 2009

Betrifft: Windows Server 2008 R2

Worin liegen die wichtigsten Änderungen?

DFS-Namespaces (Distributed File System) und DFS-Replikation ermöglichen einen einfachen Zugriff auf Dateien mit hoher Verfügbarkeit, Lastenausgleich und WAN-freundlicher Replikation. Microsoft hat beim Betriebssystem Windows Server® 2008 R2 eine Reihe von Funktionen neu eingeführt und vorhandene verbessert.

Folgende Änderungen an DFS-Namespaces sind in Windows Server 2008 R2 verfügbar:

  • Unterstützung der DFS-Verwaltung zur Aktivierung der zugriffsbasierten Aufzählung

  • Leistungsindikatoren

  • Leistungsverbesserungen bei großen Namespaces

  • Unterstützung der DFS-Verwaltung zur selektiven Aktivierung von Namespace-Stammweiterleitungen

  • Verbesserte Hilfetexte bei der Befehlseingabeaufforderung von Dfsdiag.exe

Folgende Änderungen an der DFS-Replikation sind in Windows Server 2008 R2 verfügbar:

  • Failover-Clusterunterstützung

  • Schreibgeschützte replizierte Ordner

  • Schreibgeschützte Domänencontroller mit einem schreibgeschützten Ordner "SYSVOL"

  • Zusätzliche Diagnosefunktionen für die DFS-Replikation im Befehlszeilentool "Dfsrdiag.exe"

Die Hilfethemen für die DFS-Verwaltung wurde mit den Informationen zu den neuen Funktionen aktualisiert, wobei auch die meisten Themen überarbeitet wurden. Weitere Informationen finden Sie in den Themen zur DFS-Verwaltung ("http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=155073", möglicherweise in englischer Sprache), zur Replikation für verteilte Dateisysteme: Häufig gestellte Fragen oder DFS Namespaces: Frequently Asked Questions in Microsoft TechNet.

Die Änderungen wurden, soweit sie zutrafen, auch bei der Version für Windows Server 2008 vorgenommen. Weitere Informationen finden Sie bei Microsoft TechNet unter DFS-Verwaltung.

Für wen ist diese Funktion interessant?

Administratoren großer Netzwerke, die freigegebene Ordner organisieren und ihre Verfügbarkeit steigern möchten, indem sie einen Namespace einrichten, und Administratoren, die diese Ordner effizient zwischen Servern synchronisieren möchten, können dafür die DFS-Replikation verwenden.

Welche neuen Funktionen bieten DFS-Namespaces?

Folgende Änderungen an DFS-Namespaces sind in Windows Server 2008 R2 verfügbar:

  • Unterstützung der DFS-Verwaltung zur Aktivierung der zugriffsbasierten Aufzählung

  • Leistungsindikatoren

  • Leistungsverbesserungen bei großen Namespaces

  • Unterstützung der DFS-Verwaltung zur selektiven Aktivierung von Namespace-Stammweiterleitungen

  • Verbesserte Hilfetexte bei der Befehlseingabeaufforderung von Dfsdiag.exe

Unterstützung der DFS-Verwaltung zur Aktivierung der zugriffsbasierten Aufzählung

Bei der zugriffsbasierten Aufzählung werden nur die Dateien und Ordner angezeigt, für die die Benutzer eine Zugriffsberechtigung besitzen. Wenn ein Benutzer für einen Ordner keine Leseberechtigungen (oder ähnliche Berechtigung) besitzt, wird der Ordner in der Benutzeransicht ausgeblendet. Wenn Sie z. B. die zugriffsbasierte Aufzählung in einem freigegebenen Ordner aktivieren, der die Stammverzeichnisse vieler Benutzer enthält, können Benutzer, die auf diesen freigegebenen Ordner zugreifen, nur ihre eigenen Stammverzeichnisse sehen. Die Stammverzeichnisse anderer Benutzer werden bei der Anzeige ausgeblendet.

Sie können die zugriffsbasierte Aufzählung auf zwei verschiedene Arten aktivieren.

  • Wenn Sie die zugriffsbasierte Aufzählung in einem freigegebenen Ordner über die Freigabe- und Speicherverwaltung aktivieren, zeigt Windows Netzwerkbenutzern die Ordner und Dateien im NTFS-Dateisystem nur dann an, wenn sie über Leseberechtigungen (oder ähnliche Berechtigungen) für diese Ordner und Dateien verfügen.

