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Hyper-V: Übersicht

Veröffentlicht: Februar 2012

Letzte Aktualisierung: Mai 2013

Betrifft: Windows Server 2012

TipTipp
Hyper-V wurde unter Windows Server 2012 verbessert. Lesen Sie das Evaluierungshandbuch, und laden Sie die Testversion von Windows Server 2012 herunter.

In diesem Thema wird die Hyper-V-Rolle in Windows Server 2012 behandelt. Die Beschreibung umfasst praktische Anwendungsmöglichkeiten für die Rolle, die wichtigste neue oder aktualisierte Funktionalität dieser Version im Vergleich zu früheren Versionen von Hyper-V, Hardwareanforderungen und eine Liste der Betriebssysteme (so genannte Gastbetriebssysteme), deren Verwendung auf einem Hyper-V-basierten virtuellen Computer unterstützt wird.

Meinten Sie…

Die Hyper-V-Rolle ermöglicht es Ihnen, eine virtuelle Computerumgebung zu erstellen und zu verwalten, indem Sie die in Windows Server 2012 integrierte Virtualisierungstechnologie verwenden. Durch die Installation der Hyper-V-Rolle werden die erforderlichen Komponenten installiert. Die Installation von Verwaltungstools ist optional. Zu den erforderlichen Komponenten gehören der Windows-Hypervisor, der Hyper-V-Verwaltungsdienst für virtuelle Computer, der Virtualisierungs-WMI-Anbieter sowie weitere Virtualisierungskomponenten, beispielsweise der Bus des virtuellen Computers (VMbus), der Virtualisierungsdienstanbieter (Virtualization Service Provider, VSP) und der Virtualisierungsinfrastrukturtreiber (Virtual Infrastructure Driver, VID).

Die Verwaltungstools für die Hyper-V-Rolle umfassen Folgendes:

  • GUI-basierte Verwaltungstools: Hyper-V-Manager, ein MMC-Snap-In (Microsoft Management Console) und das Tool "Verbindung mit virtuellem Computer", das den Zugriff auf die Videoausgabe eines virtuellen Computers bietet und somit die Interaktion mit dem virtuellen Computer ermöglicht.

  • Hyper-V-spezifische Cmdlets für Windows PowerShell Windows Server 2012 umfasst ein Hyper-V-Modul, das den befehlszeilengestützten Zugriff auf die gesamte über die GUI verfügbare Funktionalität sowie auf Funktionalität ermöglicht, die nicht über die GUI zugänglich ist. Weitere Informationen zum Hyper-V-Modul finden Sie im Thema zum Hyper-V-Modul für Windows PowerShell.

Wenn Sie den Server-Manager verwenden, um die Hyper-V-Rolle zu installieren, sind die Verwaltungstools eingeschlossen, es sei denn, Sie schließen sie explizit aus. Wenn Sie Windows PowerShell verwenden, um die Hyper-V-Rolle zu installieren, sind die Verwaltungstools standardmäßig nicht eingeschlossen. Zum Installieren der Tools verwenden Sie den Parameter "–IncludeManagementTools". Anweisungen zum Installieren der Hyper-V-Rolle finden Sie im Thema zum Installieren der Hyper-V-Rolle und Konfigurieren eines virtuellen Computers.

noteHinweis
Die Hyper-V-Verwaltungstools in Windows Server 2012 dienen ausschließlich zur Verwaltung dieser Version von Hyper-V. Die Tools können nicht verwendet werden, um frühere Versionen von Hyper-V zu verwalten.

Mit der Hyper-V-Technologie wird Hardware virtualisiert, um eine Umgebung zu schaffen, in der Sie auf einem einzigen physischen Computer mehrere Betriebssysteme gleichzeitig ausführen können. Hyper-V ermöglicht es Ihnen, virtuelle Computer und ihre Ressourcen zu erstellen und zu verwalten. Jeder virtuelle Computer ist ein isoliertes, virtualisiertes Computersystem, auf dem ein eigenes Betriebssystem ausgeführt werden kann. Das Betriebssystem, das innerhalb eines virtuellen Computers ausgeführt wird, wird Gastbetriebssystem genannt.

Weitere Informationen zur Architektur von Hyper-V finden Sie im Thema zu Hyper-V-Komponentenarchitektur in Windows Server 2012: Poster.

