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Schritt 1: Aktivierungsmethoden überprüfen und auswählen

Letzte Aktualisierung: August 2012

Betrifft: Windows 8

Der erste Schritt beim Planen der Volumenaktivierungsdienste in Windows Server 2012 ist das Bewerten der verfügbaren Features und Bereitstellungsmodelle zum Aktivieren von Clientcomputern. Wenn Sie die Unterschiede und Vorteile dieser Features und Bereitstellungsmodelle verstanden haben, fahren Sie mit Schritt 2: Bewerten der Clientkonnektivität fort, und verwenden Sie diese Informationen zum Bewerten Ihrer Netzwerktypen und Clients. Anschließend fahren Sie mit Schritt 3: Bestimmen der Aktivierungsmethode und Produktlizenzanforderungen fort, um die beste Lösung für jede Clientgruppe zu ermitteln.

Die Serverrolle für die Volumenaktivierung in Windows Server 2012 bietet drei Methoden zum Implementieren der Volumenaktivierung. Sie können eine, zwei oder alle drei Methoden der Volumenaktivierung verwenden. Die gewählten Methoden hängen von der Größe, der Netzwerkinfrastruktur, der Konnektivität und den Sicherheitsanforderungen Ihrer Organisation ab. In der folgenden Tabelle sind diese Methoden hervorgehoben.

 

Aufgabe Beschreibung

1.1 Planen der Aktivierung über Active Directory

Identifizieren und lösen Sie die Hauptprobleme beim Planen der Aktivierung über Active Directory.

1.2 Planen der Aktivierung über Schlüsselverwaltungsdienste (Key Management Services, KMS)

Identifizieren und lösen Sie die Hauptprobleme beim Planen der KMS-Aktivierung.

1.3 Planen der Aktivierung über Mehrfachaktivierungsschlüssel (Multiple Activation Key, MAK)

Identifizieren und lösen Sie die Hauptprobleme beim Planen der MAK-Aktivierung.

Wenn Sie sich über die Optionen der Volumenaktivierung informiert haben, wählen Sie die geeignete Kombination von Methoden, um die Bedürfnisse Ihrer Organisation zu erfüllen.

Die Aktivierung über Active Directory Windows Server 2012-Rollendienst, der Ihnen das Speichern von Aktivierungsobjekten mithilfe der Active Directory-Domänendienste (AD DS) ermöglicht. Dies kann die Wartung von Volumenaktivierungsdiensten für ein Netzwerk erheblich erleichtern.

Bei der Aktivierung über Active Directory werden alle Computer, auf denen Windows 8 oder Windows Server 2012 mit einem KMS-Client-Setup-Schlüssel (GVLK) ausgeführt wird und die mit der Domäne verbunden sind, beim Starten des Computers automatisch und transparent aktiviert. Diese Clients bleiben so lange aktiviert, wie sie Mitglieder der Domäne sind, und halten regelmäßigen Kontakt zu einem Domänencontroller.

Die Aktivierung erfolgt nach dem Start des Softwareschutzdienstes. Beim Start des Softwareschutzdienstes kontaktiert der Computer, auf dem Windows 8 oder Windows Server 2012 ausgeführt wird, automatisch AD DS, erhält das Aktivierungsobjekt und nimmt die Aktivierung ohne Benutzereingriff vor.

Beachten Sie beim Planen der Aktivierung über Active Directory Folgendes:

  • Bei der Aktivierung über Active Directory benötigen Sie keinen zusätzlichen Hostserver. Ihre vorhandenen Domänencontroller unterstützen Aktivierungsclients mit den folgenden Einschränkungen:

    • Die Aktivierung über Active Directory kann nicht auf schreibgeschützten Domänencontrollern konfiguriert werden.

    • Die Aktivierung über Active Directory kann nur mit Microsoft-Verzeichnisdiensten verwendet werden.

    • AD DS muss sich auf der Windows Server 2012-Schemaebene befinden, um Aktivierungsobjekte zu speichern. Domänencontroller, auf denen frühere Windows Server-Versionen ausgeführt werden, können Clients aktivieren, nachdem ihre Schemas mit der Windows Server 2012-Version von "Adprep.exe" aktualisiert wurden. Weitere Informationen finden Sie unter Ausführen von "Adprep.exe".

