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Exchange Fragen und Antworten Setup, Nachrichtenjournale, Speicheroptionen und mehr
KC Lemson and Nino Bilic


F: Ich möchte wissen, ob ich beim Ausführen des Setups für Exchange Server 2007 die Voraussetzungsprüfung umgehen kann. Ich will nicht alle Probleme beheben, die mir in der Voraussetzungsprüfung angezeigt werden, ich will einfach nur das Setup ausführen!

A: Die kurze Antwort lautet: Nein. Probleme, die in der Voraussetzungsprüfung angezeigt werden und verhindern, dass das Setup fortgesetzt werden kann, müssen behoben werden, da ansonsten Ihr Exchange-Dienst über kurz oder lang nicht erwartungsgemäß funktioniert.
Einige Administratoren haben versucht, die Datei „ExBPA.PreReqs.xml“ (die Datei, die die Liste der Setupvoraussetzungen für Exchange 2007 enthält) zu bearbeiten und die Prüfungen zu entfernen, die die Blockierung des Setups verursachen. Das funktioniert aber nicht, weil die XML-Datei digital signiert ist und jede Änderung an ihrem Inhalt die Signatur ungültig macht.
Hierdurch soll verhindert werden, dass Sie ein Programm installieren, das anschließend nicht richtig funktioniert. Wir haben Exchange 2007 in verschiedenen Umgebungen getestet und dabei herausgefunden, dass einige Konfigurationen und Einstellungen besser als andere funktionieren, während andere echte Probleme darstellen können. Voraussetzungen sind dazu da, sicherzustellen, dass Ihr Setup basierend auf unseren Erfahrungen und Tests die bestmögliche Chance hat, zu gelingen.
Wenn Sie in Verbindung mit der Voraussetzungsprüfung auf ein echtes Problem stoßen und hierdurch das Setup in Ihrer Umgebung nicht ausgeführt werden kann, sollten Sie sich an den Exchange-Support wenden.

F: Wo finde ich das Setupprotokoll? Es ist nicht im Stammverzeichnis von Laufwerk C.

A: Alle Setupprotokolle werden jetzt im Verzeichnis „%SYSTEMDRIVE%\ExchangeSetupLogs“ gespeichert, also bei den meisten Installation in c:\ExchangeSetupLogs. Das Verzeichnis enthält mehrere Dateien, von denen zwei von primärem Interesse sind:
ExchangeSetup.log Dies ist das Protokoll, das Informationen zu Aufgaben und Parametern enthält, die beim Ausführen des Setups verwendet wurden. Wenn Serverrollen konfiguriert werden, werden die Informationen zu Aufgaben, die zur Konfiguration des Servers ausgeführt wurden, ebenfalls in diesem Protokoll hinterlegt. Diese Datei enthält außerdem die Mehrzahl der Informationen bezüglich Ihres Serversetups. Details zum Service Pack-Setup werden auch an diese Datei angehängt.
ExchangeSetup.msilog Diese Datei enthält Informationen zur Entpackungsphase des Setups. Wenn das Microsoft®-Installationsprogramm Dateien von einem temporären Verzeichnis an ihre Ziele kopiert, wird dies in dieser Datei protokolliert. Sollte also ein Problem auftreten, das möglicherweise dafür verantwortlich ist, dass Dateien während des Setups nicht kopiert werden, bzw. nicht auf Dateien zugegriffen werden kann, könnte dieses Protokoll hilfreich sein.

