Grundlegendes zu Speicherkontingenten und Voicemail

 

Gilt für: Exchange Server 2010 SP2, Exchange Server 2010 SP3

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2011-04-28

Wenn ein Anrufer einem UM-aktivierten Benutzer eine Sprachnachricht hinterlässt, können die für das Postfach des Benutzers konfigurierten Speicherkontingente oder Grenzwerte die ordnungsgemäße Zustellung von Sprachnachrichten verhindern. In diesem Thema wird die Beziehung zwischen der Konfiguration des Unified Messaging-Servers mit MicrosoftExchange Server 2010 und den Speicherkontingenten erläutert, die einen Anrufer möglicherweise daran hindern, eine Sprachnachricht zu hinterlassen.

Möchten Sie wissen, welche anderen Verwaltungsaufgaben es im Zusammenhang mit Speichergruppen gibt? Weitere Informationen finden Sie hier: Verwalten von Postfachservern.

Inhalt

UM-Wähleinstellungen

Speicherkontingente

Zustellung von Sprachnachrichten

Obwohl bei der Bereitstellung von Exchange 2010 Unified Messaging viele Active Directory-Objekte erstellt und konfiguriert werden müssen, handelt es sich bei UM-Wähleinstellungsobjekten um die zentrale Komponente des Unified Messaging-Systems. Ein UM-Wähleinstellungsobjekt ist ein im Active Directory-Verzeichnisdienst erstelltes Objekt, das für die gesamte Exchange 2010-Organisation gilt.

Nach der Installation der Unified Messaging-Serverrolle muss dem Unified Messaging-Server mindestens ein Satz UM-Wähleinstellungen zugeordnet werden. Sie können auch einem einzelnen Unified Messaging-Server mehrere UM-Wähleinstellungen zuordnen. Weitere Informationen zum Erstellen neuer UM-Wähleinstellungen finden Sie unter Erstellen von UM-Wähleinstellungen.

Nach dem Erstellen von UM-Wähleinstellungen können viele Konfigurationseinstellungen geändert werden, um die Anforderungen Ihrer Organisation zu erfüllen. Wenn Sie UM-Wähleinstellungen erstellt haben, können Sie Teilnehmerzugriffsnummern, Begrüßungen, Nachrichteneigenschaften sowie andere UM-Wähleinstellungsfunktionen konfigurieren. Obwohl es viele Einstellungen gibt, die zum Steuern der Unified Messaging-Umgebung geändert werden können, handelt es sich bei den Speicherkontingenten um eine der wichtigeren Postfacheinstellungen. Wenn Sie die Speicherkontingente für Benutzer nicht ordnungsgemäß festlegen, verhindern Sie möglicherweise unbeabsichtigt die Aufzeichnung von Sprachnachrichten für Exchange-Benutzer in Ihrer Organisation.

Da jede Sprachnachricht mit Windows Media Audio-Dateien (WMA) und WAV-Dateien verknüpft ist, können Sprachnachrichten größer als E-Mail-Nachrichten sein. Dies kann zu Problemen für die Benutzer führen, da die Postfächer schneller gefüllt werden als bei E-Mail-Nachrichten ohne Anlagen. Bei der Planung von Speicherkontingenten für Benutzer sollten Sie daher die maximal zulässige Länge für eine Sprachnachricht beachten, die von einem Anrufer hinterlassen werden kann. Aus sehr langen Sprachnachrichten werden große Dateien erstellt. Die Größe von Sprachdateien kann jedoch gesteuert werden, indem die zulässige Dauer für eine Sprachnachricht beschränkt wird.

Mit der Einstellung Maximale Aufzeichnungsdauer (Min.) wird die maximal zulässige Länge der aufgezeichneten Nachrichten gesteuert. Der Wert für diese Einstellung liegt zwischen 5 und 100 Minuten, wobei die Standardeinstellung 20 Minuten beträgt. Sie können diese Einstellung unter Verwendung der Exchange-Verwaltungskonsole oder des Cmdlets Set-UMDialPlan in der Exchange-Verwaltungsshell ändern. Weitere Informationen zum Konfigurieren von UM-Wähleinstellungen finden Sie unter Anzeigen oder Konfigurieren der Eigenschaften von UM-Wähleinstellungen.

In einigen Exchange-Umgebungen ist die Standardeinstellung von 20 Minuten zu hoch oder zu niedrig. Wenn der Wert für das Speicherkontingent zu hoch ist, laufen Sie Gefahr, dass auf Ihrem Exchange-Server zu viel Speicherplatz in Anspruch genommen wird oder Benutzer ihre Speicherkontingente zu schnell überschreiten. Wird der Wert für das Speicherkontingent zu niedrig festgelegt, kann dies zur Unzufriedenheit bei Anrufern führen, da ihnen nicht genügend Zeit zur Verfügung steht, um eine vollständige Nachricht zu hinterlassen. Anrufer müssen dann erneut anrufen, um eine weitere Sprachnachricht für den Benutzer zu hinterlassen.

