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Planen der Datendeduplizierungsbereitstellung

Veröffentlicht: Februar 2012

Letzte Aktualisierung: April 2013

Betrifft: Windows Server 2012, Windows Storage Server 2012

In diesem Dokument wird erläutert, wie Sie die Bereitstellung der Datendeduplizierung in Windows Server 2012 planen. Zur Sicherheit sollte ein dedupliziertes Volume gesichert und wiederhergestellt werden, um sicherzustellen, dass die Bereitstellung das gesamte Dataset abdeckt.

Inhalt dieses Dokuments

  1. Schritt 1: Auswählen der Bereitstellungsziele

  2. Schritt 2: Ermitteln der für die Deduplizierung infrage kommenden Volumes

  3. Schritt 3: Auswerten des Einsparpotenzials mit dem Tool für die Datendeduplizierungsauswertung

  4. Schritt 4: Planen der Einführung, Skalierbarkeit und Deduplizierungsrichtlinien

Die Datendeduplizierung in Windows Server 2012 ist für die Installation auf primären Datenvolumes ohne Hinzufügen weiterer dedizierter Hardware ausgelegt. Dies bedeutet, dass Sie das Feature ohne Auswirkungen auf die primäre Arbeitsauslastung des Servers installieren und verwenden können. Die Standardeinstellungen sind nicht-intrusiv, da Dateien aufgrund des minimalen Dateialters erst nach fünf Tagen verarbeitet werden und eine standardmäßige Mindestdateigröße von 32 KB gilt. Die Implementierung ist für eine niedrige Speicher- und CPU-Auslastung konzipiert. Sollte aber die Arbeitsspeicherverwendung zunehmen, wird die Deduplizierung so lange unterbrochen, bis wieder genügend Ressourcen verfügbar sind. Administratoren können auf Grundlage des Typs der betroffenen Daten sowie der Häufigkeit und Anzahl von Änderungen, die für ein Volume oder bestimmte Dateitypen auftreten, eine aggressivere Deduplizierung planen.

Zu den idealen Arbeitsauslastungen für die Deduplizierung zählen:

  • Allgemeine Dateifreigaben: Veröffentlichung und Freigabe von Gruppeninhalten, Basisordner von Benutzern und Profilumleitung (Offlinedateien)

  • Softwarebereitstellungsfreigaben: Softwarebinärdateien, Images und Updates

  • VHD-Bibliotheken: Dateispeicher für virtuelle Festplatten (VHDs) zur Bereitstellung für Hypervisors

Die Deduplizierung ermöglicht eine sehr effektive Optimierung der Speichernutzung und Reduzierung des belegten Speicherplatzes – bei Auswahl der richtigen Daten um 50 % bis 90 %. Wählen Sie die Daten für die Deduplizierung anhand der folgenden Kriterien aus:

  1. Enthalten die Daten Duplizierungen?

    Dateifreigaben oder Server mit Benutzerdokumenten, Binärdateien von Softwarebereitstellungen oder VHD-Dateien enthalten meist viele Duplizierungen und ermöglichen daher bei der Deduplizierung hohe Einsparungen. In der folgenden Tabelle sind die typischen Einsparungen aufgeführt, die durch die Deduplizierung für verschiedene Inhaltstypen erzielt werden können. Die Ergebnisse variieren je nach Datentyp, Datenmischung und Datengröße. Am besten führen Sie vor dem Aktivieren der Deduplizierung eine Auswertung für eine Datenstichprobe durch. Ausführliche Informationen zum Auswerten der Deduplizierungseinsparungen mit dem DDPEval-Tool finden Sie weiter unten in diesem Thema unter Schritt 3: Auswerten des Einsparpotenzials mit dem Tool für die Datendeduplizierungsauswertung.

     

    Szenario Inhalt Typische Platzeinsparung

    Benutzerdokumente

    Dokumente, Fotos, Musik, Videos

    30 - 50 %

    Bereitstellungsfreigaben

    Softwarebinärdateien, CAB-Dateien, Symboldateien

    70 - 80 %

    Virtualisierungsbibliotheken

    Virtuelle Festplattendateien

    80 - 95 %

    Allgemeine Dateifreigabe

    Alle obigen

    50 - 60 %

  2. Lässt das Datenzugriffsmuster genügend Zeit für eine Deduplizierung zu?

    Dateien, die oft geändert werden und auf die ständig von Benutzern oder Anwendungen zugegriffen wird, sind für eine Deduplizierung weniger geeignet. Durch den ständigen Zugriff und das Ändern der Daten werden mit der Deduplizierung erzielte Optimierungsvorteile wahrscheinlich aufgehoben, und die Verarbeitung der Dateien durch die Deduplizierung ist u. U. nicht möglich.

