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Anwendungsverwaltung und Vorbereitung auf eine Windows 7-Bereitstellung

Wie die meisten Desktopdienst-Manager verwalten vermutlich auch Sie mehrere Anwendungen. Möglicherweise sind darunter, je nach Ihren Benutzern, auch verschiedene Anwendungen, von denen Sie nicht wissen. Es gibt einige Bereiche, in denen Standardbenutzerkonten oder Benutzerkonten mit geringsten Rechten nicht die Norm sind und Benutzer jede beliebige Anwendung installieren können. Wenn Ihnen dies bekannt vorkommt, dann müssen Sie wahrscheinlich einige Arbeit investieren, um alle Anwendungen zu erkennen, zu rationalisieren und zu testen, die Ihre Benutzer auf Windows 7 vorbereiten müssen. Kompatibilitätsprobleme können Sie mit einer Vielzahl von Verfahren lösen, die im Folgenden erläutert werden.

Der nächste wichtige Schritt besteht darin, festzustellen, wie diese Anwendungen oder entsprechende neuere Versionen auf den Desktops der Benutzer bereitgestellt werden können, auf denen Windows 7 ausgeführt wird. Möglicherweise haben Sie in den vergangenen Jahrzehnten Festplatten geklont und verfügen nicht unbedingt über automatisierte Installationspakete für alle Anwendungen, die Sie in der neuen Windows 7-Umgebung bereitstellen möchten. Einige Anwendungen stehen nicht als Pakete für die automatische Installation zur Verfügung. Daher ist es aufwendig, Installationen so anzupassen, dass sie nur die für die einzelnen Benutzerrollen spezifischen Anwendungen einschließen. Dies sowie andere Faktoren führen oft dazu, dass viele Organisationen 20 bis 50 Anwendungen auf jeder Arbeitsstation bereitstellen, obwohl die Benutzer durchschnittlich nur 5 bis 10 dieser Anwendungen tatsächlich benötigen. Mit den neueren Bereitstellungstools können Sie die Kosten für diese Anwendungen einsparen und nur die Anwendungen installieren, die pro Benutzer erforderlich sind, statt alle Anwendungen bereitzustellen. Damit erzielen Sie Einsparungen bei den Lizenzierungskosten und verbessern möglicherweise die Leistung von Windows, wenn einige dieser Anwendungen beim Start geladen werden. Lassen Sie uns zunächst näher auf die Anwendungskompatibilität eingehen, bevor wir uns mit dem Prozess zur Erstellung von Anwendungspaketen befassen.

Anwendungskompatibilität

Entgegen der verbreiteten Ansicht beginnt der Anwendungskompatibilitätsprozess nicht mit dem Testen. Als ersten Schritt sollten Sie Ihre Hardware- und Softwarebestände inventarisieren. Dabei werden wahrscheinlich mehr Anwendungen ermittelt, als Sie erwartet haben. Ein Tool, das Sie verwenden können, ist das Anwendungskompatibilitäts-Toolkit oder "ACT".

Sie können das ACT von der Microsoft-Website für das Anwendungskompatibilitäts-Toolkit herunterladen.

Das Anwendungskompatibilitäts-Toolkit ist zwar kein Zauberstab, mit dem Sie jede Anwendung im Handumdrehen einsatzfähig machen können, aber es stellt die Tools bereit, um Anwendungen, Hardware und Geräte zu inventarisieren, die Laufzeitkompatibilität von Anwendungen während der Datenerfassung zu bewerten und die in einer von Microsoft verwalteten zentralen Datenbank gesammelten Informationen mit Kompatibilitätsdaten von ISVs und der IT Pro-Community zu vergleichen.

Bei der Präsentation des Toolkits auf Veranstaltungen werde ich oft gefragt: "Haben Sie gerade gesagt, dass das Anwendungskompatibilitäts-Toolkit nicht nur Anwendungen, sondern auch Hardware und Geräte ermittelt?"

Ja, so ist es. ACT findet die Anwendungen, egal wo sie sich befinden, und meldet auch Hardware und Geräte, die erkannt werden. Während sich die meisten Inventarisierungstools nur auf Daten beschränken, die unter "Software" zu finden sind, sucht ACT auch an mehreren Positionen der Registrierung ("Run", "Run once", Dateinamenerweiterungshandler, Anwendungspfade usw.) und in Diensten. In der Regel findet ACT bei einer Inventarisierung alle auf dem System installierten bzw. anderweitig vom Benutzer gestarteten Anwendungen. Nach der Bereitstellung des in ACT enthaltenen einfachen Datensammlungspaket-Agents (Data Collection Package, DCP) erkennt ACT die Informationen auf den Windows XP-Arbeitsstationen der Benutzer und sendet die Informationen an die von Ihnen angegebene Netzwerkadresse zurück, verarbeitet anschließend die Daten und meldet die Ergebnisse.

