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Offlineadressbücher

 

Gilt für:Exchange Server 2010, Exchange Server 2013

Letztes Änderungsdatum des Themas:2014-11-16

Ein Offlineadressbuch (OAB) ist die Kopie einer Adresslistensammlung, die heruntergeladen wurde, damit ein Benutzer von OutlookExchange auf das Adressbuch zugreifen kann, wenn keine Verbindung zum lokalen Server besteht. Microsoft Office 365 generiert die neuen OAB-Dateien, komprimiert die Dateien und speichert die Dateien dann auf einer lokalen Freigabe. Sie können entscheiden, welche Adresslisten Benutzern zur Verfügung gestellt werden, die offline arbeiten, und auch die Methode konfigurieren, mit der die Adressbücher verteilt werden.

Weitere Informationen zu Adresslisten finden Sie unter Adresslisten.

Möchten Sie wissen, welche Verwaltungsaufgaben es im Zusammenhang mit Offlineadressbüchern gibt? Weitere Informationen finden Sie unter Verfahren für Offlineadressbücher.

Inhalt

Verschieben von OABs zwischen lokalen Exchange

OAB Version 4 und Outlook-Clients

Webbasierte Verteilung

Auswirkungen von OAB-Downloads auf das Netzwerk

Vergleich von inkrementellen und vollständigen OAB-Downloads

Überlegungen zu OABs

In Exchange 2010 wurde das Move-OfflineAddressBookCmdlet verwendet, um die OAB-Generierung auf einen anderen Postfachserver zu verlagern. Exchange 2013 und Exchange 2016unterstützen nur OAB (Version 4). Dies ist die gleiche OAB-Version, die standardmäßig in Exchange 2010 verwendet wurde. In Exchange 2013 können keine älteren OAB-Versionen generiert werden, und die OAB-Generierung erfolgt auf dem Postfachserver, auf dem sich das Organisationspostfach befindet. Daher müssen Sie in Exchange 2013 das Organisationspostfach verschieben, um die OAB-Generierung zu verlagern. Sie können die OAB-Generierung nur in eine andere Exchange 2013-Postfachdatenbank verlagern. Die OAB-Generierung kann nicht in eine Version von Exchange verlagert werden. Führen Sie folgenden Exchange-Verwaltungsshell-Befehl aus, um das Exchange 2013-OAB-Organisationspostfach zu finden:

Get-Mailbox -Arbitration | where {$_.PersistedCapabilities -like "*oab*"}

Anschließend können Sie das Cmdlet MoveRequest, verwenden, um das Postfach zu verschieben.

Exchange 2013 unterstützt nur OAB Version 4. Diese Version wurde in Exchange 2003 Service Pack 2 (SP2) eingeführt und wird von Outlook 2010, Outlook 2013 und Outlook im Web unterstützt. Dieses OAB im Unicode-Format ermöglicht Clientcomputern den Empfang von differenziellen Updates anstelle von vollständigen OAB-Downloads und somit eine geringere Dateigröße.

Für Outlook im Web-, Outlook 2013- und Outlook 2010-Clients, die OAB Version 4 verwenden, löst Outlook einen vollständigen OAB-Download aus, falls die Größe der Datei „changes.oab“ mindestens der Hälfte der Größe der gesamten OAB-Dateien entspricht.

Die webbasierte Verteilung ist die Verteilungsmethode, mit deren Hilfe Outlook im Web-, Outlook 2013- oderOutlook 2010-Benutzer, die offline arbeiten, auf das OAB zugreifen können.

Die Verwendung der webbasierten Verteilung weist verschiedene Vorteile auf, einschließlich:

  • Unterstützung einer größeren Anzahl gleichzeitiger Clientcomputer.

  • Verringerung der Bandbreitennutzung.

  • Umfassendere Kontrolle über die OAB-Verteilungspunkte. Bei der webbasierten Verteilung ist der Verteilungspunkt die HTTPS-Webadresse, an der die Clientcomputer das OAB herunterladen können.

Damit die webbasierte Verteilung optimal genutzt wird, müssen die Clientcomputer Outlook im WebOutlook 2013Outlook 2010 ausführen.

