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Hybridbereitstellungen in Exchange Server 2013

Exchange 2013
 

Gilt für: Exchange Server 2013, Exchange Online

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2014-05-22

Eine Hybridbereitstellung bietet Unternehmen die Möglichkeit, die Funktionsvielfalt und die Verwaltungskontrolle, die die vorhandene lokale Microsoft Exchange-Organisation bietet, auf die Cloud auszudehnen. Eine Hybridbereitstellung bietet für eine lokale Exchange Server 2013-Organisation und Exchange Online in Microsoft Office 365 ein einheitliches Erscheinungsbild als nahtlose Exchange-Organisation. Darüber hinaus kann eine Hybridbereitstellung als Zwischenschritt vor dem vollständigen Wechsel zu einer Exchange Online-Organisation dienen.

Sie suchen nach einer umfassenden Liste mit Artikeln zum Thema Hybridbereitstellung? Weitere Informationen finden Sie unter Dokumentation zur Hybridbereitstellung. Möglicherweise sind auch die Informationen unter Versionshinweise zu Exchange 2013 für Sie relevant. Wenn Sie eine Offline-Version dieser Hilfe benötigen, können Sie die Hilfedatei im Microsoft Download Center herunterladen.

WichtigWichtig:
Diese Funktion von Exchange Server 2013 ist nicht vollständig kompatibel mit dem von 21Vianet in China betriebenen Office 365. Möglicherweise sind einige Funktionseinschränkungen vorhanden. Weitere Informationen finden Sie unter Verwenden von Office 365 mit 21Vianet.

Inhalt

Wichtige Terminologie

Features der Hybridbereitstellung

Komponenten einer Hybridbereitstellung

Beispiel für eine Hybridbereitstellung

Wichtige Überlegungen vor der Konfiguration einer Hybridbereitstellung

Dokumentation zur Hybridbereitstellung

Die folgende Liste enthält Definitionen der wichtigsten Komponenten im Zusammenhang mit Hybridbereitstellungen in Exchange 2013.

Zentraler E-Mail-Transport

Die Option für die Hybridkonfiguration, bei der alle eingehenden und ausgehenden Exchange Online-Internetnachrichten über die lokale Exchange-Organisation geroutet werden. Diese Routingoption wird im Assistenten für die Hybridkonfiguration festgelegt. Weitere Informationen finden Sie unter Transportoptionen in Exchange 2013-Hybridbereitstellungen.

Koexistenzdomäne

Eine akzeptierte Domäne, die der lokalen Organisation für die hybride Nachrichtenübermittlung und die Verarbeitung von AutoErmittlungsanforderungen für den Office 365-Dienst hinzugefügt wird. Diese Domäne wird als sekundäre Proxydomäne zu allen E-Mail-Adressrichtlinien hinzugefügt, die über PrimarySmtpAddress-Vorlagen für Domänen verfügen, die im Assistenten für die Hybridkonfiguration ausgewählt wurden. In der Standardeinstellung ist das die Domäne "<Domäne>.mail.onmicrosoft.com".

HybridConfiguration Active Directory-Objekt

Das Active Directory-Objekt in der lokalen Organisation, das die gewünschten Konfigurationsparameter für die Hybridbereitstellung enthält, die im Assistenten für die Hybridbereitstellung ausgewählt wurden. Das Hybridkonfigurationsmodul verwendet diese Parameter beim Konfigurieren der lokalen und Exchange Online-Einstellungen, um die Hybridfunktionen zu aktivieren. Die Inhalte des HybridConfiguration-Objekts werden bei jeder Ausführung des Assistenten für Hybridkonfigurationen zurückgesetzt.

Hybridkonfigurationsmodul (Hybrid Configuration Engine, HCE)

Das Modul für die Hybridkonfiguration führt die Hauptaktionen beim Konfigurieren und Aktualisieren einer Hybridbereitstellung aus. Das Hybridkonfigurationsmodul vergleicht den Status des Active Directory-Objekts HybridConfiguration mit den aktuellen lokalen Exchange- und Exchange Online-Konfigurationseinstellungen und führt anschließend Tasks aus, um die Konfigurationseinstellungen der Bereitstellung an die im Active Directory-Objekt HybridConfiguration definierten anzupassen. Weitere Informationen finden Sie unter Modul für die Hybridkonfiguration.