    • Dateifreigaben mit Benutzerdokumenten, virtuellen Dateien oder Softwarebereitstellungsdateien, die selten geänderte und häufig gelesene Daten enthalten, eignen sich gut für die Deduplizierung.

    • Ungeeignet für die Deduplizierung sind ständig eingebundene SQL Server-Datenbanken mit virtuellen Computern und Exchange Server-Livedatenbanken.

    Geeignet sind Daten, bei denen genügend Zeit zum Deduplizieren der Dateien zur Verfügung steht. Mit Dateialterrichtlinien kann der Zeitpunkt der Duplizierung gesteuert werden, um eine frühe oder häufige Deduplizierung von Dateien zu vermeiden, die wahrscheinlich weiterhin erheblich geändert werden.

  3. Verfügt der Server über genügend Ressourcen und Zeit zur Ausführung der Deduplizierung?

    Bei der Deduplizierung müssen große Datenmengen gelesen, verarbeitet und geschrieben werden. Dies verbraucht Serverressourcen und muss bei der Planung der Bereitstellung berücksichtigt werden. Bei Servern gibt es in der Regel Zeiten mit hoher Aktivität und Zeiten mit geringer Ressourcenauslastung. Die Deduplizierung ist am effektivsten, wenn Ressourcen verfügbar sind. Ein Server, der immer voll ausgelastet ist, eignet sich wahrscheinlich nicht für die Deduplizierung, obwohl die Deduplizierungsprozesse manche Dateien durch Hintergrundoptimierungsaufträge optimieren können.

    Aufgrund der beobachteten Einsparungen und der typischen Ressourcenauslastung ergibt sich die folgende Rangliste für die Deduplizierung:

    Geeignet für eine Deduplizierung:

    • Ordnerumleitungsserver

    • Virtualisierungsdepot oder Bereitstellungsbibliothek

    • Softwarebereitstellungsfreigaben

    • SQL Server- und Exchange Server-Sicherungsvolumes

    Sollte anhand des Inhalts überprüft werden:

    • Line-of-Business-Server

    • Statische Inhaltsanbieter

    • Webserver

    • High Performance Computing (HPC)

    Nicht geeignet für eine Deduplizierung:

    • Hyper-V-Hosts

    • VHDs in einer virtuellen Desktopinfrastruktur (Virtual Desktop Infrastructure, VDI)

    • WSUS

    • Server, auf denen SQL Server oder Exchange Server ausgeführt wird

    • Dateien mit einer Größe ab ca. 1 TB

Server

In der folgenden Liste sind die Serveranforderungen für die Deduplizierung aufgeführt:

  • Serverhardware muss den Mindestanforderungen für Windows Server 2012 entsprechen. Das Datendeduplizierungsfeature wurde für Minimalkonfigurationen wie Einzelprozessorsysteme mit 4 GB RAM und einem SATA-Festplattenlaufwerk konzipiert.

  • Wenn Sie die Deduplizierung auf mehreren Volumes auf demselben Server unterstützen möchten, müssen Sie die Größe des Systems entsprechend planen, um eine Verarbeitung der Daten zu ermöglichen. Als allgemeine Regel gilt, dass der Server zur Ausführung eines Deduplizierungsauftrags auf einem einzelnen Volume einen CPU-Core-Prozessor und 350 MB freien Arbeitsspeicher benötigt und ein solcher Auftrag ungefähr 100 GB pro Stunde bzw. 2 TB pro Tag verarbeiten kann. Wenn mehr CPU-Core-Prozessoren und Arbeitsspeicher verfügbar sind, sodass eine parallele Verarbeitung mehrerer Volumes möglich ist, können entsprechend mehr Daten dedupliziert werden.