Die ordnungsgemäße Funktion der webbasierten Verteilung ist von den folgenden Komponenten abhängig:

  • OAB-Generierung   Dies ist der Prozess, durch den das OAB von Exchange erstellt und aktualisiert wird. Zum Erstellen und Aktualisieren des OAB wird der OABGen-Dienst auf dem Postfachserver ausgeführt, auf dem sich auch das Organisationspostfach befindet. Damit die OAB-Verteilung unterstützt wird, muss der Server ein Exchange-Postfachserver sein.

  • OAB-Verteilung   Wenn ein Client die OAB-Verteilungsanforderung auslöst, wird diese Anforderung durch einen Clientzugriffsserver geleitet. Der Clientzugriffsserver leitet die Anforderung an den Postfachserver weiter, der die OAB-Dateien hostet. Die OAB-Dateien werden anschließend direkt vom Postfachserver an den Client verteilt.

  • Virtuelles OAB-Verzeichnis   Das virtuelle OAB-Verzeichnis ist der Verteilungspunkt, der von der webbasierten Verteilungsmethode verwendet wird. Bei der Installation von Exchange wird standardmäßig ein neues virtuelles Verzeichnis mit dem Namen OAB in der internen Standardwebsite von IIS (Internetinformationsdienste) erstellt. Wenn clientseitige Benutzer außerhalb der Firewall Ihrer Organisation eine Verbindung mit Outlook herstellen, können Sie eine externe Website hinzufügen. Alternativ dazu wird ein neues virtuelles Verzeichnis mit dem Namen „OAB“ auf der IIS-Standardwebsite auf dem lokalen Exchange-Clientzugriffsserver erstellt, wenn Sie das New-OABVirtualDirectory-Cmdlet in der Exchange-Verwaltungsshellausführen. Informationen finden Sie unter Erstellen eines virtuellen Offlineadressbuch-Verzeichnisses.

  • AutoErmittlungsdienst   Dies ist eine Funktion, die in Outlook im Web, Outlook 2013UNRESOLVED_TOKEN_VAL(exOutlook2k10 ) sowie einigen mobilen Geräten zur Verfügung steht und Clients automatisch für den Zugriff auf Exchange konfiguriert. Der Dienst wird auf einem Postfachserver mit Clientzugriffsdiensten ausgeführt und gibt die richtige OAB-URL für eine bestimmte Clientverbindung zurück.

Da es verschiedene Fälle gibt, die zu einer großen Anzahl von vollständigen OAB-Downloads führen können, sollten Sie die Auswirkung auf die Bandbreite kennen, die ein großer OAB-Download auf das Netzwerk hat. Der Exchange-Server kann problemlos zahlreiche Downloadanforderungen für das OAB verarbeiten. Daher können mehrere Versuche zum Herunterladen eines vollständigen OABs über eine langsame Verbindung dazu führen, dass ein Netzwerk überlastet wird. (Es wird die gesamte verfügbare Bandbreite verwendet.) In diesem Fall gibt es zwei wesentliche Auswirkungen:

  • Anwendungen, die das WAN (Wide Area Network) verwenden müssen, arbeiten langsam, da sie darauf warten, dass ihre Netzwerkanfragen über die ausgelastete WAN-Verbindung übermittelt werden.

  • Der tatsächliche Datenverkehr im WAN nimmt zu, da einzelne Netzwerkanfragen das Zeitlimit überschreiten, wodurch zusätzliche Anfragen vorgenommen werden.

Die Auslastung des Netzwerks führt zu einer längeren Wartezeit. Dies gilt nicht nur für den Zeitraum, den die einzelnen Clients für das Herunterladen des OAB benötigen, sondern auch für die Gesamtdauer des Downloadvorgangs. Normalerweise bedeutet dies, dass die Datenrate für alle Clients verringert ist. Wenn die Wartezeit jedoch zu lang ist, wird das Zeitlimit der RPC-Pakete (Remote Procedure Call) überschritten, wodurch zusätzliche RPC-Anfragen für dieselben abzurufenden Daten vorgenommen werden. Darüber hinaus löscht Outlook heruntergeladene Daten und führt den gesamten Download erneut durch, wenn ein Benutzer Outlook verwendet und der Download abgebrochen wird oder bei diesem ein Fehler auftritt. Daraufhin werden weitere Daten angefordert, wodurch die Gesamtdauer eines Großteils der OAB-Downloads gesteigert wird.

