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Windows Vista
Bereitstellen von Windows Vista mit BDD 2007
Michael Niehaus
 
Kurz zusammengefasst:
  • BDD 2007 Solution Accelerator
  • Vorbereiten des Abbilds
  • Treiber und Anwendungspakete

Sie haben diese Aufgabe aufgeschoben, aber letztendlich muss sie durchgeführt werden. In Ihrem Unternehmen gibt es Hunderte, vielleicht sogar Tausende von Computern, die von Windows 2000 oder Windows XP zu Windows Vista migriert werden müssen. Es ist Aufgabe Ihres Teams, dies zu ermöglichen.
Wo fangen Sie an?
Wenn Sie schon jahrelang Windows®-Betriebssysteme installieren, werden Sie wahrscheinlich bemerkt haben, dass sich hierbei von Windows NT® 3.5 bis Windows XP verhältnismäßig wenig geändert hat. Der Installations- und Konfigurationsprozess war ziemlich konsistent, es wurden dieselben Tools verwendet, und der Prozess insgesamt wurde nicht verändert. Für Windows Vista® wurde der ganze Prozess jedoch neu entwickelt, es gibt viele neue Tools. Einen guten Überblick über diese Änderungen und deren Auswirkungen, finden Sie in dem Artikel „Zehn Dinge, die Sie zur Bereitstellung von Windows Vista wissen müssen“, der im November 2006 im TechNet Magazin erschienen ist. Er ist auch online unter technetmagazine.com/issues/2006/11/Deployment verfügbar.

Wie können Sie den neuen Prozess und die Verwendung der Tools erlernen?
Es gibt zwei Möglichkeiten:
  1. Erlernen Sie die Verwendung jedes neuen Tools. Lesen Sie die gesamte verfügbare Dokumentation. Finden Sie heraus, wie die einzelnen Tools in vorhandene Prozesse eingefügt werden. Nehmen Sie die notwendigen Anpassungen vor, bevor Sie schließlich die Ergebnisse überprüfen.
  2. Oder nutzen Sie ein Instrument, das all dies bereits für Sie erledigt hat.
Natürlich könnten Sie sich für die erste Option entscheiden, doch dann müssten Sie anstelle dieses Artikels ein ganzes Buch lesen. Mit der zweiten Option lässt sich Ihre Aufgabe leichter bewältigen: Dabei verwenden Sie Business Desktop Deployment (BDD) 2007 Solution Accelerator. Dieses Paket kann im Microsoft® Desktopbereitstellungs-Center unter microsoft.com/desktopdeployment heruntergeladen werden.
Bei BDD 2007 Solution Accelerator handelt es sich um eine Reihe von Tools, Anleitungen und schrittweisen Verfahren zum Vereinfachen der Windows-Bereitstellung, wobei alle neuen, mit Windows Vista eingeführten Bereitstellungsprozesse und Tools kombiniert sind.
Zur Arbeit mit BDD 2007 wählen Sie zunächst einen Windows XP- oder Windows Server® 2003-Computer, auf dem Sie BDD 2007 installieren möchten. Vor der Installation müssen Microsoft .NET Framework 2.0 und Microsoft Management Console (MMC) 3.0 installiert werden. Anschließend können Sie BDD 2007 installieren. Nach der Installation lesen Sie die Anmerkungen zur Version, die Sie im BDD 2007-Ordner im Startmenü finden. Dann starten Sie das MMC-Snap-In mithilfe der Deployment Workbench-Verknüpfung (siehe Abbildung 1).
Abbildung 1 Starten von BDD 2007 Deployment Workbench (Klicken Sie zum Vergrößern auf das Bild)
An dieser Stelle ist es angebracht, die im Information Center verfügbaren Informationen zu lesen, speziell die Prüfliste „Erste Schritte“ und die Dokumentation. Laden Sie aktuelle Nachrichten und die Komponentenliste durch Klicken mit der rechten Maustaste auf den Komponentenknoten und Auswahl von „Auf Aktualisierungen überprüfen“ herunter.
Nun benötigen Sie noch ein weiteres Element: Windows Automated Installation Kit (AIK) BDD 2007 benötigt die in Windows AIK enthaltenen Tools für viele Funktionen. Sie erhalten Windows AIK auf zwei Arten: Laden Sie es im Microsoft Download Center (go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=85377) herunter, oder verwenden Sie dazu den Komponentenknoten in Deployment Workbench. Unabhängig von der Bezugsmethode handelt es sich um einen umfangreichen Download, für den einige Zeit erforderlich ist.
Nach der Installation von Windows AIK können Sie zum nächsten Schritt übergehen: Sammeln aller Dateien, die zur Durchführung der Windows Vista-Bereitstellung erforderlich sind.

