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Registrieren eines Dienstprinzipalnamens

Ein Dienstprinzipalname (SPN, Service Principal Name) ist der Name, über den ein Client eine Instanz eines Diensts eindeutig identifiziert. Der Kerberos-Authentifizierungsdienst kann einen SPN zum Authentifizieren eines Diensts verwenden. Wenn ein Client eine Verbindung zu einem Dienst herstellen möchte, sucht er eine Instanz des Diensts, verfasst einen SPN für diese Instanz, stellt eine Verbindung zum Dienst her und übergibt den SPN zur Authentifizierung an den Dienst.

Hinweis Hinweis

Die Informationen in diesem Thema gelten auch für SQL Server-Konfigurationen, die Clustering verwenden.

Bei der Windows-Authentifizierung handelt es sich um die bevorzugte Methode für die Benutzerauthentifizierung bei SQL Server. Clients, die die Windows-Authentifizierung verwenden, werden entweder über NTLM oder Kerberos authentifiziert. In einer Active Directory-Umgebung wird die Kerberos-Authentifizierung stets zuerst versucht. Die Kerberos-Authentifizierung steht für SQL Server 2000-Clients und SQL Server 2005-Clients, die Named Pipes verwenden, nicht zur Verfügung.

Beim Starten des Database Engine (Datenbankmodul)-Diensts versucht dieser, den SPN für den Dienstprinzipalnamen (SPN, Service Principal Name) zu registrieren. Wenn das Konto, über das SQL Server gestartet wird, nicht über die Berechtigung zum Registrieren eines SPN in Active Directory Domain Services verfügt, schlägt dieser Aufruf fehl und in das Ereignisprotokoll der Anwendung sowie das SQL Server-Fehlerprotokoll wird eine Warnmeldung geschrieben. Um den SPN zu registrieren, muss in Database Engine (Datenbankmodul) ein integriertes Konto, z. B. Lokales System (nicht empfohlen), NETWORK SERVICE oder ein Konto mit Berechtigung zum Registrieren eines SPN, wie das Domänenadministratorkonto, ausgeführt werden. Wird unter SQL Server kein solches Konto ausgeführt, wird der SPN beim Starten nicht registriert, sodass der Domänenadministrator den SPN manuell registrieren muss.

Der KB-Artikel Verwenden der Kerberos-Authentifizierung in SQL Server enthält Informationen zum Gewähren von Lese- und Schreibberechtigungen für einen SPN für ein Nicht-Domänenadministratorkonto.

Zusätzliche Informationen finden Sie unter How to Implement Kerberos Constrained Delegation with SQL Server 2008.

In SQL Server 2008 wurde das SPN-Format geändert, um die Kerberos-Authentifizierung unter TCP/IP, Named Pipes und Shared Memory zu unterstützen. Die folgenden SPN-Formate für benannte und Standardinstanzen werden unterstützt.

Benannte Instanz

  • MSSQLSvc/FQDN: [Port|instancename], wobei:

    • MSSQLSvc der Dienst ist, der registriert wird.

    • FQDN der vollqualifizierte Domänenname des Servers ist.

    • port die TCP-Portnummer ist.

    • instancename der Name der SQL Server-Instanz ist.

Standardinstanz

  • MSSQLSvc/FQDN:port|MSSQLSvc/FQDN, wobei:

    • MSSQLSvc der Dienst ist, der registriert wird.

    • FQDN der vollqualifizierte Domänenname des Servers ist.

    • port die TCP-Portnummer ist.

Beim neuen SPN-Format ist keine Portnummer erforderlich. Somit können Server mit mehreren Ports oder Protokolle ohne Portnummern Kerberos verwenden.

Hinweis Hinweis

Bei TCP/IP-Verbindungen, bei denen der TCP-Port im SPN enthalten ist, muss SQL Server das TCP-Protokoll für einen Benutzer aktivieren, um mithilfe der Kerberos-Authentifizierung eine Verbindung herzustellen.

Beim Starten einer Instanz von SQL Server Database Engine (Datenbankmodul) versucht SQL Server, den SPN für den SQL Server-Dienst zu registrieren. Wird die Instanz beendet, versucht SQL Server, die Registrierung des SPN wieder aufzuheben. Bei TCP/IP-Verbindungen wird der SPN im folgenden Format registriert: MSSQLSvc/<FQDN>:<tcpport>. Sowohl benannte Instanzen als auch die Standardinstanz werden als MSSQLSvc registriert, wobei der <tcpport>-Wert zur Unterscheidung der Instanzen dient.

Bei anderen Verbindungen, die Kerberos unterstützen, wird der SPN im Format MSSQLSvc/<FQDN>:<instancename> für eine benannte Instanz registriert. Die Standardinstanz wird im folgenden Format registriert: MSSQLSvc/<FQDN>.

Die Registrierung bzw. die Aufhebung der Registrierung eines SPN muss möglicherweise manuell durchgeführt werden, wenn der Dienst nicht über die Berechtigungen für diese Aktionen verfügt.

