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Anwenden bewährter Konfigurationsmethoden für virtuelle SharePoint 2013-Computer und Hyper-V-Umgebung

 

Gilt für: SharePoint Server 2013, SharePoint Foundation 2013

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2014-03-10

Zusammenfassung: Befolgen Sie die Empfehlungen für bewährte Methoden, um die virtuellen SharePoint 2013-Computer und die Windows Server 2008 Hyper-V-Infrastruktur zu konfigurieren.

Nachdem Sie einen ausführlichen Architekturentwurf und die Systemspezifikationen erstellt haben, können Sie die virtuelle Umgebung für die SharePoint 2013-Farm installieren und konfigurieren. Um die Leistungs- und Kapazitätsziele zu erreichen, die Sie in Ihrem ausführlichen Entwurf und den Systemspezifikationen festgelegt haben, müssen Sie über eine korrekt konfigurierte virtuelle Umgebung verfügen. Ein oder mehrere schlecht konfigurierte virtuelle Computer oder Virtualisierungshosts können die Leistung erheblich beeinträchtigen.

In diesem Artikel werden Windows Server 2008 Hyper-V-Technologie-Konfigurationsoptionen und deren potenzielle Auswirkung auf die Leistung des Virtualisierungshostcomputers, der virtuellen Computer und der SharePoint 2013-Farm im Allgemeinen erläutert. Wichtige Entscheidungspunkte und bewährte Konfigurationsmethoden bieten eine Hilfe beim Einrichten der virtuellen Umgebung.

WichtigWichtig:
Beim Einrichten und Konfigurieren einer Hyper-V-Umgebung steht eine breite Spanne an Funktionen und Installationsoptionen zur Verfügung. Die Messungen konzentrieren sich auf Tests und Anleitungen für Funktionen und Konfigurationen, die messbare Vorteile bieten, und berücksichtigen bekannte Leistungsmerkmale von Serverrollen in einer SharePoint-Produkte-Farm.

Inhalt dieses Artikels:

Wir empfehlen die Verwendung eines Bottom-Up-Ansatzes zum Konfigurieren der Hyper-V-Umgebung für die SharePoint 2013-Farm. Starten Sie mit der Hyper-V-Hostcomputerkonfiguration und machen Sie dann weiter bis zur virtuellen Ebene, um die virtuellen Netzwerkkomponenten und die virtuellen Computer zu konfigurieren.

Bevor Sie die Hyper-V-Umgebung installieren und konfigurieren, sollten Sie die folgenden Artikel lesen:

Mehrere Aspekte in Bezug auf die Konfiguration einer virtuellen Umgebung, die hier nicht genauer erläutert werden, sind in separaten Artikeln dokumentiert. Ausführliche Informationen zu den folgenden Themen sind nicht Gegenstand dieses Artikels:

  • Geschäftskontinuitätsmanagement (hohe Verfügbarkeit und Notfallwiederherstellung) für eine virtuelle Umgebung

  • Sichern einer virtuellen Umgebung (Optionen und bewährte Methoden)

Beim Installieren und Konfigurieren der Virtualisierung für eine SharePoint 2013-Farm hat jede Konfigurationsoption, die Sie auswählen und implementieren, Auswirkungen auf alle anderen Teile der virtuellen Umgebung. Ihr primäres Ziel ist das Erreichen erwünschter Folgen und positiver Effekte. Dazu müssen Sie die Interaktion zwischen der virtuellen und der physischen Umgebung sowie die inhärenten Einschränkungen kennen. Außerdem müssen Sie die Richtlinien der bewährten Methoden befolgen, wenn Sie die virtuelle Farm einrichten.

Vor dem Installieren und Konfigurieren der virtuellen Umgebung müssen Sie als Erstes sicherstellen, dass die neueste Version von Hyper-V Best Practices Analyzer (BPA) installiert ist. Sie können dieses Update von Update für Best Practices Analyzer für HYPER-V für Windows Server 2008 R2 x64 Edition (KB977238) herunterladen.

Mit Hyper-V Best Practices Analyzer können Sie einen Server überprüfen, auf dem die Hyper-V-Rolle ausgeführt wird, und Konfigurationen identifizieren, die nicht den bewährten Methoden von Microsoft für diese Rolle entsprechen. BPA überprüft die Konfiguration des physischen und des virtuellen Computers sowie andere Ressourcen wie virtuelle Netzwerke und virtueller Speicher. Beim Ausführen der Überprüfung werden keine Änderungen an der Konfiguration vorgenommen.

