Grundlagen der Rückstaufunktion

[Dieses Thema gehört zur Vorabdokumentation und kann in künftigen Versionen geändert werden. Leere Themen wurden als Platzhalter hinzugefügt. Wenn Sie Feedback dazu haben, freuen wir uns über Ihre Nachricht. Senden Sie uns eine E-Mail an: ExchangeHelpFeedback@microsoft.com.]  

Gilt für:Exchange Server 2016

Erfahren Sie, wie die Rückstaufunktion Systemressourcen auf Exchange 2016-Servern überwacht, um zu verhindern, dass Server von dem Volumen eingehender Nachrichten überlastet werden.

Die Rückstaufunktion ist eine Überwachungsfunktion für Systemressourcen des Microsoft Exchange-Transportdiensts, der auf Postfachservern und Edge-Transport-Server vorhanden ist. Die Rückstaufunktion erkennt, wann wichtige Systemressourcen, z. B. Festplattenspeicher und Arbeitsspeicher, überlastet sind, und ergreift entsprechende Maßnahmen, um zu verhindern, dass der Server komplett überlastet wird und nicht mehr verfügbar ist. Wenn ein Auslastungsgrad einer Systemressource auf dem Exchange-Server beispielsweise als zu hoch eingestuft wird, wird das Annehmen neuer Nachrichten auf dem Server verzögert. Wenn die Ressourcenauslastung noch höher wird, nimmt der Server keine neuen Nachrichten an, um ausschließlich an der Verarbeitung aller vorhandenen Nachrichten zu arbeiten, und die Verarbeitung ausgehender Nachrichten wird möglicherweise vollständig eingestellt. Wenn die Systemressourcenauslastung wieder auf einer akzeptablen Stufe ist, nimmt der Exchange-Server den normalen Betrieb wieder auf, indem neue Nachrichten akzeptiert und ausgehende Nachrichten verarbeitet werden.

Inhalt

Überwachte Ressourcen

Von der Rückstaufunktion ergriffene Maßnahmen, wenn die Ressourcen überlastet sind

Rückstaukonfigurationsoptionen in der Datei „EdgeTransport.exe.config“

Rückstauprotokollierungsinformationen

Die folgenden Systemressourcen werden von der Rückstaufunktion überwacht:

  • DatabaseUsedSpace[%ExchangeInstallPath%TransportRoles\data\Queue] Festplattenauslastung für die Festplatte, auf der die Nachrichtenwarteschlangendatenbank gespeichert ist.

  • PrivateBytes Der Arbeitsspeicher, der vom Prozess „EdgeTransport.exe“ verwendet wird.

  • QueueLength[SubmissionQueue] Die Anzahl der Nachrichten in der Übermittlungswarteschlange.

  • SystemMemory Der Arbeitsspeicher, der von allen anderen Prozessen verwendet wird.

  • UsedDiskSpace[%ExchangeInstallPath%TransportRoles\data\Queue]   Festplattenauslastung für die Festplatte, auf der die Transaktionsprotokolle der Nachrichtenwarteschlangendatenbank gespeichert sind.

  • UsedDiskSpace[%ExchangeInstallPath%TransportRoles\data] Festplattenauslastung für die Festplatte, die für die Inhaltskonvertierung verwendet wird.

  • UsedVersionBuckets[%ExchangeInstallPath%TransportRoles\data\Queue\mail.que] Die Anzahl der nicht übergebenen Transaktionen der Nachrichtenwarteschlangendatenbank, die im Arbeitsspeicher vorhanden sind.

Für jede überwachte Systemressource auf einem Postfachserver oder einem Edge-Transport-Server gelten die folgenden drei Stufen für die Ressourcenauslastung oder den Rückstau:

  • Niedrig oder Normal   Die Ressource wird nicht übermäßig verwendet. Der Server nimmt neue Verbindungen und Nachrichten an.

  • Mittel   Die Ressource ist geringfügig überlastet. Die Rückstaufunktion wird in begrenztem Umfang auf den Server angewendet. E-Mail von Absendern in der autoritativen Domäne der Organisation kann übermittelt werden. Je nach der spezifischen ausgelasteten Ressource verwendet der Server jedoch das Teergrubenverfahren, um die Serverantwort zu verzögern, oder weist eingehende MAIL FROM-Befehle von anderen Quellen zurück.