F: Ich weiß, dass die Voraussetzungsprüfung auf Exchange Server Best Practices Analyzer (BPA) basiert. Wo finde ich den Bericht zu den Voraussetzungen?
A: Der Bericht, den BPA während der Voraussetzungsprüfung erstellt, befindet sich im folgenden Ordner:
%SYSTEMDRIVE%\Exchangesetuplogs\PreReqs
Die Dateinamen haben ein Standardformat:
ExBPA.<dateandtime>.data.xml 
Wenn Sie herausfinden möchten, wonach eine bestimmte Voraussetzungsprüfung gesucht hat, suchen Sie die XML-Datei, in der sich die betreffende Fehlermeldung befindet. Direkt oberhalb der Meldung sehen Sie dann die getestete Regeldefinition.
F: Wie lese ich Setupprotokolle? Welche Optionen habe ich?
A: Setupprotokolle können generell auf zweierlei Weise gelesen werden. Führen Sie entweder von der Exchange-Verwaltungsshell aus Get-SetupLog aus oder öffnen Sie die Setupprotokolldatei im Editor oder in einem anderen Textbearbeitungsprogramm.
Hier ein Beispiel, wie Sie Warnungen oder Fehler mit Get-SetupLog aufrufen würden:
Get-SetupLog c:\exchangesetuplogs\exchangesetup.log –error
Wenn Sie die Informationen in ansprechender Form ansehen möchten, sollten Sie sich die Skripts „Out-HTML.ps1“ und „Out-IE.ps1“ besorgen, die im Exchange 2007 PowerShell Scriptacular-Demopack erhältlich sind. (Mehr dazu in unserem Blog unter msexchangeteam.com/archive/2006/12/27/431998.aspx.)
Kopieren Sie die Skripts in den Exchange-Skriptordner (standardmäßig unter c:\Programme\microsoft\exchange server\scripts), und führen Sie dann Folgendes aus:
Get-SetupLog –tree:$false –error:$false | Where { $_.status –eq "Error" } | select datetime, depth, description, status | Out-HTML | Out-IE
Hierdurch wird ein übersichtliches Browserfenster geöffnet, in dem die Fehler, die eventuell während des Setups aufgetreten sind, in HTML-Form zu sehen sind (siehe Abbildung 1).
Abbildung 1 Mit Out-HTML und Out-IE lassen sich Setupprotokolle leichter lesen (Klicken Sie zum Vergrößern auf das Bild)
Falls Sie die Datei „exchangesetup.log“ lieber im Editor aufrufen wollen, finden Sie hier ein paar Tipps:
  • Suchen Sie, um den Beginn des Setups zu finden, nach folgendem Eintrag: [0] Microsoft Exchange 2007 Setup wird gestartet.
  • Suchen Sie, um das Ende eines Setups zu finden, nach folgendem Eintrag: [0] Ende der Installation.
  • Größere Setupaufgaben sind getrennt durch: [0] **************.
  • Zur Suche nach dem Konto, unter dem Setup ausgeführt wurde, suchen Sie folgenden Eintrag: [0] Angemeldeter Benutzer.
  • Wenn Sie sehen wollen, welcher Domänencontroller während des Setups verwendet wurde, suchen Sie nach folgendem Eintrag: [0] Der Domänencontroller '[Name des Controllers]' wird für die Installation verwendet.
Generell sollten Sie beim Lesen von Setupprotokollen im Editor am Ende der Datei beginnen und dann zeitlich zurückgehen, um ein Problem zu finden. Fehler sind in der Regel die letzten Informationen, die im Setupprotokoll protokolliert werden.

F: Kann ich Exchange 2007 Unified Messaging mit meiner Nebenstellenanlage verwenden?

