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E-Mail-Routing

[Dieses Thema gehört zur Vorabdokumentation und kann in künftigen Versionen geändert werden. Leere Themen wurden als Platzhalter hinzugefügt. Wenn Sie Feedback dazu haben, freuen wir uns über Ihre Nachricht. Senden Sie uns eine E-Mail an: ExchangeHelpFeedback@microsoft.com.]  

Gilt für:Exchange Server 2016

Erfahren Sie, wie E-Mails zwischen Exchange-Servern in einer Exchange 2016-Organisation weitergeleitet werden.

Die Hauptaufgabe des Transportdiensts, der auf Postfachservern in Ihrer Exchange-Organisation vorhanden ist, besteht im Routing (d. h. im Weiterleiten) von Nachrichten, die von Benutzern und externen Quellen empfangen werden, an ihre endgültigen Bestimmungsorte. Routingentscheidungen werden während der Nachrichtenkategorisierung getroffen. Das Kategorisierungsmodul ist eine Komponente des Transportdiensts, die alle eingehenden Nachrichten verarbeitet und basierend auf Informationen zu ihren Zielen bestimmt, was mit den Nachrichten geschehen soll.

Das Routing in Exchange 2016 ist praktisch unverändert aus Exchange 2013. Im Folgenden finden Sie die wichtigen Änderungen an der Exchange 2016-Weiterleitung im Vergleich zu Exchange 2010:

  • Das Routing in Exchange 2016 bietet vollständige Unterstützung für Database Availability Groups (DAGs) und kann die DAG-Mitgliedschaft in Routingentscheidungen verwenden, auch wenn die DAG-Mitglieder sich an unterschiedlichen Active Directory-Standorten befinden. Für Postfachserver, die nicht zu DAGs gehören, und für die Interoperabilität mit vorherigen Versionen von Exchange verwendet Exchange 2016 weiterhin die Active Directory-Standortmitgliedschaft in Routingentscheidungen.

  • Der Transportdienst kommuniziert niemals direkt mit einer Postfachdatenbank. Stattdessen kommuniziert der Transportdienst mit dem Postfachtransportdienst lokal oder auf Remotepostfachservern. Nur der Postfachtransportdienst kommuniziert mit der lokalen Postfachdatenbank. Wenn der Postfachserver Mitglied einer DAG ist, akzeptiert nur der Postfachtransportdienst auf dem Postfachserver, auf dem die aktive Kopie der Postfachdatenbank gespeichert ist, Nachrichten für den Zielempfänger.

  • Remoteprozeduraufrufe (Remote Procedure Calls, RPCs) werden nur vom Postfachtransportdienst verwendet, um Nachrichten an die lokale Postfachdatenbank zu senden oder von dieser zu empfangen. Wenn der Postfachserver Mitglied einer DAG ist, verwendet der Postfachtransportdienst RPCs nur zur lokalen Kommunikation mit den aktiven Kopien der Postfachdatenbanken. RPC wird demnach nie für die server- oder dienstübergreifende Kommunikation verwendet. Stattdessen kommunizieren der Postfachtransportdienst und der Transportdienst immer mithilfe von SMTP.

  • Exchange 2016 verwendet eine präzisere Warteschlangenverwaltung für Remoteziele. Anstatt eine Warteschlange für alle Ziele an einem Active Directory-Remotestandort zu verwenden, reiht Exchange 2016 Nachrichten für bestimmte Ziele innerhalb des Active Directory-Standorts, wie z. B. für einzelne Sendeconnectors, in die Warteschlange ein.

  • Verknüpfte Connectors sind nicht mehr verfügbar. Bei einem verknüpften Connector handelte es sich um einen Empfangsconnector, der mit einem Sendeconnector verknüpft war. Alle vom Empfangsconnector empfangenen Nachrichten wurden automatisch zum Sendeconnector weitergeleitet.

Inhalt

Routingkomponenten

Weiterleiten von Nachrichten

Wenn eine Nachricht vom Transportdienst auf einem Postfachserver empfangen wird, muss sie kategorisiert werden. Die erste Phase der Nachrichtenkategorisierung ist die Empfängerauflösung. Nachdem der Empfänger aufgelöst wurde, kann das Endziel bestimmt werden. In der nächsten Phase – dem Routing – wird bestimmt, wie dieses Ziel am besten erreicht werden kann. Für das Routing in Exchange 2016 wurden zwei Konzepte eingeführt, um das Verfahren flexibler und weniger komplex zu gestalten: Routingziele und Zustellungsgruppen.

