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Die Desktopdateien Die Windows-Bereitstellungsdienste
Wes Miller


Im vorigen Monat habe ich die Geschichte der auf Pre-boot eXecution Environment (PXE) basierenden Bereitstellungstools von Microsoft behandelt. In diesem Monat werde ich mich mit den Windows-Bereitstellungsdiensten (Windows Deployment Services, WDS) befassen und dabei insbesondere auf die Versionen für Windows Server 2003 und die aktualisierte Version eingehen, die mit Windows Server geliefert wird.
2008. Danach zeige ich Ihnen, wie Sie mit WDS arbeiten können.
WDS lässt sich am besten als eine überarbeitete Version der Remoteinstallationsdienste (Remote Installation Services, RIS) beschreiben. Obwohl einige der Hauptkomponenten dieser beiden Anwendungen identisch sind und die WDS-Version für Windows Server® 2003 sogar einen Legacymodus besitzt, dessen Funktionalität mit der Funktionalität von RIS identisch ist, ist die Infrastruktur von WDS bei der Ausführung im einheitlichem Modus und bei 50 Prozent des gemischten Modus ganz neu.

WDS in Windows Server 2003
Als Windows Vista® veröffentlicht wurde, wurde gleichzeitig WDS angeboten. Dieser Schritt war notwendig, da die Installation von Windows Vista mit der WIM-Architektur (Windows® Imaging Format) von Grund auf neu entworfen wurde, wodurch RIS nicht mehr in der Lage war, Windows Vista (und schließlich auch Windows Server 2008) bereitzustellen. Danach wurde WDS als ein Out-of-Band-Download für Kunden bereitgestellt, die Windows Server 2003 SP1 verwenden. Ab SP2 wurde RIS vollständig durch WDS ersetzt.
Denken Sie daran, dass WDS in Windows Server 2003 eine vollständige Abwärtskompatibilität besitzt und Sie daher nicht zum einheitlichen Modus wechseln müssen, wenn Sie auf Ihren Windows Server 2003 SP2-Systemen WDS installieren. Sie können im Legacymodus (Ausführung als RIS-Server) oder im gemischtem Modus bleiben und entweder WDS oder RIS initiieren.
Zusätzlich zu der Fähigkeit, Windows Vista und Windows Server 2008 bereitzustellen, bietet WDS bei der Ausführung im einheitlichen Modus oder in der einheitlichen Hälfte des gemischten Modus mehrere zusätzliche Features. Statt das Installationsmodul im Windows-Kernelmodus sowie den herkömmlichen Installationskern zu benutzen, den ich im vorigen Monat behandelt habe (technet.microsoft.com/magazine/cc645015), verwendet WDS Windows PE als Bootstrap-Vorinstallationsumgebung und stellt auf WIM basierende Abbilder bereit, statt auf RISetup oder RIPrep basierende Installationen zu verwenden. Dies macht die Bereitstellung schneller, einfacher und zuverlässiger.
Darüber hinaus entfallen viele der Einschränkungen, die ich im vorigen Monat erwähnt habe, wie zum Beispiel die Notwendigkeit, Zeichen zu verwenden, die auf ANSI (American National Standards Institute) beruhen. Dies liegt daran, dass Windows PE in der Lage ist, dieselben Zeichensätze wie eine volle Installation von Windows anzuzeigen.
Zusätzlich hat WDS einige Tools bekommen, die in RIS leider gefehlt haben, wie zum Beispiel ein MMC-Snap-In (Microsoft® Management Console), das bei der Verwaltung hilft, sowie ein riesiges umfassendes Befehlszeilenkonfigurationstool, das Konfigurationsfunktionen ermöglicht, die weit über die Funktionen von RIS hinausgehen.