A: Wahrscheinlich ja. Sehen Sie unter microsoft.com/technet/prodtechnol/exchange/telephony-advisor.mspx in der Liste der unterstützten VoIP-Gateways und Nebenstellenanlagen nach. Wenn sich die Liste der unterstützten Produkte ändert, wird diese Seite entsprechend aktualisiert.
F: Ich habe einen Client, auf dem Small Business Server 2003 mit Exchange läuft. Die Unternehmensrichtlinie besagt, dass alle E-Mails überwacht werden müssen. Dazu möchte ich eine Kopie aller ein- und ausgehenden E-Mail an das Administratorkonto senden. Wie muss ich hierzu vorgehen?
A: Sie brauchen ein Nachrichtenjournal, das es Ihnen ermöglicht, eine Kopie sämtlicher E-Mails, die an oder von einer bestimmten Postfachdatenbank gesendet wurden, in einem separaten Journalpostfach aufzubewahren. Es gibt eine Vielzahl von Optionen, über die Sie vorgeben können, wie detailliert die Journalkopien sein sollen (sollen z. B. Bcc-Empfänger erfasst werden?) sowie ein zusätzliches Tool mit einigen erweiterten Features, das Sie von go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=93725 herunterladen können. Die Journalfunktion in Exchange 2003 wird auf Datenbankebene aktiviert, womit jeder Benutzer in der jeweiligen Datenbank im Journal erfasst wird. Nachdem Sie das Journalpostfach für E-Mails angelegt haben, rufen Sie die Eigenschaften des Postfachspeichers in Exchange-System-Manager auf, und aktivieren Sie das Feld zur Archivierung von E-Mails, die von Postfächern gesendet oder empfangen wurden, in diesem Speicher. Je nach Ihren Geschäftsrichtlinien empfiehlt es sich u. U., auch den Postfach-Manager zu aktivieren, um automatisch alte Journalkopien aus dem Journalpostfach zu entfernen.
Ein weiteres Feature von Exchange 2003, das der Journalfunktion ähnelt, ist Archive Sink. Im Gegensatz zur Journalfunktion, die Kopien der E-Mails in einem anderen Postfach in Exchange speichert, speichert das Archiv E-Mail in einem angegebenen Ordner auf der Festplatte des Servers. Wann empfiehlt sich das Journal und wann Archive Sink? Die Journalfunktion ist generell für Szenarios gedacht, in denen gesetzliche Bestimmungen eingehalten werden müssen. Die Archive Sink-Funktion kann dagegen nützlich sein, wenn Sie z. B. alle E-Mails erfassen wollen, die vom Internet eingehen oder an das Internet gesendet werden.
Exchange 2007 vereinfacht diese Szenarios in erheblichem Umfang, und Sie können E-Mails leicht in einem Journal pro Benutzer oder pro Verteilerliste erfassen. Wenn Benutzer nicht wissen sollen, dass ihre E-Mail in einem Journal erfasst wird, können Sie die jeweilige Verteilerliste aus der globalen Adressliste ausblenden (das ist nicht das Gleiche wie eine versteckte Mitgliedschaft einer Verteilerliste) oder ein benutzerdefiniertes Attribut für die Benutzer einrichten und dann eine abfragebasierte Verteilergruppe (die auch als dynamische Verteilerliste bezeichnet wird) einrichten, um alle Benutzer mit diesem benutzerdefinierten Attribut im Journal zu erfassen. Sollen sämtliche E-Mails in der ganzen Organisation in einem Journal erfasst werden, lassen Sie beim Erstellen der Journalregel das Empfängerfeld leer. Wenn Sie in Exchange 2007 eine andere Journalfunktion als die Journalfunktion pro Datenbank verwenden wollen, beachten Sie auch, dass Sie für diese Benutzer dann die Exchange Enterprise-Clientzugriffslizenz (Client Access License, CAL) benötigen. Weitere Informationen finden Sie unter microsoft.com/exchange/howtobuy/licensingFAQ.mspx. Wenn Sie weder CAL noch die anderen Features verwenden wollen, können Sie weiterhin die datenbankbasierte Journalfunktion von Exchange 2003 verwenden. Lesen Sie auch den Artikel von David Strome in der TechNet Magazin-Ausgabe vom Dezember 2006 mit dem Titel „Leistungsstarkes Journaling in Exchange 2007“ (technetmagazine.com/issues/2006/12/journaling).

F: Alle meine Benutzer arbeiten mit Microsoft Office 2003, und wir planen, frühestens 2008 nach einer Aufrüstung der Hardware auf Office 2007 umzusteigen. Ich habe bereits einiges zu diesem Thema gelesen und mache mir nun Sorgen, dass meine Benutzer hierdurch auf einige Features verzichten müssen. Werden sie Unified Messaging verwenden können?

