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Prozessor- und Arbeitsspeicherskalierbarkeit in Exchange Server 2003

 

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2011-01-24

Von Nino Bilic

Dieser Artikel behandelt Fragen zur Verwendung verschiedener Boot.ini-Parameter auf Servern mit Microsoft® Exchange Server. Wenn nicht anders angegeben, bezieht sich die Verwendung der hier genannten Parameter auf Server, die Microsoft Windows Server™ 2003 ausführen.

Der Prozessor sollte bei seiner Verwendung auf einem Server zu Spitzenzeiten eine Auslastung von 60 Prozent aufweisen. Dieses Auslastungsniveau gewährleistet Spielraum für Zeiten mit extremer Auslastung. Wenn die Auslastung des Prozessors ständig über 75 Prozent liegt, wird die Prozessorleistung als Engpass angesehen.

In Exchange können mehrere Prozessoren vollständig genutzt werden. In vielen Fällen wird die Leistung durch die Verwendung von Servern mit mehreren Prozessoren erhöht. Die Wechselwirkung zwischen der Prozessoranzahl und der Systemleistung ist jedoch sehr komplex. Wenn auf einem Server zu viele Prozessoren installiert sind, kann die erhöhte Verarbeitungslast durch Kontextwechsel den Vorteil zusätzlicher Prozessoren negieren. Die optimale Anzahl von Prozessoren wird zum Teil durch die Funktion des jeweiligen Servers bestimmt. Für einen Back-End-Postfachserver beispielsweise, über den viele MAPI-Verbindungen ausgeführt werden, kann ein Computer mit acht Prozessoren effizient genutzt werden. Im Gegensatz dazu wäre für einen Server, auf den Benutzer von Microsoft Outlook® Web Access zugreifen, ein mit vier Prozessoren ausgestatteter Computer effizienter.

Weitere Informationen zum Leistungsverhalten verschiedener Prozessoren finden Sie im Handbuch zur Leistung und Skalierbarkeit von Exchange Server 2003.

Exchange Server kann Computer verwenden, die über vier physikalische Prozessoren verfügen, um die Leistung zu steigern, wenn im BIOS (Basic Input/Output System) des Computers Hyperthreading aktiviert ist. Wenn Sie Hyperthreading auf einem Xeon MP-basierten Computer aktivieren, der mit 1,4 GHz oder schneller betrieben wird, können Sie einen Zuwachs von 25 % bei der Prozessoreffizienz erzielen, wenn Exchange Server ausgeführt wird. Computer mit vier Xeon MP-Prozessoren mit 1.4 GHz oder schneller und einem 400-MHz-Hostbus bieten ein hohes Maß an Skalierbarkeit im Verhältnis zu den Kosten für den Computer. Diese Computer werden für die Ausführung von Exchange Server 2003 und Exchange 2000 Server empfohlen.

Server mit vier Prozessoren bieten möglicherweise hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses für Exchange-Server einen optimalen Gesamtwert.

Exchange Server ist in der Lage, Computer mit acht physikalischen Prozessoren in vollem Umfang auszunutzen. Solche Computer können im Vergleich zu Computern mit vier Prozessoren bei identischer CPU-Geschwindigkeit eine um 75 % höhere Skalierbarkeit bieten. Auf Computern mit acht Prozessoren stößt das System normalerweise an andere Einschränkungen, bevor die CPU zu einem Engpass werden kann. Da andere Einschränkungen zuerst erreicht werden, kann Exchange Server eine vollständige Ausnutzung der CPUs nicht erzielen. Die Verwendung von Computern mit acht Prozessoren wird empfohlen, wenn CPU-intensive Prozesse wie Kontextindizierung oder Virenprüfung auf dem Servercomputer mit Exchange ausgeführt werden.

Exchange Server ist in der Lage, acht physikalische Prozessoren auf einem Computer gut zu skalieren. Bei Computern mit mehr als acht physikalischen Prozessoren sollten Sie Hardwarepartitionierung verwenden, um den Computer in mehrere Computer mit acht oder vier Prozessoren zu partitionieren. Alternativ können Sie die Prozessaffinität des Prozesses Store.exe auf nur acht Prozessoren festlegen.

Für optimale Nutzung und Effizienz des Arbeitsspeichers sind mehrere Optimierungsoptionen in Form von Parametern in der Microsoft Windows®-Datei Boot.ini verfügbar. Beachten Sie, dass alle Änderungen an Parametern von Boot.ini einen Neustart erfordern, damit sie wirksam werden. Außerdem sind alle durch die Verwendung der Boot.ini-Parameter bereitgestellten Features Bestandteil von Windows, nicht von Exchange.