Da sowohl der Legacymodus als auch der gemischte Modus das Bereitstellen von Windows-Abbildern ermöglichen, die auf RISetup und RIPrep basieren, sollten Sie eines nicht vergessen: Historisch betrachtet hat RIS eine Komponente namens „SIS“ (Single Instance Storage) verwendet, um die Abbildspeicherung auf Datenträgern zu optimieren. SIS, das später in den Lieferumfang von Windows Storage Server 2003 aufgenommen wurde, nutzte einen Dienst namens „Groveler“, der auf RIS- und WDS-Servern im Hintergrund ausgeführt wird und nach identischen Dateien sucht. Wenn Größe und Hash von Dateien übereinstimmen, speichert SIS eine Kopie in seinem eigenen Ordner „SIS Common Store“ und erstellt danach einen Hardlink zu jeder der ursprünglichen Versionen, die SIS gefunden hat.
SIS wurde dafür entworfen, sich nur geringfügig auf die Prozessornutzung auszuwirken und zugleich beträchtliche Speichereinsparungen zu ermöglichen. Dies war ein hervorragendes Konzept, das zuerst von RIS und danach in der gesamten Windows Server-Plattform übernommen wurde. SIS wird aber nicht mehr verwendet, weil die Zukunft jetzt WDS gehört.
Da WDS unter Windows Server 2008 immer und unter Windows Server 2003 im einheitlichem Modus für die Installation WIM-Abbilder verwendet, besitzt es eine eigene Komprimierung und vor allem ein eigenes Einzelinstanz-Dateispeichermodell und verwendet SIS überhaupt nicht. Der Abbildspeicher ersetzt das von RIS verwendete Speichermodell durch ein neues WIM-basiertes Design für WDS. Zusätzliche Informationen zu SIS sind unter go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=120302 verfügbar.

WDS in Windows Server 2008
In Windows Server 2008 ist WDS sowohl zu einer Obermenge als auch zu einer Teilmenge der Funktionalität in Windows Server 2003 geworden. WDS kann jetzt durch Transport Server, einen neuen TFTP-Server (Trivial File Transfer-Protokoll) mit höherer Leistung, Unterstützung von EFI-basierten x64-Systemen (Extensible Firmware Interface) sowie eine verbesserte Berichterstellung zu Installationsmetriken Abbilder über Multicast im eigenständigen Modus bereitstellen. Darauf werde ich im Artikel des nächsten Monats eingehen.
Sie sollten beachten, dass es in Windows Server 2003 ein spezielles WDS-Feature gibt, das in Windows Server 2008 abgeschafft wurde: die Unterstützung von Legacyinstallationen. Es ist nicht mehr möglich, zum Starten einer Installation RISetup/RIPrep-Abbilder bereitzustellen oder den Legacy-RIS-Operating System Chooser zu verwenden.

Treffen einer Entscheidung
Eine recht häufige Frage, die mir seit der Veröffentlichung von Windows Server 2008 immer wieder gestellt wird, lautet „Welche Version von WDS sollte ich verwenden?“. Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, ob Sie Windows-Versionen bereitstellen, die Windows Vista vorausgegangen sind, und ob Sie dann, wenn dies der Fall ist, dazu bereit sind, den Übergang von RISetup- und/oder RIPrep-basierten Abbildern zu wagen, um explizit eine auf WIM basierende Installation zu verwenden.
WDS ist selbst unter Windows Server 2008 in der Lage, ältere Windows-Versionen bis hin zu Windows 2000 bereitzustellen, falls dies in einem WIM-Abbild enthalten ist, und kann dies mithilfe von Multicast durchführen. Wenn Sie also jetzt von RIS auf WDS umsteigen und vorhaben, in Ihrer Infrastruktur Windows Server 2008 zu verwenden, und auch dazu bereit sind, von RIS-basierten zu WDS-basierten Abbildern zu wechseln, ist eine Migration zu WDS in Windows Server 2008 für Sie möglicherweise sehr sinnvoll.
Sie könnten auch auf Ihrem Windows Server 2003-System selbst von RIS zu WDS wechseln, was im Grunde auch geschieht, sobald Sie SP2 installieren, und dadurch auf WDS-basierte Abbilder umsteigen. Dann könnten Sie einfach auf Windows Server 2008-WDS aktualisieren und sofort loslegen.