In den Ergebnissen der Überprüfung werden die folgenden Informationen angezeigt:

  • Eine Liste der Probleme, die nach Schweregrad sortiert werden kann

  • Empfohlene Korrekturen für Probleme

  • Links zu Anweisungen

Die bewährten Methoden in der folgenden Tabelle erläutern mehrere Aspekte von Visualisierung und sind nicht notwendigerweise auf eine bestimmte Visualisierungstechnologie beschränkt.

HinweisHinweis:
Terminologie für Hyper-V-Partitionen
Hyper-V bietet drei Typen von Partitionen: die Stammpartition, die übergeordnete Partition und die untergeordnete Partition. Jede Partition verfügt über spezifische Ressourcen (Speicher und Prozessor) und Richtlinien für die Gerätenutzung. Die Stammpartition ist die ursprüngliche Partition und startet den Hypervisor. Die übergeordnete Partition ruft den Hypervisor auf, um das Erstellen neuer untergeordneter Partitionen, die virtuellen Computer, anzufordern.

Richtlinien der bewährten Methoden für die Virtualisierung

Bewährte Methode Beschreibung

Sorgen Sie für ausreichend freien Speicherplatz für die Hyper-V-Partitionen.

Berechnen Sie die gesamte Speicherbeanspruchung für alle virtuellen Computer auf dem Host, und stellen Sie sicher, dass genügend Speicherplatz zur Verfügung steht, um die Anforderungen der Hyper-V-Partitionen zu erfüllen.

WichtigWichtig:
Für virtuelle SharePoint-Produkte-Computer werden mindestens 4 GB RAM bei Hostcomputervorgängen empfohlen.

Verwenden Sie die übergeordnete Partition nicht für andere Dienste als Hyper-V.

Führen Sie auf der übergeordneten Partition keine zusätzlichen Rollen oder Dienste aus. Führen Sie diese stattdessen auf den virtuellen Computern aus, da die übergeordnete Partition für die Planung differenziert ist.

Speichern Sie Hostcomputer-Systemdateien nicht auf Festplatten, die für die Hyper-V-Speicherung verwendet werden.

Speichern Sie zum Eindämmen von Datenträgerkonflikten Systemdateien (z. B. "Pagefile.sys") nicht auf Festplatten, die für das Speichern von Daten von virtuellen Computern reserviert sind.

Verwenden Sie mindestens zwei physische Netzwerkadapter.

Um die Netzwerkverwaltung und -leistung zu verbessern, reservieren Sie einen Adapter für den Netzwerkdatenverkehr der virtuellen Computer, und verwenden Sie den anderen Adapter für den Netzwerkdatenverkehr des Virtualisierungshosts.

Überzeichnen Sie nicht die CPU auf dem Virtualisierungshostcomputer.

Überprüfen Sie das unterstützte Verhältnis von virtuellen Prozessoren pro logischem Prozessor, und vermeiden Sie ein Überzeichnen der Hostcomputer-CPU. Das optimale Verhältnis von virtuellem zu logischem Prozessor ist 1:1. Weitere Informationen finden Sie unter Konfigurieren des Prozessors für die virtuellen Computer.

Überschreiten Sie keine NUMA-Grenzwerte (Non-Uniform Memory Access).

Hyper-V erstreckt sich über NUMA-Knoten, um physischen Speicherplatz einem virtuellen Computer zuzuweisen; allerdings wird dadurch die Leistung auf dem virtuellen Computer verringert. Weitere Informationen finden Sie unter Konfigurieren des Speichers für die virtuellen Computer

Verwenden Sie keine Momentaufnahmen in einer Produktionsumgebung.

Verwenden Sie keine Momentaufnahmen für die virtuellen Computer in einer SharePoint-Produkte-Produktionsumgebung. Wenn Sie eine Momentaufnahme erstellen, erstellt Hyper-V ein neues sekundäres Laufwerk für den virtuellen Computer. Schreibvorgänge erfolgen auf dem neuen Laufwerk und Lesevorgänge erfolgen auf beiden Laufwerken. Dies hat dieselben Auswirkungen auf ein Netzwerk wie ein differenzierender Datenträger. Jede Momentaufnahme, die Sie hinzufügen, verringert die Leistung noch mehr.

Wenn Sie den Hyper-V-Hostcomputer konfigurieren, sollten Sie die folgenden Konfigurationsoptionen und bewährten Methoden in Betracht ziehen:

  • Schließen Sie die Fenster für die Verwaltung des Betriebssystems.

