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Kapazitätsverwaltung und Größengestaltung für SharePoint Server 2013

 

Gilt für: SharePoint Server 2013 Standard, SharePoint Server 2013 Enterprise

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2013-12-18

Zusammenfassung: Erfahren Sie, wie Sie Leistungsdaten zum Planen und Verwalten der Kapazität einer SharePoint Server 2013-Umgebung verwenden.

Dieser Artikel bietet eine Übersicht über die effektive Planung und Verwaltung der Kapazität von SharePoint Server 2013-Umgebungen. In diesem Artikel wird außerdem beschrieben, wie Sie sich solide Kenntnisse der Kapazitätsanforderungen und der Möglichkeiten Ihrer Bereitstellung aneignen, indem Sie die Leistung und den Datenumfang analysieren. Darüber hinaus werden die wichtigsten Auswirkungen auf Anwendungen erörtert, die die Kapazität beeinflussen, einschließlich Inhalts- und Nutzungsmerkmalen.

WichtigWichtig:
Einige Werte in diesem Artikel basieren auf Testergebnissen und anderen Information in Zusammenhang mit SharePoint 2010-Produkte und stellen möglicherweise nicht die endgültigen Werte für SharePoint Server 2013 dar. Dieser Artikel wird mit den korrekten Werten, Links zu verwandten Inhalten sowie weiteren Informationen aktualisiert und erneut veröffentlicht, sobald Daten zu SharePoint Server 2013 zur Verfügung stehen.

Kapazitätsverwaltung ist ein kontinuierlicher Prozess, da keine Implementierung hinsichtlich Inhalt und Nutzung statisch bleibt. Sie müssen Wachstum und Änderungen einplanen, damit Ihre SharePoint Server 2013-basierte Umgebung auch in Zukunft eine effektive Geschäftslösung darstellt.

Kapazitätsplanung ist nur ein Teil des Kapazitätsverwaltungszyklus. Hierunter versteht man die Aktivitäten zu Beginn, mit denen der Lösungsarchitekt eine Ausgangsarchitektur erstellt, die seiner Meinung nach am besten für die SharePoint Server 2013-Bereitstellung geeignet ist. Das Kapazitätsverwaltungsmodell beinhaltet weitere Schritte zum Überprüfen und Optimieren der Ausgangsarchitektur sowie einen Feedbackprozess für die erneute Planung und Optimierung der Produktionsumgebung, bis die Entwurfsziele mit einer optimalen Auswahl an Hardware, Topologie und Konfiguration unterstützt werden.

Inhalt dieses Artikels:

Die folgenden Spezialbegriffe werden in der Dokumentation zur Kapazitätsverwaltung von SharePoint Server 2013 verwendet.

  • RPS Anforderungen pro Sekunde (Requests per Second). Die Anzahl der Anforderungen, die von einer Farm oder einem Server in einer Sekunde empfangen werden. Dies ist ein gängiges Maß für die Auslastung von Servern und Farmen. Die Anzahl der von einer Farm verarbeiteten Anforderungen ist höher als die Anzahl der Seitenladevorgänge und Endbenutzerinteraktionen. Dies liegt daran, dass jede Seite mehrere Komponenten enthält, von denen beim Laden der Seite jeweils mindestens eine Anforderung erstellt wird. Manche Anforderungen sind im Hinblick auf die Transaktionskosten weniger anspruchsvoll als andere Anforderungen. In unseren Labortests und Dokumenten mit Fallstudien haben wir 401 Anforderungen und Antworten (Authentifizierungshandshakes) aus den Anforderungen entfernt, mit denen die Anforderungen pro Sekunde berechnet wurden, da sie praktisch keine Auswirkungen auf die Farmressourcen haben.

  • Spitzenzeiten Die Tageszeiten, zu denen die Farm am stärksten ausgelastet ist.

  • Spitzenauslastung Die durchschnittliche tägliche maximale Auslastung in der Farm, gemessen in RPS.

  • Auslastungsspitzen Vorübergehende Auslastungsspitzen außerhalb der gewöhnlichen Spitzenzeiten. Sie können durch ungeplante Zunahmen des Benutzerdatenverkehrs, reduzierten Farmdurchsatz aufgrund administrativer Vorgänge oder einer Kombination dieser Faktoren verursacht werden.

  • Vertikales Skalieren Vertikales Skalieren bedeutet, einem Server Ressourcen wie z. B. Prozessoren oder Arbeitsspeicher hinzuzufügen.

  • Horizontales Skalieren Horizontales Skalieren bedeutet, einer Farm weitere Server hinzuzufügen.

Bestimmen Sie anhand der folgenden Fragen, ob Sie diese Artikel lesen sollten.

WichtigWichtig:
Einige Links in diesem Abschnitt können sich auf SharePoint Server 2010 und anderen früheren Produktversionen beziehen. Sie werden aktualisiert, wenn die Versionen dieser Inhalte für SharePoint Server 2013 verfügbar sind.

Ich bin ein IT-Spezialist oder Entscheidungsträger im Unternehmen und suche nach einer Lösung für spezielle Geschäftsprobleme. SharePoint Server 2013 ist eine Option für meine Bereitstellung. Können damit die für meine speziellen Anforderungen benötigten Features und Skalierbarkeitsmöglichkeiten bereitgestellt werden?

Informationen zum Skalieren von SharePoint Server 2013 entsprechend den Anforderungen bestimmter Lösungen sowie zum Bestimmen der für Ihre Anforderungen benötigten Hardware finden Sie weiter unten in diesem Artikel in den folgenden Abschnitten:

Informationen zum Auswerten von SharePoint Server 2013 für Ihre speziellen Geschäftsanforderungen finden Sie in den folgenden Artikeln:

Ich verwende derzeit SharePoint Server 2010. Welche Änderungen weist SharePoint Server 2013 auf, und was muss ich bei einem Upgrade berücksichtigen? Welche Auswirkungen hat das Upgrade auf die Leistung und Skalierung meiner Topologie?

Informationen zu allgemeineren Überlegungen zu Upgrades und Hinweise zur Planung und Durchführung eines Upgrades von Office SharePoint Server 2007 finden Sie im folgenden Artikel:

Ich habe SharePoint Server 2013 bereitgestellt und möchte sichergehen, dass ich über die entsprechende Hardware und Topologie verfüge. Wie kann ich meine Architektur validieren und richtig verwalten?

Informationen zu Überwachung und Leistungsindikatoren für SharePoint Server 2013-Farmen finden Sie im folgenden Artikel:

Informationen dazu, wie Sie die Zustandsüberwachungstools verwenden, die in die Oberfläche der Zentraladministration integriert sind, finden Sie im folgenden Artikel:

Ich habe SharePoint Server 2013 bereitgestellt, und es treten Leistungsprobleme auf. Wie kann ich diese beheben und meine Umgebung optimieren?