Dies ist jedoch nicht das Modell, das ich Ihnen empfehlen würde. Wie bei vielen Windows Server-Versionen vor 2008 wird von Microsoft empfohlen, von einer Windows Server-Version zu einer anderen Windows Server-Version zu migrieren, statt eine Aktualisierung durchzuführen.
Hinzu kommt, wie ich bereits zuvor erwähnt habe, dass es wesentlich sinnvoller ist, für Ihre Infrastruktur x64-Versionen von Windows Server 2008 in Betracht zu ziehen, als dies bei x64-Versionen von Windows Server 2003 der Fall wäre. Wenn Sie diesen Übergang wagen, ist die Durchführung einer Server-zu-Server-Migration von WDS unter Windows Server 2003 zu Windows Server 2008 relativ einfach und viel zuverlässiger als eine Aktualisierung.

Überlegungen
Hier folgen einige Punkte, die Sie berücksichtigen sollten, wenn Sie an Ihrer WDS-Bereitstellung arbeiten. Beachten Sie, dass dies keine neuen Anforderungen für WDS sind, denn bei RIS mussten dieselben Überlegungen angestellt werden. Sie sollten sie aber unabhängig davon in Betracht ziehen, ob Sie einen einzigen WDS-Server oder eine ganze Infrastruktur erstellen:
Berechtigungen Sie müssen zwei wichtige Punkte beachten, wenn Sie einen WDS-Server verwalten. Sie müssen einen WDS-Server genauso in Active Directory® autorisieren, wie dies bei RIS notwendig war. Um dies zu tun, müssen Sie entweder ein Domänenadministrator in der Stammdomäne der Gesamtstruktur oder ein Unternehmensadministrator sein oder die entsprechenden Berechtigungen besitzen. Sie müssen auch ein Domänenadministrator sein, um Ihren WDS-Server verwalten zu können, und müssen natürlich auch ein Administrator für den WDS-Server selbst sein.
Virtualisierung Beim Ausführen in einer unter Microsoft Virtual PC oder Virtual Server virtualisierten Instanz von Windows Server 2003 oder Windows Server 2008 kann bei der Kommunikation mit einem Client-PC in derselben Installation von Virtual PC oder Virtual Server eine Racebedingung auftreten, die beim PXE-Start beginnt und dazu führt, dass der Client extrem langsam arbeitet oder eventuell sogar blockiert. Es wird empfohlen, entweder Clients oder Server zu virtualisieren, aber nicht beides, vor allem nicht auf dem gleichen Hostsystem. Ich persönlich würde davon abraten, einen WDS-Server für die Produktion zu virtualisieren, und zwar in erster Linie aufgrund des nächsten Punkts, der berücksichtigt werden sollte.
Andere Dienste Genau wie RIS arbeitet WDS nicht immer reibungslos mit anderen Produktionsdiensten zusammen. Bei RIS und WDS treten vor allem dann Probleme auf, wenn sie auf einem Produktionssystem ausgeführt werden, auf dem auch Microsoft Exchange Server, Systems Management Server (SMS) und System Center Configuration Manager (SCCM) ausgeführt werden.
Generell empfehle ich, dass WDS die einzige Rolle auf Ihrem Server sein sollte, wenn Sie ihn für mehr als nur eine Handvoll Clients für die Produktion verwenden. Dies gilt nicht nur für WDS – Sie sollten grundsätzlich immer gut überlegen, bevor Sie Rollen von Windows Server-Produkten mischen, und sie vor der Bereitstellung gründlich testen.
Langsame Verbindungen oder Verbindungen mit hoher Latenz Genau wie RIS ist WDS nicht dafür vorgesehen, über eine Verbindung mit niedriger Bandbreite oder mit einer hohen Latenz wie z. B. eine Satellitenverbindung verwendet zu werden. Dies könnte Probleme mit dem PXE-Handshake verursachen und das Herunterladen von Abbildern zu einer wahren Tortur machen, falls es überhaupt möglich ist.

