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Anleitung zum Konfigurieren von dynamischem Arbeitsspeicher für Hyper-V

Veröffentlicht: Juli 2010

Letzte Aktualisierung: Februar 2011

Betrifft: Microsoft Hyper-V Server 2008 R2, Windows Server 2008 R2 with SP1

Dynamischer Arbeitsspeicher ist ein neues Feature von Hyper-V, mit dem physischer Arbeitsspeicher effizienter verwendet werden kann. Mit diesem Feature wird Arbeitsspeicher von Hyper-V als freigegebene Ressource behandelt, die automatisch zwischen ausgeführten virtuellen Computern verteilt werden kann. Dabei wird der Arbeitsspeicher, der dem virtuellen Computer zur Verfügung steht, in Übereinstimmung mit von Ihnen angegebenen Werten jeweils dem Bedarf des virtuellen Computers angepasst. Dynamischer Arbeitsspeicher ist für Hyper-V in Windows Server 2008 R2 Service Pack 1 (SP1) verfügbar. Sie können das Feature "Dynamischer Arbeitsspeicher" verfügbar machen, indem Sie das Service Pack auf die Hyper-V-Rolle in Windows Server 2008 R2 oder auf Microsoft Hyper-V  2008 R2 anwenden. Weitere Informationen zur Installation des Service Packs finden Sie im Bereitstellungshandbuch für Windows Server 2008 R2 mit SP1 und Windows 7 mit SP1 (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=192441).

Mit dynamischem Arbeitsspeicher können Sie Speicherressourcen effizienter nutzen. Vor der Einführung dieses Features konnte die Größe des verfügbaren Arbeitsspeichers nur geändert werden, wenn der virtuelle Computer deaktiviert war. Dynamischer Arbeitsspeicher ermöglicht es Hyper-V, dynamisch auf Änderungen der Arbeitsspeicherbedarfs für Arbeitsauslastungen oder ausgeführte Anwendungen auf virtuellen Computern zu reagieren und entsprechend mehr oder weniger Arbeitsspeicher zuzuweisen. Somit kann Arbeitsspeicher von Hyper-V effizienter auf die ausgeführten virtuellen Computer verteilt werden, die mit dynamischem Arbeitsspeicher konfiguriert sind. Mit dieser höheren Effizienz können, abhängig von Faktoren wie der Arbeitsauslastung, gleichzeitig mehr virtuelle Computer auf einem physischen Computer ausgeführt werden.

In dieser Anleitung werden die Anforderungen für dynamischen Arbeitsspeicher erläutert und die Konfiguration dieses neuen Features wird beschrieben. Es wird davon ausgegangen, dass Sie mit Hyper-V Erfahrung haben. Sie haben beispielsweise schon einmal die Hyper-V-Rolle hinzugefügt, einen virtuellen Computer erstellt und ein Betriebssystem (als Gastbetriebssystem bezeichnet) installiert. Sie können sich gegebenenfalls mit diesen Aufgaben in den ersten Schritten zu Hyper-V (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=196805) vertraut machen.

Für die Verwendung von dynamischem Arbeitsspeicher ist Folgendes erforderlich:

  • Ein Server mit Hyper-V und Windows Server 2008 R2 Service Pack 1. Anweisungen zum Installieren von SP1 finden Sie im Bereitstellungshandbuch für Windows Server 2008 R2 mit SP1 und Windows 7 mit SP1 (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=192441).

  • Virtuelle Computer unter Gastbetriebssystemen, die dynamischen Arbeitsspeicher unterstützen. Ein virtueller Computer muss unter einem in der folgenden Tabelle aufgeführten Gastbetriebssysteme und der entsprechenden Konfiguration ausgeführt werden.

     

    Gastbetriebssystem Editionen Konfigurationsanforderungen

    Windows Server 2008 R2

    Standard und Web Edition

    Installieren Sie Windows Server 2008 R2 SP 1 für das Gastbetriebssystem.

    Windows Server 2008 R2

    Enterprise und Datacenter Edition

    Führen Sie eines der folgenden Verfahren aus:

    • Installieren Sie Windows Server 2008 R2 SP 1 für das Gastbetriebssystem.