    Hyper-V-Manager-Sitzungen und Sitzungen der Anwendung "Verbindung mit virtuellen Computern" verbrauchen Ressourcen. Beispielsweise veranlasst Hyper-V-Manager die Windows Management Instrumentation (WMI)-Aktivität in der übergeordneten Partition. Durch Schließen des Managers für "Verbindung mit virtuellen Computern" wird die Videoemulation deaktiviert und dadurch die Quelle des Ressourcenverbrauchs eliminiert.

  • Vermeiden Sie die Ausführung von Programme wie Antivirensoftware auf der übergeordneten Partition.

    Wenn diese erforderlich sind, führen Sie sie auf der untergeordneten Partition aus.

  • Verwenden Sie Hardware, die Second Level Address Translation (SLAT) unterstützt.

    SLAT ist für Virtualisierung optimierte Hardware, die die Leistung von virtuellen Computern verbessert. Sie verringert außerdem die Verarbeitungslast auf dem Windows-Hypervisor. Weitere Informationen finden Sie unter Hyper-V: Liste mit SLAT-kompatiblen CPUs für Hosts.

  • Wenn Ihre Hardware Hyper-Threading unterstützt, aktivieren Sie es.

    Hyper-Threading teilt die CPU-Pipeline in zwei Teile. Dadurch wirkt ein einzelner Kern wie zwei Kerne.

Hyper-V bietet den Umfang an Netzwerkrobustheit und Konfigurationsoptionen, den Sie in einer physischen Netzwerkumgebung erwarten. Allerdings bestehen einige Beschränkungen, da es sich hier um virtuelle Geräte handelt.

Wir empfehlen als Vorbereitung auf die Installation und Konfiguration virtueller Netzwerke die folgende Dokumentation als Referenz.

Sie können ein virtuelles Hyper-V -Netzwerk erstellen und konfigurieren, bevor Sie virtuelle Computer installieren und konfigurieren. Außerdem können Sie mehr als ein virtuelles Netzwerk auf einem Hyper-V-Hostcomputer erstellen.

HinweisHinweis:
Sie können nicht mehr als ein virtuelles Netzwerk auf einem Hyper-V-Hostcomputer erstellen, wenn auf dem Computer eine Server Core-Installation von Windows Server 2008 oder Windows Server 2008 R2 ausgeführt wird.

Hyper-V stellt drei Typen von virtuellen Netzwerken bereit, die Sie für virtuelle Computer konfigurieren können. Die folgende Tabelle enthält eine Zusammenfassung dieser virtuellen Netzwerke und der jeweiligen Merkmale.

Typen von virtuellen Netzwerken

Typ Beschreibung

Extern

Stellt einen Kommunikationslink zwischen virtuellen Computern und einem physischen Netzwerk bereit, indem eine Verknüpfung mit einem physischen Netzwerkadapter auf dem Hostcomputer erstellt wird. Reservieren Sie einen physischen Netzwerkadapter für diesen Netzwerktyp.

Aus Sicherheitsgründen können Sie den Datenverkehr zwischen virtuellen Computern und anderen Computern auf dem physischen Netzwerk isolieren, indem Sie die Einstellung Gemeinsames Verwenden dieses Netzwerkadapters für das Verwaltungsbetriebssystem zulassen deaktivieren. Sie können aber keine Remoteverbindung zum Verwaltungsbetriebssystem herstellen.

Intern

Stellt einen Kommunikationslink zwischen dem Hostcomputer und den virtuellen Computern bereit. Dies bietet ein gewisses Maß an Isolation vom externen Netzwerkdatenverkehr und wird in der Regel in einer Testumgebung verwendet, in der Sie mithilfe des Verwaltungsbetriebssystems eine Verbindung zu virtuellen Computern herstellen möchten.

Privat

Stellt einen Kommunikationslink zwischen den virtuellen Computern bereit Diese sind vollständig vom Hostcomputer isoliert. Dieser Typ von virtuellem Netzwerk wird oft zum Festlegen isolierter Testdomänen verwendet.

WichtigWichtig:
In einem Szenario, bei dem zwei interne (oder private) virtuelle Netzwerke in Hyper-V erstellt werden und zwei virtuelle Computer auf einem separaten IP-Subnetz erstellt werden, können diese virtuellen Computer nicht miteinander kommunizieren. Da der virtuelle Switch auf Ebene 2 des ISO/OSI-Netzwerkmodells ausgeführt wird, muss ein Router vorhanden sein, um ein Routing auf einer höheren Ebene zu erreichen.

Nach Erstellen eines virtuellen Netzwerks können Sie den Bereich der MAC-Adressen (Media Access Control) angeben, die virtuellen Netzwerkadaptern automatisch zugewiesen werden. In Hyper-V können Sie statische MAC-Adressen für Adapter bereitstellen, um Kollisionen im Netzwerk zu vermeiden.