Informationen zu Überwachung und Leistungsindikatoren für SharePoint Server 2013-Farmen finden Sie in den folgenden Artikeln:

Informationen zu Tools und Techniken zur Optimierung von SharePoint Server 2013-Farmen finden Sie im folgenden Artikel:

Informationen zur Problembehandlung mithilfe der Zustandsüberwachungstools, die in die Oberfläche der Zentraladministration integriert sind, finden Sie im folgenden Artikel:

Eine Liste von Artikeln zur Kapazitätsverwaltung, die für bestimmte SharePoint Server 2010-Dienste und -Features verfügbar sind (weitere Artikel werden hinzugefügt, sobald sie verfügbar sind), finden Sie im folgenden Artikel:

Informationen zur Dimensionierung und Leistung von Datenbanken finden Sie im folgenden Artikel:

Informationen zu Remote BLOB Storage (RBS) finden Sie im folgenden Artikel:

Ich möchte alles wissen über Kapazitätsverwaltung in SharePoint Server 2013. Wo fange ich an?

Informationen zu den allgemeinen Konzepten, auf denen die Kapazitätsverwaltung beruht, sowie Links zu zusätzlichen Informationen und Ressourcen finden Sie im folgenden Artikel:

Weitere Informationen zur Kapazitätsverwaltung finden Sie in den folgenden Begleitartikeln zu diesem Übersichtsartikel:

Sie sollten nun mit den Konzepten eingehend vertraut sind. Informationen zu Beschränkungen und Grenzen von SharePoint Server 2013 finden Sie im folgenden Artikel:

Wenn Sie bereit sind, eine als Anfangspunkt dienende Topologie für Ihre SharePoint Server 2013-basierte Umgebung zu identifizieren, können Sie die Bibliothek der verfügbaren technischen Fallstudien durchsuchen, um die Topologie zu finden, die Ihren Anforderungen am ehesten entspricht. Eine Liste mit SharePoint Server 2010-Fallstudien (SharePoint Server 2013-Fallstudien werden veröffentlicht, sobald sie verfügbar sind) finden Sie im folgenden Artikel:

Informationen zu Zustandsüberwachung und Problembehandlung mithilfe der Zustandsüberwachungstools, die in die Oberfläche der Zentraladministration integriert sind, finden Sie in den folgenden Artikeln:

Weitere Informationen dazu, wie Sie SharePoint Server 2013-basierte Server virtualisieren, finden Sie im folgenden Artikel:

Weitere Informationen zu hoher Verfügbarkeit und Notfallwiederherstellung finden Sie im folgenden Artikel:

Die Kapazitätsverwaltung befasst sich mit den folgenden vier Hauptaspekten der Größenanpassung Ihrer Lösung:

  • Wartezeit Im Zusammenhang mit der Kapazitätsverwaltung wird Wartezeit definiert als der Zeitraum zwischen dem Starten einer Aktion (z. B. das Klicken auf einen Hyperlink) durch einen Benutzer und dem Zeitpunkt der Übertragung des letzten Bytes an die Clientanwendung oder den Webbrowser.

  • Durchsatz Der Durchsatz ist definiert als die Anzahl gleichzeitiger Anforderungen, die von einem Server oder einer Serverfarm verarbeitet werden kann.

  • Datenvolumen Das Datenvolumen wird definiert als die Inhaltsgröße und der Datenkorpus, die bzw. der vom System gehostet werden kann. Die Struktur und Verteilung der Inhaltsdatenbanken hat erhebliche Auswirkungen auf den Zeitaufwand für die Verarbeitung von Anforderungen durch das System (Wartezeit) sowie die unterstützte Anzahl gleichzeitiger Anforderungen (Durchsatz).

  • Zuverlässigkeit Die Zuverlässigkeit ist ein Maß für die Einhaltung der Zielvorgaben für die Wartezeit und den Durchsatz über einen bestimmten Zeitraum.

Bei der Kapazitätsverwaltung für die Umgebung soll in erster Linie ein System eingerichtet und verwaltet werden, das die Zielvorgaben Ihrer Organisation für Wartezeit, Durchsatz, Datenvolumen und Zuverlässigkeit erfüllt.

Wartezeit, die auch als vom Endbenutzer wahrgenommene Wartezeit bezeichnet wird, besteht aus den folgenden drei Hauptkomponenten:

  • Der Zeit, die der Server zum Empfangen und Verarbeiten der Anforderung benötigt.

  • Der Zeit, die die Übertragung der Anforderung und der Serverantwort im Netzwerk benötigt.

  • Der Zeit, die das Rendern der Antwort in der Clientanwendung benötigt.

Organisationen definieren basierend auf Geschäftsanforderungen und Benutzererwartungen unterschiedliche Zielvorgaben für die Wartezeit. Manche Organisationen können sich eine Wartezeit von mehreren Sekunden leisten, während andere Organisationen sehr schnelle Transaktionen benötigen. Die Optimierung für sehr schnelle Transaktionen ist gewöhnlich teurer und erfordert in der Regel leistungsfähigere Clients und Server, neuere Browser- und Clientanwendungsversionen, Netzwerklösungen mit hoher Bandbreite sowie möglicherweise Investitionen in die Entwicklung und Optimierung von Seiten.

Einige wichtige Faktoren, die zu längeren vom Endbenutzer wahrgenommenen Wartezeiten führen, sowie Beispiele für einige häufig auftretende Probleme werden in der folgenden Liste beschrieben. Diese Faktoren sind besonders relevant für Szenarien, bei denen die Clients weit entfernt von der Serverfarm sind oder über eine Netzwerkverbindungen mit niedriger Bandbreite auf die Farm zugreifen.

  • Nicht optimierte Features, Dienste oder Konfigurationsparameter können die Verarbeitung von Anforderungen verzögern und Auswirkungen auf die Wartezeit für Remoteclients und lokale Clients haben. Weitere Informationen finden Sie unter Durchsatz und Zuverlässigkeit weiter unten in diesem Artikel.

  • Webseiten, die für den Server unnötige Anforderungen zum Herunterladen erforderlicher Daten und Ressourcen generieren. Die Optimierung würde das Herunterladen der Mindestanzahl von Ressourcen zum Darstellen der Seite, das Reduzieren der Bildgrößen, das Speichern der statischen Ressourcen in Ordnern, die den anonymen Zugriff ermöglichen, das Gruppieren von Anforderungen und das Aktivieren der Seiteninteraktivität während des asynchronen Herunterladens der Ressourcen vom Server beinhalten. Diese Optimierungen spielen eine wichtige Rolle, um eine akzeptable erstmalige Browseerfahrung zu erzielen.

