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Empfang zusammengeführter Segmente (RSC)

Letzte Aktualisierung: Mai 2012

Betrifft: Windows Server 2012

RSC ist eine statuslose Auslagerungstechnologie, mit der die Zentralprozessorauslastung für die Netzwerkverarbeitung auf der Empfangsseite durch Auslagern von Aufgaben aus dem Zentralprozessor auf einen RSC-fähigen Netzwerkadapter reduziert wird. Die CPU-Auslastung aufgrund netzwerkbezogener Verarbeitung kann die Serverskalierbarkeit einschränken. Dieses Problem reduziert wiederum die Transaktionsrate, den reinen Durchsatz und die Effiizienz. RSC ermöglicht einer RSC-fähigen Netzwerkschnittstellenkarte Folgendes:

  • Analysieren mehrerer TCP/IP-Pakete und Entfernen der Header aus den Paketen, während die Nutzlast der einzelnen Pakete beibehalten wird.

  • Zusammenfassen der kombinierten Nutzlasten der Pakete in einem Paket.

  • Senden des einzelnen Pakets, das die Nutzlast mehrerer Pakete enthält, an den Netzwerkstapel, um es anschließend Anwendungen bereitzustellen.

Die Netzwerkschnittstellenkarte führt diese Aufgaben basierend auf vom Netzwerkstapel definierten Regeln aus, der den Hardwarefunktionen des speziellen Netzwerkadapters unterliegt. Diese Möglichkeit, mehrere TCP-Segmente als ein großes Segment zu empfangen, reduziert den Verarbeitungsmehraufwand des Netzwerkstapels pro Paket bedeutend. Dadurch verbessert RSC auf der Empfängerseite die Leistung des Betriebssystems (durch Reduzierung des Zentralprozessormehraufwands) unter E/A-intensiven Netzwerkarbeitsauslastungen bedeutend.

noteHinweis
Beispiele für andere statuslose Auslagerungen sind die Prüfsumme für IP (Internet Protocol) und TCP (Transmission Control Protocol) sowie die Auslagerung großer Sendungen, die auch als Segmentierungsauslagerung bezeichnet wird.

Wenn auf Ihrem Server eine RSC-fähiger Netzwerkschnittstellenkarte installiert ist, bietet RSC in vielen Situationen Vorteile wie die folgenden:

  • Gehostete Cloudbereitstellungen. RSC minimiert die Zentralprozessortakte für die Netzwerkspeicherung und Livemigration.

  • E/A-intensive Datenbankanwendungen und Datenbankreplikation.

  • Dateiserver, die mit der Serverrolle Windows Server 2012-Dateidienste bereitgestellt werden. Außerdem wird die BranchCache-Leistung durch RSC verbessert, wenn Ihr Dateiserver auch als BranchCache-fähiger Inhaltsserver konfiguriert ist.

  • E/A-intensive Serverarbeitsauslastungen.

ImportantWichtig
Da mit RSC die Leistung verbessert und die Latenz für empfangsintensive Arbeitsauslastungen reduziert werden soll, verbessert es die Leistung für sendeintensive Arbeitsauslastungen wie für Webserver, die HTML-Dateien an Webbrowser auf Clientcomputern und anderen Geräten senden, nicht bedeutend. Bei empfangsintensiven Arbeitsauslastungen können virtuelle und physische Server mithilfe von RSC eine große Anzahl an Clients und Verbindungen effektiv verarbeiten.

Hier sind einige wichtige Fakten zu RSC:

  • RSC wird standardmäßig für neue Installationen aller Editionen von Windows Server 2012 auf Computern aktiviert, die über RSC-fähige Netzwerkadapter verfügen. Sie müssen keine Maßnahmen durchführen, um RSC zu aktivieren, wenn Sie eine RSC-fähige Netzwerkschnittstellenkarte im physischen Computer installiert haben, oder wenn eine solche Karte von einem virtuellen Computer verwendet wird, auf dem Windows Server 2012 ausgeführt wird. Außerdem können Sie den Status und die Nutzung von RSC mithilfe entsprechender Leistungsindikatoren nachverfolgen.

    ImportantWichtig
    Wenn Sie eine Betriebssystemaktualisierung von einer älteren Version von Windows auf Windows Server 2012 durchführen, wird die RSC-Funktionalität standardmäßig deaktiviert. Dadurch wird sichergestellt, dass die Serverfunktionalität trotz des Betriebssystemupgrades konsistent bleibt.

  • Sie können RSC global oder für einzelne Schnittstellen aktivieren oder deaktivieren.

  • RSC weist keine Leistungsunterschiede zwischen IPv4- und IPv6-Netzwerken auf.

  • RSC kann problemlos mit Drittanbietertreibern verwendet werden, die Network Driver Interface Specification (NDIS) 6.30 und höher (NDIS Lightweight Filters, NDIS Intermediates und Windows Filtering Platform-Callout-Treiber [WFP]) unterstützen.

  • RSC wird für ältere nicht kompatible Treiber automatisch deaktiviert.

  • RSC kann in virtualisierten Umgebungen hervorragend verwendet werden. Die Verfügbarkeit von RSC ist auf die übergeordnete Partition für die Speicherung und Livemigration sowie auf virtuelle Computer beschränkt, auf denen Windows® 8 mit SR-IOV-fähigen Netzwerkadaptern ausgeführt wird. Die RSC-Funktionalität ist nur für virtuelle Computer verfügbar, auf denen Windows 8 und SR-IOV ausgeführt werden.

  • RSC ist nur für TCP-Verbindungen definiert. RSC kann nicht für UDP (User Datagram Protocol) und andere Transportschichtprotokolle verwendet werden.

  • RSC ist eine statuslose Auslagerungstechnologie und hält den Status von TCP-Verbindungen nicht. Es ist kein Ersatz für TCP-Chimney, da RSC-fähige Netzwerkadapter den TCP-Status des Computers nicht verarbeiten sollen.

  • RSC kann nicht für IPsec-verschlüsselten Datenverkehr verwendet werden, da Netzwerkadapter IPsec-Pakete derzeit nicht zusammenfügen können.

  • RSC bietet Leistungsindikatoren, die für jede Schnittstelle Folgendes erfassen: die Anzahl der TCP-Verbindungen, für die RSC aktiv ist; die Anzahl der pro DPC (Deferred Procedure) zusammengefügten Pakete; die Anzahl der vom Netzwerkadapter ausgegebenen RSC-Abbrüche; die maximale Anzahl der in einem DPC zusammengefügten Pakete.

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