Assistent für die Hybridkonfiguration

Ein mit Exchange 2013 bereitgestelltes anpassbares Tool, das Administratoren durch die Konfiguration einer Hybridbereitstellung zwischen den lokalen und den Exchange Online-Organisationen leitet. Der Assistent definiert die Konfigurationsparameter für die Hybridbereitstellung im Objekt HybridConfiguration und weist das Hybridkonfigurationsmodul an, die erforderlichen Konfigurationstasks zur Aktivierung der definierten Hybridfunktionen auszuführen. Weitere Informationen finden Sie unter Assistent für die Hybridkonfiguration.

Exchange 2010-basierte Hybridbereitstellung

Eine Hybridbereitstellung, die zur Verwendung von Service Pack 3 (SP3) für lokale Exchange Server 2010-Server konfiguriert ist, die als Verbindungsendpunkte für die Office 365- und Exchange Online-Dienste dienen. Eine Hybridbereitstellungsoption für lokale Exchange 2010-, Exchange Server 2007- und Exchange Server 2003-Organisationen und kompatibel mit den Office 365-Dienstversionen 14.0.000.0 und 15.0.000.0.

Exchange 2013-basierte Hybridbereitstellung

Eine Hybridbereitstellung, die zur Verwendung von lokalen Exchange Server 2013-Servern als Verbindungsendpunkte für die Office 365- und Exchange Online-Dienste konfiguriert ist. Eine Hybridbereitstellungsoption für lokale Exchange 2013-, Exchange 2010-, Exchange Server 2007-Organisationen und nur kompatibel mit der Office 365-Dienstversion 15.0.000.0 und höher.

Sicherer E-Mail-Transport

Eine automatisch konfigurierte Funktion einer Hybridbereitstellung, die einen sicheren Nachrichtenverkehr zwischen den lokalen Organisationen und Exchange Online-Organisationen ermöglicht. Nachrichten werden mithilfe von TLS (Transport Layer Security) und einem im Assistenten für die Hybridkonfiguration ausgewählten Zertifikat verschlüsselt und authentifiziert. Der Exchange Online Protection-Dienst im Office 365-Mandanten ist der Endpunkt für Hybridtransportverbindungen mit Ursprung in der lokalen Organisation und die Quelle für Hybridtransportverbindungen, die von Exchange Online zur lokalen Organisation hergestellt werden.

Wichtige Terminologie

Eine Hybridbereitstellung bietet die folgenden Funktionen:

Sicheres E-Mail-Routing zwischen lokalen und Exchange Online-Organisationen.

E-Mail-Routing mit einem freigegebenen Domänennamespace. Beispielsweise verwenden sowohl lokale als auch Exchange Online-Organisationen die SMTP-Domäne "@contoso.com".

Eine einheitliche globale Adressliste (GAL), auch als "freigegebenes Adressbuch" bezeichnet.

Austausch von Frei/Gebucht- und Kalenderinformationen zwischen lokalen und Exchange Online-Organisationen.

Zentrale Steuerung des eingehenden und ausgehenden Nachrichtenflusses. Sie können alle eingehenden und ausgehenden Exchange Online-Nachrichten über die lokale Exchange-Organisation routen.

Eine einzige Microsoft Office Outlook Web App-URL für die lokale und die Exchange Online-Organisation.

Möglichkeit zum Verschieben vorhandener lokaler Postfächer in die Exchange Online-Organisation. Exchange Online-Postfächer können bei Bedarf auch in die lokale Organisation zurückverschoben werden.

Zentrale Postfachverwaltung über die lokale Exchange-Verwaltungskonsole.

Nachrichtenverfolgung, E-Mail-Infos und Suche in mehreren Postfächern in der lokalen und der Exchange Online-Organisation.

Cloudbasierte Nachrichtenarchivierung für lokale Exchange-Postfächer. Die Exchange Online-Archivierung kann mit einer Hybridbereitstellung verwendet werden. Weitere Informationen zur Exchange Online-Archivierung finden Sie unter Weitere Microsoft Office 365-Dienste.

Eine Hybridbereitstellung umfasst verschiedene Dienste und Komponenten:

  • Exchange 2013-Server   Exchange 2013-Clientzugriffs- und -Postfachserverrollen sind in Ihrer lokalen Exchange-Organisationen erforderlich. Bei Bedarf können Exchange 2013-Edge-Transport-Server auch in einem Umkreisnetzwerk installiert werden und Hybridverbindungen mit Office 365 unterstützen.