    • Aktualisieren Sie die Integrationsdienste des Gastbetriebssystems auf SP 1.

    noteHinweis
    Die Installation von Windows Server 2008 R2 SP1 ist die empfohlene Methode. Sie bietet den zusätzlichen Vorteil, dass alle in SP1 enthaltenen Updates ebenfalls installiert werden.

    Windows 7

    Ultimate und Enterprise Edition (32-Bit und 64-Bit)

    Führen Sie eines der folgenden Verfahren aus:

    • Installieren Sie Windows 7 SP1 für das Gastbetriebssystem.

    • Aktualisieren Sie die Integrationsdienste des Gastbetriebssystems auf SP 1.

    noteHinweis
    Die Installation von SP1 ist die empfohlene Methode. Sie bietet den zusätzlichen Vorteil, dass alle in SP1 enthaltenen Updates ebenfalls installiert werden.

    Windows Server 2008 mit Service Pack 2 (SP2)

    Standard und Web Edition (32-Bit und 64-Bit)

    Aktualisieren Sie die Integrationsdienste des Gastbetriebssystems auf SP 1.

    Installieren Sie einen Hotfix wie im Artikel 2230887 (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=206472) beschrieben.

    Windows Server 2008 mit Service Pack 2 (SP2)

    Enterprise und Datacenter Edition (32-Bit und 64-Bit)

    Aktualisieren Sie die Integrationsdienste des Gastbetriebssystems auf SP 1.

    Windows Vista mit Service Pack 1 (SP1)

    Ultimate und Enterprise Edition (32-Bit und 64-Bit)

    Aktualisieren Sie die Integrationsdienste des Gastbetriebssystems auf SP 1.

    Windows Server 2003 R2 mit Service Pack 2 (SP2)

    Standard, Web, Enterprise und Datacenter Edition (32-Bit und 64-Bit)

    Aktualisieren Sie die Integrationsdienste des Gastbetriebssystems auf SP 1.

    Windows Server 2003 mit Service Pack 2

    Standard, Web, Enterprise und Datacenter Edition (32-Bit und 64-Bit)

    Aktualisieren Sie die Integrationsdienste des Gastbetriebssystems auf SP 1.

noteHinweis
Die Verfahren in diesem Handbuch müssen unter einem Konto ausgeführt werden, das Mitglied der Gruppe "Administratoren" ist.

Durch die Verwendung von dynamischem Speicher ändert sich die Konfiguration eines virtuellen Computers. Diese Änderungen wirken sich auf dessen Kompatibilität mit Servern aus, auf denen frühere Versionen von Hyper-V ausgeführt werden. Entsprechende Kompatibilitätsprobleme treten auch auf, wenn ein virtueller Computer für die Verwendung von Microsoft RemoteFX konfiguriert ist, einem weiteren neuen Feature in SP1. Weitere Information zu diesen Überlegungen finden Sie im Bereitstellungshandbuch für Windows Server 2008 R2 mit SP1 und Windows 7 mit SP1 (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=192441).

Mit vier neuen Einstellungen für virtuelle Computer können Sie im Hyper-V-Manager dynamischen Arbeitsspeicher konfigurieren. In den folgenden Abschnitten erfahren Sie, wie die Features funktionieren und zusammenhängen. (Anweisungen zum Konfigurieren dieser Einstellungen finden Sie an späterer Stelle unter "Schritt 3: Konfigurieren von dynamischem Arbeitsspeicher" in dieser Anleitung.)

 

Einstellung Beschreibung

RAM beim Start

Gibt den erforderlichen Speicher zum Starten des virtuellen Computers an. Der Wert muss hoch genug sein, damit das Gastbetriebssystem starten kann. Gleichzeitig sollte der Wert jedoch so niedrig wie möglich sein, um eine optimale Arbeitsspeicherverwendung zu ermöglichen und potenziell höhere Konsolidierungsraten zu erzielen.