Das endgültige Ziel einer Nachricht wird als Routingziel bezeichnet. Unabhängig von der Komplexität einer Exchange-Organisation gibt es überraschend wenig Routingziele. Dies sind:

  • Eine Postfachdatenbank. Dies ist das Routingziel für jeden Empfänger mit einem Postfach in der Exchange-Organisation. In Exchange 2016 und Exchange 2013 stellen öffentliche Ordner eine Art von Postfach dar. Das Weiterleiten von Nachrichten an Empfänger in öffentlichen Ordnern funktioniert also genauso wie das Weiterleiten von Nachrichten an Postfachempfänger.

  • Ein Connector. Ein Sendeconnector wird als ein Routingziel für SMTP-Nachrichten auf Grundlage der Konfiguration des Sendeconnectors (Adressbereiche, bereichsbezogen oder nicht, usw.) verwendet. Ein Zustellungs-Agent-Connector oder ein fremder Connector werden auf ähnliche Weise als Routingziel für Nachrichten verwendet, die nicht über SMTP gesendet werden.

  • Ein Server für die Aufgliederung der Verteilergruppen. Dies ist das Routingziel, wenn eine Verteilergruppe über einen designierten Erweiterungsserver verfügt (der für die Aufgliederung der Mitgliedsliste der Gruppe zuständig ist). Bei einem Verteilergruppen-Erweiterungsserver handelt es sich um einen Exchange 2016-Postfachserver, einen Exchange 2013-Postfachserver oder einen Exchange 2010-Hub-Transportserver.

Beachten Sie, dass diese Routingziele in vorherigen Versionen von Exchange vorhanden waren. Sie wurden jedoch nicht als Routingziele bezeichnet.

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Eine Sammlung von mindestens einem Transportserver ist für das Senden von E-Mails an jedes Routingziel verantwortlich. Diese Sammlung von Transportservern wird als Zustellungsgruppe bezeichnet. Der Begriff Transportserver wird verwendet, da die Server eine Kombination aus Exchange 2016-Postfachservern (der Transportdienst), Exchange 2013-Postfachservern (der Transportdienst) oder Exchange 2010-Hub-Transportservern sein könnten. Die Beziehung zwischen Routingzielen und Zustellungsgruppen wird in der folgenden Tabelle erläutert:

 

Routingziel Zustellungsgruppe

Exchange 2016- oder Exchange 2013-Postfachdatenbanken

Exchange 2016- oder Exchange 2013-Postfachserver.

Exchange 2010-Postfachdatenbanken

Nur Exchange 2010-Hub-Transportserver.

Connectors

Exchange 2016-Postfachserver, Exchange 2013-Postfachserver oder Exchange 2010-Hub-Transportserver.

Server für die Aufgliederung der Verteilergruppe

Exchange 2016-Postfachserver, Exchange 2013-Postfachserver oder Exchange 2010-Hub-Transportserver.

Wie die Nachricht weitergeleitet wird, hängt von der Beziehung zwischen der Quellzustellungsgruppe und der Zielzustellungsgruppe ab:

  • Wenn die Quell- und Zielzustellungsgruppen identisch sind, sind keine Routingentscheidungen erforderlich. Das Routingziel ist der nächste Hop für die Nachricht.

  • Wenn sich die Quellzustellungsgruppe außerhalb der Zielzustellungsgruppe befindet, sind Routingentscheidungen erforderlich. Die Nachricht wird auf dem kostengünstigsten Routingpfad zur Zielzustellungsgruppe umgeleitet. Die Nachricht wird in Abhängigkeit der Größe und Komplexität der Exchange-Umgebung möglicherweise durch viele Transportserver umgeleitet, um die Zielzustellungsgruppe für die Zustellung an das Routingziel zu erreichen.

Die unterschiedlichen Zustellungsgruppentypen in Exchange 2016 werden in der folgenden Tabelle zusammengefasst.