Erste Schritte mit WDS
Zuerst müssen Sie entscheiden, ob Sie WDS unter Windows Server 2003 oder Windows Server 2008 verwenden werden. Wenn Sie Windows Server 2003 verwenden, empfehle ich Ihnen, mit SP2 zu beginnen, da WDS (als Ersatzprodukt zu RIS) als optionale Komponente in SP2 enthalten ist, statt SP1 und den vorher verfügbaren optionalen Download von WDS, der im Windows Automated Installation Kit (WAIK) enthalten war, zu verwenden.
Bei jeder Version von Windows Server sollten Sie Ihr Serversystem ausbauen. Sie sollten eine qualitativ hochwertige Netzwerkschnittstellenkarte (Network Interface Card, NIC) verwenden, die mindestens 100 MBit/s verarbeiten kann. Verwenden Sie kein NIC-Teaming, da die PXE-Infrastruktur von WDS damit Probleme haben könnte. Beachten Sie, dass Sie bei Verwendung von Windows Server 2008 WDS entweder auf Server Core oder in der vollen Installation von Windows Server 2008 installieren können.
WDS wird – genau wie vorher RIS – in Windows Server 2003 als optionale Komponente installiert. Sie können WDS während der Installation des Betriebssystems installieren oder es später durch Ausführen von „Software“ | „Windows-Komponenten hinzufügen/entfernen“ (oder das Ausführen von „sysocmgr.exe“ in der Befehlszeile) installieren. WDS wird in Windows Server 2008 als Rolle installiert und kann über den Erstkonfigurationsassistenten (klicken Sie auf „Rollen hinzufügen“ | „Weiter“ | „Windows-Bereitstellungsdienste“), über den Server-Manager (mit denselben Schritten wie im Erstkonfigurationsassistenten) oder durch Ausführen von „ServerManagerCmd –install WDS“ in der Befehlszeile installiert werden.
Nachdem Sie WDS installiert haben, müssen Sie es konfigurieren. Wechseln Sie im Startmenü von Windows zu „Verwaltung“, und wählen Sie „Windows-Bereitstellungsdienste“ aus. Wenn MMC gestartet wird, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Ihren Server, und wählen Sie im Menü den Befehl „Server konfigurieren“ aus, um den Konfigurationsassistenten zu starten.
Wenn Sie unter Windows Server 2003 installieren und einen vorhandenen RIS-Server aktualisieren, sollten Sie das vorhandene RemoteInstall-Verzeichnis angeben, damit die Legacyinstallation auf den gemischten Modus aktualisiert werden kann. In dieser Situation sollten Sie sicherstellen, dass sich das RemoteInstall-Verzeichnis nicht in der Systempartition befindet, da dies die Leistung beeinträchtigen könnte.
Abbildung 1 zeigt die WDS-Konsole unter Windows Server 2008, bevor der Konfigurationsassistent abgeschlossen wurde. Abbildung 2 zeigt den Begrüßungsbildschirm des WDS-Konfigurationsassistenten unter Windows Server 2008. Abbildung 3 zeigt den PXE-Konfigurationsschritt des WDS-Konfigurationsassistenten. In diesem Schritt können Sie angeben, ob der Server beliebigen Clients antworten soll (dies ist für die anfängliche Erweiterung recht nützlich), ob er nur bekannten Clientcomputern antworten soll (Computern, die bereits in einer früheren Phase in Active Directory angemeldet wurden) oder ob er allen Clients antworten soll (und optional alle unbekannten Clients halten soll, damit ein Administrator die weitere Vorgehensweise wählen kann).
