BDD 2007: Anwendungsmanagement – Handbuch für das Feature-Team

Planung

Veröffentlicht: 30. Nov 2006

Abbildung 3 stellt eine detaillierte Aufschlüsselung der Aktivitäten dar, die während der Planungsphase durchgeführt werden. Diese Aktivitäten sind in zwei Kategorien aufgeteilt: Einrichten der Testumgebung und Identifizierung der Bereitstellungsprobleme, die das Feature-Team im Verlauf des Projekts lösen muss.

Abbildung 3: Aktivitäten während der Planungsphase
Auf dieser Seite

Rollen und Aufgaben Rollen und Aufgaben
Zusammenarbeit mit Application Compatibility Feature-Team und User State Migration Feature-Team Zusammenarbeit mit Application Compatibility Feature-Team und User State Migration Feature-Team
Einrichten der Testumgebung Einrichten der Testumgebung
Festlegung von Basis- Zusatzanwendungen Festlegung von Basis- Zusatzanwendungen
Verfahren zur Paketerstellung Verfahren zur Paketerstellung
Anwendungsbestandserfassung Anwendungsbestandserfassung
Festlegung der Anwendungsrangfolge Festlegung der Anwendungsrangfolge
Einsetzung der Anwendungssachverständigen Einsetzung der Anwendungssachverständigen
Spezifizierung von Dateien und Einstellungen Spezifizierung von Dateien und Einstellungen
Auswahl der Verteilungsverfahren Auswahl der Verteilungsverfahren
Meilenstein: Migrationsplan angenommen Meilenstein: Migrationsplan angenommen

Rollen und Aufgaben

Alle sechs Rollencluster vom MSF-Teammodell spielen in der Planungsphase eine Rolle. Das Planungs-, Erstellungs- und Bereitstellungshandbuch Plan, Build, and Deploy Guide (auf Englisch) listet diese Rollen auf und bestimmt die Hauptbereiche für jeden Rollencluster (siehe Tabelle 1).

Tabelle 1: Rollen und Aufgaben während der Planungsphase

Rolle

Fokus

Produktmanagement

  • Unterstützung beim konzeptionellen Entwurf

  • Analyse der Unternehmensanforderungen

  • Kommunikationsplan

Programmmanagement

  • Konzeptioneller und logischer Entwurf

  • Funktionsbeschreibung

  • Projekt- und Zeitplan

  • Budget

Entwicklung

  • Einrichtung der Testumgebung

  • Erkennung wichtiger Anwendungsprobleme

Benutzerfreundlichkeit

  • Anwendungsszenarios/-fälle

  • Benutzeranforderungen

  • Anforderungen an Lokalisierung und Eingabehilfen

  • Benutzerdokumentation

  • Schulungspläne

  • Zeitpläne

Test

  • Festlegung der Testanforderungen

  • Test- und Zeitplan

Freigabeverwaltung

  • Entwurfsbewertung

  • Betriebsanforderungen

  • Plan/Zeitplan für Pilotprojekt und Bereitstellung

  • Netzwerkerkennung

  • Anwendungs- und Hardwarebestand

  • Kommunikation mit der IT-Abteilung und dem Security Feature-Team

Weitere Informationen zu Rollenclustern des MSF-Teammodells finden Sie auf der MSF-Homepage unter http://www.microsoft.com/technet/itsolutions/msf.

Zusammenarbeit mit Application Compatibility Feature-Team und User State Migration Feature-Team

Das Application Management Feature-Team muss mit dem Application Compatibility Feature-Team und dem User State Migration Feature-Team zusammenarbeiten. Das Application Management Feature-Team muss bestimmen, welche Anwendungen auf Clientcomputern bereitgestellt werden sollen, und es muss etwaige besondere Anforderungen erkennen, die für die ordnungsgemäße Ausführung der Anwendungen auf den Zielplattformen zu erfüllen sind. Das User State Migration Feature-Team ermittelt die beste Möglichkeit, um die Anwendungsdaten von Zusatzanwendungen zu migrieren. Wenden Sie sich an das User State Migration Feature-Team, um etwaige Änderungen zu ermitteln, die während der Bereitstellung von Zusatzanwendungen möglicherweise notwendig sind, um sicherzustellen, dass Benutzerdaten nach dem Abschluss der Migration beibehalten werden können.

Einrichten der Testumgebung

Während der Planungsphase wird die Testumgebung eingerichtet, in der die gesamte Entwicklungsarbeit stattfindet. Das Application Management Feature-Team benötigt nicht unbedingt eine neue Testumgebung. In der Regel können seine Mitglieder die Testinfrastruktur verwenden, die vom Computer Imaging System Feature-Team und vom Application Compatibility Feature-Team eingerichtet wurde. Das Application Management Feature-Team muss aber sicherstellen, dass es die erforderlichen lizenzierten Softwaremedien besitzt, die im Abschnitt „Voraussetzungen“ weiter oben in diesem Handbuch definiert sind.

Festlegung von Basis- Zusatzanwendungen

Eine Basisanwendung ist jede Anwendung, die allen (oder den meisten) Personen im Unternehmen zur Verfügung steht, die sich nicht einfach zur Verteilung eignen würde oder die verfügbar sein muss, sobald das Abbild aktiv wird. Basisanwendungen sind jene, die auf allen oder den meisten Desktopcomputern im Unternehmen installiert werden müssen. Diese Anwendungen, wie z. B. Microsoft Office, Antivirenprogramme, Komprimierungsprogramme, E-Mail-Clients und so weiter, sind allen Desktops gemeinsam. Dokumentieren Sie die Befehlszeilenoptionen, die zur Installation jeder Anwendung ohne Benutzereingriff erforderlich sind.

Viele Unternehmen betrachten folgende Anwendungen als Basisanwendungen:

  • Microsoft Office

  • Adobe Acrobat und Reader

  • Macromedia Flash Player

  • Macromedia Shockwave

  • Verschiedene Antivirenpakete

  • Verschiedene Erweiterungen für Microsoft Office Outlook®

  • Verschiedene Erweiterungen für Windows Internet Explorer®

  • Betriebseigene Bildschirmschoner

  • Terminalemulationsanwendungen (wie z. B. TN3270)

  • Datenbanktreiber und Konnektivitätssoftware

  • Netzwerk- und Clientverwaltungssoftware (wie z. B. OpenManage)

Einige Basisanwendungen können im automatischen Modus ohne Benutzereingriff installiert werden. So können z. B. die 2007 Office System-Anwendungen und andere Microsoft-Produkte auf diese Weise installiert werden. Weitere Informationen zur Bereitstellung von 2007 Office System finden Sie im zugehörigen Bereitstellungshandbuch Office Deployment Guide, das in BDD 2007 verfügbar ist.

Entscheiden Sie bei Basisanwendungen, die keine automatische Installation bereitstellen, wie Sie die Installation automatisieren können. Das Application Management Feature-Team kann viele Anwendungen neu packen, z. B. in Form von Windows Installer-Setup-Datenbanken, oder das Team kann ein Skript erstellen, um die Installation zu automatisieren. Weitere Informationen zur Neupackung älterer Anwendungen finden Sie im nächsten Abschnitt „Entwicklung“.

Andere Anwendungen sind möglicherweise nur für eine oder mehrere Computergruppen erforderlich. Anwendungen, die nicht für die Mehrheit der Computer erforderlich sind, werden als Zusatzanwendungen bezeichnet. So kann z. B. die technische Abteilung eine CAD-Anwendung verwenden. Zusatzanwendungen werden in einer Phase nach der Abbilderstellung installiert.

Viele Unternehmen betrachten folgende Anwendungen als Zusatzanwendungen:

  • Microsoft Visual Studio® 2005

  • Microsoft SQL Server™ 2005 Client Tools

  • Microsoft Data Analyzer 3.5

  • Verschiedene CAD-Anwendungen

  • Verschiedene Anwendungen zur Unternehmensressourcenplanung (ERP)

Verfahren zur Paketerstellung

In vielen Unternehmen besteht der Wunsch, die Installation von Anwendungen genauestens auf den Bedarf zuzuschneiden. Der Einsatz eines einzigen Verfahrens, um alle Anwendungen zu installieren und den Installationsvorgang zu garantieren, verringert den Aufwand an Zeit und Mühe erheblich, der für die Lösung von Anwendungsproblemen erforderlich ist. Eine einfache Individualisierung ist beispielsweise das Konfigurieren des Installationsvorgangs, sodass dieser ohne Benutzereingabe abläuft. Diese Art der Installation ist normalerweise als automatischer oder unbeaufsichtigter Modus bekannt. Zu einer komplexeren Situation könnte die vollständige Modifizierung des Inhalts einer Installation durch Hinzufügen, Entfernen oder Ändern von Dateien und anderen Ressourcen gehören, die installiert werden müssen.

