TechNet
Exportieren (0) Drucken
Alle erweitern

Inhaltsfilterung

[Dieses Thema gehört zur Vorabdokumentation und kann in künftigen Versionen geändert werden. Leere Themen wurden als Platzhalter hinzugefügt. Wenn Sie Feedback dazu haben, freuen wir uns über Ihre Nachricht. Senden Sie uns eine E-Mail an: ExchangeHelpFeedback@microsoft.com.]  

Gilt für:Exchange Server 2016

Erfahren Sie, wie die Inhaltsfilterung in Exchange 2016 eingehende E-Mails bewertet und als legitim bzw. Spam einstuft.

Die Inhaltsfilterung bewertet die Wahrscheinlichkeit, mit der es sich bei eingehenden E-Mail-Nachrichten um legitime Nachrichten bzw. Spam handelt. Im Gegensatz zu anderen Filtertechnologien verwendet die Inhaltsfilterung Merkmale aus einer statistisch relevanten Stichprobe von legitimen E-Mail-Nachrichten und Spam. Die Inhaltsfilterung in Exchange Server 2016 wird vom Inhaltsfilter-Agent bereitgestellt und wurde weitgehend unverändert aus Exchange Server 2010 übernommen. Updates zum Inhaltsfilter-Agent werden regelmäßig über Microsoft Update bereitgestellt.

Standardmäßig ist der Inhaltsfilter-Agent auf Edge-Transport-Servern aktiviert, sie können diesen jedoch auf Postfachservern aktivieren. Weitere Informationen finden Sie unter Aktivieren der Antispamfunktionen auf Postfachservern.

Weitere Informationen zum Konfigurieren des Inhaltsfilter-Agents finden Sie unter Verfahren zur Inhaltsfilterung.

Inhalt

Verwenden des Inhaltsfilter-Agents

Konfigurieren des Inhaltsfilter-Agents

Der Inhaltsfilter-Agent weist jeder Nachricht einen SCL-Wert (Spam Confidence Level) zwischen 0 und 9 zu. Ein höherer SCL-Wert gibt an, dass es sich bei einer Nachricht mit größerer Wahrscheinlichkeit um Spam handelt. Auf der Grundlage dieser Bewertung können Sie den Agent für die folgenden Aktionen konfigurieren:

  • Löschen   Die Nachricht wird ohne Unzustellbarkeitsbericht (auch als NDR, Benachrichtigung über den Zustellungsstatus, DSN oder Unzustellbarkeitsnachricht bezeichnet) automatisch gelöscht.

  • Zurückweisen   Die Nachricht wird mit einem Unzustellbarkeitsbericht zurückgewiesen.

  • Isolieren   Die Nachricht wird an das Spamquarantänepostfach gesendet. Weitere Informationen zum Spamquarantänepostfach finden Sie unter Spamfilter-Quarantäne in Exchange 2016.

Sie können z. B. festlegen, dass Nachrichten mit einer SCL-Bewertung von 7 oder höher gelöscht werden sollen, Nachrichten mit einer SCL-Bewertung von 6 zurückgewiesen und Nachrichten mit einer SCL-Bewertung von 5 unter Quarantäne gestellt werden sollten.

Sie können das SCL-Schwellenwertverhalten anpassen, indem Sie diesen Aktionen andere SCL-Bewertungen zuweisen. Weitere Informationen zum Anpassen des SCL-Schwellenwerts an die Anforderungen Ihrer Organisation finden Sie unter SCL-Schwellenwerte (Spam Confidence Level) in Exchange.

noteHinweis:
Nachrichten von über 11 MB werden vom intelligenten Nachrichtenfilter nicht gescannt. Vielmehr werden sie ohne Durchsuchung über den Inhaltsfilter-Agent übergeben.

Durch Konfigurieren von benutzerdefinierten Wörtern oder Ausdrücken, die der Inhaltsfilter-Agent zum Anwenden der Filterverarbeitung verwendet, können Sie anpassen, wie der Inhaltsfilter-Agent SCL-Werte zuweist. Über das Zulassen von Ausdrücken können Sie erlaubte Wörter oder Ausdrücke bestimmen. Über das Blocken von Ausdrücken werden nicht zugelassene Wörter oder Ausdrücke festgelegt. Wenn der Inhaltsfilter-Agent in einer eingehenden Nachricht einen zugelassenen Ausdruck erkennt, weist der Agent der Nachricht automatisch den SCL-Wert 0 zu. Wenn der Inhaltsfilter-Agent dagegen in einer eingehenden Nachricht einen nicht zugelassenen Ausdruck erkennt, weist der Agent der Nachricht den SCL-Wert 9 zu. Sie können bis zu 800 benutzerdefinierte Wörter oder Ausdrücke in jeder beliebigen Kombination von Groß- und Kleinbuchstaben festlegen. Die Groß-/Kleinschreibung wird vom Inhaltsfilter-Agent nicht berücksichtigt.

Der Inhaltsfilter-Agent umfasst außerdem die Outlook-E-Mail-Poststempelüberprüfung. Diese Überprüfung wird auf ausgehende Nachrichten anwendet, damit Messagingsysteme zulässige Nachrichten von Spam unterscheiden und falsch positive Ergebnisse reduziert werden können. Bei der Spamfilterung liegt ein falsch positives Ergebnis vor, wenn ein Spamfilter eine legitime Nachricht fälschlicherweise als Spam identifiziert. Wenn die Outlook-E-Mail-Poststempelüberprüfung aktiviert ist, überprüft der Inhaltsfilter-Agent die eingehende Nachricht auf eine Kopfzeile mit einem Rechenpoststempel. Das Vorhandensein einer Kopfzeile mit einem gültigen, gelösten Rechenpoststempel in der Nachricht gibt an, dass der Clientcomputer, der die Nachricht generiert hat, den Rechenpoststempel aufgelöst hat. Der Inhaltsfilter-Agent setzt daher wahrscheinlich die SCL-Bewertung der Nachricht herunter.