Maximaler RAM

Gibt die maximale Größe des Arbeitsspeichers an, die von diesem virtuellen Computer verwendet werden darf. Der Wert kann so niedrig wie der Arbeitsspeicherwert beim Start oder auf bis zu 64 GB festgelegt werden. Ein virtueller Computer kann jedoch nur so viel Arbeitsspeicher beanspruchen wie das vom Gastbetriebssystem unterstützte Maximum Beispiel: Wenn Sie 64 GB für einen virtuellen Computer angeben, auf dem ein Betriebssystem ausgeführt wird, das maximal 32 GB unterstützt, kann der virtuelle Computer nicht mehr als 32 GB nutzen.

Arbeitsspeicherpuffer

Gibt den Arbeitsspeicher an, der von Hyper-V nach Möglichkeit zugewiesen wird, im Vergleich zu dem tatsächlich von den Anwendungen und Diensten, die mit dem virtuellen Computer ausgeführt werden, benötigten Arbeitsspeicher. Der Speicherpuffer wird in Prozent angegeben, da die tatsächliche Speichergröße des Puffers beim Ausführen des virtuellen Computers den Änderungen in der Arbeitsspeichernutzung entsprechend variiert. In Hyper-V wird anhand von Leistungsindikatoren im virtuellen Computer zugesicherter Arbeitsspeicher identifiziert, um die aktuellen Speicheranforderungen des virtuellen Computer zu ermitteln und dann den als Puffer hinzuzufügenden Arbeitsspeicher zu berechnen. Der Puffer wird anhand der folgenden Formel bestimmt:

Größe des Speicherpuffers = tatsächlicher Arbeitsspeicherbedarf des virtuellen Computers / (Wert des Speicherpuffers / 100).

Beispiel: Beträgt der Wert, der dem Gastbetriebssystem zugesichert ist, 1000 MB bei einem Speicherpuffer von 20 %, versucht Hyper-V weitere 20 % (200 MB) zuzuordnen, sodass dem virtuellen Computer insgesamt 1200 MB physischer Arbeitsspeicher zugeordnet sind.

noteHinweis
Der Puffer wird nicht aufrechterhalten, wenn der verfügbare physische Speicher auf dem Computer nicht ausreicht, um jedem virtuellen Computer den von ihm angeforderten Speicherpuffer zur Verfügung zu stellen.

Arbeitsspeicherumfang

Gibt die Priorität an, nach der Arbeitsspeicher mit Hyper-V auf die virtuellen Computer verteilt werden soll, falls der im Computer verfügbare Speicher nicht ausreicht, um jedem virtuellen Computer den angeforderten Arbeitsspeicher zuzuweisen.

noteHinweis
Die Größe des Arbeitsspeichers kann nur bei ausgeschaltetem virtuellen Computer geändert werden. Sie können jedoch jederzeit den Puffer und die Gewichtung ändern.

  1. Identifizieren und Vorbereiten der virtuellen Computer

  2. Identifizieren des Arbeitsspeicherverbrauchs eines virtuellen Computers

  3. Konfigurieren der Einstellungen von dynamischem Arbeitsspeicher

  4. Bewerten und Vergleichen von Leistungsmesswerten

Wählen Sie die virtuellen Computer aus, die Sie zur Bewertung von dynamischem Arbeitsspeicher verwenden. Beachten Sie dabei, dass dynamischer Arbeitsspeicher vom Betriebssystem unterstützt werden muss. Diese Voraussetzung wird von allen im Abschnitt "Anforderungen" aufgeführten Gastbetriebssystemen erfüllt. Sie können vorhandene virtuelle Computer mit einem dieser Betriebssysteme verwenden, neue virtuelle Computer erstellen oder auch eine Kombination aus neuen und vorhandenen virtuellen Computern verwenden. Anweisungen zum Erstellen eines virtuellen Computer finden Sie in den ersten Schritten zu Hyper-V (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=196805).

Bereiten Sie die ausgewählten virtuellen Computer vor, indem Sie jeweils einen Treiber im Gastbetriebssystem installieren. Die erforderlichen Schritte für die Installation des Treibers hängen vom jeweiligen Gastbetriebssystem ab:

  • Windows Server 2008 R2 Standard Edition und Windows Server 2008 R2 Web Edition: Installieren Sie das Service Pack für das Gastbetriebssystem, anstatt die Integrationsdienste zu aktualisieren.