    HinweisAnmerkung:
    Lokale Exchange 2013-Server mit der Clientzugriffs-Serverrolle oder der Postfachserverrolle, die zur Unterstützung von Hybridfunktionen verwendet werden, sollten nicht in einem Umkreisnetzwerk bereitgestellt werden, und diese Vorgehensweise wird nicht unterstützt.
  • Microsoft Office 365   Der Dienst Office 365 stellt im Rahmen eines Abonnementdiensts eine cloudbasierte Exchange Online-Organisation bereit. Organisationen, die eine Hybridbereitstellung konfigurieren, müssen diese cloudbasierte Exchange Online-Organisation erstellen und konfigurieren.

  • Exchange Online Protection   Der Microsoft EOP-Dienst (Exchange Online Protection) ist standardmäßig in allen Mandanten von Microsoft Office 365 für Unternehmen enthalten und arbeitet mit lokalen Exchange 2013-Clientzugriffsservern zusammen, um eine sichere Nachrichtenzustellung zwischen der lokalen und der Exchange Online-Organisation sicherzustellen. Abhängig von der Konfiguration Ihrer Organisation wird das Routing eingehender E-Mails von externen Empfängern für Ihre Exchange Online-Organisation und Ihre lokale Exchange-Organisation verarbeitet.

  • Assistent für die Hybridkonfiguration   Exchange 2013 enthält einen Assistenten für die Hybridkonfiguration, der Ihnen einen optimierten Prozess zum Konfigurieren einer Hybridbereitstellung mit lokalen Exchange- und Exchange Online-Organisationen bietet.

    Weitere Informationen finden Sie unter Assistent für die Hybridkonfiguration.

  • Windows Azure AD-Authentifizierungssystem   Das Windows Azure AD-Authentifizierungssystem ist ein kostenloser, cloudbasierter Dienst, der als Vertrauensbroker zwischen der lokalen Exchange 2010-Organisation und der Exchange Online-Organisation fungiert. Lokale Organisationen, die eine Hybridbereitstellung konfigurieren, müssen eine Verbundvertrauensstellung mit dem Windows Azure AD-Authentifizierungssystem einrichten. Die Verbundvertrauensstellung kann manuell während der Konfiguration von Verbundfreigabefeatures zwischen einer lokalen Exchange-Organisation und anderen Exchange-Verbundorganisationen oder während der Konfiguration einer Hybridbereitstellung mit dem Assistenten für die Hybridkonfiguration erstellt werden. Eine Verbundvertrauensstellung mit dem Windows Azure AD-Authentifizierungssystem wird automatisch für Ihren Office 365-Mandanten konfiguriert, wenn Sie Ihr Office 365-Dienstkonto aktivieren.

    Weitere Informationen finden Sie unter Windows Azure AD-Authentifizierungssystem.

  • Active Directory-Synchronisierung   Bei der Active Directory-Synchronisierung werden lokale Active Directory-Informationen für E-Mail-aktivierte Objekte in die Office 365-Organisation repliziert, um die einheitliche globale Adressliste (GAL) zu unterstützen. Organisationen, die eine Hybridbereitstellung konfigurieren, müssen die Active Directory-Synchronisierung auf einem separaten lokalen Server bereitstellen.

    Weitere Informationen finden Sie unter Roadmap für die Verzeichnissynchronisierung.

Wichtige Terminologie

Sehen Sie sich das folgende Szenario an. Hierbei handelt es sich um eine Beispieltopologie, die einen Überblick über eine typische Exchange 2013-Bereitstellung bietet. Contoso, Ltd. ist eine Organisation mit einer Gesamtstruktur, einer Domäne und zwei Domänencontrollern, einem Exchange 2013-Server, auf dem die Clientzugriffsrolle installiert ist, sowie einem Exchange 2013-Server, auf dem die Postfachserverrolle installiert ist. Contoso-Remotebenutzer verwenden Outlook Web App, um über das Internet eine Verbindung mit Exchange 2013 herzustellen, ihre Postfächer zu überprüfen und auf ihren Outlook-Kalender zuzugreifen.