Neben Nachrichten mit angehängten Dateien speichern Benutzer häufig zu viele E-Mail-, Sprach- oder Faxnachrichten in ihren Postfächern. Wenn Benutzer in Ihrer Organisation viele E-Mail-, Sprach- und Faxnachrichten sowie Nachrichten mit angehängten Dateien speichern, müssen Sie die Speicherkapazität, die dem Postfach jedes einzelnen Benutzers zugewiesen ist, limitieren, um die Speicherbelegung auf Computern mit Exchange 2010 zu reduzieren. Häufig führen große Postfachspeicher zu langen Sicherungs- und Wiederherstellungszeiten. Große Postfachspeicher können sich außerdem auf die Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit einer Exchange-Umgebung auswirken. Es empfiehlt sich daher, die Größe der Benutzerpostfächer zu steuern, um Speicherengpässe auf den Exchange-Servern zu vermeiden. Wenn für Benutzer kein Speicherkontingent oder ein größeres Speicherkontingent konfiguriert ist, können sie ggf. die Datenträgerlaufwerke auf einem Exchange-Server vollständig belegen. Damit dies verhindert wird, aktivieren und konfigurieren Sie Speicherkontingente für Benutzerpostfächer. Standardmäßig weist jede Postfachdatenbank nach der Erstinstallation die folgenden Standardgrenzwerte auf:

  • Warnung - 1.991.680 KB

  • Senden verbieten - 2.097.152 KB

  • Senden/Empfangen verbieten -2.411.520 KB

Wenn nach der Konfiguration von Speicherkontingenten eine Speichergrenze erreicht ist, wird der Postfach-aktivierte Benutzer gewarnt oder am Senden und Empfangen von E-Mail-Nachrichten gehindert. Sie können die Standardspeichergrenzen oder die von Ihnen festgelegten Speichergrenzwerte verwenden, um den Umfang der Daten zu steuern, die in einem Benutzerpostfach gespeichert werden können. Weitere Informationen zum Verwalten von Speicherkontingenten für Empfänger finden Sie unter Verwalten von Benutzerpostfächern.

Da Speicherkontingente in den meisten Exchange-Umgebungen implementiert sind, können Situationen auftreten, in denen ein Anrufer keine Sprachnachricht für einen Benutzer hinterlassen kann. Beachten Sie die Auswirkungen, die das Festlegen von Speicherkontingenten auf Ihre Unified Messaging-Umgebung haben kann, und planen Sie die Speicherkontingente für Benutzer so, dass Sprachnachrichten ordnungsgemäß aufgezeichnet werden.

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In den folgenden drei Szenarien werden Situationen beschrieben, die bei der Zustellung einer Sprachnachricht für ein Benutzerpostfach bei unterschiedlichen Bedingungen entstehen können:

  • Die Sprachnachricht passt in das Benutzerpostfach.

  • Die Sprachnachricht passt nicht in das Benutzerpostfach und belegt den dort verbliebenen Speicherplatz.

  • Das Benutzerpostfach hat bereits seine Speicherkapazität erreicht.

Im ersten Szenario klingelt das Telefon, der Anruf wird jedoch nicht beantwortet. Der Anruf wird an die PBX-Anlage (Private Branch eXchange) und dann an den Unified Messaging-Server weitergeleitet. Der Unified Messaging-Server überprüft das Speicherkontingent des Benutzerpostfachs. Wenn das Benutzerpostfach die Speichergrenze noch nicht erreicht hat und eine Sprachnachricht vom Unified Messaging-Server für den Anrufer erstellt wurde, wird die Sprachnachricht an einen Computer übergeben, auf dem die Hub-Transport-Serverrolle installiert ist. Der Hub-Transport-Server leitet die Sprachnachricht anschließend an den entsprechenden Postfachserver weiter. Da die Sprachnachricht das für das Benutzerpostfach festgelegte Speicherkontingent nicht überschreitet und die Speichergrenze noch nicht erreicht ist, wird die Sprachnachricht an das Postfach des gewünschten Empfängers zugestellt.

Im zweiten Szenario überprüft der Unified Messaging-Server das Speicherkontingent des Benutzerpostfachs. Wenn das Benutzerpostfach die Speichergrenze noch nicht erreicht hat, wird die Sprachnachricht an einen Hub-Transport-Server übergeben. Der Hub-Transport-Server leitet die Sprachnachricht an den entsprechenden Postfachserver weiter. Die Sprachnachricht wird an den Postfachserver übergeben, sie belegt jedoch den verbliebenen Speicherplatz und überschreitet das für den Benutzer festgelegte Speicherkontingent. Wenn dieser Fall eintritt, wird die Sprachnachricht dennoch zugestellt. Bei der Zustellung der Sprachnachricht wird das Speicherkontingent zwar überschritten, die Sprachnachricht wird jedoch auf die gleiche Weise wie ein Unzustellbarkeitsbericht zugestellt, auch wenn die Kapazität des Postfachs überschritten wird.

In der folgenden Abbildung wird dargestellt, wie eine Sprachnachricht übermittelt wird, wenn das Speicherkontingent des Benutzerpostfachs nicht überschritten bzw. überschritten wird.

Übermittlung einer Sprachnachricht, wenn die Speicherkapazität eines Postfachs erreicht ist (vor bzw. nach der Zustellung).

Speicherkontingente und Voicemail

Im dritten Szenario überprüft der Unified Messaging-Server das Speicherkontingent des Benutzerpostfachs. Da das Benutzerpostfach bereits seine Speichergrenze erreicht hat, zeichnet der Unified Messaging-Server keine Sprachnachricht auf und informiert den Anrufer, dass das Postfach des Empfängers voll ist. Der Benutzer muss Nachrichten löschen oder archivieren, um die Größe des Postfachs unter das Speicherkontingent abzusenken und wieder Sprachnachrichten empfangen zu können.

In der folgenden Abbildung wird dargestellt, wie ein Anruf weitergeleitet wird, wenn das Speicherkontingent eines Benutzerpostfachs erreicht ist.

Weiterleitung eines Anrufs bei Erreichen des für ein Benutzerpostfach festgelegten Speicherkontingents

Speicherkontingente und Voicemail

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