  • Sie benötigen nur eine Aktivierungsobjekt-Gesamtstruktur.

    noteHinweis
    Wenn die KMS-Hostschlüssel des Clients und des Servers innerhalb einer Umgebung aktiviert werden, sind im der Gesamtstruktur zwei Aktivierungsobjekte vorhanden. In diesem Fall aktiviert das Aktivierungsobjekt auf dem Server Computer, auf denen Windows 8 oder Windows Server 2012 innerhalb der Gesamtstruktur ausgeführt wird und das Clientaktivierungsobjekt nicht verwendet wird. Das Behalten des Clientaktivierungsobjekts hat zwar keine Nachteile, es kann jedoch auch ohne Bedenken gelöscht werden.

  • Anders als bei der Verwendung von KMS müssen Sie keine Schwellenwerte einhalten, damit Clients oder Server aktiviert werden können.

Beachten Sie folgende zusätzliche Überlegungen beim Planen der Aktivierung über Active Directory.

Viele Organisation verfügen über aufwändige Volumenlizenzinfrastrukturen, um KMS- und Office-Installationen zu unterstützen. Zum Hinzufügen der Aktivierung über Active Directory zu diesem Umgebungen müssen Administratoren ihre aktuellen Implementierungen bewerten und ermitteln, welche Rolle die Aktivierung über Active Directory in der Umgebung spielen wird.

Einige Überlegungen beinhalten Informationen zum Aktualisieren dieser Betriebssysteme und Anwendungen auf Versionen, die die Aktivierung über Active Directory unterstützen.

Für Umgebungen, in denen ausschließlich Windows 8 und Windows Server 2012 ausgeführt werden, ist die Aktivierung über Active Directory eine geeignete Option zum Aktivieren aller Clients und Server, und Sie können ggf. alle KMS-Hosts aus Ihrer Umgebung entfernen.

Sind in einer Umgebung weiterhin frühere volumenlizenzierte Betriebssysteme und -Anwendungen vorhanden, benötigen Administratoren einen KMS-Host, damit der Aktivierungsstatus für frühere volumenlizenzierte Windows- und Office-Editionen beibehalten werden kann. Außerdem muss die Aktivierung über Active Directory für Windows 8 und Windows Server 2012-Clients aktiviert sein.

Das Beibehalten mehrerer Aktivierungsmethoden für Ihre Umgebung kann auch von Vorteil sein. Um dies nachzuvollziehen, überlegen Sie, was geschieht, wenn Client erneut aktiviert werden müssen. Der Aktivierungsstatus von Clients, die der Domäne angehören und über Active Directory aktiviert sind, bleibt 180 Tage lang gültig. Erfolgt ein erneutes Aktivierungsereignis auf einer Installation, fragt der Client das Aktivierungsobjekt von AD DS ab. Clientsysteme untersuchen das Aktivierungsobjekt und vergleichen es mit der lokalen Edition gemäß GVLK-Definition. Stimmen Objekt und GVLK überein, erfolgt eine erneute Aktivierung.

Wenn das AD DS-Objekt nicht erreichbar ist, verwenden Clients die Aktivierungsmethoden in folgender Reihenfolge:

  1. Aktivierung über Active Directory

  2. KMS-Aktivierung

  3. MAK-Aktivierung

Wenn eine Installation zuvor aktiviert wurde, wird der Aktivierungszeitraum durch ein erfolgreiches Aktivierungsereignis auf 180 Tage zurückgesetzt. Schlägt der Aktivierungsversuch fehl, wird standardmäßig alle sieben Tage ein erneuter Aktivierungsversuch durchgeführt, bis die erneute Aktivierung erfolgreich ist. Nach dem Verstreichen des gesamten Aktivierungszeitraums von 180 Tagen schlägt die Aktivierung fehl, der Benutzer erhält eine Benachrichtigung, und im Windows-Anwendungsereignisprotokoll wird ein Ereignis erfasst.

Bei nicht verfügbarer Aktivierung über Active Directory versuchen Computer, die ursprünglich über Active Directory aktiviert wurden, eine KMS-Aktivierung durchzuführen, bis diese erfolgreich ist. Beim nächsten Versuch einer erneuten Aktivierung durch den Computer versucht der Client zunächst, die Aktivierung über Active Directory durchzuführen. Ist der Versuch erfolgreich, basiert der Client erneut auf der Aktivierung über Active Directory.

Auf Computern, die keine Domänenmitglieder mehr sind, schlägt die Aktivierung beim Neustart des Computers oder des Softwareschutzdienstes fehl.