 

Zustellungsgruppentyp Zustellungsgruppe Routingziel Kommentare

Routingfähige DAG

Zur Exchange 2016-DAG gehörende Exchange 2016-Postfachserver.

Zur Exchange 2013-DAG gehörende Exchange 2013-Postfachserver.

Postfachdatenbanken in der DAG

Nachdem die Nachricht bei einem Postfachserver in der DAG eingegangen ist, leitet der Transportdienst die Nachricht an den Postfachtransportzustellungs-Dienst für das DAG-Mitglied weiter, das über die aktive Kopie der Zielpostfachdatenbank verfügt. Der Postfachtransportzustellungs-Dienst sendet die Nachricht anschließend an die lokale Postfachdatenbank. Auch wenn eine DAG möglicherweise an unterschiedlichen Active Directory-Standorten befindliche Postfachserver enthält, definiert die DAG die Zustellungsgruppe, nicht den Active Directory-Standort.

Postfachzustellungsgruppe (Exchange 2016 und Exchange 2013)

Exchange 2016-Postfachserver und Exchange 2013-Postfachserver am Active Directory-Standort.

Postfachdatenbanken auf Exchange 2016-Postfachservern oder Exchange 2013-Postfachservern am Active Directory-Standort, die nicht zu einer DAG gehören.

Auf Exchange 2016-Postfachservern und Exchange 2013-Postfachservern befindliche Postfachdatenbanken, die nicht zu einer DAG gehören, werden durch den Transportdienst auf Exchange 2016-Postfachservern und Exchange 2013-Postfachservern am selben Active Directory-Standort bedient.

Nachdem die Nachricht auf einem Exchange 2016- oder einem Exchange 2013-Postfachserver am Active Directory-Standort eingegangen ist, verwendet der Transportdienst SMTP, um die Nachricht zum Postfachtransportzustellungs-Dienst auf dem Postfachserver zu übertragen, auf dem die Postfachdatenbank enthalten ist. Der Postfachtransportzustellungs-Dienst sendet die Nachricht dann mithilfe eines RPC an die lokale Postfachdatenbank.

Die folgenden E-Mail-Zustellungspfade werden demnach zwischen den unterschiedlichen Versionen von Exchange unterstützt:

  • Exchange 2016-Transportdienst zum Exchange 2013-Postfachtransportzustellungs-Dienst zur Exchange 2013-Postfachdatenbank.

  • Exchange 2013-Transportdienst zum Exchange 2016-Postfachtransportzustellungs-Dienst zur Exchange 2016-Postfachdatenbank.

Postfachzustellungsgruppe (Exchange 2010)

Exchange 2010-Hub-Transportserver am Active Directory-Standort.

Postfachdatenbanken auf Exchange 2010-Postfachservern am Active Directory-Standort.

Auf Exchange 2010-Postfachservern befindliche Postfachdatenbanken werden durch die Exchange 2010-Hub-Transportserver am selben Active Directory-Standort bedient.

Nachdem die Nachricht bei einem zufälligen Exchange 2010-Hub-Transportserver am Active Directory-Standort eingegangen ist, verwendet der Speichertreiber auf dem Hub-Transportserver RPC, um die Nachricht in den Postfachdatenbank zu schreiben.

Connectorquellserver

Eine Kombination aus Exchange 2016-Postfachservern, Exchange 2013-Postfachservern oder Exchange 2010-Hub-Transportservern, die als Quelltransportserver für den Connector definiert sind.

Ein Sendeconnector, Zustellungs-Agent-Connector oder fremder Connector.

Wenn der Connector bereichsbezogen (d. h. auf Transportserver am selben Active Directory-Standort beschränkt) ist, können nur andere Transportserver an diesem Standort den Connector unterstützen und ihn verwenden, um E-Mails weiterzuleiten.

Wenn der Connector nicht bereichsbezogen ist, können alle Transportserver in der gesamten Active Directory-Gesamtstruktur den Connector unterstützen und ihn verwenden, um E-Mails weiterzuleiten.

Serverliste

Der Exchange 2016-Postfachserver, Exchange 2013-Postfachserver oder Exchange 2010-Hub-Transportserver, der als der Server für die Aufgliederung für die Verteilergruppe definiert ist.

