BDD 2007: Infrastrukturwartung – Handbuch für das Feature-Team

Planung

Veröffentlicht: 30. Nov 2006

Das Feature-Team für Infrastrukturverbesserung erledigt den größten Teil seiner Arbeit während der Planungsphase. Es ist auch eines der ersten Teams, das während des Projekts aufzustellen ist, da seine Ergebnisse – insbesondere diejenigen aus der Planungsphase – sich auf die Planungs- und die Entwicklungsphase der Computerbereitstellung auswirken.

In der Planungsphase beschaffte Informationen helfen anderen Teams und Rollenclustern, eine Testumgebung zu erstellen, die weitestgehend der Produktionsumgebung ähnelt. Zu diesem Zweck arbeitet das Feature-Team für Infrastrukturverbesserung eng mit dem TestFeature-Team zusammen, weil das TestFeature-Team während der gesamten Lösungsimplementierung für alle Tests verantwortlich ist. Der wichtigste Aspekt der Tests ist der Pilottest, da dieser die letzte Testphase vor der eigentlichen Bereitstellung darstellt. Der Pilottest bildet die eigentliche Produktionsbereitstellung so genau wie möglich nach und dient dazu, jeden Teil der Gesamtlösung vor dessen Betrieb in der Produktionsumgebung zu überprüfen. Damit die entscheidendsten Aspekte der Lösung geprüft werden können, enthält die Pilotumgebung im Idealfall einen tatsächlichen Anteil der Produktionsumgebung und umfasst so viele Faktoren dieser Umgebung wie möglich. Weitere Informationen zum Pilottest finden Sie im Handbuch für das TestFeature-Team.

Abbildung 3 veranschaulicht die Hauptaufgaben während der Planungsphase.

Abbildung 3: Planung zur Unterstützung von Bereitstellung und Betrieb
Auf dieser Seite

Rollen und Verantwortlichkeiten Rollen und Verantwortlichkeiten
Situationsanalyse Situationsanalyse
Erfassen von Beständen Erfassen von Beständen
Durchführen einer Anfangsbestandsanalyse Durchführen einer Anfangsbestandsanalyse
Meilenstein: Inventuren sind abgeschlossen Meilenstein: Inventuren sind abgeschlossen
Vorgeschlagene Infrastrukturänderungen Vorgeschlagene Infrastrukturänderungen
Erstellen des Bereitstellungsplans Erstellen des Bereitstellungsplans
Helpdesk Helpdesk
Risikoanalyse Risikoanalyse
Woodgrove-Beispiel Woodgrove-Beispiel
Meilenstein: Bereitstellungsplan genehmigt Meilenstein: Bereitstellungsplan genehmigt

Rollen und Verantwortlichkeiten

Tabelle 3 listet die Hauptbereiche für die verschiedenen Rollencluster bei der Erstellung des Plans zur Bereitstellungs- und Betriebsunterstützung auf.

Tabelle 3. Rollen und Verantwortlichkeiten während der Planungsphase

Rollencluster

Schwerpunkt

Produktmanagement

  • Analyse der Unternehmensanforderungen

  • Kommunikationsplan

Programm-Management

  • Projektplan

  • Projektzeitplan

  • Budget

Entwicklung

  • Technologiebewertung

  • Logischer und physischer Entwurf

  • Bereitstellungsplan und -zeitplan

  • Schätzungen für die Bereitstellung

Benutzerfunktionalität

  • Nutzungsszenarios und Anwendungsfälle

  • Benutzeranforderungen

  • Anforderungen an Lokalisierung und Eingabehilfen

  • Benutzerdokumentation, Schulungsplan und Zeitplan für den Eignungstest

  • Benutzerdokumentation

  • Schulung

Test

  • Entwurfsbewertung

  • Testmethodik

  • Testanforderungen

  • Testplan und -zeitplan

Release Management

  • Entwurfsbewertung

  • Anforderungen für den Betrieb

  • Plan und Zeitplan für den Pilottest und die Bereitstellung

Situationsanalyse

Die Planungsphase jedes Bereitstellungsprojekts erfordert das Sammeln von Informationen, um die vorhandene Umgebung besser verstehen und sie nach Bedarf verändern zu können, sodass eine erfolgreiche Bereitstellung sichergestellt werden kann. Wenn ein Projekt dieser Größe angegangen wird, haben die Änderungen weitreichende Auswirkungen auf die Benutzer. Das Ziel besteht darin, den Geschäftsablauf so wenig wie möglich zu unterbrechen, während der Prozess so schnell wie möglich abgeschlossen wird.

Antworten auf folgende Fragen bestimmen die Planungsphase:

  • Wie viele Computer (Clientcomputer und tragbare Computer) sind im Unternehmen vorhanden?

  • Wie ist das Verhältnis der Anzahl der Computer zur Anzahl der Benutzer? Gibt es mehr Computer als Benutzer oder mehr Benutzer als Computer?

  • Gibt es bei diesem Projekt Möglichkeiten zur Rationalisierung oder Ressourcenreduzierung im Bereich der Computer, Anwendungen und Software? Wirksame Rationalisierung verringert die Mühe, die für eine erfolgreiche Bereitstellung erforderlich ist.

  • Wie viele Computer können aktualisiert werden, ohne zusätzliche Hardware zu erfordern? Bei wie vielen sind Hardwareupgrades erforderlich? Gibt es einen Mengenkauf neuer Systeme?

  • Wie viele Anwendungen aus dem im Unternehmen vorhandenen und verwendeten Anwendungsmix sollen auf neuere Versionen aktualisiert werden? Viele Unternehmen entscheiden sich beispielsweise, gleichzeitig mit der Aktualisierung eines Betriebssystems eine neue Version der Office-Produktivitätssoftware zu implementieren.

  • Wie schnell kann die Migration mithilfe der vorhandenen Infrastruktur abgeschlossen werden?

  • Wenn Änderungen an der vorhandenen Infrastruktur erforderlich sind, an welcher Stelle können durch Investition in zusätzliche Ressourcen die höchsten Renditen erzielt werden?