Abbildung 1 WDS wurde installiert, aber noch nicht konfiguriert
Abbildung 2 Der WDS-Konfigurationsassistent
Abbildung 3 Wählen einer Antwortrichtlinie für den PXE-Server
Abbildung 4 zeigt einen vollständig konfigurierten WDS-Server unter Windows Server 2008 (bisher ohne installierte Abbilder) mit geöffneter Seite „Eigenschaften“. Wenn Sie einen Server verwenden, der bereits ein DHCP-Server (Dynamic Host Configuration Protocol) ist, achten Sie darauf, „DHCP Option 60“ auf „PXEClient“ zu setzen und „WDS“ so einzustellen, dass Port 67 nicht abgehört wird. Dadurch ermöglichen Sie Ihrem WDS-Server, während des PXE-Ermittlungsprozesses einen Schritt auszulassen (worauf ich im Artikel des vorigen Monats eingegangen bin).
Abbildung 4 Ein vollständig konfigurierter WDS-Server unter Windows Server 2008
Sobald der Assistent abgeschlossen wurde, können Sie neue Abbilder hinzufügen. Einem WDS-Server, der im gemischten oder im einheitlichen Modus ausgeführt wird, können zwei Arten von Abbildern hinzugefügt werden:
  • Startabbilder: Dies sind Abbilder, die Windows PE 2.x enthalten und normalerweise von der Installations-DVD von Windows Server 2008 oder Windows Vista SP1 kopiert werden. Beachten Sie, dass Sie für Ihre Startabbilder die Datei „\Sources\Boot.wim“ von Windows Server 2008 verwenden sollten (auch wenn Sie Windows Vista oder ein Legacybetriebssystem bereitstellen), falls Sie Multicast verwenden. Startabbilder bestehen normalerweise aus Windows PE, Windows Setup.exe und anderen Abhängigkeiten.
  • Installationsabbilder: Diese Abbilder bestehen aus Windows-Betriebssystemabbildern, wobei es sich normalerweise um die Datei „\Sources\Install.wim“ von Windows Vista oder Windows Server 2008 handelt.
Die Schritte zum Hinzufügen eines Standardstartabbilds oder eines Standardinstallationsabbilds sind fast identisch. Sie starten beide Prozesse, indem Sie mit der rechten Maustaste auf den Abbildtyp klicken und wählen, ein Abbild dieses Typs hinzuzufügen.
Bei einem Installationsabbild müssen Sie einen Namen für die Abbildgruppe angeben (vorausgesetzt, dass ein Standard-WIM auf der Windows-DVD mehr als einen einzigen Betriebssystemtyp enthält). Wechseln Sie danach zur entsprechenden Datei „boot.wim“ oder „install.wim“, die Sie hinzufügen möchten, und klicken Sie auf „Öffnen“. Bei Installationsabbildern können Sie anschließend alle Volumeabbilder (Betriebssystemabbilder), die Sie nicht dem WDS-Server hinzufügen möchten, aus der Auswahl entfernen. Zum Schluss können Sie mit diesen Standardabbildern auf Clients eine PXE-Installation durchführen.

Aufzeichnungsabbilder
Um benutzerdefinierte Betriebssystemabbilder zu erstellen, müssen Sie ein Aufzeichnungsabbild erstellen. Ein Aufzeichnungsabbild ist ein Windows PE-Abbild, das dazu dient, Ihnen zu ermöglichen, ein Windows-System als WIM-Abbild zu erfassen. Das einfachste Verfahren, dies zu tun, besteht darin, ein zuvor installiertes Abbild namens „boot.wim“ zu verwenden.
Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das gewünschte Abbild und danach auf „Aufzeichnungsstartabbild erstellen“. Geben Sie den Namen und die Beschreibung für Ihr Abbild sowie den Speicherort ein, um für den Fall, dass beim Bereitstellen des Aufzeichnungsabbilds Netzwerkverbindungsprobleme auftreten sollten, eine lokale Kopie der WIM-Datei zu speichern. Führen Sie danach den Assistenten bis zum Ende durch, und klicken Sie auf „Fertig stellen“.