  • Die Übertragung sehr großer Datenmengen im Netzwerk trägt zu längeren Wartezeiten und zur Beeinträchtigung des Durchsatzes bei. Beispielsweise sollten Bilder und andere Binärobjekte auf einer Seite nach Möglichkeit ein komprimiertes Format wie z. B. PNG oder JPG anstelle von Bitmaps verwenden.

  • Webseiten, die nicht für Zweitzugriff-Seitenladevorgänge optimiert sind. Die Seitenladezeit (Page Load Time, PLT) wird für Zweitzugriff-Seitenladevorgänge verbessert, da manche Seitenressourcen auf dem Client zwischengespeichert sind, und der Browser muss nur nicht zwischengespeicherten dynamischen Inhalt herunterladen. Nicht akzeptable Wartezeiten bei Zweitzugriff-Seitenladevorgängen werden oft durch die falsche Konfiguration des BLOB-Caches (Binary Large Object) oder durch die Deaktivierung der lokalen Browserzwischenspeicherung auf Clientcomputern verursacht. Optimierungen würden die korrekte Zwischenspeicherung von Ressourcen auf dem Client beinhalten.

  • Webseiten mit nicht optimiertem benutzerdefiniertem JavaScript-Code. Dadurch kann das Rendern der Seite auf dem Client verlangsamt werden. Die Optimierung würde die Verarbeitung von JavaScript-Code auf dem Client verzögern, bis der Rest der Seite geladen wurde, und nach Möglichkeit würden Skripts aufgerufen, anstatt JavaScript inline hinzuzufügen.

Der Durchsatz wird beschrieben als die Anzahl von Anforderungen, die von einer Serverfarm in einer Zeiteinheit verarbeitet werden können, und wird oft zum Messen des Vorgangsvolumens verwendet, das vom System basierend auf der Größe der Organisation und deren Nutzungsmerkmalen unterstützt werden soll. Für jeden Vorgang fallen bestimmte Kosten bei den Serverfarmressourcen an. Die Kenntnis des Bedarfs und die Bereitstellung einer Farmarchitektur, durch die der Bedarf kontinuierlich erfüllt werden kann, erfordert das Bestimmen der erwarteten Auslastung und das Testen der Architektur mit einer Auslastung. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Wartezeit nicht unter die Zielvorgabe sinkt, wenn viele gleichzeitige Anforderungen vorhanden sind und das System stark beansprucht wird.

Es folgen einige gängige Beispiele für Situationen mit niedrigem Durchsatz:

  • Ungeeignete Hardwareressourcen Wenn die Farm mehr Anforderungen empfängt, als gleichzeitig verarbeitet werden können, werden der Warteschlange Anforderungen hinzugefügt. Dadurch wird die Verarbeitung jeder nachfolgenden Anforderung kumulativ verzögert, bis der Bedarf ausreichend reduziert wurde, dass die Warteschlange geleert werden kann. Für die Optimierung einer Farm zur Unterstützung eines höheren Durchsatzes gibt es folgende Beispiele:

    • Stellen Sie sicher, dass die Prozessoren auf Farmservern nicht übermäßig beansprucht werden. Wenn z. B. die CPU-Auslastung zu Spitzenzeiten oder Auslastungsspitzen 80 % überschreitet, fügen Sie weitere Server hinzu, oder verteilen Sie Dienste auf andere Farmserver.

    • Stellen Sie sicher, dass auf Anwendungsservern und Webservern ausreichend Arbeitsspeicher für den kompletten Cache vorhanden ist. Dadurch werden Aufrufe für die Datenbank zum Verarbeiten von Anforderungen für nicht zwischengespeicherte Inhalte vermieden.

    • Stellen Sie sicher, dass es bei den Datenbankservern keine Engpässe gibt. Falls die insgesamt verfügbare Datenträgergeschwindigkeit (IOPS) zur Unterstützung von Spitzenbedarf nicht ausreicht, fügen Sie weitere Datenträger hinzu, oder verteilen Sie Datenbanken auf nicht ausgelastete Datenträger. Weitere Informationen finden Sie unter Warten und Überwachen von SharePoint Server 2013 im Abschnitt zur Beseitigung von Engpässen.

    • Wenn das Hinzufügen von Ressourcen zu bestehenden Computern nicht ausreicht, um Durchsatzproblem zu beseitigen, fügen Sie Server hinzu, und verteilen Sie betroffene Features und Dienste auf die neuen Server.

  • Nicht optimierte benutzerdefinierte Webseiten Das Hinzufügen von benutzerdefiniertem Code zu häufig verwendeten Seiten in einer Produktionsumgebung ist eine häufige Ursache für Durchsatzprobleme. Durch das Hinzufügen von benutzerdefiniertem Code können für die Verarbeitung von Datenanforderungen zusätzliche Roundtrips zu den Datenbankservern oder Webdiensten generiert werden. Die Anpassung selten verwendeter Seiten hat zwar geringe Auswirkungen auf den Durchsatz, aber selbst gut optimierter Code kann den Farmdurchsatz reduzieren, falls er Tausende Male am Tag angefordert wird. SharePoint Server 2013-Administratoren können das Entwicklerdashboard aktivieren, um benutzerdefinierten Code zu identifizieren, der optimiert werden muss. Für die Optimierung von benutzerdefiniertem Code gibt es folgende Beispiele:

    • Minimieren Sie die Anzahl von Webdienstanforderungen und SQL-Abfragen.

    • Rufen Sie die mindestens erforderlichen Daten bei jedem Roundtrip zum Datenbankserver ab, und begrenzen Sie gleichzeitig die Anzahl notwendiger Roundtrips.

    • Vermeiden Sie das Hinzufügen von benutzerdefiniertem Code zu häufig verwendeten Seiten.

    • Verwenden Sie Indizes, wenn Sie eine gefilterte Datenmenge abrufen.

  • Nicht vertrauenswürdige Lösungen Durch die Bereitstellung von benutzerdefiniertem Code in bin-Ordnern kann die Serverleistung beeinträchtigt werden. Bei jeder Anforderung einer Seite, die nicht vertrauenswürdigen Code enthält, müssen vor dem Laden der Seite von SharePoint Server 2013 Sicherheitsprüfungen ausgeführt werden. Wenn es keinen triftigen Grund für die Bereitstellung von nicht vertrauenswürdigem Code gibt, sollten Sie benutzerdefinierte Assemblys im globalen Assemblycache (GAC) installieren, um unnötige Sicherheitsprüfungen zu vermeiden.

Das Datenvolumen ist der Datenumfang, der vom Server oder der Serverfarm gespeichert werden kann, sodass die Zielvorgaben für Wartezeit und Durchsatz erfüllt werden können. Im Allgemeinen gilt, je größer das Datenvolumen in der Farm ist, desto größer sind die Auswirkungen insgesamt auf den Durchsatz und die Benutzererfahrung. Die zum Verteilen von Daten auf Datenträger und Datenbankserver verwendete Methode kann ebenfalls Auswirkungen auf die Wartezeit und den Durchsatz der Farm haben.