TippTipp:
Der Blogbeitrag von John Howard, Hyper-V: Zuweisung von MAC-Adressen und offenkundige Netzwerkprobleme, die MAC-Kollisionen verursachen können bietet eine sehr gute Erklärung der Zuweisung von MAC-Adressen und Netzwerkprobleme in diesem Zusammenhang.

Windows Server 2008 R2 fügt die Option zum Konfigurieren von Spoofing von MAC-Adressen (Spoofing von MAC-Adressen aktivieren) zu den Einstellungen für den virtuellen Netzwerkadapter hinzu. Weitere Informationen finden Sie unter Konfigurieren von Spoofing von MAC-Adressen für virtuelle Netzwerkadapter.

Im Hinblick auf die Leistung kann durch die Möglichkeit, virtuelle lokale Netzwerke (Virtual Local Area Networks, VLANs) zu erstellen, eine Leistungsverbesserung erzielt werden. Da virtuelle Computer im gleichen VLAN über den virtuellen Switch kommunizieren können, ist der Netzwerkdatenverkehr schneller, da der physische Netzwerkadapter nicht verwendet werden muss. Ein weiterer Vorteil einer VLAN-Konfiguration besteht darin, dass ein virtueller Computer softwarebasiert ist und deshalb problemlos zwischen Hosts verschoben werden kann und dabei die Netzwerkkonfiguration beibehält.

Wenn Sie virtuelle LAN-Identifizierung für das Verwaltungsbetriebssystem aktivieren, können Sie einen VLAN-Bezeichner (ID) zuweisen. Dies ist eine ganze Zahl, mit der ein Knoten eindeutig identifiziert wird, der zu einem bestimmten VLAN gehört. Wenn Sie ein virtuelles LAN-Feature und eine VLAN-ID verwenden, beachten Sie Folgendes:

  • Die physischen Adapter müssen VLAN-Tagging unterstützen, und dieses Feature muss aktiviert sein.

  • Legen Sie die VLAN-ID entweder für den virtuellen Switch oder für den Netzwerkadapter – statt für den physischen Adapter – des virtuellen Computer fest.

  • Sie können nur eine VLAN-ID auf dem virtuellen Switch zuweisen.

Hyper-V bietet zwei Arten von virtuellen Netzwerkadaptern, die Sie für einen virtuellen Computer konfigurieren können: ein Netzwerkadapter und ein älterer Netzwerkadapter.

  • Ein Netzwerkadapter, auch synthetischer Adapter, ist die bevorzugte Option für die meisten Konfigurationen von virtuellen Computern. Der Treiber für diesen Adapter ist in den Integrationsdiensten enthalten, die mit dem Windows Server 2008 R2-Gastbetriebssystem installiert werden.

  • Mit einem älteren Adapter wird ein Intel 21140-basierter PCI-Fast-Ethernet-Adapter emuliert, wodurch sich eine geringere Datenübertragung als beim Netzwerkadapter ergibt. Ein älterer Netzwerkadapter unterstützt außerdem netzwerkbasierte Installationen, da dieser die Pre-Boot Execution Environment (PXE) starten kann.

Sofern Sie nicht einen älteren Adapter verwenden müssen, bis Sie den Treiber für den virtuellen Computer installieren können, oder einen Netzwerkstart ausführen müssen, wird empfohlen, einen virtuellen Computer mit einem Netzwerkadapter zu konfigurieren. Wenn Sie einen älteren Adapter für eine Netzwerkinstallation verwenden müssen, können Sie jederzeit später einen Netzwerkadapter hinzufügen und dann den älteren Adapter löschen.

NIC-Teaming ist der Prozess des Gruppierens mehrerer physischer NICs in eine logische NIC, die für Netzwerkfehlertoleranz und Übertragungslastenausgleich verwendet werden kann. Das Gruppieren von NICs wird Teaming genannt. Teaming hat zwei Ziele:

  • Fehlertoleranz. Das Teaming von mehr als einer physischen NIC in eine logische NIC maximiert die hohe Verfügbarkeit. Selbst wenn eine NIC ausfällt, bleibt die Netzwerkverbindung bestehen und wird über andere NICs aufrechterhalten.

  • Lastenausgleich. Ein Ausgleich der Auslastung durch Netzwerkdatenverkehr auf einem Server kann die Funktionalität des Servers und des Netzwerks erweitern. Der Lastenausgleich innerhalb von NIC-Teams (Network Interconnect Controller) ermöglicht das Verteilen von Datenverkehr unter den Mitgliedern eines NIC-Teams, damit der Datenverkehr über alle verfügbaren Pfade weitergeleitet wird.