Computer benötigen nicht viel Verarbeitungszeit zum Lösen einzelner Rechenpoststempel. Doch die Verarbeitung von Rechenpoststempeln in Millionen von Nachrichten kann sich für Spamabsender als sehr aufwendig erweisen. Wenn die E-Mail des Absenders einen gültigen, gelösten Rechenpoststempel enthält, ist es unwahrscheinlich, dass der Absender ein Spammer ist. In diesem Fall setzt der Inhaltsfilter-Agent die SCL-Bewertung herunter. Wenn die Funktion zur Poststempelüberprüfung aktiviert ist und eine eingehende Nachricht entweder keine oder eine ungültige Kopfzeile mit einem Rechenpoststempel enthält, ändert der Inhaltsfilter-Agent die SCL-Bewertung nicht.

In einigen Organisationen müssen alle E-Mails an bestimmte Aliase akzeptiert werden. Dies kann Probleme verursachen, wenn Ihre Organisation große Mengen von Spamnachrichten verarbeiten muss. Sie können Ausnahmen für die Inhaltsfilterung für bestimmte Empfänger, Absender und Absenderdomänen konfigurieren.

Angenommen, ein Unternehmen mit dem Namen Woodgrove Bank hat den Alias „customerloans@woodgrovebank.com“, der externen Kreditnehmern einen E-Mail-Support bietet. Die Exchange-Administratoren konfigurieren gesperrte, für Spam-E-Mails typische, Ausdrücke, die von skrupellosen Kreditvermittlungsagenturen versendet werden. Um das Zurückweisen möglicherweise erwünschter Nachrichten zu verhindern, legen die Administratoren Ausnahmen für die Inhaltsfilterung fest, indem in die Konfiguration des Inhaltsfilter-Agents eine Liste mit E-Mail-Empfängeradressen eingegeben wird.

Die Aggregation von Listen sicherer Adressen ist eine Zusammenstellung von Funktionen zur Bekämpfung von Spam, die von Outlook und Exchange genutzt wird. Wie der Name schon sagt, erfasst diese Funktion Daten in den Listen sicherer Adressen zur Abwehr von Spam, die von Outlook-Benutzern konfiguriert werden, und stellt diese den Antispam-Agents auf dem Exchange-Server zur Verfügung. Der Inhaltsfilter-Agent verwendet die Listen sicherer Absender, Listen sicherer Empfänger sowie vertrauenswürdiger Kontakte in Outlook, um die Spamfilterung zu optimieren. E-Mail-Nachrichten von diesen Kontakten werden vom Inhaltsfilter-Agent als sicher eingestuft. Der Absenderfilterung und der Absenderfilter-Agent verwenden außerdem die Liste blockierter Absender in Outlook zum Durchführen einer Filterung nach Empfängern. Weitere Informationen finden Sie unter Aggregation von Listen sicherer Adressen.

Sie konfigurieren den Inhaltsfilter-Agent mithilfe der Exchange-Verwaltungsshell. Weitere Informationen finden Sie unter Verfahren zur Inhaltsfilterung.

Der Inhaltsfilter-Agent benötigt Updates, um feststellen zu können, ob es sich bei einer Nachricht um Spam handelt. Diese Updates enthalten Daten zu Phishingwebsites, Microsoft SmartScreen-Spamheuristiken und andere Updates zum intelligenten Nachrichtenfilter. Diese Updates umfassen zumeist ca. 6 MB Daten, die für einen längeren Zeitraum als andere Antispamupdatesdaten von Nutzen sind.

Inhaltsfilterupdates werden über Microsoft Update bereitgestellt. Alle zwei Wochen stehen aktualisierte Inhaltsfilterdaten zum Download zur Verfügung.

Auf Edge-Transport-Servern agiert der Edge-Regel-Agent bei Nachrichten, bevor diesen vom Inhaltsfilter-Agent der SCL-Wert zugewiesen wurde. Wenn Sie die SCLOver-Transportregelbedingung verwenden möchten, müssen Sie den Inhaltsfilter-Agent zur Ausführung vor dem Edge-Regel-Agent konfigurieren, indem Sie die Prioritäten für den Transportregel-Agent ändern. Weitere Informationen finden Sie unter Bereitstellen des SCL-Werts für Edge-Transport-Regeln.

noteHinweis:
Zwar wird der Inhaltsfilter-Agent für andere SMTP-Ereignisse ausgeführt, der SCL-Wert wird jedoch von der Instanz des Inhaltsfilter-Agents auf die Nachricht gestempelt, der für das OnEndOfData-SMTP-Ereignis registriert ist.
Wenn Sie den Inhaltsfilter-Agent zum Agieren bei Nachrichten vor dem Edge-Regel-Agent auf einem Edge-Transport-Server konfigurieren, können für den Server zusätzliche Verarbeitungskosten anfallen, weil Nachrichten, die normalerweise von anderen Transportregeln zurückgewiesen werden, vom Inhaltsfilter-Agent empfangen und ausgewertet werden, bevor sie von dem Edge-Regel-Agent zurückgewiesen werden. Außerdem sind Sie nicht mehr in der Lage, eine Transportregel für das Stempeln einer Nachricht zu konfigurieren, die einen SCL-Wert von -1, besitzt. Dieser weist den Inhaltsfilter-Agent darauf hin, die Nachricht zu ignorieren.

Weitere Informationen zu Transport-Agents und zur Transport-Agent-Priorität finden Sie unter Transport-Agents.

 
Anzeigen:
© 2016 Microsoft