Wenn Outlook ein OAB vom Exchange-Server herunterlädt, erfolgt dieser Download durch eine Reihe von RPC-Paketen. Jedes Paket wird empfangen und bestätigt und anschließend wird das nächste Paket gesendet. Auf Grundlage der Wartezeit zwischen Outlook und Exchange ist die Geschwindigkeit, mit der ein einzelner Outlook-Client die einzelnen Pakete empfangen und bestätigen kann, begrenzt. Aufgrund dieser Verzögerung wird eine Netzwerkverbindung nicht durch einen einzelnen Outlook-Client ausgelastet. Wenn jedoch mehrere Outlook-Clients mit dem Download des OABs beginnen, kann die kombinierte Downloadrate aller Clients die Verbindung überlasten. Die Verbindung bleibt überlastet, bis die OABs vollständig heruntergeladen sind.

Die Beziehung ist linear: Je länger die Wartezeit zwischen dem Outlook-Client und dem Exchange-Server, desto weniger Pakete werden empfangen. Es sind weniger Clients in der Lage, ein OAB herunterzuladen, bevor eine langsame Verbindung überlastet ist. Umgekehrt gilt dies ebenfalls. Wenn die Wartezeit kurz ist, sind mehr Clients erforderlich, um eine langsame Verbindung zu überlasten. Die Anzahl der Outlook-Clients, die gleichzeitig das OAB herunterladen können, ohne das WAN zu überlasten, nimmt zu, wenn entweder die Netzwerkwartezeit abnimmt oder die Netzwerkbandbreite zunimmt.

Bei einem übergeordneten DN handelt es sich um einen Teil eines DN (in x.500-Syntax), in dem der endgültige RDN (Relative Distinguished Name) nicht enthalten ist. In dem Beispiel „/o=org/ou=site/cn=Recipients/cn=bob“ ist „/o=org/ou=site/cn=Recipients“ der übergeordnete DN und „/cn=bob“ der RDN. Die Tabelle der übergeordneten DNs ist die Gruppe aller übergeordneten DNs im Verzeichnis. Diese Namen stammen aus zwei Attributen: legacyExchangeDN und proxyAddresses, die mit „X500:“ oder „X500:“ beginnen.

Die x.500-Adressen werden nur eingeschlossen, wenn sie mit „/o=orgname“ beginnen („orgname“ ist der tatsächliche Name der lokalen Exchange Server-Organisation) und auf dem Server, auf dem das Offlineadressbuch generiert wird, Exchange Server 2003 SP1 ausgeführt wird. Die x.500-Adressen der aus einer anderen Organisation migrierten Benutzer werden nicht eingeschlossen. Bei Outlook-Clients, die das OAB v4 verwenden, wird das OAB nach Änderungen an übergeordneten DNs durch differenzielle Downloads aktualisiert. Bei Outlook-Clients, die das OAB v3a oder eine ältere Version verwenden, wird ein vollständiger Download erzwungen, wenn in der Gruppe gefundener DNs Änderungen auftreten.

Jede der folgenden Aktionen kann dazu führen, dass Outlook statt eines inkrementellen oder differenziellen Downloads den vollständigen Download eines Offlineadressbuchs durchführt:

  • Manuelles Ändern eines legacyExchangeDN-Attributs zum Erstellen eines übergeordneten DN, der noch nicht vorhanden war. Beispiel:

    • Im einheitlichen Modus: Ändern eines legacyExchangeDN-Attributs mit einem Active Directory-Editor, z. B. dem ADSI-Editor, nachdem ein Postfach zwischen administrativen Gruppen verschoben wurde.

    • Ordnungsgemäßes Ändern eines legacyExchangeDN-Attributs, wenn der vorherige DN aber nicht als x.500-Adresse hinzugefügt wird. In diesem Fall wird der vorherige übergeordnete DN nicht mehr im Verzeichnis angezeigt, sofern es sich um das einzige Objekt mit diesem übergeordneten DN handelt.

  • Bei Exchange Server und Verwendung von ADC (Active Directory Connector): Erstellen eines neuen Containers in Exchange Server und Einfügen eines Objekts in den Container bzw. Löschen des letzten Objekts aus einem Exchange Server-Container.

  • Bei Verwendung von Exchange Server und ADC: Erstellen und E-Mail-Aktivieren eines Objekts in einem neuen Active Directory-Container, sofern für ADC die Replikation der Containerhierarchie nach Exchange Server festgelegt ist (Standardeinstellung für ADC-Tools). ADC erstellt den neuen Container in Exchange Server und repliziert den neuen Exchange Server-DN als legacyExchangeDN-Attribut des Active Directory-Objekts zurück. Auf diese Weise können durch Änderungen in der Active Directory-Hierarchie möglicherweise neue übergeordnete DNs hinzugefügt werden.

