(0) exportieren Drucken
Alle erweitern

Leistungsaspekte und Ansätze für BI-Planungslösungen und -Szenarien

SharePoint 2010
 

Gilt für: SharePoint Server 2010 Enterprise

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2011-01-28

Inhalt dieses Artikels

  • Halten Sie die Dimensionsgrößen entsprechend den Anforderungen des Planungsprozesses so klein wie möglich.

  • Beschränken Sie die Anzahl der Dimensionen in einem Cube entsprechend den Planungsanforderungen auf ein Minimum.

  • Vermeiden Sie nach Möglichkeit MdxScript-Berechnungen, und nutzen Sie stets clientseitige Berechnungen, z. B. blattinterne Excel- oder relationale Berechnungen, die für eine regelmäßige Ausführung geplant sind (Währungsumrechnung).

  • Überprüfen Sie bei Verwenden von MdxScript-Regeln nicht nur sorgfältig die logische Richtigkeit, sondern auch deren Leistung. Mitunter kann die MdxScript-Anweisung zum Erzielen einer wesentlich besseren Leistung geändert werden, indem sie ein wenig anders, aber mit derselben logischen Entsprechung geschrieben wird.

  • Vermeiden Sie sehr tiefe Computerhierarchien.

  • Vermeiden Sie beim Entwerfen von Berichten und Eingabeformularen komplexe MDX-Abfragen. Abfragen mit einer WITH-Anweisung und anderen berechneten Elementen bewirken, dass der Computer mit Microsoft SQL Server Analysis Services (SSAS) eine eingeschränkte Zwischenspeicherlogik verwendet, was zu Skalierungs- und Leistungseinbußen führt.

  • Erstellen Sie beim Arbeiten mit einer großen Datenmenge mehrere Partitionen, um statische und veränderliche Daten optimal zu verwalten.

  • Vermeiden Sie Sicherheit auf Zellebene in den Rollensicherheitsdefinitionen, da die Zwischenspeicherlogik eingeschränkt wird, sobald Sicherheitseinstellungen auf Zellebene gelten.

  • Entwerfen Sie Formulare (PivotTables), bei denen die Anzahl der Zellen mithilfe von Filtern und Slicern begrenzt wird. Entwerfen Sie also das Formular nicht mit allen sichtbaren Dateneingabemöglichkeiten, sondern stellen Sie einen Filter oder Slicer bereit, damit das Layout bzw. die Größe des Formulars aus Layoutsicht einheitlich bleibt und anschließend durch Ändern des Slicers pivotiert wird.

  • Bei mehreren PivotTables verlängern sich Abfrage- und Antwortzeit. Die Anzahl der PivotTables muss sowohl auf dem betreffenden Blatt als auch in der betreffenden Arbeitsmappe begrenzt werden.

  • Legen Sie beim Entwerfen von Formularen und Berichten den Standard für die Filter auf das Element auf der niedrigsten Hierarchieebene fest. Dadurch kann bei Standardabfragen auf unnötige Aggregationsberechnungen für den Cube verzichtet werden.

  • Belassen Sie umfassende Änderungen nicht auf Clientseite (z. B. Rückschreibeänderungen von Excel-PivotTables), sondern veröffentlichen Sie diese Änderungen schrittweise auf dem Server zum Erzielen einer optimalen Laufzeitleistung von SQL Server Analysis Services.

  • Bei Remotebenutzern im WAN sind die Netzwerkverbindungen und Antwortzeiten ggf. langsamer. Zur Unterstützung dieser Benutzer kann Folgendes hilfreich sein:

  • Stellen Sie ihnen eine eigene SQL Server-/SharePoint-Instanz in größerer Nähe zu ihrem physischen Standort zur Verfügung.

  • Stellen Sie ihnen einen Remotedesktopdienste-Zugriff auf Excel auf einem Computer in größerer Nähe zum Server mit SQL Server/SharePoint zur Verfügung.

Weitere Informationen finden Sie im SQL Server 2008 White Paper: Analysis Services Performance Guide - Deutsch.

ETL-Aspekte

ETL ist der Prozess des Extrahierens von Daten aus Quellsystemen, die transformiert und anschließend in das Datenmodell geladen werden. SQL Server Integration Services ist die Hauptanwendung von Microsoft für das Arbeiten mit ETL-Prozessen. Datenintegratoren entwerfen SSIS-Pakete mithilfe von Microsoft Business Intelligence Development Studio (BIDS), was die folgenden Vorteile bringt:

  • Zugriff auf eine große Bibliothek mit integrierter ETL-Logik für Vorgänge wie das Zusammenführen von DataSets, Nachschlagen in Spalten, Fehlerbehandlung usw.

  • Schnelle Datenübertragungen für das Laden von Daten aus der Quelle in das Ziel

  • Benutzeroberfläche zum Visualisieren des ETL-Prozesses

ETL-Pakete für die Planung können in die folgenden Bereiche unterteilt werden:

  • Datenimport für Dimensionen, Hierarchien und Fakten

  • Datenexport aus Faktentabellen zurück in Quellsysteme

Für unsere Lösung erstellen wir Stagingtabellen für alle Dimensionen, Hierarchien und Faktentabellen in unserer relationalen Datenbank. Die Stagingtabellen dienen anfänglich als Zieltabellen für das Laden von Daten aus dem Quellsystem. Der ETL-Prozess kann auch ohne Stagingtabellen erfolgen, da SSIS die meisten Daten speicherintern transformieren und direkt in die Lösungstabellen laden kann. Doch Stagingtabellen haben die folgenden Vorteile:

  • Momentaufnahme der Tabellen und Beziehungen im Quellsystem zum Vereinfachen der Arbeit mit einer Version der Daten, ohne das Risiko einzugehen, den Zugriff auf das Quellsystem zu verlieren oder unerwarteten Datenänderungen zu unterliegen.

