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Übersicht über DFS-Namespaces und DFS-Replikation

Veröffentlicht: Mai 2012

Letzte Aktualisierung: November 2013

Betrifft: Windows Server 2012, Windows Server 2012 R2



In diesem Thema werden die Rollendienste "DFS-Namespaces" (DFSN oder DFS-N) und "DFS-Replikation" (DFSR oder DFS-R) behandelt, die zusammen das verteilte Dateisystem (Distributed File System, DFS) in Windows Server 2012 ergeben. In diesem Thema erfahren Sie, wie Sie DFS installieren, welche Neuerungen Sie erwarten und wo Sie Evaluierungs- und Bereitstellungsinformationen finden.

Meinten Sie…

DFS-Namespaces und die DFS-Replikation in Windows Server 2012 sind Rollendienste in der Rolle "Datei- und Speicherdienste".

  • DFS-Namespaces   Mithilfe von DFS-Namespaces können Sie freigegebene Ordner, die sich auf verschiedenen Servern befinden, zu logisch strukturierten Namespaces gruppieren. Jeder Namespace wird Benutzern als einzelner freigegebener Ordner mit einer Reihe von Unterordnern angezeigt. Die zugrunde liegende Struktur des Namespace kann jedoch aus zahlreichen Dateifreigaben bestehen, die sich auf verschiedenen Servern und an mehreren Orten befinden.

  • DFS-Replikation   Ermöglicht eine effiziente Replizierung von Ordnern (einschließlich jenen, auf die durch einen DFS-Namespacepfad verwiesen wird) über mehrere Server und Orte hinweg. Für die DFS-Replikation wird ein Komprimierungsalgorithmus verwendet, der als Remotedifferenzialkomprimierung (Remote Differential Compression, RDC) bezeichnet wird. Mit RDC werden Änderungen an den Daten in einer Datei erkannt. Dadurch ist es möglich, mit der DFS-Replikation anstelle der gesamten Datei lediglich die geänderten Dateiblöcke zu replizieren.

DFS-Namespaces und die DFS-Replikation können zu folgenden Zwecken verwendet werden:

  • DFS-Namespaces   Stellen Benutzern einen zentralisierten Ordnernamespace zur Verfügung, über den Dateien aufgerufen und gespeichert werden können. Zur Verbesserung von Verfügbarkeit und Leistung können die zugrunde liegenden Dateifreigaben auf unterschiedlichen Servern und an unterschiedlichen Standorten gehostet werden.

  • DFS-Replikation   Synchronisiert Ordnerinhalte effizient zwischen Servern über LAN- oder WAN-Verbindungen.

noteHinweis
Mithilfe der DFS-Replikation kann auch der Ordner "SYSVOL" aus den Active Directory-Domänendiensten (Active Directory Domain Services, AD DS) in Domänen repliziert werden, in denen die Domänenfunktionsebenen von Windows Server 2012, Windows Server 2008 R2 oder Windows Server 2008 verwendet werden.

Die folgende Tabelle gibt Aufschluss über Änderungen an den Funktionen von DFS-Namespaces und der DFS-Replikation in dieser Version:

 

Feature/Funktion Neu oder aktualisiert? Beschreibung

Windows PowerShell-Modul für DFS-Namespaces

Neu

Stellt Windows PowerShell-Cmdlets bereit, mit denen die meisten Verwaltungsaufgaben für DFS-Namespaces ausgeführt werden können.

DFS-Namespaces: Standortinformationen für DirectAccess-Clients

Neu

Stellt für Remoteclientcomputer optimale Verweise auf Unternehmensressourcen bereit, wenn von den Computern eine DirectAccess-Verbindung mit dem Unternehmensnetzwerk hergestellt wird.

DFS-Namespaces: Anbieter für die Windows-Verwaltungsinfrastruktur

Neu

Stellt die neuesten, auf der Windows-Verwaltungsinfrastruktur basierenden Verwaltungsmethoden für die Verwaltung von DFS-Namespaces bereit.

DFS-Replikation: Unterstützung für Datendeduplizierungsvolumes

Neu

Bietet Unterstützung für replizierte Ordner, die auf Volumes mit Datendeduplizierung gespeichert sind.

Windows Server 2012 enthält Windows PowerShell-Cmdlets bereit, mit denen die meisten Verwaltungsaufgaben für DFS-Namespaces ausgeführt werden können.

Welchen zusätzlichen Nutzen bietet diese Änderung?

Administratoren können bei allgemeinen Verwaltungsaufgaben auf die umfangreichen Windows PowerShell-Cmdlets zurückgreifen und diese ggf. mithilfe von Windows PowerShell-Skripts automatisieren.

Worin bestehen die Unterschiede?

Administratoren können alle allgemeinen Aufgaben mithilfe der Windows PowerShell-Cmdlets (und damit ohne DFS-Verwaltung oder DFS-Befehlszeilenprogramme) ausführen.