HinweisHinweis:
Bei Windows Server 2008 Service Pack 2 (SP2) und Windows Server 2008 R2 gibt es keine Einschränkungen in Bezug auf das NIC-Teaming und das Feature für Failoverclustering. In Windows Server 2008 ist der virtuelle Adapter des Microsoft- Failoverclusters kompatibel mit NIC-Teaming und ermöglicht dessen Verwendung für jede Netzwerkschnittstelle in einem Failovercluster.

Windows Server 2008 R2 fügt wichtige neue Funktionen hinzu, die Sie in Ihrer Hyper-V-Umgebung verwenden sollten, wenn Ihre Server- und Netzwerkhardware diese unterstützt. Dazu sollten Sie folgenden Netzwerkoptionen in Betracht ziehen:

  • Abladung großer Sendungen (LSO, Large Send Offload) und Prüfsummenabladung (CSO, Checksum Offload). Die virtuellen Netzwerke in Hyper-V unterstützen LSO und CSO. Außerdem wird, wenn Ihre physischen Netzwerkadapter diese Funktionen unterstützen, der virtuelle Datenverkehr bei Bedarf auf das physischen Netzwerk abgeladen. Die meisten Netzwerkadapter unterstützen LSO und CSO.

  • Großrahmen. Bei Windows Server 2008 R2 werden die Verbesserungen an Großrahmen zusammengeführt, damit sechs Mal soviel Nutzlast pro Paket unterstützt wird. Dadurch werden der Gesamtdurchsatz gesteigert und die CPU-Auslastung für große Dateiübertragungen reduziert. Physische Netzwerke und virtuelle Netzwerke unterstützen Großrahmen. Dies gilt auch für Switches und Adapter.

    HinweisHinweis:
    Bei physischen Netzwerken muss außerdem für die gesamte dazwischenliegende Netzwerkhardware wie Switches die Unterstützung von Großrahmen aktiviert sein.
  • TCP-Chimney. Damit können virtuelle NICs in untergeordneten Partitionen TCP-Verbindungen an physische Adapter abgeladen werden, die dies unterstützen. So werden die CPU-Auslastung und andere Beanspruchungen reduziert.

  • Warteschlange für virtuelle Computer (VMQ, Virtual Machine Queue). VMQ verbessert den Netzwerkdurchsatz, indem es den Netzwerkdatenverkehr für mehrere virtuelle Computer auf mehrere Prozessoren verteilt. Dieser Prozess reduziert die Prozessorauslastung, indem die Paketklassifizierung auf die Hardware abgeladen wird und sowohl Netzwerkdatenkopien als auch Routesuche auf Übertragungspfaden vermieden werden. VMQ ist kompatibel mit den meisten anderen Aufgabenabladungen und kann parallel mit der Abladung großer Sendungen und Großrahmen verwendet werden.

Obwohl Hyper-V mehrere Gastbetriebssysteme unterstützt, erfordert SharePoint 2013 die 64-Bit-Edition von Windows Server 2008 R2 Service Pack 1 (SP1) Standard, Enterprise oder Data Center. Weitere Details zu unterstützten Gastbetriebssystemen finden Sie unter Informationen zu virtuellen Computern und Gastbetriebssystemen

Hyper-V bietet zahlreiche Konfigurationsoptionen, und Sie können eine Konfiguration, die Menge an Speicherplatz zum Beispiel, ändern, nachdem der virtuelle Computer als ein SharePoint-Produkte-Farmserver ausgeführt wird. Beim Ändern der Konfiguration eines virtuellen Computers muss dieser außer beim Hinzufügen eines virtuellen Festplattenlaufwerks für einen SCSI-Controller immer heruntergefahren werden.

Konfigurieren Sie jeden virtuellen Computer den Anforderungen in Ausführliche Entwurfs- und Systemspezifikationsverfahren für eine virtuelle SharePoint 2013-Farm entsprechend. Konfigurieren Sie für jeden virtuellen Computer Folgendes:

  • Die BIOS-Einstellung zum Festlegen der Startreihenfolge (älterer Netzwerkadapter, CD, IDE-Datenträger oder Diskette)

  • Die Menge des Arbeitsspeichers

  • Die Anzahl der virtuellen Prozessoren

  • Den Typ und die Anzahl der Controller

  • Den Typ und die Anzahl der Festplatten

  • Den Typ und die Anzahl der Netzwerkadapter

Zusätzlich zu den zuvor genannten Konfigurationsoptionen haben Sie die Möglichkeit, ein DVD-Laufwerk, COM-Anschlüsse und eine virtuelle Diskette zu konfigurieren.