  • Können diese Informationen für andere derzeitige oder zukünftige Projekte hilfreich sein?

  • Ist dies ein einmaliges Erfassen von Infrastrukturinformationen, oder können diese Informationen wiederverwendet werden?

Erfassen von Beständen

Um die Fragen der Planungsphase zu beantworten, sind folgende Informationen notwendig:

  • Strukturbeschreibung des Geschäfts. Diese Informationen geben einen Überblick über die Struktur des Geschäfts, wozu auch eine Landkarte mit dem Standort jeder Geschäftsstelle (wenn es mehr als eine gibt) sowie die Anzahl von Benutzern in jeder Geschäftsstelle gehört. Außerdem müssen diese Informationen einen Organisationsplan des Geschäfts enthalten, der einen Überblick über jeden Funktionsbereich sowie die zugehörige Anzahl von Benutzern gibt. Es ist auch nützlich, weitere Unternehmensinformationen wie z. B. Vision und Ziel des Geschäfts mit einzubeziehen. Letzteres ist nützlich, wenn man externe Berater schnell auf den neuesten Stand der Geschäftsart des Unternehmens bringen will.

  • Hardware- und Softwareinventuren. Diese Informationen müssen in Form eines Diagramms vorliegen und so aktuell wie möglich sein. Sie können mit einer Landkarte beginnen, die einen Überblick über Anzahl und Funktion der Computer pro Standort gibt. Außerdem sollten spezielle Informationen über jeden Computer dazugehören. Gültige Informationen umfassen Folgendes:

    • Fabrikat und Modell des Computers

    • CPU-Spezifikationen

    • Größe des Arbeitsspeichers

    • Datenträgerpartitionen und verfügbarer freier Speicherplatz

    • Anzahl von Benutzerprofilen auf dem Computer, inklusive Größe jedes Profils und Informationen über den letzten Zugriff darauf

    • Liste der Anwendungen auf dem Computer, inklusive Informationen über den letzten Zugriff darauf (Zeitpunkt und Benutzer)

    • Zusätzliche Informationen wie z. B. Anschaffungsjahr, verbleibende Garantiezeit oder Supportplan

    • Etwaige Anforderungen an Mehrsprachigkeit

      Hinweis   In Umgebungen, in denen diese Informationen nicht sogleich verfügbar sind, kann es beträchtliche Zeit in Anspruch nehmen, die Informationen zu beschaffen. Dieser Zeitfaktor muss im Projektplan berücksichtigt werden, da er sich auf die Zeitvorgabe des Projekts auswirkt.

  • Netzwerkinfrastrukturdiagramm. Diese Informationen müssen in Form eines Netzwerkdiagramms vorliegen und so aktuell wie möglich sein. Dieses Diagramm enthält meist eine geografische Netzwerkzuordnung, welche die LAN- und WAN-Verbindungen unter Angabe von Geschwindigkeiten und verfügbarer Bandbreite zeigt. Dieses Diagramm muss auch die RAS-Verbindungen und die Anzahl von Remotebenutzern und deren Standorte enthalten. Wenn allgemeine Verkehrsmuster wie z. B. Spitzenbeanspruchungen erkennbar sind, müssen diese ebenfalls einbezogen werden. Schließlich muss dieses Diagramm das Adressierungsschema des Netzwerks enthalten.

  • Dienstinfrastrukturdokumentation. Diese Informationen müssen in Form eines Serverdiagramms vorliegen und so aktuell wie möglich sein. Zu diesem Diagramm gehört eine Beschreibung eines jeden Servers an sämtlichen Standorten, sowie Funktion und Rolle des Servers im Gesamtnetzwerk. Außerdem sollten Informationen zu folgenden Arten von Diensten eingeschlossen sein:

    • Authentifizierung und andere Sicherheitsdienste

    • Dienste, die Gruppenarbeit ermöglichen, wie z. B. E-Mail, Teamarbeitsbereiche und Instant Messaging

    • Datei- und Druckdienste einschließlich Servergröße und verfügbarem Speicherplatz

    • Derzeit sowohl zur Authentifizierung als auch für Dateidienste verwendete Replikationsdienste

  • Verwaltungsinfrastrukturdokumentation. Diese Informationen müssen in Form eines Diagramms vorliegen, das einen Überblick darüber gibt, wie Netzwerksysteme innerhalb des Unternehmens verwaltet werden. Sie müssen so aktuell wie möglich sein. Dazu gehören spezielle Informationen über Folgendes:

    • Verwaltung der Clientcomputer einschließlich tragbarer und remoter Computer

    • Verwaltungstoolkit, das einen Überblick über die Anwendungsnamen, die Anzahl der Server, die an diesem Verwaltungstoolkit beteiligt sind, sowie deren Rolle und Wachstumskapazität gibt

    • Struktur des technischen Supports mit Angabe der Rollen und Verantwortlichkeiten des an Computerverwaltung und Computersupport beteiligten Personals

    • Standards und Verfahren, die derzeit für die Verwaltung der Computer verwendet werden, im Idealfall inklusive Informationen wie vorhandene aktuelle Systembuilds und Buildmethodik sowie die Anwendungsbestandsverwaltung und Verwendungspraxis

  • Application Compatibility Toolkit (ACT)-Datenbank. Diese Datenbank ist eine wertvolle Hilfe bei der Vorbereitung des Inventars, das zur Durchführung der Bereitstellung notwendig ist. Alle bei der Ausführung dieses Tools beschafften Informationen werden in einer Datenbank gespeichert. Diese Datenbank enthält nicht nur anwendungsspezifische Daten, sondern auch grundlegende Informationen zur Computerhardware. Außerdem liefert sie nützliche Informationen zur Kompatibilität der Anwendungen sowohl mit Windows XP mit Service Pack 2 (SP2) als auch mit Windows Vista. Diese Datenbank kann zusätzlich als Inventurtool verwendet werden, wenn kein anderes automatisiertes Tool vorhanden ist. Wenn Sie dieses Tool für die Inventur benötigen, finden Sie im Handbuch für das Feature-Team für Anwendungskompatibilität spezielle Beispiele für die Art der auszuführenden Datenbankabfragen sowie Informationen zu diesem Tool.

