(0) exportieren Drucken
Alle erweitern

Verwalten eines Servers im Server-Core-Modus

Veröffentlicht: August 2012

Letzte Aktualisierung: August 2012

Betrifft: Windows Server 2012

In diesem Thema werden die verschiedenen Methoden zum Verwalten eines Servers mit Windows Server 2012 im Server-Core-Modus sowie das Hinzufügen von Hardware und Verwalten von Treibern vorgestellt. Zum Verwalten des Servers haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • Lokal und remote mit Windows PowerShell

  • Remote mit Server-Manager

  • Remote mit einem MMC-Snap-In

  • Remote mit Remotedesktopdienste

  • Umwandeln des Servers in einen Server mit grafischer Benutzeroberfläche

 

Aufgabe Beschreibung

1.1. Verwalten mit Windows PowerShell

Sie können Server im Server-Core-Modus mit Windows PowerShell entweder lokal oder remote verwalten.

1.2 Verwalten mit Server-Manager

Durch Ausführen von Server-Manager auf einem Remotecomputer können Sie eine Verbindung mit einem Server im Server-Core-Modus herstellen.

1.3 Verwalten mit Microsoft Management Console

Durch Ausführen eines MMC-Snap-Ins (Microsoft Management Console) können Sie eine Verbindung mit einem Server im Server-Core-Modus herstellen.

1.4 Verwalten mit Remotedesktopdienste

Bei Verwenden eines anderen Computers mit Windows können Sie über Remotedesktopdienste Skripts und Tools auf einem Server im Server-Core-Modus ausführen.

1.5 Umwandeln in einen Server mit grafischer Benutzeroberfläche

Sie können den Computer in einen Server mit grafischer Benutzeroberfläche umwandeln, mithilfe der herkömmlichen Tools auf der Benutzeroberfläche Ihre Aufgaben ausführen und wieder in den Server-Core-Modus zurückschalten.

1.6 Hinzufügen von Hardware und lokales Verwalten von Treibern

Im Server-Core-Modus können Sie Hardware hinzufügen und Treiber lokal verwalten.

Beim Arbeiten mit einem Server im Server-Core-Modus gilt es, einige wichtige Einschränkungen und Tipps zu beachten:

  • Wenn Sie alle Befehlseingabefenster schließen und ein neues öffnen möchten, drücken Sie STRG+ALT+ENTF, klicken auf Task-Manager starten, Weitere Details, Datei und Ausführen und geben anschließend cmd.exe ein. Alternativ können Sie sich ab- und wieder anmelden.

  • Wenn Sie alle Befehlseingabefenster schließen und ein neues öffnen möchten, drücken Sie STRG+ALT+ENTF, öffnen den Task-Manager und klicken auf Weitere Details. Das Menü "Datei" wird geöffnet. Klicken Sie im Menü Datei auf Neuen Task ausführen, und starten Sie anschließend "Cmd.exe" oder "Powershell.exe".

  • Befehle oder Tools, die versuchen, Windows Explorer zu öffnen, funktionieren nicht. Beispielsweise funktioniert das Angeben von start . an einer Eingabeaufforderung nicht.

  • Im Server-Core-Modus gibt es keine Unterstützung für HTML-Rendern oder -Hilfe.

  • Im Server-Core-Modus gibt es keine Benachrichtigungen zur Aktivierung, neuen Updates oder den Ablauf von Kennwörtern, da hierfür die Windows Explorer-Shell benötigt wird, die im Server-Core-Modus nicht vorhanden ist.

  • Wenn Sie ein Skript für die Verwaltung eines Servers im Server-Core-Modus schreiben müssen, das eine sichere Einbeziehung eines Administratorkennworts erfordert, lesen Sie die Kolumne zur Skripterstellung in Microsoft TechNet (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkID=56421).

  • Der Server-Core-Modus unterstützt Windows Installer im stillen Modus, sodass Sie Tools und Hilfsprogramme mithilfe von Windows Installer-Dateien installieren können.

  • Wählen Sie bei der Installation von Windows Installer-Paketen auf einem Server im Server-Core-Modus die Option /qb, um die Standardbenutzeroberfläche anzuzeigen.

  • Führen Sie Set-Date aus, um im Server-Core-Modus die Zeitzone zu ändern.

