Exportieren (0) Drucken
Alle erweitern

In-Situ-Speicher und Beweissicherungsverfahren

 

Gilt für: Exchange Online, Exchange Server 2013

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2015-03-09

Wenn Rechtsstreitigkeiten zu erwarten sind, sind Organisationen dazu verpflichtet, die für den Fall relevanten elektronisch gespeicherten Informationen einschließlich E-Mail aufzubewahren. Diese Erwartung ist häufig vorhanden, bevor die Details des Falls bekannt werden, und die Menge der aufzubewahrenden Daten ist häufig groß. Organisationen müssen möglicherweise alle E-Mails zu einem bestimmten Thema oder alle E-Mails für bestimmte Personen aufbewahren. Abhängig von den eDiscovery-Verfahren der jeweiligen Organisation können folgende Maßnahmen zur Aufbewahrung von E-Mails angewendet werden:

  • Endbenutzer werden gebeten, E-Mails aufzubewahren und keine Nachrichten zu löschen. Allerdings können Benutzer E-Mails dennoch bewusst oder versehentlich löschen.

  • Automatische Löschmechanismen wie Messaging-Datensatzverwaltung (Messaging Records Management, MRM) können angehalten werden. Dies kann dazu führen, dass große Mengen an E-Mails das Benutzerpostfach füllen und so die Produktivität des Benutzers beeinträchtigen. Durch das Anhalten des automatischen Löschvorgangs kann außerdem nicht verhindert werden, dass die Benutzer E-Mails manuell löschen.

  • Einige Organisationen kopieren oder verschieben E-Mails in ein Archiv, um sicherzustellen, dass sie nicht gelöscht, verändert oder manipuliert werden. Dies führt zu einem Kostenanstieg aufgrund des manuellen Aufwands, der zum Kopieren oder Verschieben von Nachrichten in ein Archiv erforderlich ist, oder aufgrund der zum Sammeln und Speichern von E-Mails außerhalb von Exchange verwendeten Drittanbietersoftware.

Fehler bei der Aufbewahrung von E-Mails können für eine Organisation rechtliche und finanzielle Folgen haben, beispielsweise die Prüfung der Aufbewahrungs- und Offenlegungsverfahren für Datensätze in der Organisation, nachteilige Gerichtsurteile, Strafmaßnahmen oder Bußgelder.

In Exchange 2013 können Sie Compliance-Archive für folgende Ziele verwenden:

  • Platzieren von Benutzerpostfächern in Archiven und Beibehalten von Postfachelementen in unveränderbarer Form

  • Beibehalten von Postfachelementen, die von Benutzern oder automatischen Löschprozessen wie z. B. MRM gelöscht werden

  • Verwenden abfragebasierter Compliance-Archive zum Suchen nach und Aufbewahren von Elementen anhand bestimmter Kriterien

  • Beibehalten von Elementen auf unbestimmte Zeit oder über einen bestimmten Zeitraum

  • Platzieren von Benutzerpostfächern in verschiedenen Archiven für verschiedene Fälle oder Untersuchungen

  • Beibehalten der Transparenz der Compliance-Archivierung für Benutzer, da MRM nicht angehalten werden muss

  • Ermöglichen der Compliance-eDiscovery-Suche nach Elementen, die der Aufbewahrungspflicht unterliegen

Inhalt

Compliance-Archiv-Szenarien

In-Situ-Speicher und Beweissicherungsverfahren

Platzieren eines Postfachs in einem Compliance-Archiv

Archive und der Ordner "Wiederherstellbare Elemente"

Archive und Postfachkontingente

Aufbewahren von archivierten Lync-Inhalten

In Exchange Server 2010 wird die gesetzliche Aufbewahrungspflicht umgesetzt, indem Postfachdaten für einen Benutzer dauerhaft oder bis zur Beendigung eines Verfahrens archiviert werden. In Exchange 2013 wird mit Compliance-Archiven ein neues Modell eingeführt, in dem Sie folgende Parameter angeben können:

  • Aufzubewahrende Elemente   Sie können angeben, welche Elemente aufbewahrt werden sollen, indem Sie Abfrageparameter wie z. B. Schlüsselwörter, Absender und Empfänger, Start- und Enddaten sowie den Typ der Elemente angeben, wie z. B. E-Mails oder Kalenderelemente.

  • Aufbewahrungszeitraum   Sie können angeben, wie lange Elemente aufbewahrt werden sollen.