Hyper-V bietet eine Infrastruktur für die Virtualisierung von Anwendungen und Arbeitsauslastungen, um auf diese Weise verschiedene Unternehmensziele zu unterstützen, bei denen es um die Steigerung der Effizienz und die Senkung von Kosten geht. Beispiele:

  • Aufbauen oder Erweitern einer privaten Cloud-Umgebung Mit Hyper-V können Sie die Verwendung gemeinsam genutzter Ressourcen unterstützen oder ausweiten und die Nutzung bei verändertem Bedarf anpassen, um auf diese Weise flexiblere, bedarfsorientierte IT-Dienste bereitzustellen.

  • Verbessern der Hardwarenutzung Durch die Konsolidierung von Servern und Arbeitsauslastungen auf einer geringeren Anzahl leistungsfähigerer physischer Computer können Sie den Verbrauch von Ressourcen wie Strom oder Stellfläche reduzieren.

  • Verbessern der Geschäftskontinuität Hyper-V kann dazu beitragen, die Auswirkungen sowohl geplanter als auch nicht geplanter Downtime auf Arbeitsauslastungen zu minimieren.

  • Aufbauen oder Erweitern einer virtuellen Desktopinfrastruktur (VDI). Eine zentralisierte Desktopstrategie mit einer VDI kann zur Steigerung der Unternehmensflexibilität und Datensicherheit beitragen und darüber hinaus die Einhaltung von Richtlinien und die Verwaltung des Desktopbetriebssystems und von Anwendungen vereinfachen. Stellen Sie Hyper-V und den Remotedesktop-Virtualisierungshost (RD-Virtualisierungshost) auf dem gleichen physischen Computer bereit, um persönliche virtuelle Desktops oder virtuelle Desktoppools für die Benutzer verfügbar zu machen.

  • Steigern der Effizienz im Rahmen von Entwicklungs- und Testaktivitäten Mithilfe von virtuellen Computern können Sie verschiedene Arbeitsumgebungen reproduzieren, ohne all die Hardwareressourcen erwerben und warten zu müssen, die Sie andernfalls benötigen würden.

Hyper-V in Windows Server 2012 bietet Verbesserungen in vielen Bereichen. In der folgenden Tabelle sind die wichtigsten Funktionalitätsänderungen in dieser Version von Hyper-V aufgeführt. Weitere Informationen zu diesen Änderungen sowie zu weiteren Funktionalitätsänderungen, die hier nicht aufgeführt sind, finden Sie unter Neues in Hyper-V.

 

Feature/Funktionalität Neu oder aktualisiert Zusammenfassung

Hyper-V für Clients (Hyper-V in Windows® 8 Pro)

Neu

Dient zum Erstellen und Ausführen von Hyper-V-basierten virtuellen Computern unter Verwendung eines Windows-Desktopbetriebssystems.

Hyper-V-Modul für Windows PowerShell

Neu

Ermöglicht es, Windows PowerShell-Cmdlets zu verwenden, um eine Hyper-V-Umgebung zu erstellen und zu verwalten.

Hyper-V-Replikat

Neu

Dient zum Replizieren virtueller Computer zwischen Speichersystemen, Clustern und Rechenzentren, um Geschäftskontinuität und die Notfallwiederherstellung zu unterstützen.

Livemigration

Aktualisiert

Dient zum Ausführen der Livemigrationen auf virtuellen Computern, unabhängig davon, ob sie sich in einem Cluster befinden. Auch die Durchführung mehrerer Livemigrationen gleichzeitig ist möglich.

Deutlich größerer Umfang und mehr Belastbarkeit

Aktualisiert

Ermöglicht es, deutlich größere Computer- und Speicherressourcen als bislang zu nutzen. Die verbesserte Behandlung von Hardwarefehlern erhöht die Belastbarkeit und Stabilität der virtuellen Umgebung.

Weitere Informationen finden Sie unter Hyper-V Scalability in Windows Server 2012.

Speichermigration

Neu

Ermöglicht es, virtuelle Festplatten – ohne Downtime – von aktiven virtuellen Computern zu anderen Speicherorten zu verlagern.

Virtueller Fibre Channel

Neu

Ermöglicht es, von einem Gastbetriebssystem aus eine Verbindung zu Fibre Channel-Speicher herzustellen.

Format der virtuellen Festplatte

Aktualisiert

Ermöglicht das Erstellen stabiler, leistungsstarker virtueller Festplatten mit bis zu 64 Terabyte.