  • Führen Sie control intl.cpl aus, um im Server-Core-Modus die Gebietsschemaeinstellungen zu ändern.

  • "Control.exe" kann nicht eigenständig ausgeführt werden. Sie müssen den Befehl entweder mit "Timedate.cpl" oder "Intl.cpl" ausführen.

  • "Winver.exe" ist im Server-Core-Modus nicht verfügbar. Rufen Sie Versionsinformationen mit "Systeminfo.exe" ab.

noteHinweis
Dieses Thema enthält Windows PowerShell-Beispiel-Cmdlets, mit denen Sie einige der beschriebenen Vorgehensweisen automatisieren können. Weitere Informationen finden Sie unter Verwenden von Cmdlets.

Sie können die meisten Verwaltungsaufgaben mithilfe von Windows PowerShell-Cmdlets und Skripts lokal oder auf einem Remotecomputer ausführen. Führen Sie zum Starten von Windows PowerShell powershell an einer Eingabeaufforderung aus.

Informationen zur Remoteausführung von Windows PowerShell finden Sie unter 1.7. Aktivieren der Remoteausführung von Windows PowerShell

Weitere Informationen zum Arbeiten mit Windows PowerShell finden Sie unter http://technet.microsoft.com/library/hh857343.aspx.

Server-Manager ist eine Verwaltungskonsole in Windows Server® 2012, über die IT-Experten sowohl lokale als auch Remotecomputer mit Windows über ihre Desktops bereitstellen und verwalten können. Dazu sind weder ein physischer Zugriff auf Server noch das Aktivieren von RDP-Verbindungen (Remotedesktopprotokoll) mit den einzelnen Servern erforderlich. Server-Manager ist bereits Bestandteil von Windows Server 2008 R2 und Windows Server 2008, wurde jedoch für Windows Server 2012 vollständig neu gestaltet, um die Remoteunterstützung von weitaus mehr Servern als zuvor zu unterstützen.

noteHinweis
Sie müssen die Version von Server-Manager in Windows Server 2012 oder in den Remoteserver-Verwaltungstools für das Windows 8-Downloadpaket verwenden. Älteren Versionen von Server-Manager funktionieren nicht.

Damit Ihr lokaler Server mit Server-Manager auf einem Remoteserver verwaltet werden kann, führen Sie das Windows PowerShell-Cmdlet Configure-SMRemoting.exe –Enable aus.

Viele Snap-Ins für Microsoft Management Console (MMC) können für die Verwaltung Ihres Servers im Server-Core-Server verwendet werden.

  1. Starten Sie ein MMC-Snap-In, z. B. Computerverwaltung.

  2. Klicken Sie im linken Bereich oben in der Struktur mit der rechten Maustaste, und klicken Sie dann auf Verbindung mit anderem Computer herstellen. (Beim Beispiel mit "Computerverwaltung" müssten Sie mit der rechten Maustaste auf Computerverwaltung [Lokal] klicken.)

  3. Geben Sie in Anderer Computer den Computernamen des Servers im Server-Core-Modus ein, und klicken Sie auf OK. Sie können nun mit dem MMC-Snap-In den Server im Server-Core-Server wie jeden anderen Computer mit einem Windows-Betriebssystem verwalten.

  1. Wenn der Server im Server-Core-Server kein Domänenmitglied ist, legen Sie alternative Anmeldeinformationen für das Herstellen einer Verbindung mit dem Computer im Server-Core-Modus fest, indem Sie auf dem Remotecomputer an einer Eingabeaufforderung den folgenden Befehl eingeben:

    cmdkey /add:<ServerName> /user:<UserName> /pass:<password>

    Dabei gilt Folgendes:

    ServerName ist der Name des Servers im Server-Core-Server.

    UserName ist der Name eines Administratorkontos.

    Lassen Sie die Option /pass weg, um eine Aufforderung zu einer Kennworteingabe anzuzeigen.

  2. Geben Sie auf Anforderung das Kennworts des Benutzernamens ein, das Sie im vorherigen Schritt eingegeben haben.

  3. Wenn die Firewall auf dem Server im Server-Core-Server noch nicht so konfiguriert ist, dass MMC-Snap-Ins eine Verbindung herstellen dürfen, befolgen Sie die Anweisungen unter "So konfigurieren Sie die Windows-Firewall so, dass MMC-Snap-Ins eine Verbindung herstellen dürfen". Kehren Sie anschließend zu diesem Verfahren zurück.