Der Server für die Aufgliederung der Verteilergruppe.

n/z

AD-Standort

Eine Kombination aus Exchange 2016-Postfachservern, Exchange 2013-Postfachservern oder Exchange 2010-Hub-Transportservern, die vorhanden sind an:

  • Active Directory-Standorten, die als Hub-Standorte konfiguriert sind.

  • Active Directory-Standorten, die über abonnierte Edge-Transport-Server verfügen.

Keine. Die Nachricht muss über den Weg zum tatsächlichen Routingziel zum Active Directory-Standort gelangen.

Dieser Zustellungsgruppentyp ist das einzige Routingszenario in Exchange 2016, in dem die verzögerte Auffächerung weiterhin verwendet wird. Bei der verzögerten Auffächerung wird versucht, die Anzahl von Nachrichtenübermittlungen zu reduzieren, wenn mehrerer Routingziele Teile des kostengünstigsten Routingpfads gemeinsam verwenden.

Hub-Standorte werden nur verwendet, wenn der Active Directory-Standort zusammen mit dem kostengünstigsten Routingpfad für die Nachricht vorhanden ist.

Für Edge-Transport-Server kann der Transportdienst auf dem Postfachserver am abonnierten Active Directory-Standort Nachrichten an den Edge-Transport-Server senden, und zwar unabhängig davon, ob der Server sich an der EdgeSync-Synchronisierung beteiligt. Weitere Informationen finden Sie unter Edge-Transport-Server.

noteHinweis:
Eine Mitgliedschaft in mehreren Zustellungsgruppen schließt sich nicht gegenseitig aus. Beispielsweise kann ein Exchange 2016-Postfachserver, der Mitglied einer DAG ist, auch der Quelltransportserver eines Sendeconnectors sein. Der Postfachserver gehört sowohl zur Zustellungsgruppe der routingfähigen DAG für die Postfachdatenbanken in der DAG als auch zu einer Zustellungsgruppe der Connectorquellserver für den Sendeconnector.

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Aus der Perspektive des sendenden Transportservers stellt jede Nachrichtenzustellungswarteschlange das Ziel für eine bestimmte Nachricht dar. Wenn der Transportdienst das Ziel für eine Nachricht auswählt, wird das Ziel als Attribut NextHopSolutionKey auf den Empfänger gestempelt. Wenn eine einzelne Nachricht an mehrere Empfänger gesendet wird, verfügt jeder dieser Empfänger über das Attribut NextHopSolutionKey. Der empfangende Transportserver führt ebenfalls Nachrichtenkategorisierung aus und reiht die Nachricht für die Zustellung in eine Warteschlange ein. Nachdem eine Nachricht in einer Warteschlange gespeichert wurde, können Sie den Zustellungstyp für eine bestimmte Warteschlange untersuchen, damit Sie bestimmen können, ob eine Nachricht nochmals mittels Relay weitergeleitet wird, wenn sie das nächste Hopziel erreicht. Jeder eindeutige Wert des Attributs NextHopSolutionKey entspricht einer separaten Nachrichtenzustellungswarteschlange.

Weitere Informationen finden Sie unter NextHopSolutionKey.

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Wenn eine Nachricht an eine Remotezustellungsgruppe gesendet werden muss, muss ein Routingpfad für die Nachricht ermittelt werden. Exchange 2016 verwendet folgende Logik, um den Routingpfad für eine Nachricht auszuwählen. Diese Logik wurde weitgehend unverändert aus Exchange 2010 übernommen:

  1. Es wird der kostengünstigste Routingpfad berechnet, indem die Kosten der IP-Standortverknüpfungen addiert werden, die zum Erreichen des Ziels durchlaufen werden müssen. Wenn das Ziel ein Connector ist, werden die dem Adressraum zugewiesenen Kosten zu den Kosten addiert, die zum Erreichen des ausgewählten Connectors erforderlich sind. Wenn mehrere Routingpfade möglich sind, wird der Routingpfad mit den geringsten Gesamtkosten verwendet.

  2. Wenn mehrere Routingpfade die gleichen Gesamtkosten aufweisen, wird die Anzahl der Hops in jedem Pfad ausgewertet, und der Routingpfad mit der geringsten Anzahl von Hops wird verwendet.