  • Helpdesk-Problemliste. Eine vorhandene Liste der aktuellen Probleme mit Betriebssystemen und Computerbuilds ist ebenfalls eine wertvolle Ressource bei der Vorbereitung einer Bereitstellungsstrategie für BDD 2007. Wenn man möglichst viele dieser Probleme während der Vorbereitung des neuen Betriebssystembuilds erkennt und beseitigt, trägt dies erheblich zu einer positiven Einstellung der Benutzer gegenüber dem Projekt während der Bereitstellung bei.

    Wichtig   Die frühzeitige Einbeziehung des Helpdesks in den Prozess ist während der Bereitstellung sowohl für den Helpdesk als auch die Benutzer eine große Hilfe. Die Übermittlung der Liste der bekannten Probleme an das Unternehmen trägt zur Senkung der mit der Computerbereitstellung verbundenen zusätzlichen Kosten für den Helpdesk bei.

Ohne diese aktuellen Diagramme und dokumentierten Informationen ist es unmöglich zu verstehen, wie die verschiedenen Teile des BDD 2007-Projekts aufeinander einwirken und wie sie sich auf die Implementierung der Lösung auswirken können. Mehrere Methoden sind verfügbar, um diese Informationen zu sammeln. Im Idealfall ist ein automatisiertes Systemverwaltungstool vorhanden und hilft bei der Beschaffung dieser Informationen. Andernfalls muss das Feature-Team für Infrastrukturverbesserung andere Methoden verwenden oder von Schätzungen ausgehen.

Hinweis   Mit geschätzten Werten wird es nicht gelingen, das Budget und den endgültigen Bereitstellungstermin für das Projekt richtig festzulegen. Ab einem gewissen Zeitpunkt muss das Projekt auf tatsächliche Daten und Werte zurückgreifen, wenn es erfolgreich sein soll.

Durchführen einer Anfangsbestandsanalyse

Ein Budget und ein Projektplan sind oft die ersten Ergebnisse, die während der Planungsphase der Desktopbereitstellung entstehen. Diese Aufgabe liegt in der Verantwortung der Planungs-, Erstellungs- und Bereitstellungsteams, aber es ist Aufgabe des Feature-Teams für Infrastrukturverbesserung, die bestmöglichen Informationen zu folgenden Aspekten zur Verfügung zu stellen:

  • Die Anzahl der Computer, die bereitgestellt werden

  • Die Anzahl der Computer, die eine Aktualisierung der vorhandenen Hardware erfordern

  • Die Anzahl der Computer, die ersetzt werden müssen, bevor das neue Computerabbild bereitgestellt wird

Im Verlauf von Bereitstellungsprojekten dieser Art aktualisieren Unternehmen oft mehrere Systeme und entschließen sich möglicherweise sogar, einige der am stärksten veralteten Computer zu ersetzen. In solchen Fällen beschließt das Feature-Team für Infrastrukturverbesserung möglicherweise, Hardware während der Migration zu ersetzen. Obwohl sich dies sowohl auf das Budget als auch auf den zeitlichen Ablauf des Projektplans auswirken kann, ist es sinnvoller, die Aktualisierung zu diesem Zeitpunkt vorzunehmen, als den Austausch eines bedeutenden Anteils der Computer zu verschieben, wodurch das Projekt unvollständig würde.

Wichtig   Beginnen Sie bei der Festlegung der Mindestanforderungen an die Computerhardware des Unternehmens mit den Grundanforderungen der Abbilder und etwaiger Anwendungen, die gleichzeitig auf den einzelnen Computern ausgeführt werden. Berücksichtigen Sie dann einen Spielraum für das Wachstum über die nächsten drei oder vier Jahre, je nach Lebenszyklus der Hardware.

Achten Sie bei der Bestimmung der Anforderungen an die Computer darauf, dass alle Hardware in der Hardwarekompatibilitätsliste (HCL) enthalten ist. (Weitere Informationen zur HCL finden Sie im Abschnitt „Weiterbildung und Referenzmaterial“ in diesem Handbuch). Vergessen Sie auch auf keinen Fall, etwaige zusätzliche Mindestanforderungen für Netzwerke oder erforderliche Konfigurationsänderungen anzugeben. Zu diesen Informationen gehört zusätzliche Serverhardware zur Verwaltung der Abbilder während der Bereitstellung und zum Speichern von Benutzerinformationen vor und nach dem Aktualisierungsprozess.

Wichtig sind auch die Überprüfung des Anwendungsbestandes und die Feststellung, welche Anwendungen aktualisiert, welche ersetzt und welche in ihrer vorhandenen Version migriert werden sollen. Im Idealfall wird auch eine Rationalisierung oder Reduzierung der Anwendungen durchgeführt, um den für die Bereitstellung erforderlichen Aufwand zu verringern. Es kann sein, dass einige der vorhandenen Anwendungen nicht im Zielbetriebssystem ausgeführt werden können und andere Modernisierungslösungen erfordern. Das Feature-Team für Anwendungskompatibilität liefert ein Inventar dieser Anwendungen sowie die Liste der inkompatiblen Anwendungen und gegebenenfalls die Modernisierungsverfahren für eine erneute Bereitstellung dieser Anwendungen. Es liegt in der Verantwortung des Feature-Teams für Infrastrukturverbesserung, Informationen über das vorhandene Bestandsinventar und die Anzahl der installierten Anwendungen zu liefern.

Meilenstein: Inventuren sind abgeschlossen

An diesem Meilenstein sind die Inventuren abgeschlossen, und einige Anfangsberichte wurden erstellt. In Tabelle 4 werden die Ergebnisse für diesen Meilenstein beschrieben.

Tabelle 4. Ergebnisse der Planungsphase

Ergebnis

Beschreibung

Hauptinventare und Infrastrukturdiagramme

Diese Dokumente bieten eine Übersicht über die Struktur der aktuellen Infrastruktur sowie über die Auswirkungen der Bereitstellung auf diese.