Im Hinblick auf SharePoint-Produkte gelten die primären Konfigurationsüberlegungen dem Speicher, dem Prozessor und den Festplatten.

Konfigurieren Sie den Speicher auf einem virtuellen Computer so, wie Sie dies normalerweise auch für eine Anwendung tun würden, die auf einem physischen Server ausgeführt wird. Die Speicherzuordnung muss ausreichend sein, um die Auslastung zu normalen und zu Spitzenzeiten gut bewältigen zu können. Bei virtuellen SharePoint-Computern ist nicht genügend Arbeitsspeicher der Hauptgrund für Leistungsprobleme.

Berechnen Sie vor dem Installieren und Konfigurieren der virtuellen Computer auf einem Hyper-V-Hostcomputer, wie viel Speicherplatz für den virtuellen Computer verfügbar ist. Die Stammpartition benötigt genügend Speicher, um Dienste wie etwa E/A-Virtualisierung und Verwaltungsfunktionen zur Unterstützung der untergeordneten Partitionen bereitstellen zu können. Für SharePoint-Produkte werden mindestens 4 GB RAM für anfallende Lasten auf einem Hyper-V Virtualisierungshostcomputer empfohlen.

Wenn Sie die Reserve von 4 GB RAM für den Virtualisierungshost berücksichtigt haben, konfigurieren Sie die virtuellen Computer so, dass sie den verbleibenden Arbeitsspeicher belegen.

Dynamischer Arbeitsspeicher

Windows Server 2008 R2 SP1 bietet die Option, dynamischen Arbeitsspeicher (mit einem Mindest- und einem Höchstwert) für virtuelle Computer zu konfigurieren.

Für virtuelle Computer, die in einer SharePoint 2013-Umgebung ausgeführt werden, wird diese Option nicht unterstützt. Dies liegt daran, dass diese Implementierung von dynamischen Arbeitsspeicher nicht mit jedem SharePoint-Feature verwendet werden kann. Bei den Features "Verteilter Cache" und "Suche" beispielsweise werden deren Zwischenspeicher nicht in der Größe angepasst, wenn der einem virtuellen Computer zugeordnete Arbeitsspeicher dynamisch geändert wird. Dies kann zu Leistungseinbußen führen, insbesondere wenn der zugewiesene Arbeitsspeicher reduziert wird.

NUMA (Non-Uniform Memory Access, uneinheitlicher Speicherzugriff)

Ein sehr wichtiger Aspekt bei der Konfiguration des Arbeitsspeichers für virtuelle Computer ist NUMA, der uneinheitliche Speicherzugriff. NUMA ist ein Speicherdesign, das den Speicherzugriff beschleunigt, indem der physische Speicher partitioniert wird, sodass jeder Prozessor in einer Mehrfach-CPU über seinen eigenen Arbeitsspeicher verfügt. So verfügt z. B. in einem System mit 8 Kernen und 32 GB RAM jeder Kern oder Knoten über 4 GB physischen Speicher. Wenn ein virtueller Computer für die Belegung von 8 GB RAM konfiguriert ist, muss das System Speicherplatz in einem anderen Knoten belegen. Da ein Übersteigen des NUMA-Grenzwerts die virtuelle Leistung um bis zu 8 % senken kann, besteht die bewährte Methode darin, einen virtuellen Computer so zu konfigurieren, dass er die Ressourcen aus einem einzelnen NUMA-Knoten nutzt. Weitere Informationen zu NUMA finden Sie in den folgenden Artikeln:

Sie können mehrere virtuelle Prozessoren für einen virtuellen Computer konfigurieren (maximal vier Prozessoren). Die Anzahl der Prozessoren, die pro virtuellem Computer konfiguriert sind, darf die Anzahl der logischen Prozessoren (Kerne) des Virtualisierungshosts nicht übersteigen. Bei einem physischen Server mit zwei Kernen beispielsweise können maximal zwei virtuelle Prozessoren pro virtuellem Computer konfiguriert werden. Obwohl von Hyper-V bis zu acht virtuelle Prozessoren pro Kern oder Thread unterstützt werden, gilt eine Konfiguration in diesem Verhältnis (1 logischer Prozessor zu 8 virtuellen Prozessoren) als überzeichnet. Für virtuelle Computer, die in einer SharePoint 2013-Farm verwendet werden, wird ein Verhältnis von 1:1 empfohlen. Eine Überzeichnung der CPU des Virtualisierungshosts kann jedoch je nach Ausmaß der Überzeichnung die Leistung beeinträchtigen. Weitere Informationen finden Sie unter Dichte von virtuellen Hyper-V-Computern, VP:LP-Verhältnis, Kerne und Threads

