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Bereitstellen von Windows Offloaded Data Transfer (ODX)

Veröffentlicht: Juni 2012

Letzte Aktualisierung: Juni 2012

Betrifft: Windows Server 2012

In diesem Thema wird erläutert, wie Sie Windows Offloaded Data Transfer (ODX) in Windows Server 2012 bereitstellen, um Daten unter Umgehung des Hostcomputers in oder zwischen kompatiblen Speichergeräten direkt zu übertragen. Außerdem finden Sie hier Hardware- und Softwareanforderungen und Informationen dazu, wie Sie die Leistung von ODX nach der Implementierung überprüfen.

Obwohl zur Verwendung ODX mit einem kompatiblen Speicherarray und kompatiblen Anwendungen keinerlei Aktionen erforderlich sind, sollten wie hier beschrieben einige Aufgaben ausgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Umgebung mit ODX kompatibel ist und Sie die Leistungsvorteile von ODX nutzen können.

Um ODX verwenden zu können, muss Ihre Umgebung die folgenden Hardware- und Softwareanforderungen erfüllen.

Die Speicherarrays müssen zur Verwendung von ODX die folgenden Anforderungen erfüllen:

  • Sie müssen als kompatibel mit Windows Offloaded Data Transfer (ODX) unter Windows Server 2012 zertifiziert sein.

  • Sie müssen speicherarrayübergreifendes ODX unterstützen. Um ODX zwischen Speicherarrays verwenden zu können, muss der Kopier-Manager für die Speicherarrays speicherarrayübergreifendes ODX unterstützen, und die Speicherarrays müssen von demselben Hersteller stammen.

  • Sie müssen mit einem der folgenden Protokolle verbunden sein:

    • iSCSI

    • Fibre Channel

    • Fibre Channel over Ethernet (FCoE)

    • Serial Attached SCSI (SAS)

  • Verwenden Sie eine der folgenden Konfigurationen:

    • Ein Server mit einem Speicherarray

    • Ein Server mit zwei Speicherarrays

    • Zwei Server mit einem Speicherarray

    • Zwei Server mit zwei Speicherarrays

Die Umgebung muss zur Verwendung von ODX die folgenden Anforderungen erfüllen:

  • Auf dem Computer, auf dem die Datenübertragung initiiert wird, muss Windows 8 oder Windows Server 2012 ausgeführt werden.

  • Dateisystemfilter-Treiber wie Antiviren- und Verschlüsselungsprogramme müssen für ODX angemeldet sein. ODX wird von folgenden Dateisystemfilter-Treibern nicht unterstützt:

    • Datendeduplizierung

    • BitLocker-Laufwerkverschlüsselung

  • Die Dateien müssen sich auf einer unverschlüsselten Basispartition befinden. Speicherplätze und dynamische Volumes werden nicht unterstützt.

  • Die Dateien müssen sich auf einem mit NTFS formatierten Volume befinden. ReFS und FAT werden nicht unterstützt. Dateien können direkt in dieses Volume bzw. aus ihm oder aus einem der folgenden Container übertragen werden:

    • Einer virtuellen Festplatte (Virtual Hard Disk, VHD) im VHD- oder VHDX-Format

    • Einer Dateifreigabe mit dem SMB-Protokoll

  • Die Dateien müssen mindestens 256 KB groß sein. Kleinere Dateien werden mit einem herkömmlichen Dateiübertragungsvorgang (ohne ODX) übertragen.

  • Die Anwendung, die die Datenübertragung ausführt, muss ODX unterstützen. ODX wird momentan für Folgendes unterstützt:

    • Hyper-V-Verwaltungsvorgänge, bei denen große Datenmengen zur gleichen Zeit übertragen werden, z. B. das Erstellen einer VHD mit fester Größe, Zusammenführen einer Momentaufnahme oder Konvertieren von VHDs.

    • Datei-Explorer

    • Kopierbefehle in Windows PowerShell

    • Kopierbefehle in der Windows-Eingabeaufforderung (einschließlich Robocopy)

  • Die Dateien sollten nicht stark fragmentiert sein. Bei der Übertragung stark fragmentierter Dateien ist die Leistung geringer.