  • Hoch   Die Ressource ist hochgradig überlastet. Die Rückstaufunktion wird in vollem Umfang angewendet. Die gesamte Nachrichtenübermittlung wird eingestellt, und der Server weist alle neu eingehenden MAIL FROM-Befehle zurück.

Übergangsebenen definieren die niedrigen, mittleren und hohen Ressourcenauslastungswerte in Abhängigkeit davon, ob der Ressourcendruck steigt oder fällt. In der Regel ist eine Ressourcenauslastungsstufe erforderlich, die niedriger als die ursprüngliche Stufe ist, wenn die Ressourcenauslastung sinkt. Anders ausgedrückt, gibt es einfach keinen statischen Wert für einen niedrigen, mittleren und hohen Ressourcendruck. Sie müssen wissen, ob die Auslastung steigt oder abnimmt, bevor Sie die nächste Änderung in der Ressourcenauslastungsstufe ermitteln können.

In den folgenden Abschnitten wird erläutert, wie Exchange die Situation verarbeitet, wenn eine bestimmte Ressource überlastet ist.

Ressource   DatabaseUsedSpace[%ExchangeInstallPath%TransportRoles\data\Queue]

Beschreibung Überwacht den Prozentsatz des Festplattenspeicherplatzes insgesamt, der von allen Dateien auf der Festplatte verbraucht wird, auf der die Nachrichtenwarteschlangendatenbank gespeichert ist. Beachten Sie, dass die Datei der Nachrichtenwarteschlangendatenbank nicht verwendeten Platz enthält, eine genaue Beschreibung des gesamten Festplattenspeicherplatzes, der von allen Dateien verbraucht wird, ist daher die Festplattengröße - freier Festplattenspeicher - freier Platz in der Datenbank.

Informationen zum Ändern des Standardspeicherorts der Nachrichtenwarteschlangendatenbank finden Sie unter Change the location of the queue database.

Druckübergänge (%):

  • LowToMedium   96

  • MediumToHigh   99

  • HighToMedium   97

  • MediumToLow   94

Kommentare:

Die standardmäßig hohe Stufe für die Auslastung der Festplatte wird mithilfe der folgenden Formel berechnet:

100 * (<hard drive size in MB> - 500 MB) / <hard drive size in MB>

In dieser Formel wird die Tatsache berücksichtigt, dass in der Nachrichtenwarteschlangendatenbank ungenutzter Speicherplatz vorhanden ist.

1 GB = 1024 MB. Das Ergebnis wird auf die nächste ganze Zahl abgerundet.

Wenn sich die Nachrichtenwarteschlangendatenbank auf einer Festplatte mit 1 Terabyte (TB) (1048576 MB) befindet, ist die hohe Auslastung 100*(1048576-500)/1048576) oder 99 %.

Wie Sie anhand der Formel und des Abrundungsverhaltens sehen können, muss die Festplatte sehr klein sein, bevor die Formel einen hohen Auslastungswert berechnet, der weniger als 99 % beträgt. Ein Wert von 98 % für hohe Auslastung erfordert eine Festplatte von ca. 25 GB oder weniger.

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Ressource   PrivateBytes

Beschreibung Überwacht den Prozentsatz des Arbeitsspeichers, der vom Prozess „EdgeTransport.exe“ verwendet wird, der Teil des Microsoft Exchange-Transportdiensts ist. Darin ist kein virtueller Speicher in der Auslagerungsdatei oder Speicher enthalten, der von anderen Prozessen verwendet wird.

Druckübergänge (%):

  • LowToMedium   72

  • MediumToHigh   75

  • HighToMedium   73

  • MediumToLow   71

Kommentare:

Standardmäßig beträgt die hohe Stufe der Arbeitsspeicherauslastung durch den Prozess „EdgeTransport.exe“ 75 % des gesamten physikalischen Arbeitsspeichers oder 1 Terabyte (dabei wird der kleinere der beiden Werte verwendet). Die Ergebnisse werden immer auf die nächste ganze Zahl abgerundet.