Vor der Hybridbereitstellung

Angenommen, Sie sind der Netzwerkadministrator für Contoso und möchten eine Hybridbereitstellung konfigurieren. Sie stellen einen erforderlichen Active Directory-Synchronisierungsserver bereit, konfigurieren ihn und möchten einen optionalen AD FS-Server bereitstellen, um die Anzahl an Aufforderungen zur Eingabe von Anmeldeinformationen für Contoso-Benutzer und Administratoren, die auf Office 365-Dienste zugreifen, zu minimieren. Nachdem Sie die Voraussetzungen für die Hybridbereitstellung erfüllt haben und mit dem Assistenten für die Hybridkonfiguration Optionen für die Hybridbereitstellung ausgewählt haben, sieht die Konfiguration der neuen Topologie wie folgt aus:

  • Benutzer verwenden die Anmeldeinformationen ihres vorhandenen Netzwerkkontos für die Anmeldung bei der lokalen und der Exchange Online-Organisation ("einmaliges Anmelden").

  • Die lokal und in der Exchange Online-Organisation befindlichen Postfächer verwenden dieselbe E-Mail-Adressdomäne. Zum Beispiel verwenden Postfächer in der lokalen Organisation und Postfächer in der Exchange Online-Organisation beide "@contoso.com" in den E-Mail-Adressen der Benutzer.

  • Alle Nachrichten werden von der lokalen Organisation an das Internet zugestellt. Die lokale Organisation steuert den gesamten Nachrichtentransport und dient als Relay für die Exchange Online-Organisation ("zentraler E-Mail-Transport").

  • Benutzer der lokalen und der Exchange Online-Organisation können einander die Frei/Gebucht-Informationen in ihrem Kalender freigeben. Die für beide Organisationen konfigurierten Organisationsbeziehungen ermöglichen zudem die standortübergreifende Nachrichtenverfolgung, E-Mail-Infos und die Nachrichtensuche.

  • Lokale und Exchange Online-Benutzer verwenden dieselbe URL zum Herstellen einer Verbindung mit ihren Postfächern über das Internet.

Nach der Hybridbereitstellung

Wenn Sie die vorhandene Organisationskonfiguration von Contoso mit der Konfiguration der hybriden Bereitstellung vergleichen, stellen Sie fest, dass bei der Konfiguration der hybriden Bereitstellung Server und Dienste hinzugefügt wurden, welche die zusätzliche Kommunikation und die Features unterstützen, die von der lokalen und der Exchange Online-Organisation gemeinsam genutzt werden. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die Änderungen, die für die Hybridbereitstellung an der anfänglichen lokalen Exchange-Organisation vorgenommen wurden.

 

Konfiguration Vor der Hybridbereitstellung Nach der Hybridbereitstellung

Speicherort des Postfachs

Nur lokale Postfächer.

Postfächer in der lokalen und in der Exchange Online-Organisation.

Nachrichtentransport

Lokale Clientzugriffsserver verarbeiten das gesamte Routing eingehender und ausgehender Nachrichten.

Lokaler Clientzugriffsserver verarbeitet das interne Nachrichtenrouting zwischen der lokalen und der Exchange Online-Organisation.

Outlook Web App

Lokaler Clientzugriffsserver empfängt alle Outlook Web App-Anforderungen und zeigt Postfachinformationen an.

Lokaler Clientzugriffsserver leitet Outlook Web App-Anforderungen entweder an den lokalen Exchange 2013-Postfachserver um oder stellt einen Link zur Anmeldung bei der Exchange Online-Organisation bereit.

Einheitliche GAL (globale Adressliste) für beide Organisationen

Nicht zutreffend; nur einzelne Organisation.

Lokaler Active Directory-Synchronisierungsserver repliziert Active Directory-Informationen für E-Mail-aktivierte Objekte in die Exchange Online-Organisation.

Einmaliges Anmelden wird für beide Organisationen verwendet

Nicht zutreffend; nur einzelne Organisation.

Lokaler Server der Active Directory-Verbunddienste (Active Directory Federation Services, AD FS) unterstützt die Verwendung einmaliger Anmeldeinformationen für Postfächer, die sich in der lokalen oder in der Office 365-Organisation befinden.

Organisationsbeziehung und eine Verbundvertrauensstellung mit dem Windows Azure AD-Authentifizierungssystem werden hergestellt

Die Vertrauensstellung mit dem Windows Azure AD-Authentifizierungssystem und Organisationsbeziehungen mit anderen Exchange-Verbundorganisationen können konfiguriert werden.

Die Vertrauensstellung mit dem Windows Azure AD-Authentifizierungssystem ist erforderlich. Organisationsbeziehungen werden zwischen der lokalen und der Exchange Online-Organisation hergestellt.