Welche Dateien brauchen Sie?
Zu diesem Zeitpunkt müssen Sie die Windows Vista-Installationsdateien, die zu installierenden Anwendungen, alle für Ihre Hardware benötigten Treiber und alle Windows Vista-Updates oder -Sprachpakete zusammenstellen, die Sie möglicherweise brauchen. Diese werden alle in die bei der Installation von BDD 2007 erstellte Verzeichnisstruktur zur Distributionsfreigabe kopiert.
Erstellen eines benutzerdefinierten Abbilds
In diesem Artikel wird die Bereitstellung des standardmäßigen Windows Vista-Abbilds von der Microsoft-DVD erläutert. Doch möglicherweise möchten Sie ein benutzerdefiniertes Abbild bereitstellen, das zusätzliche Anwendungen (beispielsweise 2007 Microsoft Office System) enthält, die auf allen Ihren Computern benötigt werden. Es stellt sich die übliche Frage: Erstellen Sie ein „dünnes“ Abbild und installieren alles andere bei der Bereitstellung, oder ein „dickes“ Abbild, bei dem alles vorinstalliert ist? Oft hängt die Antwort von der für die Bereitstellung verfügbaren Zeit, dem Verwaltungsaufwand beim Erstellen und Verwalten des Abbilds, der Netzwerkkapazität und so weiter ab. In den meisten Fällen ist ein schlankes Abbild besser, aber letztendlich liegt die Entscheidung bei Ihnen.
Unabhängig davon, was Sie in Ihr Abbild aufnehmen, sollten Sie sicherstellen, dass der Prozess beim Erstellen des benutzerdefinierten Abbilds vollständig automatisch abläuft. Durch die Automatisierung wird das Aktualisieren des Abbilds stark vereinfacht: Es wird ein weiterer Schritt zum Prozess hinzugefügt und dann der ganze Prozess erneut ausgeführt, wobei am Ende ein neues Abbild entsteht.
Wie geschieht dies nun mit BDD 2007? Es ist eigentlich recht einfach:
  1. Erstellen Sie einen Build zum Erstellen Ihres benutzerdefinierten Abbilds.
  2. Ändern Sie die Aufgabenfolge für diesen Build, sodass alle Ihre benutzerdefinierten Schritte enthalten sind.
  3. Führen Sie eine Bare-Metal-Bereitstellung vom Bereitstellungspunkt der Testumgebung durch (Starten vom Windows PE ISO aus), und wählen Sie diesen Build aus.
  4. Geben Sie an, dass Sie einer Arbeitsgruppe beitreten möchten.
Beim Durchführen dieser Schritte zeigt der Bereitstellungsassistent ein neues Fenster an.
Wird angegeben, dass ein Abbild des Referenzcomputers aufgezeichnet werden soll, führt BDD 2007 automatisch Sysprep aus, um das Betriebssystem für die Aufzeichnung vorzubereiten, startet dann Windows PE neu und führt ImageX.exe aus, um ein neues WIM-Abbild aufzuzeichnen. Dann können Sie dieses Abbild in Deployment Workbench importieren und für Ihre nächste Bereitstellung verwenden.
Aufzeichnen eines Referenzabbilds mit BDD 2007  (Klicken Sie zum Vergrößern auf das Bild)