  • Wenn Sie die zugriffsbasierte Aufzählung mithilfe der DFS-Verwaltung (oder des Dfsutil-Befehls, der auch unter Windows Server 2008 unterstützt wird) in einem Namespace aktivieren, zeigt Windows Netzwerkbenutzern die Ordner in dem Namespace nur an, wenn der Namespace-Administrator diesen Benutzern Leseberechtigung für die DFS-Ordner gewährt hat.

TipTipp
Wenn Sie die zugriffsbasierte Aufzählung für einen Namespace und alle Ordnerziele (freigegebene Ordner, auf die von einem DFS-Ordner verwiesen wird) anwenden möchten, aktivieren Sie sie für den Namespace und alle freigegebenen Ordner, die als Ordnerziele im Namespace fungieren.

Windows Server 2008 R2 ermöglicht auch die Aktivierung und Konfiguration der zugriffsbasierten Aufzählung für einen Namespace mithilfe der DFS-Verwaltung oder des Dfsutil-Befehls. Diese Funktion kann bei Namespaces angewendet werden, die auf Servern unter Windows Server 2008 R2 oder Windows Server 2008 gehostet werden. Zur Aktivierung der zugriffsbasierten Aufzählung von DFS-Ordnern von einem Computer unter Windows Server 2008 müssen Sie den Dfsutil-Befehl verwenden.

Weitere Informationen finden Sie bei Microsoft TechNet in den folgenden Themen:

Leistungsindikatoren

DFS-Namespaces unter Windows Server 2008 R2 umfassen 3 Leistungsindikatoren, mit denen Sie unterschiedliche Aspekte von DFS-Namespaces überwachen können:

  • DFS-Namespace-Dienst - API-Warteschlange: Zeigt die Anzahl der zu bearbeitenden Anforderungen (die über die NetDfs-API durchgeführt wurden) in der Wartschlange des DFS-Namespace-Dienstes an.

  • DFS-Namespace-Dienst - API-Anforderungen: Zeigt Leistungsdaten über Anforderungen (z. B. das Erstellen eines Namespaces) an den DFS-Namespace-Dienst an.

  • Weiterleitungen für DFS-Namespace-Dienst: Zeigt Leistungsdaten über verschiedene Weiterleitungsanforderungen an, die vom DFS-Namespace-Dienst verarbeitet werden.

Weitere Informationen finden Sie in Windows-Leistungsüberwachung unter http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=132016.

Leistungsverbesserungen bei großen Namespaces

Unter Windows Server 2008 R2 ist die Leistung von DFS-Namespaces unter folgenden Bedingungen höher als bei der Version für Windows Server 2008:

  • Beim Hosten großer domänenbasierter Namespaces im Windows Server 2008-Modus mit 5.000 DFS-Ordnern (Verknüpfungen) oder mehr benötigt der DFS-Namespace-Dienst deutlich weniger Zeit zum Starten.

  • Beim Hosten sehr großer domänenbasierter Namespaces im Windows Server 2008-Modus mit mehr als 300.000 DFS-Ordnern.

noteHinweis
Beim Hosten von Namespaces mit mehr als 50.000 Ordnern kann das Starten des DFS-Namespace-Diensts länger dauern (je nach Konfiguration mehrere Stunden). Zur Vermeidung einer Ausfallzeit beim Starten des Namespaces und zur Maximierung der Leistung sollten Sie einen domänenbasierten Namespace (Windows Server 2008-Modus) mit mehreren Namespaceservern für die Redundanz verwenden.

Im September 2009 werden Vertreter von Microsoft auf der Storage Developer Conference 2009 (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=157789, möglicherweise in englischer Sprache) weitere Informationen über die Verbesserung bei der Leistung und Skalierbarkeit von DFS-Namespaces bekanntgeben.

Verbesserte Hilfetexte bei der Befehlseingabeaufforderung von Dfsdiag.exe

Die Hilfe an der Eingabeaufforderung und die Fehlermeldung für den Dfsdiag-Befehl (Dfsdiag /?) wurden überarbeitet. Sie sind nur klarer und ausführlicher.

