(0) exportieren Drucken
Alle erweitern

Empfangsseitige Skalierung (RSS)

Letzte Aktualisierung: Mai 2012

Betrifft: Windows Server 2012

Mit RSS können Netzwerkadapter die Netzwerkverarbeitungslast im Kernelmodus über mehrere Prozessorkerne auf Computern mit mehreren Kernen verteilen. Die Verteilung dieser Verarbeitung ermöglicht die Unterstützung höherer Datenverkehrslasten im Netzwerk, als bei Verwendung von nur einem Kern möglich wäre. In Windows Server 2012 wurde RSS erweitert, um beispielsweise Computer mit mehr als 64 Prozessoren zu ermöglichen. RSS erreicht dies, indem die Verarbeitungslast des Netzwerks auf viele Prozessoren verteilt wird und für TCP-Enddatenverkehr ein aktiver Lastenausgleich erfolgt. Außerdem enthält RSS unter Windows Server 8 Beta automatische Lastenausgleichsfunktionen für Nicht-TCP-Datenverkehr (einschließlich UDP-Unicast, -Multicast und IP-Weiterleitungsdatenverkehr), verbesserte RSS-Diagnose- und -Verwaltungsfunktionen, eine verbesserte Skalierbarkeit für Knoten mit nicht einheitlichem Speicherzugriff (Non-Uniform Memory Access, NUMA) und eine verbesserte Ressourcenausnutzung und Ressourcenpartitionierung durch Vereinfachung der Kernelplaner- und Netzwerkstapelausrichtung.

Die Diagnose- und Verwaltungsfunktionen von RSS beinhalten Folgendes:

  • Ereignisablaufverfolgung RSS protokolliert Ereignisse für die folgenden Fälle:

    • RSS-Konfigurationsinformationen (grundlegender RSS-Zentralprozessor, Anzahl der Warteschlangen und Indirektionstabelle)

    • Benachrichtigung bei Änderung der Indirektionstabelle

    • Änderung beim Prozessorsatz

  • NICStats-Funktionalität über die Windows-Verwaltungsinstrumentation (Windows Management Instrumentation, WMI) und Windows PowerShell

  • RSS-Profile Damit RSS einfacher konfiguriert werden kann, unterstützt RSS nun die folgenden vordefinierten Profile:

    1. Standard: Wenn dieses Profil aktiviert ist, sind die neuen RSS-Features deaktiviert und RSS funktioniert sehr ähnlich wie in Windows Server® 2008 R2.

    2. Kein dynamischer Lastenausgleich: Wenn dieses Profil aktiviert ist, verteilt RSS die Arbeitslast, lädt den Lastenausgleich jedoch nicht zur Laufzeit.

    3. NUMA-Skalierbarkeit: Wenn dieses Profil aktiviert ist, werden RSS-CPUs im Roundrobin-Verfahren pro NUMA-Knoten zugewiesen. Dadurch können auf mehreren NUMA-Servern ausgeführte Anwendungen gut skaliert werden. Bei diesem Profil weist RSS mindestens einen RSS-Zentralspeicher pro NUMA-Knoten zu, bevor jedem NUMA-Knoten der zweite RSS-Zentralspeicher zugewiesen wird. Im NUMA-Skalierbarkeitsmodus verwendet RSS die Limits, die für die Skalierung mehrerer NUMA-Knoten festgelegt wurden.

    4. NUMA-Skalierbarkeit ohne dynamischen Lastenausgleich: Wenn dieses Profil aktiviert ist, wird das Profil "NUMA-Skalierbarkeit" verwendet. RSS führt jedoch keinen Lastenausgleich durch.

    5. Konservative Skalierung: Wenn dieses Profil aktiviert ist, verwendet RSS so wenige Prozessoren wie möglich, um die Arbeitslast aufzufangen. Mit dieser Option kann die Anzahl von Unterbrechungen reduziert werden.

  • Verbesserte schnittstellenbasierte Standardeinstellungen

RSS bietet bei Szenarien mit geringer Latenz die folgenden zusätzlichen Vorteile:

  • Parallele Empfangsverarbeitung: Empfangspakete von einer Netzwerkschnittstellenkarte können angekündigt werden, indem auf mehreren CPUs gleichzeitig Unterbrechungen und DPCs generiert werden.

  • Beibehalten der Zustellungsreihenfolge von Paketen: Empfangene Pakete für einen bestimmten Datenstrom von einer Netzwerkschnittstellenkarte werden dem TCP/IP-Protokolltreiber der Reihe nach zugestellt.

  • Dynamischer Lastenausgleich: Da die Arbeitslast auf den Hosts unterschiedlich ist, gleicht RSS die Verarbeitungslast des Netzwerks unter den Prozessoren aus.

  • Ort des Caches: Da Pakete einer Verbindung einem bestimmten Prozessor zugeordnet werden, bleibt der Zustand für eine bestimmte Verbindung im Cache des Prozessors gespeichert. Es gibt keine Cache-Überlastung mehr und die Leistung wird verbessert.

  • Sendeseitige Skalierung: Der RSS-Hashwert wird vom TCP/IP-Protokoll in jedem Paket auf dem ausgehenden Pfad an die Netzwerkschnittstellenkarte übergeben. Dadurch ist es möglich, dass die Sendebeendigungen auf derselben CPU angekündigt werden. Dies ermöglicht eine bessere Skalierung auf der Sendeseite.

  • Toeplitz-Hash: Die standardmäßig generierte RSS-Signatur ist statistisch sicher, weshalb es für böswillige Remotehosts schwieriger ist, das System in einen nicht ausgeglichenen Zustand zu bringen.

Es folgen einige anwendungsspezifische Vorteile von RSS:

  • RSS ermöglicht Windows Server 2012 eine optimale Skalierung auf großen Servern mit mehr als 64 Prozessoren.

  • RSS ermöglicht das effiziente Skalieren mehrerer NUMA-Knotenserver wie Webserver, Dateiserver und Server mit anderen Arbeitsauslastungen.

  • Für DirectAccess ermöglicht RSS eine verbesserte Skalierung durch einen aktiven Lastenausgleich des weitergeleiteten Datenverkehrs.

  • RSS ermöglicht Finanzanwendungen (z. B. Ticker Plants und algorithmische Handelssysteme, die UDP für den Transport verwenden) eine Skalierung bei steigender Last.

  • RSS bietet Anwendungen eine Eingabe/Ausgabe-Steuerung, um sich selbst am Stapel auszurichten.

  • RSS ist mit der Lastenausgleichs- und Failoverlösung von Windows kompatibel.

  • Mit RSS können Administratoren die RSS-Funktion über standardmäßige Verwaltungsschnittstellen und Diagnosetools bereitstellen, verwalten und diagnostizieren.

  • RSS skaliert alle Arbeitsauslastungen durch Ausrichten des Netzwerkstapels und Kernelplaners optimal. RSS verwendet die vom Kernelplaner bereitgestellte Prozessorliste, um Entscheidungen bezüglich der Prozessorauswahl zu treffen.

Fanden Sie dies hilfreich?
(1500 verbleibende Zeichen)
Vielen Dank für Ihr Feedback.

Community-Beiträge

HINZUFÜGEN
Anzeigen:
© 2014 Microsoft