Ein typischer Back-End-Postfachserver verbraucht zwischen 3 GB und 4 GB physikalischen Arbeitsspeicher. Exchange Server wendet keine Instanziierung, physikalische Adresserweiterung (Physical Address Extension, PAE) oder AWE-Erweiterungen (Address Windowing Extensions, AWE) an. Deshalb sind 4 GB RAM das Maximum an Arbeitsspeicher, das von einem Computer mit Exchange Server effizient genutzt werden kann.

Beachten Sie, dass die Ausführung mit aktivierter physikalischer Adresserweiterung unterstützt wird. Obwohl Exchange Server nicht mehr als 4 GB Arbeitsspeicher verwenden kann, können andere Features möglicherweise den PAE-Kernel ausnutzen.

Wenn auf Ihrem Servercomputer mit Exchange Server 2003 1 GB oder mehr Arbeitsspeicher installiert ist und auf dem Computer Postfächer oder Öffentliche Ordner gespeichert werden, stellen Sie sicher, dass der Datei Boot.ini auf dem Server der Parameter /3GB hinzugefügt wird. Die Betriebssysteme Windows Server 2003 und Windows 2000 Advanced Server reservieren standardmäßig 2 GB virtuellen Adressraum für die Systemnutzung und weitere 2 GB für den Benutzeradressraum. Jedem Prozess wird beim Start dieser Bereich virtueller Adressen zugeordnet. Normalerweise liegt die tatsächliche Arbeitsspeichernutzung (die Arbeitsseite) eines Prozesses weit unter dem Adressraum, der diesem Prozess zugeordnet ist. Auf einem Computer, auf dem Exchange Server 2003 mit 1 GB oder mehr Arbeitsspeicher ausgeführt wird, müssen Sie die Betriebssysteme Windows Server 2003 und Windows 2000 Advanced Server so ändern, dass jedem Prozess 3 GB Benutzeradressraum zur Verfügung stehen. Dies können Sie durch Verwendung des Parameters /3GB in der Datei Boot.ini erreichen.

Denken Sie daran, dass der Parameter /3GB für einen reibungslosen Betrieb von Exchange zwar von Vorteil ist, dass die Kernelspeicherressourcen dadurch aber auch in 1 GB virtuellen Adressraum gezwängt werden. Dies bedeutet, dass die Größe des maximalen ausgelagerten sowie des maximalen nicht ausgelagerten Poolspeichers beträchtlich niedriger ist. Zusätzlich verringert sich die Anzahl freier System-Seitentabelleneinträge (Page Table Entry, PTE), die virtuelle Adressen physikalischem Arbeitsspeicher zuordnen, von ungefähr 200.000 auf 15.000. Wenn ein Server nur noch wenige freie System-PTEs zur Verfügung hat, kann es zu Instabilität, einschließlich Abbruchfehlern, kommen. Sowohl Windows Server 2003 als auch Windows 2000 Server bieten Mechanismen zur Erhöhung der Anzahl freier System-PTEs.

Für einen Computer mit Windows 2000 Advanced Server sollten Sie die SystemPages-Registrierung im folgenden Registrierungsunterschlüssel konfigurieren:

\HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Session Manager\Memory Management\SystemPages

Legen Sie den Registrierungseintrag SystemPages auf einen DWORD-Wert von 0x7918 fest, was einem Dezimalwert von 31.000 entspricht. In einigen Artikeln finden Sie möglicherweise eine Empfehlung, den Wert 0xFFFFFFFF zu verwenden. Obgleich es sich dabei um eine gültige Einstellung handelt, die zum Erzielen der maximalen Anzahl freier System-PTEs verwendet werden kann, müssen Sie bedenken, dass dem ausgelagerten Poolspeicher Speicher entzogen wird, um die Anzahl freier System-PTEs zu erhöhen. In den großen Umgebungen, die man heutzutage antrifft, sind ausgelagerte Poolspeicherressourcen ebenfalls kritisch für die Ausführung eines Exchange-Servers. Daher müssen Sie die Ressourcen aller Kernelspeicherobjekte sorgfältig ausbalancieren. Dieselbe Registrierungsänderung ist auf Servern mit Windows Server 2003 weder erforderlich, noch wird sie empfohlen, da diese Funktion durch Verwendung des Parameters /USERVA erzielt wird, der in einem späteren Abschnitt beschrieben wird.