Exchange speichert den Verlauf der Arbeitsspeicherauslastung des Prozesses "EdgeTransport.exe". Wenn die Auslastung während einer bestimmten Anzahl von Abrufintervallen (Verlaufstiefe) nicht auf ein niedriges Niveau zurückgeht, beginnt Exchange mit dem Zurückweisen eingehender Nachrichten, bis die Ressourcenauslastung sich wieder auf einem niedrigen Niveau befindet. Standardmäßig beträgt die Verlaufstiefe für die Speicherauslastung von „EdgeTransport.exe“ 30 Abrufintervalle.

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Ressource   QueueLength[SubmissionQueue]

Beschreibung   Überwacht die Anzahl der Nachrichten in der Übermittlungswarteschlange. Nachrichten treten der Übermittlungswarteschlange in der Regel über Empfangsconnectors bei. Weitere Informationen finden Sie unter Nachrichtenfluss und die Transportpipeline. Eine große Anzahl von Nachrichten in der Übermittlungswarteschlange weist darauf hin, dass das Kategorisierungsmodul Nachrichten nicht ordnungsgemäß verarbeiten kann.

Druckübergänge:

  • LowToMedium   9999

  • MediumToHigh   15000

  • HighToMedium   10000

  • MediumToLow   2000

Kommentare:

Wenn die Übermittlungswarteschlange überlastet ist, drosselt Exchange eingehende Verbindungen durch Verzögern der Bestätigung eingehender Nachrichten. Exchange reduziert die Rate des eingehenden E-Mail-Flusses durch das Teergrubenverfahren, bei dem die Bestätigung des SMTP-MAIL FROM-Befehls an den sendenden Server verzögert wird. Wenn die Überlastungsbedingung anhält, erhöht Exchange stufenweise die Teergrubenverzögerung. Nachdem die Auslastung der Übermittlungswarteschlange auf ein niedriges Niveau zurückgekehrt ist, reduziert Exchange die Bestätigungsverzögerung und nimmt wieder den normalen Betrieb auf. Standardmäßig verzögert Exchange Nachrichtenbestätigungen für 10 Sekunden, wenn die Übermittlungswarteschlange überlastet ist. Wenn die Ressourcenauslastung anhält, wird die Verzögerung in 5-Sekunden-Schritten auf bis zu 55 Sekunden verlängert.

Exchange speichert den Auslastungsverlauf der Übermittlungswarteschlange. Wenn die Auslastung der Übermittlungswarteschlange während einer bestimmten Anzahl von Abrufintervallen (Verlaufstiefe) nicht auf ein niedriges Niveau zurückgeht, beendet Exchange die Teergrubenverzögerung und beginnt mit dem Zurückweisen eingehender Nachrichten, bis die Auslastung der Übermittlungswarteschlange sich wieder auf einem niedrigen Niveau befindet. Standardmäßig liegt die Verlaufstiefe für die Übermittlungswarteschlange bei 300 Abrufintervallen.

Ressource   SystemMemory

Beschreibung Überwacht den Prozentsatz des Arbeitsspeichers, der von allen Prozessen auf dem Exchange-Server verwendet wird. Darin ist der virtuelle Speicher in der Auslagerungsdatei nicht enthalten.

Druckübergänge (%):

  • LowToMedium   88

  • MediumToHigh   94

  • HighToMedium   89

  • MediumToLow   84

Kommentare:

Wenn der Server die hohe Arbeitsspeicherauslastung erreicht, tritt eine Nachrichtenpausierung auf. Als „Nachrichtenpausierung“ wird der Vorgang des Entfernens nicht erforderlicher Elemente von Nachrichten in Warteschlangen bezeichnet, die im Arbeitsspeicher zwischengespeichert sind. Vollständige Nachrichten werden in der Regel im Arbeitsspeicher aus Gründen der Leistungssteigerung gespeichert. Durch das Entfernen von MIME-Inhalten aus diesen zwischengespeicherten Nachrichten sinkt die Arbeitsspeicherauslastung. Allerdings entstehen längere Wartezeiten, da die Nachrichten nun direkt aus der Nachrichtenwarteschlangendatenbank gelesen werden. Standardmäßig ist die Nachrichtenpausierung aktiviert.

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Ressource   UsedDiskSpace[%ExchangeInstallPath%TransportRoles\data\Queue]

Beschreibung Überwacht den Prozentsatz des Festplattenspeicherplatzes insgesamt, der von allen Dateien auf der Festplatte verbraucht wird, auf der die Transaktionsprotokolle der Nachrichtenwarteschlangendatenbank gespeichert sind. Informationen zum Ändern des Standardspeicherorts finden Sie unter Change the location of the queue database.