Klicken Sie anschließend mit der rechten Maustaste auf den Ordner „Boot Image“ in der WDS MMC, und klicken Sie auf „Startabbild hinzufügen“. Befolgen Sie wie zuvor die Anweisungen des Assistenten. Sobald Sie damit fertig sind, sind Sie bereit, ein Windows-Installationsabbild aufzuzeichnen.

Grundlagen des Aufzeichnens
Bevor Sie ein Betriebssystemabbild aufzeichnen, müssen Sie natürlich Windows installieren und sicherstellen, dass es alle gewünschten Anwendungen, Anpassungen und Aktualisierungen enthält. Danach müssen Sie auf Ihrem System „Sysprep“ ausführen, denn Sie können Windows-Installationsabbilder nur von Systemen aufzeichnen, die mit „Sysprep“ vorbereitet wurden. Sie müssen einen gültigen lokalen Speicherort angeben, um das neue Abbild zur Vermeidung einer potenziellen Beschädigung zu speichern, und die Dateierweiterung „.wim“ festlegen.
Sobald Sie Ihr System konfiguriert und die richtige Version der Datei „sysprep.exe“ in das System kopiert haben, müssen Sie die folgenden Schritte ausführen:
  1. Wechseln Sie an der Eingabeaufforderung auf dem Referenzcomputer in das Verzeichnis, in dem sich die Datei „sysprep.exe“ befindet.
  2. Starten Sie „Sysprep“ (Sie können es auch starten, indem Sie auf die Datei „sysprep.exe“ doppelklicken und manuell Optionen festlegen). Führen Sie auf Computern, auf denen Windows Vista oder Windows Server 2008 ausgeführt wird, den Befehl „sysprep /oobe /generalize /reboot“ aus. Führen Sie auf Computern, auf denen frühere Versionen von Windows ausgeführt werden, den Befehl „sysprep -mini –reseal –reboot“ aus.
  3. Wenn der Computer neu gestartet wird, starten Sie ihn mit PXE (dieser Prozess kann in Abhängigkeit von Ihrem Clientsystem variieren).
  4. Wählen Sie im Bootmenü Ihr WDS-Aufzeichnungsabbild aus, und klicken Sie auf „Weiter“.
  5. Wählen Sie das Laufwerk sowie den Namen und die Beschreibung für das Abbild aus.
  6. Wie bereits erwähnt, werden nur Systeme angezeigt, die mit „Sysprep“ vorbereitet wurden. Dies wurde mit Absicht so eingerichtet und lässt sich nicht umgehen.
  7. Klicken Sie auf „Durchsuchen“, und wechseln Sie zum lokalen Ordner, in dem das aufgezeichnete Installationsabbild gespeichert werden soll. Als Speicherort können Sie auch ein zugeordnetes Netzwerklaufwerk auswählen.
  8. Wählen Sie „Abbild auf WDS-Server hochladen“ aus.
  9. Geben Sie den Namen des WDS-Servers ein, und klicken Sie danach auf „Verbinden“.
10. Wählen Sie in der Liste „Abbildgruppe“ die Abbildgruppe aus, in der Sie das Abbild speichern möchten, und klicken Sie danach auf „Fertig stellen“.
Dieses Abbild ist jetzt bereit, von Ihrem WDS-Server bereitgestellt zu werden. RIS-Veteranen unter Ihnen wird wahrscheinlich aufgefallen sein, dass ich dieses Windows-Abbild nicht online aufgezeichnet habe. WDS erfordert, dass das System, das aufgezeichnet wird, offline ist.
RIPrep in RIS konnte ein Onlinesystem aufzeichnen (genauer gesagt, setzte es dies sogar voraus). Dieser Prozess war extrem empfindlich. Ich glaube, dass Sie den Aufzeichnungsprozess für WDS relativ einfach und auf jeden Fall wesentlich stabiler finden werden.

Migration von Abbildern
Wenn Sie RIS über einen längeren Zeitraum hinweg verwendet haben, haben Sie sicher einige Abbilder herumliegen. Für die Abbilder, die auf RISetup basieren (Skriptinstallation), ist hier der Weg zu Ende. RIPrep-Abbilder dagegen können Sie zu auf WDS-WIM basierenden Abbildern migrieren. Tatsächlich ermöglicht WDS sogar die Migration der Abbilder über WDSUtil (dies werde ich im nächsten Monat genauer erklären).