    Zum Beispiel: Bei einem Server mit 16 CPU-Core-Prozessoren und 16 GB Arbeitsspeicher beansprucht die Deduplizierung im standardmäßigen Hintergrundverarbeitungsmodus 25 % des Systemarbeitsspeichers. In diesem Fall entspricht das 4 GB. Wenn Sie 4 GB durch 350 MB dividieren, ergibt dies ca. 11 Volumes, die der Server gleichzeitig verarbeiten könnte. Würden Sie 8 GB Arbeitsspeicher hinzufügen, könnte das System 17 Volumes gleichzeitig verarbeiten. Wenn Sie einen Optimierungsauftrag zur Ausführung im Durchsatzmodus einrichten, beansprucht das System bis zu 50 % des Systemarbeitsspeichers für den Auftrag.

  • Die Datendeduplizierung unterstützt bis zu 90 Volumes gleichzeitig. Bei der Deduplizierung kann jedoch nur ein Volume pro physischem CPU-Core-Prozessor plus 1 gleichzeitig verarbeitet werden. Hyperthreading hat dabei keine Auswirkungen, da nur physische Core-Prozessoren zur Verarbeitung eines Volumes verwendet werden können. Wenn ausreichend Arbeitsspeicher verfügbar ist, werden von einem System mit 16 CPU-Core-Prozessoren und 90 Volumes gleichzeitig 17 Volumes verarbeitet, bis alle 90 Volumes dedupliziert wurden.

  • In Bezug auf Serverressourcen gelten für virtuelle Serverinstanzen dieselben Richtlinien wie für physische Hardware.

Volumes

Volumes, die für eine Deduplizierung in Betracht kommen, müssen den folgenden Anforderungen entsprechen:

  • Sie dürfen kein System- oder Startvolume sein. Auf Betriebssystemvolumes wird die Deduplizierung nicht unterstützt.

  • Sie können als Master Boot Record (MBR) oder GUID-Partitionstabelle (GPT) partitioniert sein und müssen mit dem NTFS-Dateisystem formatiert sein.

  • Sie können sich in Speicherfreigaben befinden, z. B. Speicher mit einem Fibre Channel- oder SAS-Array oder einem iSCSI-SAN, wenn das Windows-Failoverclustering vollständig unterstützt wird.

  • Sie dürfen nicht von freigegebenen Clustervolumes (Cluster Shared Volume, CSV) abhängig sein. Sie können auf Daten zugreifen, wenn ein für die Deduplizierung aktiviertes Volume in ein CSV konvertiert wird, aber nicht weiter Dateien für die Deduplizierung verarbeiten.

  • Sie dürfen nicht vom Microsoft Resilient File System (ReFS) abhängig sein.

  • Sie müssen für das Betriebssystem als nicht austauschbare Laufwerke verfügbar gemacht werden. Remote zugeordnete Laufwerke werden nicht unterstützt.

    noteHinweis
    Dateien mit erweiterten Attributen, verschlüsselte Dateien, Dateien, die kleiner als 32 KB sind, und Analysepunktdateien werden von der Deduplizierung nicht verarbeitet.

Ständig geöffnete oder geänderte Dateien

Die Deduplizierung wird nicht für Dateien unterstützt, die über einen längeren Zeitraum geöffnet sind und laufend geändert werden oder die hohe E/A-Anforderungen aufweisen, wie z. B. auf einem Hyper-V-Host ausgeführte virtuelle Computer, SQL Server-Livedatenbanken oder aktive VDI-Sitzungen.

Die Deduplizierung kann so konfiguriert werden, dass 0 Tage alte Daten verarbeitet werden, und das System arbeitet wie erwartet weiter, exklusiv geöffnete Dateien werden jedoch nicht verarbeitet. Serverressourcen sollten nicht für die Deduplizierung einer Datei verwendet werden, in die häufig geschrieben wird oder in die in der nächsten Zeit geschrieben werden soll. Wenn Sie die Standardeinstellung für das minimale Dateialter auf 0 festlegen, müssen Sie testen, ob die Deduplizierung nicht laufend durch Änderungen der Daten rückgängig gemacht wird.

Von der Deduplizierung werden keine Dateien verarbeitet, die ständig und exklusiv für Schreibvorgänge geöffnet sind. Das heißt, Sie erzielen nur Einsparungen durch die Deduplizierung, wenn eine Datei, die Ihren ausgewählten Deduplizierungsrichtlinieneinstellungen entspricht, beim Versuch eines Optimierungsauftrags, die Datei zu verarbeiten, geschlossen ist.