In den folgenden Informationen sind die anfänglichen Planungsüberlegungen beschrieben, die Sie für die Aktivierung über Schlüsselverwaltungsdienste (Key Management Services, KMS) überprüfen müssen.

KMS verwendet ein Client-Server-Modell zum Aktivieren von Clients. KMS-Clients werden zur Aktivierung mit einem KMS-Server, dem KMS-Host, verbunden. Der KMS-Host muss sich in Ihrem lokalen Netzwerk befinden.

KMS-Hosts müssen keine dedizierten Server sein, und KMS kann gleichzeitig mit anderen Diensten gehostet werden. KMS-Hosts können auf jedem physischen oder virtuellen System ausgeführt werden, auf dem Windows Server 2012, Windows 8, Windows Server 2008 R2, Windows Server 2008, Windows 7 oder Windows Vista SP1 oder SP2 ausgeführt wird.

noteHinweis
Ein unter Windows 8, Windows 7 oder Windows Vista ausgeführter KMS-Host kann nur Computer aktivieren, auf denen Clientbetriebssysteme ausgeführt werden.

Ein einzelner KMS-Host kann eine unbegrenzte Anzahl von KMS-Clients unterstützen. Bei mehr als 25 Clients empfehlen wir mindestens zwei KMS-Hosts, für den Fall, dass einer der KMS-Hosts nicht verfügbar ist. Für die meisten Organisationen sind nicht mehr als zwei KMS-Hosts für die gesamte Infrastruktur erforderlich.

KMS kann physische und virtuelle Computer aktivieren. Zur Qualifikation für die KMS-Aktivierung muss in einem Netzwerk jedoch eine bestimmte Mindestanzahl von physischen Computern (als "Aktivierungsschwellenwert" bezeichnet) vorhanden sein. KMS-Clients werden nur aktiviert, wenn der Schwellenwert nicht überschritten wird. Um sicherzustellen, dass der Aktivierungsschwellenwert nicht überschritten wird, zählt ein KMS-Host die physischen Computer im Netzwerk, die eine Aktivierung anfordern.

KMS verwaltet einen Aktivierungsschwellenwert, demzufolge die Organisation mindestens fünf Server unter Windows Server oder 25 Computer unter Windows-Clientbetriebssystemen aktivieren muss. Die Computer unter Windows Server 2012 müssen innerhalb von 30 Tagen eine Verbindung zu aktiven KMS-Clientcomputern herstellen.

Wenn der nächste Computer, der den KMS-Host kontaktiert, Windows Server 2012 auf einem physischen Computer ausführt, erhält er eine Anzahl von drei Aktivierungen, da die Aktivierungen der Client- und Serverbetriebssysteme kombiniert werden. Wenn ein physischer oder virtueller Computer unter Windows Server 2012 eine Anzahl von mindestens fünf Aktivierungen erhält, wird er aktiviert. Wenn ein physischer oder virtueller Computer unter Windows 8 eine Anzahl von mindestens 25 Aktivierungen erhält, wird er aktiviert.

KMS-Aktivierungen sind 180 Tage lang gültig. Diese Zeitspanne wird als Gültigkeitszeitraum der Aktivierung bezeichnet. Damit sie aktiviert bleiben, müssen KMS-Clients ihre Aktivierung erneuern, indem sie mindestens einmal alle 180 Tage eine Verbindung mit dem KMS-Host herstellen. KMS-Clientcomputer versuchen standardmäßig alle sieben Tage, ihre Aktivierung zu erneuern. Sobald die Aktivierung eines Clients erneuert worden ist, beginnt der Gültigkeitszeitraum der Aktivierung von vorne.

Die KMS-Aktivierung erfordert eine TCP/IP-Verbindung. KMS-Hosts und -Clients sind standardmäßig für die Verwendung von Domain Name System (DNS) konfiguriert. KMS-Hosts verwenden standardmäßig dynamische DNS-Updates zum automatischen Veröffentlichen der erforderlichen Informationen, sodass KMS-Clients die Hosts erkennen und eine Verbindung zu ihnen herstellen können. Sie können diese Standardeinstellungen übernehmen oder KMS-Hosts und -Clients manuell konfigurieren, wenn Sie spezielle Anforderungen bezüglich der Netzwerk- und Sicherheitskonfigurationen haben.

Nach dem Aktivieren des ersten KMS-Hosts, kann der dazu verwendete KMS-Schlüssel zum Aktivieren von bis zu fünf weiteren KMS-Hosts in Ihrem Netzwerk verwendet werden. Nach dem Aktivieren eines KMS-Hosts können Administratoren diesen Host bis zu neun Mal mit demselben Schlüssel erneut aktivieren.