Zuerst werden die Installationsdateien des Betriebssystems kopiert. Legen Sie Ihre Windows Vista-DVD ein (vorzugsweise Volumenlizenzmedien, da dann kein separater Produktschlüssel für jede Installation erforderlich ist), starten Sie dann den Assistenten zur Erstellung eines Betriebssystems durch Klicken mit der rechten Maustaste, und wählen Sie den Befehl „New“ (Neu). Wählen Sie die Option „Full set of source files“ (Vollständiger Quelldateiensatz), und geben Sie den Pfad zu Ihrem DVD-Laufwerk an (oder einen entsprechenden anderen Pfad, falls Sie diese Dateien bereits an einen anderen Ort kopiert haben). Führen Sie die Schritte des Assistenten durch, und akzeptieren Sie dabei die Standardvorgaben. Danach müssten Sie ein oder mehrere Betriebssystemabbilder (abhängig von den verwendeten Medien) in der Liste sehen, die durch Klicken auf den Betriebssystemknoten angezeigt wird.
Nun sind die Anwendungen dran. Sie müssen zu diesem Zeitpunkt keine Anwendungen hinzufügen, doch wenn Sie es tun, können Sie sie bei der Bereitstellung von Windows Vista aus einer Liste auswählen. Im Idealfall geben Sie einen Befehl zum Installieren der Anwendung ohne Benutzereingabe an, damit niemand auf den Start der Anwendungsinstallation warten muss. Versuchen Sie nun zum Beispiel, eine einzelne Anwendung hinzuzufügen, indem Sie den Befehl „New“ (Neu) im Anwendungsknoten in Deployment Workbench auswählen und dann die Schritte im Assistenten für die Anwendungserstellung durchführen (siehe Abbildung 2).
Abbildung 2 Hinzufügen einer Anwendung in Workbench (Klicken Sie zum Vergrößern auf das Bild)
Nun kommen die Betriebssystempakete an die Reihe. Es gibt drei Arten von Paketen, die für Sie interessant sein dürften: Sprachpakete, Sicherheitsupdates und Windows Vista-Komponenten.
Sprachpakete ermöglichen den Betrieb von Windows Vista in vielen verschiedenen Sprachen. Einzelheiten zu den unterstützten Sprachen finden Sie unter microsoft.com/globaldev/vista/Vista_Language_Support.mspx. Die Sprachpakete, die als CAB-Dateien verpackt sind, können von licensing.microsoft.com von allen Software Assurance-Kunden heruntergeladen werden und sind über Windows Update verfügbar, wenn Sie Windows Vista Ultimate ausführen. (Beachten Sie, dass nur Windows Vista Enterprise und Windows Vista Ultimate mehrere auf einem Computer installierte Sprachpakete unterstützen.)
Windows Vista-Sicherheitsupdates werden in der Regel monatlich veröffentlicht und stehen unter microsoft.com/technet/security/bulletinsandadvisories als einzelne MSU-Dateien zum Herunterladen zur Verfügung.
Sie können auch neue Windows Vista-Komponenten wie beispielsweise Windows PowerShell™ einfügen. Diese Komponenten können im Microsoft Download Center (microsoft.com/downloads) heruntergeladen werden und sind ebenfalls als MSU-Dateien verpackt.
Im Grunde handelt es sich bei all diesen Elementen um Komponenten (bzw. „Pakete“). Sie sind daher über den Paketknoten verfügbar. Diese Komponenten können in Windows Vista entweder online (während der Ausführung des Betriebssystems) eingefügt werden oder offline (wenn es nicht ausgeführt wird). Im Fall von BDD 2007 werden sie immer offline eingefügt, nachdem das Windows Vista-Abbild erweitert und auf den Datenträger platziert wurde, jedoch vor dem ersten Start.
Es stellt sich nun eine weitere Herausforderung: Die MSU-Dateien müssen online mithilfe des WUSA.EXE-Updateinstallationsprogramms installiert werden, während Windows Vista ausgeführt wird. In unserem Beispiel sollen diese Updates jedoch offline installiert werden. Dazu benötigen Sie die CAB-Dateien, die die eigentlichen Komponenten enthalten. Diese MSU-Dateien sind selbst CAB-Dateien, die wiederum die eigentliche Komponenten-CAB-Datei enthalten. Sie können diese CAB-Dateien selbst aus den MSU-Dateien mithilfe eines Befehls wie diesem extrahieren:
EXTRACT.EXE file.msu -F:*.CAB C:\
Dadurch erhalten Sie die CAB-Datei, die Sie importieren müssen. Microsoft hat einen Patch für BDD 2007 veröffentlicht, der diese Extrahierung automatisch durchführt. Nach seiner Installation ist dieser manuelle Schritt nicht mehr erforderlich. Sie können BDD 2007 auf die MSU-Dateien verweisen, und der Rest erfolgt automatisch. Weitere Einzelheiten zu diesem Patch finden Sie unter support.microsoft.com/kb/937191.
Um diese Komponenten in Deployment Workbench aufzunehmen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Betriebssystempaketknoten und wählen „New“ (Neu), um den Assistenten zur Paketerstellung zu starten. Geben Sie den Pfad zu einem Ordner an, der die einzufügenden Pakete enthält.
Schließlich benötigen Sie ggf. noch Treiber für die Computerhardware, auf der Windows Vista ausgeführt werden soll. Suchen Sie die erforderlichen Treiber auf den Websites der Anbieter oder bei Microsoft Update, laden Sie sie herunter, und extrahieren Sie dann die Pakete. Der letzte Schritt kann etwas schwierig sein, aber im Endergebnis sollten Sie die rohen Treiberdateien erhalten: .inf, .sys, .dll und die verwandten Dateien, die für den Treiber selbst benötigt werden.
Nach Extrahieren der Treiberdateien führen Sie den Assistenten zur Treibererstellung aus. Klicken Sie hierfür mit der rechten Maustaste auf den Treiberknoten, und wählen Sie „New Deployment“ (Neue Bereitstellung) aus. Workbench analysiert die Verzeichnisstruktur und sucht nach allen .inf-Dateien, sodass Sie sich nicht um das Bereinigen der extrahierten Verzeichnisstrukturen kümmern müssen.
Während des Imports der Treiber erstellt Deployment Workbench einen Katalog aller Treiberdetails einschließlich der unterstützten Plattformen, Hersteller und Version und einer Liste der vom Treiber unterstützten Plug & Play-IDs.