In der Vergangenheit lieferten Anwendungshersteller ein individuelles Setup-Programm für jede Anwendung. In einigen Fällen ermöglichte das mit der Anwendung gelieferte Setup-Programm eine begrenzte Individualisierung (z. B. durch Bearbeiten einer Setup.inf-Datei). Allerdings musste das IT-Personal oftmals Anwendungen, die keine Individualisierung zuließen, manuell modifizieren und neu packen.

Die Befehlszeilenschnittstelle zur Steuerung der Installation einer jeden Anwendung variierte ebenso. Dies erforderte von den Administratoren viel Zeit, um für jedes Programm die verschiedene Administrationsfunktionen und -komponenten zu lernen. So hätte z. B. die Befehlszeilenoption zum Deinstallieren einer Anwendung /u, /r, /x, -u, -r, -x oder sogar völlig anders lauten können. Außerdem erforderte manchmal die Installation einer Anwendung für einen einzelnen Benutzer ein radikal anderes Verfahren als die Installation der Anwendung für alle Benutzer auf einem Computer.

Während moderne Anwendungen eine unbeaufsichtigte Installationen in einer wesentlich konsistenteren Art und Weise bieten, sind ältere Anwendungen immer noch mit komplizierten und unterschiedlichen Installationsverfahren behaftet. Unternehmen, die solche Anwendungen konsistent und zuverlässig bereitstellen wollen, müssen Anwendungspakete verwenden. Dieses Handbuch deckt drei Hauptkategorien von Anwendungspaketen ab.

Hinweis   Während der Planungsphase wählt das Application Management Feature-Team das gewünschte Verfahren aus. Die Paketerstellung findet aber erst in der Entwicklungsphase statt.

Innerhalb jeder der drei Hauptkategorien gibt es mehrere verschiedene Lösungen. Die drei Kategorien sind:

  • Ausführbare Installationsdatei, die systemeigene unbeaufsichtigte Installation unterstützt:

    • Windows Installer

    • InstallShield-Antwortdateien

    • Andere Installationsskripts

  • Technologien für Neupacken:

    • SMS-Installationsprogramm

    • AdminStudio

  • Screen Scraping (auch Keyboard Stuffing):

    • Microsoft Windows Script (SendKeys)

In den folgenden Abschnitten wird jede einzelne Technologie ausführlicher erörtert. Anweisungen zur Verwendung jeder dieser Technologien finden Sie unter „Entwicklung“ weiter hinten. Verweise zu ausführlichen Anweisungen und Dokumentation zu den verschiedenen Technologien und Methoden sind, falls verfügbar, aufgelistet.

Bewerten einer Anwendung

Verwenden Sie für die Festlegung der Vorgehensweise, die für die Automatisierung gewählt werden soll, die in Abbildung 4 gezeigte Entscheidungsstruktur.

Abbildung 4: Entscheidungsstruktur für die Auswahl der Paketerstellung

Berücksichtigen Sie die folgenden Faktoren beim Beantworten der Fragen in Abbildung 4:

  • Hat die Anwendung ihre eigenen Automatisierungsfunktionen? Suchen Sie zuerst eine MSI-Datei in den Installationsmedien. Diese MSI-Datei ist eine Windows Installer-Datei, die die Teammitglieder verwenden können, um die Installation zu automatisieren. Wenn es keine MSI-Datei gibt, bleibt noch die Möglichkeit, dass das Installationsverfahren eine andere Automatisierungstechnologie unterstützt. Wenn das Application Management Feature-Team eine gebräuchliche Anwendung (im Gegensatz zu einer intern entwickelten Anwendung) automatisiert, kann das Team wahrscheinlich im Internet Informationen von Administratoren finden, die bereits zuvor die Anwendungsinstallation automatisiert haben. Der beste Ausgangspunkt ist die AppDeploy.com Package Knowledge Base-Seite unter http://www.appdeploy.com/packages, die Grundlagenwissen über Anwendungen enthält, die von anderen Personen gepackt und bereitgestellt wurden, außerdem eine Liste der Möglichkeiten, die Installation zu automatisieren sowie Einzelheiten über mögliche Probleme.

  • Kann die Anwendung unter Verwendung einer Technologie zum Neupacken installiert werden? Wenn die Anwendung keine eigene Automatisierungsfunktion hat, kann das Application Management Feature-Team sie möglicherweise durch Neupacken installieren. Die beste Möglichkeit festzustellen, ob dies möglich ist, besteht darin einen Neupackversuch gefolgt von einer Bereitstellung in einer Testumgebung zu unternehmen. Dieses Handbuch gibt ausführliche Anweisungen für das Neupacken von Anwendungen.

  • Unterstützt die Anwendung Screen Scraping? Das Application Management Feature-Team kann die meisten Anwendungen mit interaktiven Installationsprogrammen mithilfe eines Tools automatisieren, das Tastenanschläge simuliert, wie z. B. Windows Script. Gelegentlich kann das Installationsverfahren erfordern, dass der Benutzer die Maus verwendet oder anderweitig eine komplexe Aufgabe durchführt, die sich nicht leicht automatisieren lässt. Unter diesen Umständen kann die Automatisierung des Installationsvorgangs undurchführbar sein.

Hinweis   Früher wurde ScriptIt zum Simulieren von Tastenanschlägen verwendet, das Tool wird jedoch heute als veraltet betrachtet. Windows Script stellt eine flexiblere und leistungsfähigere Plattform für Screen Scraping bereit.

Tabelle 2 zeigt Ähnlichkeiten und Unterschiede bei gebräuchlichen Tools zur Installationsautomatisierung: Windows Installer, Installationsskripts vom Anwendungshersteller, AdminStudio, Wise Package Studio, SMS-Installationsprogramm und Windows Script. Sie können mithilfe dieser Tabelle leichter feststellen, welches Tool auf Ihre Umgebung und Bedürfnisse am besten zugeschnitten ist.

Tabelle 2: Tools zur Installationsautomatisierung

Merkmal

Windows Installer

Installationsskripts

AdminStudio
SMS Edition/ Professional

Wise Package Studio

SMS-Installationsprogramm

Windows Script

Erfordert keinen Benutzereingriff

Ja

Ja

Ja/Ja

Ja

Ja

Ja

Verfügbar ohne zusätzliche Gebühr

Ja

Ja

Ja/Nein

Nein

Nein, erfordert SMS

Ja

Kann mehr als ein Programm auf einmal installieren, einschließlich Datei und Registrierungseinstellungen

Ja

Nein

Ja/Ja

Ja

Ja

Nein

Hat eine intelligente, assistentengesteuerte Schnittstelle, die die Bearbeitung von Textdateien unnötig macht

Ja

Nein

Ja/Ja

Ja

Ja

Nein

Hat eine grafische Benutzeroberfläche (GUI) mit vielen Funktionen

Ja

Nein

Ja/Ja

Ja

Ja

Nein

Zeigt, ob der Client eine Installation abgeschlossen hat oder ob diese fehlgeschlagen ist

Ja, wenn konfiguriert

Nicht unbedingt

Ja/Ja

Ja

Ja

Ja, wenn im Skript

Kann ein Installationspaket für mehrere Computer erstellen und die Bedingungen für die Installation festlegen

Ja

Nicht unbedingt

Ja/Ja

Ja

Ja

Ja, wenn im Skript

Weitere Informationen zur Bewertung von Anwendungen, die neu gepackt werden sollen, finden Sie in Anweisung 5 „Know When to Package“ und Anweisung 6 „Repackage or Customize All Your Software Installations“ in „The 20 Commandments of Software Packaging“ von Macrovision (in englischer Sprache - enthalten in BDD 2007).

Windows Installer

Windows Installer, auch bekannt unter dem Namen Microsoft Installer oder MSI, ist eine Technologie und ein Dateiformat zur Installation von Anwendungen auf Windows-Computern. Die meisten neuen Anwendungen, einschließlich fast aller neuen Microsoft-Anwendungen, enthalten Windows Installer-Dateien. Die Einbeziehung einer Windows Installer-Paketdatei (MSI-Datei) in eine Anwendung vereinfacht die Bereitstellung, erheblich weil Sie wahrscheinlich die Anwendung nicht neu packen müssen.

Da sich Windows Installer so flexibel und leicht in einem Unternehmen bereitstellen lässt, kann das Application Management Feature-Team Anwendungen auch dann in einem Windows Installer-Paket bereitstellen, wenn der Softwareentwickler keine MSI-Datei bereitgestellt hat. Teammitglieder können gewöhnlich eine Anwendung in eine MSI-Datei packen; dafür stehen entsprechende Tools zur Verfügung wie z. B. AdminStudio, Wise Package Studio oder SMS Installer (alle werden in diesem Handbuch behandelt). Manchmal ist es leicht, eine Anwendung neu zu packen. In anderen Fällen erfordert es sehr viel Mühe und Zeit. Gelegentlich ist es unmöglich oder nicht sinnvoll, eine Anwendung neu zu packen.