Wenn ODX für virtuelle Computer auf einem Server mit Hyper-V verwendet werden soll, müssen die virtuellen Computer auf Speicher eines ODX-fähigen Speicherarrays zugreifen. Sie können hierfür eine der folgenden Methoden verwenden:

  • Speichern Sie die VHD auf einer ODX-fähigen iSCSI-LUN.

  • Weisen Sie dem iSCSI-Initiator des virtuellen Computers ODX-fähige iSCSI-LUNs zu.

  • Weisen Sie dem virtuellen Fibre Channel-Adapter des virtuellen Computers ODX-fähige Fibre Channel-LUNs zu.

  • Verbinden Sie den Host oder virtuellen Computer mit einer SMB-Dateifreigabe auf einem anderen Computer in einem ODX-fähigen Speicherarray.

Sammeln Sie vor dem Bereitstellen von ODX die folgenden Informationen zum Kopier-Manager (Betriebssystem) des Speicherarrays:

  • Wie lauten der Name und die Version des Kopier-Managers?

  • Unterstützt der Kopier-Manager ODX?

  • Unterstützt der Kopier-Manager ODX-Vorgänge zwischen mehreren Speicherarrays des gleichen Herstellers?

  • Wie lautet der Standardwert des Inaktivitätszeitgebers? Dieser Wert gibt an, wie lange der Kopier-Manager wartet, bevor das Leerlauftoken nach dem Ablaufen des Zeitgebers ungültig wird.

  • Wie hoch ist die maximale Tokenkapazität des Kopier-Managers?

  • Wie lautet die optimale Übertragungsgröße? Dieser Wert ermöglicht es Windows, Lese- und Schreibbefehle in der optimalen Größe für das Speicherarray zu senden.

Überprüfen Sie vor der Verwendung von ODX sämtliche Dateisystemfilter-Treiber auf allen Servern, für deren Speicher Sie ODX verwenden möchten.

Gehen Sie wie folgt vor, um den Anmeldestatus von Dateisystemfilter-Treibern zu überprüfen:

  1. Listen Sie auf jedem Server, auf dem ODX verwendet werden soll, alle zugeordneten Dateisystemfilter-Treiber des Volumes auf, für das Sie ODX aktivieren möchten. Öffnen Sie dazu als Administrator eine Windows PowerShell-Sitzung, und geben Sie dann den folgenden Befehl ein. <volume> ist der Laufwerkbuchstabe des Volumes:

    Fltmc instances -v <volume>
    
  2. Fragen Sie für jeden aufgelisteten Filtertreiber die Registrierung ab, um festzustellen, ob der Filtertreiber für ODX-Unterstützung angemeldet wurde. Geben Sie dazu für jeden aufgelisteten Filter den folgenden Befehl ein, und ersetzen Sie <Filtername> durch den Namen des Filters.

    get-itemproperty hklm:\system\currentcontrolset\services\<Filtername> -name "SupportedFeatures"
    
  3. Wenn der SupportedFeatures-Registrierungswert 3 lautet, unterstützt der Filtertreiber ODX. Lautet der Wert nicht 3, wenden Sie sich an den Hersteller des Dateisystemfilter-Treibers, um eine ODX-kompatible Version zu erhalten.

Verwenden Sie zum Ermitteln einer Leistungsbasislinie die folgenden Verfahren, um ODX auf dem Server zu deaktivieren und während einer repräsentativen Datenübertragung einen Systemleistungsbericht zu erstellen.

Führen Sie zum Ermitteln einer Leistungsbasislinie für die Datenübertragung ohne Abladung zunächst die folgenden Schritte aus, um ODX auf dem Server zu deaktivieren:

  1. Öffnen Sie als Administrator eine Windows PowerShell-Sitzung.