Sehen Sie sich das Video zu Datensammlungspaketen auf der TechNet-Website an: Erstellen von Datensammlungspaketen zum Erzeugen eines Anwendungsbestands

In der folgenden Grafik ist ein Beispiel für einen Anwendungsbestand im Anwendungskompatibilitäts-Manager (Application Compatibility Manager, ACM) dargestellt:

Viele IT-Bereiche verfügen über einen Bestand, auf den sie sich verlassen, und sie möchten nicht unbedingt Agents für ihre Benutzer bereitstellen. Das ist vollkommen verständlich. In diesem Fall ist die Suche nach einzelnen Anwendungen und Geräten mithilfe der Kompatibilitätswebsite für Kunden die optimale Lösung.

Kompatibilitätswebsite für Kunden

Wenn Sie mehr als ungefähr 20 Anwendungen einsetzen, ist die Kompatibilitätswebsite für Kunden wahrscheinlich nicht die beste Option. Microsoft veröffentlicht außerdem auch die folgende Liste bekannter kompatibler Anwendungen, mit denen Sie Ihre Anwendungsbestandsdatenbank abfragen können:

Windows 7-Anwendungskompatibilitätsliste für IT-Experten

Nächste Schritte Nachdem Sie den Bestand umfassend ermittelt haben, sollen sehr wahrscheinlich nicht alle gefundenen Anwendungen von Windows XP in die neue Windows 7-Umgebung übertragen werden. Möglicherweise gibt es auf den Computern der Benutzer fünf verschiedene Medienwiedergabeanwendungen oder acht verschiedene Anwendungen, die PDF-Dateien lesen. Tatsächlich können viele Unternehmen 90 % oder mehr der inventarisierten Anwendungen ausschließen, da sie entweder identisch in ihrer Funktionsweise, hardwarebasiert oder unerwünscht sind. Anhand der in ACT bereitgestellte Filterung kann die Liste reduziert werden.

In der folgenden Grafik ist eine mit dem Umschaltfilter im Anwendungskompatibilitäts-Manager vorgenommene Kategorisierung von Anwendungen dargestellt:

Dies ist wichtig, da es viel einfacher ist, 100 statt 1000 Anwendungen zu testen. Außerdem dauert es oft nur ein paar Stunden, die Bestandsliste zu reduzieren. Ich teste lieber 100 statt 1000 Anwendungen, und ich nehme an, die meisten von Ihnen stimmen mir zu.

Sehen Sie sich ein Video über die Arbeit mit ACT-Bestandslisten auf der TechNet-Website an: Analysieren von Kompatibilitätsdaten, die von Datensammlungspaketen zurückgegeben wurden

Nachdem nun die rationalisierte Liste der Anwendungen und statische Daten von ISVs zu deren Kompatibilität zur Verfügung stehen, steht nun das Testen dieser Anwendungen ohne ISV-Informationen bevor. Sie werden feststellen, dass die meisten Anwendungen unter Windows 7 funktionieren. Dies gilt insbesondere für Anwendungspakete (ISV), die in den letzten drei Jahren veröffentlicht wurden. Die intern entwickelten Anwendungen, die Sie fünf Jahre oder länger verwendet haben, erfordern möglicherweise besondere Aufmerksamkeit. Die größten Probleme, auf die Sie achten sollten, bereiten i. d. R. Anwendungen, die in administrativem Kontext ausgeführt werden und frei über den Computer verfügen können, auf dem sie ausgeführt werden, Anwendungen, die an eine bestimmte Windows-Versionsnummer gebunden sind, oder Webanwendungen, die Internet Explorer 6 benötigen. Wenn Sie bereits Internet Explorer 8 bereitgestellt haben und die Benutzer im Allgemeinen über Standardbenutzerkonten verfügen, müssen Sie nicht allzu viel Arbeit investieren. Weitere Informationen zu den Gründen für mögliche Probleme bei Anwendungen, wenn diese unter Windows 7 ausgeführt werden, finden Sie in der folgenden Anleitung auf der TechNet-Website mit dem Thema: Grundlegendes zur Anwendungskompatibilität.

Nachdem festgestellt wurde, was nicht funktioniert, stehen einige Optionen zur Verfügung, um die Anwendungen funktionsfähig zu machen:

  • Für Anwendungspakete von ISVs besteht die beste Methode darin, eine Anwendung zu suchen, die unter der Version von Windows systemeigen ausgeführt werden kann, unter der Sie diese installieren möchten. Manchmal stehen kostenlose Updates für diese Anwendungen zur Verfügung, und manchmal ist dies nicht der Fall. Wenn Sie die Anwendung wie vom ISV für Windows 7 vorgesehen und getestet verwenden, wird sichergestellt, dass der ISV die Benutzer unterstützen kann und seine Anwendung auf eine Weise ausgeführt wird, die von ihm getestet wurde.

  • Bei intern entwickelten Anwendungen sollten diese am besten neu programmiert werden, damit sie systemeigen ausgeführt werden können. Wenn der Quellcode nicht zur Verfügung steht oder es einen einfachen Patch gibt, kann die Anwendung mithilfe von Kompatibilitätspatches (oder "Shims") ohne Neuprogrammierung ausführbar gemacht werden.