A: Selbstverständlich. In Office 2003 können Benutzer, für die Unified Messaging aktiviert ist, Voicemailnachrichten und Faxe in ihren Postfächern empfangen und sich von jedem Telefonapparat aus in ihr Postfach einwählen. Was Ihnen ohne Outlook 2007 fehlt, ist die Möglichkeit, Voicemaileinstellungen über die Registerkarte „Optionen“ zu konfigurieren, sowie das spezielle benutzerdefinierte Formular, das bei einer Voicemailnachricht in Outlook erscheint und die Wiedergabe der Nachricht im Programm ermöglicht, ohne dass ein separater Media Player gestartet werden muss. Auch das Feature zum Schreiben von Audionotizen und Speichern solcher Notizen mit der Voicemailnachricht steht nicht zur Verfügung. Aber auch ohne Outlook 2007 können Benutzer, für die Unified Messaging aktiviert ist, mit OWA 2007 auf die Unified Messaging-Einstellungen zugreifen (auf der OWA-Optionsseite) und das benutzerdefinierte Formular für Voicemail in OWA verwenden.

F: Mein Unternehmen hat bereits ein Storage Area Network (SAN), und ich will Exchange 2007 darin einbinden. Ich habe aber viel über Direct Attached Storage (DAS) gehört und frage mich, ob ich mich dafür entscheiden sollte. Was meinen Sie?

A: Auf diese Frage gibt es keine richtige oder falsche Antwort. Es hängt wirklich von den Richtlinien und Szenarios Ihres Unternehmens ab (besonders dann, wenn Sie bereits ein SAN haben). Wenn Sie erwägen, ein neues SAN zu kaufen oder ein weiteres hinzuzufügen oder eine sonstige Aufrüstung in Betracht ziehen, empfehlen wir sehr, DAS in Erwägung zu ziehen. Im Folgenden finden Sie einige Informationen, die Sie bei Ihrer Entscheidung berücksichtigen sollten: Stand Juni 2007: Microsoft IT hat 17 Exchange 2007-Postfachserver für 40.000 Postfächer bereitgestellt (mit Kontingenten von 500 MB bis 10 GB), die alle fortlaufende Clusterreplikation mit DAS verwenden. Bis September planen wir, 35 Exchange 2007-Postfachserver mit 152.500 Postfächern (alle auf DAS) einzurichten. Wenn Sie sich fragen, ob DAS für Unternehmen geeignet und realisierbar ist, dann lautet die Antwort ganz klar JA. DAS ist für Microsoft IT eine Schlüsselkomponente gewesen, um Benutzerkontingente zu erhöhen und gleichzeitig Gesamtspeicherkosten zu verringern. Weitere Informationen zu dieser Topologie und Bereitstellung und den hiermit verbundenen Einsparungen finden Sie unter microsoft.com/technet/itshowcase/content/64bitexchange2007.mspx.
Es mag zunächst vielleicht so aussehen, als würden sich Kosten für Speicher drastisch reduzieren lassen, wenn Sie alle Ihre Server in ein SAN einbinden. Dieser Schritt jedoch nicht völlig risikofrei. Ein Problem, das beispielsweise häufig auftritt, ist mit den verschiedenen Nutzungsszenarios für die Software verbunden, die im SAN eingebunden ist. Wenn Sie z. B. eine Personalsoftware auf dem SAN haben, die jeden Nachmittag um 17 Uhr einen Batchprozess ausführt, könnte sich diese E/A-Spitze sehr negativ auf Ihre Exchange-Benutzer auswirken. Das Fehlen einer deterministischen E/A ist ein häufig auftretendes Problem bei gemeinsam genutzten SAN-Bereitstellungen.
DAS bietet den Vorteil einer einfacheren Verwaltung, weil es keine spezifischen Speicheradministratoren oder Spezialgeräte erfordert. Es ist inkrementell und kann daher nach dem Erwerb problemlos erweitert werden. Und es ist in der Regel so preisgünstig, dass Sie es als Zweitlösung auf Lager halten können, ohne hiermit Ihr Budget zu sprengen.