  • Hinzufügen einer administrativen Gruppe. Das erste E-Mail-aktivierte Objekt (Postfach, Kontakt oder Verteilergruppe), das in dieser administrativen Gruppe erstellt wurde, führt zur Anzeige eines neuen übergeordneten DN im Verzeichnis.

  • Löschen des letzten Objekts mit bei einem bestimmten übergeordneten DN in seinem legacyExchangeDN- oder proxyAddresses-Attribut. Beispielsweise wird drei Jahre nach dem Konsolidieren und Löschen eines Standorts das letzte Postfach gelöscht, das ehemals zu diesem Standort gehörte. Der x.500-Platzhalter wurde entfernt, wodurch der Inhalt der Tabelle mit übergeordneten DNs geändert wird.

  • Hinzufügen, Entfernen oder Ändern einer x.500-Proxyadresse. Diese Änderungen können mit dem Tool Active Directory-Benutzer und -Computer vorgenommen werden. Wenn die x.500-Adresse sich in der lokalen Organisation befindet, die Organisationseinheit (/ou=<Standortname>) und die Container (/cn=Recipients/cn=<E-Mail-Spitzname>) jedoch neu sind oder falsch eingegeben wurden, wird ein übergeordneter DN zur Tabelle hinzugefügt bzw. aus dieser gelöscht.

  • Beim Migrieren von Benutzern aus einer gesonderten Gesamtstruktur (z. B. bei einer Unternehmensfusion oder aus einer gesonderten E-Mail-Gesamtstruktur) erzwingt das Hinzufügen des alten legacyExchangeDN-Attributs als x.500-Proxy einen vollständigen Download des Offlineadressbuchs, wenn „/o=<Organisationsname>“ übereinstimmt und ein neuer übergeordneter DN erstellt wird.

Einige Aktionen, die Sie vornehmen können, wirken sich auf die übergeordneten DNs aus, führen jedoch nicht zu einem vollständigen Download des Offlineadressbuchs durch Outlook. Diese lauten wie folgt:

  • Durchführen von Postfachverschiebungen bei Standortkonsolidierungen in einer Umgebung im gemischten ModusDer alte übergeordnete DN wird im proxyAddressesAttribut gespeichert, und es werden keine neuen übergeordneten DNs erstellt.

  • Erstellen eines E-Mail-aktivierten Objekts mit Active Directory-Benutzer und -Computer   Exchange Server verwenden immer denselben übergeordneten DN (Container „/o=<Organisation>/ou=<administrative Gruppe>/cn=Recipients“), da die legacyExchangeDN-Attributhierarchie dem Benutzer nicht mehr angezeigt wird. Wenn in einer hybriden Exchange-Organisation das neu erstellte Objekt in einem neuen Container enthalten ist und die Verbindungsvereinbarung in Active Directory Connector für die Replikation der Hierarchie konfiguriert ist, kann ein vollständiger Download des Offlineadressbuchs eintreten.

  • Löschen einer administrativen Gruppe   Postfächer müssen vor dem Löschen aus der administrativen Gruppe entfernt werden. Das Löschen der administrativen Gruppe wirkt sich weder auf die x.500-Adressen vorhandener E-Mail-aktivierter Objekte noch auf das legacyExchangeDN-Attribut von E-Mail-Empfängern aus.

Neben den zuvor beschriebenen Bedingungen existieren weitere Umstände, unter denen Outlook einen vollständigen Download des OABs durchführt. Zu diesen zählen:

  • Es ist kein Offlineadressbuch auf dem Clientcomputer vorhanden. Diese Bedingung tritt möglicherweise ein, wenn Outlook keine erste vollständige Synchronisierung durchgeführt hat.

  • Auf dem Server fehlt eine Differenzdatei. Outlook kann die aktuelle Version ohne diese Datei nicht aktualisieren. Dieses Verhalten kann auftreten, wenn eine der folgenden Bedingungen zutrifft:

    • Sie haben Outlook seit über 30 Tagen nicht mehr gestartet, um sich bei Ihrem Exchange-Postfach anzumelden. In der Serverrichtlinie sind für Differenzdateien nur 30 Tage vorgesehen.