Vorgeschlagene Infrastrukturänderungen

Zwei Schlüsselaufgaben müssen durchgeführt werden, wenn die anfänglichen Inventare und die Infrastrukturdokumentation erfasst sind. Die erste besteht darin, den Umfang der Bereitstellung festzulegen. Die zweite besteht in der Bestimmung der Infrastrukturanforderungen für den Support der Bereitstellung. Wenn vorhandene Netzwerkdienste diese Infrastruktur bieten können, kann sich das Feature-Team für Infrastrukturverbesserung gratulieren; andernfalls muss das Team Verbesserungsmaßnahmen ergreifen.

Bestimmen des Bereitstellungsumfangs

Der Umfang der Bereitstellung wird von der Anzahl der zu migrierenden Computer und deren Standort innerhalb der Netzwerksinfrastruktur bestimmt. Die erste Aufgabe dieser Maßnahme besteht in der Feststellung der Grundlagen für die Computerhardware. Mehrere Computerstandards sind im Plan, Build, and Deploy Guide aufgelistet (auf Englisch). Je nach den Anforderungen des Unternehmens an die Anwendungen und je nach Geschäftsanforderungen sind die Spezifikationen möglicherweise geeignet oder ungeeignet. Dennoch ist es wichtig, Spezifikationen für die Standardcomputer im Unternehmen zu erstellen. Diese Spezifikationen müssen auch Clientcomputer und tragbare Computer berücksichtigen.

Außerdem sind genaue Informationen über die Anzahl der Anwendungen und Computer notwendig, um den gesuchten Umfang bestimmen zu können. In dieser Phase muss das Feature-Team für Infrastrukturverbesserung eine ungefähre Vorstellung vom Umfang der Bereitstellung haben und kann jetzt die in dieser Phase erfassten Informationen verwenden, um diese Vorstellung sowie die Ziele der Bereitstellung zu verfeinern. Diese Informationen helfen bei der Aufstellung des Zeitplans und Budgets für das Projekt. Wenn zusätzliche Kosten erst später im Projekt entdeckt werden, kann dies zu verlängerten Auslieferungsfristen und zu unerwarteten Verspätungen oder Arbeitsunterbrechungen führen. Am besten bestimmt man die Anzahl der Computer, um besser verhindern zu können, dass unerwartete Probleme während Projektausführung auftreten.

Hinweis   Wenn Sie die IT-Abteilung frühzeitig in die Bereitstellung einbeziehen, können Probleme bei der Verwaltung bestehender oder zusätzlicher Computer nach Abschluss der Bereitstellung verringert werden. So wäre z. B. die IT-Abteilung besser auf die Verwaltung der Bereitstellung vorbereitet, wenn ihr die zukünftige Anordnung der Server bekannt wäre, die während der Bereitstellung verwendet werden, und sie könnte entsprechend planen.

Das Feature-Team für Infrastrukturverbesserung kann diese Lösung auf verschiedene Arten zur Verfügung stellen. Z. B. kann das Team alle Systeme in einem benutzerdefinierten Stagingbereich bereitstellen. Obwohl auf diese Weise die stabilste Bereitstellungslösung entsteht, sind hierbei eine Rotation der Computer und zusätzliche Ressourcen für deren Beförderung von und zu den Arbeitsplätzen der Benutzer erforderlich. Das Team kann auch direkt eigenständige Installationen oder Bereitstellungen an Systemen durchführen, wobei diese an den Arbeitsplätzen der Benutzer bleiben. Dieses Vorgehen erfordert besondere Verfahren, um sicherzustellen, dass die Installation in jeder Situation ordnungsgemäß funktioniert. Zudem ist mehr Bandbreite erforderlich, weil für die Bereitstellung das Produktionsnetzwerk verwendet wird.

In den meisten Situationen wird das Feature-Team für Infrastrukturverbesserung feststellen, dass ein einziger Techniker die Bereitstellung von mindestens 20 Computern pro Tag und vielleicht sogar mehr bewältigen kann, wenn die richtigen Bedingungen gegeben sind. Gemindert wird diese Bereitstellungsrate durch Faktoren wie z. B. die physische Nähe der zur Bereitstellung vorgesehenen Computer, die Komplexität des Anwendungsmixes, der auf dem Computer bereitgestellt werden soll, das Bereitstellungsverfahren – eigenständige Installation, Aktualisierung oder Austausch – sowie die Genauigkeit der Bestandsinformationen für diesen Computer. Der letzte Faktor, das Installationsprofil des Computers, ist eine entscheidende Komponente, die das Feature-Team für die Bereitstellung bei der eigentlichen Bereitstellung benötigt.

Um den anfänglichen Umfang zu bestimmen, verwenden Sie eine Metrik, die auf folgenden Informationen beruht:

  • Die Anzahl der während der Bereitstellung verfügbaren Techniker

  • Die Verfügbarkeit von Bereitstellungsressourcen

  • Die Anzahl der Computer an jedem Bereitstellungsstandort

  • Die anzuwendende Bereitstellungsstrategie

  • Die Komplexität der Anwendungen, die neu installiert werden sollen

  • Die Anzahl der Computer, für die entweder Ersatz oder Aktualisierungen von Komponenten erforderlich sind

Hinweis   Computer, für die ein Ersatz oder Aktualisierungen erforderlich sind, nehmen mehr Zeit in Anspruch, weil sie physisch verändert werden müssen. Computer, die für das neue Betriebssystem bereit sind, lassen sich schneller migrieren, weil an ihnen keine physische Arbeit durchgeführt werden muss.

Andere Parameter müssen geschätzt werden, um den vollständigen Projektumfang zu bestimmen, aber das Feature-Team für Infrastrukturverbesserung ist nur für zwei Faktoren verantwortlich: den Umfang der eigentlichen Bereitstellung und den Umfang der Änderungen, die an der aktuellen Computerinfrastruktur erforderlich sind, um eine Bereitstellung dieser Art zu unterstützen. In „Anhang A: Bestandsaufnahme des Netzwerks“ wird das anfängliche Verfahren beschrieben, das angewendet wird, um die zur Unterstützung der Definition des Bereitstellungsumfangs erforderlichen Bestandsinformationen zu bestimmen.

