(0) exportieren Drucken
Alle erweitern

Neues in NTFS

Veröffentlicht: Februar 2010

Betrifft: Windows 7, Windows Server 2008 R2

Welches sind die wichtigsten Änderungen?

Es wurden mehrere Erweiterungen zum Verbessern der Leistung am NTFS-Dateisystem vorgenommen. Die folgenden Änderungen sind in Windows® 7 and Windows Server® 2008 R2 verfügbar:

  • Benachrichtigung über Löschvorgänge für Festkörpergeräte (SSDs), die T10 Trim unterstützen

  • Neue Semantik für opportunistische Sperren (Oplocks) und Einführung von Oplock-Schlüsseln

  • Unterstützung für die Defragmentierung von Metadaten des Dateisystems

  • Verbesserungen der Volumeverkleinerung

  • Möglichkeit, Kurznamen pro Volume zu deaktivieren

  • Verbesserte Parallelität von Leseanforderungen beim Leeren

  • Systemeigene Unterstützung für virtuelle Festplatten

  • Leistungsverbesserungen von Chkdsk

  • Leistungsverbesserung von Robocopy

  • Verbesserungen beim Kopieren lokaler Dateien

Für wen ist diese Funktion interessant?

Diese Änderungen an NTFS sind besonders interessant für IT-Administratoren, die Windows 7 und Windows Server 2008 R2 bereitstellen.

Welche neuen Funktionen stellt NTFS bereit?

In diesem Abschnitt werden die einzelnen Änderungen an NTFS beschrieben.

T10 Trim-Benachrichtigung über Löschvorgänge

In Windows 7 und Windows Server 2008 R2 sendet NTFS jetzt für Speichergeräte, die T10 Trim unterstützen, eine Löschbenachrichtigung an das Gerät, wenn Dateien gelöscht werden. Wenn ein Gerät T10 Trim entsprechend dem Data Set Management-Befehl des ATA-Protokolls unterstützt, sendet NTFS die Benachrichtigung, wenn Dateien gelöscht werden und der Speicher, in dem diese Dateien gesichert sind, sicher gelöscht werden kann. Diese neue Funktion ermöglicht eine bessere Nutzung der Speicherkapazität von Speichergeräten wie Festkörperdatenträgern (SSDs) und verbessert ihre Leistung.

Oplock-Semantik

Opportunistische Sperren (Oplocks) stellen einen Mechanismus bereit, mit dessen Hilfe Dateiserver-Clientcomputer, die die SMB- und SMB 2.0-Protokolle verwenden, die Pufferstrategie für eine Datei oder einen Datenstrom auf einheitliche Weise dynamisch ändern können. Dies verbessert die Leistung und reduziert die Netzwerkverwendung. SMB 2.1 bietet in Windows 7 und Windows Server 2008 R2 mit der Einführung eines neuen Oplock-Leasingmodells für Clients eine bedeutende Leistungsverbesserung des Protokolls. Das neue Leasingmodell bietet mehr Möglichkeiten zur Zwischenspeicherung von Datei- und Datenstromhandles für einen SMB 2.1-Clientcomputer und wahrt gleichzeitig die Datenintegrität. Sie müssen keine Änderungen an aktuellen Anwendungen vornehmen, um diese Funktion zu nutzen.

Eine weitere wichtige Änderung ist die Einführung von Oplock-Schlüsseln, durch die Oplocks nicht pro Handle, sondern pro Client angewendet werden. Immer öfter wenden einzelne Anwendungen mehrere Handles für die gleiche Datei mit unterschiedlichen Zugriffs- oder Freigabemodi an. Beim herkömmlichen Ansatz würde das zweite Öffnen dazu führen, dass die Oplock-Sperre aufgehoben oder herabgestuft wird, sodass der Client Daten nicht mehr effektiv zwischenspeichern kann. Das neue Leasingmodell verhindert, dass Anwendungen ihre Oplocks unterbrechen, und ermöglicht es den Dateien, Zwischenspeicherungsmöglichkeiten zu nutzen. Diese Funktion verringert die gesamten Netzwerk- und Datenträgerlasten.

