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Grundlegendes zu den Auswirkungen des Schnellstarts und der Optimierung der schnellen Anmeldung für Gruppenrichtlinien

Veröffentlicht: August 2012

Letzte Aktualisierung: August 2012

Betrifft: Windows 7, Windows 8, Windows Server 2003, Windows Server 2003 R2, Windows Server 2008, Windows Server 2008 R2, Windows Server 2012, Windows Vista, Windows XP

In diesem Thema zur Problembehandlung wird die Interaktion zwischen der erforderlichen synchronen Verarbeitung für bestimmte clientseitige Gruppenrichtlinienerweiterungen (Client-Side Extensions, CSEs) und der in Windows XP eingeführten Optimierung der schnellen Anmeldung erläutert. Bei der Optimierung der schnellen Anmeldung müssen Sie sich möglicherweise mehrmals anmelden oder den Computer mehrmals neu starten, bevor bestimmte Gruppenrichtlinieneinstellungen auf den Clientcomputer angewendet werden. In diesem Thema wird darüber hinaus erläutert, wie sich das in Windows 8 eingeführte Schnellstartfeature auf Gruppenrichtlinieneinstellungen auswirkt, die während des Startens bzw. Herunterfahrens angewendet werden.

Dieses Thema gilt für Clientcomputer mit Windows 8, Windows 7, Windows Vista oder Windows XP.

Richtlinieneinstellungen werden in Kategorien wie Einstellungserweiterungen für administrative Vorlagen, Sicherheitseinstellungen, Ordnerumleitung, Datenträgerkontingent, Softwareinstallation und die Erweiterungen für die Gruppenrichtlinieneinstellung unterteilt. Für die Einstellungen in jeder Kategorie ist eine bestimmte clientseitige Erweiterung zur Verarbeitung erforderlich. Jede clientseitige Erweiterung besitzt eigene Regeln zum Verarbeiten von Einstellungen. Bei diesem Thema muss man wissen, dass Erweiterungen für die Gruppenrichtlinieneinstellung einen Satz clientseitiger Erweiterungen und nicht eine einzelne clientseitige Erweiterung darstellen. Jede Erweiterung für die Gruppenrichtlinieneinstellung besitzt Regeln zum Verarbeiten von Einstellungen.

Gemäß der allgemeinen Definition bezieht sich asynchrone Verarbeitung auf Prozesse, die von den Ergebnissen anderer Prozesse unabhängig sind. Daher können sie gleichzeitig in verschiedenen Threads auftreten.

Das Gegenteil davon stellt die synchrone Verarbeitung dar. Synchrone Verarbeitung bezieht sich auf Prozesse, die von den Ergebnissen anderer Prozesse abhängig sind. Daher muss bei synchronen Prozessen gewartet werden, bis der vorherige Prozess abgeschlossen ist, bevor der nächste Prozess gestartet werden kann.

Die asynchrone Verarbeitung beim Starten und Anmelden wirkt sich folgendermaßen auf die Gruppenrichtlinie aus:

  • Beim Start bedeutet asynchrone Verarbeitung, dass der Clientcomputer nicht wartet, bis das Netzwerk vollständig initialisiert wurde, bevor sich der Benutzer anmelden kann. Die Gruppenrichtlinie für den Clientcomputer wird parallel zu den Start- und Anmeldeaktivitäten verarbeitet, wenn das Netzwerk verfügbar ist.

  • Bei der Anmeldung bedeutet asynchrone Verarbeitung, dass der Benutzer nicht warten muss, bis die Gruppenrichtlinie verarbeitet wurde, bevor er sich anmelden kann.