Unterstützung der DFS-Verwaltung zur selektiven Aktivierung von Namespace-Stammweiterleitungen

Wenn ein DFS-Client das erste Mal versucht, auf einen domänenbasierten Namespace zuzugreifen, stellt ein Domänencontroller dem Client eine Liste von Namespaceservern zur Verfügung. Diese Liste von Namespaceservern wird als Stammweiterleitung bezeichnet. Unter Windows Server 2008 R2 können Sie einzeln die Weiterleitungen zu bestimmten Namespaceservern aktivieren und deaktivieren. Dadurch können Administratoren einen Namespaceserver zeitweise offline schalten, um Wartungsarbeiten durchzuführen.

Zur Deaktivierung von Weiterleitungen auf einen Namespaceserver muss auf diesem Windows Server 2008 R2, Windows Server 2008 oder Windows 2000 Server ausgeführt werden. (Windows Server 2003 und Windows Server 2003 R2 werden nicht unterstützt.)

Anhand der folgenden Vorgehensweise können Sie Namespaceserver unter Windows Server 2008 R2 aktivieren oder deaktivieren:

Aktivieren oder Deaktivieren von Weiterleitungen auf einen Namespaceserver

  1. Wählen Sie in der DFS-Verwaltung den entsprechenden Namespace aus, und klicken Sie dann auf die Registerkarte Namespaceserver.

  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den entsprechenden Namespaceserver, und klicken Sie dann auf Namespaceserver deaktivieren oder Namespaceserver aktivieren.

noteHinweis
Sie können zum Aktivieren oder Deaktivieren eines Namespaceservers an der Eingabeaufforderung unter Windows Server 2008 R2 und Windows Server 2008 auch den Dfsutil Property State-Befehl verwenden.

Welche neuen Funktionen bietet die DFS-Replikation?

Folgende Änderungen an der DFS-Replikation sind in Windows Server 2008 R2 verfügbar:

  • Failover-Clusterunterstützung für die DFS-Replikation

  • Schreibgeschützte replizierte Ordner

  • Schreibgeschützte Domänencontroller mit einem schreibgeschützten Ordner "SYSVOL"

  • Zusätzliche Diagnosefunktionen für die DFS-Replikation im Befehlszeilentool Dfsrdiag.exe

Failover-Clusterunterstützung für die DFS-Replikation

Die DFS-Replikation in Windows Server 2008 R2 bietet die Möglichkeit, einen Failovercluster als Mitglied einer Replikationsgruppe hinzuzufügen. Weitere Informationen zur Durchführung finden Sie in Hinzufügen eines Failoverclusters zu einer Replikationsgruppe unter http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=155085 (möglicherweise in englischer Sprache).

Der DFS-Replikationsdienst von Windows-Versionen vor Windows Server 2008 R2 können nicht mit Failoverclustern koordiniert werden; für den Dienst wird kein Failover zu einem anderen Knoten durchgeführt.

Schreibgeschützte replizierte Ordner

Ein schreibgeschützter replizierter Ordner ist ein replizierter Ordner auf einem bestimmten Mitglied, in dem die Benutzer keine Dateien hinzufügen oder ändern können. Dies ist hilfreich bei schreibgeschützten Ordnern, die mit einem zentralen Server (oder mehreren Servern) synchronisiert bleiben sollen. Beispiele hierfür sind Softwareinstallationsordner oder Ordner, die veröffentlichte Berichte oder Dokumente enthalten. Schreibgeschützte replizierte Ordner werden auch von schreibgeschützten Domänencontrollern (Read-Only Domain Controllers, RODCs) verwendet, damit der freigegebene Ordner SYSVOL auf dem aktuellen Stand bleibt, während gleichzeitig lokale Änderung verhindert werden.

Vor Windows Server 2008 R2 konnte ein schreibgeschützter replizierter Ordner nur simuliert werden, indem die Freigabeberechtigungen und Zugriffssteuerungslisten (Access Control Lists, ACLs) manuell für den Ordner festgelegt wurden, um das unbeabsichtigte Ändern oder Hinzufügen zu vermeiden. Dies brachte allerdings einen zusätzlichen Verwaltungsaufwand und eine höhere Fehlerwahrscheinlichkeit mit sich.