Druckübergänge (%):

  • LowToMedium   89

  • MediumToHigh   99

  • HighToMedium   90

  • MediumToLow   80

Kommentare:

Die standardmäßig hohe Stufe für die Auslastung der Festplatte wird mithilfe der folgenden Formel berechnet:

100 * (<hard drive size in MB> - 1152 MB) / <hard drive size in MB>

1 GB = 1024 MB. Das Ergebnis wird auf die nächste ganze Zahl abgerundet.

Wenn sich die Warteschlangendatenbank auf einer Festplatte mit 1 Terabyte (TB) (1048576 MB) befindet, ist die hohe Auslastung 100*(1048576-1152)/1048576) oder 99 %.

Wie Sie anhand der Formel und dem Abrundungsverhalten sehen können, muss die Festplatte recht klein sein, bevor die Formel einen hohen Auslastungswert berechnet, der weniger als 99 % beträgt. Ein Wert von 98 % für hohe Auslastung erfordert eine Festplatte von ca. 56 GB oder weniger.

Die %ExchangeInstallPath%Bin\EdgeTransport.exe.config-Anwendungskonfigurationsdatei enthält den DatabaseCheckPointDepthMax-Schlüssel, der den Standardwert 384MB aufweist. Dieser Schlüssel steuert die zulässige Gesamtgröße aller nicht übergebenen Transaktionsprotokolle, die auf dem Festplattenlaufwerk vorhanden sind. Der Wert dieses Schlüssels wird in der Formel verwendet, die die hohe Auslastung berechnet. Wenn Sie diesen Wert anpassen, sieht die Formel folgendermaßen aus:

100 * (<hard drive size in MB> - Min(5120 MB, 3*DatabaseCheckPointDepthMax)) / <hard drive size in MB>

noteHinweis:
Der Wert des Schlüssels DatabaseCheckPointDepthMax gilt für alle transportbezogenen ESE-Datenbanken (Extensible Storage Engine), die auf dem Postfachserver oder dem Exchange-Server vorhanden sind. Auf Postfachservern umfasst dies die Nachrichtenwarteschlangendatenbank sowie die Absenderzuverlässigkeitsdatenbank. Auf Edge-Transport-Servern umfasst dies die Nachrichtenwartenschlangendatenbank, die Absenderzuverlässigkeitsdatenbank sowie die IP-Filterdatenbank, die vom Verbindungsfilter-Agent verwendet wird.

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Ressource   UsedDiskSpace[%ExchangeInstallPath%TransportRoles\data]

Beschreibung Überwacht den Prozentsatz des Festplattenspeicherplatzes insgesamt, der von allen Dateien auf der Festplatte verbraucht wird, die für die Inhaltskonvertierung verwendet werden. Der Standardspeicherort des Ordners ist %ExchangeInstallPath%TransportRoles\data\Temp und wird vom Schlüssel TemporaryStoragePath in der %ExchangeInstallPath%Bin\EdgeTransport.exe.config-Anwendungskonfigurationsdatei gesteuert.

Druckübergänge (%):

  • LowToMedium   89

  • MediumToHigh   99

  • HighToMedium   90

  • MediumToLow   80

Kommentare:

Die standardmäßig hohe Stufe für die Auslastung der Festplatte wird mithilfe der folgenden Formel berechnet:

100 * (<hard drive size in MB> - 500 MB) / <hard drive size in MB>

1 GB = 1024 MB. Das Ergebnis wird auf die nächste ganze Zahl abgerundet.

Wenn sich die Nachrichtenwarteschlangendatenbank auf einer Festplatte mit 1 Terabyte (TB) (1048576 MB) befindet, ist die hohe Auslastung 100*(1048576-500)/1048576) oder 99 %.

Wie Sie anhand der Formel und des Abrundungsverhaltens sehen können, muss die Festplatte sehr klein sein, bevor die Formel einen hohen Auslastungswert berechnet, der weniger als 99 % beträgt. Ein Wert von 98 % für hohe Auslastung erfordert eine Festplatte von ca. 25 GB oder weniger.