Mit diesem neuen Modell ermöglichen Compliance-Archive es Ihnen, detaillierte Aufbewahrungsrichtlinien zu erstellen, um Postfachelemente in den folgenden Szenarien beizubehalten:

  • Dauerhafte Aufbewahrung   Das Szenario der dauerhaften Aufbewahrung entspricht dem Beweissicherungsverfahren in Exchange 2010. Es ist für die Aufbewahrung von Postfachelementen bestimmt, damit Sie Anforderungen der eDiscovery erfüllen können. Während der Dauer eines Beweissicherungsverfahrens oder einer Untersuchung werden Elemente nie gelöscht. Die Dauer ist im Vorfeld nicht bekannt, daher wird kein Enddatum konfiguriert. Um alle E-Mail-Elemente dauerhaft aufzubewahren, dürfen Sie beim Erstellen eines Compliance-Archivs keine Abfrageparameter oder Zeiträume angeben.

  • Abfragebasiertes Archiv   Wenn Ihre Organisation Elemente auf Basis von angegebenen Abfrageparametern aufbewahrt, können Sie ein abfragebasiertes Compliance-Archiv verwenden. Sie können Abfrageparameter wie z. B. Schlüsselwörter, Start- und Enddaten, Absender- und Empfängeradressen sowie Nachrichtentypen angeben. Nach dem Erstellen eines abfragebasierten Compliance-Archivs werden alle vorhandenen und zukünftig erstellten Postfachelemente, die der Abfrage entsprechen, beibehalten (einschließlich der Nachrichten, die nach einem in der Abfrage angegebenen Datum empfangen werden).

    WichtigWichtig:
    Elemente, die als nicht durchsuchbar markiert wurden, im Allgemeinen, wenn ein Anhang nicht indiziert werden konnte, werden ebenso beibehalten, da nicht entschieden werden kann, ob sie mit Abfrageparametern übereinstimmen. Weitere Informationen über nicht durchsuchbare Elemente finden Sie unter Nicht durchsuchbare Elemente in Exchange eDiscovery.
  • Zeitbasierte Aufbewahrung   Der In-Situ-Speicher ermöglicht Ihnen, eine Dauer anzugeben, in der die Elemente aufbewahrt werden sollen. Der Zeitraum beginnt mit dem Datum, an dem das Postfachelement empfangen oder erstellt wurde.

    Wenn es in Ihrer Organisation erforderlich ist, alle Postfachelemente über einen bestimmten Zeitraum, z. B. 7 Jahre, aufzubewahren, können Sie eine zeitbasierte Aufbewahrung erstellen. In Exchange 2013 können Sie einen Zeitraum angeben, den Elemente im Archiv aufbewahrt werden. Das Alter von archivierten Elemente basiert auf dem Empfangsdatum. Stellen Sie sich z. B. ein Postfach vor, das in einem zeitbasierten Compliance-Archiv mit einer Aufbewahrungszeit von 365 Tagen platziert wurde. Wird ein Element dieses Postfachs 300 Tage nach Empfangsdatum gelöscht, bleibt es für weitere 65 Tage im Archiv, bevor es endgültig gelöscht wird. Sie können ein zeitbasiertes Compliance-Archiv zusammen mit einer Aufbewahrungsrichtlinie verwenden, um sicherzustellen, dass Elemente während des angegebenen Zeitraums beibehalten und anschließend endgültig entfernt werden.

Sie können Compliance-Archive dazu verwenden, Benutzerpostfächer in mehreren Archiven zu platzieren. Wenn ein Benutzerpostfach in mehreren Archiven platziert ist, werden die Suchparameter aller Compliance-Archive unter Verwendung eines OR-Operators gemeinsam angewendet. Wenn ein Postfach in mehr als fünf Archiven platziert ist, werden alle Elemente beibehalten, bis die Archivierungen beendet sind. Damit wird das Verhalten des Beweissicherungsverfahrens repliziert, bis die Anzahl von Archivierungen für das Postfach auf höchstens fünf reduziert wurde.

Wenn ein Administrator ein Benutzerkonto mit einem Postfach löscht, erkennt der Exchange-Informationsspeicher nach einiger Zeit, dass das Postfach nicht mehr mit einem Benutzerkonto verbunden ist, und markiert dieses Postfach zur Löschung, auch wenn es archiviert ist. Wenn Sie das Postfach beibehalten möchten, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Deaktivieren Sie das Benutzerkonto, anstatt es zu löschen.