Wenn die IT-Abteilung Anwendungen intern entwickelt, sorgen Sie dafür, dass das Entwicklungsteam Anwendungen in Windows Installer-Dateien packt, um eine vereinfachte Bereitstellung zu ermöglichen (Authoring). Das Authoring erfolgt oft direkt in der Entwicklungsumgebung mit Tools wie z. B. Visual Studio. Authoring kann auch mit nicht von Microsoft stammenden Tools wie z. B. InstallShield durchgeführt werden. Weitere Informationen zu Visual Studio finden Sie im Microsoft Visual Studio Developer Center unter http://msdn.microsoft.com/vstudio. Weitere Informationen zu InstallShield, finden Sie auf der Homepage von InstallShield unter http://www.installshield.com/products/installshield.

Windows Installer-Pakete bieten folgende Komponenten zur flexiblen Anwendungsbereitstellung:

  • Befehlszeilenoptionen Verwenden Sie Befehlszeilenoptionen, um Transformationen (die später in diesem Dokument beschrieben werden), Variablen, Switches, Datei- und Pfadnamen festzulegen und um die Aktion der Installation zur Laufzeit zu steuern.

  • Eigenschaften (Variablen) auf der Befehlszeile. Eigenschaften sind Variablen, die Windows Installer während einer Installation verwendet. Eine Teilmenge von diesen öffentlichen Eigenschaften, kann auf der Befehlszeile festgelegt werden.

  • Transformationen Eine Transformation ist eine Sammlung von Änderungen, die das Application Management Feature-Team auf eine Windows Installer-Paket-Basisdatei (MSI-Datei) anwenden kann. Das Team kann Anwendungen mithilfe von Windows Installer-Transformationsdateien (MST-Dateien) modifizieren. Das Team konfiguriert Transformationen, um ein Windows Installer-Paket so zu ändern, dass das Installationsverhalten je nach Anforderungen dynamisch beeinflusst wird. Ordnen Sie die Transformationen einem Windows Installer-Paket in der Bereitstellungsphase zu. Transformationen für Windows Installer-Paketdateien sind ähnlich wie Antwortdateien, die verwendet werden, um die Installation eines Betriebssystems wie z. B. Windows XP zu automatisieren.

Standard-Befehlszeilenschnittstelle

Dank des Standardinstallationsmoduls und -paketformats von Windows Installer sind allen Anwendungen, die mit Windows Installer installiert werden, dieselben Installer-Eigenschaften und Befehlszeilenoptionen zueigen. Z. B. gilt für jede Anwendung zur Durchführung einer Installation ohne Benutzeroberfläche die Befehlszeilenoption /qn. Die Befehlszeilenoption zur Erstellung ausführlicher Protokolldateien ist /lv*.

Standardformat und -methode

Windows Installer bietet ein Standardpaketformat für Anwendungen und eine Standardmethode zur Anwendungsmodifikation bereit. Das Application Management Feature-Team kann für eine bestimmte Benutzergruppe eine Anwendung auf diese Benutzergruppe zuschneiden, indem es das Windows Installer-Paket der Anwendung durch Erstellen und Verwenden einer Transformation modifiziert, die eine ausgewählten Reihe von Funktionen installiert. So könnte das Team z. B. für eine Gruppe von Benutzern in der Marketingabteilung eine Microsoft Office Visio®-Transformation erstellen, die einen besonderen Schablonensatz installiert. Für Benutzer in der technischer Abteilung könnte das Team eine Transformation erstellen, die einen anderen Schablonensatz installiert.

In den meisten Bereitstellungssituationen muss das Application Management Feature-Team nur ein Windows Installer-Paket für jede Anwendung und eine Bibliothek von Transformationen pflegen, die es dann auf jedes Paket anwenden kann. Weitere Informationen zu den Standard-Pakettypen MSI und MST finden Sie in MSDN, Übersicht über Windows Installer (s. Abschnitt „Weiterbildung und Verweise" weiter hinten in diesem Handbuch).

An der untersten Ebene enthält eine Transformationsdatei einen Satz von Unterschieden zwischen dem Basispaket (das vom Anwendungshersteller bereitgestellt wird) und dem individuell zugeschnittenen Paket. Das Application Management Feature-Team kann auch für die Beantwortung aller Installationsfragen an den Benutzer eine Transformation verwenden, die die Notwendigkeit des Benutzereingriffs während der Installation überflüssig macht. Dabei werden die vom Softwarehersteller vorgegebenen Standardwerte durch die gewünschten Einstellungen ersetzt. Dies ist besonders nützlich, wenn unbeaufsichtigte Installationen eingerichtet und durchgeführt werden. Nachfolgend sind die gebräuchlichsten Vorgänge, die mithilfe von Transformationen gesteuert werden können, aufgeführt:

  • Vorgabe der zu installierenden Funktionen

  • Spezifizieren des Ausmaßes, in dem der Benutzer während der Installation eingreift; dies funktioniert in Kombination mit den Befehlszeilenoptionen. Beispielsweise kann die Eingabe des Benutzernamens während der Installation angefordert werden.

  • Spezifizieren der UI-Antworten

  • Angabe des Installationsortes

  • Einrichtung von Verknüpfungen

  • Angabe der Dateien

  • Vorgabe der einzufügenden bzw. zu ändernden Registrierungseinstellungen

Installationsberechtigungen

Benutzerkonten, die keine volle Administratorberechtigung haben, werden begrenzte Konten, Konten mit beschränkten Rechtenoder eingeschränkte Konten genannt. Zur Erstellung eingeschränkter Konten schließen Sie die Benutzer von den lokalen Sicherheitsgruppen der Administratoren und Hauptbenutzern auf ihren Computern aus. Auf diese Weise werden Sicherheitsrisiken durch die Sperrung von vielen Arten gefährlicher Software (Malware) verringert. Auch Systemstabilität und Betriebszeit können gesteigert werden, wenn man Benutzer daran hindert, an ihren Computern Konfigurationsänderungen vorzunehmen. Allerdings haben diese Vorteile auch ihren Preis. Eingeschränkte Benutzerkonten haben keine ausreichenden Berechtigungen, um einige Anwendungen ordnungsgemäß auszuführen. Damit solche Anwendungen richtig laufen können, ist viel Zeitaufwand zur Prüfung von Anwendungen sowie zur Einrichtung von Berechtigungen und Konfigurationseinstellungen erforderlich. Weitere Informationen zu eingeschränkten Benutzerkonten finden Sie im Security Feature-Team Guide.

Manchmal können eingeschränkte Benutzerkonten zwar viele Anwendungen ausführen, sie haben aber keine zur Installation ausreichende Berechtigung. Wenn z. B. das Installationsprogramm Änderungen am Profil von allen Benutzern vornimmt, schlägt die Installation fehl, wenn sie von einem eingeschränkten Benutzerkonto ausführt wird. Um diese Einschränkung zu umgehen, aktiviert der Windows-Installationsdienst die Paketinstallation, während ein Benutzer unter dem eingeschränkten Benutzerkonto angemeldet ist. Derzeit besteht die einzige Möglichkeit, diese erweiterten Installationsberechtigungen auszunutzen, in der Verwendung von Softwarebereitstellung auf Gruppenrichtlinienbasis in einer Microsoft Active Directory®-Verzeichnisdienstumgebung.

Windows Installer aktiviert die Paketinstallation auf zweierlei Weise:

  • Auf Computerbasis: Das Application Management Feature-Team kann Softwareverteilungstechnologien verwenden, um eine Anwendung auf einem Computer mithilfe von Administratorenberechtigungen im Alle-Benutzer-Profil des Betriebssystems zu installieren. Das Team könnte beispielsweise das folgende Befehlszeilenargument verwenden, um eine Anwendung aus einer administrativen Freigabe im Alle-Benutzer-Profil (pro Computer) ohne Benutzeroberfläche zu installieren. Dieser Befehl muss unter Verwendung eines Kontos mit erweiterten Berechtigungen ausgeführt werden:

    msiexec /i \\server\share\application\setup.msi /qn ALLUSERS=1
  • Auf Benutzerbasis: Windows Installer stellt Softwareverteilungstechnologien bereit, um Anwendungen Benutzern zuzuweisen oder an Benutzer zu veröffentlichen. Windows Installer bietet auch Funktionen zum Installieren einer Anwendung mithilfe von Administratorenberechtigungen, und zwar ohne Berücksichtigung der Berechtigungen des Benutzers.

    Hinweis   Installieren Sie Pakete auf Computerbasis, wann immer dies möglich ist. Installationen auf Benutzerbasis können dazu führen, dass jeder Benutzer Aktualisierungen installieren muss, was den Aktualisierungsprozess erschwert.