Ressource   UsedVersionBuckets[%ExchangeInstallPath%TransportRoles\data\Queue\mail.queue]

Beschreibung  Überwachen der Anzahl nicht übergebener Transaktionen der Nachrichtenwarteschlangendatenbank, die im Arbeitsspeicher vorhanden sind.

Druckübergänge:

  • LowToMedium   999

  • MediumToHigh   1500

  • HighToMedium   1000

  • MediumToLow   800

Kommentare:

Eine Liste der Änderungen, die an der Nachrichtenwarteschlangendatenbank vorgenommen werden, verbleibt im Speicher, bis diese Änderungen an ein Transaktionsprotokoll übergeben werden können. Anschließend wird die Liste an die Nachrichtenwarteschlangendatenbank selbst übergeben. Diese ausstehenden Transaktionen der Nachrichtenwarteschlangendatenbank, die im Arbeitsspeicher enthalten sind, werden als Version-Buckets bezeichnet. Die Anzahl der Version-Buckets kann aufgrund eines unerwartet hohen Aufkommens eingehender Nachrichten, aufgrund von Spamangriffen, Problemen mit der Integrität der Nachrichtenwarteschlangendatenbank oder der Leistung des Festplattenlaufwerks inakzeptabel hoch werden.

Wenn Version-Buckets überlastet sind, drosselt der Exchange-Server eingehende Verbindungen durch Verzögern der Bestätigung eingehender Nachrichten. Exchange reduziert die Rate des eingehenden E-Mail-Flusses durch das Teergrubenverfahren, bei dem die Bestätigung des SMTP-MAIL FROM-Befehls an den sendenden Server verzögert wird. Wenn die Ressourcenüberlastungsbedingung anhält, erhöht Exchange stufenweise die Teergrubenverzögerung. Sobald die Ressourcenauslastung wieder auf einem normalen Niveau liegt, beginnt Exchange, die Bestätigungsverzögerung stufenweise zu verringern und zu einem normalen Betrieb zurückzukehren. Standardmäßig verzögert Exchange Nachrichtenbestätigungen für 10 Sekunden, wenn die Ressourcen überlastet sind. Wenn die Auslastung anhält, wird die Verzögerung in 5-Sekunden-Schritten auf bis zu 55 Sekunden verlängert.

Wenn die Version-Buckets stark ausgelastet sind, beendet der Exchange-Server auch die Verarbeitung von ausgehenden Nachrichten.

Exchange speichert den Auslastungsverlauf der Version-Buckets. Wenn die Ressourcenauslastung während einer bestimmten Anzahl von Abrufintervallen (Verlaufstiefe) nicht auf ein niedriges Niveau zurückgeht, beendet Exchange die Teergrubenverzögerung und beginnt mit dem Zurückweisen eingehender Nachrichten, bis die Ressourcenauslastung sich wieder auf einem niedrigen Niveau befindet. Standardmäßig liegt die Verlaufstiefe für Versions-Buckets bei 10 Abrufintervallen.

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In der folgenden Tabelle werden die Maßnahmen zusammengefasst, die von der Rückstaufunktion durchgeführt werden, wenn eine überwachte Ressource überlastet ist.

 

Überlastete Ressource Auslastungsstufe Ausgeführte Aktionen

DatabaseUsedSpace

Mittel

  • Ablehnen eingehender Nachrichten von Nicht-Exchange-Servern

  • Ablehnen von Nachrichtenübermittlungen aus dem PICKUP-Verzeichnis und dem Wiedergabeverzeichnis.

  • Manuelle erneute Übermittlung ist angehalten.

  • Die Shadow-Redundanz lehnt Nachrichten ab. Weitere Informationen zur Shadow-Redundanz finden Sie unter Shadow redundancy in Exchange 2016.

DatabaseUsedSpace

Hoch

  • Alle auf der Ebene der mittleren Auslastungsstufe ausgeführten Aktionen.

  • Ablehnen eingehender Nachrichten von anderen Exchange-Servern

  • Zurückweisen von Nachrichtenübermittlungen von Postfachdatenbanken durch den Microsoft Exchange-Postfachtransport-Übermittlungsdienst auf Postfachservern.