Sie können zwei Controlleroptionen und mehrere Festplattenkonfigurationen für einen virtuellen Computer verwenden. Lesen Sie vor dem Konfigurieren des Speichers für die virtuellen Computer die folgenden Beiträge von Jose Barreto, einem Mitglied des Dateiserverteams von Microsoft, durch.

Sie können für virtuelle Computer wie folgt zwischen Integrated Device Electronics- oder SCSI-Geräten auswählen:

  • IDE-Geräte: In Hyper-V werden emulierte Geräte mit IDE-Controllern verwendet. Sie können bis zu zwei IDE-Controller mit jeweils zwei Datenträgern verwenden. Der Startdatenträger (auch "Startdiskette" genannt) muss mit einem der IDE-Geräte verbunden sein. Der Startdatenträger kann eine virtuelle Festplatte oder ein physischer Datenträger sein. Obwohl bei einem virtuellen Computer ein IDE-Gerät als Startdatenträger zum Starten des Gastbetriebssystems verwendet werden muss, stehen Ihnen bei der Auswahl des physischen Geräts für die Speicherung des IDE-Geräts zahlreiche Optionen zur Verfügung.

  • SCSI-Geräte: Für jeden virtuellen Computer werden bis zu 256 SCSI-Datenträger unterstützt (vier SCSI-Controller, die jeweils bis zu 64 Datenträger unterstützen). Für SCSI-Controller wird ein Gerätetyp verwendet, der speziell für die Verwendung mit virtuellen Computern entwickelt wurde und über den Bus des virtuellen Computers kommuniziert. Der Bus des virtuellen Computers muss verfügbar sein, wenn das Gastbetriebssystem gestartet wird. Daher können virtuelle Festplatten, die mit SCSI-Controllern verbunden sind, nicht als Startdatenträger verwendet werden.

    HinweisHinweis:
    Physische SCSI-Geräte bieten in der Regel eine bessere E/A-Leistung als physische IDE-Geräte. Bei virtualisierten SCSI- und IDE-Geräten in Hyper-V ist dies jedoch nicht der Fall. Die Unterstützung für im laufenden Betrieb austauschbare Festplattenlaufwerke, die von der SCSI-Implementierung in Hyper-V unterstützt wird, ist ein besserer Grund für die Auswahl von SCSI-Laufwerken als Leistungsgewinne.

Die mit Windows Server 2008 R2 veröffentlichte Version von Hyper-V bietet deutliche Verbesserungen bei der Leistung der virtuellen Festplatten. Weitere Informationen finden Sie unter Leistung von virtuellen Festplatten: Windows Server 2008 / Windows Server 2008 R2 / Windows 7. Eine Zusammenfassung der Optionen für Laufwerke virtueller Computer finden Sie im Abschnitt über das Auswählen des Hyper-V- und VHD-Speichercontainerformats unter "Leistung von virtuellen Festplatten: Windows Server 2008 / Windows Server 2008 R2 / Windows 7".

Hyper-V unterstützt viele Speicheroptionen. Weitere Informationen zu Speicheroptionen finden Sie unter Planen der Datenträger und der Speicherung.

Bei einem Server, auf dem Hyper-V ausgeführt wird, können die folgenden Typen von physischem Speicher verwendet werden:

  • DAS (Direct-Attached Storage): Sie können SATA (Serial Advanced Technology Attachment), eSATA (external Serial Advanced Technology Attachment), PATA (Parallel Advanced Technology Attachment), SAS (Serial Attached SCSI), SCSI, USB und Firewire verwenden.

  • SAN (Storage Area Network): Sie können die Technologien Internet SCSI (iSCSI), Fibre Channel und SAS verwenden.

Weitere Informationen finden Sie unter Konfigurieren von Pass-Through-Datenträgern in Hyper-V.

Es gibt keine allgemeine Speicherlösung für jede virtuelle Umgebung. Die Auswahl der optimalen Option für das Laufwerk des virtuellen Computers für Server mit SharePoint 2013 erfordert Recherchen und umfassende Tests, um die beste Speicherlösung für die virtuelle Umgebung zu implementieren. Bei der Auswahl einer Speicherlösung müssen Sie die Zugriffsleistung, die Speicheranforderungen und den Speicherbedarf für die erweiterte Zwischenspeicherung von virtuellen Festplattenabbildern berücksichtigen.