Wenn Ihre Organisation mehr als sechs KMS-Hosts benötigt, sollten Sie zusätzliche Aktivierungen für den KMS-Schlüssel Ihrer Organisation anfordern, z. B. wenn Sie über zehn physische Standorte und einen Volumenlizenzvertrag verfügen und möchten, dass für jeden Standort ein lokaler KMS-Host vorhanden ist.

noteHinweis
Wenden Sie sich an Ihr Activation Call Center, um diese Ausnahme anzufordern. Weitere Informationen finden Sie unter Microsoft Volumenlizenzierung .

Computer, auf denen Volumenlizenzeditionen von Windows 8, Windows Server 2012, Windows 7, Windows Server 2008 R2, Windows Vista und Windows Server 2008 ausgeführt werden, sind standardmäßig KMS-Clients und benötigen keine zusätzliche Konfiguration. KMS-Clients können einen KMS-Host automatisch lokalisieren, indem sie SRV-Datensätze von DNS zum Veröffentlichen des KMS-Diensts abfragen. Wenn Ihre Netzwerkumgebung eine nicht standardmäßige DNS-Konfiguration oder eine komplexe DNS-Zonenzuweisung verwendet, muss ein Administrator einen KMS-Client manuell konfigurieren, damit er einen bestimmten KMS-Host verwendet.

In den folgenden Informationen sind die anfänglichen Überlegungen beschrieben, die Sie bei der Aktivierung über Mehrfachaktivierungsschlüssel (Multiple Activation Key, MAK) beachten müssen.

MAK wird für eine einmalige Aktivierung mit von Microsoft gehosteten Aktivierungsdiensten verwendet. Zu jedem MAK-Schlüssel ist eine zuvor festgelegte Anzahl von zulässigen Aktivierungen vorhanden. Diese Anzahl basiert auf Ihren Volumenlizenzverträgen und stimmt nicht exakt mit der Anzahl der Lizenzen Ihrer Organisation überein. Jede Aktivierung mit einem MAK und von Microsoft gehosteten Aktivierungsdiensten wird für das Aktivierungslimit berücksichtigt.

Eine MAK-Aktivierung wird für Computer empfohlen, die selten oder nie mit dem Unternehmensnetzwerk verbunden werden, sowie für Umgebungen, in denen die Anzahl der physischen Computer, die eine Aktivierung benötigen, den KMS-Aktivierungsschwellenwert unterschreiten. Computer können auf zwei Arten mithilfe von MAK aktiviert werden:

  • Unabhängige MAK-Aktivierung: Die unabhängige MAK-Aktivierung erfordert, dass jeder Computer unabhängig verbunden und online oder durch telefonische Kontaktaufnahme mit Microsoft aktiviert wird. Die unabhängige MAK-Aktivierung eignet sich am besten für Computer in einer Organisation, die vom Unternehmensnetzwerk getrennt sind.

  • MAK-Proxyaktivierung: Die MAK-Proxyaktivierung ermöglicht eine zentralisierte Aktivierungsanforderung für mehrere Computer über eine Verbindung mit Microsoft. Die MAK-Proxyaktivierung wird mithilfe des Tools für die Volumenaktivierungsverwaltung (Volume Activation Management Tool, VAMT) konfiguriert. Die MAK-Proxyaktivierung eignet sich für Umgebungen, in denen der Zugriff auf das Internet oder das Unternehmensnetzwerk u. U. durch Sicherheitsprobleme eingeschränkt ist. Außerdem ist es für Entwicklungs- und Testlabore geeignet, in denen diese Verbindung nicht vorhanden ist.

    noteHinweis
    VAMT ist eine eigenständige Anwendung, die Aktivierungsanforderungen von mehreren Systemen sammelt und diese dann an Microsoft sendet. Weitere Informationen finden Sie unter Tool für die Volumenaktivierungsverwaltung (Volume Activation Management Tool, VAMT): Übersicht.

MAK kann mit einzelnen Computern oder mit einem Abbild verwendet werden, das dupliziert oder mithilfe von Microsoft-Bereitstellungslösungen als Download bereitgestellt werden kann. MAK kann auch auf einem Computer verwendet werden, die ursprünglich für die Verwendung mit KMS-Aktivierung konfiguriert war, wenn der Gültigkeitszeitraum der Aktivierung abgelaufen ist oder demnächst abläuft.

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