PrivateBytes

Mittel

  • Ablehnen eingehender Nachrichten von Nicht-Exchange-Servern

  • Ablehnen von Nachrichtenübermittlungen aus dem PICKUP-Verzeichnis und dem Wiedergabeverzeichnis.

  • Manuelle erneute Übermittlung ist angehalten.

  • Die Shadow-Redundanz lehnt Nachrichten ab.

  • Verarbeiten von Nachrichten, nachdem der Neustart ein Servers oder eines Transportdienst (auch bekannt als boot-Scan) angehalten wurde.

  • Starten Sie die Nachrichtenpausierung.

PrivateBytes

Hoch

  • Alle auf der Ebene der mittleren Auslastungsstufe ausgeführten Aktionen.

  • Ablehnen eingehender Nachrichten von anderen Exchange-Servern

  • Zurückweisen von Nachrichtenübermittlungen von Postfachdatenbanken durch den Microsoft Exchange-Postfachtransport-Übermittlungsdienst auf Postfachservern.

QueueLength[SubmissionQueue]

Mittel

Führen Sie die Teergrubenverzögerung für eingehende Nachrichten ein bzw. erhöhen Sie deren Wert. Wenn für die gesamte Verlaufstiefe der Übermittlungswarteschlange kein normales Niveau erreicht wird, führen Sie die folgenden Maßnahmen durch:

  • Ablehnen eingehender Nachrichten von Nicht-Exchange-Servern

  • Ablehnen von Nachrichtenübermittlungen aus dem PICKUP-Verzeichnis und dem Wiedergabeverzeichnis.

  • Manuelle erneute Übermittlung ist angehalten.

  • Die Shadow-Redundanz lehnt Nachrichten ab.

  • Boot-Scan ist angehalten.

QueueLength[SubmissionQueue]

Hoch

  • Alle auf der Ebene der mittleren Auslastungsstufe ausgeführten Aktionen.

  • Ablehnen eingehender Nachrichten von anderen Exchange-Servern

  • Zurückweisen von Nachrichtenübermittlungen von Postfachdatenbanken durch den Microsoft Exchange-Postfachtransport-Übermittlungsdienst auf Postfachservern.

  • Leeren des erweiterten DNS-Cache aus dem Arbeitsspeicher

  • Starten Sie die Nachrichtenpausierung.

SystemMemory

Mittel

  • Ablehnen von Nachrichtenübermittlungen aus dem PICKUP-Verzeichnis und dem Wiedergabeverzeichnis.

  • Starten Sie die Nachrichtenpausierung.

  • Cache leeren.

SystemMemory

Hoch

  • Alle auf der Ebene der mittleren Auslastungsstufe ausgeführten Aktionen.

  • Zurückweisen von Nachrichtenübermittlungen von Postfachdatenbanken durch den Microsoft Exchange-Postfachtransport-Übermittlungsdienst auf Postfachservern.

UsedDiskSpace (Transaktionsprotokolle der Nachrichtenwarteschlangendatenbank)

Mittel

  • Ablehnen eingehender Nachrichten von Nicht-Exchange-Servern

  • Ablehnen von Nachrichtenübermittlungen aus dem PICKUP-Verzeichnis und dem Wiedergabeverzeichnis.

  • Manuelle erneute Übermittlung ist angehalten.

  • Die Shadow-Redundanz lehnt Nachrichten ab.

UsedDiskSpace (Transaktionsprotokolle der Nachrichtenwarteschlangendatenbank)

Hoch

  • Alle auf der Ebene der mittleren Auslastungsstufe ausgeführten Aktionen.

  • Ablehnen eingehender Nachrichten von anderen Exchange-Servern

  • Zurückweisen von Nachrichtenübermittlungen von Postfachdatenbanken durch den Microsoft Exchange-Postfachtransport-Übermittlungsdienst auf Postfachservern.

UsedDiskSpace (Inhaltskonvertierung)

Mittel

  • Ablehnen eingehender Nachrichten von Nicht-Exchange-Servern

  • Ablehnen von Nachrichtenübermittlungen aus dem PICKUP-Verzeichnis und dem Wiedergabeverzeichnis.

UsedDiskSpace (Inhaltskonvertierung)

Hoch

  • Alle auf der Ebene der mittleren Auslastungsstufe ausgeführten Aktionen.