Verwenden Sie den Parameter /3GB nicht bei Windows 2000 Server. Dieser Parameter zur Arbeitsspeicheroptimierung wird unter Windows 2000 Server nicht unterstützt. Obwohl der Server keine Fehlermeldung generiert, wenn der Parameter verwendet wird, führt dessen Festlegung jedoch zum Vorhandensein einer falschen Arbeitsspeicheradresse. Wenn ein Prozess versucht, auf diesen höheren Adressraum zuzugreifen, tritt ein Abbruchfehler auf, und der Server reagiert nicht mehr.

Der Parameter /USERVA ist neu in Windows Server 2003 und bietet bessere Granularität für die Aufteilung virtueller Adressräume zwischen Benutzer- und Kernelmodus. Dieses Verhalten ermöglicht Ihnen die Skalierung des Servers für eine größere Zahl von Benutzern, ohne dass ein Risiko besteht, die Kernelressourcen zu erschöpfen. Durch Verwendung von /USERVA=3030 werden dem Kernel zusätzliche 42 MB Arbeitsspeicher für PTEs zugeordnet. Dieser Wert bedarf jedoch noch einer weiteren Optimierung. Sie können die PTE-Belegung mithilfe des Systemmonitors überwachen. Überwachen Sie hierzu den Leistungsindikator „Freie Seitentabelleneinträge“. Dieser Leistungsindikator befindet sich unter dem Datenobjekt „Arbeitsspeicher“: Wenn der Leistungsmonitor einen Wert von 8.000 oder niedriger meldet, muss der Wert von /USERVA in Höhe von „3.030“ verringert werden, um Systeminstabilität zu verhindern.

noteAnmerkung:
Microsoft Software Services empfehlen dringend die Verwendung eines Arbeitsspeicherbereichs für den Parameter /USERVA, der zwischen 2.800 und 3.030 liegt. Dieser Bereich ist breit genug, um einen Pool von System-PTEs bereitzustellen, der für alle aktuell beobachteten Probleme ausreichend ist. Normalerweise bietet eine Einstellung von /USERVA=2800 eine verfügbare Anzahl von System-PTEs, die dem Maximalwert so nahe wie möglich kommt. Denken Sie bei der Verringerung des Werts von /USERVA daran, dass der Vorteil des großen Adressraums für den Exchange-Informationsspeicherprozess geringer wird. Zur Erzielung einer maximalen Leistung für Exchange und das zugrunde liegende Betriebssystem ist eine sorgfältige Optimierung und Überwachung erforderlich.

Die folgende Tabelle zeigt einen Überblick der Art und des Zeitpunkts der Verwendung der Parameter /3GB und /USERVA. Dies gilt für Exchange Server 2003 mit Service Pack 1 (SP1) und Windows Server 2003 SP1.

 

Exchange Server 2003-Serverfunktion Physikalische Arbeitsspeicherkonfiguration Hinzufügungen zu Boot.ini

Postfach

>1 GB**

/3GB /USERVA=3030

Öffentlicher Ordner

>1 GB**

/3GB /USERVA=3030

Front-End (FE)

>1 GB**

Keine

SMTP-Gateway/Bridgehead

>1 GB**

Keine

SMTP-Gateway/Bridgehead (Umschlagsjournal*)

>1 GB**

/3GB /USERVA=3030

MTA/X.400/Drittanbieter-Connector Bridgehead*

>1 GB**

/3GB /USERVA=3030

* Umschlagsjournal, MTA und Connectors von Drittanbietern senden Gateway- und Bridgehead-E-Mail über den Prozess Store.exe, sodass das System vom Parameter /3GB profitiert.

** Die Parameter /3GB und /USERVA=3030 werden auf Servercomputern mit Exchange mit weniger als 1 GB RAM nicht verwendet.

Berücksichtigen Sie bei der Arbeit mit den Parametern /3GB und /USERVA Folgendes:

Unter PAE (physikalischer Adresserweiterung) versteht man die Erweiterung des IA32-Prozessors um die Fähigkeit zur Adressierung von mehr als 4 GB physikalischem Arbeitsspeicher. Microsoft Windows Server 2003 Enterprise Edition, Microsoft Windows Server 2003 Datacenter Edition, Microsoft Windows 2000 Advanced Server und Microsoft Windows 2000 Datacenter Server können mithilfe der PAE physikalischen Arbeitsspeicher von mehr als 4 GB nutzen. Zur Aktivierung von PAE verwenden Sie den Parameter /PAE in der Datei Boot.ini. Neuere Server, die Hot-Add-Arbeitsspeicher unterstützen und unter dem Betriebssystem Windows Server 2003 ausgeführt werden laden den PAE-Kernel automatisch. Der PAE-Kernel wird außerdem auf Servern geladen, die hardwareerzwungene Datenausführungsverhinderung unterstützen und unter dem Betriebssystem Windows Server 2003 SP1 ausgeführt werden. Dies hat in der Vergangenheit zu Irritationen geführt, wenn bei Servern festgestellt wurde, dass der PAE-Kernel verwendet wird, auch wenn der Parameter /PAE in Boot.ini nicht festgelegt war.

Wenn auf dem System mehr physikalischer Arbeitsspeicher genutzt wird, erhöht sich der Prozess der Auslagerung von Arbeitsspeicher auf den Datenträger dramatisch, und die Leistung kann sich verschlechtern. Der Speicher-Manager von Windows Server 2003 und Windows 2000 Server verwendet PAE, um dem Betriebssystem mehr physikalischen Arbeitsspeicher bereitzustellen. Dies verringert die Notwendigkeit zum Auslagern des Arbeitsspeichers in die Auslagerungsdatei bzw. zum Lesen aus der Auslagerungsdatei und führt zu erhöhter Leistung. Das Programm selbst erkennt die tatsächliche Arbeitsspeichergröße nicht. Die gesamte Arbeitsspeicherverwaltung und -zuordnung des PAE-Arbeitsspeichers wird vom Speicher-Manager unabhängig von den ausgeführten Programmen ausgeführt.

Die vorstehenden Informationen sind für Programme gültig, die mit festgelegtem Parameter /3GB ausgeführt werden. Bei einem Programm, das eine große Menge Arbeitsspeicher anfordert, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass mehr seines Arbeitsspeichers im physikalischen Arbeitsspeicher verbleibt als ausgelagert wird. Hierdurch wird die Leistung von Programmen erhöht, die in der Lage sind, den Parameter /3GB zu verwenden. Die Ausnahme hiervon ist, wenn der Parameter /3GB zusammen mit dem Parameter /PAE verwendet wird. In diesem Fall verwendet das Betriebssystem keinen Arbeitsspeicher über 16 GB hinaus. Dieses Verhalten wird durch Erwägungen hinsichtlich des virtuellen Kernelspeichers verursacht. Somit wird, wenn das System mit dem /3GB-Eintrag in der Datei Boot.ini neu gestartet wird und das System über mehr als 16 GB physikalischen Arbeitsspeicher verfügt, der zusätzliche physikalische RAM vom Betriebssystem nicht verwendet. Ein Neustart des Computers ohne den Parameter /3GB ermöglicht die Verwendung des gesamten physikalischen Arbeitsspeichers.

noteAnmerkung:
Windows Server 2003 Enterprise Edition und Windows Server 2003 Datacenter Edition aktivieren PAE nur dann automatisch, wenn der Server Hot-Add-Arbeitsspeichergeräte verwendet. In diesem Fall müssen Sie den Parameter /PAE nicht auf einem System verwenden, das für die Verwendung von Hot-Add-Arbeitsspeichergeräten konfiguriert ist. In allen anderen Fällen müssen Sie den Parameter /PAE in der Datei Boot.ini verwenden, um Arbeitsspeicher oberhalb von 4 GB nutzen zu können.

Wenn einem Server weiterer Arbeitsspeicher hinzugefügt wird, steigen ebenfalls die Anforderungen an die Kernelressourcen. Beispielsweise verfolgen System-PTEs Zuordnungen von virtuellen zu physikalischen Arbeitsspeicheradressen. Je mehr physikalischer Arbeitsspeicher vorhanden ist, desto mehr System-PTEs werden verwendet, was wiederum dazu führt, dass weniger freie System-PTEs vorhanden sind. Neuere Server sind bereits mit 6 GB oder 8 GB Arbeitsspeicher vorkonfiguriert. Bei Servern, die für Exchange gedacht sind, sollten Sie als bewährte Methode erwägen, über 4 GB hinausgehenden Arbeitsspeicher zu entfernen oder den vom Betriebssystem erkannten Arbeitsspeicher mithilfe des Parameters /MAXMEM in der Datei Boot.ini zu begrenzen. Wenn Sie dies nicht tun, wird nicht nur Arbeitsspeicher verschwendet, sondern es kann aufgrund von Kernelspeicher-Ressourceneinschränkungen zu weiteren Instabilitäten führen.