    • Auf dem Server ist ein Fehler aufgetreten, weshalb für einen Tag keine Differenzdatei generiert wurde.

  • Die Versionen von Server und Client stimmen nicht überein. Es gibt eine aktuellere Version des Offlineadressbuchs auf dem Server. Beispiel: Version 4 (Unicode-Offlineadressbuch) steht jetzt zur Verfügung, und Sie haben zuvor ein Offlineadressbuch der Version 3a heruntergeladen.

  • Änderungen konnten nicht auf das OAB angewendet werden. Beispielsweise können die Differenzdateien auf dem Server beschädigt sein. Eine Beschädigung kann auftreten, wenn der Server während der Generierung der Differenzdateien ausfällt.

  • Mindestens eine OAB-Datei fehlt auf dem Clientcomputer. Beispielsweise kann ein Benutzer eine der OAB-Dateien auf seinem Computer versehentlich löschen.

  • Bei einem vorherigen Download ist ein Fehler aufgetreten, und Outlook muss von neuem beginnen.

  • Sie laden das vollständige OAB manuell herunter.

  • Der Informationsspeicher für öffentliche Ordner, der die einzige Kopie des Offlineadressbuchs enthält, ist nicht aufzufinden und wird durch eine neue Datenbank und ein neues Offlineadressbuch ersetzt. Um diese Situation zu verhindern, sollten Sie die OAB-Ordner auf mindestens zwei Server für öffentliche Ordner replizieren (den ursprünglichen Server und einen Replikatserver).

  • Wenn Outlook 2003 erstmals im Exchange-Cachemodus bereitgestellt wird, lädt die Anwendung das vollständige OAB herunter. Wenn Sie erstmals eine große Anzahl von Outlook-Clients mittels des Exchange-Cachemodus bereitstellen, führt dies zu einem umfangreichen Download des vollständigen Offlineadressbuchs, da jede neue Outlook 2003-Installation ein neues Offlineadressbuch herunterlädt.

  • Der öffentliche Ordner, den Outlook für das OAB verwendet, basiert auf dem msExchUseOAB-Attribut des privaten Informationsspeichers. Wenn ein Postfach auf einen anderen Server mit einem anderen OAB verschoben wird, lädt Outlook ein neues OAB herunter. Wenn eine große Anzahl von Postfächern zwischen Postfachspeichern verschoben wird und der Zielspeicher für die Verwendung einer anderen Offlineadressliste konfiguriert ist, führt dies zum vollständigen Download des OAB für diese Postfächer.

  • Wenn ein Postfach von einem Exchange Server 5.5-Server auf einen Exchange Server 2003-Server verschoben wird, leitet der Exchange Server 2003-Server Outlook an eine neuere Unicode-Version des OAB weiter. Outlook lädt für alle Postfächer, die von einem Exchange Server 5.5-Server auf einen Exchange Server 2003-Server verschoben wurden, ein neues OAB herunter. Wenn eine große Anzahl von Postfächern aus Exchange Server 5.5 nach Exchange Server 2003 verschoben werden, löst dies viele vollständige Downloads von OABs für diese Postfächer aus.

  • Verfügt ein Benutzer über mehrere MAPI-Profile auf demselben Outlook-Clientcomputer und wechselt er zwischen den beiden Profilen, die beide den Exchange-Cachemodus verwenden, finden mehrere vollständige Downloads derselben OAB-Dateien statt. Outlook unterstützt nur ein OAB pro Benutzerkonto auf einem Computer. Wenn Sie über mehrere Profile verfügen, kann nur ein Profil das OAB herunterladen. Wenn Sie mindestens zwei Profile verwenden müssen, die den Exchange-Cachemodus verwenden, müssen Sie eines der Profile so konfigurieren, dass es das OAB nicht herunterlädt.

Wenn die Auswirkungen vollständiger OAB-Downloads über eine WAN-Verbindung auf das Netzwerk in Ihrer Organisation minimiert werden müssen, stehen Ihnen einige bewährte Methoden zur Verfügung, die mit Exchange Server 2003 SP1 eingesetzt werden können.