Bei einigen clientseitigen Erweiterungen, z. B. den Einstellungserweiterungen für Ordnerumleitung, Softwareinstallation und Laufwerkzuordnungen, wirkt sich das Ergebnis der Gruppenrichtlinienverarbeitung möglicherweise negativ auf die Benutzerfreundlichkeit aus. Beispielsweise werden Programme während der Verwendung durch einen Benutzer deinstalliert. Um dies zu vermeiden, ist für die clientseitige Erweiterung die synchrone Verarbeitung zum Anwenden neuer Einstellungen erforderlich. In diesem Fall veranlasst die clientseitige Erweiterung während der asynchronen Verarbeitung das System zum Festlegen einer Markierung, mit der angegeben wird, dass die synchrone Anwendung der Gruppenrichtlinie erforderlich ist. Die synchrone Anwendung der Gruppenrichtlinie erfolgt beim nächsten Start, wenn sie während der Aktualisierung der Computergruppenrichtlinie angefordert wurde. Wird sie während der Aktualisierung der Benutzergruppenrichtlinie angefordert, erfolgt sie bei der nächsten Anmeldung des Benutzers.

Die Verarbeitung von Gruppenrichtlinien im Vordergrund findet beim Starten bzw. Herunterfahren des Computers und beim Anmelden bzw. Abmelden des Benutzers statt. Bei der Verarbeitung im Vordergrund werden Richtlinieneinstellungen entweder asynchron oder synchron angewendet.

Die Verarbeitung von Gruppenrichtlinien im Hintergrund findet bei regelmäßigen Aktualisierungen nach dem Computerstart oder der Benutzeranmeldung statt. Alle angeforderten Gruppenrichtlinienaktualisierungen, die mithilfe von Gpupdate.exe ausgeführt werden, werden ebenfalls im Hintergrund verarbeitet. Bei der Hintergrundverarbeitung werden Richtlinieneinstellungen nur asynchron angewendet.

Wenn Gruppenrichtlinien auf einem Windows-basierten Computer verarbeitet werden, werden von den clientseitigen Erweiterungen die gespeicherten Richtlinieneinstellungen interpretiert und die entsprechenden Änderungen an der Umgebung vorgenommen. Bei der Behandlung von Problemen beim Anwenden einer bestimmten clientseitigen Erweiterung für eine Gruppenrichtlinie kann der Administrator die Konfigurationsparameter für die Erweiterung anzeigen, die sich auf den Betrieb der Erweiterung auswirkt. Diese Parameter liegen in Form von Registrierungswerten vor.

ImportantWichtig
Dieser Abschnitt enthält eine Übersicht über die in der Registrierung gespeicherten Informationen. Dieser Abschnitt dient nur zu Informationszwecken. Es wird nicht empfohlen, die Verarbeitungseigenschaften für clientseitige Erweiterungen mithilfe der Registrierung anzupassen. Wird die Registrierung falsch angepasst, können schwerwiegende Probleme auftreten. Falls Sie Änderungen an der Registrierung vornehmen, sollten Sie die Registrierung vor dem Ändern sichern. Sie können dann die Registrierung wiederherstellen, falls ein Problem auftritt. Weitere Informationen zum Sichern und Wiederherstellen der Registrierung finden Sie im Artikel 322756 der Microsoft Knowledge Base.

Jede clientseitige Erweiterung wird über einen Unterschlüssel am folgenden Pfad identifiziert: HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\Winlogon\GPExtensions. Der Name des Unterschlüssels wird als Globally Unique Identifier (GUID) angegeben. Weitere Informationen zum Identifizieren registrierter clientseitiger Gruppenrichtlinienerweiterungen finden Sie im Artikel 216357 der Microsoft Knowledge Base.

Der NoBackgroundPolicy-Registrierungsschlüssel legt fest, ob während der Hintergrundverarbeitung von Gruppenrichtlinien eine clientseitige Erweiterung aufgerufen wird. Wird für diesen Wert "1" festgelegt, wird die clientseitige Erweiterung nicht während der Hintergrundverarbeitung aufgerufen. Eine clientseitige Erweiterung, für die die synchrone Verarbeitung erforderlich ist, kann dennoch während der Hintergrundverarbeitung aufgerufen werden. Da die Hintergrundverarbeitung jedoch immer im asynchronen Modus ausgeführt wird, wird eine clientseitige Erweiterung, für die die synchrone Verarbeitung erforderlich ist, beendet, nachdem sie angefordert hat, dass die nächste Anmeldung im synchronen Modus erfolgen soll.

Jede clientseitige Erweiterung legt fest, ob sie die synchrone Verarbeitung zum Übernehmen von Änderungen an den Richtlinieneinstellungen erfordert.