Um zu bestimmen, ob der PAE-Kernel beim Start des Computers geladen wird, können Sie folgenden Registrierungsunterschlüssel anzeigen:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Session Manager\Memory Management\PhysicalAddressExtension

Wenn der DWORD-Wert von PhysicalAddressExtension auf 00000001 festgelegt ist, wird der PAE-Kernel beim Starten des Computers geladen. Dieser Schlüssel wird vom Betriebssystem beim Starten festgelegt. Dieser Parameter kann nicht vom Benutzer konfiguriert werden.

Bis vor Kurzem war es eine bewährte Methode, PAEs mithilfe des Parameters /NOPAE auf Servercomputern mit Exchange zu deaktivieren, wenn der Parameter /3GB festgelegt war. Diese Empfehlung wurde ausgesprochen, weil Exchange Server 2003 und Exchange 2000 Server nicht mit dem PAE-Kernel getestet worden waren und der PAE-Kernel auf einem Servercomputer mit Exchange gar nicht erforderlich war. Dank neuer Hardware- und Softwarefunktionen ist es mittlerweile erforderlich, den PAE-Kernel zu laden. Beispielsweise erfordern Server mit Lindenhurst- oder Twincastle-Chipsätzen das Laden des PAE-Kernels, da andernfalls nicht der gesamte installierte Arbeitsspeicher erkannt wird. Ein anderes Beispiel ist Windows Server 2003 SP1, das hardwareerzwungene Datenausführungsverhinderung unterstützt. Diese Funktion kann ohne Laden des PAE-Kernels nicht aktiviert werden.

Aus den Tests des Exchange Server-Produktteams hat sich nun die bewährte Methode ergeben, das Laden des PAE-Kernels auf einem Servercomputer mit Exchange zuzulassen. Daher ist der Parameter /NOPAE nur noch erforderlich, wenn ein bestimmtes Problem behandelt wird, bei dem der Verdacht besteht, dass der PAE-Kernel zu diesem Problem beiträgt. Auf einigen Servern, die Windows Server 2003 SP1 ausführen, kann der Parameter /NOPAE wirkungslos sein, weil die Anweisung zum Deaktivieren von PAE von der hardwareerzwungenen Datenausführungsverhinderung, die mit dem Parameter /NoExecute aktiviert wird, außer Kraft gesetzt wird. Erforderlichenfalls kann der Parameter /Execute zum Deaktivieren des PAE-Kernels verwendet werden. Eine Beschreibung des Vorgangs finden Sie im Microsoft Knowledge Base-Artikel 900524, "Wie Sie PAE-Kernel verhindern Laden in Windows Server 2003 mit Service Pack 1 und höheren Versionen von Windows Server 2003 oder Windows XP mit Service Pack 2 und höheren Versionen von Windows XP".

Auf Servercomputern mit Exchange Server 2003 gibt es mehrere weitere Einstellungen, die zum Optimieren der Arbeitsspeichernutzung geändert werden können. Einige dieser Einstellungen sind die folgenden:

  • Maximieren des virtuellen Adressraums durch Ändern des Registrierungswerts HeapDeCommitFreeBlockThreshold. Diese Registrierungseinstellung ist kritisch für die Integrität und Stabilität von Exchange-Back-End-Servern.
  • Ändern der Größe des Caches der Informationsspeicher-Datenbank (auch als ESE-Puffer (Extensible Storage Engine) bezeichnet) durch Vornahme von Änderungen am Active Directory®-Verzeichnisdienst.

Weitere Informationen zu arbeitsspeicherbezogenen Einstellungen finden Sie im Microsoft Knowledge Base-Artikel 815372, Optimieren der Speichernutzung in Exchange Server 2003.

Ereignis 9665, bei dem es sich um ein Warnereignis handelt, kann im Anwendungsprotokoll eines Servercomputers mit Exchange Server 2003 protokolliert werden. Der Wortlaut des Ereignisses lautet wie folgt:

Event Type: Warning

Event Source: MSExchangeIS

Event Category: General

Event ID: 9665

Description:

The memory settings for this server are not optimal for Exchange.

Dies ist Teil einer neuen, in Exchange Server 2003 integrierten Funktion, die beim Starten auf das Vorhandensein mehrerer bekannter Einstellungen der Arbeitsspeicherkonfiguration prüft.