  • Windows Server 2008 mit SP2 Standard Edition und Windows Server 2008 mit SP2 Web Edition: Installieren Sie einen Hotfix wie im Artikel 2230887(http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=206472) beschrieben. Aktualisieren Sie anschließend die Integrationsdienste nach den folgenden Anweisungen.

  • Für Windows 7 müssen Sie das folgende Verfahren zum Aktualisieren der Integrationsdienste nicht ausführen. Sie können stattdessen das Service Pack installieren. Die Installation von SP1 ist die empfohlene Methode. Sie bietet den zusätzlichen Vorteil, dass alle in SP1 enthaltenen Updates ebenfalls installiert werden.

  • Verwenden Sie für Windows Vista, Windows Server 2003 R2 und Windows Server 2003 die folgenden Anweisungen zum Aktualisieren der Integrationsdienste.

  1. Schalten Sie den virtuellen Computer ein, wenn er noch nicht ausgeführt wird.

  2. Stellen Sie die Verbindung mit dem virtuellen Computer her. Klicken Sie im Hyper-V-Manager mit der rechten Maustaste auf den virtuellen Computer, und klicken Sie dann auf Verbinden.

  3. Melden Sie sich am Gastbetriebssystem mit einem Konto an, das Mitglied der Gruppe Administratoren ist.

  4. Klicken Sie im Menü "Aktion" von "Verbindung mit virtuellen Computern" auf Installationsdatenträger für Integrationsdienste einlegen.

  5. Wenn Setup nicht automatisch gestartet wird, wechseln Sie im Gastbetriebssystem zum CD/DVD-Laufwerk, und starten Sie Setup manuell. (Wechseln Sie z. B. zu D:\support\<Architektur>\setup, wobei <Architektur> "amd64" oder "x86" bezeichnen kann.)

  6. Klicken Sie auf OK, wenn Sie zum Aktualisieren oder Reparieren von Integrationsdiensten aufgefordert werden.

  7. Starten Sie den virtuellen Computer neu.

Sie können den Arbeitsspeicher bestimmen, den ein virtuellen Computer verbraucht, wenn dynamischer Arbeitsspeicher deaktiviert ist. Überprüfen Sie dazu ganz einfach die für den virtuellen Computer konfigurierte Größe des Arbeitsspeichers. Bei einem angehaltenen oder ausgeführten Computer mit deaktiviertem dynamischen Arbeitsspeicher steht dieser physische Arbeitsspeicher ausschließlich dem virtuellen Computer zur Verfügung. Dieser Arbeitsspeicher wird als statischer Arbeitsspeicher bezeichnet, da sich seine Größe auch bei Schwankungen des Speicherbedarfs nicht ändert. Solange dieser virtuelle Computer nicht ausgeschaltet wird, kann dieser Arbeitsspeicher von keinem anderen Computer verwendet werden.

  1. Öffnen Sie das Einstellungsfenster für den virtuellen Computer. Klicken Sie im Hyper-V-Manager mit der rechten Maustaste auf den virtuellen Computer, und klicken Sie dann auf Einstellungen.

  2. Klicken Sie im linken Bereich unter Hardware auf Arbeitsspeicher.

  3. Überprüfen Sie auf der Seite "Arbeitsspeicher" unter Speicherverwaltung die Größe des unter Statisch aufgeführten Arbeitsspeichers.

Führen Sie zum Konfigurieren von dynamischem Arbeitsspeicher die folgenden Schritte aus.

  1. Fahren Sie jeden virtuellen Computer herunter, für den Sie dynamischen Arbeitsspeicher konfigurieren möchten.

  2. Öffnen Sie für jeden virtuellen Computer das Einstellungsfenster. Klicken Sie im Hyper-V-Manager mit der rechten Maustaste auf den virtuellen Computer, und klicken Sie dann auf Einstellungen.

