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IPv6 - Technologieübersicht

Veröffentlicht: Februar 2012

Letzte Aktualisierung: Februar 2012

Betrifft: Windows 8, Windows Server 2012

Eine Übersicht über die IPv6-Technologie (Internetprotokoll Version 6) in Windows Server® 2012, deren praktische Anwendung, neue und geänderte Funktionen und Links zu zusätzlichen Ressourcen.

IPv6 ersetzt IP-Version 4 (IPv4), das Internetschichtprotokoll für den TCP/IP-Protokollstapel, das heute weltweit am häufigsten eingesetzt wird. IPv6 löst viele der Probleme und Unzulänglichkeiten von IPv4 und stellt ein Internetschichtprotokoll dar, das sich auch an die zukünftigen Anforderungen von Geräten anpassen kann, die mit dem Internet verbunden werden. Das wichtigste Feature von IPv6 ist die Verwendung von 128-Bit-Adressen (anstelle von 32-Bit-Adressen). Damit stehen 3,4 × 1038 Adressen zur Verfügung, mehr als genug, um den Anforderungen von heute und in absehbarer Zukunft gerecht zu werden.

IPv6 ist mit IPv4 nicht abwärtskompatibel. Ein reiner IPv6-Knoten kann nicht mit einem reinen IPv4-Knoten kommunizieren. Daher muss von einem reinen IPv4-Netzwerk mit Umsicht auf ein Netzwerk umgestellt werden, das sowohl IPv4 als auch systemeigenes IPv6 unterstützt. Je mehr Knoten und Anwendungen im Netzwerk IPv6-fähig werden, desto mehr Datenverkehr im Netzwerk wechselt allmählich von überwiegend IPv4 zu überwiegend IPv6. Das ist das aktuelle Ziel einer IPv6-Übergangsstrategie. Da im aktuellen Netzwerk von wenigen Ausnahmen abgesehen Knoten, Geräte, Anwendungen und Netzwerkverwaltungssysteme vorherrschen, die nur IPv4 unterstützen, besteht das Ziel der IPv6-Übergangsstrategie nicht darin, zu einem reinen IPv6-Netzwerk zu wechseln, sondern darin, aus einem reinen IPv4-Netzwerk ein Netzwerk zu machen, das sowohl IPv4- als auch IPv6-Datenverkehr unterstützt.

Praktische Anwendungsfälle von IPv6 von heute:

  • Adressierungsschema, das für sehr große Netzwerke geeignet ist

    Der öffentliche IPv4-Adressraum ist derzeit begrenzt und in der Regel für mit dem Internet verbundene Hosts reserviert. Selbst wenn Sie in Ihrem Intranet den privaten IPv4-Adressraum nutzen, reicht ein reines IPv4-Intranet eben nur so weit. Mit IPv6 kann öffentlicher Adressraum leicht abgerufen werden, und privater Adressraum kann mithilfe von ULA-Präfixen (Unique Local Address, eindeutige lokale Adresse) auf alle Websites Ihrer Organisation angewendet werden. Mit der Kombination aus öffentlichem Adressraum und ULA-Präfixen können Sie Ihr Intranet auf eine beachtliche Größe ausweiten.

  • Möglichkeit, reine IPv6-Dienste und -Anwendungen zu nutzen

    Die neuesten Versionen von Windows sind mit Features ausgestattet, bei denen es sich um reine IPv6-Features handelt, oder die in einer IPv6-Umgebung am besten funktionieren. DirectAccess arbeitet beispielsweise am effizientesten, wenn Ihr Intranet über eine systemeigene IPv6-Infrastruktur verfügt.

  • Möglichkeit, eine Verbindung mit reinen IPv6-Knoten außerhalb des eigenen Intranets herzustellen

    In einigen Gegenden der Welt mit begrenztem IPv4-Adressraum stellen Unternehmen mit IPv6 eine Verbindung mit dem Internet her, um nach Durchführung einer Protokollübersetzung mit reinen IPv4-Ressourcen zu kommunizieren. Mit einer systemeigenen IPv6-Infrastruktur können Sie mit diesen Unternehmen eine Verbindung herstellen und sehr effizient kommunizieren.

  • Möglichkeit, über einen reinen IPv6-Internetzugriffspunkt eine Verbindung mit dem eigenen Netzwerk herzustellen

    In einigen Gegenden der Welt wird für den Internetzugriff nur IPv6 verwendet. Mit IPv6-fähigen Hosts, einer systemeigenen IPv6-Intranetinfrastruktur und einer Präsenz im IPv6-Internet wird die Kommunikation mit Ihrem Intranet von diesen Standorten aus wesentlich effizienter.