Wenn Ereignis 9665 protokolliert wird, finden Sie weitere Informationen zur Behandlung des Problems im Microsoft Knowledge Base-Artikel 815372, Optimieren der Speichernutzung in Exchange Server 2003.

Lesen Sie im Folgenden Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Wenn auf Ihrem Servercomputer mit Exchange Server 2003 1 GB oder mehr Arbeitsspeicher installiert ist und auf dem Computer Postfächer oder Öffentliche Ordner gespeichert werden, stellen Sie sicher, dass der Datei Boot.ini auf dem Server der Parameter /3GB hinzugefügt wird. Details dazu, wann dieser Parameter eingesetzt werden sollte, finden Sie in diesem Dokument im Abschnitt „/3GB und /USERVA – Übersicht (Tabellenansicht)“.

Ein Servercomputer mit Exchange kann mehr als 4 GB RAM nicht effizient nutzen. Exchange Server verwendet keine Instanziierung, PAE oder AWE. Deshalb sind 4 GB RAM das Maximum an Arbeitsspeicher, das von einem Computer mit Exchange Server effizient genutzt werden kann.

Exchange Server verwendet keine Instanziierung, PAE oder AWE. Der Parameter /PAE wird in Exchange Server 2003 unterstützt, aber ein solcher Servercomputer mit Exchange ist auch dann nicht in der Lage, mehr als 4 GB RAM zu nutzen, wenn der Parameter /PAE festgelegt ist.

Die Ausführung von Exchange Server 2003 mit dem PAE-Kernel unter Windows Server 2003 wird empfohlen und unterstützt. Installieren Sie zur Sicherstellung der Systemstabilität entweder die neusten Hotfixes für Windows Server 2003 oder Service Pack 1. Das Ausführen des PAE-Kernels in einer anderen als dieser Konfiguration kann zu Informationsspeicherfehlern führen.

Windows Server 2003 Enterprise Edition und Windows Server 2003 Datacenter Edition aktivieren PAE automatisch, wenn der Server Hot-Add-Arbeitsspeicher unterstützt. In diesem Fall müssen Sie den Parameter /PAE nicht verwenden. Verwenden Sie den Parameter /NOPAE nicht auf Servercomputern mit Exchange, weil der Parameter unbeabsichtigte Nebeneffekte haben kann. Zwei Probleme, die aus der Verwendung des Parameters /NOPAE resultieren, sind:

  • Die hardwareerzwungene Datenausführungsverhinderung ist auf Servern unter Windows Server 2003 SP1 deaktiviert.
  • Server, die Lindenhurst- oder Twincastle-Chipsätze verwenden, sind nicht in der Lage, den gesamten physikalischen RAM zu erkennen.

Darüber hinaus hat der Parameter /NOPAE auf Servern mit Windows Server 2003 SP1 keine Auswirkungen, wenn die hardwareerzwungene Datenausführungsverhinderung mithilfe des Parameters /NoExecute aktiviert ist.

Verwenden Sie hierzu das Tool Microsoft Exchange Server Best Practices Analyzer. Das Tool wurde aktualisiert und unterstützt jetzt die in diesem Artikel behandelte Änderung der Supportrichtlinie. Weitere Informationen finden Sie unter Microsoft Exchange Server Best Practices Analyzer.

Microsoft unterstützt, empfiehlt aber nicht die Ausführung von Exchange unter Windows 2000 Server mit PAE. Zur Unterstützung ist Hotfix 838647 erforderlich. Windows 2000 Server verfügt nicht über die Sicherheitsfeatures, für die PAE erforderlich ist. Der einzige Vorteil der Ausführung von PAE unter Windows 2000 Server liegt also für Exchange darin, dass auf neueren PCI-express-basierten Servern der Zugriff auf den gesamten Arbeitsspeicher ermöglicht wird. Es handelt sich hierbei um ein Szenario, das nicht umfassend getestet wurde, weshalb es nicht empfohlen wird.

Das Ansteigen der Arbeitsspeicherbelegung durch Store.exe, das im Task-Manager angezeigt wird, ist nicht notwendigerweise ein Problem. Sie müssen bestimmen, ob auf dem Server Leistungsprobleme auftreten. Wenn nicht, ist es kein Problem. Weitere Informationen finden Sie unter Why is Exchange Store.exe so RAM hungry? (englischsprachig).

Weitere Informationen finden Sie in den folgenden Exchange Server-Blogartikeln:

Weitere Informationen finden Sie in den folgenden Exchange Server-Ressourcen und Microsoft Knowledge Base-Artikeln:

 
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