  3. Klicken Sie im linken Bereich unter Hardware auf Arbeitsspeicher.

  4. Klicken Sie auf der Seite "Arbeitsspeicher" unter Speicherverwaltung auf Dynamisch.

  5. Legen Sie den Arbeitsspeicher für RAM beim Start und Maximaler RAM fest. Die geeigneten Werte für RAM beim Start finden Sie im Anhang. Geben Sie für Maximaler RAM einen Wert ein, der zusätzlichen Speicherbedarf berücksichtigt, jedoch den Arbeitsspeicher nicht übersteigt, den ein virtuellen Computers beanspruchen soll.

  6. Verwenden Sie zum Anpassen des Speicherpuffers für den virtuellen Computer den Schieberegler, um den entsprechenden Prozentsatz festzulegen.

  7. Legen Sie mit dem Schieberegler die relative Gewichtung fest, wenn Sie dem virtuellen Computer eine höhere oder niedrigere Priorität als anderen virtuellen Computern bei der Speicherzuordnung zuweisen möchten.

  8. Schalten Sie den virtuellen Computer ein.

  9. Handelt es sich bei dem Gastbetriebssystem um Windows 7, melden Sie sich erneut am Gastbetriebssystem an, um die Konfiguration abzuschließen.

Nachdem dynamischer Arbeitsspeicher auf dem virtuellen Computer aktiviert wurde, ändert sich der Arbeitsspeicher, der dem virtuellen Computer zugeordnet ist, dem Bedarf entsprechend. Sie können anhand zweier grundlegender Verfahren bewerten, wie sich der Arbeitsspeicherverbrauch eines virtuellen Computers bei der Verwendung von dynamischem Arbeitsspeicher ändert:

  • Sie können die aktuellen Informationen im Detailbereich des Hyper-V-Managers überprüfen.

  • Sie können Leistungsindikatoren hinzufügen und die Änderungen im Arbeitsspeicherverbrauch über einen bestimmten Zeitraum überwachen.

In den folgenden Schritten werden beide Methoden beschrieben.

Nach der Installation von SP1 auf einem Server mit Hyper-V werden drei Spalten im Bereich "Virtuelle Computer" des Hyper-V Managers angezeigt. In diesen Spalten können Sie aktuelle Informationen einsehen und beobachten, wie sich die Werte bei der Ausführung verschiedener Vorgänge ändern.

  • Zugewiesener Speicher zeigt den physischen Arbeitsspeicher, der derzeit dem virtuellen Computer zugeordnet ist.

  • Die Spalte Speicherbedarf zeigt den Arbeitsspeicher an, den der virtuelle Computer derzeit zum Ausführen der aktiven Prozesse benötigt. Dieser Wert stellt basierend auf den von Leistungsindikatoren erhaltenen Daten den insgesamt zugesicherten Arbeitsspeicher dar.

  • Speicherstatus zeigt, wie viel des für den virtuellen Computer angegebenen Speicherpuffers dem virtuellen Computer derzeit zur Verfügung steht. Der Status wird folgendermaßen gemeldet:

    • OK gibt an, dass ausreichend physischer Arbeitsspeicher verfügbar ist, um dem virtuellen Computer den gesamten Speicherpuffer bereitzustellen.

    • Niedrig gibt an, dass der aktuell dem virtuellen Computer als Puffer zugewiesene Arbeitsspeicher niedriger ist als der Puffer, der von Hyper-V als erforderlich ermittelt wurde.

    • Warnung gibt an, dass nicht genügend physischer Arbeitsspeicher verfügbar ist, um dem virtuellen Computer einen Speicherpuffer zuzuweisen.