Um den SPN manuell zu registrieren, muss der Administrator das Setspn.exe-Tool verwenden, das mit den Microsoft Windows Server 2003-Supporttools geliefert wird. Diese Tools sind in Windows Server 2003 Service Pack 1 (SP1) enthalten. Weitere Informationen finden Sie im KB-Artikel Supporttools in Windows Server 2003 Service Pack 1.

Setspn.exe ist ein Befehlszeilentool, mit dem Sie die SPN-Verzeichniseigenschaft lesen, ändern und löschen können. Mit diesem Tool können Sie auch die aktuellen SPN anzeigen, die Standard-SPN des Kontos zurücksetzen und zusätzliche SPN hinzufügen oder löschen.

Im folgenden Beispiel wird die Syntax dargestellt, mit der ein SPN für eine TCP/IP-Verbindung manuell registriert wird.

setspn -A MSSQLSvc/myhost.redmond.microsoft.com:1433 accountname

Hinweis   Wenn bereits ein SPN vorhanden ist, muss er gelöscht werden, bevor er erneut registriert werden kann. Verwenden Sie dafür den setspn-Befehl und den -D-Schalter. In den folgenden Beispielen wird veranschaulicht, wie Sie einen neuen instanzbasierten SPN manuell registrieren können. Verwenden Sie für die Standardinstanz Folgendes:

setspn –A MSSQLSvc/myhost.redmond.microsoft.com accountname

Verwenden Sie für eine benannte Instanz Folgendes:

setspn –A MSSQLSvc/myhost.redmond.microsoft.com:instancename accountname

Clienttreiber unterstützen vom Benutzer angegebene SPN. Wenn jedoch kein SPN angegeben wurde, wird er auf der Grundlage des Clientverbindungstyps automatisch erstellt. Bei einer TCP-Verbindung wird ein SPN im Format MSSQLSvc/FQDN:[port] sowohl für benannte als auch für Standardinstanzen verwendet.

Bei Named-Pipes- und Shared-Memory-Verbindungen wird ein SPN im Format MSSQLSvc/FQDN:instancename für eine benannte Instanz und im Format MSSQLSvc/FQDN für die Standardinstanz verwendet.

Verwenden eines Dienstkontos als SPN

Dienstkonten können als SPN verwendet werden. Sie werden durch das Verbindungsattribut für die Kerberos-Authentifizierung angegeben und liegen in den folgenden Formaten vor:

  • benutzername@domäne oder domäne\benutzername für ein Domänenbenutzerkonto

  • computer$@domäne oder host\FQDN für ein Computerdomänenkonto, z. B. Lokales System oder NETWORK SERVICES.

Führen Sie die folgende Abfrage aus, um die Authentifizierungsmethode einer Verbindung zu ermitteln.

SELECT net_transport, auth_scheme 
FROM sys.dm_exec_connections 
WHERE session_id = @@SPID;

In der folgenden Tabelle werden die Authentifizierungsstandardwerte beschrieben, die auf Grundlage von SPN-Registrierungsszenarios verwendet werden.

Szenario

Authentifizierungsmethode

Der SPN wird der richtigen Domäne oder dem integrierten Konto zugeordnet. Beispiel: Lokales System oder NETWORK SERVICE.

Hinweis Hinweis
"Richtig" bedeutet in diesem Fall, dass es sich bei dem Konto, das dem registrierten SPN zugeordnet ist, um das Konto handelt, unter dem der SQL Server-Dienst ausgeführt wird.

Lokale Verbindungen verwenden NTLM, Remoteverbindungen verwenden Kerberos.

Der SPN ist die richtige Domäne oder das integrierte Konto.

Hinweis Hinweis
"Richtig" bedeutet in diesem Fall, dass es sich bei dem Konto, das dem registrierten SPN zugeordnet ist, um das Konto handelt, unter dem der SQL Server-Dienst ausgeführt wird.

Lokale und Remoteverbindungen verwenden Kerberos.

Der SPN wird der falschen Domäne oder dem integrierten Konto zugeordnet.

Die Authentifizierung schlägt fehl.

Die SPN-Suche schlägt fehl, der SPN wird nicht der richtigen Domäne oder dem integrierten Konto zugeordnet, oder der SPN ist nicht die richtige Domäne bzw. nicht das integrierte Konto.

Lokale und Remoteverbindungen verwenden NTLM.

Die dedizierte Administratorverbindung (DAC) verwendet einen auf Instanznamen basierten SPN in SQL Server 2008. Die Kerberos-Authentifizierung kann mit einer DAC verwendet werden, wenn dieser SPN erfolgreich registriert wurde. Alternativ kann ein Benutzer den Kontonamen als SPN festlegen.

Wenn die SPN-Registrierung beim Starten fehlschlägt, wird dieser Fehler im Fehlerprotokoll von SQL Server aufgezeichnet, und der Startvorgang wird fortgesetzt.

Wenn die Aufhebung der SPN-Registrierung beim Herunterfahren fehlschlägt, wird dieser Fehler im Fehlerprotokoll von SQL Server aufgezeichnet, und das Herunterfahren wird fortgesetzt.

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