Derzeit nutzt nur die Gruppenrichtlinien-basierte Softwarebereitstellungstechnologie, die in den Active Directory Komponenten von Microsoft Windows Server® 2003 und Windows 2000 Server implementiert ist, die Bereitstellung erweiterter Berechtigungen auf Benutzer- und Computerbasis. Administratoren können Gruppenrichtlinien mit Windows-basierter Sicherheit verwenden, um Benutzer an der Installation von Anwendungen zu hindern, die für ihre Arbeit nicht erforderlich sind. Dies kann helfen, Verwaltungs- und Lizenzierungskosten wesentlich zu verringern.

Wiederherstellen des Systems

Benutzer können die Systemwiederherstellung von Windows XP Professional verwenden, um schädliche Änderungen an ihren Computern rückgängig zu machen, die von Installations- oder Deinstallationsanwendungen verursacht wurden. Mit dieser Funktion können Benutzer ihre Computer auf einen früheren Stand zurücksetzen, der als Wiederherstellungspunkt bekannt ist. Windows Installer erstellt jedes Mal automatisch einen Wiederherstellungspunkt, wenn eine Anwendung installiert oder entfernt wird. Wiederherstellungspunkte erkennen den Namen der Anwendung und den Fortschritt der Installation (oder Deinstallation) des Programms. Der Systemwiederherstellungs-Assistent hilft Benutzern, Computer in den Zustand zurückzusetzen, in dem sie vor Installation oder Deinstallation der Anwendung waren.

Hinweis   Die Systemwiederherstellung kann die Systemleistung etwas beeinträchtigen, besonders während der Anwendungsinstallation. In Unternehmen mit vielen kleinen Anwendungen kann,. besonders bei der Bereitstellung von Zusatzanwendungen, auf eine Erstellung von Prüfpunkten ggf. verzichtet werden, um die Leistung zu verbessern. Das Application Management Feature-Team kann Windows Installer am Erstellen von Wiederherstellungspunkten durch Aktivierung der Richtlinie „Disable Creation of System Restore Checkpoints“ (Prüfpunkterstellung deaktivieren) hindern. Weitere Informationen zu dieser Richtlinie, finden Sie im Abschnitt „Schulung und Referenzmaterial“ weiter hinten in diesem Handbuch. Reaktivieren Sie nach Abschluss der Installation die Systemwiederherstellung. Hierfür können WMI-Skripts (WMI = Windows Management Instrumentation) verwendet werden.

Windows Installer-Dateierweiterungen

Tabelle 3 zeigt die Dateinamenerweiterungen, die in Windows Installer verwendet werden.

Tabelle 3: Windows Installer-Dateierweiterungen

Erweiterung

Beschreibung

.msi

Windows Installer-Paket

.msm

Zusammenführungsmodul

.msp

Patch

.mst

Transformation

.idt

Exportierte Datenbanktabelle

.cub

Prüfmodul

.pcp

Patcherstellungsdatei

SMS

Das SMS-Installationsprogramm wurde ursprünglich mit SMS Version 1.2 entwickelt und freigegeben, um allgemeine Probleme mit herkömmlichen Paketerstellungs- und Installationssystemen vor Herausgabe von Windows Installer zu lösen. Das Application Management Feature-Team kann das SMS-Installationsprogramm verwenden, um neue Installationsverfahrensskripts zu erstellen, um bestehende Anwendungsinstallationen neu zu packen, oder beides. Das Team kann SMS Installer-Skripts und deren zugehörigen Paketkomponenten zur Bereitstellung durch SMS oder andere Methoden in selbstextrahierende ausführbare Dateien kompilieren.

Das SMS-Installationsprogramm hat sich seither bei Systemadministratoren wegen der Einfachheit und Flexibilität, mit der es Software packt, als sehr beliebt erwiesen. Daher haben viele Kunden Bibliotheken mit Hunderten oder sogar Tausenden von SMS-Installationsprogrammpaketen eingerichtet, die Administratoren zur Verteilung im Unternehmen zur Verfügung stehen.

Das Setup-Dienstprogramm von SMS ist ein Befehlszeilenprogramm, das Setup-Pakete vom SMS-Installationsprogrammformat zum Windows Installer-Format konvertiert. Das Ergebnis ist ein Windows Installer-Paket mit einer MSI-Dateierweiterung. Mitglieder des Application Management Feature-Teams können dieses neue Setup-Paket auf jedem Computer ausführen, der über Windows Installer verfügt.

Zusammenfassung der Funktionen

Das SMS-Installationsprogramm ist eine Anwendung zur Erstellung von Anwendungspaketen für Systemadministratoren. Es soll die Erstellung von Softwarepaketen zur unternehmensweiten Verteilung erleichtern. Das SMS-Installationsprogramm bietet folgende drei Mechanismen zum Erstellen von Softwarepaketen:

  • Repackage Installation Wizard (Assistent zum Neupacken): Dieser Assistent bietet die einfachste Art, Softwarepakete zu erstellen. Er funktioniert, indem er einen Snapshot vom Dateisystem und der Registrierung eines Referenzcomputers macht. Nach dem ersten Snapshot können Mitglieder des Application Management Feature-Teams eine Anwendung installieren und die Konfiguration nach Wunsch ändern. Dann macht der Assistent einen weiteren Snapshot vom Computer und kompiliert den Unterschied in ein Skript, das in ein ausführbares Setup-Paket umgewandelt wird. Pakete, die mit dem Assistenten erstellt wurden, können auf einem beliebigen Zielcomputer installiert werden, der dem Referenzcomputer auf der Funktionsebene gleichwertig ist.

  • Installation Expert (Installationsexperte): Der Installationsexperte stellt eine grafische Benutzeroberfläche zum Erstellen oder Bearbeiten eines Installationsskripts bereit. Mitglieder des Application Management Feature-Teams können Dateien, Registrierungsschlüssel und Verknüpfungen in eine Paketdefinition ziehen und weitere Optionen für das Paket von einer einfachen Benutzeroberfläche auswählen. Wenn die Beschreibung und Kennzeichnung des Paketinhalts fertig ist, kann das Skript in ein ausführbares Setup-Paket umgewandelt werden. Pakete, die auf diese Weise erstellt werden, ähneln den mit dem Assistenten erstellten Paketen, denn sie stellen beide einen beschriebenen Zustand dar, der auf Zielcomputer angewendet werden soll.

  • Script Editor (Skripteditor): Mit dem Skripteditor können Mitglieder des Application Management Feature-Teams mithilfe der SMS-Skriptsprache ein Ad-hoc-Installationsprogramm erstellen. Ein Ad-hoc-Skript kann eine Laufzeit-Ablaufsteuerung enthalten, mit der Entwickler üblicherweise vertraut sind, einschließlich If-Anweisungen und While-Schleifen. Es kann auch Methoden in Dynamic Link Libraries (DLLs) aufrufen, die viel Flexibilität bieten. Solche Skripts können ziemlich komplex sein und ein sehr hohes Niveau an Flexibilität bieten.

Skripts, die der Skripteditor generiert, werden ebenfalls ausführbare Setup-Pakete umgewandelt. Allerdings ist ein so entstandenes Setup-Paket nicht statusorientiert sondern sequenziell und bietet einen hohen Grad an möglicher Laufzeit-Ablaufsteuerung. Dieser Unterschied ist wichtig, wenn eine Migration zu Windows Installer erwogen wird.

Das Application Management Feature-Team kann eine Kombination von Mechanismen des SMS-Installationsprogramms verwenden, um ein Setup-Paket zu erstellen. Z. B. kann das Team das Installationsskript mithilfe des Assistenten starten und dann den Skripteditor verwenden, um es zu modifizieren.

Unabhängig vom verwendeten Mechanismus entsteht ein ausführbares Setup-Paket, das Softwarepaket. Dieses umfasst die Installationslogik und alle Dateien, Registrierungsschlüssel und sonstigen Daten sowie das Modul zur Durchführung des Installationsvorgangs auf einem Computer.

Unterstützte Schlüsselfunktionen

Die Mechanismen des SMS-Installationsprogramms unterstützen folgende Schlüsselfunktionen:

  • Verarbeitung vor/nach Installation Ein Beispiel für die Verarbeitung nach Abschluss der Installation wäre die Generierung einer MIF-Erfolgsdatei (mithilfe des MIF Formulargenerators) nach einer erfolgreichen Installation, die zum NOIDMIF-Ordner gesendet wird, damit die SMS-Inventur Skriptinstallationen (die benutzerdefinierte Einträge wie z. B. eine Anwendungs-Buildnummer verwenden) nachverfolgen kann. Mitglieder des Application Management Feature-Teams können durch die SMS-Inventur Berichte erstellen, um zu sehen, wo welcher Build installiert ist. Ein weiteres Beispiel ist die Aktivierung oder Deaktivierung der Aufforderung zur Signatur von Gerätetreibern in der Registrierung für unbeaufsichtigte Installationen. Dies sind Beispiele für mögliche Zusätze zu Skripts.