Die Größenanpassung der Datenbank, die Datenarchitektur und ausreichend Datenbankserverhardware spielen eine sehr wichtige Rolle für eine optimale Datenbanklösung. Bei einer idealen Bereitstellung wird die Größe von Inhaltsdatenbanken gemäß den Größenvorgaben angepasst, und die Inhaltsdatenbanken werden auf physikalische Datenträger verteilt, sodass Anforderungen aufgrund der übermäßigen Beanspruchung der Datenträger nicht der Warteschlange hinzugefügt werden. Und Datenbankserver unterstützen Spitzenauslastungen und unerwartete Auslastungssitzen, ohne die Schwellenwerte für die Ressourcenverwendung zu überschreiten.

Außerdem können bestimmte Tabellen bei der Ausführung bestimmter Vorgänge gesperrt werden. Ein Beispiel hierfür ist das Löschen einer umfangreichen Website. Dabei kann es sein, dass die zugehörigen Tabellen in der Inhaltsdatenbank, in der die Website gespeichert ist, bis zum Abschluss des Löschvorgangs gesperrt sind.

Für das Optimieren der Daten- und Speicherleistung einer Farm gibt es folgende Beispiele:

  • Stellen Sie sicher, dass die Datenbanken ordnungsgemäß auf die Datenbankserver verteilt sind und dass die Datenbankserverressourcen für die Unterstützung des Datenvolumens und der Datenverteilung ausreichend sind.

  • Teilen Sie die Datenbanken auf eindeutige logische Einheiten (LUN) auf, die aus eindeutigen physikalischen Datenträgerspindeln bestehen. Verwenden Sie mehrere Datenträger mit schnellen Suchzeiten und geeigneten RAID-Konfigurationen, um die Speicheranforderungen der Datenbankserver zu erfüllen.

  • Sie können Remote-BLOB-Speicher (RBS) verwenden, wenn der Datenkorpus viele BLOB-Daten (Binary Large Objects) enthält. RBS kann die folgenden Vorteile bieten:

    • BLOB-Daten können auf kostengünstigeren Speichergeräten gespeichert werden, die für eine einfache Speicherung konfiguriert sind.

    • Die Verwaltung der BLOB-Speicherung wird von einem System gesteuert, das speziell für das Arbeiten mit BLOB-Daten entwickelt wurde.

    • Datenbankserverressourcen werden für Datenbankvorgänge freigegeben.

    Diese Vorteile sind mit Kosten verbunden. Bevor Sie RBS mit SharePoint Server 2013 implementieren, müssen Sie prüfen, ob diese potenziellen Vorteile mit den Kosten und Einschränkungen der Implementierung und Wartung von RBS in Einklang zu bringen sind.

Weitere Informationen zur Planung von Datenskalierung finden Sie unter Speicher- und SQL Server-Kapazitätsplanung und -Konfiguration (SharePoint Server 2013).

Die Zuverlässigkeit ist das Maß für die Einhaltung der Zielvorgaben für die Wartezeit, den Durchsatz und die Datenkapazität der Serverfarm über einen bestimmten Zeitraum. Eine Farm gilt dann als zuverlässig, wenn die Betriebszeit, die Reaktionszeit, die Fehlerrate sowie die Häufigkeit und der Ausschlag von Wartezeitspitzen innerhalb der Zielvorgaben und der betrieblichen Anforderungen liegen. Eine zuverlässige Farm unterstützt außerdem kontinuierlich die Zielvorgaben für Wartezeit und Durchsatz zu Spitzenauslastungs- und Spitzenzeiten oder beim Ausführen von Systemvorgängen wie z. B. Durchforstungen oder täglichen Sicherungen.

Ein wichtiger Faktor bei der Unterstützung der Zuverlässigkeit sind die Auswirkungen allgemeiner administrativer Vorgänge auf die Leistungszielvorgaben. Bei bestimmten Vorgängen, wie z. B. der Neuerstellung der Datenbankindizes, Wartungszeitgeberaufträgen oder dem Löschen von mehreren Websites mit viel Inhalt, können Benutzeranforderungen möglicherweise nicht so schnell verarbeitet werden. In diesem Fall können sowohl die Wartezeit als auch der Durchsatz von Endbenutzeranforderungen beeinträchtigt werden. Die Auswirkungen auf die Farm sind abhängig von der Häufigkeit und den Transaktionskosten solcher seltenerer Vorgänge sowie der Tatsache, ob sie während der üblichen Betriebszeit ausgeführt werden.

Für die Unterstützung eines zuverlässigeren Systems gibt es folgende Beispiele:

  • Planen Sie ressourcenintensive Zeitgeberauträge und administrative Aufgaben für Nebenzeiten ein.

  • Nehmen Sie eine vertikale Skalierung der Hardware auf den bestehenden Farmservern vor, oder nehmen Sie durch Hinzufügen von Webservern, Anwendungsservern oder zusätzlichen Datenbankservern eine horizontale Skalierung vor.

  • Verteilen Sie ressourcenintensive Dienste und Features auf dedizierte Server. Sie können auch mit einem hardwarebasierten Lastenausgleichsmodul featurespezifischen Datenverkehr an einen Webserver umleiten, der ausschließlich für bestimmte Features oder Dienste vorgesehen ist.

Mit der Kapazitätsverwaltung wird die Kapazitätsplanung erweitert, um einen zyklischen Ansatz zu formulieren, bei dem die Kapazität einer SharePoint Server 2013-Bereitstellung fortlaufend überwacht und optimiert wird, um auf sich ändernde Bedingungen und Anforderungen einzugehen.

SharePoint Server 2013 bietet eine höhere Flexibilität und kann für die Unterstützung von Verwendungsszenarien einer Vielzahl unterschiedlicher Skalierungspunkte konfiguriert werden. Es gibt nicht eine einzelne Bereitstellungsarchitektur. Deshalb müssen System-Designer und Administratoren die Anforderungen für ihre speziellen Umgebungen kennen.

Kapazitätsverwaltungsmodell
  • Schritt 1: Modellierung Bei der Modellierung bestimmen Sie die wichtigen Lösungen, die von Ihrer Umgebung unterstützt werden sollen, und richten alle wichtigen Metriken und Parameter ein. Das Resultat der Modellierungsübung sollte eine Liste mit allen wichtigen Daten sein, die Sie zum Entwerfen der Umgebung benötigen.

    • Analysieren Sie die erwartete Arbeitsauslastung und das Dataset.

    • Legen Sie Zielvorgaben für die Leistung und Zuverlässigkeit der Farm fest.