  • Ablehnen eingehender Nachrichten von anderen Exchange-Servern

  • Zurückweisen von Nachrichtenübermittlungen von Postfachdatenbanken durch den Microsoft Exchange-Postfachtransport-Übermittlungsdienst auf Postfachservern.

UsedVersionBuckets

Mittel

Starten oder Erhöhen der Teergrubenverzögerung für eingehende Nachrichten. Wenn die Auslastung für die gesamte Version-Bucket-Versionstiefe nicht auf ein normales Niveau zurückgeht, werden folgende Aktionen ausgeführt:

  • Ablehnen eingehender Nachrichten von Nicht-Exchange-Servern

  • Ablehnen von Nachrichtenübermittlungen aus dem PICKUP-Verzeichnis und dem Wiedergabeverzeichnis.

UsedVersionBuckets

Hoch

  • Alle auf der Ebene der mittleren Auslastungsstufe ausgeführten Aktionen.

  • Ablehnen eingehender Nachrichten von anderen Exchange-Servern

  • Zurückweisen von Nachrichtenübermittlungen von Postfachdatenbanken durch den Microsoft Exchange-Postfachtransport-Übermittlungsdienst auf Postfachservern.

  • Beenden der Verarbeitung von ausgehenden Nachrichten.

  • Remotezustellung ist angehalten.

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Sie können das Cmdlet Get-ExchangeDiagnosticInfo in der Exchange-Verwaltungsshell zum Anzeigen der Ressourcen, die überwacht werden, sowie der aktuellen Auslastungsstufen verwenden.Informationen über das Öffnen der Exchange-Verwaltungsshell in Ihrer lokalen Exchange-Organisation finden Sie unter Öffnen der Exchange-Verwaltungsshell.

Führen Sie den folgenden Befehl aus, um die Einstellungen der Rückstaufunktion einem Exchange-Server anzuzeigen:

[xml]$bp=Get-ExchangeDiagnosticInfo [-Server <ServerIdentity>] -Process EdgeTransport -Component ResourceThrottling; $bp.Diagnostics.Components.ResourceThrottling.ResourceTracker.ResourceMeter

Um die Werte auf dem lokalen Server anzuzeigen, können Sie den Parameter Server auslassen.

Alle Konfigurationsoptionen für die Rückstaufunktion werden in der %ExchangeInstallPath%Bin\EdgeTransport.exe.config-XML-Anwendungskonfigurationsdatei vorgenommen. In der Datei sind standardmäßig jedoch nur wenige Einstellungen vorhanden.

CautionVorsicht:
Diese Einstellungen werden lediglich zur Referenz für die Standardwerte aufgeführt. Es wird dringend davon abgeraten, in der Datei EdgeTransport.exe.config Änderungen an diesen Einstellungen vorzunehmen. Änderungen an den Rückstaueinstellungen können zu einer Leistungsbeeinträchtigung oder zu Datenverlust führen. Es wird empfohlen, die Ursachen für Rückstauereignisse zu ermitteln und diese nach Möglichkeit zu beseitigen.

Allgemeine Rückstaueinstellungen

Schlüsselname Standardwert

ResourceMeteringInterval

00:00:02 (2 Sekunden)

DehydrateMessagesUnderMemoryPressure

true

DatabaseUsedSpace-Einstellungen

Schlüsselname Standardwert (%)

DatabaseUsedSpace.LowToMedium

96

DatabaseUsedSpace.MediumToHigh

99

DatabaseUsedSpace.HighToMedium

97

DatabaseUsedSpace.MediumToLow

94

PrivateBytes-Einstellungen

Schlüsselname Standardwert (%)

PrivateBytes.LowToMedium

72

PrivateBytes.MediumToHigh

75

PrivateBytes.HighToMedium

73

PrivateBytes.MediumToLow

71

PrivateBytesHistoryDepth

30

QueueLength[SubmissionQueue]-Einstellungen

Schlüsselname Standardwert

QueueLength[SubmissionQueue].LowToMedium

9999

QueueLength[SubmissionQueue].MediumToHigh

15000

QueueLength[SubmissionQueue].HighToMedium

10000

QueueLength[SubmissionQueue].MediumToLow

2000

SubmissionQueueHistoryDepth

300 (nach 10 Minuten)

SystemMemory-Einstellungen

Schlüsselname Standardwert (%)