Harte FSRM-Kontingentgrenzen

Das Festlegen einer festen Kontingentgrenze für einen Volumestammordner, für den auch die Deduplizierung aktiviert ist, wird nicht unterstützt. Wenn für einen Volumestamm eine feste Kontingentgrenze vorhanden ist, stimmen der tatsächliche freie Speicherplatz auf dem Volume und der durch die Kontingentgrenze beschränkte Speicherplatz auf dem Volume nicht überein. Dies kann zu Fehlern bei Deduplizierungsaufträgen führen. Das Erstellen einer weichen Kontingentgrenze für einen Volumestamm mit aktivierter Deduplizierung wird unterstützt. Bei der Verwendung von FSRM-Kontingentgrenzen werden deduplizierte Dateien jedoch auf Grundlage ihrer logischen Größe verarbeitet. Der Kontingentbedarf (einschließlich aller Kontingentschwellenwerte) ändert sich nicht, wenn eine Datei durch die Deduplizierung verarbeitet wird. Alle anderen FSRM-Kontingentfunktionen, einschließlich weicher Volumestamm-Kontingentgrenzen und Kontingentgrenzen für Unterordner, funktionieren bei Verwendung der Deduplizierung normal.

Arbeiten mit Ausgangsdatasets

Volumes, die einer Deduplizierung unterliegen, können leer sein oder bereits Daten enthalten. Wenn auf dem Volume bereits Daten vorhanden sind, kann der Zeitaufwand für die erste Verarbeitung der Daten durch die Deduplizierung höher sein. Dieser Umstand ist normal und sollte erwartet werden. Die Datendeduplizierung verarbeitet Dateien, wenn auf dem Server Ressourcen verfügbar sind, und setzt die Verarbeitung automatisch fort. Die Verarbeitungsrate hängt von den Systemspezifikationen ab. Von Microsoft durchgeführte Volumeverarbeitungstests ergaben 20 MB pro Sekunde bzw. 2 TB pro Tag. Administratoren können den Status der Deduplizierung mit Windows PowerShell oder im Server-Manager überwachen. Nach der Verarbeitung des ersten Datasets wirkt sich die Deduplizierung nur minimal auf den Server aus, und sie erfordert keine manuelle Wartung.

Schreibpfad für neue Dateien

Bei der Datendeduplizierung können neue Dateien direkt in ein NTFS-Volume geschrieben werden. Dateien auf dem Volume werden regelmäßig überprüft und verarbeitet, sofern sie die Kriterien der Deduplizierungsrichtlinien erfüllen. Dateien auf einem aktivierten Volume werden von der Deduplizierung im Hintergrundmodus einmal pro Stunde oder zu weiteren, in Optimierungsaufträgen im Durchsatzmodus angegebenen Zeitpunkten verarbeitet.

Deduplizierungsdurchsatz

Wenn das Deduplizierungsfeature als Durchsatzoptimierungsauftrag auf einem einzelnen Volume ausgeführt wird, werden in 24 Stunden ungefähr 2 TB Daten (100 GB pro Stunde) pro Volume verarbeitet. Mehrere Volumes können parallel verarbeitet werden, wenn CPU-Core-Prozessoren und Arbeitsspeicher verfügbar sind. Die tatsächliche Geschwindigkeit der Deduplizierung hängt von der CPU, der Datenträger-E/A, vom Arbeitsspeicher und von den verfügbaren Serverressourcen zum Zeitpunkt der Deduplizierung ab. Die Deduplizierung wird angehalten, wenn die Ressourcen des Servers nicht mehr ausreichen, damit die normale Arbeitsauslastung des Servers nicht beeinträchtigt wird. Je höher die Auslastung des Servers ist, desto länger dauert die Verarbeitung der Daten. Bei einem stark ausgelasteten Datenvolume sollten Sie ggf. einen regelmäßigen Durchsatzoptimierungsauftrag außerhalb der Spitzenbetriebszeiten planen. Weitere Informationen finden Sie unter Aktivieren der Datendeduplizierung auf dem Volume.