  • Prüfung des Vorhandenseins einer laufenden Anwendung im Speicher: Die Prüfung auf eine bereits im Speicher vorhandene laufende Anwendung ist bei der Durchführung von Aktualisierungen empfehlenswert. Z. B. müssen die Mitglieder des Application Management Feature-Teams möglicherweise auf Antispyware-Software prüfen und diese deaktivieren, wenn sie die Installation stören oder eine Anwendung schließen würde, die eine zu aktualisierende DLL verwendet. Mithilfe von Microsoft Win32® Application Programming Interface (API)-Aufrufen könnte das Skript prüfen, ob eine laufende Anwendung im Speicher vorhanden ist, und folgende Schritte durchführen, wenn eine solche gefunden wird:

    • Den ausführenden Benutzer informieren und Anwendung schließen wenn der Benutzer auf OK klickt.

    • Die Anwendung in den Vordergrund bringen, wenn sie ungespeicherte Daten enthält. So erhalten die Benutzern die Gelegenheit, ihre Arbeit zu speichern und die Anwendung zu schließen.

    • Das Skript an der Fortsetzung hindern, selbst wenn die "UNBEAUFSICHTIGT"-Variable "JA" ist, bis die Anwendung geschlossen ist (d. h. bis der Prozess nicht mehr ausgeführt wird).

    • Das SMS-Installationsprogramm besitzt eine Option, die auf das Vorhandensein eines Moduls im Speicher prüft, aber diese funktioniert nur für 16-Bit-Anwendungen.

  • Anhalten und Starten eines Antivirendienstes: Das Skript muss die Ausführung eines Antivirendienstes beenden und diesen dann neu starten können, nachdem die Installation beendet ist, unabhängig davon, ob die Installation erfolgreich war. Viele Anwendungen können nicht ordnungsgemäß installiert werden, wenn ein Antivirendienst ausgeführt wird.

Anwendungsbestandserfassung

Als Teil der Planungsphase muss das Application Management Feature-Team festlegen, welche Anwendungen gepackt und bereitgestellt werden sollen. Die folgenden Abschnitte erörtern wichtige Überlegungen zur Bestandserfassung von zusätzlichen Anwendungen. Weitere Informationen zur Bestandserfassung und zu den Tools für die Verwendung von Bestandserfassungssoftware finden Sie im Abschnitt zur Erstellung eines Anwendungsinventars im Application Compatibility Feature-Team Guide.

Festlegung der Anwendungsrangfolge

Nachdem das Application Management Feature-Team eine Kopie des Anwendungsbestands vom Application Compatibility Feature-Team erhalten hat, kann es dieses überprüfen. Das Application Management Feature-Team arbeitet in der Regel nur mit Anwendungen, die neu bereitgestellt werden sollen und die auf ihre Anwendungskompatibilität geprüft wurden, um sicherzustellen, dass sie auf Windows Vista oder Windows XP ausgeführt werden können. Es ist wenig sinnvoll, eine Anwendung zu packen, die auf dem Zielbetriebssystem weder bereitgestellt noch ausgeführt werden soll.

Oft wird ein Ausschuss eingerichtet mit Vertretern vom User Experience-Rollencluster, der IT-Abteilung, dem Application Compatibility Feature-Team, dem Application Management Feature-Team, dem User State Migration Feature-Team und dem Product Management-Rollencluster. Dieser Ausschuss überprüft die Anwendungslisten und entscheidet, welche Anwendungen neu bereitgestellt werden sollen, und welche Anwendungen entfallen sollen. Diese Entscheidungen betreffen alle im Ausschuss vertretenen Teams, von besonderer Wichtigkeit sind sie jedoch für das Application Management Feature-Team, das Application Compatibility Feature-Team und das User State Migration Feature-Team.

Das Setzen von Prioritäten in dieser Anwendungsliste hilft dem Team, sich auf die Anwendungen in einem ordnungsgemäßen Prozess zu konzentrieren. Oft werden die Anwendungen einerseits danach eingeordnet, wie stark sie in der Umgebung verwendet werden und andererseits nach ihrer Komplexität. Die verbreitetsten oder komplexesten Anwendungen werden zuerst aufgelistet, gefolgt von den weniger verbreiteten und einfacheren Anwendungen.

Einsetzung der Anwendungssachverständigen

Wenn das Application Management Feature-Team eine Rangfolge von Anwendungen hat, von denen bekannt ist, dass sie auf Windows Vista oder Windows XP Professional funktionieren, kann es beginnen, jede Anwendung in der Reihenfolge der Priorität zu bearbeiten. Dieser Prozesszyklus wird an jeder Anwendung wiederholt.

Die für Paketerstellung verantwortlichen Personen müssen nicht Fachleute für alle Anwendungen im Unternehmen sein. Es ist sowohl für das Application Management Feature-Team als auch für das User State Migration Feature-Team wichtig , dass für jede Anwendung ein Anwendungssachverständiger festgelegt wird. Dieser ist nicht unbedingt ein Experte, es handelt sich jedoch um die Person, die die meiste Gesamterfahrung mit der Anwendung hat. Der Sachverständige gibt Einblicke in die Art und Weise, wie das Unternehmen die einzelnen Anwendungen installiert, konfiguriert und verwendet.

Spezifizierung von Dateien und Einstellungen

Die Untersuchung und Erkennung jeder Anwendung beginnt in der Planungsphase und setzt sich in der Entwicklungsphase des Bereitstellungsprojekts fort. Die Paketersteller und die Anwendungssachverständigen überprüfen jede Anwendung und ermitteln ganz individuell, welche Dateien oder Dateitypen migriert werden müssen, welche Einstellungen migriert werden müssen und wo sie gespeichert werden sollen, und wo die Dateien während des Wiederherstellungsprozesses auf dem neuen Computer gespeichert werden sollen.

Sachverständige müssen bei folgenden Hauptproblemen Unterstützung bieten:

  • Suche nach den Softwaremedien (oft ist der Sachverständige die beste Informationsquelle für den Ort, wo die Quellmedien wie z. B. CD-ROMs oder Disketten zu finden sind).

  • Beschreibung der passenden Konfiguration, des Verhaltens und der Verwendung der Anwendung

  • Grundlagen der Konnektivitätsanforderungen an externe Schnittstellen der Anwendung, falls vorhanden, die eine Back-End-Datenbank, einen Großrechner, eine Website oder einen anderen Anwendungsserver umfassen können

  • Ermittlung etwaiger mit einer Anwendung verbundener Einschränkungen

Kenntnisse der oben angeführten Hauptprobleme sind bei der Modellierung der Pilotumgebung entscheidend, damit sie der Produktionsumgebung möglichst nahe kommt.

Hinweis   Wenn möglich, speichern Sie alle Benutzerdaten unter dem Profil des Benutzers, entweder in \%Benutzerprofil%\Eigene Dateien oder \%Benutzerprofil%\Anwendungsdaten. Der Sachverständige muss Informationen zur Erfüllbarkeit etwaiger Anforderungen an das Verschieben von Datendateien bereitstellen.

User State Migration Feature-Team, Anwendungssachverständige und Application Management Feature-Team müssen eng zusammenarbeiten, da Erwartungen und Abhängigkeiten zwischen diesen Teams und dem Sachverständigem in Bezug auf den Ort bestehen, an dem sich Daten und Einstellungen befinden.

Auswahl der Verteilungsverfahren

Um zusätzliche Anwendungen zu verteilen, ohne dass Administratoren manuell auf jedem Clientcomputer Software installieren müssen, muss das Application Management Feature-Team eine Möglichkeit finden, die Installation zu automatisieren. Die meisten Anwendungen, insbesondere neu entwickelte Anwendungen, bieten von vornherein Support für Windows Installer- oder InstallShield-Antwortdateien.

Alternativ kann das Team ein Windows Installer-Paket für eine Anwendung mithilfe eines Verfahrens erstellen, das Neupacken genannt wird. Neupacken ist ein schwieriger, zeitaufwändiger und fehleranfälliger Prozess und sollte nur verwendet werden, wenn kein effizienteres Verfahren zur Installationsautomatisierung verfügbar ist. Falls weder systemeigene Automatisierung noch Neupacken möglich ist, können Teammitglieder evtl. Skriptprogrammierung verwenden, um die Installation zu automatisieren.

In den folgenden Abschnitte wird erläutert, wie die Automatisierung von Installationen oder das Neupacken einer Zusatzanwendung geplant wird.

Automatisierung der Installation

Die meisten Anwendungen bieten Support zur Automatisierung über eine anwendungseigene Installationsroutine. Neu erstellte Anwendungen enthalten in der Regel Windows Installer-Pakete. Ältere Anwendungen, die freigegeben wurden, bevor Windows Installer gebräuchlich wurde, setzen u. U. für die Automatisierung InstallShield-Antwortdateien ein. Unterstützt eine Anwendung keines dieser Automatisierungsverfahren, so können die Mitglieder des Application Management Feature-Teams die Installation möglicherweise mithilfe von Skriptprogrammierung zur Simulation von Tastenanschlägen automatisieren. Dies wird in den folgenden Abschnitten ausführlicher behandelt.