SystemMemory.LowToMedium

88

SystemMemory.MediumToHigh

94

SystemMemory.HighToMedium

89

SystemMemory.MediumToLow

84

UsedDiskSpace-Einstellungen (Transaktionsprotokolle der Nachrichtenwarteschlangendatenbank)

Schlüsselname Standardwert (%)

UsedDiskSpace[%ExchangeInstallPath%TransportRoles\data\Queue].LowToMedium

89

UsedDiskSpace[%ExchangeInstallPath%TransportRoles\data\Queue].MediumToHigh

99

UsedDiskSpace[%ExchangeInstallPath%TransportRoles\data\Queue].HighToMedium

90

UsedDiskSpace[%ExchangeInstallPath%TransportRoles\data\Queue].MediumToLow

80

noteHinweis:
Werte, die nur UsedDiskSpace enthalten (z. B. UsedDiskSpace.MediumToHigh) werden auf die Transaktionsprotokolle der Nachrichtenwarteschlangendatenbank und auf die Inhaltskonvertierung angewendet.

UsedDiskSpace-Einstellungen (Inhaltskonvertierung)

Schlüsselname Standardwert (%)

UsedDiskSpace[%ExchangeInstallPath%TransportRoles\data].LowToMedium

89

UsedDiskSpace[%ExchangeInstallPath%TransportRoles\data].MediumToHigh

99

UsedDiskSpace[%ExchangeInstallPath%TransportRoles\data].HighToMedium

90

UsedDiskSpace[%ExchangeInstallPath%TransportRoles\data].MediumToLow

80

TemporaryStoragePath

%ExchangeInstallPath%TransportRoles\data\Temp

UsedVersionBuckets-Einstellungen

Schlüsselname Standardwert

UsedVersionBuckets.LowToMedium

999

UsedVersionBuckets.MediumToHigh

1500

UsedVersionBuckets.HighToMedium

1000

UsedVersionBuckets.MediumToLow

800

VersionBucketsHistoryDepth

10

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In der folgenden Liste werden die Ereignisprotokolleinträge beschrieben, die durch bestimmte Rückstauereignisse in Exchange generiert werden:

  • Ereignisprotokolleintrag für einen Anstieg in einer beliebigen Ressourcenauslastungsstufe

    Ereignistyp: Fehler

    Ereignisquelle: MSExchangeTransport

    Ereigniskategorie: Ressourcen-Manager

    Ereignis-ID: 15004

    Beschreibung: Die Ressourcenauslastungsstufe wurde von <Previous Utilization Level> auf <Current Utilization Level> erhöht.

  • Ereignisprotokolleintrag für einen Abfall in einer beliebigen Ressourcenauslastungsstufe

    Ereignistyp: Information

    Ereignisquelle: MSExchangeTransport

    Ereigniskategorie: Ressourcen-Manager

    Ereignis-ID: 15005

    Beschreibung: Die Ressourcenauslastungsstufe wurde von <Previous Utilization Level> auf <Current Utilization Level> abgesenkt.

  • Ereignisprotokolleintrag für kritisch niedrigen verfügbaren Festplattenspeicherplatz

    Ereignistyp: Fehler

    Ereignisquelle: MSExchangeTransport

    Ereigniskategorie: Ressourcen-Manager

    Ereignis-ID: 15006

    Beschreibung: Der Microsoft Exchange-Transportdienst weist Nachrichten zurück, weil der verfügbare Speicherplatz den konfigurierten Schwellenwert unterschritten hat. Ggf. sind Verwaltungsaktionen erforderlich, um Speicherplatz freizugeben, damit der Dienst seinen Betrieb fortsetzen kann.

  • Ereignisprotokolleintrag für kritisch niedrigen verfügbaren Arbeitsspeicher

    Ereignistyp: Fehler

    Ereignisquelle: MSExchangeTransport

    Ereigniskategorie: Ressourcen-Manager

    Ereignis-ID: 15007

    Beschreibung: Der Microsoft Exchange-Transportdienst weist Nachrichtenübermittlungen zurück, weil der Dienst auch weiterhin mehr Arbeitsspeicher als den konfigurierten Schwellenwert belegt. Möglicherweise ist ein Neustart dieses Diensts erforderlich, damit der normale Betrieb fortgesetzt werden kann.

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