Unterstützung für die Defragmentierung von Metadaten des Dateisystems

Vor Windows 7 und Windows Server 2008 R2 konnten bestimmte, Benutzerdatendateien zugeordnete Metadaten des Dateisystems (z. B. Analysepunktdaten oder Daten des verschlüsselnden Dateisystems) nicht defragmentiert werden. Durch Erweiterungen des Defragmentierungsmoduls können bestimmte Metadaten des Dateisystems defragmentiert werden. Mit dieser Änderung kann die Leistung von Dateien mit vielen Analysepunkten und residenten Dateien verbessert werden. Zudem kann durch die Volumeverkleinerung mehr Speicherplatz freigegeben werden als zuvor möglich war.

Verbesserungen der Volumeverkleinerung

Durch eine Optimierung der Platzierung unbeweglicher Systemdateien können Volumes besser mit dem Hilfsprogramm zum Verkleinern von Volumes verkleinert werden. Dies führt dazu, dass mehr Speicherplatz freigegeben werden. So müssen Administratoren Daten nicht aus einem Volume verschieben und formatieren, um die aktuelle Partition an der Grenze des freien Speicherbereichs zu teilen.

Möglichkeit, Kurznamen pro Volume zu deaktivieren

Die shortname-Eigenschaft (eine DOS 8.3-Benennungskonvention) kann jetzt individuell pro Volume verwaltet werden. In vorherigen Versionen von Windows konnten Kurznamen nur global deaktiviert werden. Zudem wurde das Befehlszeilenprogramm Fsutil um zusätzliche shortname-bezogene Befehle erweitert. Mit dem Befehlszeilenprogramm können jetzt Kurznamen aus einem Verzeichnis entfernt werden, und die Details der entfernten Dateien und aufgetretenen Fehler werden in einem Protokoll aufgezeichnet. Kurznamen können nach dem Entfernen jedoch nicht automatisch wiederhergestellt werden. Wenn die Verzeichnisstruktur geändert wurde, gibt es keine Garantie, dass die Kurznamen vollständig wiederhergestellt werden. Durch das Deaktivieren und Entfernen von Kurznamen können die Dateierstellung und die Verzeichnisaufzählung in Verzeichnissen mit vielen Dateien deutlich beschleunigt werden.

Verbesserte Parallelität von Leseanforderungen beim Leeren

Vor Windows 7 und Windows Server 2008 R2 musste eine während des Leerens einer Datei gesendete Leseanforderung (über einen Aufruf von FlushFileBuffers) warten, bis die Anforderung zum Leeren abgeschlossen wurde. Um die allgemeine Parallelität im System zu verbessern, unterstützt NTFS jetzt eine gleichzeitige Leseanforderung einer Datei, während zwischengespeicherte Daten von der Anforderung zum Leeren auf dem Datenträger gespeichert werden.

Systemeigene Unterstützung für virtuelle Festplatten

Virtuelle Festplattenlaufwerke (VHD) werden im Allgemeinen von Virtualisierungspaketen wie Microsoft® Virtual PC und Microsoft Hyper-V™-basierten Virtualisierungssystemen verwendet. Erweiterungen der Bereitstellungs- und Startmechanismen und zusätzliche Unterstützung durch mehrere Windows-Komponenten bieten die folgenden Funktionen:

  • Instanzmobilität: Sie können eine Betriebssysteminstanz von einem Computer zu einem anderen migrieren, ohne das Betriebssystem, die konfigurierten Rollen oder Arbeitsauslastungen neu konfigurieren zu müssen.

  • VHD-Verwaltung für mehrere Instanzen: Auf nur einem Computer können mehrere Instanzen von Betriebssystemen verwaltet werden, ohne Änderungen an der Datenträgerpartitionierung vornehmen zu müssen. Typische Verwendungsbeispiele sind ein einfacheres Failover von Betriebssystemabbildern und die Fähigkeit eines Servers, Arbeitsauslastungen zu ändern.

  • Zentralisierte Bereitstellung: Durch das Starten von nur einem zentralen Abbild kann der Bereitstellungs- und Einführungsprozess deutlich vereinfacht werden.

  • Offlinewartung von Computerabbildern: Sie können eine Offlinewartung eines Computers ausführen, indem Sie das Abbild patchen, anstatt die virtuelle Festplatte zur Wartung online zu schalten.

  • Sicherung: Sie können über die Windows Server-Sicherung Starts von einem Sicherungsabbild ausführen.