Automatisierung mit Windows Installer-Paketen

Die Automatisierung mit Windows Installer-Paketen ist einfach und flexibel. Wenn das Unternehmen eine Softwareverteilungsinfrastruktur hat, wie z. B. auf Gruppenrichtlinien- oder SMS-Basis, können die Mitglieder des Application Management Feature-Teams die Pakete zur Bereitstellung mithilfe einer einfachen Point-and-Click-Benutzeroberfläche konfigurieren. Wenn keine Softwareverteilungsinfrastruktur besteht, können die Teammitglieder die Installation der Windows Installer-Pakete mithilfe von Befehlszeilenparametern und Anmeldeskripts automatisieren. Ausführliche Anweisungen finden Sie im Abschnitt „Entwicklung“ in diesem Handbuch.

Automatisierung mit InstallShield-Antwortdateien

InstallShield ist ein verbreitetes Tool zur Erstellung eines Installationsvorgangs für eine Anwendung. Die meisten modernen InstallShield-Installationsverfahren unterstützen Windows Installer-Pakete, ältere Versionen besitzen jedoch ein eigenes Format. Glücklicherweise lässt sich dieses leicht mithilfe von InstallShield-Antwortdateien automatisieren. Ausführliche Anweisungen zur Einrichtung von InstallShield-Antwortdateien finden Sie im Abschnitt „Entwicklung“.

Automatisierung mithilfe von Skriptprogrammierung

Einige Anwendungen lassen sich nicht mit Befehlszeilenparametern automatisieren. Diese Anwendungen können ggf. eine assistentengeführte Installationsroutine besitzen, erfordern aber, dass der Benutzer auf Schaltflächen klickt, oder Tasten auf der Tastatur drückt, um zum nächsten Installationsschritt zu gelangen. Wenn ein Benutzer die Installation nur mithilfe der Tastatur durchführen kann, kann das Application Management Feature-Team die Installation wahrscheinlich durch Erstellen eines Skripts, das Tastenanschläge simuliert, automatisieren.

Zur Automatisierung der Simulation von Tastenanschlägen muss in Betracht gezogen werden, dass bei den meisten Anwendungen Tastenkombinationen bereitstehen, auch wenn die meisten Benutzer die Maus verwenden. So können Benutzer z. B. in den meisten Windows-Anwendungen die ALT-Taste drücken, um ein Menü zu öffnen. Nach dem Drücken der ALT-Taste wird auf jedem Menüelement ein Buchstabe hervorgehoben. Der Benutzer kann dann die entsprechende Buchstabentaste drücken, um dieses Menüelement auszuwählen.

In Microsoft Office Word kann ein Benutzer beispielsweise die aktuelle Datei durch Drücken von drei Tasten speichern: ALT, D und S. Die ALT-Taste wählt das Menü aus und bewirkt, dass die Tastenkombinationen im Menü unterstrichen werden. Die D-Taste öffnet das Menü Datei. Die S-Taste wählt den Befehl Speichern aus. Ähnlich können Benutzer einen Speichern als-Vorgang in Word durch Drücken von ALT, D und U durchführen.

Dialogfelder haben oft unterstrichene Buchstaben, die anzeigen, dass der Benutzer die ALT-Taste halten und auf diesen Buchstaben drücken kann, um einen Link, eine Liste oder eine Schaltfläche zu aktivieren. Abbildung 5 zeigt z. B. den Ausschnitt eines Dialogfelds, das Teil eines Installations-Assistenten ist. Das x in Exit Setup ist unterstrichen. Das Setup kann somit mithilfe der Tastenkombination ALT + X beendet werden. Ähnlich ist das H in Help unterstrichen, deshalb könnte der Benutzer ALT + H drücken, um Hilfe zu öffnen.

Abbildung 5: Tastenkombinationen in Installations-Assistenten

In Abbildung 5 hat OK keinen unterstrichenen Buchstaben. In der Regel sind die Schaltflächen OK oder Weiter als Standardschaltfläche konfiguriert, und der Benutzer kann sie durch Drücken der Eingabetaste aktivieren. Alternativ kann der Benutzer die Schaltfläche durch wiederholtes Drücken der Tabulatortaste auswählen. Ein Feld aus einer gepunkteten Linie zeigt an, welche Schaltfläche augenblicklich ausgewählt ist. Dann kann der Benutzer die Leertaste drücken, um diese Schaltfläche zu aktivieren.

Genauso wie es zwei Möglichkeiten gibt, die OK-Schaltfläche zu aktivieren (nämlich durch Drücken der Leertaste, weil diese ausgewählt ist, oder durch Drücken der Eingabetaste), gibt es zwei Möglichkeiten, die Exit Setup-Schaltfläche zu aktivieren: Durch Drücken der Tabulatortaste und dann der Leertaste, oder durch Drücken von ALT+X. Beide führen zu demselben Ziel. Je nach Anwendung benötigt der Benutzer möglicherweise verschiedene Verfahren.

Um eine Anwendungsinstallation zu automatisieren, installieren Sie die Anwendung zuerst ausschließlich mithilfe der Tastatur. Schreiben Sie jede Taste auf, die Sie gedrückt haben. Vermerken Sie etwaige erhebliche Verzögerungen, wie etwa die Zeit, die das Kopieren von Dateien oder die Durchführung der eigentlichen Installation erfordert hat. Erstellen Sie dann ein Skript, das die Tastenanschläge und Verzögerungen simuliert. Wenn das Skript auf Clientcomputern ausgeführt wird, installieren die Tastenanschläge die Anwendung. Der Abschnitt „Entwicklung“ in diesem Handbuch erteilt explizite Anweisungen zur Skripterstellung und enthält Beispielskripte.

Übersicht über das Neupacken

Wenn ein Unternehmen eine Anwendung hat, die nicht für Windows Installer entwickelt wurde, und die kein anderes systemeigenes Installationsautomatisierungsverfahren unterstützt, so kann das Application Management Feature-Team sie im Windows Installer-Paketformat neu packen, damit Teammitglieder die Funktionen von Windows Installer verwenden können, um die Anwendung zu verteilen. Eine neu gepackte Anwendung kombiniert den gesamten Funktionssatz der Anwendung in einer einzigen Funktion. Anders gesagt, können Teammitglieder nach dem Neupacken nicht auswählen, welche Komponenten installiert werden sollen. Stattdessen müssen Teammitglieder für jede Kombination von Anwendungskomponenten getrennte Pakete erstellen.

Nach dem Neupacken einer Anwendung kann das Application Management Feature-Team Windows Installer verwenden, um sie zu installieren. Allerdings fehlen neu gepackten Anwendungen die Möglichkeiten einer flexiblen Installationseinrichtung, über die Anwendungen, die spezifisch zur Installation mit Windows Installer entwickelt wurden, verfügen.

Hinweis   Vor dem Neupacken von Anwendungen ist es wichtig, eine Kosten-/Nutzenanalyse durchzuführen. Neupacken ist ein komplexer Vorgang. Tools können Entwicklern helfen, das endgültige Windows Installer-Paket zu erstellen, aber das Verfahren ist ressourcenaufwändig und kann teuer sein.

Achtung   2007 Office System darf nicht neu gepackt werden. Die Microsoft Office-Paketdatei umfasst eine Logik, die die Installation an den einzelnen Zielcomputer anpasst. Beim Neupacken verliert die Paketdatei diese Logik, und kann in bestimmten Konfigurationen dann evtl. nicht korrekt installiert werden. Weitere Informationen zur Bereitstellung von 2007 Office System mit BDD finden Sie im Office Deployment Guide.

Neupackprozess

Neupacken ist keine Funktion von Windows Installer. Allerdings bieten Hersteller von Nicht-Microsoft-Produkten Tools an, die ein Neupacken in verschiedenen Formaten ermöglichen.

Unternehmen haben Anwendungen jahrelang neu gepackt, größtenteils zum Zweck der Anpassung. Transformationen aber machen es unnötig, Windows Installer-Anwendungen für die Anpassung neu zu packen. Tatsächlich wäre das Neupacken einer Anwendung, die bereits Windows Installer zur Installation und Wartung verwendet, schwierig und wird nicht unterstützt.

Einige Unternehmen möchten lieber vorhandene Anwendungen neu packen, um die Vorteile von Windows Installer und der Softwarebereitstellung auf Gruppenrichtlinienbasis unter Windows Server 2003 und Windows 2000 Server zu nutzen. Neupacken erfordert auch eine eingehende Kenntnis über die Installation der Anwendung. Die Kosten des Neupackes in Form von Arbeit, Zeit und Zuverlässigkeit werden oft unterschätzt.