Weitere Informationen zu Shims finden Sie auf der folgenden TechNet-Website: Verwaltung von Shims in einem Unternehmen.

Sehen Sie sich auch das Video zu häufig verwendeten Anwendungsshims an: Minimieren von Anwendungskompatibilitätsproblemen mit häufig verwendeten Kompatibilitätspatches

Wenn Sie eine Anwendung nicht gleich funktionsfähig machen können, sollten Sie noch nicht aufgeben. Wenn Sie alle anderen Optionen ausgeschöpft haben, um die Anwendung systemeigen ausführbar zu machen, können Sie die Anwendung mithilfe von Virtual PC in einer Windows XP-Umgebung ausführen. Virtual PC mit RemoteApp-Integration ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren mittlerweile viel intuitiver für Endbenutzer. Mit Virtual PC können jetzt auf dem Desktop oder im Startmenü des physischen Computers Verknüpfungen mit Anwendungen bereitgestellt werden, die im virtuellen Computer enthalten sind. Außerdem können Anwendungen einzeln gestartet werden, ohne dass dabei der gesamte Windows XP-Desktop verfügbar gemacht wird. Der Kompromiss besteht darin, dass Sie pro Benutzer zwei Betriebssysteme verwalten müssen.

Wenn dies bei Ihnen der Fall ist und Sie über eine verwaltete Umgebung verfügen, sollten Sie sich mit Microsoft Enterprise Desktop Virtualization beschäftigen, damit Sie die virtuelle Umgebung verwalten können. Weitere Informationen finden Sie unter Microsoft Desktop Optimization Pack.

Nachdem Sie alle Anwendungen bearbeitet haben, sprich inventarisiert und rationalisiert sowie Inkompatibilitäten minimiert haben, mögen Sie vielleicht denken, die Arbeit sei erledigt. Nachdem Sie nun wissen, dass alle Anwendungen funktionieren, sollten Sie auch noch herausfinden, wie die Anwendungen automatisiert installiert werden können. Im nächsten Abschnitt werden Methoden behandelt, die zu einem weniger umfangreichen Abbild führen. Wenn Sie jedoch Anwendungen in das Basisbetriebssystemabbild aufgenommen und sektorbasierte Aufzeichnungen von den Datenträgern der Referenzcomputer ausgeführt haben, sollten Sie vielleicht nach Wegen suchen, die Anzahl der Abbilder zu reduzieren, sowie die hardware- und sprachneutralen Vorteile von Windows 7 nutzen, um ein einzelnes Abbild zu erhalten. Um in einer größeren Organisation ein einziges Abbild zu erhalten, müssen in der Regel Anwendungspakete erstellt werden.

Erstellen von Anwendungspaketen

Für manche ist das Erstellen von Anwendungspaketen und das Herausfinden, wie die Installation der Anwendungen automatisiert wird, so einfach wie das Suchen der Befehle des Anbieters für die automatische Installation. Normalerweise sind diese in Installationshandbüchern, Internetforen oder mit dem stets praktischen Befehl "/Hilfe" oder "/? " in der Befehlszeile zu finden.

Für alle intern entwickelten Anwendungen gibt es höchstwahrscheinlich wohl keine Befehle für die automatische Installation. Diese Anwendungen müssen zum ersten Mal oder erneut in ein Paket aufgenommen werden, wenn das Installationspaket nicht mit der neuen Konfiguration funktioniert hat. (Häufig anzutreffende Beispiele sind 16-Bit-Installationsprogramme bei der Übertragung auf ein 64-Bit-Betriebssystem oder Betriebssystemversionsprüfungen in Paketen, die nach der Version 5.1 von Windows suchen.)

Es gibt ein paar Tools, die Ihnen helfen, Windows Installer-Pakete auf möglichst einfache Weise zu erstellen. Diese Tools sind praktisch, da sie in der Regel die normalen Befehle der automatischen Installation von msiexec.exe befolgen. Microsoft Application Virtualization stellt ebenfalls ein Tool zur Verfügung, bei dem es sich im Grunde um einen Paketerstellungsmechanismus mit der Anwendungssequenzierung handelt, mit der es virtuelle Anwendungen erstellt. Weitere Informationen zu diesen Tools finden Sie auf den folgenden Websites:

Sie können das Verpacken bei einigen Anwendungen vermeiden, indem Sie diese nicht in den standardmäßigen Betriebssystem-Buildprozess einschließen und Installationsdateien lokal vorab bereitstellen oder Benutzern über das Netzwerk zur Verfügung stellen. In den Fällen, in denen ohnehin jeder in der Organisation die Anwendung benötigt, können Sie diese Anwendungen auf dem Referenzcomputer installieren und mit ImageX ein benutzerdefiniertes Abbild erstellen. Im nächsten Abschnitt wird erläutert, wie Sie am besten abwägen, wie viele Anwendungen in das benutzerdefinierte Abbild eingeschlossen werden sollten.

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