SP1 enthält neue Hyper-V-Leistungsindikatoren zur Überwachung des Arbeitsspeichers, der virtuellen Computern mit aktiviertem dynamischen Arbeitsspeicher zugeordnet wird. Die neuen Leistungsindikatoren sind in zwei neuen Leistungsindikatorgruppen von Hyper-V enthalten: Hyper-V Dynamischer Arbeitsspeicherausgleich und Hyper-V Dynamischer Arbeitsspeicher für virtuelle Computer. Sie können mithilfe der Leistungsindikatoren dieser Gruppen Datensammlersätze erstellen, mit denen Sie die von den Indikatoren gesammelten Daten erfassen und analysieren können. Sie können beispielsweise das wiederholte Sammeln von Datensammlersätzen zum Erstellen von Protokollen planen, Datensammlersätze zur Anzeige von Echtzeitdaten in den Systemmonitor laden und Datensammlersätze als Vorlage zur Verwendung auf anderen Computern speichern.

  1. Starten Sie den Systemmonitor, und fügen Sie einen oder mehrere der neuen Leistungsindikatoren hinzu.

    1. Klicken Sie auf Start, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Computer, und klicken Sie dann auf Verwalten. Klicken Sie in der MMC-Navigationsstruktur (Microsoft Management Console) auf Zuverlässigkeit und Leistung.

    2. Erweitern Sie in der Navigationsstruktur Zuverlässigkeit und Leistung, erweitern Sie Überwachungstools, und klicken Sie auf Systemmonitor.

    3. Klicken Sie in der Menüleiste über der grafischen Darstellung des Systemmonitors auf die Schaltfläche Hinzufügen (+), oder klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine beliebige Stelle in der Darstellung, und klicken Sie dann in dem Menü auf Leistungsindikatoren hinzufügen. Das Dialogfeld Leistungsindikatoren hinzufügen wird geöffnet.

    4. Suchen Sie in der Liste im Abschnitt Verfügbare Leistungsindikatoren nach "Hyper-V Dynamischer Arbeitsspeicher für virtuelle Computer", und klicken Sie dann auf das Pluszeichen (+), um die Gruppe zu erweitern. Wählen Sie einen oder mehrere Leistungsindikatoren dieser Gruppe aus (z. B. Aktuelle Auslastung und Gast - Sichtbarer physischer Arbeitsspeicher, und klicken Sie dann auf Hinzufügen. Klicken Sie auf OK, um das Dialogfeld zu schließen.

  2. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine beliebige Stelle im Darstellungsbereich des Systemmonitors, zeigen Sie auf Neu, und klicken Sie dann auf Datensammlersatz. Der Assistent zum Erstellen eines neuen Datensammlersatzes wird gestartet. Der erstellte Datensammlersatz enthält alle Datensammler, die in der aktuellen Ansicht des Systemmonitors ausgewählt wurden.

  3. Geben Sie einen Namen für den Datensammlersatz ein, und klicken Sie auf Weiter.

  4. Das Stammverzeichnis enthält die vom Datensammlersatz gesammelten Daten. Ändern Sie diese Einstellung, wenn Sie die Daten des Datensammlersatzes nicht am Standardort speichern möchten. Navigieren Sie zu dem Verzeichnis, und wählen Sie es aus, oder geben Sie den Verzeichnisnamen ein.

    noteHinweis
    Bei einer manuellen Eingabe des Verzeichnisnamens dürfen Sie am Ende des Verzeichnisnamens keinen umgekehrten Schrägstrich eingeben.

  5. Klicken Sie auf Weiter, um einen Benutzer zu definieren, unter dem der Datensammlersatz ausgeführt werden soll, oder klicken Sie auf Fertig stellen, um die aktuellen Einstellungen zu speichern und den Assistenten zu beenden.

Weitere Informationen zur Verwendung von Datensammlersätzen finden Sie im Abschnitt "Szenario 3: Erstellen eines Sammlungssatzes in der Leistungsüberwachung" der schrittweisen Anleitung für die Leistungs- und Zuverlässigkeitsüberwachung in Windows Server 2008 (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=196705).

Im Hyper-V-Manager werden keine Echtzeitinformationen zum Arbeitsspeicher angezeigt

Wenn die Spalten zum Arbeitsspeicher im Detailbereich des Hyper-V-Managers keine Informationen für einen ausgeführten virtuellen Computer mit aktiviertem dynamischen Arbeitsspeicher enthalten, überprüfen Sie Folgendes:

  • Vergewissern Sie sich im Abschnitt "Anforderungen" in dieser Anleitung, dass das Gastbetriebssystem dynamischen Arbeitsspeicher unterstützt. Stellen Sie sicher, dass das Gastbetriebssystem ordnungsgemäß konfiguriert wurde. Beispiele: Die Integrationsdienste wurden aktualisiert oder das Service Pack wurde installiert.