Virtueller Switch

Aktualisiert

Neue Funktionen wie die Netzwerkvirtualisierung, die Unterstützung der Mehrinstanzenfähigkeit sowie Erweiterungen, die Microsoft-Partner bereitstellen können, um Funktionalität für das Überwachen, Weiterleiten und Filtern von Paketen hinzuzufügen.

Für Hyper-V ist ein 64-Bit-Prozessor erforderlich, der Folgendes einschließt:

  • Hardwareunterstützte Virtualisierung. Diese ist für Prozessoren mit Virtualisierungsoption verfügbar, insbesondere für Prozessoren mit Intel VT- (Intel Virtualization Technology) oder AMD-V-Technologie (AMD Virtualization).

  • Von der Hardware erzwungene Datenausführungsverhinderung (Data Execution Prevention, DEP) muss verfügbar und aktiviert sein. Das heißt, Sie müssen Intel XD-Bit (Execute Disable Bit) oder AMD NX-Bit (No Execute Bit) aktivieren.

Hyper-V enthält ein Softwarepaket für unterstützte Gastbetriebssysteme, mit dem die Integration zwischen dem physischen Computer und dem virtuellen Computer verbessert wird. Dieses Paket wird als Integrationsdienste bezeichnet. Normalerweise installieren Sie dieses Paket im Rahmen eines separaten Vorgangs im Gastbetriebssystem, und zwar nachdem Sie das Betriebssystem auf dem virtuellen Computer eingerichtet haben. Bei einigen Betriebssystemen sind die Integrationsdienste jedoch integriert, sodass eine separate Installation nicht notwendig ist. Anweisungen zum Installieren der Integrationsdienste finden Sie im Thema zum Installieren der Hyper-V-Rolle und Konfigurieren eines virtuellen Computers.

In der folgenden Tabelle sind die Betriebssysteme aufgeführt, die in Windows Server 2012 zur Verwendung als Gastbetriebssystem auf Hyper-V-basierten virtuellen Computern unterstützt werden. Sie finden in dieser Tabelle außerdem Informationen zu den Integrationsdiensten. Dazu zählen Informationen zu bestimmten Linux-Verteilungen, für die Integrationsdienste verfügbar sind. Microsoft stellt Support für in den Integrationsdiensten aufgetretene Probleme bereit.

noteHinweis
Microsoft stellt folgenden Support für die Betriebssysteme in der unten dargestellten Tabelle bereit:

  • Der Microsoft-Support hilft beim Lösen von Problemen in Microsoft-Betriebssystemen und -Integrationsdiensten.

  • Für Probleme in anderen Betriebssystemen, die vom Anbieter des Betriebssystems für die Ausführung unter Hyper-V zertifiziert wurden, wird der Support vom Anbieter geleistet. Ein Beispiel hierfür ist der Eintrag zu Red Hat Enterprise Linux 5.9 unten in der Tabelle.

  • Andere in den Betriebssystemen ermittelte Probleme werden von Microsoft an die Support-Community mehrerer Anbieter TSANet weitergeleitet.

 

Gastbetriebssystem (Server) Maximale Anzahl virtueller Prozessoren Hinweis

Windows Server 2012

64

Für die Integrationsdienste ist keine separate Installation erforderlich, da sie bereits integriert sind.

Windows Server 2008 R2 mit Service Pack 1 (SP 1)

64

Datacenter, Enterprise, Standard und Web Edition. Installieren Sie die Integrationsdienste, nachdem Sie das Betriebssystem auf dem virtuellen Computer eingerichtet haben.

Windows Server 2008 R2

64

Datacenter, Enterprise, Standard und Web Edition. Aktualisieren Sie die Integrationsdienste, nachdem Sie das Betriebssystem auf dem virtuellen Computer eingerichtet haben.

Windows Server 2008 mit Service Pack 2 (SP 2)

8

Datacenter, Enterprise, Standard und Web Edition (32-Bit und 64-Bit). Installieren Sie die Integrationsdienste, nachdem Sie das Betriebssystem auf dem virtuellen Computer eingerichtet haben.

Windows Home Server 2011

4

Informationen zur Edition nicht zutreffend. Installieren Sie die Integrationsdienste, nachdem Sie das Betriebssystem auf dem virtuellen Computer eingerichtet haben.

Windows Small Business Server 2011

Essentials Edition - 2

Standard Edition - 4

Essentials und Standard Edition. Installieren Sie die Integrationsdienste, nachdem Sie das Betriebssystem auf dem virtuellen Computer eingerichtet haben.