Die Windows PowerShell-Cmdlets stehen auf Computern unter Windows Server 2012 oder Windows 8 zur Verfügung, auf denen das Feature "DFS-Verwaltungstools" (Teil der Remoteserver-Verwaltungstools) installiert ist.

Weitere Informationen finden Sie unter DFS-Namespace (DFSN)-Cmdlets in Windows PowerShell und Einführung in Windows PowerShell-Cmdlets für DFS-Namespaces.

TipTipp
Richten Sie mithilfe des Cmdlets Enter-PSSession eine Sitzung mit einem Computer ein, auf dem das Feature "DFS-Verwaltungstools" installiert ist, um das Windows PowerShell-Modul für DFS-Namespaces auf einem Computer verwenden zu können, auf dem es nicht installiert ist.

Windows Server 2012 enthält Standortinformationen für DirectAccess-Funktionen, um optimale standortabhängige Verweise für Remotebenutzer bereitzustellen, die per DirectAccess auf das Unternehmensnetzwerk zugreifen.

Welchen zusätzlichen Nutzen bietet diese Änderung?

Remotebenutzer, die eine DirectAccess-Verbindung mit DFS-Namespaces herstellen, erhalten Verweise auf die Namespaceserver und Ordnerziele, die ihrem Standort am nächsten sind. Dadurch verringert sich die Netzwerklatenz beim Zugriff auf Dateien im Unternehmensnetzwerk, und die Bandbreite wird effizienter genutzt.

Worin bestehen die Unterschiede?

Beim Zugriff auf einen DFS-Namespacepfad mittels DirectAccess erhalten Remotecomputer, deren IP-Adresse sich außerhalb der in den Active Directory-Diensten angegebenen Orte befindet, unter Windows 7 oder Windows Server 2008 R2 einen Verweis nach dem Zufallsprinzip, der unter Umständen Server an entfernten Orten enthält, auch wenn Server an nahegelegenen Standorten verfügbar sind.

Wird von einem Remotecomputer unter Verwendung von DirectAccess auf Computern unter Windows 8 oder Windows Server 2012 auf einen DFS-Namespacepfad zugegriffen, wird in der Verweisanforderung an den Namespaceserver unter Windows Server 2012 ein Ortsname angegeben. Anhand des Ortsnamens wird vom Namespaceserver ein Verweis zum nächstgelegenen verfügbaren Ort bereitgestellt.

Damit die Standortinformationen für Clients mit DirectAccess funktionieren, muss auf dem Clientcomputer Windows 8 oder Windows Server 2012 und auf dem Server Windows Server 2012 ausgeführt werden.

Windows Server 2012 enthält neue Anbieterfunktionen für die neue Version der Windows-Verwaltungsinfrastruktur (Windows Management Infrastructure, WMI), um die Verwaltung von DFS-Namespaces mittels programmgesteuertem Zugriff zu ermöglichen.

Welchen zusätzlichen Nutzen bietet diese Änderung?

Für die Verwaltung von DFS-Namespaces können von Verwaltungsprogrammen die neuesten, auf der Windows-Verwaltungsinfrastruktur basierenden Methoden verwendet werden.

Worin bestehen die Unterschiede?

Der WMI-basierte Verwaltungszugriff erfolgt über ein firewallfreundliches Transportprotokoll der Windows-Remoteverwaltung (Windows Remote Management, WinRM).

Windows Server 2012 bietet Unterstützung für replizierte Ordner, die auf Volumes mit aktivierter Datendeduplizierung gespeichert sind.

Welchen zusätzlichen Nutzen bietet diese Änderung?

Mithilfe der Datendeduplizierungsfunktion können Sie den Speicherbedarf ohne Auswirkungen auf die DFS-Replikation verringern.

Worin bestehen die Unterschiede?

Von der DFS-Replikation wird das neue Analysepunktkennzeichen "IO_REPARSE_TAG_DEDUP" repliziert.

Die folgenden Features sind in Windows Server 2012 zwar enthalten, werden jedoch nach und nach eingestellt und in zukünftigen Versionen des Windows Server-Betriebssystems voraussichtlich vollständig entfernt.

 

Veraltetes Feature Ersatz

DFS-Namespaces-Befehlszeilentool "Dfscmd"

DFS-Namespaces-Modul für Windows PowerShell

Dateireplikationsdienst (File Replication Service, FRS)

DFS-Replikation

Eine vollständige Liste mit veralteten Features in Windows Server 2012 finden Sie unter In Windows Server 2012 entfernte oder veraltete Features.

Weitere Informationen zur FRS-Unterstützung in Windows Server 2012 und Windows Server 2008 R2 finden Sie im Thema Veraltetes Feature in Windows Server 2008 R2: Dateireplikationsdienst (File Replication Service, FRS).