  2. Ändern Sie die Eigenschaften des Postfachs, um seine Verwendung und den Zugriff darauf einzuschränken. Setzen Sie z. B. das Sende- und das Empfangskontingent gleich 1, blockieren Sie die Sendung von Nachrichten an das Postfach, und begrenzen sie den Zugriff auf die Mailbox.

  3. Behalten Sie das Postfach bei, bis alle Daten entfernt sind oder die Archivierung nicht mehr notwendig ist.

Zurück zum Seitenanfang

Das Beweissicherungsverfahren, die in Exchange 2010 eingeführte Funktion zur Aufbewahrung von Daten für die eDiscovery, ist in Exchange 2013 weiterhin verfügbar. Für das Beweissicherungsverfahren wird die LitigationHoldEnabled-Eigenschaft eines Postfachs verwendet. Während ein In-Situ-Speicher detaillierte Einstellungen für die Aufbewahrung bereitstellt, die auf Abfrageparametern und der Möglichkeit zur Einrichtung mehrerer Archive basieren, können Sie mit dem Beweissicherungsverfahren nur alle Elemente dauerhaft oder bis zur Beendigung des Beweissicherungsverfahrens beibehalten. Sie können auch eine Dauer für die Aufbewahrung von Elementen angeben, wenn für ein Postfach das Beweissicherungsverfahren aktiviert wurde. Der Zeitraum beginnt mit dem Datum, an dem das Postfachelement empfangen oder erstellt wurde. Wenn keine Dauer festgelegt ist, werden die Elemente entweder unbegrenzt aufbewahrt oder bis die Aufbewahrung entfernt wird.

Wenn ein Postfach in mindestens einen In-Situ-Speicher platziert wird und für das Postfach gleichzeitig das Beweissicherungsverfahren (ohne Zeitdauer) aktiviert wird, werden alle Elemente unbegrenzt oder solange aufbewahrt, bis die Aufbewahrung aufgehoben wird. Wenn Sie ein Benutzerpostfach aus einem Beweissicherungsverfahren entfernen, dieses jedoch weiterhin in mindestens einem In-Situ-Speicher platziert ist, werden Elemente, die den Kriterien für die In-Situ-Speicher entsprechen, während des in den Archiveigenschaften angegebenen Zeitraums beibehalten. Wenn Sie ein Postfach, das in Exchange 2010 für ein Beweissicherungsverfahren aktiviert ist, auf einen Exchange 2013-Postfachserver verschieben, gelten die Einstellungen für das Beweissicherungsverfahren weiterhin. So ist sichergestellt, dass die entsprechenden Richtlinien während und nach der Verschiebung eingehalten werden.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Autorisierte Benutzer, die der Rollengruppe für die rollenbasierte Remotezugriffssteuerung (Remote Role-Based Access Control, RBAC) Erkennungsverwaltung hinzugefügt wurden oder denen die Verwaltungsrollen für gesetzliche Aufbewahrungspflicht und Postfachsuche zugewiesen wurden, können Benutzerpostfächer in Compliance-Archiven platzieren. Sie können die Aufgabe an Datensatz-Manager, an für die Einhaltung von Vorschriften zuständige Mitarbeiter oder an Anwälte in der Rechtsabteilung Ihrer Organisation delegieren und dabei die niedrigsten Berechtigungen zuweisen. Weitere Informationen zum Zuweisen der Discoveryverwaltung-Rollengruppe finden Sie unter Zuweisen von eDiscovery-Berechtigungen in Exchange.

WichtigWichtig:
In Exchange 2010 bietet die Rolle für gesetzliche Aufbewahrungspflicht ausreichende Berechtigungen für Benutzer, um Postfächer für Beweissicherungsverfahren zu aktivieren. In Exchange 2013 können Sie die gleiche Berechtigung verwenden, um Postfächer in dauerhaften oder zeitbasierten Compliance-Archive zu platzieren. Dem Benutzer muss jedoch die Rolle "Postfachsuche" zugewiesen sein, damit er ein abfragebasiertes Compliance-Archiv erstellen kann. Der Rollengruppe Discoveryverwaltung sind beide Rollen zugewiesen.

In Exchange 2013 ist die Compliance-Archivierung in die Compliance-eDiscovery-Suche integriert. Sie können den Assistenten für Compliance-eDiscovery & -Archiv in der Exchange-Verwaltungskonsole oder das Cmdlet New-MailboxSearch bzw. verwandte Cmdlets in der Exchange-Verwaltungsshell verwenden, um ein Postfach in einem Compliance-Archiv zu platzieren. Informationen zum Platzieren eines Postfachs in einem Compliance-Archiv finden Sie unter Erstellen oder Entfernen eines Compliance-Archivs.