    • Analysieren Sie die SharePoint Server 2013 IIS-Protokolle.

  • Schritt 2: Entwurf Nachdem Sie in Schritt 1 die Daten erfasst haben, können Sie die Farm entwerfen. Das Resultat dieses Schritts sind eine detaillierte Datenarchitektur sowie physikalische und logische Topologien.

    • Bestimmen Sie die Ausgangsarchitektur.

    • Wählen Sie die Hardware aus.

  • Schritt 3: Pilot-, Test- und Optimierungsphase Wenn Sie eine neue Bereitstellung entworfen haben, müssen Sie eine Pilotumgebung zum Testen anhand Ihrer Arbeitsauslastung und der erwarteten Nutzungsmerkmale bereitstellen. Für eine bestehende Farm ist das Testen ratsam, wenn größere Änderungen an der Infrastruktur vorgenommen werden, aber die regelmäßige Optimierung basierend auf Überwachungsergebnissen erforderlich ist, um die Leistungsvorgaben einzuhalten. Das Resultat dieser Phase ist eine Analyse der Testergebnisse anhand der Zielvorgaben sowie eine optimierte Architektur, die die Zielvorgaben für Leistung und Kapazität unterstützt.

    • Pilotphase Stellen Sie eine Pilotumgebung bereit.

    • Testphase Testen Sie anhand der Zielvorgaben für Wartezeit und Durchsatz.

    • Optimierungsphase Sammeln Sie Testergebnisse, und nehmen Sie erforderliche Änderungen an den Farmressourcen und der Topologie vor.

  • Schritt 4: Bereitstellung Dieser Schritt beschreibt das Implementieren der Farm oder das Bereitstellen von Änderungen einer vorhandenen Farm. Das Resultat eines neuen Entwurfs ist die abgeschlossene Bereitstellung in der Liveproduktionsumgebung, einschließlich aller Inhalte und Benutzermigrationen. Das Resultat für eine vorhandene Farm sind überarbeitete Farmzuordnungen und aktualisierte Wartungspläne.

  • Schritt 5: Überwachung und Wartung Dieser Schritt beschreibt, wie Sie die Überwachung einrichten, wie Sie Engpässe vorhersehen und erkennen sowie wie Sie eine regelmäßige Wartung und Aktivitäten zur Vermeidung von Engpässen ausführen.

Überdimensionierung beschreibt einen Farmentwurf, bei dem die Zielvorgaben erreicht werden, ohne Hardware voll zu nutzen, und die Ressourcen in der SharePoint Server 2013-Farm sind in erheblichem Maß und beständig nicht ausgelastet. In einer überdimensionierten Bereitstellung zeigen Arbeitsspeicher, CPU und sonstige Indikatoren der Farmressourcen, dass der Bedarf mit weniger Ressourcen problemlos bewältigt werden kann. Der Nachteil der Überdimensionierung sind erhöhte Ausgaben für Hardware und Wartung sowie ein höherer Strom- und Speicherplatzverbrauch.

Unterdimensionierung beschreibt einen Farmentwurf, bei dem die Leistungs- und Kapazitätsvorgaben nicht erreicht werden, da Hardwareressourcen in der SharePoint Server 2013-Farm übermäßig beansprucht werden. Die Unterdimensionierung einer Farm wird manchmal verwendet, um Hardwarekosten zu senken, führt aber im Allgemeinen zu langen Wartezeiten und damit zu einer geringen Benutzerfreundlichkeit, geringer Zufriedenheit, häufigen Eskalationen, hohen Supportkosten und unnötigen Ausgaben für die Problembehandlung und Optimierung der Umgebung.

Stellen Sie beim Entwerfen Ihrer Farm sicher, dass die Farm die festgelegten Leistungs- und Kapazitätsvorgaben erfüllen kann, und zwar sowohl bei regulärer Spitzenauslastung als auch bei unerwarteten Spitzen. Durch das Entwerfen, Testen und Optimieren können Sie sicherstellen, dass in der Farm die richtige Hardware verwendet wird.

Zur Erfüllung der Leistungsvorgaben und zur Berücksichtigung des Wachstums sollten stets mehr Ressourcen vorhanden sein, als zur Erfüllung der Zielvorgaben erforderlich sind. Die Kosten für die überhöhten Investitionen in Hardware sind gewöhnlich viel niedriger als die Ausgaben im Laufe der Zeit für die Behandlung von Problemen, die durch die Unterdimensionierung verursacht wurden.

Sie sollten die Größe eines Systems immer so gestalten, dass es zu Spitzenzeiten angemessen reagiert, was für bestimmte Dienste zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich sein kann. Für eine effektive Schätzung der Kapazitätsanforderungen müssen Sie für alle Ressourcen den Zeitraum mit dem höchsten Bedarf ermitteln. Möglicherweise sind verschiedene Features und Dienste zu bestimmten Tageszeiten stärker ausgelastet, wie z. B. am Morgen oder nach dem Mittagessen.

Die Farm muss außerdem ungeplante Spitzenzeiten unterstützen. Beispielsweise wenn bei Ankündigungen im gesamten Unternehmen ungewöhnlich viele Benutzer gleichzeitig auf eine Website zugreifen. In solchen Zeiten mit hohem Bedarf treten für die Benutzer lange Wartezeiten auf, oder sie erhalten nur eine Antwort von der Farm, wenn ausreichend Farmressourcen für die erhöhte Auslastung in der Farm verfügbar sind.

Die Farmkapazität sollte ebenfalls überprüft werden, wenn dem Unternehmen zusätzliche Benutzer hinzugefügt werden. Situationen wie z. B. eine Firmenfusion oder eine Firmenübernahme sind dadurch gekennzeichnet, dass durch den Zugriff neuer Mitarbeiter auf die Farm möglicherweise die Leistung beeinträchtigt wird, wenn dies nicht vorher entsprechend geplant wurde.

Bei der Beschreibung der Auslastung eines Produktionssystems werden zwei Hauptbetriebsstatus verwendet. Einerseits der Status Grüner Bereich, in dem das System im normalen, erwarteten Auslastungsbereich arbeitet. Und andererseits der Status Rote Zone, in dem in der Farm ein sehr hoher temporärer Ressourcenbedarf auftritt, der nur für einen begrenzten Zeitraum unterstützt werden kann, bevor Fehler und sonstige Leistungs- und Zuverlässigkeitsprobleme auftreten.

Grüner Bereich In diesem Status arbeitet der Server bzw. die Farm unter normalen Auslastungsbedingungen, bis hin zu erwarteten täglichen Spitzenauslastungen. Eine Farm sollte unter diesen Umständen in der Lage sein, akzeptable Reaktionszeiten und Wartezeiten zu ermöglichen.