F: Ich habe meinen ersten Exchange 2007-Server installiert. Wenn ich jetzt versuche, über Outlook 2003 eine Verbindung zum Server herzustellen, bekomme ich die Fehlermeldung, dass der Administrator meine Outlook-Version blockiert hat. („Ihr Microsoft Exchange-Administrator hat die Outlook-Version, die Sie verwenden, blockiert. Wenden Sie sich an den Administrator, um weitere Informationen zu erhalten.“) Ich bin aber der Administrator und habe das Programm nie blockiert. Was ist los?

A: Dieses Verhalten ist nicht unerwartet. Wenn Exchange 2007 installiert wird, fragt der Setup-Assistent, ob Sie in Ihrer Organisation Outlook 2003-Clients (oder frühere Versionen von Outlook-Clients) oder Entourage-Clients ausführen (siehe Abbildung 2). Falls Sie diese Frage verneint haben, tritt dieses Problem u. U. bei Ihnen auf.
Abbildung 2 Frage im Setup-Assistenten für Exchange 2007 zu Legacyclients (Klicken Sie zum Vergrößern auf das Bild)
Um dieses Problem nachträglich zu beheben (nachdem das Setup abgeschlossen wurde), können Sie einfach über die Exchange-Verwaltungskonsole oder die Exchange-Verwaltungsshell einen öffentlichen Ordnerspeicher erstellen und den Informationsspeicherdienst neu starten. Der Informationsspeicherdienst muss in diesem Fall neu gestartet werden. Legacyclients (Outlook 2003 und frühere Versionen) können erst eine Verbindung zum Server herstellen, nachdem der Dienst neu gestartet wurde.
Wenn Sie die unbeaufsichtigte Installation von Exchange 2007 ausführen, können Sie außerdem über den Schalter /EnableLegacyOutlook angeben, wie Sie die Frage zu Legacyclients beantworten wollen.

F: Wieso ist es für Exchange 2007 interessant, wenn ich mit älteren Versionen von Outlook eine Verbindung zum Server herstelle? Wieso lässt sich dieses Problem durch das Erstellen des öffentlichen Ordnerspeichers und den Neustart des Informationsspeicherdiensts beheben?