Zum Neupacken eines Windows Installer-Pakets gehört es, einen Snapshot von einem sauberen Computer zu machen (einschließlich der Registrierungseinstellungen, Dateien und Systemeinstellungen), die Software zu installieren, einen Snapshot von dem Computer nach der Installation zu machen und das Paket wie in Abbildung 6 zu bereinigen. Die Anwendung zum Neupacken erkennt den Unterschied zwischen den zwei Snapshots und erstellt die notwendigen Installationsanweisungen, um die Installation zu reproduzieren. Etwaige Änderungen an den Registrierungseinstellungen, Dateien oder Systemeinstellungen, die während des Erstellungsprozesses erfolgen, sind in der Installation enthalten. In der Regel werden zu einem beliebigen gegebenen Zeitpunkt 30 bis 40 Prozesse auf einem Windows XP Professional- oder Windows Vista-Computer ausgeführt. Folglich kann jeder dieser Prozesse ein System während der Installation verändern, die Änderung erscheint in der Anwendung zum Neupacken.

Abbildung 6: Neupackprozess

Weitere Informationen zum Neupackprozess enthält Anweisung 2 „Use Proper Workflows“ in The 20 Commandments of Software Packagingund MSI Repackaging and Customization Best Practices Guide von Macrovision (in englischer Sprache – beide in BDD 2007 enthalten).

Potenzielle Probleme beim Neupacken

Das Application Management Feature-Team kann die Zuverlässigkeit von neu gepackten Anwendungen verbessern, indem es sie auf Computern mit identischer Hardware und Software ausführt. Häufige Ursachen fehlgeschlagener Installation oder mangelhafter Funktionalität von neu gepackten Anwendungen sind:

  • Systeme, die dieselben Betriebssysteme ausführen, aber in den optionalen Betriebssystemkomponenten, die installiert sind, voneinander abweichen; wenn z. B. wenn das Application Management Feature-Team eine Anwendung mithilfe eines Snapshots auf einem Computer neu zusammenstellt, der Microsoft Internet Information Services (IIS) ausführt, und dieses Paket dann auf einem Computer ohne IIS bereitstellt, funktioniert die Anwendung nicht, wenn sie IIS oder irgendwelche Komponenten von IIS erfordert.

  • Unterschiede zwischen Service Pack-Versionen; Anwendungsinstallationsroutinen installieren möglicherweise aktualisierte Systembibliotheken nur dann, wenn diese zur Zeit nicht auf einem Computer installiert sind. Daher kann die Bereitstellung einer Anwendung auf einem Computer mit einem unterschiedlichen Service Pack oder einer unterschiedlichen Updateversion zu Systemdateien führen, die nicht ordnungsgemäß aktualisiert werden (oder schlimmer, zu Systemdateien, die herabgestuft werden).

  • Unterschiede zwischen Betriebssystemen wie z. B. Windows XP Professional und Windows Vista

  • Unterschiede zwischen Versionen gemeinsam benutzter Komponenten wie z. B. Internet Explorer

  • Unterschiede zwischen Versionen anderer installierter Anwendungen wie z. B. Microsoft Office; viele Anwendungen benutzen Bibliotheken gemeinsam. Wenn diese Bibliotheken bereits auf dem Computer vorhanden sind, der verwendet wird, um ein Paket zu erstellen, aber nicht auf einem Zielcomputer, wird die Anwendung nicht ordnungsgemäß ausgeführt.

Hinweis   Neupacken von Anwendungen im Windows Installer-Format hat Limitationen und wird möglicherweise vom Anwendungshersteller nicht unterstützt. Beraten Sie sich mit jedem Anwendungshersteller. Microsoft bietet Support für Authoring und Anpassung von Anwendungen, die Windows Installer für Installation und Pflege verwenden. Neu gepackte Anwendungen werden nicht betreut. Der Hersteller der jeweiligen Software ist für den Support zuständig.

Anhand der folgenden Informationen können sich Mitglieder des Application Management Feature-Teams auf die häufigsten Herausforderungen beim Neupacken vorbereiten:

  • Neupacken umfasst irrelevante oder nicht verknüpfte Informationen. Neupacken kann vom Entwurf her Informationen in die Windows Installer-Datei einbeziehen, die nicht Teil der Anwendung sind. Wenn z. B. ein Mitglied des Application Management Feature-Teams den ersten Snapshot aufzeichnet, ein Programm mithilfe des Befehls Ausführen startet und den zweiten Snapshot aufzeichnet, wird in die Liste der zuletzt verwendeten Elemente (MRU) das Eingabeaufforderungsfenster für das Dialogfeld Ausführen eingefügt. Ein weiteres Beispiel ist, dass falls der Computer zwischen dem ersten und dem zweiten Snapshot neu startet, das Paket Dienst-Statusinformationen, Anmeldezeit und so weiter aufzeichnet. Während diese Beispiele verhältnismäßig harmlos sind, können andere die Stabilität und die Funktionalität eines Systems stören. Für einen sehr qualifizierten und erfahrenen Fachmann ist es möglich, überflüssige oder schädliche Informationen von der Erfassung auszuschließen, wenn Anwendungen für Windows Installer neu gepackt werden. Auch dann ist es ein arbeitsintensiver und daher teurer Vorgang.

  • Funktionen nach Bedarf zu installieren, ist nicht möglich. Einzelne Funktionen nach Bedarf zu installieren, ist nicht möglich, wenn eine Anwendung neu gepackt wurde. Wenn Mitglieder des Application Management Feature-Teams eine Anwendung neu packen, enthält das entstehende Windows Installer-Paket nur eine Funktion. Das bedeutet, dass Windows Installer die gesamte Anwendung installiert oder keine Installation vornimmt.

    Um die Installation nach Bedarf zu nutzen, muss eine Anwendung mit mehreren Funktionen entwickelt werden, damit diese Funktionen einzeln statt alle auf einmal installiert werden können. Ob diese Funktionen auf freigegebenen Komponenten basieren, hängt vom Entwurf der Anwendung ab, und der Entwickler muss alle Zusammenhänge zwischen Funktionen und Komponenten verstehen.

  • Neu gepackte Anwendungen sind nach der Installation wenig flexibel. In der Regel erstellen Fachleute Pakete, die sich mithilfe von Windows Installer selbst reparieren. Diese Art der Flexibilität kann zu unerwarteten Ergebnissen führen und unzuverlässig sein. Tools zum Neupacken entschlüsseln weder Komponentenabhängigkeiten noch geben sie den Schlüsselpfad für eine Anwendung an. Der Schlüsselpfad ist die Datei oder der Registrierungswert, die/den Windows Installer verwendet, um festzustellen, ob eine Komponente repariert werden muss. Daher werden neu gepackte Anwendungen nach der Installation leichter beschädigt als Anwendungen, die in Form eines anwendungseigenen Pakets verteilt werden.

Tools zum Neupacken

Das Application Management Feature-Team muss Tools verwenden, die nicht in Windows Installer enthalten sind, um Windows Installer-Pakete zu erstellen. Es sind viele solche Tools verfügbar, aber dieses Handbuch behandelt die folgenden drei:

  • FLEXnet AdminStudio: AdminStudio ein leistungsfähiges und flexibles Tool, verfügbar in mehreren Versionen, einschließlich eines kostenlosen Downloads.

  • Wise Package Studio: Wise bietet Produkte zum Neupacken, Prüfen und Konfigurieren der Bereitstellung von Anwendungen an.

  • SMS-Installationsprogramm: kostenloses Tool mit Snapshot-Technologie für Benutzer von SMS

Die folgenden Abschnitte behandeln diese Tools ausführlicher.

AdminStudio

AdminStudio steht in zwei wesentlichen Editionen zur Verfügung:

  • AdminStudio SMS Edition: Dieser kostenlose Download von Microsoft.com wird in SMS integriert, um das Neupacken zu vereinfachen. AdminStudio SMS Edition bereitet Setup.exe-Pakete aus früheren Versionen zur Bereitstellung vor, indem es sie zu Windows Installer MSI-Paketen konvertiert. AdminStudio SMS Edition kann von folgender Seite kostenlos heruntergeladen werden: http://www.microsoft.com/smserver/downloads/2003/featurepacks/adminstudio.

  • AdminStudio Professional Edition: Diese Vollversion ist eine vollständige Lösung für das Packen, Anpassen, Testen und Verteilen von Anwendungen. Sie umfasst die sämtliche Funktionen, die in AdminStudio SMS Edition enthalten sind, und viele weitere. Um eine Testversion von AdminStudio Professional Edition herunterzuladen, besuchen Sie die AdminStudio Software-Übersichtseite unter http://www.installshield.com/products/adminstudio.

Die folgenden Abschnitte beschreiben diese Produkte ausführlicher.

AdminStudio SMS Edition

FlexNET AdminStudio SMS Edition ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Macrovision (früher InstallShield) und dem Microsoft SMS-Team. AdminStudio SMS Edition vereinfacht das Neupacken sowie die Neuzusammenstellung, Anpassung und Verteilung Anwendungen für Windows Installer durch Bereitstellen der Möglichkeit, Softwarepakete mithilfe von Microsoft SMS 2003 vorzubereiten, zu veröffentlichen und zu verteilen, ohne je die SMS-Serverkonsole einzusetzen.