  3. Wenn dann immer noch mehrere Routingpfade zur Verfügung stehen, werden die Namen berücksichtigt, die den Active Directory-Standorten vor dem Ziel zugeordnet sind. Es wird der Routingpfad verwendet, in dem der Active Directory-Standort, der dem Ziel am nächsten ist, in der alphanumerischen Reihenfolge am niedrigsten ist. Wenn der Standort in größter Nähe zum Ziel für alle ausgewerteten Routingpfade identisch ist, wird ein früherer Standortname berücksichtigt.

In Exchange 2010 ist jeder Nachrichtenempfänger mit nur einem Active Directory-Standort verknüpft. Zudem gibt es nur ein kostengünstigstes Routing vom Active Directory-Quellstandort zum Zielstandort. In Exchange 2016 kann sich eine Zustellungsgruppe auf mehrere Active Directory-Standorte erstrecken. Zudem sind möglicherweise mehrere kostengünstigste Routingpfade zu diesen Standorten vorhanden. Exchange 2016 ernennt einen einzelnen Active Directory-Standort in der Zielzustellungsgruppe als den primären Standort. Der primäre Standort ist der nächst gelegene Active Directory-Standort auf Grundlage der zuvor beschriebenen Routinglogik. Exchange 2016 berücksichtigt die folgenden Punkte, um Nachrichten erfolgreich zwischen Zustellungsgruppen weiterzuleiten.

  • Mindestens ein Hubstandort entlang des kostengünstigsten Routingpfads   Wenn sich Hubstandorte im kostengünstigsten Routingpfad zum primären Standort befinden, müssen die Nachrichten durch die Hubstandorte geroutet werden. Der nächstgelegene Hubstandort im kostengünstigsten Routingpfad wird als neue Zustellungsgruppe vom Typ AD site ausgewählt und umfasst alle Transportserver am Hubstandort. Nachdem die Nachricht den Hubstandort durchlaufen hat, wird die Weiterleitung entlang des kostengünstigsten Routingpfads fortgesetzt. Wenn es sich beim primären Standort gleichzeitig um einen Hubstandort handelt, wird der primäre Standort aus folgenden Gründen weiterhin als Hubstandort betrachtet:

    • Wenn sich die Zielzustellungsgruppe über mehrere Active Directory-Standorte erstreckt, sollte der Quellserver nur eine Verbindung mit den Servern am Hubstandort herstellen.

    • Die Server am Hubstandort, die zur Zielzustellungsgruppe gehören, werden bevorzugt.

    Wie in vorherigen Exchange-Versionen werden alle Hubstandorte ignoriert, die sich nicht im kostengünstigsten Routingpfad zum primären Standort befinden.

  • Der in der Zielroutinggruppe auszuwählende Exchange-Zielserver. Wenn sich die Zielzustellungsgruppe über mehrere Active Directory-Standorte erstreckt, weist der Routingpfad zu bestimmten Servern innerhalb der Zustellungsgruppe möglicherweise unterschiedliche Kosten auf. Server, die sich am nächstgelegenen Active Directory-Standort befinden, werden basierend auf dem kostengünstigsten Routingpfad als Zielserver für die Zustellungsgruppe ausgewählt, und der Active Directory-Standort, an dem sich diese Server befinden, wird als primärer Standort ausgewählt.

  • Rückgriff auf Fallbackoptionen, wenn eine Verbindungsherstellung mit keinem Server in der Zielroutinggruppe möglich ist. Wenn sich die Zielzustellungsgruppe über mehrere Active Directory-Standorte erstreckt, besteht die erste Fallbackoption darin, alle anderen Server in der Zielzustellungsgruppe an anderen Active Directory-Standorten zu kontaktieren, die nicht als Zielserver ausgewählt sind. Die Server werden basierend auf den Kosten der kostengünstigsten Routingpfade zu diesen anderen Active Directory-Standorten ausgewählt. Wenn die Zielzustellungsgruppe über Server am lokalen Active Directory-Standort verfügt, gibt es keine weiteren Fallbackoptionen, da die Nachricht bereits so nah wie möglich an das Routingziel weitergeleitet wurde. Wenn die Zielzustellungsgruppe über Server an Active Directory-Remotestandorten verfügt, kann versucht werden, eine Verbindung mit allen anderen Servern am primären Standort herzustellen. Wenn dies nicht funktioniert, wird ein Backoff-Pfad im kostengünstigsten Routingpfad zum primären Standort verwendet. Exchange 2016 versucht, die Nachricht so nah wie möglich an das Ziel zu übermitteln, indem mithilfe des Backoff-Mechanismus der kostengünstigste Routingpfad Hop für Hop zurückverfolgt wird, bis eine Verbindung hergestellt werden kann.