A: Die Antworten zu diesen Fragen sind im Vorhandensein des öffentlichen Ordnerspeichers begründet. Vielleicht erinnern Sie sich daran, dass der öffentliche Ordnerspeicher in früheren Versionen von Exchange verwendet wird, um z. B. die Frei-/Gebucht-Daten der Benutzer zu speichern. Wenn ein Benutzer mit einer älteren Version von Outlook über MAPI oder RPC über HTTP mit seinem Exchange-Server verbunden ist und etwas in seinem Kalender veröffentlicht, werden die Informationen zu seinem Frei-/Gebucht-Status ebenfalls in einem speziellen öffentlichen Ordner „Schedule+“ veröffentlicht. Wenn Benutzer Frei-/Gebucht-Daten auf dem Server veröffentlicht haben, kann dies in älteren Outlook-Clients nur anhand des Frei-/Gebucht-Status im speziellen öffentlichen Ordner erkannt werden.
In Exchange 2007 ist das bekannt. Wenn es also keinen öffentlichen Ordnerspeicher gibt, blockiert Exchange 2007 frühere Clientversionen. Würde Exchange 2007 die Verbindung von Legacyclients zulassen, würden am Client häufig Fehler auftreten, da Outlook keine Verbindung zum öffentlichen Ordnerspeicher herstellen kann, um Frei-/Gebucht-Daten zu veröffentlichen. Zudem wäre die Clientfunktionalität eingeschränkt, da Frei-/Gebucht-Anfragen eines Benutzers (z. B. beim Versuch, eine Besprechung mit einer anderen Person zu planen) einfach nicht funktionieren würden. Das Problem wird durch das Erstellen des öffentlichen Ordnerspeichers gelöst, weil der Exchange 2007-Server dann weiß, dass Legacyclients die Frei-/Gebucht-Veröffentlichungsfunktion nutzen können, und die Postfachanmeldung wird zugelassen.
Aus diesen Ausführungen könnten Sie den folgenden Schluss ziehen: Outlook 2007-Clients benötigen für die Veröffentlichung ihrer Frei-/Gebucht-Informationen keinen öffentlichen Ordnerspeicher. Das stimmt zwar, hat aber einen kleinen Haken.
Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, sei hier nur gesagt, dass bei Vorhandensein eines öffentlichen Ordnerspeichers auf einem Exchange 2007-Speicher auch ein Outlook 2007-Client Frei-/Gebucht-Daten von Benutzern in diesem Speicher veröffentlichen wird. Der Grund hierfür: Andere Clients, von denen einige wahrscheinlich Outlook-Legacyclients sind, können damit die Frei-/Gebucht-Informationen von Outlook 2007-Benutzern abfragen. Wären diese Informationen nicht im öffentlichen Ordnerspeicher, könnten Legacyclients sie nicht abrufen. Gibt es keinen öffentlichen Ordnerspeicher, dann versuchen Outlook 2007-Clients auch nicht, Frei-/Gebucht-Daten zu veröffentlichen. Gibt es keine öffentlichen Speicher, und läuft auf allen Clients Outlook 2007, wird ein anderer Mechanismus zum Abfragen von Frei-/Gebucht-Informationen verwendet. Dieser besteht darin, die Kalenderdaten direkt aus den Postfächern der Benutzer herauszulesen, ohne diese Informationen an eine andere Stelle zu kopieren. Mehr zu diesem Thema können Sie den Informationen zum Verfügbarkeitsdienst in der Hilfedatei Ihres Servers und in der Onlinedokumentation zu Exchange unter go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=69434 erfahren.

F: Ich habe gerade den Knowledge Base-Artikel 288894 über das Blockieren von MAPI-Clients über einen Registrierungsschlüssel gelesen (siehe support.microsoft.com/kb/288894). Ich habe die Registrierung meines Servers überprüft, aber dieser Schlüssel war nicht gesetzt. Wie blockiert der Speicher diese Legacyclientversion?

A: Eine sehr gute Frage! Der Informationsspeicher von Exchange 2007 verwendet nicht den in diesem Knowledge Base-Artikel erwähnten Registrierungswert „Disable MAPI Clients“, der Legacyclients blockiert. Der Grund hierfür ist, dass möglicherweise kein öffentlicher Ordnerspeicher existiert und deshalb diese Clients auch nicht durch eine Änderung des Registrierungsschlüssels zugelassen werden können.
Die Blockierung von Clients, die älter als Outlook 2007 sind, ist einfach im Informationsspeicher von Exchange 2007 hartcodiert. Beim Starten des Dienstes prüft der Speicher, ob es einen öffentlichen Ordnerspeicher gibt, und entscheidet dann, ob nur Outlook 2007-Clients oder auch ältere Clients eine Verbindung zu ihren Postfächern herstellen dürfen. Diese Überprüfung erfolgt nur beim Starten des Diensts. Aus diesem Grund müssen Sie, nachdem Sie den öffentlichen Ordnerspeicher erstellt haben, den Informationsspeicherdienst neu starten, da die Änderung nur so wirksam wird.

KC Lemson ist User Experience Manager für Exchange Server. Sie schreibt momentan an einer renommierten amerikanischen Privatuniversität an ihrer Doktorarbeit.
Nino Bilic ist Supportability Program Manager für Exchange Server. Er zieht derzeit in Erwägung, professioneller Rennfahrer bei Forza Motorsport 2 zu werden.
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