  • Wenn Sie vor dem Ausführen aller erforderlichen Konfigurationen den dynamischen Arbeitsspeicher aktiviert haben, starten Sie den virtuellen Computer neu.

Der virtuelle Computer verbraucht zu viel Arbeitsspeicher

Wenn ein virtueller Computer mit aktiviertem dynamischem Arbeitsspeicher zu viel Arbeitsspeicher zu verbrauchen scheint oder bei unzureichendem Arbeitsspeicher des physischen Computers keinen Speicher freigibt, können Sie den vom virtuellen Computer verwendeten Arbeitsspeicher einschränken. Legen Sie dazu für die Einstellung "Maximaler RAM" einen niedrigeren Wert fest.

Möglicherweise wird der vom Task-Manager im Gastbetriebssystem gemeldete Arbeitsspeicher nicht verringert, wenn ein virtueller Computer weniger Arbeitsspeicher verwendet. Das liegt daran, dass vom Treiber der maximale Arbeitsspeicherverbrauch des Gastbetriebssystem seit dem Start gemeldet wird.

Die Leistung ist schwach

Wenn Sie nach dem Aktivieren von dynamischem Arbeitsspeicher für einen virtuellen Computer mit der Leistung nicht zufrieden sind, können Sie zur Verbesserung der Leistung eine oder mehrere der folgenden Konfigurationsänderungen vornehmen.

  • Erhöhen Sie die Größe der Auslagerungsdatei im Gastbetriebssystem. Ist die Auslagerungsdatei größer, kann bei einem plötzlich steigenden Arbeitsspeicherbedarf des ausgeführten virtuellen Computers mehr Speicher zugewiesen werden. Dadurch verbessert sich auch die Leistung, wenn physischer Arbeitsspeicher nur beschränkt verfügbar ist.

  • Erhöhen Sie den Speicherpuffer, der für den virtuellen Computer konfiguriert ist. Bei einem größeren Speicherpuffer wird dem virtuellen Computer mehr Arbeitsspeicher zugewiesen im Vergleich zum benötigten Arbeitsspeicher von den Anwendungen und Diensten, die mit dem virtuellen Computer ausgeführt werden. Dieser zusätzliche Arbeitsspeicher kann zum Zwischenspeichern von Dateien verwendet werden und kann die Leistung von E-/A-intensiven Anwendungen und Diensten verbessern.

  • Erhöhen Sie den Start-RAM für den virtuellen Computer. Bei einigen Anwendungen hat der zugewiesene Arbeitsspeicher abhängig vom Arbeitsspeicher, der beim Start der Anwendung verfügbar ist, eine feste Größe. Diese Anwendungen funktionieren bei höheren Werten für den Start-RAM besser. Wenn eine schwache Leistung darauf basiert, dass dem virtuellen Computer zu viel Arbeitsspeicher entzogen wird, kann eine Erhöhung des Werts für den Start-RAM das Problem entsprechend beheben.

    noteHinweis
    Durch eine Erhöhung des Werts für den Start-RAM verringert sich insgesamt die Flexibilität und Effizienz von dynamischem Arbeitsspeicher.

  • Erhöhen Sie die Speichergewichtung des virtuellen Computers. Der verfügbare physische Speicher wird von Hyper-V zuerst diesem virtuellen Computer und dann erst virtuellen Computern mit einer niedrigeren Speichergewichtung zugewiesen.

Der Arbeitsspeicher nimmt nicht zu

Wenn sich der Arbeitsspeicher bei einem virtuellen Computer mit aktiviertem dynamischen Arbeitsspeicher nicht erhöht, überprüfen Sie Folgendes:

  • Stellen Sie durch einen Vergleich des Werts von Maximaler RAM mit dem Wert von Zugewiesener Speicher fest, ob der virtuelle Computer mit dem maximalen Arbeitsspeicher ausgeführt wird.