Roter Bereich Der Betriebsbereich, in dem die Auslastung höher als die normale Spitzenauslastung ist, aber Serviceanforderungen weiterhin für einen begrenzten Zeitraum erfüllt werden können. Dieser Status ist gekennzeichnet durch eine Wartezeit über dem üblichen Wert sowie durch mögliche Fehler aufgrund der Überlastung durch Systemengpässe.

Ziel des Farmentwurfs ist letztlich die Bereitstellung einer Umgebung, von der eine Auslastung im roten Bereich ohne Servicefehler und innerhalb akzeptabler Zielvorgaben für Wartezeit und Durchsatz kontinuierlich unterstützt wird.

In SharePoint Server 2013 gibt es bestimmte Grenzwerte, die entwurfsbedingt sind und nicht überschritten werden können, während es sich bei anderen Grenzwerten um Standardwerte handelt, die von einem Farmadministrator geändert werden können. Außerdem gibt es bestimmte Grenzwerte, die nicht durch einen konfigurierbaren Wert dargestellt werden, beispielsweise die Anzahl von Websitesammlungen pro Webanwendung.

Bei Beschränkungen handelt es sich um absolute Grenzwerte, die entwurfsbedingt nicht überschritten werden können. Es ist wichtig, diese Grenzwerte zu kennen, um sicherzustellen, dass Sie beim Entwerfen Ihrer Farm nicht von falschen Voraussetzungen ausgehen.

Ein Beispiel für eine Beschränkung ist die Beschränkung der Dokumentgröße auf 2GB. Sie können SharePoint Server 2013 nicht so konfigurieren, dass Dokumente mit einer Größe von über 2 GB gespeichert werden. Es handelt sich hierbei um einen integrierten absoluten Wert, der entwurfsbedingt nicht überschritten werden kann.

Bei Schwellenwerten handelt es sich um Standardwerte, die nur durch Ändern dieses Werts überschritten werden können. Unter bestimmten Bedingungen können Schwellenwerte überschritten werden, um Abweichungen im Farmentwurf Rechnung zu tragen. Sie müssen jedoch wissen, dass sich dies auf die Leistung der Farm und auf den geltenden Wert anderer Grenzwerte auswirken kann.

Der Standardwert bestimmter Schwellenwerte kann nur bis zu einem absoluten Maximalwert überschritten werden. Ein gutes Beispiel hierfür ist wiederum die Beschränkung der Dokumentgröße. Standardmäßig ist der Schwellenwert für die Dokumentgröße auf 50 MB festgelegt, kann jedoch in einen Wert von maximal 2 GB geändert werden.

Unterstützte Grenzwerte definieren den getesteten Wert für einen bestimmten Parameter. Die Standardwerte für diese Grenzwerte wurden durch Tests festgelegt und stellen die bekannten Einschränkungen des Produkts dar. Ein Überschreiten dieser unterstützten Grenzwerte kann zu unerwarteten Ergebnissen, signifikanten Leistungseinbußen und anderen negativen Folgen führen.

Bei einigen unterstützten Grenzwerten handelt es sich um konfigurierbare Parameter, die standardmäßig auf den empfohlenen Wert festgelegt sind, während andere Grenzwerte sich auf Parameter beziehen, die nicht durch einen konfigurierbaren Wert dargestellt werden.

Ein Beispiel für einen unterstützten Grenzwert ist die Anzahl von Websitesammlungen pro Webanwendung. Der unterstützte Grenzwert ist die größte Anzahl von Websitesammlungen pro Webanwendung, die beim Testen die Leistungsbenchmarks erfüllt hat.

Es ist wichtig zu wissen, dass viele der in diesem Dokument angegebenen Grenzwerte einen Punkt in einer Kurve darstellen, die eine wachsende Ressourcenauslastung und einen damit einhergehenden Leistungsverlust bei Zunahme des Werts beschreibt. Deshalb kann das Überschreiten bestimmter Grenzwerte, wie beispielsweise der Anzahl von Websitesammlungen pro Webanwendung, nur zu einem anteiligen Verlust der Farmleistung führen. In den meisten Fällen empfiehlt es sich jedoch, am oder zumindest nah am festgelegten Grenzwert zu operieren, da akzeptable Leistungs- und Zuverlässigkeitsvorgaben sich am ehesten erreichen lassen, wenn der Entwurf einer Farm ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Grenzwerten bietet.

Richtlinien für Schwellenwerte und unterstützte Grenzwerte werden auf Leistungsbasis bestimmt. Mit anderen Worten, Sie können die Standardwerte für diese Grenzwerte überschreiten, doch kann es dann zu einer Beeinträchtigung der Farmleistung und zu Auswirkungen auf andere geltende Grenzwerte kommen, wenn Sie den Grenzwert heraufsetzen. Viele Grenzwerte in SharePoint Server 2013 können geändert werden. Sie sollten jedoch wissen, wie sich die Änderung eines bestimmten Grenzwerts auf andere Teile der Farm auswirkt.

Wenn Sie Kontakt zu Microsoft Customer Support Services aufnehmen und es um ein Produktionssystem geht, das die im Dokument Hardware- und Softwareanforderungen für SharePoint 2013 aufgeführten Mindesthardwareanforderungen nicht erfüllt, kann Ihnen erst dann ein vollständiger Support geboten werden, nachdem ein Systemupgrade durchgeführt wurde, sodass die Mindestanforderungen erfüllt sind.

In SharePoint Server 2013 werden Schwellenwerte und unterstützte Grenzwerte durch Tests festgelegt sowie durch Beobachten des Farmverhaltens bei zunehmenden Auslastungen bis zu dem Punkt, an dem Farmdienste und -operationen ihren effektiven Betriebsgrenzwert erreichen. Einige Farmdienste und -komponenten können eine höhere Auslastung unterstützen als andere. Deshalb müssen Sie in einigen Fällen einen Grenzwert zuweisen, der auf einem Durchschnittswert aus mehreren Faktoren beruht.

So weisen beispielsweise Beobachtungen des Farmverhaltens unter Last beim Hinzufügen von Websitesammlungen darauf hin, dass bestimmte Funktionen eine inakzeptabel lange Wartezeit aufweisen, während andere Funktionen weiterhin innerhalb akzeptabler Parameter arbeiten. Aus diesem Grund ist der Maximalwert, der der Anzahl von Websitesammlungen zugewiesen wird, nicht absolut, sondern beruht auf einer vorhergesehenen Reihe von Nutzungsmerkmalen, bei der die allgemeine Farmleistung beim festgelegten Grenzwert unter den meisten Umständen akzeptabel ist.

Wenn einige Dienste mit Parametern arbeiten, die über denen liegen, die zum Testen der Grenzwerte verwendet werden, werden die effektiven Maximalgrenzwerte anderer Dienste verringert. Deshalb sind eine strikte Kapazitätsverwaltung sowie Skalierungstests für bestimmte Bereitstellungen erforderlich, um effektive Grenzwerte für die jeweilige Umgebung aufzustellen.