Ausreizen des Speicherplatzes

Es ist nicht ratsam, den Speicherplatz auf einem deduplizierten Volume soweit auszureizen, bis nur noch sehr wenig Speicherplatz verfügbar ist, da bestimme Datenzugriffsvorgänge unerwartet fehlschlagen können. Wenn zu wenig Speicherplatz verfügbar ist, können z. B. im Speicher abgebildete Vorgänge für deduplizierte Dateien fehlschlagen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass NTFS als Reaktion auf Auslagerungs-E/As, die durch im Speicher abgebildete oder gepufferte Vorgänge ausgelöst werden, Speicherplatz reservieren kann. Editor ist z. B. eine Anwendung, die über im Speicher abgebildete Vorgänge auf Dateien zugreift. Wenn der freie Speicherplatz Null oder nahezu Null ist, können beim Öffnen von deduplizierten Dateien in Editor Fehlermeldungen aufgrund eines Fehlers beim Datenträgerzugriff auftreten. Ähnliche Datenzugriffsfehler sind bei Dateien mit geringer Dichte oder komprimierten Dateien auf einem vollen Volume möglich, auf dem die Deduplizierung nicht installiert ist. Zur Vermeidung von Fehlern sollte auf deduplizierten Volumes immer mindestens 1 GB freier Speicherplatz verfügbar sein.

Wenn das Volume voll ist und Dateizugriffsfehler auftreten, können Sie das Problem mit einer der folgenden Optionen umgehen:

  • Führen Sie zum Freigeben von Speicherplatz einen automatischen Speicherbereinigungsauftrag an einer Windows PowerShell-Eingabeaufforderung mit erhöhten Rechten aus:

    PS C:\> Start-DedupJob E: –Type GarbageCollection -full
    
  • Kopieren Sie die Dateien mit einem Tool, das den ungepufferten E/A-Modus unterstützt (z. B. XCOPY mit der Option "/J" oder Robocopy mit der Option "/J"), an einen anderen Speicherort.

Bei der Installation des Deduplizierungsfeatures wird das Tool für die Datendeduplizierungsauswertung (DDPEval.exe) automatisch im Verzeichnis "\Windows\System32\" installiert. Das Tool kann aus jeder Windows Server 2012-Installation in Systeme unter Windows Server 2012, Windows Server 2008 R2 oder Windows 7 kopiert werden. Mit dem Tool können Sie die Einsparungen ermitteln, die Sie durch Aktivieren der Deduplizierung auf einem bestimmten Volume erzielen würden.

"DDPEval.exe" unterstützt lokale Laufwerke und die Auswertung zugeordneter oder nicht zugeordneter Remotefreigaben. Das folgende Beispiel veranschaulicht die Ausführung von "DDPEval.exe" mit einer Befehlssyntax:

DDPEval <VolumePath:>

C:\> DDPEVAL.EXE \\Server\Testshare
C:\> DDPEVAL.EXE E:\Test\
C:\> DDPEVAL.EXE F:

Die Ausgabe sieht in etwa wie folgt aus:

Data Deduplication Savings Evaluation Tool
Copyright 2011-2012 Microsoft Corporation.  All Rights Reserved.

Evaluated folder: E:\Test
Processed files: 34
Processed files size: 12.03MB
Optimized files size: 4.02MB
Space savings: 8.01MB
Space savings percent: 66
Optimized files size (no compression): 11.47MB
Space savings (no compression): 571.53KB
Space savings percent (no compression): 4
Files with duplication: 2
Files excluded by policy: 20
Files excluded by error: 0

Nach der Berechnung der prozentualen Speicherplatzeinsparung können Sie eine fundierte Entscheidung hinsichtlich der Installation (bzw. Nicht-Installation) der Deduplizierung treffen.

Mit dem Windows PowerShell-Cmdlet Measure-DedupFileMetadata können Sie feststellen, wie viel Speicherplatz auf einem Volume potenziell freigegeben werden kann, wenn Sie eine Gruppe von Ordnern, einen einzelnen Ordner oder eine einzelne Datei löschen und anschließend einen automatischen Speicherbereinigungsauftrag ausführen. Der DedupDistinctSize-Wert gibt Aufschluss darüber, wie viel Speicherplatz Sie durch Löschen dieser Dateien freigeben könnten. Da Dateien häufig für andere Ordner freigegebene Blöcke enthalten, berechnet das Deduplizierungsmodul, welche Blöcke eindeutig sind und nach dem automatischen Speicherbereinigungsauftrag gelöscht würden.

Beispiel:

PS C:\Windows\system32> Measure-DedupFileMetadata -path X:\A_Data,X:\Archive1

Path                    : {X:\A_Data, X:\Archive1}
Volume                  : X:
VolumeId                : \\?\Volume{88f3b478-72e9-11e1-b0f1-806e6f6e6963}
FilesCount              : 575
OptimizedFilesCount     : 541
Size                    : 713.46 MB
SizeOnDisk              : 2.44 MB
DedupSize               : 239.81 MB
DedupChunkCount         : 5136
DedupDistinctSize       : 700 KB
DedupDistinctChunkCount : 11

In diesem Beispiel werden 700 KB Speicherplatz freigegeben, wenn die automatische Speicherbereinigung mit dem –full-Parameter ausgeführt wird.