HinweisHinweis:
Wenn Sie die Exchange Online-Archivierung verwenden, um ein cloudbasiertes Archiv für Ihre lokalen Postfächer bereitzustellen, müssen Sie das Compliance-Archiv über Ihre lokale Exchange 2013-Organisation verwalten. Archiveinstellungen werden über DirSynch automatisch an das cloudbasierte Archiv weitergegeben.

In vielen Organisationen ist es erforderlich, dass Benutzer informiert werden, wenn ihre Elemente in Archiven platziert werden. Darüber hinaus müssen die für das Postfach geltenden Aufbewahrungsrichtlinien nicht angehalten werden, wenn ein Postfach in einem Archiv platziert wurde. Da Nachrichten wie erwartet weiter gelöscht werden, merken die Benutzer ggf. nicht, dass ihr Postfach in einem Archiv platziert wurde. Wenn es in Ihrer Organisation erforderlich ist, dass Benutzer informiert werden, wenn ihr Postfach in einem Archiv platziert wurde, können Sie der Retention Comment-Eigenschaft des Benutzers eine Benachrichtigung hinzufügen und über die Eigenschaft RetentionUrl einen Link zu einer Webseite mit weiteren Informationen bereitstellen. Outlook 2010 und höhere Versionen zeigen die Benachrichtigung und die URL im Backstagebereich an. Zum Hinzufügen und Verwalten dieser Eigenschaften für ein Postfach müssen Sie die Shell verwenden.

Zurück zum Seitenanfang

Der In-Situ-Speicher und das Beweissicherungsverfahren verwenden den Ordner "Wiederherstellbare Elemente", um Elemente beizubehalten. Dieser Ordner ersetzt die Funktion, die in früheren Versionen von Exchange als Dumpster bezeichnet wurde. Der Ordner "Wiederherstellbare Elemente" wird in der Standardansicht von Outlook, Outlook Web App und anderen E-Mail-Clients angezeigt. Weitere Informationen zum Ordner Wiederherstellbare Elemente finden Sie unter Ordner "Wiederherstellbare Elemente".

Standardmäßig wird eine Nachricht, die von einem Benutzer aus einem anderen Ordner als dem Ordner Gelöschte Elemente gelöscht wird, in den Ordner Gelöschte Elemente verschoben. Dies wird als Verschiebung bezeichnet. Wenn ein Benutzer ein Element vorläufig löscht (durch Drücken der UMSCHALT- und LÖSCHTASTE) oder ein Element aus dem Ordner Gelöschte Elemente löscht, wird die Nachricht in den Ordner Wiederherstellbare Elemente verschoben und dadurch aus der Ansicht des Benutzers entfernt.

Elemente im Ordner Wiederherstellbare Elemente werden über den Zeitraum aufbewahrt, der für die Postfachdatenbank des Benutzers als Aufbewahrungszeitraum für gelöschte Elemente konfiguriert wurde. Standardmäßig ist der Aufbewahrungszeitraum für gelöschte Elemente für Postfachdatenbanken auf 14 Tage festgelegt. Sie können auch ein Speicherkontingent für den Ordner Wiederherstellbare Elemente konfigurieren. Dies schützt die Organisation vor einem möglichen DoS-Angriff (Denial of Service) aufgrund einer zunehmenden Datenmenge im Ordner Wiederherstellbare Elemente und dadurch auch in der Postfachdatenbank. Wenn ein Postfach nicht in einem In-Situ-Speicher platziert oder für ein Beweissicherungsverfahren aktiviert ist, werden Elemente auf FIFO-Basis (First in, First out) endgültig aus dem Ordner "Wiederherstellbare Elemente" gelöscht, wenn der dazugehörige Kontingentgrenzwert überschritten wird oder sich das Element länger in dem Ordner befunden hat, als vom Aufbewahrungszeitraum des gelöschten Elements vorgesehen.

Der Ordner "Wiederherstellbare Elemente" enthält folgende Unterordner zum Speichern gelöschter Elemente an verschiedenen Standorten und zum Erleichtern von In-Situ-Speichern und Beweissicherungsverfahren:

  • Deletions   Elemente, die aus dem Ordner "Gelöschte Elemente" entfernt oder aus anderen Ordnern vorläufig gelöscht wurden, werden in den Unterordner "Deletions" verschoben und dem Benutzer angezeigt, wenn er in Outlook und Outlook Web App das Feature "Gelöschte Elemente wiederherstellen" verwendet. Standardmäßig verbleiben Elemente in diesem Ordner, bis der für die Postfachdatenbank oder das Postfach konfigurierte Aufbewahrungszeitraum für gelöschte Elemente abläuft.