Freigabe von Frei/Gebucht-Informationen

Freigabe von Frei/Gebucht-Informationen nur zwischen lokalen Benutzern.

Freigabe von Frei/Gebucht-Informationen zwischen lokalen und Exchange Online-Benutzern.

Wichtige Terminologie

Da Sie nun ein wenig mit dem Konzept einer Hybridbereitstellung vertraut sind, sollten Sie einige wichtige Aspekte genauer untersuchen. Die Konfiguration einer Hybridbereitstellung kann sich auf verschiedene Bereiche innerhalb des aktuellen Netzwerks und innerhalb der aktuellen Exchange-Organisation auswirken.

Die Active Directory-Synchronisierung zwischen der lokalen und der Office 365-Organisation ist eine Voraussetzung für die Hybridbereitstellung. Mit dem Office 365-Dienst können höchstens 50.000 E-Mail-aktivierte Active Directory-Objekte in die cloudbasierte Organisation repliziert werden. Wenn Ihre Active Directory-Umgebung mehr als 50.000 Objekte umfasst, wenden Sie sich an das Microsoft Online Services-Supportteam, um eine Serviceanfrage für eine Ausnahme zu öffnen, und geben Sie die Anzahl von Objekten an, die synchronisiert werden müssen.

Sie verwalten eine Hybridbereitstellung in Exchange 2013 über eine einzige einheitliche Verwaltungskonsole, mit der Sie die lokale und die Office 365 Exchange Online-Organisation verwalten können. Die Exchange-Verwaltungskonsole (Exchange Administration Center, EAC) ersetzt die frühere Exchange-Verwaltungskonsole (Exchange Management Console, EMC) und die Exchange-Systemsteuerung, und Sie können damit eine Verbindung herstellen und Funktionen für beide Organisationen konfigurieren. Wenn Sie den Assistenten für die Hybridkonfiguration zum ersten Mal ausführen, werden Sie aufgefordert, eine Verbindung zur Exchange Online-Organisation herzustellen. Sie müssen ein Office 365-Konto verwenden, das Mitglied der Rollengruppe "Organisationsverwaltung" ist, um die Exchange-Verwaltungskonsole mit Ihrer Exchange Online-Organisation zu verbinden.

Digitale SSL-Zertifikate (Secure Sockets Layer) spielen bei der Konfiguration einer Hybridbereitstellung eine wichtige Rolle. Sie sichern die Kommunikation zwischen dem lokalen Hybridserver und der Exchange Online-Organisation. Zertifikate sind erforderlich, um mehrere Arten von Diensten zu konfigurieren. Wenn Sie in Ihrer Exchange-Organisation bereits digitale Zertifikate einsetzen, müssen Sie die Zertifikate möglicherweise auf weitere Domänen erweitern oder zusätzliche Zertifikate von einer vertrauenswürdigen Zertifizierungsstelle erwerben. Wenn Sie noch keine Zertifikate verwenden, müssen Sie ein oder mehrere Zertifikate von einer vertrauenswürdigen Zertifizierungsstelle erwerben.

Weitere Informationen finden Sie unter Zertifikatanforderungen für Hybridbereitstellungen.

Ihre Netzwerkverbindung mit dem Internet besitzt direkte Auswirkungen auf die Kommunikationsleistung zwischen der lokalen und der Exchange Online-Organisation. Dies gilt vor allem dann, wenn Postfächer von Ihrem lokalen Exchange 2013-Server in die Exchange Online-Organisation verschoben werden. Der erforderliche Zeitraum für die Durchführung von Postfachverschiebungen hängt von der verfügbaren Netzwerkbandbreite sowie von der Postfachgröße und der Anzahl der gleichzeitig verschobenen Postfächer ab. Außerdem können sich auch andere cloudbasierte Office 365-Dienste wie Microsoft SharePoint 2013 und Microsoft Lync Server 2013 auf die Bandbreite auswirken, die für Nachrichtendienste zur Verfügung steht.

Bevor Sie Postfächer in die Exchange Online-Organisation verschieben, sollten Sie folgende Schritte ausführen:

  • Ermitteln Sie die durchschnittliche Postfachgröße für Postfächer, die in die Exchange Online-Organisation verschoben werden sollen.

  • Ermitteln Sie die durchschnittliche Verbindungs- und Durchsatzgeschwindigkeit für die Verbindung vom Internet zur lokalen Organisation.