Für die Ausführung der DFS-Verwaltung oder die Verwendung von DFS-Namespaces gelten keine zusätzlichen Hardware- oder Softwareanforderungen. Einzige Ausnahme sind die zuvor beschriebenen neu hinzugefügten Features, für die Windows Server 2012 (oder in einigen Fällen Windows 8) benötigt wird.

Vor dem Bereitstellen der DFS-Replikation müssen die Server wie folgt konfiguriert werden:

  • Aktualisieren Sie das Active Directory-Domänendienste Schema, sodass es Schemaerweiterungen für Windows Server 2012, Windows Server 2008 R2, Windows Server 2008 oder Windows Server 2003 R2 enthält. (Falls Sie einen Domänencontroller unter Windows Server 2012 installieren, wird das Schema automatisch aktualisiert.) Bei Verwendung von Schemaergänzungen für Windows Server 2003 R2 oder älteren Schemaergänzungen können keine schreibgeschützten replizierten Ordner verwendet werden.

  • Stellen Sie sicher, dass sich alle Server in einer Replikationsgruppe in der gleichen Gesamtstruktur befinden. Eine serverübergreifende Replikation über verschiedene Gesamtstrukturen hinweg ist nicht möglich.

  • Installieren Sie die DFS-Replikation auf allen Servern, die als Mitglieder einer Replikationsgruppe fungieren sollen.

  • Erkundigen Sie sich beim Hersteller der verwendeten Antivirensoftware, ob diese mit der DFS-Replikation kompatibel ist.

  • Ermitteln Sie sämtliche zu replizierende Ordner, die sich auf Volumes mit dem NTFS-Dateisystem befinden. Das robuste Dateisystem (Resilient File System, ReFS) und das FAT-Dateisystem werden von der DFS-Replikation nicht unterstützt. Auch eine Replizierung von Inhalten auf freigegebenen Clustervolumes wird von der DFS-Replikation nicht unterstützt.

DFS-Namespaces und die DFS-Replikation sind Teil der Rolle "Datei- und Speicherdienste". Die Verwaltungstools für DFS (DFS-Verwaltung, das DFS-Namespaces-Modul für Windows PowerShell sowie Befehlszeilentools) werden separat im Rahmen der Remoteserver-Verwaltungstools installiert.

Verwenden Sie zum Installieren der Rollendienste und der DFS-Verwaltungstools eine der folgenden Methoden:

  1. Klicken Sie im Server-Manager auf Verwalten und anschließend auf Rollen und Features hinzufügen. Der Assistent zum Hinzufügen von Rollen und Features erscheint.

  2. Wählen Sie auf der Seite Serverauswahl den Server oder die virtuelle Festplatte (Virtual Hard Disk, VHD) eines virtuellen Computers im Offlinemodus aus, auf dem Sie DFS installieren möchten.

  3. Wählen Sie die zu installierenden Rollendienste und Features aus.

    • Wählen Sie auf der Seite Serverrollen die Optionen DFS-Namespaces und DFS-Replikation aus, um die Dienste "DFS-Namespaces" und "DFS-Replikation" zu installieren.

    • Erweitern Sie auf der Seite Features die Option Remoteserver-Verwaltungstools, erweitern Sie Rollenverwaltungstools, erweitern Sie Tools für Dateidienste, und wählen Sie anschließend DFS-Verwaltungstools aus.

      Im Rahmen der DFS-Verwaltungstools werden auf dem Server das DFS-Verwaltungs-Snap-In, das DFS-Namespaces-Modul für Windows PowerShell sowie Befehlszeilentools, aber keine DFS-Dienste installiert.

  • Öffnen Sie eine Windows PowerShell-Sitzung mit erhöhten Rechten, und geben Sie den folgenden Befehl ein, wobei <Name> für den zu installierenden Rollendienst bzw. für das zu installierende Feature steht. Eine Liste mit relevanten Rollendienst- oder Featurenamen finden Sie in der folgenden Tabelle:

    Install-WindowsFeature <Name>
    

     

    Rollendienst oder Feature Name

    DFS-Namespaces

    FS-DFS-Namespace

    DFS-Replikation

    FS-DFS-Replication

    DFS-Verwaltungstools

    RSAT-DFS-Mgmt-Con

    Geben Sie beispielsweise Folgendes ein, um die DFS-Tools zu installieren, die Teil der Remoteserver-Verwaltungstools sind:

    Install-WindowsFeature RSAT-DFS-Mgmt-Con
    

    Geben Sie Folgendes ein, um DFS-Namespaces, die DFS-Replikation und die DFS-Tools zu installieren, die Teil der Remoteserver-Verwaltungstools sind:

    Install-WindowsFeature FS-DFS-Namespace, FS-DFS-Replication, RSAT-DFS-Mgmt-Con
    

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