Weitere Informationen zum Verwenden schreibgeschützter replizierter Ordner unter Windows Server 2008 R2 finden Sie in Einrichten eines Schreibschutzes für einen replizierten Ordner auf einem Mitglied unter http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=155093 (möglicherweise in englischer Sprache).

Schreibgeschützte Domänencontroller mit einem schreibgeschützten Ordner "SYSVOL"

Es ist unter Windows Server 2008 möglich, Änderungen am Ordner SYSVOL auf einem RODC vorzunehmen. Diese Änderungen gelten, bis der DFS-Replikationsdienst die Änderungen mit Daten eines schreibbaren Domänencontrollers oder des Stagingordners der DFS-Replikation überschreiben kann.

Unter Windows Server 2008 R2 ist der Ordner SYSVOL auf RODCs ein schreibgeschützter replizierter Ordner. Damit wird verhindert, dass Benutzer oder Administratoren die Dateien in dem Ordner ändern.

Zusätzliche Diagnosefunktionen für die DFS-Replikation im Befehlszeilentool "Dfsrdiag.exe"

Das Befehlszeilentool Dfsrdiag.exe verfügt über 3 neue Befehlszeilenschalter, die bessere Diagnosemöglichkeiten bieten:

  • Dfsrdiag.exe ReplState: Bietet eine Zusammenfassung des Replikationsstatus für alle Verbindungen auf dem angegebenen Replikationsgruppenmitglied. Außerdem bietet dieser Schalter einen Snapshot des internen Zustands des DFS-Replikationsdiensts und erstellt eine Liste der zurzeit durch den Dienst verarbeiteten Aktualisierungen (heruntergeladen oder bereitgestellt).

  • Dfsrdiag.exe IdRecord: Zeigt den ID-Datensatz und die Version der DFS-Replikation für die Datei oder den Ordner an, die bzw. den Sie über den Pfad oder den eindeutigen Bezeichner (Unique Identifier, UID) angeben. Der DFS-Replikationsdienst erstellen für jede replizierte Datei und jeden replizierten Ordner einen ID-Datensatz. Mithilfe dieses ID-Datensatzes und der Versionsinformationen können Sie bestimmen, ob eine Datei ordnungsgemäß auf ein bestimmtes Mitglied repliziert wurde.

  • Dfsrdiag.exe FileHash: Berechnet den vom DFS-Replikationsdienst für eine bestimmte Datei generierten Hashwert und zeigt diesen an. Der Hashwert wird für den Vergleich von 2 Dateien verwendet – wenn der Hashwert bei beiden Dateien identisch ist, sind auch die Dateien identisch.

    Wenn Sie z. B. vor der ersten Replikation eine tragbare Festplatte für das Kopieren der Inhalte eines replizierten Ordners auf ein Mitglied der Replikationsgruppe verwenden, sollten Sie überprüfen, ob die kopierten Dateien (z. B. die Attribute, Zeitstempel und Zugriffssteuerungslisten) mit der Dateiversion auf dem autorisierenden Replikationsgruppenmitglied identisch sind. Wenn die Dateien identisch sind, lädt der DFS-Replikationsdienst während der Replikation keine Teile der Datei herunter (außer die Metadaten, mit denen der Dienst ermittelt, dass die Dateien identisch sind).

In welchen Editionen sind diese Funktionen enthalten?

Folgende Editionen von Windows Server 2008 R2 können als Host für DFS-Namespaces fungieren:

  • Windows Server 2008 R2 Standard

  • Windows Server 2008 R2 Enterprise

  • Windows Server 2008 R2 Datacenter

  • Windows Server 2008 R2 für Itanium-basierte Systeme

Die folgenden Editionen von Windows Server 2008 R2 können Mitglieder einer DFS-Replikationsgruppe sein:

  • Windows Server 2008 R2 Standard

  • Windows Server 2008 R2 Enterprise

  • Windows Server 2008 R2 Datacenter

Weitere Informationen zu den Anforderungen für DFS-Namespaces und die DFS-Replikation finden Sie bei Microsoft TechNet in DFS-Verwaltung unter http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=155073.

Weitere Verweise

Weitere Informationen zu Neuigkeiten im Verteilten Dateisystem (Distributed File System, DFS) unter Windows Server 2008 finden Sie in Verteiltes Dateisystem.

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