Bestimmen der erforderlichen Infrastrukturänderungen

Die eigentliche Bereitstellung ist für den ordnungsgemäßen Betrieb von mehreren Technologien abhängig. Die meisten davon befinden sich in Form einer Dateifreigabe irgendwo im Netzwerk. Eigentlich handelt es sich bei drei der vier Hauptserverrollen für die Bereitstellung um einfache Dateifreigaben:

  • Bereitstellungsserverrolle. Diese Rolle wird verwendet, um alle Informationen und Toolkits für die Bereitstellung zu speichern, die während der Migration verwendet werden sollen. Sie speichert auch Abbilddateien des Betriebssystems, einschließlich der erforderlichen Abbilder der Microsoft Windows-Vorinstallationsumgebung (Windows PE).

  • Benutzerstatusmigrations-Serverrolle. Diese Rolle wird verwendet, um Benutzerprofile entweder vorübergehend oder dauerhaft zu speichern, je nach gewählter Vorgehensweise. Wenn Computer bereitgestellt werden, werden vorhandene Benutzerprofile auf dieser Serverrolle aufgezeichnet und dann zur Wiederherstellung auf dem aktualisierten Computer von diesem Server gezogen.

  • Anwendungsinstallations-Serverrolle. Diese Rolle wird verwendet, um die vorgepackten Installationsdateien für die Anwendungen zu speichern, die nach dem Austausch des Betriebssystems erneut bereitgestellt werden sollen.

  • Windows DS. Diese Rolle ist nicht unbedingt eine Dateiserverrolle, ähnelt ihr aber sehr, weil sie nicht nur Abbilder von Betriebsinstallationen speichert, sondern auch Abbilder für die Verwendung durch Windows DS. Dadurch ähnelt sie einer Dateifreigabe, da sie Informationen enthält, die möglicherweise an mehreren Orten reproduziert werden müssen. Weitere Informationen zu Windows DS finden Sie im Abschnitt „Weiterbildung und Referenzmaterial“ in diesem Handbuch.

Da die meisten Bereitstellungskomponenten Dateifreigaben sind, ist für den Fall, dass die Infrastruktur mehr als einen Standort umfasst, eine Replikationstechnologie erforderlich. Für die Replikation können mehrere Methoden verwendet werden. Z. B. kann das Feature-Team für Infrastrukturverbesserung einfach alle Komponenten auf einen tragbaren Server oder eine tragbare Festplatte stellen und diese(n) während der Bereitstellung von einem Standort zum anderen befördern. Wenn eine Infrastruktur zur Verwaltung der Computer bereits an der richtigen Stelle vorhanden ist, kann das Team stattdessen vorhandene Serverrollen nutzen und gegebenenfalls eine Replikationstechnologie für das Kopieren von Informationen von einem Standort zum anderen verwenden.

Windows Server 2003 R2 bietet einen ausgezeichneten Replikationsmechanismus, wenn kein anderer Mechanismus vorhanden ist. Der DFS-Replikationsdienst unterstützt die Replikation auf Byteebene von Standort zu Standort, entweder als Push- oder als Pullmechanismus. Dies bedeutet, dass das Feature-Team für Infrastrukturverbesserung einen einzigen Verteilungspunkt erstellen kann, von dem aus Masterdateien zu allen Remoteverteilungsservern kopiert werden. Außerdem kann der DFS-Replikationsdienst verwendet werden, um einen Pullmechanismus zu erstellen, mit dem sich sowohl Betriebssystemabbilder (Sicherungen) als auch Benutzerprofile zur dauerhaften Speicherung während des Projekts abrufen lassen. Weitere Informationen zum DFS-Replikationsdienst finden Sie im Abschnitt „Weiterbildung und Referenzmaterial“ in diesem Handbuch.

Abbildung 4 zeigt die Replikationsbeziehung zwischen den Serverrollen bei der Bereitstellung. Die Windows DS-Infrastruktur mit dem PXE-Startdienst (Pre-Boot eXecution Environment) wird als an vier Standorten bereitgestellt gezeigt. Der DFS-Replikationsdienst verwaltet die Replikation zwischen den Standorten und stellt dabei sicher, dass alle Daten und Benutzerstatusmigrations-Daten zwischen den Standorten konsistent bleiben. Weitere Informationen zu diesen Dienstprogrammen und deren Beziehungen finden Sie im Lite Touch Installation Guide (auf Englisch)

Abbildung 4: Replikationsanforderungen bei geografisch verteilten Bereitstellungen.

Zusammengefasst muss das Feature-Team für Infrastrukturverbesserung den Planungs-, Erstellungs- und Bereitstellungsteams für die Planungsphase des Projekts folgende Informationen liefern:

  • Angaben darüber, wie schnell die Bereitstellung der Computer unter den Bedingungen der aktuellen Umgebung abgeschlossen werden kann

  • Entscheidung darüber, wo Investitionen getätigt werden können, um die Bereitstellung zu beschleunigen, und darüber, welche Investitionen dem Unternehmen die größten Vorteile bringen

  • Hilfe bei Entwurf und Planung eines Toolrollouts für die Systemverwaltung im Unternehmen, wenn kein solches vorhanden ist und das Unternehmen die Anschaffung dieser wertvollen Ressource im weiteren Verlauf beschließt

  • Unterstützung des Unternehmens bei der Schaffung einer ersten Grundlage zur Bewertung, Planung und Diagnose der erforderlichen Änderungen an Netzwerk, Servern, Clients oder sogar Anwendungen

Hinweis   Ein Plan für das Änderungsmanagement und weitere benötigte Verfahrenspläne werden ausführlicher im MOF behandelt. Weitere Informationen zu MOF finden Sie im Abschnitt „Weiterbildung und Referenzmaterial“ in diesem Handbuch.