In einer Hyper-V-Umgebung können Sie die Konfiguration des virtuellen Netzwerks und die Konfiguration der einzelnen virtuellen Computer angeben. Außerdem können Sie die Interaktion der einzelnen virtuellen Computer mit dem Hyper-V-Hostcomputer konfigurieren und auch das Verhalten des virtuellen Computers beim Beenden und Neustarten, wenn der Ausführungszustand des virtuellen Computers unterbrochen wird.

Hyper-V enthält ein Softwarepaket für unterstützte Gastbetriebssysteme, durch das die Integration zwischen dem physischen Computer und dem virtuellen Computer verbessert wird. Dieses Paket wird als "Integrationsdienste" bezeichnet. Vergewissern Sie sich, dass im Verwaltungsbetriebssystem (unter dem die Hyper-V-Rolle ausgeführt wird) und auf den virtuellen Computern die gleiche Version der Integrationsdienste ausgeführt wird. Weitere Informationen finden Sie unter Versionskompatibilität für Integrationsdienste.

Für jeden virtuellen Computer können die folgenden Integrationselemente zwischen dem virtuellen Computer und dem Virtualisierungshostcomputer konfiguriert werden:

  • Herunterfahren des Betriebssystems

  • Zeitsynchronisierung

  • Datenaustausch

  • Takt

  • Sicherung (Momentaufnahme des Volumes)

WichtigWichtig:
Deaktivieren Sie die Zeitsynchronisierung für die einzelnen virtuellen Computer mit SharePoint. SharePoint 2013 implementiert umfassende Zeitgeberaufträge, und die Latenz bei der Zeitsynchronisierung führt zu unvorhersehbaren Ergebnissen in der SharePoint-Umgebung.

Für jeden einzelnen virtuellen Computer kann das Verhalten für automatisches Beenden und Starten beim Herunterfahren des physischen Computers konfiguriert werden.

Für das Beenden stehen folgende Optionen zur Verfügung:

  • Speichern des Zustands des virtuellen Computers.

    Der aktuelle Zustand des virtuellen Computers wird gespeichert. Wenn der virtuelle Computer gestartet wird, versucht Hyper-V den virtuellen Computer im vorherigen Zustand wiederherzustellen.

  • Ausschalten des virtuellen Computers.

    Dies entspricht dem Ziehen des Netzsteckers bei einem Server.

  • Herunterfahren des Gastbetriebssystems (virtueller Computer).

    Dies entspricht dem Herunterfahren des Computers mithilfe der Windows-Option "Herunterfahren".

Konfigurieren Sie bei einem virtuellen Computer mit SharePoint-Produkte nicht die Speicherung des Zustands. Virtuelle Computer, die aus dem gespeicherten Zustand aktiviert werden, sind nicht mit den Servern in der Farm synchron. Es wird empfohlen, den virtuellen Computer so zu konfigurieren, dass dieser heruntergefahren wird, da so das Risiko einer Beschädigung des virtuellen Computers minimiert werden kann. Beim Herunterfahren können alle ausgeführten Zeitgeberaufträge fertig gestellt werden, und beim Neustarten des virtuellen Computers treten keine Synchronisierungsprobleme auf.

Das Gegenteil vom automatischen Beenden ist das automatische Starten. Hyper-V enthält die folgenden Optionen für das Starten beim Neustarten des physischen Servers:

  • Keine Aktion ausführen.

    Sie müssen den virtuellen Computer ungeachtet des Zustands beim Herunterfahren des physischen Servers manuell starten.

  • Automatisches Starten, wenn der virtuelle Computer beim Beenden des Diensts ausgeführt wurde.

  • Virtuellen Computer immer automatisch starten.

    Hyper-V startet den Computer ungeachtet des Zustands beim Herunterfahren des physischen Servers.

Es wird empfohlen, eine der ersten beiden Optionen zu verwenden. Es können beide Optionen verwendet werden. Allerdings liegt die Entscheidung letztendlich bei dem IT-Team, das die virtuelle Umgebung verwaltet und wartet.

Zusätzlich zu den oben genannten Startoptionen können Sie eine Startzeitverzögerung für einen virtuellen Computer konfigurieren. Diese Option wird empfohlen, um Ressourcenkonflikte auf einem Virtualisierungshost zu reduzieren. Wenn Sie als Startoption jedoch ausgewählt haben, dass keine Aktion ausgeführt wird, tritt dieses Problem nicht auf.

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