  4. Starten Sie auf einem anderen Computer ein MMC-Snap-In, z. B. Computerverwaltung.

  5. Klicken Sie im linken Bereich oben in der Struktur mit der rechten Maustaste, und klicken Sie dann auf Verbindung mit anderem Computer herstellen. (Beim Beispiel mit "Computerverwaltung" müssten Sie mit der rechten Maustaste auf Computerverwaltung [Lokal] klicken.)

  6. Geben Sie in Anderer Computer den Computernamen des Servers im Server-Core-Modus ein, und klicken Sie auf OK. Sie können nun mit dem MMC-Snap-In den Server im Server-Core-Server wie jeden anderen Computer mit einem Windows-Betriebssystem verwalten.

  • Damit MMC-Snap-Ins eine Verbindung herstellen dürfen, führen Sie Folgendes aus:

    Enable-NetFirewallRule -DisplayGroup "Windows Remote Management"

  • Damit nur bestimmte MMC-Snap-Ins eine Verbindung herstellen dürfen, führen Sie Folgendes aus:

    Enable-NetFirewallRule -DisplayGroup "<rulegroup>"

    Dabei gilt Folgendes:

    Rulegroup ist je nach Snap-In, das eine Verbindung herstellen soll, einer der Werte in der folgenden Tabelle.

 

MMC-Snap-In Regelgruppe

Ereignisanzeige

Remote-Ereignisprotokollverwaltung

Dienste

Remotedienstverwaltung

Freigegebene Ordner

Datei- und Druckerfreigabe

Aufgabenplanung

  • Leistungsprotokolle und -warnungen

  • Datei- und Druckerfreigabe

Datenträgerverwaltung

Remotevolumeverwaltung

Windows-Firewall mit erweiterten Sicherheitseinstellungen

Windows-Firewallremoteverwaltung

noteHinweis
Für einige MMC-Snap-Ins gibt es keine entsprechende Regelgruppe, die ihnen das Herstellen einer Verbindung durch die Firewall erlaubt. Doch das Aktivieren der Regelgruppen für "Ereignisanzeige", "Dienste" oder "Freigegebene Ordner" können die meisten anderen Snap-Ins eine Verbindung herstellen. Darüber hinaus benötigen bestimmte Snap-Ins eine weitere Konfiguration, ehe Sie durch die Windows-Firewall eine Verbindung herstellen können:

  • Datenträgerverwaltung. Sie müssen auf dem Server-Core-Computer zunächst den Dienst für virtuelle Datenträger (Virtual Disk Service, VDS) starten. Außerdem müssen Sie Regeln zur Datenträgerverwaltung auf dem Computer, auf dem das MMC-Snap-In ausgeführt wird, entsprechend konfigurieren.

  • IP-Sicherheitsmonitor. Sie müssen zunächst die Remoteverwaltung dieses Snap-Ins aktivieren. Geben Sie dazu an einer Eingabeaufforderung Folgendes ein:

    Cscript \windows\system32\scregedit.wsf /im 1

  • Zuverlässigkeits- und Leistungsüberwachung. Dieses Snap-In erfordert keine weitere Konfiguration, doch wenn Sie mit ihm einen Server-Core-Computer überwachen, können nur Leistungsdaten überwacht werden. Zuverlässigkeitsdaten sind nicht verfügbar.

Sie können mit Remotedesktop einen Server im Server-Core-Modus auf einem Computer mit <versions> verwalten.

  1. Führen Sie auf dem Server im Server-Core-Server Folgendes aus:

    cscript C:\Windows\System32\Scregedit.wsf /ar 0

    Dadurch wird der Remotedesktop für den Verwaltungsmodus zum Akzeptieren von Verbindungen aktiviert.