Die folgende Tabelle enthält Informationen zu den Anforderungen bezüglich synchroner Verarbeitung und zum Standardverhalten für die Hintergrundverarbeitung von clientseitigen Erweiterungen in der Gruppenrichtlinie für Windows Server 2012:

 

Name der clientseitigen Erweiterung Synchrone Verarbeitung erforderlich Aufgerufen während der Hintergrundverarbeitung

Datenträgerkontingent

Nein

Ja

EFS-Wiederherstellung

Nein

Ja

Ordnerumleitung

Ja

Ja

Internet Explorer-Wartung

Nein

Ja

IP-Sicherheit

Nein

Ja

Registrierung

Nein

Ja

Skripts

  1. Startskripts werden standardmäßig synchron ausgeführt.

  2. Anmeldeskripts werden standardmäßig asynchron ausgeführt.

Ja, Skripts werden jedoch nur in der Vordergrundverarbeitung ausgeführt.

Sicherheit

Nein

Ja

Softwareinstallation

Ja

Ja

Kabelnetzwerke

Nein

Ja

Drahtlosnetzwerke

Nein

Ja

Einstellungserweiterung "Anwendungen"

Nein

Ja

Einstellungserweiterung "Datenquellen"

Nein

Ja

Einstellungserweiterung "Geräte"

Nein

Ja

Einstellungserweiterung "Laufwerkzuordnungen"

Ja

Nein

Einstellungserweiterung "Umgebung"

Nein

Ja

Einstellungserweiterung "Dateien"

Nein

Ja

Einstellungserweiterung "Ordneroptionen"

Nein

Ja

Einstellungserweiterung "Ordner"

Nein

Ja

Einstellungserweiterung "INI-Dateien"

Nein

Ja

Einstellungserweiterung "Interneteinstellungen"

Nein

Ja

Einstellungserweiterung "Lokale Benutzer und Gruppen"

Nein

Ja

Einstellungserweiterung "Netzwerkoptionen"

Nein

Ja

Einstellungserweiterung "Netzwerkfreigaben"

Nein

Ja

Einstellungserweiterung "Energieoptionen"

Nein

Ja

Einstellungserweiterung "Drucker"

Nein

Ja

Einstellungserweiterung "Regionale Optionen"

Nein

Ja

Einstellungserweiterung "Registrierung"

Nein

Ja

Einstellungserweiterung "Geplante Aufgaben"

Nein

Ja

Einstellungserweiterung "Dienste"

Nein

Ja

Einstellungserweiterung "Verknüpfungen"

Nein

Ja

Einstellungserweiterung "Startmenü"

Nein

Ja

Die Anforderung an eine clientseitige Erweiterung für die Ausführung im synchronen Modus kann zwar nicht konfiguriert, über die Richtlinieneinstellungen kann jedoch anderes Standardverhalten für die einzelnen clientseitigen Erweiterungen festgelegt werden. Wenden Sie zum Konfigurieren der Eigenschaften einer clientseitigen Erweiterung die Richtlinieneinstellungen für die Computerkonfiguration "Administrative Vorlagen" an, die zu diesem Zweck erstellt werden. Die folgende Tabelle enthält die Namen der Richtlinieneinstellungen und die Eigenschaften der clientseitigen Erweiterungen, die geändert werden können. Ist die Eigenschaft einer clientseitigen Erweiterung angekreuzt, kann sie für die spezielle clientseitige Erweiterung geändert werden.