  • Überprüfen Sie den verfügbaren Platz auf dem physischen Laufwerk, auf dem sich der virtuelle Computer befindet. (Der Standardort ist C:\ProgramData\Microsoft\Windows\Hyper-V.) Bei dynamischem Arbeitsspeicher erhöht sich die Größe von Dateien mit dem gespeicherten Status, wenn dem virtuellen Computer Arbeitsspeicher hinzugefügt wird.

Der verfügbare Arbeitsspeicher ist im Verwaltungsbetriebssystem zu gering

Von Hyper-V wird automatisch der Arbeitsspeicher berechnet, der für die ausschließliche Verwendung durch das Verwaltungsbetriebssystem reserviert werden muss. Dieser Arbeitsspeicher wird zum Ausführen von Virtualisierungsdiensten verwendet. Gehört der Computer zu einem Failovercluster, wird von Hyper-V auch ausreichend Arbeitsspeicher zum Ausführen der Failoverclusterdienste reserviert. Wenn vom Verwaltungsbetriebssystem jedoch noch weitere Rollen oder Features ausgeführt werden, ist der reservierte Arbeitsspeicher möglicherweise zu gering. Sie können die Registrierung ändern, um mehr Arbeitsspeicher anzugeben.

WarningWarnung
Durch eine fehlerhafte Bearbeitung der Registrierung können schwerwiegende Schäden am System verursacht werden. Bevor Sie Änderungen an der Registrierung vornehmen, sollten Sie alle wichtigen Computerdaten sichern.

  1. Klicken Sie auf Start, klicken Sie in das Feld Suche starten, geben Sie "regedit" ein, und drücken Sie dann die EINGABETASTE.

  2. Klicken Sie im Dialogfeld "Benutzerkontensteuerung" auf Ja.

  3. Erweitern Sie in der Navigationsstruktur HK_LOCAL_MACHINE, SOFTWARE, MICROSOFT, WINDOWS NT und anschließend "CurrentVersion".

  4. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Virtualization, zeigen Sie auf Neu, und klicken Sie dann auf DWORD.

  5. Nennen Sie den neuen Wert MemoryReserve.

  6. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf MemoryReserve, und klicken Sie dann auf Ändern. Legen Sie Wert auf den zu reservierenden Arbeitsspeicher fest.

Vom Gastbetriebssystem wird keine vollständige Speicherabbilddatei erstellt

Die Auslagerungsdatei muss groß genug zum Speichern der Abbilddatei sein. Die Größe der Auslagerungsdatei wird vom Gastbetriebssystem bei aktiviertem dynamischen Arbeitsspeicher mit dem Wert des Arbeitsspeichers beim Start bestimmt, der für den virtuellen Computer konfiguriert ist. Legen Sie die Größe der Auslagerungsdatei auf den maximalen Arbeitsspeicher fest, der für den virtuellen Computer konfiguriert ist. Damit stellen Sie sicher, dass die Größe der Auslagerungsdatei zum Speichern der vollständigen Speicherabbilddatei ausreicht.

In der folgenden Tabelle wird der empfohlene Start-RAM für Gastbetriebssysteme bei aktiviertem dynamischen Arbeitsspeicher aufgeführt.

 

Gastbetriebssystem RAM beim Start

Windows Server 2008 R2 Enterprise Edition

512 MB

Windows Server 2008 R2 Datacenter Edition

512 MB

Windows 7 Ultimate Edition

512 MB

Windows 7 Enterprise Edition

512 MB

Windows Server 2008 Enterprise Edition

512 MB

Windows Server 2008 Datacenter Edition

512 MB

Windows Vista Ultimate Edition

512 MB

Windows Vista Enterprise Edition

512 MB

Windows Server 2003 R2 Enterprise Edition

128 MB

Windows Server 2003 R2 Datacenter Edition

128 MB

Windows Server 2003 Enterprise Edition

128 MB

Windows Server 2003 Datacenter Edition

128 MB

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