Generell empfehle ich, dies nur zu tun, wenn Sie sehr viel Zeit in ein Abbild investiert haben und es nicht verlieren wollen. Der Prozess funktioniert recht gut, aber ich habe schon von einigen Fehlern bei der Konvertierung gehört, die es normalerweise erforderlich machen, das Abbild von Grund auf neu zu erstellen.

Unbeaufsichtigte Installation
Ein Abbild so zu erstellen, wie ich dies zuvor getan habe, liefert ein Abbild, das manuell installiert werden kann. Um eine automatischere oder eine vollautomatische Installation durchführen zu können, müssen Sie zwei unbeaufsichtigte Installationsdateien verwenden. WDS selbst erfordert eine Antwortdatei („unattend.xml“, gespeichert im Verzeichnis „\RemoteInstall\WDSClientUnattend“ auf Ihrem WDS-Server), die den WDS-Installationsprozess automatisiert. Die zweite Datei ist eine unattend-Abbilddatei. Bei Windows Vista oder höher heißt diese Datei „unattend.xml“. Bei älteren Windows-Abbildern heißt diese Datei „sysprep.inf“ und ist in einer $OEM$-Verzeichnisstruktur oder im Verzeichnis jedes Abbilds unter „\Unattend“ gespeichert. Diese Datei wird dazu verwendet, die eigentliche Installation von Windows zu automatisieren, sobald WDS abgeschlossen ist.
Um die unattend-Datei von WDS zu erstellen, erstellen Sie mit dem WAIK eine Datei namens „unattend.xml“ für WDS. Kopieren Sie diese Datei in das Verzeichnis „RemoteInstall“ oder in ein Unterverzeichnis. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Installationsabbild, für das Sie die unattend-Datei verwenden möchten, und klicken Sie danach auf „Eigenschaften“. Wählen Sie auf der Registerkarte „Client“ die Option „Unbeaufsichtigte Installation aktivieren“ aus, und geben Sie die vorher festgelegte Datei „unattend.xml“ an.
Um die unattend-Abbilddatei für Abbilder vor Windows Vista zu erstellen, kopieren Sie die Datei „sysprep.inf“ in das Verzeichnis „$OEM$“ für das Abbild (z. B. „D:\RemoteInstall\Images\Windows XP\SP2\$OEM$\$1\sysprep\sysprep.inf“). Geben Sie bei Windows Vista-Abbildern das Abbild an, das Sie zuordnen möchten, klicken Sie auf „Eigenschaften“, und klicken Sie danach auf der Registerkarte „Allgemein“ auf die Option „Die Installation des Abbilds im unbeaufsichtigten Modus zulassen“. Geben Sie danach die Datei „unattend.xml“ an, die für die Installation verwendet werden soll.
Jetzt haben wir die Hälfte des Wegs bereits hinter uns. Dieser Artikel sollte Ihnen zeigen, wie Sie mit WDS arbeiten können. Im nächsten Monat werde ich ausführlicher auf WDSUtil, auf Spezifikationen von Abbildspeichern sowie auf Multicast eingehen. Danach werde ich diese Artikelreihe mit einem detaillierten Überblick darüber abschließen, wie und warum Sie die Möglichkeit in Betracht ziehen sollten, auf der Grundlage von WDS eine benutzerdefinierte Bereitstellungslösung zu erstellen. Sehen Sie sich bis dahin die Randleiste „Mehr zu WDS“ an, die diesen Artikel begleitet.

Wes Miller ist Senior Technical Product Manager bei CoreTrace (www.CoreTrace.com) in Austin, Texas. Zuvor war er bei Winternals Software und als Programmmanager bei Microsoft tätig. Sie können Wes Miller unter technet@getwired.com erreichen.

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