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Die Art und Weise, in der Exchange 2016 Nachrichten zwischen Active Directory-Standorten routet, ist weitestgehend die gleiche wie in Exchange 2010. Weitere Informationen finden Sie unter Weiterleiten von E-Mails zwischen Active Directory-Standorten.

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Der Front-End-Transport-Dienst fungiert als ein statusfreier Proxy für den gesamten eingehenden und (optional) ausgehenden externen SMTP-Datenverkehr für die Exchange-Organisation. Bei ausgehenden Nachrichten kommuniziert der Transportdienst nur dann mit dem Front-End-Transportdienst, wenn er dafür konfiguriert wurde. Weitere Informationen finden Sie unter Configure Send connectors to proxy outbound mail.

Bei eingehenden Nachrichten muss der Front-End-Transport-Dienst schnell einen einzelnen, fehlerfreien Transportdienst finden, der die Nachrichtenübermittlung empfangen kann, unabhängig von Anzahl oder Typ der Empfänger. Falls dies nicht möglich ist, wird der E-Mail-Dienst vom sendenden Server als nicht verfügbar eingestuft. Ebenso wie der Transportdienst lädt der Front-End-Transport-Dienst Routingtabellen basierend auf Informationen aus Active Directory und verwendet Zustellungsgruppen, um die Weiterleitung von Nachrichten festzulegen. Die vom Front-End-Transport-Dienst verwendeten Routingtabellen weisen jedoch folgende einzigartige Merkmale auf:

  • Der Front-End-Transport-Dienst wird niemals als Mitglied einer Zustellungsgruppe betrachtet, selbst wenn der Postfachserver und der Clientzugriffsserver auf dem gleichen physischen Server (was in Exchange 2016 immer der Fall ist) installiert sind. Daher ist der Front-End-Transport-Dienst gezwungen, ausschließlich mit dem Transportdienst zu kommunizieren.

  • Die Routingtabellen enthalten keine Sendeconnectorrouten.

  • Die Routingtabellen enthalten eine spezielle Liste mit Postfachservern am lokalen Active Directory-Standort, damit ein schnelles Failover möglich ist.

Beim Routing im Front-End-Transport-Dienst werden die Namen der Nachrichtenempfänger in Postfachdatenbanken aufgelöst. Die Liste der vom Front-End-Transport-Dienst verwendeten Postfachserver basiert auf den Postfachdatenbanken der Nachrichtenempfänger. Beachten Sie, dass möglicherweise keiner der Empfänger über Postfächer verfügt, z. B. wenn der Empfänger eine Verteilergruppe oder ein E-Mail-Benutzer ist. Der Front-End-Transport-Dienst sucht für jede Postfachdatenbank die Zustellungsgruppe und die zugehörigen Routinginformationen. Folgende Zustellungsgruppen werden vom Front-End-Transport-Dienst verwendet:

  • Routingfähige DAG

  • Postfachzustellungsgruppe

  • AD-Standort

Je nach Anzahl und Typ der Empfänger führt der Front-End-Transport-Dienst eine der folgenden Aktionen aus:

  • Für Nachrichten, die an einen Empfänger mit einzelnem Postfach gerichtet sind, wird ein Postfachserver in der Zielzustellungsgruppe ausgewählt, dabei wird der Postfachserver bevorzugt, der dem Active Directory-Standort am nächsten gelegen ist. Die Weiterleitung von Nachrichten zum Empfänger umfasst möglicherweise die Weiterleitung der Nachricht über einen Hubstandort.

