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Übersicht über das Hyper-V-Replikat

Veröffentlicht: Mai 2012

Letzte Aktualisierung: Mai 2012

Betrifft: Windows Server 2012

In diesem Thema wird die Bereitstellung des Hyper-V Replikats beschrieben, ein neues Feature von Hyper-V, die alle Änderungen auf einem virtuellen Computer auf einem Gegenstück des virtuellen Computers, der von einem anderen Server gehostet wird, repliziert. Das Thema behandelt die grundlegenden Planungsentscheidungen und enthält Schritte für das Vorbereiten einer virtuellen Umgebung für das Replikat, das Konfigurieren und Aktivieren der Replikation, das Testen der Bereitstellung, das Durchführen geplanter Failovers und die Reaktion auf ungeplante Failovers.

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Hyper-V-Replikat bietet asynchrone Replikation für virtuelle Hyper-V-Computer zwischen zwei Hostservern. Für die einfache Konfiguration sind keine Speicherfreigaben oder bestimmte Speicherhardware erforderlich. Jede Serverarbeitslast, die in Hyper-V virtualisiert werden kann, kann repliziert werden. Die Replikation kann über jedes normale IP-basierte Netzwerk verwendet werden, und die replizierten Daten können während der Übertragung verschlüsselt werden. Hyper-V-Replikat kann für eigenständige Server, Failovercluster oder eine Kombination aus beiden verwendet werden. Die Server können physisch nebeneinander befinden oder geografisch getrennt sein. Die physischen Server müssen nicht derselben Domäne oder irgendeiner Domäne angehören.

In diesem Szenario werden zwei "Standorte" definiert: Der "primäre Standort", an dem die virtualisierte Umgebung normalerweise in Betrieb ist, und der "Replikatstandort", an dem der Server die replizierten Daten empfangen wird. Am primären Standort ist der primäre Server der physische Server, der einen oder mehrere primäre virtuelle Computer hostet. Am Replikatstandort hostet der Replikatserver entsprechend die virtuellen Replikatcomputer.

Nachdem die Replikation konfiguriert und aktiviert wurde, muss eine Erstkopie der Daten der primären virtuellen Computer an die virtuellen Replikatcomputer gesendet werden. Dieser Vorgang wird als "Erstreplikation" bezeichnet und kann direkt über das Netzwerk oder durch das Kopieren der Daten auf ein physisches Gerät und anschließendes Transportieren zum Replikatstandort erfolgen.

Während der laufenden Replikation werden Änderungen in den primären virtuellen Computern in regelmäßigen Abständen an das Netzwerk an die virtuellen Replikatcomputer übermittelt. Die genaue Frequenz variiert je nach der Dauer eines Replikationszyklus, die unter anderem wiederum vom Netzwerkdurchsatz abhängt. Im Allgemeinen findet jedoch ungefähr alle 5-15 Minuten eine Replikation statt.

Sie können den Betrieb jedes primären virtuellen Computers auf den entsprechenden virtuellen Replikatcomputer verschieben. Dieser Vorgang wird als "geplantes Failover" bezeichnet. In einem geplanten Failover werden alle nicht replizierten Änderungen zuerst auf den virtuellen Replikatcomputer kopiert, und der primäre virtuelle Computer wird heruntergefahren, damit keine Daten verloren gehen. Nach dem geplanten Failover übernimmt der virtuelle Replikatcomputer die Arbeitslast. Um dem virtuellen Computer, der die Arbeitslast jetzt verwaltet, entsprechenden Schutz zu bieten, müssen Sie die "Replikation rückgängig machen" so konfigurieren, dass Änderungen an den primären virtuellen Computer gesendet werden, wenn dieser wieder online ist.

Sollte der primäre Server z. B. aufgrund eines größeren Hardwarefehlers oder einer Naturkatastrophe unerwartet ausfallen, können die virtuellen Replikatcomputer die Arbeitslast übernehmen. Dieser Fall wird als "ungeplantes Failover" bezeichnet. Bei einem ungeplanten Failover besteht die Möglichkeit des Datenverlusts, da die Änderungen, die noch nicht repliziert wurden, nicht kopiert werden konnten.

Da das Hyper-V-Replikat so einfach und flexibel ist, kann es in vielen verschiedenen potenziellen Szenarios mit variierender Komplexität verwendet werden. Beispiele:

Firmenzentrale und Filiale

In diesem Szenario gibt es zwei Standorte: eine Firmenzentrale sowie eine oder mehrere Filialen an verschiedenen Standorten. Hyper-V-Replikat nutzt die Vorteile virtualisierter Arbeitslasten und kann verwendet werden, um Notfallwiederherstellungsunterstützung für die Filialen bereitzustellen. Die Server an den einzelnen Standorten können Cluster- oder eigenständige Server sein.

In dieser Situation erfolgt der alltägliche Betrieb auf den virtuellen Computern, die auf einem primären Server in der Firmenzentrale ausgeführt werden. Jede Filiale verfügt über einen Replikatserver, der zur Verfügung steht, um die Arbeitslast zu übernehmen, falls der primäre Server aus irgendeinem Grund offline gehen muss.

Dieses Szenario kann skaliert werden, um große Rechenzentren mit vielen Servern einzuschließen, ohne dass andere Verwaltungsaktivitäten hinsichtlich Hyper-V-Replikat erforderlich sind.

Gehostete Cloud

In diesem Szenario richtet der hostende Anbieter einen Replikatserver im Rechenzentrum ein, der Replikationsdaten von mehreren primären Servern erhält, auf denen virtualisierte Arbeitslasten an den Standorten der verschiedenen Kunden ausgeführt werden. Der Replikatserver des hostenden Anbieters stellt dadurch Notfallwiederherstellungsfunktionen für die Kunden bereit, die den Server abonnieren.

Um die Sicherheit für die Kunden zu gewährleisten, umfasst dieses Szenario zertifikatsbasierte Authentifizierung mithilfe von Zertifikaten, die von einem separaten Zertifikatsserver im Besitz des hostenden Anbieters bereitgestellt werden. Außerdem ermöglicht das Replikatfeature für vertrauenswürdige Gruppen dem hostenden Anbieter das Trennen der replizierten Daten der einzelnen Kunden mithilfe von separaten Speicherorten und Tagging, um zu verhindern, dass Daten verschiedener Kunden vermischt werden.

Sie können die Replikation von virtuellen Hyper-V-Computern einrichten, wenn Sie zwei physische Windows Server 2012-Server haben, die die Hyper-V-Rolle unterstützen. Die zwei Server können sich physisch nebeneinander oder an geografisch vollständig getrennten Standorten befinden. Der primäre und/oder der Replikatserver können Teil eines Failoverclusters sein. Vermischte eigenständige und Cluster-Umgebungen werden unterstützt.

Außer Windows Server 2012 ist keine spezielle Software erforderlich. Wenn Sie die zertifikatsbasierte Authentifizierung verwenden möchten (für die Verschlüsselung replizierter Daten während der Übertragung erforderlich), benötigen Sie ein entsprechendes Zertifikat, das lokal und selbstsigniert oder von einem Zertifikatsserver in der Bereitstellung zur Verfügung gestellt werden kann.

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