 

Name der Richtlinieneinstellung Ermöglicht die Verarbeitung über eine langsame Netzwerkverbindung Nicht während der regelmäßigen Hintergrundverarbeitung anwenden Verarbeiten, auch wenn die Gruppenrichtlinienobjekte nicht geändert wurden Priorität der Hintergrundverarbeitung

Verarbeitung der Datenträgerkontingentrichtlinie konfigurieren

X

X

X

Verarbeitung der Richtlinien für die EFS-Wiederherstellung konfigurieren

X

X

X

Verarbeitung der Ordnerumleitungsrichtlinien konfigurieren

X

X

Verarbeitung der Richtlinie für die Internet Explorer-Wartung konfigurieren

X

X

X

Verarbeitung der IP-Sicherheitsrichtlinie konfigurieren

X

X

X

Registrierungsrichtlinienverarbeitung konfigurieren

X

X

Skriptrichtlinienverarbeitung konfigurieren

X

X

X

Sicherheitsrichtlinienverarbeitung konfigurieren

X

X

Softwareinstallations-Richtlinienverarbeitung konfigurieren

X

X

Richtlinienverarbeitung für Kabelnetzwerke konfigurieren

X

X

X

Richtlinienverarbeitung für Funknetzwerke konfigurieren

X

X

X

Richtlinienverarbeitung der Einstellungserweiterung "Anwendungen" konfigurieren

X

X

X

X

Richtlinienverarbeitung für die Einstellungserweiterung "Datenquellen" konfigurieren

X

X

X

X

Richtlinienverarbeitung der Einstellungserweiterung "Geräte" konfigurieren

X

X

X

X

Richtlinienverarbeitung der Einstellungserweiterung "Laufwerkzuordnungen" konfigurieren

X

X

X

Richtlinienverarbeitung der Einstellungserweiterung "Umgebung" konfigurieren

X

X

X

X

Richtlinienverarbeitung der Einstellungserweiterung "Dateien" konfigurieren

X

X

X

X

Richtlinienverarbeitung der Einstellungserweiterung "Ordneroptionen" konfigurieren

X

X

X

X

Richtlinienverarbeitung der Einstellungserweiterung "Ordner" konfigurieren

X

X

X

X

Richtlinienverarbeitung der Einstellungserweiterung "INI-Dateien" konfigurieren

X

X

X

X

Richtlinienverarbeitung der Einstellungserweiterung "Interneteinstellungen" konfigurieren

X

X

X

X

Richtlinienverarbeitung der Einstellungserweiterung "Lokale Benutzer und Gruppen" konfigurieren

X

X

X

X

Richtlinienverarbeitung der Einstellungserweiterung "Netzwerkoptionen" konfigurieren

X

X

X

X

Richtlinienverarbeitung der Einstellungserweiterung "Netzwerkfreigaben" konfigurieren

X

X

X

X

Richtlinienverarbeitung der Einstellungserweiterung "Energieoptionen" konfigurieren

X

X

X

X

Richtlinienverarbeitung der Einstellungserweiterung "Drucker" konfigurieren

X

X

X

X

Richtlinienverarbeitung der Einstellungserweiterung "Regionale Einstellungen" konfigurieren

X

X

X

X

Richtlinienverarbeitung der Einstellungserweiterung "Registrierung" konfigurieren

X

X

X

X

Richtlinienverarbeitung der Einstellungserweiterung "Geplante Aufgaben" konfigurieren

X

X

X

X

Richtlinienverarbeitung der Einstellungserweiterung "Dienste" konfigurieren

X

X

X

X

Richtlinienverarbeitung der Einstellungserweiterung "Verknüpfungen" konfigurieren

X

X

X

X

Richtlinienverarbeitung der Einstellungserweiterung "Startmenü" konfigurieren

X

X

X

X

Unter Windows 8, Windows 7, Windows Vista und Windows XP wird das Feature für die Optimierung der schnellen Anmeldung standardmäßig für Domänen- und Arbeitsgruppenmitglieder festgelegt. Die Richtlinieneinstellungen werden beim Starten des Computers und bei der Anmeldung des Benutzers asynchron angewendet. Dadurch wird unter Windows 8, Windows 7, Windows Vista und Windows XP beim Starten und Anmelden nicht gewartet, bis das Netzwerk vollständig initialisiert wurde. Vorhandene Benutzer werden mithilfe von zwischengespeicherten Anmeldeinformationen angemeldet. Dies führt zu kürzeren Anmeldezeiten. Die Gruppenrichtlinie wird angewendet, sobald das Netzwerk verfügbar ist.