In „Anhang B: Durchführung der Infrastrukturverbesserung“ wird das Verfahren beschrieben, das zur Bestimmung der Aufgaben angewendet wird, die für die Infrastrukturverbesserung zur Unterstützung der Bereitstellung erforderlich sind.

Erstellen des Bereitstellungsplans

Verschiedene Infrastrukturinformationen sind notwendig, damit der Bereitstellungsplan für die Computerbereitstellung genauer definiert werden kann. Verfügbare Netzwerkbandbreite, Verfügbarkeit von Verteilungsservern, Nutzungsprofilerstellung sowie die Unterstützung von drahtlosen oder anderen nicht standardmäßigen Kommunikationenmechanismen für die Bereitstellung liefern alle wertvolle Informationen für den Bereitstellungsplan. Die Erfassung dieser Informationen erfordert die Beteiligung anderer Teams (einschließlich des Feature-Teams für Anwendungsverwaltung, des Feature-Teams für Anwendungskompatibilität und des Feature-Teams für Benutzerstatusmigration) im gesamten Unternehmen. Aus diesem Grund ist es wichtig, während der Planungsphase Beiträge von diesen Teams zu bekommen.

Das Feature-Team für Infrastrukturverbesserung kann auch erwägen, einen Zurücksetzungsplan für die Bereitstellung zu erstellen. Dieser zweite Plan kann helfen, Risiken zu vermeiden, die im Falle unvorhergesehener Situationen bei der Fortsetzung der Bereitstellung auftreten.

Die Erfassung und Bereitstellung dieser Informationen ist nicht nur eine einmalige Übung. Diese Aufgaben entwickeln sich während und nach der Bereitstellung weiter. Z. B. werden IT-Abteilung und Helpdeskpersonal diese Informationen täglich verwenden, während die Bereitstellung voranschreitet.

Helpdesk

Der Helpdesk jedes Unternehmens protokolliert die Häufigkeit von Supportanrufen an den Helpdesk. Von besonderem Interesse für das BereitstellungsFeature-Team ist die Anzahl der Anrufe, die sich auf das Betriebssystem beziehen. Der Benutzerfunktionalitäts-Rollencluster muss diese Metrik aus der Nähe verfolgen und versuchen, die Anzahl der Supportanrufe durch Aufgaben wie z. B. Benutzerschulungen zu verringern.

Eine Komponente der Benutzerschulungen könnte beispielsweise das Nachverfolgen und Veröffentlichen aller bekannten Probleme umfassen. Dies würde die Aufstellung einer Liste bekannter Probleme am Anfang der Stabilisierungsphase für die Desktopbereitstellung erfordern. Der Helpdesk kann mit dem Entwicklungs-Rollencluster zusammenarbeiten, um Probleme zu ermitteln und zu lösen, damit Benutzer, die später mit Problemen konfrontiert sein könnten, besser unterstützt werden.

Bei der Modernisierung muss sich ein gesonderter Teil des Helpdesks mit der Bereitstellung befassen und auf Probleme reagieren, die direkt mit der Bereitstellung zusammenhängen, und für sofortige Lösung der Probleme sorgen. Normalerweise sollte dieser Zustand erhöhter Reaktionsbereitschaft nach der Bereitstellung noch einen Monat lang andauern und eine Art Garantie für den neu bereitgestellten Computer darstellen.

Risikoanalyse

Tabelle 5 führt die Bezeichnungen auf, die das Feature-Team für Infrastrukturverbesserung bei der Erstellung einer Risikomanagementtabelle verwenden sollte. Vollständige Informationen über jedes Risiko helfen dem Programmmanagement-Rollencluster bei der Abschätzung von Risiken und der Entwicklung von Notfallplänen.

Tabelle 5. Struktur der Risikomanagementtabelle

Bezeichnung

Beschreibung

Identifikation (ID)

Risikokennzeichnung

Risikobestimmung

Beschreibung des potenziellen Problems (Bedingung und Folge)

Wahrscheinlichkeit

Wahrscheinlichkeit, dass das Risiko zu einem Problem wird (auf einer Skala von 1 bis 5, von niedrig bis hoch)

Verlust

Relatives Verlustpotenzial (Geldwert auf einer Skala von 1 bis 10, von niedrig bis hoch)

Gefahrenpotenzial

Gefahrenpotenzial des Risikos (Produkt aus Wahrscheinlichkeit und Verlust)

Maßnahmen zur Schadensbegrenzung

Zur Risikobegrenzung geplante Aktion

Notfallplan

Für die Reaktion auf ein auftretendes Risiko oder dessen Auslöser geplante Aktion

Auslöser

Ereignis oder Wert, das/der die Implementierung von Notfallplänen erzwingt

Wer

Für die Aktion verantwortliche Person

Datum

Vorgesehenes Abschlussdatum

Tabelle 6 listet Beispiele für die häufigsten Risiken auf, die bei einer Bereitstellung dieser Art auftreten können. Diese Risiken stellen möglicherweise, aber nicht mit Sicherheit, ein Problem für diese besondere Bereitstellung dar. Beschreiben Sie beim Risikomanagement das Risiko vollständig und weisen Sie ihm eine Wahrscheinlichkeit, einen relativen Verlust, eine Berechnung des Gefahrenpotenzials und einen Schadensbegrenzungs- oder Notfallplan zu. Es ist auch wichtig, ihm ein Auslöseereignis oder einen Auslösewert zuzuweisen, um leichter bestimmen zu können, wann der Notfallplan für dieses Risiko initiiert werden muss. Ein Schlüssel zu Risikominderung besteht in der Benennung einer einzigen Person (keiner Gruppe) für die Aktion sowie eines bestimmten Datums, zu dem sie abgeschlossen sein muss.

Tabelle 6. Allgemeine Risikobeispiele

ID

Risikobestimmung

Risikobestimmung

Maßnahmen zur Schadensbegrenzung

Notfallplan

 

Bedingung

Folge

 

 

1

Wenn die Computeranschlussgeschwindigkeit nicht schnell genug ist ...

... verlangsamt sich die Bereitstellung entsprechend der Switch-Kapazität.