Was geschieht mit diesen Treibern? Müssen sie in das zuvor importierte Bedienungssystemabbild eingefügt werden?
BDD 2007 nimmt keine Änderungen an dem importierten Betriebssystemabbild vor. Stattdessen werden die Treiber während des Bereitstellungsprozesses eingefügt. Der grundlegende Prozess läuft folgendermaßen ab:
  1. Sie führen auf dem Computer, der bereitgestellt wird, ein Dienstprogramm (Microsoft.BDD.PnpEnum.exe) aus, das alle auf dem Computer vorhandenen Plug & Play-IDs identifiziert.
  2. Jede gefundene Plug & Play-ID wird im Treiberkatalog gesucht. Für jede gefundene Entsprechung werden die Treiberdateien auf den Computer kopiert.
  3. Windows Vista-Setup wird angewiesen, die Treiber in das Betriebssystem einzufügen, nachdem das Abbild auf den Datenträger angewendet wurde, doch bevor Windows Vista zum ersten Mal startet. Diese Reihenfolge ist wichtig, da einige Treiber, wie beispielsweise Massenspeichertreiber, für das Starten des Betriebssystems erforderlich sein können.

Kann die Bereitstellung jetzt erfolgen?
Es müssen nur noch ein paar Schritte durchgeführt werden. Zuerst müssen Sie einen Build definieren, der ein Betriebssystem in der Distributionsfreigabe den gewünschten Einstellungen und der Aufgabenfolge zuordnet, die zur Durchführung der Betriebssysteminstallation und Konfiguration erforderlich sind.
Zum Erstellen dieses Build klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Knoten „Builds“ und wählen „New“ (Neu), um den entsprechenden Assistenten zu starten. Geben Sie eine Build-ID (einen einfachen Wert Ihrer Wahl ohne Leerzeichen oder Sonderzeichen) zusammen mit einem Buildnamen und einer Beschreibung an, die beide sichtbar sind, wenn die Betriebssystembereitstellung erfolgt (siehe Abbildung 3). Dann wählen Sie das Betriebssystem, das Sie installieren möchten, und geben einige zu verwendende grundlegende Einstellungen an.
Abbildung 3 Angeben der grundlegenden Buildinformationen (Klicken Sie zum Vergrößern auf das Bild)

Kann die Bereitstellung nun erfolgen?
Eins ist noch erforderlich: ein Bereitstellungspunkt. Dabei handelt es sich um eine Netzwerkfreigabe, die alle bisher gesammelten Dateien sowie alle Builddetails und die Windows PE-Abbilder enthält, die im Bereitstellungsprozess verwendet werden sollen. Das Erstellen eines Bereitstellungspunkts erfolgt genau wie die bisher erläuterten Schritte: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Bereitstellungspunktknoten, und wählen Sie „New“ (Neu) aus. Geben Sie an, ob Sie eine Testumgebungs- oder Einzelserverbereitstellung wünschen, (siehe Abbildung 4), und akzeptieren Sie die übrigen Standardvorgaben.
Abbildung 4 Auswahl der Bereitstellungspunktart (Klicken Sie zum Vergrößern auf das Bild)
Nach Beenden des Assistenten klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den neuen Bereitstellungspunkt im Listenbereich und wählen „Update“ (Aktualisieren), um die Freigabe und Windows PE-Abbilder zu generieren.
Erinnern Sie sich an die bereits hinzugefügten Treiber? Dieselben Treiber (zumindest die Netzwerk- und Massenspeichertreiber) werden auch von Windows PE benötigt. Beim Aktualisierungsprozess werden die Treiber automatisch in das Windows PE-Abbild eingefügt.