  2. Klicken Sie auf einem anderen Computer auf Start, dann auf Run, geben Sie mstsc ein, und klicken Sie auf OK.

  3. Geben Sie in Computer den Namen des Servers im Server-Core-Modus ein, und klicken Sie auf Connect.

  4. Melden Sie sich mit einem lokalen Administratorkonto an.

  5. Sobald die Eingabeaufforderung angezeigt wird, können Sie den Computer mithilfe der Windows-Befehlszeilentools verwalten.

  6. Wenn Sie die Verwaltung des Server-Core-Computers beenden möchten, geben Sie an der Eingabeaufforderung logoff ein, um die Remotedesktopsitzung zu beenden.

noteHinweis
Wenn Sie den Remotedesktopdienste-Client einer früheren Version von Windows ausführen, müssen Sie die höhere Sicherheitsstufe deaktivieren, die in Windows Server 2012 standardmäßig festgelegt ist. Geben Sie hierzu in Anschluss an Schritt 1 an einer Eingabeaufforderung folgenden Befehl ein: cscript C:\Windows\System32\Scregedit.wsf /cs 0

Es kann vorkommen, dass Sie die grafischen Benutzeroberflächen nutzen müssen, die auf Servern im entsprechenden Modus verfügbar sind. Sie können das System in einen Server mit grafischer Benutzeroberfläche ändern, indem Sie die folgenden Schritte ausführen, die allerdings einen Neustart erforderlich machen. Weitere Informationen zu den Unterschieden zwischen dem Server-Core-Modus und einem Server mit grafischer Benutzeroberfläche sowie Informationen zur minimalen Serverbenutzeroberfläche und Features bei Bedarf finden Sie unter Windows Server-Installationsoptionen.

  1. Bestimmen Sie die Indexnummer des Image eines Servers mit grafischer Benutzeroberfläche (z. B. SERVERDATACENTER, nicht SERVERDATACENTERCORE) mit diesem Cmdlet: Get-WindowsImage -ImagePath <path to wim>\install.wim

  2. Führen Sie Install-WindowsFeature Server-Gui-Mgmt-Infra, Server-Gui-Shell –Restart –Source wim:<path to wim>\install.wim:<Index # from step 1> aus.

  3. Verwenden Sie alternativ das folgende Windows PowerShell-Cmdlet, wenn Sie Windows Update statt einer WIM-Datei als Quelle verwenden möchten:

    Install-WindowsFeature Server-Gui-Mgmt-Infra,Server-Gui-Shell –Restart

Nachdem Sie die gewünschten Verwaltungsaufgaben ausgeführt haben, können Sie den Server mit dem folgenden Windows PowerShell-Cmdlet wieder in den Server-Core-Modus zurückschalten (wobei ein Neustart erforderlich ist): Uninstall-WindowsFeature Server-Gui-Mgmt-Infra -restart

  1. Befolgen Sie die Anweisungen des Herstellers zur Installation neuer Hardware:

    • Wenn der Treiber der Hardware in Windows Server 2012 enthalten ist, wird Plug & Play gestartet und der Treiber installiert.

    • Wenn der Treiber für die Hardware nicht vorhanden ist, fahren Sie mit den Schritten 2 und 3 fort.

  2. Kopieren Sie die Treiberdateien in einen temporären Ordner auf dem Server im Server-Core-Installationen.

  3. Öffnen Sie an einer Eingabeaufforderung den Ordner mit den Treiberdateien, und führen Sie anschließend den folgenden Befehl aus:

    pnputil –i –a <driverinf>

    Dabei gilt Folgendes:

    driverinf ist der Dateiname der INF-Datei des Treibers.

  4. Starten Sie den Computer bei entsprechender Aufforderung neu.

  • Führen Sie an einer Eingabeaufforderung diesen Befehl aus:

    sc query type= driver

noteHinweis
Sie müssen hinter dem Gleichheitszeichen ein Leerzeichen einfügen, damit der Befehl erfolgreich ausgeführt werden kann.

  • Führen Sie an einer Eingabeaufforderung diesen Befehl aus:

    sc delete <service_name>

    Dabei gilt Folgendes:

    service_name ist der Name des Diensts, den Sie durch Ausführen von sc query type= driver abrufen.

Fanden Sie dies hilfreich?
(1500 verbleibende Zeichen)
Vielen Dank für Ihr Feedback.

Community-Beiträge

HINZUFÜGEN
Anzeigen:
© 2014 Microsoft