Weitere Informationen zu Beschränkungen und Grenzwerten und deren Auswirkungen auf den Kapazitätsverwaltungsprozess finden Sie unter Softwarebeschränkungen und -grenzen für SharePoint 2013.

Jede Bereitstellung von SharePoint Server 2013 weist wichtige Unterscheidungsmerkmale auf, durch die sie einzigartig wird und sich von anderen Farmen unterscheidet. Diese wichtigen Unterscheidungsmerkmale können mithilfe der folgenden vier Hauptkategorien beschrieben werden:

  • Spezifikation   Beschreibt die Hardware der Farm sowie die Topologie und Konfiguration der Farm.

  • Arbeitsauslastung   Beschreibt die Anforderungen an die Farm, einschließlich der Anzahl von Benutzern und der Nutzungsmerkmale.

  • Dataset   Beschreibt Inhaltsgrößen und die Inhaltsverteilung.

  • Integrität und Leistung   Beschreibt die Leistung der Farm bezüglich der Zielvorgaben für Wartezeit und Durchsatz.

Hardware

Bei der Hardware handelt es sich um die physikalischen Ressourcen des Computers wie z. B. Prozessoren, Arbeitsspeicher und Festplatten. Hardware beinhaltet auch physikalische Netzwerkkomponenten wie z. B. Netzwerkschnittstellenkarten (Network Interface Card, NIC), Kabel, Switches, Router und Hardwarelastenausgleichsmodule. Viele Leistungs- und Kapazitätsprobleme können dadurch behoben werden, dass Sie die Verwendung der ordnungsgemäßen Hardware sicherstellen. Hingegen kann durch die falsche Verwendung einer einzigen Hardwareressource, wie z. B. nicht genügend Arbeitsspeicher auf einem Server, die Leistung der gesamten Farm beeinträchtigt werden.

Topologie

Die Topologie bezeichnet die Verteilung und die gegenseitigen Beziehungen von Farmhardware und -komponenten. Es gibt zwei Arten von Topologien:

  • Logische Topologie   Die Zuordnung von Softwarekomponenten wie z. B. Dienste und Features in einer Farm.

  • Physikalische Topologie   Die Zuordnung von Servern und physikalischen Ressourcen.

In der Regeln bestimmen die Anzahl von Benutzern und die Nutzungsmerkmale die physikalische Topologie einer Farm. Und Geschäftsanforderungen wie z. B. die Notwendigkeit der Unterstützung bestimmter Features für die erwartete Auslastung bestimmen die logische Topologie.

Konfiguration

Der Begriff "Konfiguration" bezeichnet Softwareeinstellungen und die Einstellungen für Parameter. Darüber hinaus bezieht sich die Konfiguration auf die Zwischenspeicherung, RSP, die Einstellungen für konfigurierbare Grenzwerte sowie alle Komponenten der Softwareumgebung, die zur Erfüllung spezieller Anforderungen festgelegt oder geändert werden können.

Die Arbeitsauslastung definiert die operativen Hauptmerkmale der Farm, einschließlich Benutzerbasis, Parallelität, verwendeten Features sowie Benutzer-Agents oder Clientanwendungen, die zum Herstellen einer Verbindung mit der Farm verwendet werden.

Den verschiedenen SharePoint Server 2013-Features sind für die Farmressourcen unterschiedliche Kosten zugeordnet. Durch die Beliebtheit von Features mit höheren Kosten können die Leistung und die Integrität des Systems potenziell stark beeinträchtigt werden. Wenn Sie die erwartete Auslastung und die erwarteten Nutzungsmerkmale kennen, können Sie die Größe der Implementierung ordnungsgemäß anpassen und das Risiko reduzieren, dass das System ständig in einem instabilen Zustand ausgeführt wird.

Benutzerbasis

Die Benutzerbasis einer SharePoint Server 2013-basierten Anwendung ist eine Kombination aus der Gesamtanzahl von Benutzern und deren geografische Verteilung. Darüber hinaus gibt es innerhalb der Gesamtbenutzerbasis Untergruppen von Benutzern, die bestimmte Features oder Dienste intensiver als andere Benutzergruppen verwenden. Die Parallelität von Benutzern wird definiert als der Gesamtprozentsatz von Benutzern, die das System zu einem bestimmten Zeitpunkt aktiv verwenden. Zu den Indikatoren für die Definition der Benutzerbasis gehören die Gesamtanzahl eindeutiger Benutzer und die Anzahl gleichzeitiger Benutzer.

Nutzungsmerkmale

Die Leistung einer Farm kann nicht nur durch die Anzahl der Benutzer, die mit dem System interagieren, sondern auch durch die Nutzungsmerkmale beeinträchtigt werden. In zwei Organisationen mit der gleichen Anzahl von Benutzern kann es erheblich unterschiedliche Anforderungen geben bezüglich der Tatsache, wie oft Benutzer auf Farmressourcen zugreifen und ob ressourcenintensive Features und Dienste in der Farm aktiviert sind. Zu den Indikatoren zur Beschreibung der Nutzungsmerkmale gehören die Häufigkeit eindeutiger Vorgänge, die allgemeine Mischung von Vorgängen (das Verhältnis von Lese- und Schreibvorgängen und administrativen Vorgängen) sowie die Verwendungsmuster und die Auslastung bei neuen Features, die in der Farm aktiviert sind (z. B. Websites vom Typ Meine Website, Suche, Workflows und Office Web Apps).

Das auf dem System gespeicherte Inhaltsvolumen und die Merkmale der Architektur, in der dieser Inhalt gespeichert ist, können erhebliche Auswirkungen auf die allgemeine Integrität und Leistung des Systems haben. Wenn Sie die Größe, die Zugriffshäufigkeit und die Verteilung der Daten kennen, können Sie die Größe des Speichers im System ordnungsgemäß anpassen und verhindern, dass ein Engpass entsteht, durch den Benutzerinteraktionen mit Farmdiensten verlangsamt werden und die Benutzererfahrung negativ beeinflusst wird.

Wenn Sie die Speicherarchitektur einer SharePoint Server 2013-basierten Lösung ordnungsgemäß schätzen und entwerfen möchten, müssen Sie wissen, welches Datenvolumen Sie in dem System speichern werden, und wie viele Benutzer Daten aus unterschiedlichen Datenquellen anfordern. Das Datenvolumen ist eine wichtige Komponente beim Anpassen der Datenträgerkapazität, da dadurch die Leistung anderer Features beeinflusst sowie potenziell die Netzwerklatenz und die verfügbare Bandbreite beeinträchtigt werden kann. Zu den Indikatoren für die Definition des Datasets gehören die Gesamtgröße des Inhalts, die Gesamtanzahl von Dokumenten, die Gesamtanzahl von Websitesammlungen sowie die durchschnittliche und maximale Größe von Websitesammlungen.