  • Purges   Wenn ein Benutzer ein Element aus dem Ordner Wiederherstellbare Elemente löscht (durch Verwendung des Tools zur Wiederherstellung gelöschter Elemente in Outlook und Outlook Web App), wird das Element in den Ordner Purges verschoben. Elemente, die den für die Postfachdatenbank oder das Postfach konfigurierten Aufbewahrungszeitraum für gelöschte Elemente überschreiten, werden ebenfalls in den Ordner Purges verschoben. Elemente in diesem Ordner werden Benutzern, die das Tool zur Wiederherstellung gelöschter Elemente verwenden, nicht angezeigt. Wenn der Postfach-Assistent das Postfach verarbeitet, werden Elemente im Ordner Purges endgültig aus der Postfachdatenbank gelöscht. Wenn ein Postfach für ein Beweissicherungsverfahren aktiviert ist, löscht der Postfach-Assistent die Elemente nicht aus diesem Ordner.

  • DiscoveryHold   Wenn ein Benutzerpostfach in einem Compliance-Archiv platziert wurde, werden gelöschte Elemente in diesen Ordner verschoben. Beim Verarbeiten des Postfachs wertet der Postfach-Assistent Nachrichten in diesem Ordner aus. Elemente, die Abfrageparametern eines Compliance-Archivs entsprechen, werden während des in der Abfrage angegebenen Aufbewahrungszeitraums beibehalten. Wenn kein Aufbewahrungszeitraum angegeben wurde, werden Elemente dauerhaft oder so lange aufbewahrt, bis das Benutzerpostfach aus dem Archiv entfernt wird.

  • Versions   Wenn ein Benutzerpostfach in einem In-Situ-Speicher platziert oder für ein Beweissicherungsverfahren aktiviert wurde, müssen die Postfachelemente vor Manipulation oder Veränderung durch den Benutzer oder einen Prozess geschützt werden. Dies erfolgt über eine Kopie bei Schreibvorgang. Wenn ein Benutzer oder ein Prozess bestimmte Eigenschaften eines Postfachelements ändert, wird eine Kopie des ursprünglichen Elements im Ordner Versions gespeichert, bevor die Änderung durchgeführt wird. Der Vorgang wird für nachfolgende Änderungen wiederholt. Elemente im Ordner Versions werden indiziert und bei einer Compliance-eDiscovery-Suche zurückgegeben. Nachdem die Archivierung oder das Beweissicherungsverfahren beendet wurde, werden die Kopien im Ordner Versions durch den Assistenten für verwaltete Ordner entfernt.

Eigenschaften, die eine Kopie bei Schreibvorgang auslösen

Elementtyp Eigenschaften, die eine Kopie bei Schreibvorgang auslösen

Nachrichten (IPM.Note*)

Beiträge (IPM.Post*)

  • Subject

  • Nachrichtentext

  • Anlagen

  • Absender/Empfänger

  • Sende-/Empfangsdatum

Andere Elemente als Nachrichten und Beiträge

Jede Änderung an einer sichtbaren Eigenschaft mit folgenden Ausnahmen:

  • Speicherort des Elements (wenn ein Element zwischen Ordnern verschoben wird)

  • Statusänderung des Elements (gelesen oder ungelesen)

  • Änderungen an dem einem Element zugewiesenen Aufbewahrungstag

Elemente im Standardordner Entwürfe

Keine (Elemente im Ordner "Entwürfe" sind von der Kopie bei Schreibvorgang ausgenommen)

WichtigWichtig:
Die Kopie-bei-Schreibvorgang-Funktion ist für Kalenderelemente im Postfach des Organisators deaktiviert, wenn Besprechungsantworten von Teilnehmern empfangen werden und die Nachverfolgungsinformationen für die Besprechung aktualisiert werden. Für Kalenderelemente und Elemente mit Erinnerungseinstellungen ist die Kopie-bei-Schreibvorgang-Funktion für die Eigenschaften "ReminderTime" und "ReminderSignalTime" deaktiviert. Änderungen an diesen Eigenschaften werden nicht von der Kopie-bei-Schreibvorgang-Funktion erfasst. Änderungen an RSS-Feeds werden nicht von der Kopie-bei-Schreibvorgang-Funktion erfasst.