  • Für Nachrichten, die an Empfänger mit mehreren Postfächern gerichtet sind, werden die ersten 20 Empfänger verwendet, um einen Postfachserver in der am nächsten gelegenen Zustellungsgruppe auswählen, basierend auf der Nähe zum Active Directory-Standort. Beachten Sie, dass im Front-End-Transport-Dienst keine Nachrichtenverzweigung erfolgt, es wird also letztendlich nur ein Postfachserver ausgewählt, unabhängig von der Anzahl von Empfängern in einer Nachricht.

  • Wählen Sie einen zufälligen Postfachserver am lokalen Active Directory-Standort aus, wenn eine Nachricht keine Postfachempfänger enthält.

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Der Postfachtransportdienst besteht aus zwei getrennten Diensten: dem Dienst für die Postfachtransportübermittlung und dem Dienst für die Postfachtransportzustellung. Der Dienst für die Postfachtransportzustellung empfängt SMTP-Nachrichten vom Transportdienst und stellt über einen RPC eine Verbindung mit der lokalen Postfachdatenbank her, um die Nachricht zuzustellen. Der Dienst stellt für die Postfachtransportübermittlung über einen RPC eine Verbindung mit der lokalen Postfachdatenbank her, um die Nachrichten abzurufen, und übermittelt die Nachrichten per SMTP an den Transportdienst. Der Postfachtransportdienst ist zustandslos und verwendet keine Nachrichtenzustellungswarteschlangen.

Ebenso wie der Transportdienst lädt der Postfachtransportdienst Routingtabellen basierend auf Informationen aus Active Directory und verwendet Zustellungsgruppen, um die Weiterleitung von Nachrichten festzulegen. Der Postfachtransportdienst weist jedoch einige einzigartige Routingaspekte auf:

  • Da sich der Transportdienst und der Postfachtransportdienst auf dem gleichen Postfachserver befinden, gehört der Postfachtransportdienst immer zur gleichen Zustellungsgruppe wie der Postfachserver. Diese Zustellungsgruppe wird als lokale Zustellungsgruppe bezeichnet.

  • Der Dienst für die Postfachtransportübermittlung sendet Nachrichten nicht automatisch an den Transportdienst auf dem lokalen Postfachserver oder auf anderen Postfachservern in der eigenen lokalen Zustellungsgruppe. Der Dienst für die Postfachtransportübermittlung greift auf die gleichen Informationen zur Routingtopologie zu wie der Transportdienst und kann daher Nachrichten an den Transportdienst auf Postfachservern außerhalb der Zustellungsgruppe senden. Die Postfachserver in der lokalen Zustellungsgruppe werden als Fallbackoptionen genutzt und zur Zustellung an Empfänger ohne Postfach verwendet.

  • Der Postfachtransportdienst kommuniziert nur mit dem Transportdienst auf Postfachservern.

  • Der Postfachtransportdienst kommuniziert nur mit lokalen Postfachdatenbanken. Der Postfachtransportdienst kommuniziert niemals mit Postfachdatenbanken auf anderen Postfachservern.

Wenn ein Benutzer eine Nachricht aus dem Postfach sendet, löst der Dienst für die Postfachtransportübermittlung die Namen der Nachrichtenempfänger in Postfachdatenbanken auf. Die Liste der vom Dienst für die Postfachtransportübermittlung verwendeten Postfachserver basiert auf den Postfachdatenbanken der Nachrichtenempfänger. Beachten Sie, dass möglicherweise keiner der Empfänger über Postfächer verfügt, z. B. wenn der Empfänger eine Verteilergruppe oder ein E-Mail-Benutzer ist. Der Dienst für die Postfachtransportübermittlung sucht für jede Postfachdatenbank die Zustellungsgruppe und die zugehörigen Routinginformationen. Folgende Zustellungsgruppen werden vom Dienst für die Postfachtransportübermittlung verwendet:

  • Routingfähige DAG

  • Postfachzustellungsgruppe

  • AD-Standort

Je nach Anzahl und Typ der Empfänger führt der Dienst für die Postfachtransportübermittlung eine der folgenden Aktionen aus:

  • Für Nachrichten, die an einen Empfänger mit einzelnem Postfach gerichtet sind, wird ein Postfachserver in der Zielzustellungsgruppe ausgewählt, dabei wird der Postfachserver bevorzugt, der dem Active Directory-Standort am nächsten gelegen ist. Die Weiterleitung von Nachrichten zum Empfänger umfasst möglicherweise die Weiterleitung der Nachricht über einen Hubstandort.