Windows Server 2003 R2 mit Service Pack 2 (SP2)

2

Standard, Web, Enterprise und Datacenter Edition (32-Bit und 64-Bit). Installieren Sie die Integrationsdienste, nachdem Sie das Betriebssystem auf dem virtuellen Computer eingerichtet haben.

Windows Server 2003 mit Service Pack 2

2

Standard, Web, Enterprise und Datacenter Edition (32-Bit und 64-Bit). Installieren Sie die Integrationsdienste, nachdem Sie das Betriebssystem auf dem virtuellen Computer eingerichtet haben.

CentOS 5.7 und 5.8

64

Laden Sie Linux Integration Services Version 3.4 für Hyper-V herunter, und installieren Sie die Version.

CentOS 6.0 - 6.3

64

Laden Sie Linux Integration Services Version 3.4 für Hyper-V herunter, und installieren Sie die Version.

Red Hat Enterprise Linux 5.7 und 5.8

64

Laden Sie Linux Integration Services Version 3.4 für Hyper-V herunter, und installieren Sie die Version.

Red Hat Enterprise Linux 5.9

64

Für die Integrationsdienste ist keine separate Installation erforderlich, da sie bereits integriert sind.

Red Hat-Zertifizierung. https://hardware.redhat.com/show.cgi?id=894519

Red Hat Enterprise Linux 6.0 - 6.3

64

Laden Sie Linux Integration Services Version 3.4 für Hyper-V herunter, und installieren Sie die Version.

SUSE Linux Enterprise Server 11 SP2

64

Für die Integrationsdienste ist keine separate Installation erforderlich, da sie bereits integriert sind.

Open SUSE 12.1

64

Integrationsdienste sind integriert und erfordern keinen separaten Download und keine separate Installation.

Ubuntu 12.04

64

Integrationsdienste sind integriert und erfordern keinen separaten Download und keine separate Installation.

 

Gastbetriebssystem (Client) Maximale Anzahl virtueller Prozessoren Hinweis

Windows 8

32

Für die Integrationsdienste ist keine separate Installation erforderlich, da sie bereits integriert sind.

Windows 7 mit Service Pack 1 (SP 1)

4

Ultimate, Enterprise und Professional Edition (32-Bit und 64-Bit). Aktualisieren Sie die Integrationsdienste, nachdem Sie das Betriebssystem auf dem virtuellen Computer eingerichtet haben.

Windows 7

4

Ultimate, Enterprise und Professional Edition (32-Bit und 64-Bit). Aktualisieren Sie die Integrationsdienste, nachdem Sie das Betriebssystem auf dem virtuellen Computer eingerichtet haben.

Windows Vista mit Service Pack 2 (SP2)

2

Business, Enterprise und Ultimate einschließlich N- und KN-Editionen. Installieren Sie die Integrationsdienste, nachdem Sie das Betriebssystem auf dem virtuellen Computer eingerichtet haben.

Windows XP mit Service Pack 3 (SP3)

2

Professional. Installieren Sie die Integrationsdienste, nachdem Sie das Betriebssystem auf dem virtuellen Computer eingerichtet haben.

Windows XP x64 Edition mit Service Pack 2 (SP 2)

2

Professional. Installieren Sie die Integrationsdienste, nachdem Sie das Betriebssystem auf dem virtuellen Computer eingerichtet haben.

CentOS 5.7 und 5.8

64

Laden Sie Linux Integration Services Version 3.4 für Hyper-V herunter, und installieren Sie die Version.

CentOS 6.0 - 6.3

64

Laden Sie Linux Integration Services Version 3.4 für Hyper-V herunter, und installieren Sie die Version.

Red Hat Enterprise Linux 5.7 und 5.8

64

Laden Sie Linux Integration Services Version 3.4 für Hyper-V herunter, und installieren Sie die Version.

Red Hat Enterprise Linux 6.0 - 6.3

64

Laden Sie Linux Integration Services Version 3.4 für Hyper-V herunter, und installieren Sie die Version.

SUSE Linux Enterprise Server 11 SP2

64

Für die Integrationsdienste ist keine separate Installation erforderlich, da sie bereits integriert sind.

Open SUSE 12.1

64

Für die Integrationsdienste ist keine separate Installation erforderlich, da sie bereits integriert sind.

Ubuntu 12.04

64

Für die Integrationsdienste ist keine separate Installation erforderlich, da sie bereits integriert sind.

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