Kann die Bereitstellung jetzt erfolgen?
Ja! Zuerst geht es nun um eine Bereitstellung auf einem neuen Computer. Brennen Sie die LiteTouchPE_x86.iso-Datei aus dem distribution\boot-Ordner mithilfe Ihrer bevorzugten CD-Schreibsoftware auf CD-R, oder verwenden Sie das cdburn.exe-Tool, das Sie von der Microsoft-Website herunterladen können (go.microsoft.com/fwlink/?LinkID=77796). Starten Sie einen Computer von der CD aus. Damit wird Windows PE gestartet und der in Abbildung 5 dargestellte Begrüßungsassistent angezeigt.
Abbildung 5 Bereit zum Start einer Bereitstellung (Klicken Sie zum Vergrößern auf das Bild)
Wählen Sie „Run the Deployment Wizard“ (Bereitstellungsassistenten ausführen), und klicken Sie zum Starten auf „Next“ (Weiter). Nun können Sie den von Ihnen definierten Build, hinzugefügte Anwendungen und importierte Sprachpakete auswählen. Sie können auch einer Domäne beitreten, den Namen des Computers angeben und verschiedene andere Einstellungen konfigurieren. Sie können sogar angeben, dass Sie automatisch ein neues benutzerdefiniertes Abbild aufzeichnen möchten (dies geschieht mithilfe von Sysprep, Windows PE und ImageX zum Erstellen einer neuen Abbilddatei).
Abhängig von der Geschwindigkeit und Art Ihres Computers kann die Bereitstellung eine Weile dauern, aber es sind keine Benutzereingaben erforderlich. Nach Abschluss der Bereitstellung wird eine Zusammenfassung angezeigt, der Sie während des Prozesses protokollierte Warnungen oder Fehler entnehmen können. So können Sie schnell überprüfen, ob die Bereitstellung erfolgreich war. Eine gelbe oder rote Zusammenfassung bedeutet, dass Sie dem Prozess weitere Beachtung schenken müssen, während weiß anzeigt, dass alles in Ordnung war.
Im Folgenden wird erläutert, wie die Bereitstellung auf einem Computer erfolgt, auf dem bereits Windows XP ausgeführt wird. Von einer Eingabeaufforderung aus ordnen Sie der auf Ihrem BDD 2007-Server erstellten Distribution$-Freigabe ein Laufwerk zu und führen dann LiteTouch.vbs aus, um die Bereitstellung zu starten:
NET USE M: \\MyServer\Distribution$
cscript.exe M:\Scripts\LiteTouch.vbs
Damit wird derselbe Bereitstellungsassistent gestartet, den Sie zuvor gesehen haben, aber es gibt einige neue Auswahlmöglichkeiten (siehe Abbildung 6).
Abbildung 6 Wahlmöglichkeiten bei einem Computer, auf dem Windows XP ausgeführt wird (Klicken Sie zum Vergrößern auf das Bild)
Wenn Sie sich für die Aktualisierungsoption entscheiden, wird das vorhandene Betriebssystem entfernt (nachdem Sie optional die Benutzerdaten und Einstellungen mithilfe von User State Migration Tool aufgezeichnet haben (das Tool muss mithilfe des Komponentenknotens heruntergeladen werden, wie zuvor mit Windows AIK geschehen). Anschließend wird eine neue Installation von Windows Vista durchgeführt. Alternativ können Sie eine Aktualisierung durchführen, wobei Windows Vista-Setup das vorhandene Betriebssystem aktualisiert und die vorhanden Anwendungen, Daten und Einstellungen auf dem Computer beibehält. Die von Ihnen gewählte Option hängt von verschiedenen Faktoren ab, obwohl zumeist eine Aktualisierung durchgeführt wird, um mit einem sauberen, bekannten Zustand zu beginnen.