  • Für Nachrichten, die an Empfänger mit mehreren Postfächern gerichtet sind, werden die ersten 20 Empfänger verwendet, um einen Postfachserver in der am nächsten gelegenen Zustellungsgruppe auswählen, basierend auf der Nähe zum Active Directory-Standort.

  • Wenn eine Nachricht keine Postfachempfänger enthält, wird ein Postfachserver in der lokalen Zustellungsgruppe ausgewählt.

Wenn der Dienst für die Postfachtransportzustellung eine Nachricht vom Transportdienst empfängt, kann der Dienst die Zustellung der Nachricht an eine lokale Postfachdatenbank akzeptieren oder ablehnen. Der Dienst für die Postfachtransportzustellung kann die Nachricht zustellen, wenn sich der Empfänger in einer aktiven Kopie einer lokalen Postfachdatenbank befindet. Befindet sich der Empfänger jedoch nicht in einer aktiven Kopie einer lokalen Postfachdatenbank, kann der Dienst für die Postfachtransportzustellung die Nachricht nicht zustellen und muss dem Transportdienst eine Unzustellbarkeitsbericht senden. Wenn die aktive Kopie der Postfachdatenbank z. B. kürzlich auf einen anderen Server verschoben wurde, überträgt der Transportdienst möglicherweise irrtümlich eine Nachricht an einen Postfachserver, auf dem sich jetzt eine inaktive Kopie der Postfachdatenbank befindet. Die Unzustellbarkeitsberichte, die der Dienst für die Postfachtransportzustellung an den Transportdienst zurückgibt, enthalten folgende Informationen:

  • Erneuter Zustellungsversuch

  • Generieren Sie einen Unzustellbarkeitsbericht (Non-Delivery Report, NDR) (wird auch als Benachrichtigung über den Zustellungsstatus (Delivery Status Notification, DSN) oder Unzustellbarkeitsnachricht (Bounce Message) bezeichnet)

  • Umleiten der Nachricht

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Der Transportdienst bietet auf dem Edge-Transport-Server SMTP-Relay- (Simple Mail Transfer Protocol) und Smarthost-Dienste für den gesamten internetfähigen Nachrichtenfluss. Aus dem Internet stammende und an das Internet gesendete Nachrichten werden in Nachrichtenzustellwarteschlangen auf dem Edge-Transport-Server gespeichert. Die Warteschlangen entsprechen externen Domänen oder Sendeconnectors. Weitere Informationen finden Sie unter NextHopSolutionKey.

Wenn Sie in Ihrem Umkreisnetzwerk einen Edge-Transport-Server installieren, müssen Sie in der Regel einen Active Directory-Standort für diesen Server abonnieren. Der Active Directory-Standort enthält die Postfachserver, die Nachrichten an den und von dem Edge-Transport-Server weiterleiten. Der Edge-Abonnementprozess erstellt eine Mitgliedschaft beim Active Directory-Standort für den Edge-Transport-Dienst. Durch die Standortmitgliedschaft können die Postfachserver am Active Directory-Standort Nachrichten mittels Relay an den Edge-Transport-Server weiterleiten, ohne dass explizite Sendeconnectors konfiguriert werden müssen.

In Organisationen, die über Exchange-Server an mehreren Active Directory-Standorten verfügen, werden ausgehende E-Mails von internen an externe Empfänger zunächst an den abonnierten Active Directory-Standort weitergeleitet. Bei Transportservern am Active Directory-Zielstandort handelt es sich um die Zustellungsgruppe. Das Routingziel ist der organisationsinterne Sendeconnector im Transportdienst der Postfachserver am abonnierten Active Directory-Standort. Der organisationsinterne Sendeconnector ist ein spezieller Sendeconnector, der im Transportdienst auf jedem Postfachserver vorhanden ist. Dieser Sendeconnector wird implizit erstellt, ist unsichtbar, muss nicht verwaltet werden und wird zum Weiterleiten von Nachrichten zwischen Exchange-Servern verwendet.

Weitere Informationen darüber, wie E-Mails an und von Edge-Transport-Server weitergeleitet werden, finden Sie unter Mail flow and the transport pipeline.

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