AdminStudio SMS Edition umfasst den vollfunktionalen Branchenführer InstallShield Repackager, der Setup.exe-Pakete aus früheren Versionen zur Bereitstellung vorbereitet, indem er sie zu Windows Installer MSI-Paketen konvertiert. Mit enthalten ist der InstallShield Tuner, der bei der Anpassung von MSI-Paketen hilft, indem er Dateien hinzufügt, Registrierungseinstellungen ändert, Lizenzschlüssel hinzufügt, Registrierungsassistenten entfernt und andere Änderungen durchführt, die dann in einer Transformations (MST)-Datei kompiliert werden. Schließlich helfen ein Verteilungsassistent und eine sichere SMS-Webkonsole bei der Weitergabe der Pakete für die Verteilung durch SMS 2003. Tabelle 4 enthält Informationen zu diesen Funktionen.

Tabelle 4: AdminStudio SMS Edition-Hauptfunktionen

Funktion

Beschreibung

Repackager

Assistentengeführtes Neupacktool mit dessen Hilfe jedes beliebige Setup, sogar schwierig zu packende InstallScript MSI-Setups, in 100%ige MSI-Pakete konvertiert werden können. Repackager umfasst InstallMonitor für Snapshot-freies Neupacken, SmartScan zum Extrahieren aller extrahierbarer Informationen aus InstallScript-Setups während der Konvertierung in MSI, Setup Intent für die Sicherung der Datenintegrität, und Packaging Process Assistant, der Benutzern den richtigen Neupackprozess aufzeigt.

Legacy Format Conversion

Konvertiert SMS-, Novell ZENworks-, WinINSTALL- und Wise WSE-Softwarepakete ohne Zeitverschwendung direkt in stabile MSIs. Der automatisierte Konverter kopiert alle Datei- und Registrierungsdaten von Setups aus älteren Versionen in ein neues AdminStudio-Projekt, damit Benutzer den Packprozess umgehen und die Installationen automatisch direkt in MSI-Pakete konvertieren können.

InstallShield Tuner

Erstellt schnell Transformationen (MSTs) einschließlich Transformationen der Antwortdatei, um Software im Windows Installer-Format zu modifizieren. Ermöglicht das Hinzufügen von Dateien die Änderung von Registrierungseinstellungen, Hinzufügen von Lizenz´schlüsseln, Assistenten zur Entfernung von Registrierungseinträgen und andere Änderungen am MSI-Paket. Änderungen werden dann automatisch überprüft, um sicherzustellen, dass das MSI-Paket den Microsoft-Richtlinien entspricht.

Distribution Wizard

Assistentengeführtes System zur automatischen Erstellung der systemspezifischen Dateien, die erforderlich sind, um Pakete erfolgreich bereitzustellen und dabei eine ausgezeichnete Integration in SMS 2003 zu erreichen

SMS 2003-Webkonsole

Bietet webbasierten Zugriff auf Schlüsseleinstellungen und Konfigurationsfunktionen, einschließlich Serververbindungseinstellungen, Paketauswahl, Paketkonfiguration, Verteilungspunkte und Paketzusammenfassung.

Hinweis   Fügen Sie auf Computern, die Windows Server 2003 ausführen, die Anwendungsserverrolle hinzu, und aktivieren Sie Microsoft ASP.NET, bevor Sie AdminStudio installieren, um wichtige webbasierte Funktionen zu nutzen.

AdminStudio Professional Edition

AdminStudio Professional Edition enthält alle Funktionen von AdminStudio SMS Edition, außerdem viele weitere wichtige Vorteile:

  • Möglichkeit, InstallScript MSI-Dateien in 100%ige Windows Installationspakete zu konvertieren

  • Möglichkeit, neue Softwarepakete zu erstellen und vorhandene Windows Installer-Pakete direkt zu modifizieren

  • ConflictSolver, der Anwendungskonflikte in der Testumgebung erkennen und lösen kann

  • QualityMonitor, der Pakete vor der Bereitstellung testen kann, um sicherzustellen, dass sie nach der Installation wie erwartet funktionieren

  • Risikofreie Bereitstellungsprüfung, die die Bereitstellung eines Pakets simuliert, ohne es physisch auf irgendeinem Zielrechner zu installieren, und über etwaige Installationsprobleme Bericht erstattet

  • OS Snapshot Wizard, der den Betriebssystemstatus einschließlich Dateien, Verknüpfungen und Registrierungswerten aufzeichnet

  • Application Isolation Wizard, der Konflikte verringern hilft, die mit der Verwendung mehrerer Versionen einer einzigen Anwendung verbunden sind

  • Möglichkeit, Pakete für die Verteilung mit Novell ZENworks, Tivoli, Marimba, LANDesk, ManageSoft und Altiris vorzubereiten

Obwohl eine Testversion für den Download von http://www.installshield.com/products/adminstudio/eval.asp verfügbar ist, ist AdminStudio Professional Edition nicht kostenlos. Wenn Software-Lizenzierungskosten eine Rolle spielen, beginnen Sie mit AdminStudio SMS Edition. Wenn das Application Management Feature-Team einen Bedarf an Funktionen feststellt, die nur in AdminStudio Professional Edition enthalten sind, wenden Sie sich an Macrovision, um AdminStudio aufzurüsten.

Wise Package Studio

Wise Package Studio bietet eine ähnliche Funktionalität wie AdminStudio und dient zum Neupacken von Anwendungen für Windows Installer. Es gibt drei Versionen von Wise Package Studio:

  • Wise Package Studio Standard Edition: Das Basistool zum Neupacken bietet genug Funktionalität, um die Bedürfnisse der meisten Unternehmen zu erfüllen, einschließlich Tools für Paketerstellung, Anpassung, Prüfung und Verteilung.

  • Wise Package Studio Professional Edition: erweitert die Standard Edition um viele Features:

    • Virtuelle Aufzeichnung: aktiviert die Aufzeichnung von mehreren Anwendungsinstallationen auf einem einzigen Clientcomputer, ohne den Computer zwischen den Installationen zu bereinigen.

    • Erstellen von .zap-Dateien: aktiviert die Erstellung von .zap-Dateien, wenn Mitglieder des Application Management Feature-Teams Anwendungen installieren müssen, ohne Windows Installer zu verwenden

    • Änderungen an .ini-Dateien: zeichnet Änderungen an .ini-Dateien auf.

    • Wise Script Editor: ermöglicht die Bearbeitung von Installationsskripts

    • ConflictManager: erkennt und löst Anwendungskonflikte

    • Gruppenbereitstellung: stellt mehrere Pakete in einem Einzelprozess bereit und steuert dabei die Reihenfolge der Paketinstallation

  • Wise Package Studio Quality Assurance: Als optionaler Funktionssatz von Professional Edition richtet sich diese Version an Personal, das für den Test der Anwendungen vor der Bereitstellung verantwortlich ist.

Weitere Informationen zu Wise Package Studio-Produkten finden Sie auf der Wise Package Studio-Produktübersichtseite unter http://www.wise.com/wps.asp?bhcp=1.

SMS-Installationsprogramm

SMS enthält ein SMS-Installationsprogramm, mit dem Anwendungen neu gepackt werden können. Das SMS-Installationsprogramm ist verfügbar für den Download von der Installer Step-up Utility-Downloadseite unter http://www.microsoft.com/smserver/downloads/20/tools/installer.mspx. Normalerweise würde man AdminStudio SMS Edition statt des SMS-Installationsprogramms verwenden. AdminStudio ist ein leichter zu bedienendes und stabileres Tool.

Das SMS-Installationsprogramm hat jedoch den Vorteil, dass es ausführbare Dateien extrahieren kann, die mit früheren Versionen des SMS-Installationsprogramms erstellt wurden, ohne für die Erstellung des Pakets einen Referenzcomputer zu benötigen. Allerdings kann es ausführbare Dateien, die mit früheren Versionen des SMS-Installationsprogramms erstellt wurden, nicht in das Windows Installer-Format konvertieren.

Meilenstein: Migrationsplan angenommen

Meilensteine sind Synchronisierungspunkte für die Gesamtlösung. Weitere Informationen finden Sie im Plan, Build, and Deploy Guide.

An dem in Tabelle 5 gezeigten Meilenstein, hat das Application Management Feature-Team die Testumgebung erstellt und einen Migrationsplan verfasst.

Tabelle 5: Meilenstein „Migrationsplan angenommen“

Element

Beschreibung

Testumgebung

Die Testumgebung wird zum Testen der Basisanwendungen ausgeführt.

Migrationsplan

Der Migrationsplan wird vom Team erstellt.

Die wichtigsten Hindernisse bei der Bereitstellung von Basisanwendungen wurden analysiert, einschließlich ihrer Auswirkungen und der betroffenen Bereiche.

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