Ist das alles, was Sie wissen müssen?
Wie sieht es mit Windows XP aus?
Was geschieht, wenn Windows XP weiterhin bereitgestellt wird? Kein Problem – Sie können BDD 2007 auch zur Unterstützung bei diesem Prozess verwenden. Es werden dieselben Schritte durchgeführt. Verwenden Sie einfach Windows XP-Installationsdateien zum Erstellen des anfänglichen Build, zeichnen Sie ein neues WIM-Abbild für Windows XP auf (das Bereitstellen eines Windows XP-Abbilds ist viel schneller als eine unbeaufsichtigte Installation), und verwenden Sie diese WIM-Datei dann für die nachfolgenden Bereitstellungen.
Im Vergleich zu Windows Vista-Bereitstellungen gibt es bei Windows XP einige Punkte zu bedenken:
Windows XP-Massenspeichertreiber wie z. B. TEXTMODE-Ordner, unattend.txt-Einstellungen, und Sysprep.inf-Einstellungen müssen zusätzlich konfiguriert werden. Da Massenspeichertreiber nicht in vorhandene Windows XP-Abbilder eingefügt werden können, müssen Sie jedes Mal, wenn ein zusätzlicher Massenspeichertreiber hinzugefügt werden muss, ein neues Abbild aufzeichnen. Zudem sind Windows XP-Abbilder nicht HAL-unabhängig, sodass zwei oder drei separate Abbilder erforderlich sein können. Schließlich können Sprachpakete und Sicherheitsupdates nicht offline in Windows XP eingefügt werden. Sie müssen also installiert werden, wenn Windows XP betriebsbereit ist.
Wenn Sie BDD 2007 für Ihre Windows XP-Bereitstellung verwenden, sind Sie bestens für eine Installation von Windows Vista vorbereitet.

In diesem Artikel konnte nur ein Überblick über den Gesamtprozess gegeben werden. Wenn Sie den gesamten Prozess jedoch von Anfang bis Ende durchführen, sehen Sie, wie die neuen Tools zusammenarbeiten, ohne dass Sie jedes einzelne erlernen müssen. Jetzt können Sie sich näher mit den BDD 2007-Skripts und -Protokollen befassen, um zu sehen, was durchgeführt wurde. Sie können benutzerdefinierte Abbilder erstellen und sie zum Bereitstellen in BDD 2007 einfügen. Sie können DVD-Medien oder USB-Flashlaufwerke erstellen und Ihr Abbild darauf laden. Sie können SMS 2003 und das zugehörige Feature Pack für die Betriebssystembereitstellung in den Prozess integrieren.

Wo gibt es mehr Informationen?
Sehen Sie sich die Dokumente an, die zuvor übersprungen wurden. Es sind gut eintausend Seiten vorhanden, die gemäß der unterschiedlichen, bei einem Bereitstellungsprojekt beteiligten Teams gegliedert sind. Weitere Informationen sind auch auf der bereits erwähnten microsoft.com/desktopdeployment-Website erhältlich. Nutzen Sie die microsoft.public.deployment.desktop-Newsgroup, wo IT-Experten alle möglichen Fragen zur Windows-Bereitstellung stellen. Sehen Sie sich Drittanbieterwebsites wie deployvista.com und myitforum.com an, auf denen Sie umfassende Informationen zu BDD 2007 und zur Windows Vista-Bereitstellung finden. Eine weitere Ressource ist das neue Windows Vista Resource Kit-Buch (microsoft.com/mspress/books/9536.aspx), das bei Microsoft Press verfügbar ist. Lesen Sie meinen Blog unter blogs.technet.com/mniehaus. Dort finden Sie Erörterungen verschiedener Elemente von BDD 2007. Sprechen Sie Ihre lokalen Microsoft-Vertreter auf Seminare zu BDD 2007 und Windows Vista in Ihrer Region an. In der Randleiste „Bereitstellungsressourcen“ finden Sie zusätzliche Informationen.
Wenn Sie über Software Assurance für Microsoft Office System verfügen, sollten Sie die Desktop Deployment Planning Services (microsoft.com/licensing/sa/benefits/deployment.mspx) nutzen, damit Microsoft oder ein Microsoft-Partner ein paar Tage zusammen mit Ihnen einen Plan erstellen oder auch an einer Testumgebung mit Machbarkeitsnachweis an Ihrem Standort arbeiten kann.
Bereitstellungsressourcen


Michael Niehaus ist Systemdesignexperte im Solution Accelerators-Team bei Microsoft. Er ist zuständig für die Entwicklung von Best Practices, Tools und Skripts für Business Desktop Deployment. Sie können unter michael.niehaus@microsoft.com mit ihm Kontakt aufnehmen.
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