  • Berechnen Sie durchschnittliche erwartete Übertragungsgeschwindigkeit, und planen Sie die Postfachverschiebungen entsprechend.

Netzwerk

Unified Messaging (UM) wird in einer Hybridbereitstellung zwischen lokalen und Exchange Online-Organisationen unterstützt. Ihre lokale Telefonielösung sollte in der Lage sein, mit der Exchange Online-Organisation zu kommunizieren. Dazu kann möglicherweise der Erwerb zusätzlicher Hardware und Software erforderlich sein.

Wenn Sie Postfächer von der lokalen Organisation in die Exchange Online-Organisation verschieben möchten und die Postfächer für UM konfiguriert sind, müssen Sie vor dem Verschieben der Postfächer UM in der Hybridbereitstellung konfigurieren. Wenn Sie Postfächer vor dem Konfigurieren von UM in der Hybridbereitstellung verschieben, haben diese Postfächer keinen Zugriff mehr auf UM-Funktionen.

Weitere Informationen finden Sie unter Planen von UM.

Die Verwaltung von Informationsrechten (Information Rights Management, IRM) ermöglicht Benutzern, auf von ihnen gesendete Nachrichten Active Directory RMS-Vorlagen (Active Directory Rights Management Services, AD RMS) anzuwenden. AD RMS-Vorlagen helfen, Informationsverluste zu verhindern, da Benutzer kontrollieren können, wer eine mit Rechten geschützte Nachricht öffnen und was er mit dieser Nachricht nach dem Öffnen tun kann.

In einer Hybridbereitstellung erfordert IRM die Planung und die manuelle Konfiguration der Exchange Online-Organisation sowie Kenntnisse darüber, wie Clients AD RMS-Server abhängig davon verwenden, ob sich das Postfach in der lokalen oder Exchange Online-Organisation befindet.

Mobile Geräte werden in einer Hybridbereitstellung unterstützt. Wenn Exchange ActiveSync bereits auf den Clientzugriffsservern aktiviert ist, leiten sie Anforderungen von mobilen Geräten weiterhin an Postfächer auf dem lokalen Postfachserver um. Für mobile Geräte, die eine Verbindung mit vorhandenen Postfächern herstellen, die von der lokalen Organisation nach Exchange Online verschoben werden, muss die Exchange ActiveSync-Partnerschaft deaktiviert und erneut eingerichtet werden, um die Umleitungsanforderungen ordnungsgemäß verarbeiten zu können. Alle mobilen Geräte, die Exchange ActiveSync unterstützen, sollten mit einer Hybridbereitstellung kompatibel sein.

Weitere Informationen finden Sie unter Mobiltelefone.

Es empfiehlt sich, Microsoft Outlook 2013 oder Outlook 2010 einzusetzen, um in der Hybridbereitstellung ein optimales Benutzererlebnis und eine optimale Leistung zu erzielen. Für Clients vor Outlook 2010 ist nur eine eingeschränkte Unterstützung in Hybridbereitstellungen und im Office 365-Dienst verfügbar.

Zum Erstellen oder zum Verschieben von Postfächern in eine Exchange Online-Organisation müssen Sie sich bei Office 365 für Unternehmen anmelden und Lizenzen besitzen. Bei der Anmeldung für Office 365 erhalten Sie eine bestimmte Anzahl von Lizenzen, die Sie neuen Postfächern oder aus der lokalen Organisation verschobenen Postfächern zuordnen können. Jedes Postfach im Exchange Online-Dienst muss über eine Lizenz verfügen.

Postfächer, die in die Exchange Online-Organisation verschoben werden, erhalten automatisch einen Antivirus- und Antispamschutz durch Microsoft Exchange Online Protection (EOP). Sie sollten sorgfältig überprüfen, ob der EOP-Schutz in Ihrer Exchange Online-Organisation auch geeignet ist, um die Antivirus- und Antispamanforderungen Ihrer lokalen Organisation zu erfüllen. Wenn Sie über eine Lösung zum Schutz Ihrer lokalen Organisation verfügen, müssen Sie Ihre lokalen Antivirus- und Antispamlösungen möglicherweise aktualisieren oder konfigurieren, um einen maximalen Schutz für die gesamte Organisation zu bieten.