  • Begrenzen des Umfangs vollständiger OAB-Downloads   Die erste Möglichkeit besteht darin, den Umfang vollständiger Downloads von OABs soweit wie möglich zu begrenzen. Im vorherigen Abschnitt werden die Bedingungen aufgeführt, unter denen Outlook vollständige OABs herunterlädt. Hierzu zählen das Verschieben von Postfächern, umfangreiche Änderungen im Verzeichnis oder Änderungen an der Tabelle der übergeordneten DNs. Eine bewährte Methode besteht darin, diese Bedingungen zu überprüfen und festzustellen, wie die Fälle, die zu vollständigen Downloads von OABs führen, eingegrenzt werden können.

    Wenn viele Outlook-Clients das vollständige OAB an einem bestimmten Tag herunterladen, kann dies insbesondere bei langsamen Verbindungen zu einer hohen Auslastung der Bandbreite führen. Obwohl die Datei mit täglichen Änderungen normalerweise klein ist, kann das vollständige OAB recht groß sein, da es standardmäßig die gesamte Globale Adressliste (GAL) enthält. Ferner nimmt die Auswirkung auf die verwendete Bandbreite mit der Anzahl von Outlook-Clients, die OABs herunterladen, zu, da jeder einzelne Outlook-Client ein OAB herunterlädt. Angenommen, das vollständige OAB einer Organisation ist 10 MB groß und 20 Outlook-Clients an einem Remotestandort laden an demselben Tag das vollständige OAB herunter. 200 MB Daten werden am Remotestandort über das WAN heruntergeladen.

  • Filtern von Zertifikaten, um die Größe des Offlineadressbuchs zu begrenzen.   In Exchange Server 2003 kann der OAB-Dienst von Exchange (OABGen) nicht benötigte Attribute filtern. Hierzu gehören auch zusätzliche Zertifikate, die von Outlook nicht verwendet werden. Bei Zertifikaten handelt es sich um das größte einzelne Attribut, das im OAB gespeichert wird. Durch das Filtern nicht benötigter Zertifikate kann die Größe des OAB um 35 bis 50 Prozent verringert werden.

    Es gibt drei verschiedene Zertifikatsattribute in Active Directory. Nur wenige dieser Zertifikate werden jedoch für die Verschlüsselung und als Signatur von E-Mail-Nachrichten verwendet. Nicht von Outlook verwendete Zertifikate, z. B. für das verschlüsselnde Dateisystem (Encrypting File System, EFS) und die 802.1x-Authentifizierung verwendete Zertifikate, werden aus dem OAB herausgefiltert. Dies gilt ebenfalls für abgelaufene Zertifikate.

    Die Zertifikatsfilterung ist in Exchange Server 2003 SP1 standardmäßig aktiviert. Für die Verwendung dieses Features ist keine weitere Aktion erforderlich. Sie können das Verhalten der Filterung ggf. durch Bearbeiten der Registrierung auf dem Exchange-Server steuern.

    Ausführliche Anweisungen finden Sie unter Konfigurieren der Zertifikatsfilterung für Offlineadressbücher.

  • Verwendung der OAB-Version „Keine Details“   Hierbei handelt es sich um eine Option für Outlook-Remoteclients, die diesen eine Minimalversion des OAB bereitstellt. Diese OAB-Version ist klein und enthält lediglich den Anzeigenamen, die primäre SMTP-Adresse, den Bürostandort, den Nachnamen und den E-Mail-Spitznamen.

    • Vorteile   Die OAB-Version „Keine Details“ ist klein, sodass der Downloadaufwand begrenzt ist.

    • Einschränkungen   Jedes Mal, wenn Outlook Detailinformationen zu einer Adresse abruft, fordert Outlook die Details direkt bei Active Directory an. Beim Offlinezugriff sind die Informationen begrenzt, sodass diese Option für Benutzer tragbarer Computer, die hauptsächlich offline sind, nicht geeignet ist.

      HinweisHinweis:
      Das OAB v4 stellt den Modus „Keine Details“ nicht bereit. Die Verwendung der Option „Keine Details“ hat daher keine Auswirkungen auf Clients, die das OAB v4 verwenden.
  • Einsatzes eines OAB-Remoteservers für Outlook-Clients, auf dem sich ausschließlich das Offlineadressbuch befindet.Ein Exchange-Server für öffentliche Ordner kann an einem Remotestandort installiert werden, um als Host für ein OAB zu dienen. Alle Remoteclients an diesem Remotestandort laden das OAB von einem lokalen Exchange-Server für öffentliche Ordner herunter.