Die Optimierung der schnellen Anmeldung ist bei der Anmeldung unter folgenden Bedingungen immer deaktiviert:

  • Wenn sich ein Benutzer das erste Mal an einem Computer anmeldet

  • Wenn ein Benutzer über ein Roamingbenutzerprofil oder ein Stammverzeichnis für die Anmeldung verfügt

  • Wenn ein Benutzer synchrone Anmeldeskripts besitzt

noteHinweis
Unter diesen Bedingungen kann der Computerstart dennoch asynchron erfolgen. Da die Anmeldung unter diesen Bedingungen synchron erfolgt, kann keine Optimierung verwendet werden.

Bei Verwendung der Optimierung der schnellen Anmeldung wird die Vordergrundverarbeitung der Gruppenrichtlinie asynchron ausgeführt. Wenn für eine clientseitige Erweiterung die synchrone Verarbeitung erforderlich ist:

  • Richtlinieneinstellungen werden nicht während der asynchronen Verarbeitung angewendet.

  • Die clientseitige Erweiterung, für die die synchrone Richtlinienanwendung erforderlich ist, wird möglicherweise dennoch während der asynchronen Richtlinienanwendung aufgerufen. Statt die Richtlinieneinstellungen anzuwenden, veranlasst die clientseitige Erweiterung, dass beim nächsten Start oder bei der nächsten Anmeldung die synchrone Verarbeitung angewendet wird.

Wenn die synchrone Richtlinienanwendung erforderlich und die Optimierung der schnellen Anmeldung aktiviert ist, werden die Richtlinieneinstellungen möglicherweise erst nach zwei Neustarts oder zwei Anmeldevorgängen angewendet. Dies wird in den folgenden Beispielen veranschaulicht:

noteHinweis
In diesen Beispielen wird davon ausgegangen, dass nur Richtlinieneinstellungen für eine clientseitige Erweiterung, für die eine synchrone Verarbeitung erforderlich ist, geändert wurden.

Beachten Sie beim Beheben von Problemen im Zusammenhang mit Gruppenrichtlinien, dass möglicherweise mit mehreren clientseitigen Erweiterungen interagiert wird. Möglicherweise variiert das erwartete Verhalten für eine clientseitige Erweiterung in Kombination mit den Verarbeitungsanforderungen für andere clientseitige Erweiterungen. Genauere Beispiele finden Sie in den Themen zu Gruppenrichtlinien im Wiki: Portal zur Gruppenrichtlinienproblembehandlung.

Beispiel 1: Die Optimierung der schnellen Anmeldung mit synchroner Verarbeitung, wenn der Benutzer nicht angemeldet ist

In diesem Beispiel ist der Benutzer nicht am Computer angemeldet, wenn eine Änderung an der Benutzerrichtlinieneinstellung für eine clientseitige Erweiterung vorgenommen wird, für die die synchrone Verarbeitung erforderlich ist. Bei der letzten Verarbeitung der Benutzerrichtlinieneinstellung wurde keine synchrone Verarbeitung angefordert. In diesem Beispiel sind zwei Anmeldevorgänge erforderlich, damit von der clientseitigen Erweiterung die Richtlinieneinstellungen angewendet werden.

Wenn sich der Benutzer anmeldet, ist die Optimierung der schnellen Anmeldung aktiviert, und die Gruppenrichtlinien werden asynchron verarbeitet. Das Gruppenrichtlinienmodul ermittelt, dass die Richtlinieneinstellungen für die clientseitige Erweiterung geändert wurden, und ruft diese clientseitige Erweiterung auf.

Die clientseitige Erweiterung legt fest, dass sie die synchrone Verarbeitung zum Anwenden der neuen Einstellungen erfordert. Da die aktuelle Verarbeitungssitzung im asynchronen Modus ausgeführt wird, wird die clientseitige Erweiterung beendet, ohne dass die Richtlinieneinstellungen angewendet wurden. Die clientseitige Erweiterung fordert beim Gruppenrichtlinienmodul die synchrone Verarbeitung bei der nächsten Anmeldung an.