Leistungsverbesserungen von Chkdsk

Die in Windows Server 2008 R2 am Befehlszeilentool Chkdsk vorgenommenen Erweiterungen beschleunigen die Ausführung von Chkdsk und verbessern so die Verfügbarkeit von Volumes. Chkdsk wird entsprechend dem im System verfügbaren Arbeitsspeicher skaliert. Die Ausführung von Chkdsk auf einem Server unter Windows Server 2008 R2 ist bedeutend schneller als auf einem Server unter Windows Server 2008 oder Systemen mit ähnlichen Konfigurationen.

Leistungsverbesserung von Robocopy

Das Kopierhilfsprogramm Robocopy wurde erweitert, um Multithread-Kopien zu ermöglichen. Da mehrere Threads geöffnet werden, um einen gleichzeitigen Kopiervorgang auszuführen, werden Remoteübertragungsraten und Übertragungsraten mit hoher Latenz erheblich verbessert, wodurch der gesamte Datendurchsatz erhöht wird.

Verbesserungen beim Kopieren lokaler Dateien

Optimierungen im Arbeitsspeicher und Cache-Manager ermöglichen Verbesserungen beim Kopieren lokaler Dateien. Die Dateikopierzeiten für kleine, mittelgroße und große Dateien (größer als 8 MB) wurden reduziert. Die größte Verbesserung ist bei mittelgroßen und großen Dateien festzustellen (abhängig von der Art des Dateisatzes, des Speichers und der Arbeitsspeichersubsysteme).

Welche Einstellungen wurden hinzugefügt oder geändert?

Registrierungseinstellungen

 

Einstellungsname Ort Früherer Standardwert (sofern vorhanden) Standardwert Mögliche Werte

NtfsDisable8dot3NameCreation

HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\FileSystem

0

2

0, 1, 2, 3

DisableDeleteNotification

HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\FileSystem

0

0

0, 1

 

Gruppenrichtlinieneinstellungen

 

Einstellungsname Ort Früherer Standardwert (sofern vorhanden) Standardwert Mögliche Werte

Optionen für die Erstellung von Kurznamen

Computerkonfiguration\Administrative Vorlagen\System\Filesystem\NTFS

Nicht konfiguriert (durch die Registrierung gesteuert)

Nicht konfiguriert (durch die Registrierung gesteuert)

Für alle Volumes aktiviert

Für alle Volumes deaktiviert

Pro Volume aktiviert oder deaktiviert

Für alle Datenvolumes deaktiviert

Verschlüsselung der NTFS-Auslagerungsdatei aktivieren

Computerkonfiguration\Administrative Vorlagen\System\Filesystem\NTFS

Nicht konfiguriert (durch die Registrierung gesteuert)

Nicht konfiguriert (durch die Registrierung gesteuert)

Aktiviert

Deaktiviert

Keine Komprimierung auf NTFS-Volumes zulassen

Computerkonfiguration\Administrative Vorlagen\System\Filesystem\NTFS

Nicht konfiguriert (durch die Registrierung gesteuert)

Nicht konfiguriert (durch die Registrierung gesteuert)

Aktiviert

Deaktiviert

Keine Verschlüsselung auf NTFS-Volumes zulassen

Computerkonfiguration\Administrative Vorlagen\System\Filesystem\NTFS

Nicht konfiguriert (durch die Registrierung gesteuert)

Nicht konfiguriert (durch die Registrierung gesteuert)

Aktiviert

Deaktiviert

Benachrichtigungen über Löschvorgänge für alle Volumes deaktivieren

Computerkonfiguration\Administrative Vorlagen\System\Filesystem

Nicht konfiguriert (durch die Registrierung gesteuert)

Nicht konfiguriert (durch die Registrierung gesteuert)

Aktiviert

Deaktiviert

In welchen Editionen ist diese Funktion enthalten?

Diese Funktion ist in allen Editionen von Windows 7 und Windows Server 2008 R2 enthalten.

Ist die Funktion sowohl in der 32-Bit-Version als auch der 64-Bit-Version erhältlich?

Ja, Änderungen an NTFS sind in 32-Bit- und 64-Bit-Versionen verfügbar.

Weitere Verweise

Weitere Informationen zu neuen 8dot3NameCreation-Registrierungseinstellungen finden Sie unter NtfsDisable8dot3NameCreation im Windows Server TechCenter ("http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=182069", möglicherweise in englischer Sprache).

Fanden Sie dies hilfreich?
(1500 verbleibende Zeichen)
Vielen Dank für Ihr Feedback.

Community-Beiträge

HINZUFÜGEN
Anzeigen:
© 2014 Microsoft