Überprüfen Sie, ob die Switch-Kapazität und die Datenmenge, die unter Belastung verschoben werden kann, die Bereitstellungsanforderungen erfüllen.

Aktualisieren Sie den Switch oder beschaffen Sie einen größeren Switch bzw. Blade-Switch für die Bereitstellung.

2

Wenn der Bereitstellungsserver keine Hochgeschwindigkeitsverbindung hat ...

... verlangsamt sich die Bereitstellung entsprechend der Kapazität der Server-Netzwerkverbindung.

Überprüfen Sie, ob der Server mithilfe einer Gigabit-Glasfaserverbindung verbunden ist.

Besorgen Sie eine Gigabitverbindung für den Bereitstellungsserver, der für die Bereitstellung verwendet werden soll.

3

Wenn Bereitstellungsserver keine äußerst schnellen Datenträger haben ...

... verlangsamt sich die Bereitstellung entsprechend der Eingabe/Ausgabe-Leistung des Datenträgers.

Überprüfen Sie, ob die Datenträgerleistung die Anzahl der Computer bewältigen kann.

Besorgen Sie für die Bereitstellung schnellere Datenträger oder sogar SAN-Datenträger.

4

Wenn die Bereitstellungsserver nicht in der Lage sind, alle Computer innerhalb des Zeitfensters bereitzustellen ...

... kann das BereitstellungsFeature-Team die Aktualisierung nicht innerhalb des gegebenen Zeitrahmens abschließen.

Besorgen Sie zusätzliche Bereitstellungsserver, die in der Lage sind, die Anzahl von Computern zu bewältigen und die Aufgabe innerhalb des Zeitrahmens abzuschließen.

Sorgen Sie für einen großen Zeitrahmen für die Bereitstellung.

5

Wenn die Bereitstellung eine Unterbrechung der Clientumgebung verursacht ...

... so wirkt sich dies direkt auf die Produktivität der Clients aus und kann zu Datenverlust führen.

Stellen Sie sicher, dass während der Bereitstellung keine Daten verloren gehen und dass der Prozess nicht länger dauert als erwartet.

Implementieren Sie den Zurücksetzungsplan für die Bereitstellung.

6

Wenn der Computer die Mindestanforderungen an Speicher, CPU oder Festplatte für die Bereitstellung nicht erfüllt ...

... kann der Computer nicht aktualisiert werden.

Überprüfen Sie durch die Bestandsdatenbank, ob die Computer die Mindestkriterien erfüllen.

Aktualisieren oder ersetzen Sie Computer, welche die Mindestkriterien nicht erfüllen.

7

Wenn das Suchtool aufgrund von Sicherheitseinstellungen, fehlenden Berechtigungen oder mangelnder Konnektivität auf Teile des Netzwerks nicht zugreifen kann ...

... kann das BereitstellungsFeature-Team keine vollständige Einsicht in die Umgebung erhalten.

Arbeiten Sie mit der entsprechenden Netzwerkgruppe zusammen, um zu überprüfen, ob ordnungsgemäßer Zugriff gewährt wird und alle Computerstandorte abgedeckt sind.

Keiner

8

Wenn das Personal die Diagramme zur Risikoerkennung nicht versteht oder nicht interpretieren kann ...

... können bei der Bereitstellung unbekannte Risiken auftreten.

Sorgen Sie dafür, dass entsprechend erfahrenes und geschultes Personal im BereitstellungsFeature-Team und im Feature-Team für Release Management vertreten ist.

Bringen Sie externe Ressourcen ein, um die Umgebung zu überprüfen.

9

Wenn Hardware (wie z. B. der Quellserver oder -computer) während der Bereitstellung versagt ...

... kann das BereitstellungsFeature-Team die Aktualisierung nicht innerhalb des gegebenen Zeitrahmens abschließen.

Sorgen Sie dafür, dass Sie Zugriff auf Ersatz- oder Sicherungshardware bekommen.

Sehen Sie bei der Planung der Skalierbarkeit der Quellserver eine viel größere Sicherheitsmarge vor.

10

Wenn die parallele Ausführung der Bereitstellung nicht stattfindet ...

... kann das BereitstellungsFeature-Team die Aktualisierung nicht innerhalb des gegebenen Zeitrahmens abschließen.

Überprüfen Sie, ob angemessene Ressourcen für eine parallele Ausführung der Bereitstellung verfügbar sind.

Bringen Sie zusätzliche Ressourcen als Verstärkungspersonal ein.

11

Wenn schwerwiegende Probleme auftreten ...

... muss die ursprüngliche Konfiguration der Bereitstellung wiederhergestellt werden.

Überprüfen Sie, ob der Rollbackprozess abgeschlossen werden kann, und definieren Sie den Grenzpunkt während der Bereitstellung, ab dem keine Umkehr mehr möglich ist.

Keiner

12

Wenn die Netzwerkumgebung instabil ist und dadurch unbekannte und nicht vorhersehbare Fehler verursacht ...

... ist die Stabilität der Bereitstellung gefährdet.

Überprüfen Sie, ob das Netzwerk stabil ist, bevor Sie mit der Bereitstellung beginnen.

Verwenden Sie bekannte, stabile Netzwerkhardware für die Testumgebung.

13

Wenn es keine Betriebsrichtlinien und -verfahren gibt ...

... können Bereitstellung und Zurücksetzungspläne Datenverlust verursachen.

Überprüfen Sie, ob Betriebsrichtlinien und -verfahren vorhanden sind und derzeit vom gesamten Personal angewendet werden.

Implementieren Sie Betriebsrichtlinien und -verfahren.

14

Wenn es keine Änderungsverwaltung gibt ...

... besteht die Gefahr, dass die Integrität der derzeitigen und der geplanten Umgebungen instabil wird.

Überprüfen Sie, ob ein Änderungsverwaltungsverfahren vorhanden ist und derzeit vom gesamten Personal angewendet wird.

Implementieren Sie ein Änderungsverwaltungsverfahren.

15

Wenn der Release-Management-Rollencluster nicht motiviert ist, die erforderlichen Standards einzuhalten ...