Bei der nächsten (zweiten) Anmeldung wird die Gruppenrichtlinie synchron verarbeitet. Das Gruppenrichtlinienmodul ermittelt, dass von der clientseitigen Erweiterung die Verarbeitung der Richtlinieneinstellungen während der letzten Anmeldesitzung nicht abgeschlossen wurde. Vom Gruppenrichtlinienmodul wird die clientseitige Erweiterung aufgerufen. Die clientseitige Erweiterung ermittelt, dass die Gruppenrichtlinie synchron verarbeitet wird, und wendet die Richtlinieneinstellungen an.

Beispiel 2: Die Optimierung der schnellen Anmeldung mit synchroner Verarbeitung, wenn der Benutzer angemeldet ist

In diesem Beispiel ist der Benutzer bereits am Computer angemeldet, wenn eine Änderung an der Benutzerrichtlinieneinstellung für eine clientseitige Erweiterung vorgenommen wird, für die die synchrone Verarbeitung erforderlich ist. Der Benutzer bleibt bis zur Hintergrundverarbeitung der Gruppenrichtlinie am Computer angemeldet. Dieses Beispiel zeigt, dass von der clientseitigen Erweiterung die Richtlinieneinstellungen nach nur einer Anmeldung angewendet werden.

Wenn der Benutzer an einem Clientcomputer angemeldet bleibt, wird die Hintergrundverarbeitung standardmäßig etwa alle 90 Minuten ausgeführt. Die Hintergrundverarbeitung ist immer asynchron. Während dieser Hintergrundverarbeitung wird vom Gruppenrichtlinienmodul ermittelt, dass die Richtlinieneinstellungen für eine clientseitige Erweiterung geändert wurden. Vom Gruppenrichtlinienmodul wird diese clientseitige Erweiterung aufgerufen.

Die clientseitige Erweiterung legt fest, dass sie die synchrone Verarbeitung zum Anwenden der neuen Einstellungen erfordert. Wenn die Hintergrundverarbeitung im asynchronen Modus ausgeführt wird, wird die clientseitige Erweiterung ohne Anwenden der Richtlinieneinstellungen beendet. Die clientseitige Erweiterung fordert beim Gruppenrichtlinienmodul an, dass bei der nächsten Anmeldung die synchrone Verarbeitung erforderlich ist. Während nachfolgender Hintergrundaktualisierungen wird die clientseitige Erweiterung aufgerufen. Sie wird jedoch ohne Anwenden der Richtlinieneinstellungen beendet, da sie immer noch die synchrone Verarbeitung erfordert.

Bei der nächsten Anmeldung wird die Gruppenrichtlinie synchron verarbeitet. Das Gruppenrichtlinienmodul ermittelt, dass von der clientseitigen Erweiterung die Verarbeitung während der letzten Anmeldesitzung nicht abgeschlossen wurde. Vom Gruppenrichtlinienmodul wird die clientseitige Erweiterung aufgerufen. Die clientseitige Erweiterung ermittelt, dass die Gruppenrichtlinie synchron verarbeitet wird, und wendet die Richtlinieneinstellungen mit nur einer Anmeldung an.

Für eine clientseitige Erweiterung kann sowohl die synchrone Verarbeitung als auch die Vordergrundverarbeitung zum Anwenden von Einstellungen erforderlich sein. Die Vordergrundverarbeitung ist dann Voraussetzung, wenn für den Registrierungsschlüssel NoBackgroundPolicy der Wert "1" festgelegt wird. In diesem Fall wendet die clientseitige Erweiterung die Richtlinieneinstellungen nach zwei Anmeldevorgängen an.

Beispiel: Der Benutzer ist bereits am Computer angemeldet, wenn Änderungen an einer Benutzerrichtlinieneinstellung vorgenommen werden, die die synchrone Verarbeitung erfordert und nur während der Vordergrundverarbeitung angewendet werden kann. Der Benutzer bleibt am Clientcomputer angemeldet, bis die Hintergrundverarbeitung der Gruppenrichtlinie erfolgt (standardmäßig etwa alle 90 Minuten). Während der Hintergrundverarbeitung ermittelt das Gruppenrichtlinienmodul, dass die Richtlinieneinstellungen für eine clientseitige Erweiterung geändert wurden. Für den Registrierungsschlüssel NoBackgroundPolicy ist jedoch "1" festgelegt, und vom Gruppenrichtlinienmodul wird diese clientseitige Erweiterung während der Hintergrundverarbeitung nicht aufgerufen. Darüber hinaus ruft das Gruppenrichtlinienmodul während nachfolgender Hintergrundaktualisierungen die clientseitige Erweiterung nicht auf.