Die neuen Features von IPv6 in Windows Server 2012 und Windows® 8 bieten eine bessere Konnektivität im Internet, einen Protokollübersetzungsdienst für DirectAccess-Clients und eine bessere Verwaltbarkeit von IPv6-Einstellungen über die Windows PowerShell.

Da Internetressourcen sowohl mit dem IPv4-Internet als auch mit dem IPv6-Internet eine Verbindung herstellen, können bei einigen wenigen Hosts Probleme auftreten, bei denen es keinen Routingpfad zum IPv6-Internet gibt. Dies führt zu einer Verzögerung bei der Konnektivität mit Internetressourcen, da der Host zunächst versucht, eine Verbindung über IPv6 herzustellen, was nicht gelingt, bevor er eine Verbindung über IPv4 herstellt. IPv6 in Windows Server 2012 und Windows 8 erkennt die Situation und verhindert den anfänglichen Versuch, eine Verbindung über IPv6 herzustellen.

Welchen zusätzlichen Nutzen bietet diese Änderung?

Effizientere Konnektivität mit Internetressourcen für die Hosts, die über eine globale IPv6-Adresse und eine Standardroute im Internet, jedoch nicht über einen Routingpfad verfügen.

Worin liegen die Unterschiede?

IPv6 versucht eine Verbindung mit einer bekannten Ressource im IPv6-Internet herzustellen. Wenn diese Verbindung nicht hergestellt werden kann, kennzeichnet Windows die Netzwerkschnittstellen, die dieses Problem aufweisen, als für IPv6 nicht geeignet, was dazu führt, dass die IPv6-Zieladressen für die Internetressourcen nicht erreichbar sind. Somit versuchen Windows Server 2012 und Windows 8 erst gar nicht, eine Verbindung über IPv6 herzustellen.

Ein NAT64- und ein DNS64-Gerät übersetzen gemeinsam eingehenden Datenverkehr von einem IPv6-Knoten in IPv4-Daten. Das DNS64-Gerät löst den Namen eines reinen IPv4-Hosts in eine übersetzte IPv6-Adresse auf. Das NAT64-Gerät übersetzt den eingehenden IPv6-Datenverkehr in IPv4-Daten und führt die Übersetzung für den Antwortdatenverkehr in umgekehrter Richtung durch.

Welchen zusätzlichen Nutzen bietet diese Änderung?

DirectAccess-Clients senden ausschließlich IPv6-Datenverkehr über die DirectAccess-Verbindung an den DirectAccess-Server. Dank NAT64/DNS64-Unterstützung auf einem Windows Server 2012-basierten DirectAccess-Server können DirectAccess-Clients nun eine Kommunikation mit reinen IPv4-Hosts im Intranet initiieren.

Worin liegen die Unterschiede?

NAT64/DNS64 ist ein neues Feature von DirectAccess in Windows Server 2012.

Zur besseren Unterstützung der Verwaltbarkeit in Windows enthält Windows Server 2012 nun neue Windows PowerShell-Cmdlets, mit deren Hilfe IPv6-Einstellungen mittels Befehlszeile oder Skript konfiguriert werden können. "Netsh.exe"-Befehle für die IPv6-Konfiguration werden zwar noch unterstützt, aber es wird die Verwendung von Windows PowerShell empfohlen.

Welchen zusätzlichen Nutzen bietet diese Änderung?

Die Möglichkeit, IPv6-Einstellungen wie Skripts und Workflows in der allgemeinen Verwaltungsumgebung von Windows PowerShell zu verwalten.

Worin liegen die Unterschiede?

In früheren Versionen von Windows wurden IPv6-Einstellungen über die Befehlszeile mit dem "Netsh.exe"-Befehl verwaltet.

In der folgenden Tabelle finden Sie Links zu weiteren Ressourcen zu IPv6 in Windows Server 2012.

 

Art der Inhalte Links

Produktbewertung

IPv6 TechCenter | Testumgebungsanleitung: Vorführung von IPv6 | IPv6 für Microsoft Windows: Häufig gestellte Fragen

Planung

Nicht zutreffend

Bereitstellung

Nicht zutreffend

Betrieb

Nicht zutreffend

Problembehandlung

Nicht zutreffend

Sicherheit

Nicht zutreffend

Tools und Einstellungen

Windows PowerShell-Cmdlets für IPv6

Communityressourcen

IPv6: Blog des Produktteams | TechNet-Forum zu IPv6 | Sicherheitsleitfaden zu IPv6

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Remotezugriff

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