  2. Überprüfen Sie, ob der FilterSupportedFeaturesMode-Wert in der Registrierung 0 ist, um festzustellen, ob ODX aktiviert ist (ODX ist standardmäßig aktiviert). Geben Sie dazu den folgenden Befehl ein:

    get-itemproperty hklm:\system\currentcontrolset\control\filesystem -name "FilterSupportedFeaturesMode"
    
  3. Deaktivieren Sie die ODX-Unterstützung. Geben Sie dazu den folgenden Befehl ein:

    set-itemproperty hklm:\system\currentcontrolset\control\filesystem -name "FilterSupportedFeaturesMode" -value 1
    

Zeichnen Sie mithilfe der Leistungsüberwachung die Systemleistung während einer repräsentativen Datenübertragung auf, um die Leistungsbasislinie von Datenübertragungen zu ermitteln. Führen Sie dazu die folgenden Schritte aus:

  1. Klicken Sie in Server-Manager im Menü Extras auf Leistungsüberwachung.

  2. Initiieren Sie eine große, für die zu beschleunigende Arbeitsauslastung repräsentative Datenübertragung in oder zwischen den Speicherarrays, die ODX unterstützen.

  3. Starten Sie den Datensammlersatz für die Systemleistung. Erweitern Sie dazu Datensammlersätze und System, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Systemleistung, und klicken Sie dann auf Starten. Die Leistungsüberwachung führt 60 Sekunden lang eine Datensammlung aus.

  4. Erweitern Sie Berichte, System und Systemleistung, und klicken Sie dann auf den neuesten Bericht.

  5. Überprüfen Sie die folgenden Indikatoren im Systemleistungsbericht:

    • CPU-Auslastung (im Abschnitt "Ressourcenübersicht")

    • Netzwerkauslastung (im Abschnitt "Ressourcenübersicht")

    • Bytes/s (im Abschnitt "Datenträger" unter "Physischer Datenträger")

Nachdem Sie die Basislinie der Systemleistung bei herkömmlichen Datenübertragungen ermittelt haben, gehen Sie wie im Folgenden beschrieben vor, um ODX auf dem Server zu aktivieren und Datenübertragungen mit Abladung zu testen:

Führen Sie die folgenden Schritte aus, um ODX auf dem Server zu aktivieren:

  1. Öffnen Sie als Administrator eine Windows PowerShell-Sitzung.

  2. Geben Sie den folgenden Befehl ein:

    set-itemproperty hklm:\system\currentcontrolset\control\filesystem -name "FilterSupportedFeaturesMode" -value 0
    

Erstellen Sie nach dem Aktivieren von ODX während einer großen Datenübertragung mit Abladung einen Systemleistungsbericht (siehe Erstellen eines Systemleistungsberichts während einer Datenübertragung weiter oben in diesem Dokument).

Beim Auswerten der Leistung von Datenübertragungen mit Abladung sollten Sie die folgenden Unterschiede gegenüber der Basislinie ohne ODX feststellen:

  • Die CPU-Auslastung sollte deutlich niedriger sein (nur wenig höher als vor der Datenübertragung). Dies weist darauf hin, dass der Server die Datenübertragung nicht verwalten musste.

  • Die Netzwerkauslastung sollte deutlich niedriger sein (nur wenig höher als vor der Datenübertragung). Dies weist darauf hin, dass der Server bei der Datenübertragung umgangen wurde.

  • Der Wert von "Bytes/s" sollte deutlich höher sein. Dies spiegelt die höhere Leistung der direkten Übertragungen innerhalb eines Arrays oder im SAN wider.

Nachdem Sie die ODX-Leistung überprüft haben, sollten Sie regelmäßig während Datenübertragungen mit Abladung einen Systemleistungsbericht erstellen, um sicherzustellen, dass ODX nach wie vor wie erwartet funktioniert. Falls Sie eine Verschlechterung der Leistung feststellen, wenden Sie sich an den Kundensupport von Microsoft und den Hersteller des Speicherarrays.

Vergewissern Sie sich anhand der folgenden Prüfliste, dass Sie alle Schritte für die Bereitstellung ausgeführt haben.

 

Prüfliste für die Bereitstellung von Windows Offloaded Data Transfer (ODX)

Überprüfen Sie die Voraussetzungen für die Verwendung von Windows Offloaded Data Transfer.

Sammeln Sie Informationen zum Speicherarray.

Überprüfen Sie die Dateisystemfilter-Treiber.

Ermitteln Sie eine Leistungsbasislinie.

Testen Sie die ODX-Leistung.

Siehe auch

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