Bei der nächsten Anmeldung wird die Gruppenrichtlinie asynchron verarbeitet, da die Optimierung der schnellen Anmeldung aktiviert ist. Diese Verarbeitung erfolgt im Vordergrund. Daher ruft das Gruppenrichtlinienmodul die clientseitige Erweiterung auf, für die Verarbeitung ausschließlich im Vordergrund festgelegt wurde.

Die clientseitige Erweiterung legt fest, dass sie die synchrone Verarbeitung zum Anwenden der neuen Richtlinieneinstellungen erfordert. Wenn die aktuelle Verarbeitungssitzung im asynchronen Modus ausgeführt wird, wird die clientseitige Erweiterung ohne Anwenden der Richtlinieneinstellungen beendet. Die clientseitige Erweiterung fordert beim Gruppenrichtlinienmodul an, dass bei der nächsten Anmeldung die synchrone Verarbeitung erforderlich ist.

Bei der nächsten Anmeldung wird die Gruppenrichtlinie synchron verarbeitet. Das Gruppenrichtlinienmodul ermittelt, dass von der clientseitigen Erweiterung die Verarbeitung der Richtlinieneinstellungen während der letzten Anmeldesitzung nicht abgeschlossen wurde. Vom Gruppenrichtlinienmodul wird die clientseitige Erweiterung aufgerufen. Die clientseitige Erweiterung ermittelt, dass die Gruppenrichtlinie synchron verarbeitet wird, und wendet die Richtlinieneinstellungen an. In diesem Fall sind zwei Anmeldevorgänge erforderlich, damit von der clientseitigen Erweiterung die Einstellungen angewendet werden.

noteHinweis
In diesem Beispiel wird davon ausgegangen, dass nur Richtlinieneinstellungen für eine clientseitige Erweiterung, für die eine synchrone Verarbeitung im Vordergrund erforderlich ist, geändert wurden.

Beachten Sie bei der Problembehandlung für Gruppenrichtlinien, dass möglicherweise mit mehreren clientseitigen Erweiterungen interagiert wird und das erwartete Verhalten für eine einzelne clientseitige Erweiterung in Kombiation mit den Verarbeitungsanforderungen anderer clientseitiger Erweiterungen variiert. Genauere Beispiele finden Sie in den Themen zu Gruppenrichtlinien im Wiki: Portal zur Gruppenrichtlinienproblembehandlung.

Während des Starts bzw. Herunterfahrens angewendete Gruppenrichtlinieneinstellungen oder -skripts werden möglicherweise nicht für Computer mit Windows 8 übernommen, da diese Computer standardmäßig mit dem Befehl Herunterfahren nicht vollständig heruntergefahren werden. Stattdessen wechselt der Computer in den Ruhezustand. Er wird nur vollständig heruntergefahren, wenn der Neustart des Systems festgelegt ist oder ein ausstehendes Softwareupdate oder ein anderes Ereignis das vollständige Herunterfahren erzwingt. Verwenden Sie unter Windows 8 den Befehl Computer neu starten, um Clientcomputer zu starten oder herunterzufahren.

Wenn der Schnellstart nicht auf die Computer im Unternehmen angewendet werden soll, können Sie auf diese Computer ein Gruppenrichtlinienobjekt anwenden, das die Richtlinieneinstellung Computer Configuration/Policies/Administrative Templates/System/Shutdown/Require use of fast startup deaktiviert. Beachten Sie, dass das Deaktivieren dieser Richtlinieneinstellung zu vollständigem Herunterfahren der Clientcomputer und längeren Startzeiten führt. Der Aktivierungszustand der Richtlinieneinstellung Verwendung des Schnellstarts erforderlich hat keinen Vorrang vor anderen Gruppenrichtlinieneinstellungen, die den Ruhezustand deaktivieren.

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