    • Vorteile   Downloads des vollständigen OAB wirken sich nicht auf das WAN aus. Es ist kein ganzer Postfachserver erforderlich, sodass Postfachserver noch an einem zentralen Standort konsolidiert werden können.

    • EinschränkungenAm Remotestandort ist ein zusätzlicher Server erforderlich.

  • Begrenzen der Anzahl von Benutzern, die über eine Remoteverbindung auf Exchange zugreifen.Die Auswirkungen des Downloads eines vollständigen OAB stehen direkt in Beziehung zur Anzahl der Benutzer, die das OAB herunterladen. Ihre Organisation muss analysieren, wie viele Outlook-Remoteclients in einem WAN unterstützt werden können, bevor die Auswirkungen des Downloads eines vollständigen OAB zu hoch sind, und die Anzahl der Remoteclients ggf. begrenzen.

  • Implementieren einer Einschränkung für OABSie können die Überlastung des Netzwerkadapters eines Exchange-Servers oder des betreffenden Netzwerks verhindern, indem Sie den in Exchange Server 2003 SP1 eingeführten Einschränkungsmechanismus verwenden. Dieses Feature ermöglicht Administratoren das Begrenzen der von OAB-Downloads verwendeten Netzwerkbandbreite durch Festlegen eines Bandbreiten-Schwellenwerts.

    Standardmäßig ist dieses Einschränkungsfeature deaktiviert. Sie können es aktivieren, indem Sie den Registrierungseintrag auf allen Servern für Öffentliche Ordner hinzufügen, die als Host für OAB-Systemordner dienen. Weitere Informationen finden Sie unter „Begrenzen von OAB-Downloads“ in Verbesserungen der Offlineadressbücher.

Bei Verwendung von Exchange Server 2003 SP2 kann Exchange Server mitunter keine Differenzdatei für Clients generieren, die nicht das OAB v4 verwenden, obwohl Exchange Server feststellt, dass ein Differenzdownload effizienter ist. In älteren Exchange Server-Versionen als Exchange Server 2003 SP2 wird in diesem Fall immer der vollständige Download des OAB erzwungen.

HinweisHinweis:
Nur Outlook 2003-Clients, auf denen Outlook 2003 SP2 im Unicode-Format ausgeführt wird, verwenden das OAB v4. Informationen zu den unterschiedlichen OAB-Versionen und den jeweils verwendeten Client- und Serverversionen finden Sie unter „Kompatibilität von Exchange Server 2003- und Office Outlook 2003-OABs“ in Bereitstellungsszenarien für Outlook 2003

Unter den folgenden Bedingungen erzwingt Exchange Server den vollständigen Download eines OAB nicht automatisch:

  • Outlook-Clients verwenden nicht das OAB v4.

  • Der OAB-Server, auf dem Exchange Server 2003 SP2 ausgeführt wird, stellt fest, dass ein Differenzdownload effizienter ist.

  • Eine Differenzdatei kann auf einem Server, auf dem Exchange Server 2003 SP2 ausgeführt wird, nicht generiert werden.

Stattdessen protokolliert Exchange Server standardmäßig das MSExchangeSA-Ereignis 9360, das angibt, dass keine Differenzdatei erstellt werden konnte und dass keine vollständige OAB-Datei erstellt wird. Mit der Beschreibung im Ereignis wird angegeben, welche Änderungen in dem für das Problem verantwortliche Verzeichnis vorgenommen wurden. In diesem Fall erhalten die Benutzer erst dann OAB-Aktualisierungen, wenn das Problem behoben wurde. Im Folgenden erhalten Sie ein Beispiel für das MSExchangeSA-Ereignis 9360:

 

Ereignistyp

Fehler

Ereignisquelle

MSExchangeSA

Ereigniskategorie

OAL-Generator

Ereignis-ID

9360

Beschreibung

OALGen: Fehler beim Generieren der Datei „Changes.oab“ für differenzielle Downloads von Adressliste „\Globale Adressliste“ für Version 2 und 3. Die Offlineadressliste wurde nicht aktualisiert, und Clients können die aktuelle Sammlung von Änderungen nicht herunterladen. Überprüfen Sie andere protokollierte Ereignisse, um die Ursache dieses Fehlers zu ermitteln.