Auch wenn die Ordner "DiscoveryHold", "Purges" und "Versions" für die Benutzer nicht zu sehen sind, werden alle Elemente im Ordner "Wiederherstellbare Elemente" von der Exchange-Suche indiziert und können über die Compliance-eDiscovery gefunden werden. Nachdem der In-Situ-Speicher oder das Beweissicherungsverfahren für das Postfach eines Benutzers beendet wurde, werden Elemente in den Ordnern "Purges" und "Versions" durch den Assistenten für verwaltete Ordner gelöscht.

Zurück zum Seitenanfang

Elemente im Ordner Wiederherstellbare Elemente werden nicht in das Postfachkontingent des Benutzers eingerechnet. In Exchange besitzt der Ordner "Wiederherstellbare Elemente" ein eigenes Kontingent. Für Exchange werden die Standardwerte für die Postfacheigenschaften RecoverableItemsWarningQuota und RecoverableItemsQuota auf 20 GB bzw. 30 GB festgelegt. Zum Ändern dieser Werte für eine Postfachdatenbank für Exchange Server 2013 verwenden Sie das Cmdlet Set-MailboxDatabase. Zum Ändern dieser Werte für einzelne Postfächer verwenden Sie das Cmdlet Set-Mailbox.

Überschreitet der Ordner Wiederherstellbare Elemente eines Benutzers das Kontingent für wiederherstellbare Elemente, ab dem eine Warnmeldung ausgegeben wird (festgelegt über den Parameter RecoverableItemsWarningQuota), wird im Anwendungsereignisprotokoll des Postfachservers ein Ereignis protokolliert. Überschreitet der Ordner das Kontingent für wiederherstellbare Elemente (wie im Parameter RecoverableItemsQuota festgelegt), können Benutzer den Ordner Gelöschte Elemente nicht mehr leeren und Postfachelemente nicht länger dauerhaft löschen. Mithilfe der Kopie-bei-Schreibvorgang-Funktion können keine Kopien geänderter Elemente erstellt werden. Deshalb müssen Sie die Kontingente für wiederherstellbare Elemente für Postfachbenutzer überwachen, die in einem Compliance-Archiv platziert wurden.

In Exchange Online wird das Kontingent für den Ordner "Wiederherstellbare Elemente" automatisch auf 100 GB erhöht, wenn Sie für ein Postfach das Beweissicherungsverfahren aktivieren oder es ins Compliance-Archiv platzieren. Wenn der Ordner "Wiederherstellbare Elemente" das Kontingent von 100 GB erreicht oder überschreitet, können Sie beim Office 365-Support eine Erhöhung des Kontingents für das archivierte Postfach beantragen.

Exchange 2013, Microsoft Lync 2013 und Microsoft SharePoint 2013 stellen integrierte Aufbewahrungs- und eDiscovery-Funktionen bereit, mit denen Sie Elemente über die verschiedenen Datenspeicher hinweg aufbewahren und danach suchen können. Exchange 2013 ermöglicht die Archivierung von Lync Server 2013-Inhalten in Exchange, sodass keine separate SQL Server-Datenbank zur Speicherung von Lync-Inhalten mehr erforderlich ist. Die integrierte Aufbewahrungs- und eDiscovery-Funktion in SharePoint 2013 ermöglicht das Aufbewahren und Suchen von Daten in allen Speichern über eine einzige Konsole.

Wenn Sie ein Exchange 2013-Postfach in einem In-Situ-Speicher platzieren oder für ein Beweissicherungsverfahren aktivieren, werden Microsoft Lync 2013-Inhalte (wie z. B. Chatunterhaltungen und Dateien, die bei einer Onlinebesprechung freigegeben wurden) im Postfach archiviert. Wenn Sie das Postfach über das eDiscovery Center in Microsoft SharePoint 2013 oder über die Compliance-eDiscovery in Exchange 2013 durchsuchen, werden in den Ergebnissen auch archivierte Lync-Inhalte zurückgegeben, die den Suchkriterien entsprechen. Sie können die Suche auch auf im Postfach archivierte Lync-Inhalte beschränken.

Zum Aktivieren der Archivierung von Lync-Inhalten in einem Exchange 2013-Postfach müssen Sie die Lync 2013-Integration in Exchange 2013 konfigurieren. Weitere Informationen finden Sie in den folgenden Themen:

Zurück zum Seitenanfang

 
Fanden Sie dies hilfreich?
(1500 verbleibende Zeichen)
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Anzeigen:
© 2015 Microsoft