Die Integrität einer SharePoint Server 2013-Farm ist im Grunde ein vereinfachtes Maß oder eine vereinfachte Bewertung für die Zuverlässigkeit, Stabilität und Leistung des Systems. Das Leistungsverhalten der Farm hinsichtlich der Zielvorgaben hängt im Prinzip von den ersten drei Faktoren ab. Die Bewertung der Integrität und Leistung kann mithilfe bestimmter Indikatoren nachverfolgt und beschrieben werden. Weitere Informationen finden Sie unter Warten und Überwachen von SharePoint Server 2013 und Planen der Überwachung in SharePoint 2013. Zu diesen Indikatoren zählen die Betriebszeit des Systems, die vom Endbenutzer wahrgenommene Wartezeit, die Seitenfehlerrate und Ressourcenverwendungsindikatoren (CPU, RAM).

Jede signifikante Änderung bei Hardware, Topologie, Konfiguration, Arbeitsauslastung oder Dataset kann zu erheblichen Abweichungen bei der Zuverlässigkeit und beim Reaktionsverhalten des Systems führen. Mithilfe der Integritätsbewertung kann die Leistung über einen bestimmten Zeitraum nachverfolgt werden, um festzustellen, welche Auswirkungen geänderte Betriebsbedingungen oder Systemänderungen auf die Zuverlässigkeit der Farm haben.

SharePoint Server 2013 ist ein komplexes und leistungsfähiges Produkt, und es gibt keine einheitliche Lösung für alle Architekturen. Jede SharePoint Server 2013-Bereitstellung ist einmalig und durch die Nutzungs- und Datenmerkmale definiert. Jede Organisation muss einen gründlichen Kapazitätsverwaltungsprozess vornehmen und die Flexibilität des SharePoint Server 2013-Systems effektiv nutzen, um eine Lösung mit der richtigen Größe zu erstellen, die die Anforderungen der Organisation am besten erfüllt.

Mit dem Konzept der Referenzarchitekturen sollen die wichtigsten Kategorien von SharePoint Server 2013-Bereitstellungen beschrieben und veranschaulicht werden. Damit soll jedoch Systemarchitekten kein Rezept zum Entwerfen von Lösungen angeboten werden. Dieser Abschnitt befasst sich mit der Beschreibung der Vektoren für die Skalierung von SharePoint Server 2013.

Die hier aufgelisteten Architekturen sollen die allgemeinen Unterschiede zwischen diesen allgemeinen Kategorien anhand grundlegender Kostenfaktoren und Skalierungsbemühungen verdeutlichen.

Die Architektur der Einzelserverbereitstellung besteht aus einem Server mit SharePoint Server 2013 und einer unterstützten Version von SQL Server. Diese Architektur kann zu Evaluierungszwecken, für Entwickler oder für eine isolierte, nicht kritische Abteilungsimplementierung mit ein paar wenigen Benutzern geeignet sein. Von der Verwendung für eine Produktionsumgebung wird jedoch abgeraten.

Bereitstellungsmodell für einen einzelnen Server

Eine kleine Farmbereitstellung besteht aus einem einzelnen Datenbankserver oder -cluster und einem oder zwei SharePoint Server 2013-basierten Computern. Zu den wichtigsten Merkmalen dieser Architektur zählen begrenzte Redundanz und begrenztes Failover sowie ein minimales aktiviertes SharePoint Server 2013-Funktionsspektrum.

Eine kleine Farm ist nur für begrenzte Bereitstellungen geeignet, mit wenigen aktivierten Dienstanwendungen, einer relativ kleinen Benutzerbasis, einer relativ geringen Auslastung (ein paar Anforderungen pro Minute bis zu sehr wenigen Anforderungen pro Sekunde) und einem relativ geringen Datenvolumen (10 oder mehr GB).

Bereitstellungsmodell für kleine Farmen

Bei dieser Architektur wird die Topologie in drei Ebenen unterteilt: dedizierte Webserver, dedizierte Anwendungsserver und mindestens ein Datenbankserver oder -cluster. Die Trennung der Ebene der Front-End-Server und der Ebene der Anwendungsservers ermöglicht eine größere Flexibilität bei der Dienstisolierung und das Verteilen der Auslastung im System.

Dies ist die gängigste Architektur, und sie weist ein breites Spektrum an Diensttopologien und Farmgrößen auf. Eine mittlere Farmbereitstellung eignet sich für Umgebungen, die Folgendes aufweisen:

  • Mehrere Dienstanwendungen, die auf mehrere Server verteilt sind. Zu einer typischen Featuregruppe können der Office Web Apps-Dienst, der Benutzerprofildienst, der verwaltete Metadatendienst und die Dienste für Excel-Berechnungen zählen.

  • Eine Benutzerbasis von Zehntausenden von Benutzern und eine Auslastung von 10 bis 50 Anforderungen pro Sekunde.

  • Ein Datenspeicher mit einem oder zwei Terabyte.

Kapazität – Bereitstellungsmodell für mittlere Farmen

Bei großen Farmbereitstellungen werden Dienste und Lösungen auf mehrere Farmen verteilt, und außerdem erfolgt die horizontale Skalierung der Ebenen in einer einzelnen Farm. Mehrere SharePoint Server 2013-Dienste können in einer dedizierten Farm für Dienste bereitgestellt werden, von der Anforderungen mehrerer Farmen, die die Dienste in Anspruch nehmen, verarbeitet werden. Bei diesen großen Architekturen gibt es in der Regel Webserver, mehrere Anwendungsserver, in Abhängigkeit von den Nutzungsmerkmalen der einzelnen lokalen (nicht gemeinsamen) Dienste, sowie mehrere SQL Server-basierte Server oder SQL Server-Cluster, in Abhängigkeit von der Inhaltsgröße und den Datenbanken für Anwendungsdienste, die in der Farm aktiviert sind. Große Farmarchitekturen sind für Bereitstellungen gedacht, die Folgendes aufweisen:

  • Mehrere Dienstanwendungen, die in einer dedizierten Farm für Dienste zusammengefasst und genutzt werden. In der Regel handelt es sich dabei um den Benutzerprofildienst, den verwalteten Metadatendienst und Web Analytics.

  • Die meisten anderen Dienstanwendungen werden lokal aktiviert.

  • Eine Benutzerbasis mit Hunderttausenden von Benutzern.

  • Eine Auslastung mit Hunderten von Anforderungen pro Sekunde.

  • Ein Dataset mit mindestens 10 Terabyte.

Kapazität – Bereitstellungsmodell für große Farmen

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