Wenn die Ursache des Problems beabsichtigt war oder nicht behoben werden kann, können Sie die Registrierung so bearbeiten, dass die Bereitstellung einer vollständigen Offlineadressliste durch OALGen erzwungen wird. Nach dem Erstellen der Liste sollte der Registrierungsschlüssel entfernt werden, um weitere vollständige Downloads zu verhindern.

Wenn Sie feststellen, dass die im Verzeichnis vorgenommene Änderung beabsichtigt war, können Sie das Standardverhalten des OAB-Servers ändern, sodass vollständige OAB-Downloads generiert werden, wenn kein Differenzdownload generiert werden kann.

Ausführliche Anleitungen finden Sie unter Vorgehensweise beim Generieren einer vollständigen Downloaddatei des Offlineadressbuchs, wenn keine Differenzdatei generiert werden kann.

Im OAB v4 wurden die Probleme behoben, die die Generierung einer Differenzdatei durch den Server verhindert haben (sofern es von Outlook-Clients verwendet wird, auf denen Outlook 2003 SP2 im Unicode-Format ausgeführt wird).

Weitere Informationen zu Leistungsverbesserungen von OAB in Exchange Server 2003 SP2 und Outlook 2003 SP2 finden Sie unter „Verbesserungen in Exchange Server 2003 SP2 und Outlook 2003 SP2“ in Verbesserungen der Offlineadressbücher.

Berücksichtigen Sie als bewährte Methode die folgenden Faktoren beim Planen und Implementieren der OAB-Strategie, unabhängig davon, ob Sie ein einzelnes oder mehrere OABs verwenden:

  • Die Größe der einzelnen OABs im Unternehmen. Weitere Informationen finden Sie weiter unten in diesem Thema im Abschnitt Überlegungen zur OAB-Größe.

  • Die Anzahl der OAB-Downloads.

  • Die Anzahl und die Häufigkeit von übergeordneten DN-Änderungen (Distinguished Name).

  • SMTP-Adressenkonflikte.

  • Die Gesamtanzahl von Änderungen, die am Verzeichnis vorgenommen wurden.

Bei einigen Unternehmen ist das OAB eine kleine Datei, die gelegentlich von Remotebenutzern heruntergeladen wird. Für diese Unternehmen ist das Herunterladen des OABs normalerweise nicht von Bedeutung. Für einige große Unternehmen mit umfassenden Verzeichnissen kann dies von Bedeutung sein, insbesondere, wenn die Unternehmen Exchange-Server in einem regionalen Rechenzentrum zusammengefasst haben.

Die Größe der OABs kann zwischen einigen Megabyte und mehreren hundert Megabyte variieren. Folgende Faktoren können die Größe des OABs beeinflussen:

  • Die Verwendung von Zertifikaten im Unternehmen. Je mehr PKI-Zertifikate (Public-Key-Infrastruktur) verwendet werden, desto größer ist das OAB. PKI-Zertifikate sind zwischen 1 KB und 3 KB groß. Sie haben den größten Einzelanteil an der Größe des OABs.

  • Die Anzahl der E-Mail-Empfänger in Active Directory.

  • Die Anzahl der Verteilergruppen in Active Directory.

  • Die Informationen, die ein Unternehmen für jedes postfachaktivierte oder E-Mail-aktivierte Objekt zu Active Directory hinzufügt. Einige Organisationen füllen beispielsweise die Adresseigenschaften für jeden Benutzer aus, während andere diese auslassen.

OAB-Daten werden durch den Hinzufügen einer Adressliste zu oder Entfernen einer Adressliste aus einem Offlineadressbuch OABGen-Dienst generiert, einen Postfach-Assistenten. Wenn Sie die Sicherheitsbeschreibung verwenden, um zu verhindern, dass Benutzer bestimmte Empfänger in Exchange sehen, können Benutzer, die das OAB herunterladen, diese verborgenen Empfänger anzeigen. Um also einen Empfänger in einer Adressliste auszublenden, legen Sie in den Cmdlets HiddenFromAddressListsEnabled, Set-PublicFolder, Set-MailContact, Set-MailUser, Set-DynamicDistributionGroup und Set-Mailbox den Parameter Active Directory fest. Alternativ können Sie ein neues Standard-OAB erstellen, das den verborgenen Empfänger nicht enthält. Weitere Details zum Hinzufügen oder Entfernen von Adresslisten aus einem OAB finden Sie unter Set-DistributionGroup.

 
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