  • Einfache Überwachung der Stagingdaten vor der Übertragung in die Lösungstabellen. Sie können z. B. nach einer Überprüfung der Stagingtabellen auf Richtigkeit einen Massenladevorgang in alle Lösungstabellen durchführen.

Nach dem Laden der Daten in Stagingtabellen und Abschluss der erforderlichen Transformationen kann das Laden der Daten aus den Staging- in die Lösungstabellen beginnen. Mithilfe von SSIS ist dieser Ladevorgang so einfach wie das Zuordnen der Spalten in der Quelltabelle zu den Spalten in der Zieltabelle. SSIS bietet für den ETL-Prozess viele verschiedene leistungsstarke Funktionen, die im folgenden Whitepaper detaillierte behandelt werden: Einführung in SQL Server 2008 Integration Services.

TippTip
Stellen Sie das SQL Server-Wiederherstellungsmodell für ETL-Vorgänge auf "Einfach" ein. Dadurch wird die Leistung verbessert, da der Aufwand unnötiger Datenbankprotokollierungsvorgänge nicht anfällt.

In den meisten Szenarien müssen nach Abschluss eines Planungsprozesses die Ergebnisse erfasst und für den Rückexport in das Quellsystem verarbeitet werden, in dem die Daten dauerhaft gespeichert und für Berichtsanforderungen zur Verfügung gestellt werden.

Da die Daten bei unserer Lösung bereits in den Faktentabellen normalisiert gespeichert sind, erfordert das Vorbereiten der Daten auf den Export nur einige einfache Verknüpfungen mit den Dimensionstabellen.

Der Datenexport sich kann jedoch etwas schwieriger gestalten, wenn die Daten, die Sie exportieren möchten, nicht in Ihrer Faktentabelle bzw. nur als Berechnungen für den Cube vorhanden sind. Was ist dann zu tun? Die Antwort besteht im Anwenden verteilter Adhoc-Abfragen auf den OLAP-Cube. (Weitere Informationen finden Sie unter Leitfaden für die Planungsmodellierung und Berichterstellung für BI-Planungslösungen und -Szenarien.)

Sicherheit für die SSAS-Datenbank muss mithilfe von Sicherheitsrollen definiert werden. Dabei sollten die Sicherheitseinstellungen zur Optimierung der Leistung so einfach wie möglich gehalten werden.

Die höchste Sicherheitsebene ist die Datenbanksicherheit, und es wird empfohlen, dass jeder Information Worker, der Zugriff auf das Datenmodell benötigt, zumindest die Berechtigung "Definition lesen" für die Datenbank hat.

Die zweitwichtigste Sicherheitsebene wird für den Cube festgelegt und steuert, an welchen Stellen für einzelne Cubes ein schreibgeschützter, eine Lese-/Schreib- oder kein Zugriff gilt.

Die nächste Sicherheitsebene stellen die Dimensionen dar. Sie können festlegen, dass einzelne Elemente einer Dimension angezeigt oder ausgeblendet werden. Zur Optimierung der Lösung von SQL Server Analysis Services sollten die Dimensionen die letzte Sicherheitsebene sein.

Wenn Sie Sicherheitseinstellungen für die niedrigste Zugriffsebene festlegen wollten, wäre dies die Zellebene. Dies wirkt sich jedoch negativ aus, da die Zwischenspeicherlogik für Abfragen von Benutzern stark eingeschränkt würde, die die Sicherheit auf Zellebene definiert haben.

Sie können Sicherheitsrollen für Ihre SQL Server Analysis Services-Datenbank mithilfe von Microsoft SQL Server Business Intelligence Development Studio (BIDS) erstellen.

Wichtig ist der Hinweis, dass BIDS zum Definieren überaus komplexer Konfigurationen für die Sicherheit dienen kann und vom Administrator hinsichtlich Einrichtung und Verwaltung weitere technische Kenntnisse erfordert. Sicherheitseinstellungen können jedoch auch an anderer Stelle festgelegt werden, z. B. mithilfe einer strukturierten Kalkulationstabelle oder einer mit SharePoint verknüpften Tabelle, die an das Übersetzungsmodul übergeben werden kann und letztlich die OLAP-Sicherheit entsprechend aktualisiert.

Dynamische Sicherheitseinstellungen für SQL Server 2008 Analysis Services können auch für Fälle eingerichtet werden, bei denen SQL Server Analysis Services-Standardrollen nicht ausreichen, um alle vorhandenen komplexen Beziehungen abzudecken, z. B. wenn

  • jeder Information Worker Zugriff auf eine bestimmte Gruppe von Dimensionselementen benötigt.

  • es mehrere Überlappungen bei den Anforderungen an die Dimensionssicherheit gibt, d. h. verschiedenen Information Workern sind viele eindeutige Kombinationen von Dimensionselementen zugewiesen.

Fanden Sie dies hilfreich?
(1500 verbleibende Zeichen)
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Anzeigen:
© 2014 Microsoft