Nachdem geeignete Server und Volumes identifiziert wurden, können Sie das Feature auf dem Server aktivieren und Volumes zuweisen. Weitere Informationen finden Sie unter Installieren und Konfigurieren der Datendeduplizierung.

In Windows Server 2012 kann die Deduplizierung lokal oder remote mit Windows PowerShell oder dem Server-Manager aktiviert werden. Nach der Aktivierung des Features werden die Standardrichtlinien und Zeitpläne erstellt.

Zu den Einstellungen der Standardrichtlinien für die Datendeduplizierung zählen:

  • Verarbeiten von Dateien mit einem Mindestalter von fünf Tagen entsprechend der Uhrzeit der letzten Änderung. Wenn "Letzter Zugriff" auf dem Server aktiviert ist (dies ist nicht die Standardeinstellung), verwendet die Deduplizierung die Uhrzeit des letztes Zugriffs.

  • Stündliches Verarbeiten von Dateien im Hintergrundmodus. Im Hintergrundmodus belegt das System während Optimierungsaufträgen bis zu 25 % des Systemspeichers, wohingegen manuelle Aufträge im Durchsatzmodus bis zu 50 % des Systemspeichers beanspruchen.

  • Kein Ausschließen von Verzeichnissen oder Dateitypen. Bei der Standardeinstellung wird das gesamte Volume verarbeitet.

  • Ausführen eines automatischen Speicherbereinigungsauftrags jeden Samstag um 1:45 Uhr. Durch die automatische Speicherbereinigung wird Speicherplatz auf einem Volume freigegeben, indem Blöcke, auf die nicht mehr verwiesen wird, aus dem Blockspeicher gelöscht werden. Bei der automatischen Speicherbereinigung werden Container nur komprimiert, wenn ungefähr 50 MB an Blöcken ohne Verweise vorhanden sind. Jede vierte automatische Speicherbereinigung wird mit dem -full-Parameter ausgeführt, durch den der Auftrag angewiesen wird, den gesamten verfügbaren Speicherplatz freizugeben und die gesamte Containerkomprimierung zu maximieren.

  • Ausführen eines Datenbereinigungsauftrags jeden Samstag um 2:45 Uhr. Bereinigungsaufträge überprüfen die Datenintegrität und versuchen, gefundene Beschädigungen automatisch zu beheben.

noteHinweis
Aktivieren Sie NtfsDisableLastAccessUpdate nicht, wenn Sie den System Center Virtual Machine Manager (VMM)VHD-Bibliothekserver und die Deduplizierung auf einem Hostingvolume verwenden. Der VMM-Bibliothekserver ändert das Datum des letzten Zugriffs häufig, sodass Dateien nicht korrekt durch die Deduplizierung optimiert werden können.

Die Standardeinstellungen für Deduplizierungsrichtlinien reichen in der Regel aus, um ausgezeichnete Einsparungsergebnisse ohne Auswirkungen auf die Serverarbeitsauslastung zu erzielen. Wenn für eine bestimmte Bereitstellung eine der folgenden Bedingungen zutrifft, sollten Sie die Standardeinstellungen ggf. ändern.

Mögliche Einstellungen für die Deduplizierungsrichtlinien

 

Bedingung Denkbare Aktion

Eingehende Daten sind statisch oder wahrscheinlich schreibgeschützt, und Sie möchten die Dateien auf dem Volume früher verarbeiten.

Ändern Sie die MinimumFileAgeDays-Einstellung in eine geringere Anzahl von Tagen, um Dateien früher zu verarbeiten.

Es sind Verzeichnisse vorhanden, die nicht dedupliziert werden sollen.

Fügen Sie der Ausschlussliste ein Verzeichnis hinzu.

Es sind Dateitypen vorhanden, die nicht dedupliziert werden sollen.

Fügen Sie der Ausschlussliste einen Dateityp hinzu.

Die Nebenzeiten des Servers entsprechen nicht den standardmäßigen Nebenzeiten, und Sie möchten den Zeitplan für die automatische Speicherbereinigung und Datenbereinigung ändern.

Aktualisieren Sie die Zeitpläne mit Windows PowerShell.

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