Weitere Informationen finden Sie unter: Antispam- und Antischadsoftwareschutz

Öffentliche Ordner werden jetzt in Office 365 unterstützt, und lokale öffentliche Ordner können in Exchange Online verschoben werden. Exchange Online-Postfächer können jedoch nur auf öffentliche Ordner zugreifen, die sich in Exchange Online befinden, und lokale Postfächer können nur auf öffentliche Ordner in der lokalen Exchange-Organisation zugreifen. Die vorhandene Konfiguration lokaler öffentlicher Ordner und der Zugriff für lokale Postfächer werden beim Konfigurieren einer Hybridbereitstellung nicht geändert.

Wichtige Terminologie

Die folgende Tabelle enthält Links zu Themen, in denen Sie weitere Informationen zu Hybridbereitstellungen in Microsoft Exchange und deren Verwaltung erhalten.

 

Thema Beschreibung

Neues in Exchange 2013-Hybridbereitstellungen

Weitere Informationen zu Updates für Hybridbereitstellungen und den Assistenten für die Hybridkonfiguration in Exchange 2013.

Assistent für die Hybridkonfiguration

Weitere Informationen zur Konfiguration einer Hybridbereitstellung mit dem Assistenten für die Hybridkonfiguration und dem Modul für die Hybridkonfiguration.

Voraussetzungen für die Hybridbereitstellung

Weitere Informationen zu Voraussetzungen für eine Hybridbereitstellung, einschließlich kompatibler Exchange Server-Organisationen, Office 365-Anforderungen und weiterer lokaler Konfigurationsanforderungen.

Zertifikatanforderungen für Hybridbereitstellungen

Weitere Informationen zu Anforderungen für digitale Zertifikate in Hybridbereitstellungen.

Transportoptionen in Exchange 2013-Hybridbereitstellungen

Weitere Informationen zu Transportoptionen für eingehende und ausgehende Nachrichten in Hybridbereitstellungen.

Transportrouting in Exchange 2013-Hybridbereitstellungen

Weitere Informationen zu Routingoptionen für eingehende und ausgehende Nachrichten in Hybridbereitstellungen.

Hybridverwaltung in Exchange 2013-Hybridbereitstellungen

Weitere Informationen zur Verwaltung einer Hybridbereitstellung mit der Exchange-Verwaltungskonsole und der Exchange-Verwaltungsshell.

Freigegebene Frei/Gebucht-Informationen in Exchange 2013-Hybridbereitstellungen

Weitere Informationen zur Freigabe von Frei/Gebucht-Kalenderinformationen zwischen lokalen und Exchange Online-Organisationen in einer Hybridbereitstellung.

Serverrollen in Exchange 2013-Hybridbereitstellungen

Weitere Informationen zur Funktionsweise von Exchange 2013-Clientzugriffs- und -Postfachserverrollen in einer Hybridbereitstellung.

IRM in Exchange 2013-Hybridbereitstellungen

Weitere Informationen zur Funktionsweise der Verwaltung von Informationsrechten in einer Hybridbereitstellung.

Berechtigungen in Exchange 2013-Hybridbereitstellungen

Weitere Informationen zur Verwendung der rollenbasierten Zugriffssteuerung (Role Based Access Control, RBAC) für die Berechtigungssteuerung in einer Hybridbereitstellung.

Edge-Transport-Server in Hybridbereitstellungen

Weitere Informationen zu Exchange 2010-Edge-Transport-Servern und deren Bereitstellung und Betrieb in einer Hybridbereitstellung.

Einmalige Anmeldung in Hybridbereitstellungen

Weitere Informationen zum einmaligen Anmelden mithilfe von AD FS-Funktionen (Active Directory-Verbunddienste) in einer Hybridbereitstellung.

Hybridbereitstellungen mit mehreren Active Directory-Gesamtstrukturen

Informieren Sie sich näher über das Konfigurieren einer Hybridbereitstellung zwischen einer lokalen Exchange-Organisation mit mehreren Gesamtstrukturen und einem einzelnen Exchange Online-Mandanten.

Verfahren in der Hybridbereitstellung

Verfahren zur Erstellung und Änderung von Hybridbereitstellungen für lokale und Exchange Online-Organisationen mit Exchange 2013.

Hybrid deployments with Exchange 2013 and Exchange 2010

Erfahren Sie mehr über Exchange 2013-basierte Hybridbereitstellungen in Exchange 2010-Organisationen.

Hybridbereitstellungen mit Exchange 2013 und Exchange 2007

Erfahren Sie mehr über Exchange 2013-basierte Hybridbereitstellungen in Exchange 2007-Organisationen.

 
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