... sind die Vollständigkeit und das Ausmaß der erforderlichen Bemühungen nicht auf dem Niveau, auf dem sie sein sollten.

Sorgen Sie dafür, dass Sie ein geschlossenes Team haben, das bereit ist, den Auftrag zum Abschluss zu bringen.

Finden Sie ein geschlossenes Team, das auf jeden Fall bereit ist, den Auftrag zum Abschluss zu bringen.

Wichtig   Die Tabelle der allgemeinen Risikobeispiele Beispiele für die Arten von Risiken, die bei Infrastrukturbereitstellungen auftreten können. Diese Tabelle sollte Teil einer gesonderten Liste sein, die alle für die Bereitstellung festgestellten Risiken aufführt. Wenn beispielsweise 200 Risiken festgestellt wurden, so ist es äußerst unwahrscheinlich, dass das Feature-Team für Infrastrukturverbesserung diese Risiken täglich oder auch nur wöchentlich überprüfen kann. Wenn das Team nicht in der Lage ist, jedes Risiko zu überprüfen, wird jedes einzelne Risiko deutlich niedriger gewertet. Wenn das Team jedoch eine Tabelle der 10 oder sogar 20 größten Risiken erstellen kann, erhält es eine überschaubare Liste, die täglich oder wöchentlich bei den Projektstatusbesprechungen überprüft werden kann. Die Tabelle aller Risiken ist weiterhin gültig, da sie alle Risiken enthält, auch jene mit sehr niedrigem Gefahrenpotenzial für das Projekt.

Woodgrove-Beispiel

Um die vorliegende Aufgabe besser zu veranschaulichen, verwendet das folgende Beispiel Daten, die bei einer Netzwerkvorbereitung zur Bereitstellung erfasst wurden.

Die Desktopsystemgruppe der Woodgrove Bank, einem fiktiven Unternehmen, macht sich Sorgen um die bevorstehende Bereitstellung, weil es bei früheren Bereitstellungen nicht gelang, die Projektziele vollständig zu erfüllen. Die Teammitglieder glauben, dass eine wesentliche Ursache des Problems darin bestand, dass sie vor dem Projektbeginn zu wenig über die vorhandene Umgebung wussten. Diesmal wollen sie nicht dieselben Fehler wiederholen. Sie möchten daher sicherstellen, dass ihre anfänglichen Bestandsinventare so vollständig wie möglich sind.

Ist dies möglich? Das BereitstellungsFeature-Team schlägt vor, mithilfe einer Reihe von Tools ein Inventar zu erstellen, das so vollständig wie möglich ist. Als Erstes möchten die Teams sicherstellen, dass sie die Struktur des Netzwerks verstehen. Eine Möglichkeit besteht darin, ein Diagramm des Woodgrove-Unternehmensnetzwerks anzufertigen und zu verstehen, wie dieses den Gesamtgeschäftsprozess von Woodgrove unterstützt. Abbildung 5 ist ein Beispieldiagramm, das mithilfe eines Netzwerksuchtools hergestellt oder von Hand gezeichnet werden könnte.

Abbildung 5: Woodgrove Bank

Woodgrove hat ungefähr 17.000 Benutzer. Um sicherzustellen, dass die Bank ein vollständiges Inventar hat, müssen die Teammitglieder eine Reihe von Tools verwenden, um die Informationen zu erfassen. Sie müssen sich auch vergewissern, dass ihnen die Einsatzorte tragbarer Computer und nicht verbundener oder isolierter Systeme bekannt sind – insbesondere dann, wenn die Systeme gerade transportiert werden –, damit diese in die Datenerfassung einbezogen werden.

Woodgrove verwendet ein Unternehmenssystem-Verwaltungstool, sodass das Inventar der Clientcomputer relativ genau ist. Bei den Benutzern tragbarer Computer sieht es anders aus, deshalb hat das Feature-Team für Infrastrukturverbesserung beschlossen, Anmeldeskripts zu verwenden, um Informationen von tragbaren Computern zu erfassen, wenn deren Benutzer sich anmelden. Nach der Erfassung erstellt das Team aus allen diesen Daten einen einzigen zusammenfassenden Bericht, der anderen Teams zur Verfügung gestellt wird.

Gleichzeitig überprüft das Team jeden Serverstandort, um sicherzustellen, dass die Verteilungsserver die notwendige Kapazität für die Unterstützung der Bereitstellung aufweisen. Diese Informationen werden Teil des Inventars, das die Bemühungen um Infrastrukturverbesserung unterstützt.

Nach Erfassung dieser Informationen fertigte das BereitstellungsFeature-Team eine Reihe von Diagrammen an, welche die Analyse und den Entwurf des Bereitstellungsprojekts unterstützten. Diese Diagramme lieferten wertvolle Informationen zur Unterstützung der Hauptentscheidungen des Projekts, insbesondere folgender:

  • Feststellung, wie schnell die Bereitstellung der Desktops unter den Bedingungen der aktuellen Umgebung abgeschlossen werden könnte.

  • Entscheidung darüber, wo Investitionen getätigt werden könnten, um die Bereitstellung zu beschleunigen, und darüber, welche Investitionen dem Unternehmen die größten Vorteile bringen würden.

Um diese Entscheidungen zu treffen, wendete das Team die Verfahren an, die in den Anhängen dieses Handbuchs skizziert sind.

Meilenstein: Bereitstellungsplan genehmigt

Bei diesem Meilenstein sind die Inventare vollständig, und einige Anfangsberichte wurden erstellt. Tabelle 7 beschreibt die Anforderungen für diesen Meilenstein.

Tabelle 7. Anforderungen an den Meilenstein

Ergebnis

Beschreibung

Anfängliche Architektur und Bereitstellungsstrategie festgelegt

Diese Unterlagen geben einen Überblick darüber, wie die aktuelle Infrastruktur zur Unterstützung der ausgewählten Bereitstellungsstrategie geändert werden muss. Sie beschreiben auch die ausgewählte Bereitstellungsstrategie.

Anzeigen: