BDD 2007: Anwendungsmanagement – Handbuch für das Feature-Team

Entwicklung

Veröffentlicht: 30. Nov 2006

Abbildung 7 zeigt die wichtigsten Aufgaben, die das Application Management Feature-Team im ersten Teil der Entwicklungsphase durchführt. Diese Aktivitäten befassen sich mit dem Erstellen und Testen der Bereitstellungspakete für zentrale Anwendungen, die in Form einer Aufgabenabfolge in das Gesamtbereitstellungspaket integriert werden sollen.

Abbildung 7: Aufgaben beim Erstellen von Bereitstellungspaketen für zentrale Anwendungen
Auf dieser Seite

Rollen und Aufgaben Rollen und Aufgaben
Automatisierung der Bereitstellung von Anwendungen Automatisierung der Bereitstellung von Anwendungen
Anforderungen an die Anwendungssicherheit Anforderungen an die Anwendungssicherheit
Neupacken von Anwendungen Neupacken von Anwendungen
Integrieren von zentralen Anwendungen in BDD 2007 Integrieren von zentralen Anwendungen in BDD 2007
Meilenstein: Bereich fertig gestellt Meilenstein: Bereich fertig gestellt

Rollen und Aufgaben

Alle sechs Rollencluster vom MSF Teammodell spielen in der Entwicklungsphase eine Rolle. In Tabelle 6 werden die Rollen aufgeführt und die Schwerpunktbereiche für die einzelnen Rollencluster definiert. Weitere Informationen zu MSF-Rollenclustern finden Sie auf der MSF-Website unter http://www.microsoft.com/technet/itsolutions/msf/default.mspx (ggf. in englischer Sprache).

Tabelle 6: Rollen und Aufgaben in der Entwicklungsphase

Rolle

Schwerpunkt

Produktverwaltung

  • Eingaben zum konzeptionellen Entwurf

  • Analyse der Geschäftsanforderungen

  • Kommunikationsplan

Programm-Management

  • Konzeptioneller und logischer Entwurf

  • Funktionsbeschreibung

  • Projekt- und Zeitplan

  • Budget

Entwicklung

  • Erstellung und Tests der Bereitstellungspakete

Benutzerfreundlichkeit

  • Anwendungsszenarios und -fälle

  • Benutzeranforderungen

  • Anforderungen an Lokalisierung und Eingabehilfen

  • Benutzerdokumentation

  • Schulungspläne

  • Zeitpläne

Test

  • Festlegung der Testanforderungen

  • Test- und Zeitplan

Veröffentlichungsverwaltung

  • Entwurfsbewertung

  • Betriebsanforderungen

  • Plan/Zeitplan für Pilotprojekt und Bereitstellung

  • Netzwerkerkennung

  • Anwendungs- und Hardwarebestand

  • Kommunikation mit der IT-Abteilung und dem Security Feature-Team

Automatisierung der Bereitstellung von Anwendungen

Um eine völlig unbeaufsichtigte, automatisierte Installation erzielen zu können, müssen die Anwendungen im BDD 2007-Projekt diese unbeaufsichtigte Installation unterstützen. Zahlreiche Setupprogramme unterstützen die Befehlszeilenoption /s oder /q, andere dagegen nicht.

Hinweis   Weitere Informationen zum Bereitstellen des Office 2007-Systems im Hintergrundmodus finden Sie im Office Deployment Guide.

Um zu ermitteln, ob ein Paket die unbeaufsichtigte Installation unterstützt, geben Sie den Befehl setup /? in einem Eingabeaufforderungsfenster ein, wobei setup den Dateinamen des Setupprogramms bezeichnet. Wenn das Setupprogramm keinen Aufschluss bietet, müssen die Mitglieder des Application Management Feature-Teams den Anbieter des Produkts ermitteln, mit dem das Paket erstellt wurde. Führen Sie hierzu das Setupprogramm aus, und achten Sie auf Logos oder Marken auf den Seiten des Installations-Assistenten, oder betrachten Sie die Dateieigenschaften.

Die Anbieter unterstützen ggf. die Automatisierung einer Installation im Hintergrund; der Grad der Anpassbarkeit ist jedoch von Anbieter zu Anbieter verschieden. Die im nachstehenden Abschnitt genannten Supportoptionen bieten einen guten Ausgangspunkt. Selbst wenn die unten beschriebene Unterstützung für Ihre Anforderungen nicht ausreichend erscheint, besteht immer noch die Möglichkeit, dass die Entwickler spezielle Unterstützungsmaßnahmen für die Installation ihrer Anwendungen im Hintergrund vorgesehen haben. Falls der Anbieter diese Unterstützung leistet, findet sich in der Regel ein entsprechender Vermerk in den Anmerkungen zur Version der Anwendung, in der Kurzanleitung oder auf der Support-Website.

Installation mit Windows Installer

Mehr und mehr Anwendungen werden als Windows Installer-Datenbanken gepackt. Und was scheinbar ein eigenständiges, selbstextrahierendes Setupprogramm mit einem Dateinamen wie „Setup.exe“ ist, besteht häufig aus einer Datei, die sich in eine Windows Installer-Datenbank dekomprimieren lässt. Extrahieren Sie die Datenbank mit einem Tool wie WinZip (von WinZip Computing unter http://www.winzip.com), oder führen Sie das Setupprogramm aus, und suchen Sie die Setupdateien im Ordner %TEMP%. Windows Installer-Datenbanken besitzen die Dateinamenerweitung MSI.

Um Windows Installer-Datenbanken unbeaufsichtigt mithilfe von „Msiexec.exe“ zu installieren, geben Sie in der Befehlszeile die Option /qb (einfache Benutzeroberfläche, nur Statusanzeige) oder die Option /qn (keine Benutzeroberfläche) ein.

Installation mit Windows Installer InstallShield

Die von Macromedia erstellten Windows Installer InstallShield-Setupdateien müssen ggf. über eine bereitgestellte Datei „Setup.exe“ installiert werden. Wenn die Mitglieder des Application Management Feature-Teams versuchen, die MSI-Datei direkt auszuführen, wird eine Meldung ausgegeben, dass die Installation über die Datei „Setup.exe“ gestartet werden muss. Bei einer Installation über InstallShield Script wird diese Anforderung durchgesetzt, um so zu gewährleisten, dass die notwendige Version des InstallShield-Skriptmoduls (ISScript.msi) auf dem Computer installiert ist, bevor der Vorgang fortgesetzt wird. Falls die erforderliche Version des InstallShield-Skriptmoduls nicht erkannt wird, wird diese Version automatisch installiert, bevor das Setup mit Windows Installer aufgerufen wird. Das Application Management Feature-Team kann ein solches Setup auf unterschiedliche Weise vornehmen.

Beispielsweise können die Teammitglieder die Befehlszeilenunterstützung von InstallShield in „Setup.exe“ verwenden. Die Datei „Setup.exe“ unterstützt die Verwendung einer Befehlszeile; mit dem Argument /v kann das Team wahlweise auch Optionen an Windows Installer Setup übergeben. Nach dem Argument /v können die Teammitglieder beliebige Optionen in Anführungszeichen ("") angeben, die an Windows Installer Setup übergeben werden sollen. Mit dem nachstehenden Befehl wird „Setup.exe“ beispielsweise angewiesen, im Hintergrund abzulaufen und die Option /qn an Windows Installer Setup zu übergeben:

setup.exe /s /v"/qn"

Ein zweites Verfahren ist die separate Bereitstellung des InstallShield-Skriptmoduls als Teil der zentralen Anwendungen, noch bevor dieses Modul von den Setupdateien angefordert wird. Anschließend können die Mitglieder des Application Management Feature-Teams die Funktionseinschränkungen der beigefügten Datei „Setup.exe“ umgehen, indem die MSI-Datei direkt ausgeführt und dabei die öffentliche Eigenschaft ISSETUPDRIVEN einbezogen wird. Das eingebettete Windows Installer-Setupprogramm finden Sie im Ordner %TEMP%, sobald der Begrüßungsbildschirm des Installations-Assistenten angezeigt wurde. Speichern Sie dann die MSI-Datei auf dem Server in der Testumgebung, und führen Sie sie direkt mit dem folgenden Befehl aus:

msiexec.exe /i setup.msi ISSETUPDRIVEN=1 /qn

Installation mit einer älteren Version von InstallShield

Ältere Setupdateien von InstallShield erhalten in der Regel den Dateinamen „Setup.exe“. Um eine unbeaufsichtigte Installation für ein InstallShield-Paket zu erstellen, bilden Sie eine InstallShield-Antwortdatei mit der Dateinamenerweiterung ISS. Dieses Verfahren ist für die meisten InstallShield-Pakete anwendbar, jedoch nicht für alle Pakete.

Installation mit PackagefortheWeb

PackagefortheWeb ist eine von InstallShield gepackte Anwendung, die sich in einer eigenständigen, selbstextrahierenden Datei befindet. Erstellen Sie eine ISS-Setupdatei. Die Verwendung dieser Datei ist nahezu identisch mit dem Verfahren im vorangegangenen Abschnitt. Die Mitglieder des Application Management Feature-Teams müssen lediglich die Befehlszeilenoptionen mit der Option /a an das Setupprogramm übergeben, nachdem der Inhalt der Datei extrahiert wurde. Beispiel: Der Inhalt der Setupdatei mit der Bezeichnung „Prog.exe“ wird in den temporären Ordner extrahiert, und anschließend wird „Setup.exe“ ausgeführt. Sollen Befehlszeilenoptionen an „Setup.exe“ übergeben werden, verwenden Sie die Befehlszeilenoption /a.

Installation mit Wise

Die meisten Pakete, die mit Wise Installation System oder Wise InstallMaster (jetzt Wise Installation System) erstellt wurden, erkennen die Befehlszeilenoption /s für die unbeaufsichtigte Installation. Während dies in der Regel als Verfahren zur Installation im Hintergrund reibungslos funktioniert, gibt es keine Möglichkeit, die Installationsoptionen festzulegen, wenn diese Vorgehensweise nicht ausdrücklich vom Anwendungsanbieter unterstützt wird.

Installation mit Ghost Installer

Die Ghost Installer-Setupdateien von Ethalone Solutions ermöglichen mit der Befehlszeilenoption /s die Installation im Hintergrund. Der Erfolg dieser Methode ist abhängig von den Angaben und Einstellungen, die der Entwickler beim Erstellen der Installation festlegt. Die Installation wird zwar mit Ghost Installer automatisiert; es ist jedoch nicht möglich, die Installation im Hintergrund zu modifizieren, wenn der Entwickler der Installation keine entsprechenden Vorkehrungen getroffen hat.

Anforderungen an die Anwendungssicherheit

Einige Anwendungen werden im Sicherheitskontext von eingeschränkten Benutzerkonten nicht ordnungsgemäß ausgeführt. In seltenen Fällen liegt die Ursache darin, dass in diesen eingeschränkten Benutzerkonten bestimmte Berechtigungen fehlen. In der Regel tritt diese Situation jedoch immer dann ein, wenn eine Anwendung versucht, Dateien und Registrierungseinträge zu ändern, wofür das eingeschränkte Benutzerkonto nicht die erforderlichen Berechtigungen besitzt. In diesem Abschnitt werden Verfahren zum Erkennen und Einrichten dieser Anforderungen an die Anwendungssicherheit vorgestellt.

Ermitteln der Anforderungen an die Anwendungssicherheit

Nach der Installation sollten Anwendungen im Prinzip nur noch die Daten in den folgenden Speicherorten aktualisieren:

  • Anwendungsdatenverzeichnis im Benutzerprofil, normalerweise folgende:

    • Windows XP: C:\Dokumente und Einstellungen\Benutzername\Anwendungsdaten\Anbietername\Produktname

    • Windows Vista: C:\Users\Benutzername\AppData\Roaming\Anbietername\Produktname

  • Benutzer-Registrierungsgruppe, in der Regel HKEY_CURRENT_USER\Software\Anbietername\Produktname

Wenn die Ausführung einer Anwendung mit einem eingeschränkten Benutzerkonto fehlschlägt oder zu unerwarteten Verhaltensweisen führt, untersuchen Sie die Speicherorte, an denen Anwendungen häufig die Angaben zu aktualisieren versuchen:

  • Anwendungsverzeichnis, in der Regel C:\Programme\Anbietername\Produktname

    Achten Sie auf Dateinamenerweiterungen wie DAT, XML und INI. Diese Dateien können Einstellungen und andere Daten enthalten, die von der Anwendung aktualisiert werden. Befinden sich diese Dateien außerhalb der Verzeichnisstruktur im Benutzerprofil, ist die Aktualisierung mit eingeschränkten Benutzerkonten nicht möglich.

  • Computer-Registrierungsgruppe, in der Regel HKEY_LOCAL_MACHINE\Software\Anbietername\Produktname

    Hinweis   Die Standardpfade für die Anwendungsinstallation und für das Benutzerprofil sind abhängig von der jeweiligen Windows-Version. Beim Schreiben von Skripts und beim Programmieren von Verweisen auf diese Pfade sollten Sie daher Umgebungsvariablen verwenden. %APPDATA% verweist auf das Stammverzeichnis der Anwendungsdaten. %PROGRAMFILES% verweist auf das Stammverzeichnis der Anwendungsinstallationen.

Mit den beiden Tools „RegMon.exe“ und „FileMon.exe“ von Sysinternals.com können Sie die Bereiche im System ermitteln, in die die Daten geschrieben werden. Wenn Sie die Änderungen an der Registrierung bzw. am Dateisystem mit diesen Tools überwachen, erhalten Sie eine Meldung über den Erfolg oder Fehlschlag dieser Änderungen. Die Registrierung empfängt regelmäßig unzählige Schreib- und Lesevorgänge für die Registrierung und das Dateisystem. Die Filter in diesen Tools suchen genau die Elemente heraus, die von Bedeutung sind.

Anforderungen an die Anwendungssicherheit

Sobald die Sicherheitsanforderungen ermittelt und ihre Umsetzung genehmigt ist, kann das Application Management Feature-Team diese Anforderungen auf verschiedene Weise durchsetzen:

Neupacken von Anwendungen

In diesem Abschnitt wird das Neupacken einer Anwendung beschrieben, die nicht als ein Windows Installer-Paket zur Verfügung steht. Wenn eine Anwendung eine Windows Installer-Datei (.msi) enthält, muss das Application Management Feature-Team die Anwendung nicht neu packen, und die nachstehenden Schritte sollten nicht ausgeführt werden. Stattdessen kann das Team die Windows Installer-Datei unverändert verteilen.

Das Neupacken umfasst die folgenden Schritte:

  1. Vorbereiten der Testumgebung

  2. Verwalten des Workflows

  3. Ausführen der Erkennung

  4. Bereinigen eines neuen Pakets

  5. Berücksichtigung der Anwendungsvoraussetzungen

  6. Vorbereiten auf umfassend verwaltete Umgebungen

  7. Überprüfen der Paketdatei

In den nachfolgenden Abschnitten werden diese Schritte eingehend beschrieben. Darüber hinaus finden Sie hier eine Liste der bewährten Verfahren beim Neupacken.

Vorbereiten der Testumgebung

Das Application Management Feature-Team muss eine Testumgebung pflegen, in der die Anwendungen ordnungsgemäß neu gepackt werden können. Ein Unternehmen braucht im Normalfall eine robuste Testumgebung, in der die Entwickler mehrere Anwendungen auf verschiedenen Computern gleichzeitig packen, unterschiedliche Clientplattformen simulieren und rasch „saubere, einwandfrei funktionierende“ Testcomputer neu bereitstellen können. Diese Ausstattung umfasst zwei bis drei Computer je Clientplattform im Unternehmen sowie einen Bereitstellungsserver mit Softwareverteilungstechnologien wie SMS, Remoteinstallationsdienste (RIS) oder Deployment Center für die rasche Bereitstellung neuer Betriebssystemabbilder, mit denen sichergestellt ist, dass die Clientcomputer stets sauber sind. Um Konflikte mit dem Produktionsnetzwerk zu vermeiden, sollte das Testnetzwerk als isoliertes Netzwerksegment eingerichtet werden.

Wenn das Application Management Feature-Team sich entscheidet, eine Anwendung neu zu packen, lassen sich häufig auftretende Probleme mithilfe der folgenden Maßnahmen umgehen:

  • Verwenden Sie einen sauberen Computer. Auf einem sauberen Computer ist lediglich das Betriebssystem selbst installiert, keine weitere Software; aus dem Betriebssystem wurde dabei keine Komponenten oder Einzeldateien entfernt. Wenn der Computer nicht sauber ist, kann das Tool zum Neupacken unter Umständen bestimmte Dateien oder Registrierungseinträge nicht erkennen, die für die Anwendung erforderlich sind. In diesem Fall können wesentliche Dateien in der neu gepackten Windows Installer-Datei fehlen, wodurch die Anwendung beim Installieren den Dienst einstellt. Auf einem Referenzcomputer werden in der Regel nicht mehrere Programme oder Suites gleichzeitig installiert, so dass keine besonders leistungsfähigen Geräte gebraucht werden. Damit dieser Computer auch in Zukunft sauber bleibt, installieren Sie nur die Tools, die zum Neupacken der Anwendung zwingend erforderlich sind. Wenn das Application Management Feature-Team auf AdminStudio zurückgreift, können die Teammitglieder ein Neupack-Tool ohne Ressourcenbedarf von http://support.installshield.com/kb/files/Q108601/setup.exe direkt auf die Test-Clientcomputer herunterladen. Weitere Informationen zu den Gründen, warum die Verwendung eines sauberen Computers so wichtig ist, finden Sie in Empfehlung Nr. 7 über saubere Systeme in The 20 Commandments of Software Packaging (in BDD 2007 enthalten; auf Englisch).

    Hinweis   Beim Neupacken einer Anwendung mit einem Snapshotverfahren ist die Verwendung eines sauberen Systems unerlässlich. Wenn das Application Management Feature-Team ein Verfahren zur Installationsüberwachung einsetzt (beispielsweise das Verfahren in Repackager von AdminStudio), ist ein sauberes System zwar immer noch wichtig, jedoch nicht mehr zwingend erforderlich.

  • Verwenden Sie einen Computer, der unter Deckung arbeitet. Beim Ausführen von Prozessen werden Änderungen an den Dateien oder an der Registrierung vorgenommen, die das Tool erkennt und in die neu gepackte Anwendung aufnimmt. Diese Änderungen sind jedoch nicht notwendig, um die neu gepackte Anwendung zu installieren; im Gegenteil, hierdurch könnten Probleme entstehen. Beachten Sie insbesondere die folgenden Empfehlungen:

    • Beenden Sie alle nicht zwingend erforderlichen Dienste, und schließen Sie alle nicht benötigten Fenster auf dem Referenzcomputer. Dies gilt insbesondere für die automatischen Updates, für den intelligenten Hintergrundübertragungsdienst (Background Intelligent Transfer Service, BITS), IIS Admin (und alle Abhängigkeiten), für den Serverdienst und für den Taskplaner.

    • Stellen Sie sicher, dass keine Komponenten (insbesondere DLLs) des zu installierenden Programms bereits auf dem Computer vorhanden sind. Wenn beispielsweise eine DLL bereits auf dem Computer vorliegt, wird diese Datei vom Setupprogramm der Anwendung nicht neu installiert, und das Neupack-Tool hält diese DLL nicht als Teil der Installation fest. Wenn die Benutzer versuchen, die Anwendung zu starten, erhalten sie entsprechend eine Fehlermeldung, aus der hervorgeht, dass eine DLL fehlt. Stellen Sie sicher, dass alle Elemente der Installation berücksichtigt werden.

    • Beenden Sie alle Antivirenprogramme.

    • Beenden Sie alle Programme und Anwendungen, die in den temporären Ordner des Computers oder in andere Verzeichnisse schreiben könnten.

    • Beenden Sie alle E-Mail- und Textverarbeitungsprogramme.

    • Löschen Sie keine Dateien, und verschieben Sie keine Dateien in den Papierkorb, während die Paketdatei erstellt wird.

    • Deaktivieren Sie alle Bildschirmschoner, E-Mail-Clients, Terminkalender und andere Programme, die automatisch im Hintergrund ausgeführt werden.

  • Erstellen Sie je ein Paket für die verschiedenen Hardware- und Softwarekonfigurationen im Unternehmen. Abhängig von den Änderungen, die bei der Installation der Anwendung durchgeführt werden, und vom Stellenwert der Abweichungen zwischen den verschiedenen Plattformen im Unternehmen muss das Application Management Feature-Team eine bestimmte Anwendung unter Umständen mehrfach neu packen, und zwar je einmal für jede Plattform. Diese plattformspezifischen Pakete arbeiten bei der Bereitstellung in der Regel zuverlässiger.

Mit der RIS-Funktion in Windows Server 2003 kann das Application Management Feature-Team rasch saubere Computer bereitstellen. Diese Funktion installiert das Betriebssystem Windows XP auf einem Computer neu. Hierzu wird ein Desktopkonfigurationsabbild heruntergeladen, das auf einem Computer gespeichert ist, auf dem Windows Server 2003 ausgeführt wird. Weitere Informationen finden Sie im Artikel Remoteinstallationsdienste unter http://www.microsoft.com/technet/prodtechnol/windowsserver2003/library/ServerHelp/c62e5951-5eb9-42f1-95ae-490e5d7a5551.mspx. Alternativ kann das Team mit Microsoft Virtual Server 2005 rasch saubere Computer bereitstellen. Weitere Informationen zu Virtual Server finden Sie unter http://www.microsoft.com/virtualserver (evtl. auf Englisch). Um den Neupackvorgang zu beschleunigen, nehmen Sie die entsprechenden Tools in das saubere Computerabbild auf.

Verwalten des Workflows

Ein effizienter Workflow ist in der Regel wie folgt aufgebaut:

  1. Erfassen Sie die Anforderungen der Gruppe, die die Anwendung angefordert hat:

    1. Welche Clientplattformen sollen die Anwendung erhalten?

    2. Welche Änderungen an den Standardeinstellungen sind dabei erforderlich?

    3. Wie soll die Anwendung bereitgestellt werden?

    4. Ist es notwendig, verschiedene Versionen der Anwendung für verschiedene Benutzer bereitzustellen? Die Marketingabteilung und die betriebliche Abteilungen benötigen beispielsweise dieselbe Anwendung, jedoch mit unterschiedlichen Einstellungen.

    5. Wie können die Mitglieder des Application Management Feature-Teams die Funktionsfähigkeit der Anwendung testen und damit überprüfen, ob das Paket erfolgreich bereitgestellt wurde?

  2. Bereiten Sie einen sauberen Neupack-Computer für die Erkennung vor. Installieren Sie hierzu das Betriebssystem neu.

  3. Während das Clientcomputerbetriebssystem installiert wird, bereiten Sie weitere Computer vor, mit denen Paket getestet werden soll. Diese Computer müssen nicht sauber sein, sondern sollten im Gegenteil den Produktionscomputern nachgebildet werden, auf denen das Paket bereitgestellt werden soll. Bereiten Sie je einen Computer für jede Art der Clientcomputer vor, die die Anwendung erhalten.

  4. Stellen Sie auf jedem Clientcomputer eine Verbindung zu einem Netzwerkordner her, in dem sich das Neupack-Tool befindet. Starten Sie das Neupack-Tool, konfigurieren Sie das zu erstellende Paket, und starten Sie das Setupprogramm der Zielanwendung.

  5. Sobald die Zielanwendung auf dem Computer installiert wurde, konfigurieren Sie die Anwendung. Hierbei müssen ggf. Standardeinstellungen geändert, Verknüpfungen überarbeitet oder unnötige Dateien entfernt werden.

  6. Starten Sie das Neupack-Tool erneut, und halten Sie den Zustand des Computers nach der Installation fest. Dieser Vorgang dauert mehrere Minuten.

  7. Untersuchen Sie den Inhalt des Pakets. Entfernen Sie jegliche vom Neupack-Tool erkannten Dateien und Registrierungseinträge, die nicht direkt mit der Anwendungsinstallation zusammenhängen. Wenn das Neupack-Tool beispielsweise eine Verknüpfung in die MRU-Liste eingetragen hat, entfernen Sie diese Verknüpfung.

  8. Generieren Sie das Windows Installer-Paket.

  9. Stellen Sie das neue Paket auf den Clients bereit.

  10. Testen Sie die Funktionsfähigkeit auf den einzelnen Testclientcomputern mit dem Test in Schritt 1. Sollten Funktionen fehlschlagen, ermitteln Sie die Problemursache, ändern Sie das Paket entsprechend ab, und wiederholen Sie den Vorgang ab Schritt 8.

  11. Testen Sie weitere Anwendungen auf den einzelnen Testclientcomputern, um so sicherzustellen, dass die Bereitstellung der neuen Anwendung keine Probleme verursacht hat. Häufig überschreibt eine neue Anwendung eine Datei oder eine Einstellung, die von einer anderen Anwendung verwendet wird, was zu Problemen führt, die sich in einer Produktionsumgebung ggf. nur schwerlich isolieren lassen. Falls andere Anwendungen nun Probleme aufweisen, überarbeiten Sie das Paket so, dass das Problem behoben wird, und wiederholen Sie den Vorgang ab Schritt 8.

  12. Für jede zusätzlich erforderliche Version des Pakets (in Schritt 1 ermittelt) erstellt Windows Installer die entsprechenden Transformationsdateien. Wiederholen Sie anschließend Schritt 9 bis 11, und überprüfen Sie, ob diese Transformationen reibungslos ablaufen. Weitere Informationen zu Transformationen finden Sie im Abschnitt über deren Einsatz weiter unten in diesem Dokument.

Ausführen der Erkennung

Die Erkennung setzt sich aus drei Schritten zusammen:

  1. Analysieren Sie die aktuellen Dateien, Ordner, Registrierungseinstellungen und andere wichtige Werte des Computers.

  2. Installieren und konfigurieren Sie eine Anwendung.

  3. Analysieren Sie die Dateien, Ordner, Registrierungseinstellungen und andere wichtige Werte des Computers erneut, und ermitteln Sie die aufgetretenen Änderungen.

Theoretisch werden mit diesem Verfahren alle Änderungen erfasst, die die Anwendung bei der Einrichtung vornimmt. Auf diese Weise ist es möglich, ein Windows Installer-Paket zu erstellen, das genau diese Änderungen nachbildet. Praktisch jedoch werden meist auch weitere Änderungen festgehalten, die sich nicht aus der Installation der Anwendung ergeben, beispielsweise Dateien, die durch automatische Updates heruntergeladen wurden, Änderungen an der MRU-Dateiliste oder auch Änderungen durch andere Hintergrundprozesse.

Hinweis   Die Mitglieder des Application Management Feature-Teams können Gerätetreiber beim Neupacken nicht ohne Weiteres mitinstallieren. Bei Anwendungen wie Microsoft Windows NetMeeting®, die bereits einen eigenen Gerätetreiber aufweisen, muss das Team die Gerätetreiber getrennt von der neu gepackten Anwendung installieren.

In den nachfolgenden Abschnitten wird beschrieben, wie Sie die Erkennung mit AdminStudio, Wise Package Studio und dem SMS-Installationsprogramm durchführen. Nach Möglichkeit finden Sie dort auch Verweise auf externe Dokumente mit schrittweisen Anleitungen.

Durchführen der Erkennung mit AdminStudio

So führen Sie die Erkennung mit AdminStudio durch:

  1. Installieren Sie Repackager auf dem Clientcomputer, wahlweise über die vollständige Setupdatei von AdminStudio oder auch durch Herunterladen der weiterverteilbaren Setupdatei von http://support.installshield.com/kb/files/Q108601/setup.exe.

    Alternativ führen Sie Repackager aus, indem Sie einem freigegebenen Ordner, in dem sich die ausführbaren Dateien von Repackager befinden, ein Laufwerk zuordnen. Bei der Installation von AdminStudio wird die Repackager-Datei standardmäßig im Pfad „C:\Programme\InstallShield\AdminStudio\7.5\Repackager\islc.exe“ abgelegt.

  2. Starten Sie das Repackager-Tool auf dem Clientcomputer. Klicken Sie hierzu auf Start, dann auf Alle Programme, Macrovision, FlexNET Admin Studio 7.5 Tools und schließlich auf Repackager.

  3. Klicken Sie auf InstallShield Repackaging Wizard (InstallShield-Repackaging-Assistent), um den InstallShield-Repackaging-Assistenten zu starten. Klicken Sie auf Next (Weiter).

  4. Wählen Sie auf der Seite Method selection (Auswahl des Verfahrens) die Option Installation Monitoring (Installationsüberwachung); siehe Abbildung 8. Wenn dieses Neupackverfahren nicht zum Erfolg führt, wählen Sie die Option Snapshot.

    Abbildung 8: Verwenden der Installationsüberwachung
  5. Geben Sie auf der Seite Collect Product Information (Produktinformationen zusammenstellen) in das Feld Program File (Programmdatei) den Pfad zur EXE-Datei ein, mit der das Setup für die neu zu packende Anwendung gestartet wird (in der Regel „Setup.exe“). Füllen Sie die übrigen Felder gemäß Abbildung 9 aus, und klicken Sie dann auf Next (Weiter).

    Abbildung 9: Erfassen der Produktinformationen
  6. Geben Sie auf der Seite Set Target Project Information and Capture Settings (Zielprojektangaben festlegen und Einstellungen festhalten) einen Ordner an, in dem die Projektdateien abgelegt werden sollen.

    Damit der Testcomputer so sauber wie möglich bleibt, speichern Sie die Projektdateien auf einem Remotecomputer.

  7. Klicken Sie auf Start. Wenn Sie dazu aufgefordert werden, klicken Sie auf Yes (Ja).

    Repackager startet das Setupprogramm der Anwendung.

  8. Führen Sie die Installation mit den Einstellungen durch, die für alle Computer gelten sollen.

  9. Nach dem Abschluss der Installation nehmen Sie sämtliche Konfigurationsänderungen vor, die in das Paket aufgenommen werden müssen.

  10. Klicken Sie im InstallShield-Repackaging-Assistenten auf Process (Verarbeiten). Klicken Sie anschließend auf Finish (Fertig stellen). Das Projekt wird bearbeitet und erstellt.

Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt zum Neupacken älterer Installationen in der Hilfe für AdminStudio.

Durchführen der Erkennung mit Wise Package Studio

Installieren Sie zunächst Wise Package Studio auf dem Computer. Starten Sie dann Wise Package Studio. Klicken Sie hierzu auf Start, dann auf Alle Programme, Altiris, Wise Package Studio und schließlich auf Wise Package Studio. Klicken Sie auf die Registerkarte Projects (Projekte). Klicken Sie im Menü File (Datei) auf New Project (Neues Projekt). Folgen Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm, und erstellen Sie ein neues Projekt.

Klicken Sie auf der Registerkarte Projects (Projekte) auf SetupCapture. Überprüfen Sie die Anweisungen im rechten Fensterbereich, und klicken Sie dann auf den Link Run (Ausführen).

Hinweis   Weitere Informationen zum Erstellen von Ausnahmen für Wise Package Studio finden Sie im Abschnitt über das Bereinigen neuer Pakete weiter unten in diesem Handbuch.

Sobald SetupCapture abgeschlossen ist (siehe Abbildung 10), bereinigen Sie das Paket gemäß den Angaben im Abschnitt über das Bereinigen neuer Pakete weiter unten in diesem Dokument.

Abbildung 10: Ausführen von SetupCapture
Durchführen der Erkennung mit dem SMS-Installationsprogramm

Installieren Sie zunächst das SMS-Installationsprogramm auf dem SMS-Standortserver. Installieren Sie anschließend das SMS-Installationsprogramm auf einem sauberen Neupacktestcomputer über die Setupdateien aus dem mit dem SMS-Installationsprogramm erstellten Setupprogramm. Standardmäßig befinden sich diese Dateien im Ordner „C:\SMS Installer Setup“. Sobald das SMS-Installationsprogramm auf dem sauberen Clienttestcomputer installiert ist, starten Sie das Programm. Klicken Sie hierzu auf Start, dann auf Alle Programme, Microsoft SMS Installer und schließlich auf Microsoft SMS Installer 32.

Befolgen Sie nun die Anweisungen im Abschnitt über die Ausführung des Installations-Assistenten in der Hilfe zum SMS-Installationsprogramm (auf Englisch), und halten Sie den ursprünglichen Zustand des Clientcomputers fest. Starten Sie dann das Setupprogramm der Anwendung, und erfassen Sie den Zustand des Computers nach der Installation.

Bereinigen eines neuen Pakets

Nach dem Erkennungsverfahren enthält das Paket unter Umständen wertlose Dateien oder Einstellungen aus Prozessen, die nicht mit den Datei- oder Registrierungsänderungen des Setupprogramms zusammenhängen. Wenn das Application Management Feature-Team das Paket mit diesen unnötigen Einstellungen verteilt, kann dies zu unvorhersehbaren Problemen auf den Zielcomputern führen. Das Team muss daher das Paket untersuchen, jegliche Änderungen erkennen, die nicht aus der Anwendung stammen, und diese Änderungen dann entfernen.

Die Erkennung der zu entfernenden Änderungen ist eine Wissenschaft für sich. Ein Teil der Änderungen ist ganz offensichtlich fremdverursacht, beispielsweise Elemente, die in die MRU-Liste des Benutzers hinzugefügt wurden. Andere Änderungen, insbesondere an Teilen der Registrierung, mit denen die Registrierungseinträge der Anwendungsbibliotheken nachverfolgt werden, lassen sich dagegen nur schwer interpretieren. Dank ihrer Erfahrung können die Mitglieder des Application Management Feature-Teams mit der Zeit die Änderungen erkennen, die wiederholt in verschiedenen Anwendungen auftreten, und sie gewinnen einen besseren Blick für die verschiedenen Änderungen, die im Hintergrund erfolgen und nicht mit der Installation einer Anwendung verbunden sind.

Tools von Drittanbietern können die Bereinigung neuer Pakete beträchtlich vereinfachen. AdminStudio und Wise Package Studio bieten beide eine Funktion, mit denen externe Änderungen automatisch erkannt und entfernt werden. PackageCleaner greift auf eine Datenbank zurück und meldet Empfehlungen zum Löschen wahrscheinlich fremder Elemente in Paketen. Dieses Tool steht auf der PackageCleaner-Homepage unter http://www.appdeploy.com/library/packagecleaner/index.asp zum Download bereit. Darüber hinaus können Sie hiermit die Elemente ermitteln, die für das Paket tatsächlich erforderlich sind oder die aus fremden Anwendungen und Tools stammen.

In den nachfolgenden Abschnitten wird beschrieben, wie Sie ein neues Paket mit AdminStudio, Wise Package Studio und dem SMS-Installationsprogramm bereinigen.

Bereinigen von Paketen mit AdminStudio

AdminStudio versucht, sämtliche fremden Änderungen herauszufiltern, so dass die Bereinigung ggf. nicht notwendig ist. So bereinigen Sie ein Paket in AdminStudio:

  1. Öffnen Sie das Projekt, das in der vorherigen Phase mit Repackager erstellt wurde.

  2. Suchen Sie im Knoten „Captured Installation“ (Aufgezeichnete Installation) unter „Files and Folders“ (Dateien und Ordner), „Registry Entries“ (Registrierungseinträge), „Shortcuts“ (Verknüpfungen) und „INI Files“ (INI-Dateien) nach Elementen, die unter Umständen nicht mit der Anwendungsinstallation zusammenhängen. Markieren Sie alle Elemente, die nicht in das endgültige Paket aufgenommen werden sollen, und klicken Sie dann auf Exclude (Ausschließen); siehe Abbildung 11.

    Abbildung 11: Bereinigen eines Projekts mit AdminStudio
  3. Stellen Sie sicher, dass alle notwendigen Dateien, Registrierungseinstellungen und Verknüpfungen festgehalten wurden.

    Wenn beispielsweise keine neuen Dateien aufgezeichnet wurden, ist dies ein Hinweis darauf, dass die Erfassung wahrscheinlich nicht erfolgreich abgelaufen ist. Wiederholen Sie die Erkennung mithilfe von Snapshot-Neupacken anstelle des Neupackens mit Installationsüberwachung.

  4. Erstellen Sie das Windows Installer-Paket. Klicken Sie hierzu auf Repackaged Output (Neu gepackte Ausgabe) und dann auf Build (Erstellen).

    Repackager erstellt ein Windows Installer-Paket und speichert es im angegebenen Ordner. Standardmäßig ist dies der Ordner „C:\Packages“. Dieses Paket kann nun getestet werden.

Wenn das Application Management Feature-Team den Testclient wieder säubert, kopieren Sie lediglich die MSI-Datei. Alternativ kann das Team den gesamten Inhalt des Ordners „C:\Packages“ auf einen Bereitstellungsserver kopieren, damit die Teammitglieder das Projekt mit Repackager später bearbeiten können, und dann die MSI-Datei in Windows Installer erneut erstellen. Wichtige Informationen zu diesem Paket werden in keinen anderen Pfaden gespeichert.

Bereinigen von Paketen mit Wise Package Studio

Wise Package Studio enthält eine Liste der Elemente, die standardmäßig aus dem Erkennungsverfahren ausgeschlossen werden. Außerdem steht eine Funktion zur Verfügung, mit der sich automatisch eine Ausschlussliste zusammenstellen lässt, so dass die Anzahl fremder Elemente in Paketen noch weiter verringert wird. Das Application Management Feature-Team kann diese Ausschlussliste automatisch mithilfe des Konfigurationstools SetupCapture erzeugen (siehe Abbildung 12). Der Computer wird mit der automatischen Ausschlussliste überwacht, wobei die Änderungen ermittelt werden, die auch dann ablaufen, wenn kein Installationsvorgang ausgeführt wird. Wenn die Teammitglieder später ein Setupprogramm ausführen, können sie diese Änderungen entsprechend ignorieren. Zusammengenommen verringern die Standardwerte und die automatischen Ausschlusslisten beträchtlich den Arbeitsaufwand, der für das Bereinigen der Pakete im Anschluss an das Erkennungsverfahren anfällt.

Abbildung 12: Automatisches Erstellen einer Wise-Ausschlussliste

Das Application Management Feature-Team ist mithilfe der automatischen Ausschlussliste in der Lage, äußerst saubere Pakete zu erstellen; unter Umständen müssen diese Pakete jedoch noch weiter bearbeitet werden. Bereinigen Sie die Pakete mit Windows Installer Editor (siehe Abbildung 13). Dieses Tool ermöglicht das Hinzufügen und Entfernen von Dateien, Registrierungswerten, Verknüpfungen und anderen Elementen, die ggf. in einem Windows Installer-Paket enthalten sind.

Abbildung 13: Bereinigen von Paketen mit Windows Installer Editor

Ausführliche Anweisungen zum Verwenden von Windows Installer Editor finden Sie in Wise Package Studio. Öffnen Sie diese Anwendung, klicken Sie auf Windows Installer Editor, und beachten Sie den Inhalt des rechten Fensterbereichs. Wenn Sie erhebliche Änderungen vorgenommen haben, überprüfen Sie mit den Schaltflächen Test (Testen), Debug (Debuggen) und Run (Ausführen), ob das Paket weiterhin fehlerfrei installiert wird. Weitere Informationen zum Bereinigen eines Pakets finden Sie in der Referenz zu Windows Installer Editor 7.0 für Wise Package Studio unter http://kb.altiris.com (auf Englisch).

Bereinigen von Paketen mit dem SMS-Installationsprogramm

Das SMS-Installationsprogramm bietet eine unkomplizierte Benutzeroberfläche zum Bereinigen einer neu gepackten Anwendung (siehe Abbildung 14). Im Unterschied zu anderen Neupack-Tools werden neu gepackte Anwendungen mit dem SMS-Installationsprogramm nicht automatisch bereinigt. Daher müssen die Mitglieder des Application Management Feature-Teams in jedem Fall alle Dateien und Registrierungseinträge im Paket untersuchen. Falls ein Element nicht zur Anwendungsinstallation gehört, entfernen Sie das betreffende Element aus dem Paket.

Abbildung 14: Bereinigen von Paketen mit dem SMS-Installationsprogramm

Wenn das Application Management Feature-Team mehrere Anwendungen mit dem SMS-Installationsprogramm packt, sollten die Teammitglieder in Erwägung ziehen, das SMS-Installationsprogramm so zu konfigurieren, dass bestimmte Dateien und Registrierungseinträge ignoriert werden (z. B. temporäre Dateien, die durch andere Prozesse geändert werden). Ausführliche Anweisungen finden Sie im Abschnitt über das Überprüfen der Referenzcomputerübersicht in der Hilfe zum SMS-Installationsprogramm. Sobald die Teammitglieder das Paket bereinigt haben, können sie das SMS-Installationsprogrammpaket durch Klicken auf Compile (Kompilieren) erstellen.

Berücksichtigung der Anwendungsvoraussetzungen

Die meisten interaktiven Anwendungssetupprogramme überprüfen, ob die richtige Software auf dem Computer installiert ist. Bei Anwendungen, die auf dem Microsoft .NET Framework beruhen, wird beispielsweise vor der Installation überprüft, ob .NET Framework überhaupt vorliegt. Falls die erforderliche Software fehlt, wird diese entweder durch das Setupprogramm mitinstalliert, oder der Benutzer erhält eine Fehlermeldung.

Wenn die Mitglieder des Application Management Feature-Teams eine Anwendung neu packen, gehen die Logikanweisungen, mit denen das Vorhandensein der erforderlichen Software geprüft wird, verloren. Die Teammitglieder müssen diese Daten daher ggf. selbst bereitstellen. Weder Windows Installer noch andere kostenlose Software in den Windows-Betriebssystemen bieten eine Möglichkeit, Voraussetzungen anzugeben. Das Team muss zusätzliche Software einsetzen, beispielsweise:

  • AdminStudio Professional AdminStudio SMS Edition besitzt keine Funktion, mit der bestimmte Voraussetzungen festgelegt werden können, die vor der Installation einer Anwendung erfüllt sein müssen. AdminStudio Professional enthält jedoch InstallShield Editor. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt über Installationsvoraussetzungen in der Onlinehilfe zu InstallShield Editor.

  • Wise Package Studio Mit dem Windows Installer Editor-Tool können Sie Startbedingungen für ein Windows Installer-Paket festlegen. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt über das Festlegen einer Anforderung durch Erstellen einer Startbedingung in der Hilfe für Wise Package Studio.

Alternativ können die Mitglieder des Application Management Feature-Teams auch Skripts schreiben, mit denen die folgenden Aktionen durchgeführt werden:

  • Überprüfen des Vorhandenseins bestimmter Dateien und Registrierungswerte auf einem Client, die darauf hinweisen, dass eine erforderliche Anwendung installiert ist

  • Starten der Anwendungsinstallation oder Melden von Fehlern

Weitere Informationen zum Scripting finden Sie auf der Website des Microsoft TechNet Script Centers unter http://www.microsoft.com/technet/scriptcenter/default.mspx (auf Englisch). Weitere Informationen zum Erkennen der Voraussetzungen für eine bestimmte Anwendung finden Sie in der Dokumentation für diese Anwendung. Achten Sie insbesondere auf Readmedateien in den Setupdateien der Anwendung.

Vorbereiten auf umfassend verwaltete (gesperrte) Umgebungen

In umfassend verwalteten Umgebungen, auch als gesperrte Umgebungenbezeichnet, werden die Sicherheitsrisiken für die Clientcomputer vermindert, indem den Benutzern weniger Berechtigungen gewährt werden. Weil die Benutzer keine Berechtigungen besitzen, um weit reichende Änderungen am Computer vorzunehmen, ist das Risiko geringer, dass der Computer durch böswillige Software infiziert wird. Als böswillige Software gelten Würmer, Viren, Trojaner, Spyware, Adware und andere unerwünschte Software.

Umfassend verwaltete Clientcomputer schränken zwar die Sicherheitsrisiken ein, erhöhen jedoch die Kosten für die Anwendungsbereitstellung. Die Benutzer können keine Anwendungen installieren, weil sie weniger Berechtigungen besitzen. In einigen Fällen sind sie nicht einmal in der Lage, eine Anwendung auszuführen, ohne dass ein Administrator die Anwendungskonfiguration ändert oder dem Benutzer die erforderlichen zusätzlichen Rechte gewährt. In den nachfolgenden Abschnitten wird beschrieben, wie Sie Probleme behandeln, die sich beim Bereitstellen zusätzlicher Anwendungen in Umgebungen mit eingeschränkten Benutzerberechtigungen ergeben.

Installieren von Anwendungen in umfassend verwalteten Umgebungen

Für die Installation der meisten Anwendungen sind lokale Administratorrechte erforderlich. Wenn Anwendungen für Benutzer bereitgestellt werden, die keine Administratorrechte besitzen, ist die Installation daher nur dann möglich, wenn dabei erweiterte Berechtigungen verwendet werden. Windows Installer-Pakete, die über GPO verteilt werden, können erweiterte Berechtigungen für die ordnungsgemäße Installation heranziehen. Auf ähnliche Weise lassen sich Anwendungen bei SMS über das lokale Administratorbenutzerkonto oder über ein spezielles Softwareinstallationskonto installieren (siehe Abbildung 15), wenn der derzeit angemeldete Benutzer keine ausreichenden Berechtigungen besitzt. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt über das SMS-Softwareinstallationskonto in der Hilfe für SMS.

Abbildung 15: Verwenden des Softwareinstallationskontos in SMS

Mit dem Elevated Rights Deployment-Tool im Administration Feature Pack in SMS 2003 Service Pack 1 (SP 1) können Sie die Bereitstellung von Anwendungen, für die Administratorrechte beim Setup erforderlich sind, noch weiter vereinfachen. Das Feature Pack steht unter http://www.microsoft.com/smserver/downloads/2003/adminpack.asp zum Download bereit.

So verwenden Sie das Elevated Rights Deployment-Tool:

  1. Bereiten Sie die Anwendung auf die Bereitstellung vor. Platzieren Sie die Anwendung hierzu in eine Netzwerkfreigabe, und ermitteln Sie das Setupprogramm und die Befehlszeilenparameter, mit denen sie in der Regel bereitgestellt wird.

  2. Führen Sie das Installationsprogramm für das Elevated Rights Deployment-Tool aus, und geben Sie den Pfad der Netzwerkfreigabe, das Setupprogramm und die zugehörigen Befehlszeilenparameter an.

Setup erstellt ein SMS-Paket, Programme, Programmabhängigkeitseinstellungen und eine vorkonfigurierte Ankündigung. Führen Sie dieses Tool je einmal für alle Anwendungen aus, die erweiterte Berechtigungen nach einem Systemneustart benötigen. SMS installiert dann die Anwendung auf den Computern, die die Mitglieder des Application Management Feature-Teams in eine Testsammlung aufgenommen haben. Auf diese Weise kann das Team die Reichweite der Bereitstellung vergrößern.

Ausführen von Anwendungen in umfassend verwalteten Umgebungen

Viele Anwendungen, insbesondere ältere Anwendungen, werden nicht ordnungsgemäß ausgeführt, wenn der Benutzer nur lokale Benutzerberechtigungen besitzt. Um sicherzustellen, dass eine Anwendung problemlos läuft, stehen drei Verfahren zur Auswahl:

  • Überarbeiten Sie die die Anwendungsanforderungen gemeinsam mit den Anwendungsentwicklern, so dass die Anwendung in einer umfassend verwalteten Umgebung ordnungsgemäß ausgeführt werden kann.

  • Stellen Sie den Benutzern ein zweites Benutzerkonto zur Verfügung, und gewähren Sie für dieses Benutzerkonto ausreichende Berechtigungen, mit denen die Anwendung ordnungsgemäß ausgeführt werden kann. Weisen Sie die Benutzer an, die Anwendung mit dem Befehl Ausführen als zu starten, und zwar mit dem Konto, das mit den erweiterten Berechtigungen ausgestattet ist. Diese Vorgehensweise ist für Benutzer ein wenig lästig; das Application Management Feature-Team kann diese Unannehmlichkeiten jedoch abmildern, wenn die Verknüpfung der Anwendung standardmäßig auf die Option Ausführen als eingestellt ist. Darüber hinaus verringert dieses Verfahren die Sicherheit für die Benutzer, weil sie die Möglichkeit erhalten, Prozesse mit erweiterten Berechtigungen auszuführen.

  • Gewähren Sie den primären Konten der Benutzer die zusätzlichen Berechtigungen, die zum Ausführen der Anwendung notwendig sind. Wenn die zusätzlichen Berechtigungen minimal sind, beispielsweise das Schreiben in einige wenige Registrierungsschlüssel, ist das Sicherheitsrisiko ggf. tragbar. Falls die Anwendung die vollen Administratorrechte erfordert, dürften die Sicherheitsrisiken zu groß werden. Verteilen Sie diese Berechtigungsänderungen mithilfe von GPO oder von Sicherheitsvorlagen.

Weitere Informationen zum Ausführen von Anwendungen in umfassend verwalteten Umgebungen finden Sie im Abschnitt über Probleme mit zu stark beschränkten Berechtigungen im Security Feature-Team Guide (evtl. auf Englisch).

Überprüfen der Paketdatei

In den nachfolgenden Abschnitten finden Sie allgemeine Anweisungen zum Überprüfen von Paketen mit AdminStudio und Wise Package Studio. Das SMS-Installationsprogramm umfasst keine Funktionen zum Überprüfen der Windows Installer-Pakete.

Überprüfen von Paketen mit AdminStudio

Mit dem ConflictSolver-Tool können Sie Pakete in AdminStudio überprüfen. ConflictSolver ist in AdminStudio SMS Edition nicht enthalten. Für ConflictSolver benötigen Sie AdminStudio Professional Edition. Weitere Anweisungen zum Überprüfen von Paketen mit ConflictSolver finden Sie im Abschnitt über das Überprüfen von Paketen in der Onlinehilfe für AdminStudio. Weitere Informationen zum Beheben von Konflikten mit AdminStudio finden Sie in Empfehlung Nr. 15 in The 20 Commandments of Software Packaging (in BDD 2007 enthalten; auf Englisch).

Überprüfen von Paketen mit Wise Package Studio

In Wise Package Studio überprüfen Sie Pakete mit dem Project Validation-Tool. Das Project Validation-Tool kann sowohl Windows Installer-Pakete als auch Transformationen überprüfen. Öffnen Sie Wise Package Studio, klicken Sie auf die Registerkarte Project (Projekt) und dann auf Project Validation (Projektprüfung). Beachten Sie die Anweisungen im rechten Fensterbereich.

Bewährte Methoden für das Packen

Die folgenden Vorschläge tragen dazu bei, den Packprozess zu optimieren:

  • Erstellen Sie stets eine Sicherungskopie des Windows Installer-Pakets, und überarbeiten Sie dieses Paket dann über die Projektdatei (sofern vorhanden).

  • Nehmen Sie die Änderungen am Windows Installer-Paket vor, die in jedem Fall und bei jeder Konfiguration anfallen. Anschließend nehmen Sie die arbeitsgruppenspezifischen Konfigurationsänderungen mithilfe von Transformationen (MST-Dateien) vor; bearbeiten Sie hierzu nicht direkt das Windows Installer-Paket. Auf diese Weise können Sie leichter generische Pakete erstellen, die sich an verschiedene Umgebungen anpassen lassen.

  • Brechen Sie das Kompilieren eines Projekts unter keinen Umständen ab. Ein Abbruch könnte die Projektdateien beschädigen.

  • Erstellen Sie stets ein neues Abbild der Computer, bevor Sie eine neue Anwendung packen.

  • Um den Zeitaufwand für das Packen zu verkürzen, bilden Sie Vorlagen für häufig anfallende Prozesse, z. B. Datei- und Registrierungsausschlüsse.

  • Als Sicherungskopie kopieren Sie das Anwendungspaket und die zugehörige Projektdatei stets in ein getrenntes Verzeichnis, bevor Sie Änderungen an den Originaldateien vornehmen.

  • Für den Fall, dass Probleme beim Kompilieren auftreten (beispielsweise eine Meldung über eine nicht gefundene Modulsignatur), sichern Sie das Windows Installer-Paket in einem anderen Pfad, löschen Sie das ursprüngliche Paket, und kompilieren Sie das Abbild dann erneut.

  • Um die Selbstreparaturfunktion einer Anwendung beizubehalten, ermöglichen Sie Bekanntgaben über die Verknüpfungen.

  • Wenn die Anwendung über eine Selbstreparaturfunktion verfügt, ohne dass die Änderungen am Paket offensichtlich sind, ermitteln Sie die geänderten Dateien anhand des Datums- und Zeitstempels der Dateien, die auf dem Testcomputer installiert sind. Achten Sie auch auf Registrierungseinträge unter HKEY_CURRENT_USER.

  • Setzen Sie die Eigenschaft ROOTDRIVE = C:\ in der Eigenschaftstabelle, sodass die Anwendungen auf Laufwerk C installiert werden. Falls der Zielcomputer mehrere Laufwerke enthält, werden Anwendungen durch Windows Installer ansonsten automatisch in das Laufwerk mit dem meisten freien Speicherplatz installiert. Dies bedeutet, dass die Mitglieder des Application Management Feature-Teams nicht immer das Laufwerk kennen, auf dem die Anwendungen installiert werden.

  • Für Anwendungen, die Registrierungseinträge unter HKEY_CURRENT_USER erfordern, stellen Sie sicher, dass alle benutzerspezifischen Teile der Installation (also alle Registrierungseinträge unter HKEY_CURRENT _USER) in einer separaten Komponente enthalten sind. Wenn ein neuer Benutzer sich bei einem Computer anmeldet, erkennt die Selbstreparaturfunktion von Windows Installer die fehlende Komponente im Profil des Benutzers, und die Registrierung des Benutzers wird mit den richtigen Einstellungen für die Anwendung gefüllt.

  • Erstellen Sie in jedem Fall eine neue Produkt-ID für jede Anwendung. Ansonsten treten Installationsprobleme auf, wenn mehrere Windows Installer-Anwendungen auf einem einzigen Computer installiert werden.

  • Stellen Sie sicher, dass alle Änderungen an INI-Dateien in der INI-Dateitabelle festgehalten sind, also nicht nur als Dateien in der Dateitabelle. Damit ist gewährleistet, dass vorhandene INI-Dateien nicht nur durch die Version aus dem Windows Installer-Paket ersetzt, sondern ordnungsgemäß bearbeitet werden.

  • Beachten Sie die Komponentenregeln:

    • Verbinden Sie keine benutzer- und computerspezifischen Einträge in einer einzelnen Komponente.

    • Stellen Sie sicher, dass jede Komponente nur eine EXE-Datei enthält.

    • Achten Sie auf die Eindeutigkeit der Komponenten (eine DLL-Datei darf also nicht in mehreren Komponenten vorliegen).

  • Verwenden Sie benutzerdefinierte Aktionen nur mit Vorsicht. Vorgänge in benutzerdefinierten Aktionen können nicht zurückgesetzt werden. Wenn die Installation abgebrochen oder unterbrochen wird, ist es nicht möglich, die Änderungen in der benutzerdefinierten Aktion rückgängig zu machen.

  • Erzeugen Sie Zusammenführungsmodule (MSM-Dateien) für häufig verwendete Komponenten, und setzen Sie das Zusammenführungsmodul in allen Anwendungen, die auf diese Komponente zurückgreifen, ein. Verwenden Sie nach Möglichkeit handelsübliche Zusammenführungsmodule.

  • Wenn eine Anwendung unter Windows XP nicht ordnungsgemäß arbeitet, finden Sie weitere Informationen im Application Compatibility Feature-Team Guide.

  • Für den Fall, dass die Sicherheit einer Anwendung zu Problemen führt und daher in einem bestimmten Bereich des Dateisystems oder der Registrierung gelockert werden muss, nehmen Sie die erforderlichen Sicherheitsänderungen in einer benutzerdefinierten Aktion mit „Secedit.exe“ vor.

Automatisieren von Installationen

Während der Entwicklungsphase muss das Application Management Feature-Team die Windows Installer-Pakete und InstallShield-Antwortdateien konfigurieren, die zur Automatisierung zusätzlicher Anwendungsinstallationen notwendig sind. In den nachfolgenden Abschnitten wird beschrieben, wie Sie diese Automatisierung konfigurieren.

Windows Installer

Wenn das Application Management Feature-Team sich entscheidet, eine Anwendung in einem Windows Installer-Paket bereitzustellen, können die Teammitglieder die Installation mithilfe der Befehlszeilenoptionen von Windows Installer automatisieren. Soll die Anwendung in mehreren Konfigurationen bereitgestellt werden, können die Teammitglieder Transformationen für die einzelnen Gruppen der Konfigurationseinstellungen erstellen. In den nachfolgenden Abschnitten wird dieser Vorgang ausführlich erläutert.

Befehlszeilenoptionen bei Windows Installer

Mit dem ausführbaren Programm „Msiexec.exe“ werden Pakete interpretiert und Produkte für Windows Installer installiert. „Msiexec.exe“ gibt außerdem eine Fehlerstufe zurück, die den Win32-Fehlercodes entspricht. Diese Fehlercodes können dazu beitragen, Fehler bei der Installation zu erkennen. Weitere Informationen zu den verfügbaren Befehlszeilenoptionen finden Sie auf der Seite über die Befehlszeilenoptionen in der MSDN-Bibliothek unter http://msdn.microsoft.com/library/en-us/msi/setup/command_line_options.asp (auf Englisch).

Mit dem Command Line Builder-Tool in Wise Package Studio können Sie Befehlszeilen für die automatische Installation von Windows Installer-Paketen erstellen; es ist nicht mehr nötig, die verfügbaren Optionen auswendig zu lernen. Das Command Line Builder-Tool bietet eine grafische Benutzeroberfläche (siehe Abbildung 16), in der Sie die Befehlszeilenoptionen für Windows Installer zuverlässig konfigurieren können.

Abbildung 16: Command Line Builder in Wise Package Studio
Anpassung mithilfe von Transformationen

Wie bereits im Abschnitt über die Packverfahren weiter oben in diesem Handbuch beschrieben wurde, sorgen Transformationen dafür, dass Windows Installer bestimmte Änderungen an Windows Installer-Paketen vornimmt. Transformationen dienen häufig dazu, ein Windows Installer-Paket für unterschiedliche Benutzertypen bereitzustellen. Das Application Management Feature-Team ist mithilfe der Transformationen beispielsweise in der Lage, eine Anwendung für die Betriebsabteilung und die Marketingabteilung bereitzustellen, und das jeweils mit eigenen Standardeinstellungen in der Konfiguration. Transformationen können die folgenden Elemente umfassen, unabhängig von der Anwendung, mit der die Transformation erstellt wird:

  • Hinzufügen und Entfernen von Dateien

  • Entfernen, Hinzufügen und Ändern von Registrierungswerten

  • Hinzufügen und Entfernen von Verknüpfungen

  • Ändern der Überarbeitungen von INI-Dateien

  • Ändern der Parameter für Dienste in der Windows Installer-Datei

  • Ändern der ODBC-Ressourcen

  • Ändern der interaktiven Setup-Eingabeaufforderungen

In den nachfolgenden Abschnitten wird beschrieben, wie Sie Transformationen mithilfe von AdminStudio SMS Edition und Wise Package Studio erstellen.

Erstellen von Transformationen mit AdminStudio Tuner

Um eine neue Transformation mit AdminStudio Tuner (auch als Tuner bezeichnet) zu erstellen, beachten Sie die Anweisungen im Abschnitt über das Erstellen neuer Transformationsdateien in der Onlinehilfe für AdminStudio. Dieser Vorgang läuft in einer grafischen Benutzeroberfläche ab und ist völlig unkompliziert (siehe Abbildung 17).

Abbildung 17: Verwenden des Tuners

Nach dem Erstellen der leeren Transformationsdatei führt die Benutzeroberfläche des Tuners durch die Auswahl der richtigen Anpassungsmöglichkeiten für das Windows Installer-Paket. Die Mitglieder des Application Management Feature-Teams können Dateien, Registrierungswerte und andere Installationselemente problemlos hinzufügen oder entfernen (siehe Abbildung 18).

Abbildung 18: Ändern von Paketdateien mit dem Tuner

Das Tuner-Tool ermöglicht außerdem die Erstellung von Antworttransformationen. Mit den Antworttransformationen können die Mitglieder des Application Management Feature-Teams verschiedene Optionen über das Standard-Setupprogramm der Anwendung auswählen und so verschiedene Anwendungskonfigurationen zusammenstellen. Antworttransformationen eignen sich ideal für die Bereitstellung einer gepackten Anwendung mit Einstellungen, die von den Standardwerten abweichen, wobei die notwendigen Änderungen im Installer vorgenommen werden.

Wenn das Application Management Feature-Team plant, ein Paket mit SMS bereitzustellen, können die Teammitglieder mit Tuner, eine SMS-Paketdefinitionsdatei und eine Verwaltungsinformationsdatei (.mif) erstellen.

Erstellen von Transformationen mit Wise Package Studio

Um ein neue Transformation mit dem InstallTailor-Tool in Wise Package Studio zu erstellen, öffnen Sie Wise Package Studio, klicken Sie auf InstallTailor, und beachten Sie die Anweisungen im rechten Fensterbereich. InstallTailor führt Sie durch den Installationsvorgang für die Anwendung und bietet dabei die Möglichkeit, bestimmte Seiten im Setupassistenten auszublenden, die gemäß dem Windows Installer-Paket tatsächlich ausgeblendet werden können.

InstallShield-Antwortdateien

Installationen im Hintergrund erfordern keine Benutzereingaben; diese Eingaben müssen also aus einer anderen Quelle beigebracht werden. Die Quelle in diesem Beispiel ist die Silent Response File („Setup.iss“) von InstallShield. Die Antwortdatei enthält alle Informationen, die ein Benutzer während einer typischen Installation angeben würde.

Die Mitglieder des Application Management Feature-Teams können das Setupprogramm der Anwendung ausführen und dabei die Antwortdatei in InstallShield aufzeichnen lassen, die für die Installation im Hintergrund verwendet werden soll.

Aufzeichnen und Verwenden einer Antwortdatei

So zeichnen Sie die Antwortdatei auf:

  1. Schließen Sie alle geöffneten Programme. Klicken Sie auf Start und dann auf Ausführen.

  2. Klicken Sie im Dialogfeld Ausführen auf Durchsuchen.

  3. Wechseln Sie im Dialogfeld Durchsuchen zum Installationsordner auf dem Server.

  4. Markieren Sie die Datei „Setup.exe“, und klicken Sie auf Öffnen.

  5. Hängen Sie die Befehlszeilenoption -r an das Ende des Pfads der Setupdatei ein. Beispiel:

    \\Server\Source\Application\Setup.exe -r

    Hinweis   Mit der Option -r wird das Setupprogramm angewiesen, die Antworten im Installationsvorgang zu erfassen und in der Antwortdatei „Setup.iss“ zu speichern.

  6. Klicken Sie auf OK.

    Geben Sie während des Installationsvorgangs die jeweils angeforderten Informationen an den Eingabeaufforderungen an. So werden die Installationsoptionen festgelegt. Die Option -r im Setup-Eingabeaufforderungsfenster bewirkt, dass InstallShield die Antworten an den Eingabeaufforderungen der Anwendung in die Datei „Setup.iss“ im Ordner %SYSTEMROOT% auf dem Computer schreibt.

  7. Kopieren Sie die Datei „Setup.iss“ aus dem Windows-Ordner auf dem Computer in den Installationsordner auf dem Netzwerkserver.

So nutzen Sie die Antwortdatei beim Installieren der Anwendung:

  1. Schließen Sie alle geöffneten Programme. Klicken Sie auf Start und dann auf Ausführen.

  2. Klicken Sie im Dialogfeld Ausführen auf Durchsuchen.

  3. Wechseln Sie im Dialogfeld Durchsuchen zum Installationsordner auf dem Netzwerkserver.

  4. Markieren Sie die Datei „Setup.exe“, und klicken Sie auf Öffnen.

  5. Hängen Sie die Befehlszeilenoption -s an das Ende des Pfads der Setupdatei ein. Beispiel:

    \\Server\Source\Application\Setup.exe -s.

    Hinweis   Mit der Option -s wird das Setupprogramm angewiesen, die notwendigen Eingaben aus der zuvor aufgezeichneten Antwortdatei zu entnehmen. Die Antwortdatei muss sich im Installationsordner auf dem Server befinden oder in demselben Ordner wie die Datei „Setup.exe“ für die Anwendung.

  6. Klicken Sie auf OK. Die Installation im Hintergrund beginnt.

Mit Ausnahme der Festplattenaktivität ist die Installation transparent. Es werden keine Dialogfelder und Startbildschirme eingeblendet. Wenn die Anwendung nach der Installation neu gestartet werden muss, und das Mitglied des Application Management Feature-Teams beim Erstellen der Antwortdatei auf Jetzt neu starten geklickt hat, wird der Computer neu gestartet. In der Regel wird vor dem Neustart keine Warnung angezeigt.

Hinweis   Bei Anwendungen, die einen Neustart erfordern, sollten Sie in jedem Fall ausreichend Zeit einplanen, um sich mit dem Installationsvorgang vertraut zu machen und die Abläufe zu dokumentieren und zu testen. Wenn mehrere Anwendungen installiert werden, befassen Sie sich mit der Installationsreihenfolge, mit der eventuellen Notwendigkeit eines Neustarts und mit der Fortsetzung der Installation weiterer Anwendungen nach dem Neustart. Damit erleichtern Sie die Auswahl aller notwendigen Optionen während der Installation, und die Abhängigkeiten lassen sich schon früh im Prozess erkennen.

Überprüfen Sie in der Datei „Setup.log“, ob die Installation erfolgreich abgeschlossen wurde.

Problembehandlung bei InstallShield

InstallShield schreibt die Ergebnisse der Installation im Hintergrund in die Textdatei „Setup.log “ im Installationsordner. Sie können den Pfad dieser Datei mit zusätzlichen Befehlszeilenoptionen ändern; standardmäßig wird sie jedoch im Installationsordner abgelegt. Öffnen Sie diese Datei in einem Texteditor, z. B. Editor oder Microsoft WordPad. Im Abschnitt über die Antwortdatei („Response File“) in der Protokolldatei finden Sie einen Ergebniscode für die Installation im Hintergrund. In Tabelle 7 sind die Ergebniscodes aufgeführt.

Tabelle 7: Definition der Ergebniscodes

Code

Ergebnis

0

Erfolg

-1

Allgemeiner Fehler

-3

Erforderliche Daten nicht in Datei „Setup.iss“ gefunden

-4

Nicht genügend Speicherplatz

-5

Datei nicht vorhanden

-6

Schreiben in Antwortdatei nicht möglich

-9

Listentyp ungültig (Zeichenfolge oder Zahl)

-10

Datentyp ungültig

-11

Unbekannter Fehler beim Setup

-12

Dialogfelder in falscher Reihenfolge

Die Installation einer Anwendung ist fehlgeschlagen, wenn die Datei „Setup.log“ nicht den Antwortcode 0 zeigt. Der Antwortcode -12 ist dabei besonders häufig vertreten. Die Datei „Setup.iss“ enthält eine Liste der Dialogfelder, die InstallShield beim Aufzeichnen der Datei aufgerufen hat. Wenn der Computer, auf dem das Mitglied des Application Management Feature-Teams die Installation im Hintergrund durchführt, anders konfiguriert ist als der Computer, auf dem das Teammitglied die Antwortdatei aufgezeichnet hatte, sind bestimmte Dialogfelder unter Umständen unnötig oder zusätzlich erforderlich. Wenn auf dem Computer, auf dem das Teammitglied die Datei aufgezeichnet hat, beispielsweise Word oder Microsoft Office Excel® installiert ist, öffnet InstallShield das Dialogfeld „Toolbar Custom Macros“ (Benutzerdefinierte Makros in Symbolleiste), und das Teammitglied gibt an, ob eine anwendungsspezifische Schaltfläche in den Symbolleisten dieser Programme erstellt werden soll. Falls dagegen Word und/oder Excel auf dem Computer fehlen, auf dem das Teammitglied die Installation im Hintergrund durchgeführt hat, versucht InstallShield dennoch, das Dialogfeld aufzurufen, und die Installation im Hintergrund schlägt fehl.

Zusätzliche Befehlszeilenoptionen

Für InstallShield stehen verschiedene zusätzliche Befehlszeilenoptionen zur Verfügung. Eine vollständige Liste finden Sie in der Macrovision Knowledge Base im Artikel mit Informationen zu den Befehlszeilenparametern für „Setup.exe“ unter http://support.installshield.com/kb/view.asp?pcode=ALL&articleid=Q105473 (auf Englisch).

Sonstige Befehlszeilenoptionen

In den Implementierungs- und Upgradeverfahren eines Unternehmens nimmt die Installation im Hintergrund einen festen Stellenwert ein. Die Installation im Hintergrund erfordert keine Benutzereingabe während des Installationsvorgangs. Die Benutzer müssen beispielsweise weder den Installationstyp festlegen noch den Ordner, in dem das Programm installiert werden soll. Stattdessen führen sie das Setupprogramm aus, und sie können ihre Arbeit fortsetzen, während Setup das Produkt installiert.

Einige Anwendungen greifen auf eigene Installationsverfahren ohne die Installer-Technologien zurück. Oft stellt auch der Anbieter selbst eine Möglichkeit bereit, die Anwendung ohne Benutzereingaben zu installieren. Weitere Informationen darüber, ob eine Anwendung diese Funktion unterstützt, finden Sie in aller Regel in der Readmedatei. Alternativ können Sie den Befehl setup.exe /? ausführen. Mit setup.exe /q wird die Anwendung ohne Benutzereingabe installiert.

Die Installation im Hintergrund kommt am häufigsten bei Updates für Anwendungen und Betriebssysteme zum Einsatz (beispielsweise beim Überprüfen der verschiedenen Updates für Windows 2000 Server), weil SP3 einige andere Verfahren für die unbeaufsichtigte Installation bietet. Für die Installation der Betriebssystemupdates stehen unter anderem die Befehlszeilenoptionen -m, -q, -z, /Q oder /Q:A sowie /R:N zur Verfügung. Oft wird die Optionsgruppe -z -q -m herangezogen; hiermit wird das Update im unbeaufsichtigten Modus installiert (ohne Benutzereingriff), und zum Abschluss der Installation wird der Computer nicht neu gestartet. In Tabelle 8 werden diese Optionen und die zugehörigen Aktionen aufgeführt.

Tabelle 8: Häufig verwendete Befehlszeilenoptionen und ihre Aktionen

Befehlszeilenoption

Aktion

-n

Keine Sicherungskopien für die Deinstallation anfertigen

-z

Computer nach Abschluss der Installation nicht neu starten

-q

Automatische Installation: keine Benutzereingaben

-m

Modus für unbeaufsichtigte Installation

-y

Deinstallation starten (muss gemeinsam mit -m oder -q verwendet werden)

/Q oder /Q:A

Modus für unbeaufsichtigte Installation

/R:N

Computer nach Abschluss der Installation nicht neu starten

/R:Y

Computer nach Abschluss der Installation neu starten

Microsoft SQL Server 2000 Desktop Edition (MSDE) umfasst eine spezielle Version des Hotfix-Installationsprogramms. Dieses Hotfix-Installationsprogramms bietet andere Befehlszeilenoptionen als die Datei „Hotfix.exe“, die vom Betriebssystem verwendet wird. Weitere Informationen und ausführliche Beispiele finden Sie im Microsoft Knowledge Base-Artikel über das SQL Server-Hotfix-Installationsprogramm unter http: //support.microsoft.com/?id=330391 (auf Englisch).

Microsoft empfiehlt, nach Möglichkeit das von der Anwendung unterstützte Verfahren zur unbeaufsichtigten Installation zu verwenden. Einige Anwendungen können eine Antwortdatei für „Setup.exe“ erstellen, die dann während einer unbeaufsichtigten Installation herangezogen werden kann. Dies ist vergleichbar mit dem Verfahren, mit dem InstallShield die Datei „Setup.iss“ für Benutzerantworten während der Installation erstellt. Wenn eine Anwendung jedoch eine eigene Antwortdatei nutzt, lassen sich die Syntax, das Format und andere erwartete Aspekte unter Umständen nur schwer ermitteln und verstehen.

Das Beispielskript im Codebeispiel 1 zeigt, wie die Mitglieder des Application Management Feature-Teams eine Antwortdatei („OMAgentInstall.ini“) für eine unbeaufsichtigte Installation erstellen. Bei der Installation der Anwendung führen die Teammitglieder dieses Skript zweimal aus. Beim ersten Mal wird „BuildAgentINI“ (gemeinsam mit mehreren anderen Variablen) übergeben; hiermit wird die Antwortdatei erstellt. Beim zweiten Ausführen des Skripts wird „NetIQOMAgent“ übergeben; hiermit wird die Anwendung mithilfe der zuvor erstellten Antwortdatei installiert. Die Antwortdatei wird gelöscht, und das Skript wird beendet, ohne dass der Computer neu gestartet wird. Falls der Computer im Anschluss an die Installation neu gestartet werden muss, sollte das Auslösen dieses Neustarts durch die Anwendung im Allgemeinen unterdrückt werden. Der Status beim Beenden (Variable REBOOT) wird beim Beenden durch Befehle außerhalb des Skripts bewertet; entweder wird der Computer dann neu gestartet, oder das nächste Skript wird ausgeführt.

Codebeispiel 1: Beispiel für eine benutzerdefinierte Antwortdatei für die Anwendungsinstallation

            :// Phase: NetIQOpsMgr330
            ://  Installs NetIQ Operations Manager 3.3 Agent
            :// Parameters:
            ://  LogFile - Path to logfile
            ://  APFDir    - Root of application directory
            ://  NQInstType - Type of install (NetIQOMAgent or BuildAgentINI)
            ://  TargetDir
            ://  ConfigurationGroup
            ://  Consolidator
            ://  RedundantConsolidators
            ://  TCPPort
            ://  TCPPortEncrypted
            ://  CommunicationsType
            ://  AgentManagerControl      
              (echo Running NetIQ Operations Manager Install.) >> %LogFile%
            Call :%NQInstType%
              (echo Exit NetIQ Operations Manager Install.) >> %LogFile%
            Goto :NQEXit
            :NetIQOMAgent
            : // Install Operations Manager Agents
            (echo Running NetIQ Agent Install.) >> %LogFile%
            :// The file will be created in the %APFDir%\NQOMInst directory
            :// Operations_ManagerInstall.ini must be in \I386 directory
            :// Create OMAgentInstall.ini file
            Call :BuildAgentINI
            start /wait %Fdrv%\NetIQ\OM33Agent\setup /s
                       /Input:%APFDir%\OMAgentInstall.ini >>%LogFile% 2>>&1
            %UtilsDir%\sleep 30
            call %ScriptsDir%\LibRoutines.cmd WaitForProg AgentI~1.exe
            del %APFDir%\OMAgentInstall.ini
            Goto :NQExit
            :BuildAgentINI
            :// Build the Agent Portion of INI file for the Setup program.
            (echo Building OpsMgr INI file.) >> %LogFile%  (echo [vars])>>
                                %APFDir%\OMAgentInstall.ini
            (echo TargetDir=%NQdir%) >> %APFDir%\OMAgentInstall.ini
            (echo ConfigurationGroup=%NQCfgName%) >> %APFDir%\OMAgentInstall.ini
            (echo Consolidator=%NQPrimCons%) >> %APFDir%\OMAgentInstall.ini
            (echo TCPPort=%NQTCPPort%) >> %APFDir%\OMAgentInstall.ini
            (echo TCPPortEncrypted=%NQTCPPortEnc%) >>
                                %APFDir%\OMAgentInstall.ini
            (echo CommunicationsType=%NQCommType%) >>
            %APFDir%\OMAgentInstall.ini
            (echo AgentManagerControl=%NQAgentMgrCtrl%) >>
                                %APFDir%\OMAgentInstall.ini
            goto :EOF
            End BuildAgentINI
            :NQEXIT
            :// Set return status
            set RETSTS=0
            goto :EOF
            :// Set reboot status
            set REBOOT=No
            goto :EOF
          
Windows Script (SendKeys)

Mit Microsoft Windows 98 führte Microsoft ein Tool mit der Bezeichnung Windows Script Host (WSH, „Wscript.exe“) ein. WSH verarbeitet Skripts, die in verschiedenen Sprachen geschrieben werden. Die häufigste Sprache ist hierbei Microsoft Visual Basic® Scripting Edition (VBScript). Um VBScript in Aktion zu sehen, speichern Sie das Skript aus dem Codebeispiel 2 in eine Textdatei mit dem Dateinamen „calc.vbs“.

Codebeispiel 2: Beispielskript mit VBScript

            set WshShell = WScript.CreateObject("WScript.Shell")
            WshShell.Run "calc"
            WScript.Sleep 100
            WshShell.AppActivate "Calculator"
            WScript.Sleep 100
            WshShell.SendKeys "2*2{+}2="
          

Starten Sie nun „Calc.vbs“ durch Doppelklicken auf die Datei. Das Skript startet den Rechner und sendet dann die Tastenfolge 2, *, 2, +, 2, =. Der Rechner zeigt das Ergebnis an: 6. In Tabelle 9 wird das Skript zeilenweise untersucht.

Tabelle 9: Beschreibung von „Calc.vbs“

Code

Beschreibung

set WshShell = WScript.CreateObject("WScript.Shell") 

Erstellt ein Objekt von Typ „WScript.Shell“, das für die Simulation von Tastenanschlägen erforderlich ist. Beginnen Sie alle Skripts mit dieser Zeile.

WshShell.Run "calc"

Startet die ausführbare Datei „calc“. Bei ausführbaren Dateien, die sich nicht im Standardpfad befinden, geben Sie den vollständigen Pfad an.

WScript.Sleep 100

Wartet 100 Millisekunden (1/10 Sekunde), bis die Anwendung gestartet wird.

WshShell.AppActivate "Calculator"

Wechselt den Fokus zum Rechner. Um den Titel einer Anwendung abzurufen, öffnen Sie den Windows Task-Manager, und klicken Sie auf die Registerkarte Anwendungen.

WScript.Sleep 100

Wartet noch einmal 100 Millisekunden.

WshShell.SendKeys "2*2{+}2="

Sendet die Tastenfolge 2, *, 2, +, 2, = an den Rechner.

Dieses einfache Skript enthält den Großteil der Elemente, die notwendig sind, um einen interaktiven Installationsvorgang zu automatisieren. Einer der schwierigeren Aufgaben bei diesen Skripts liegt darin, die speziellen Codes für die Simulation der Tastenanschläge zu ermitteln. Im Beispielskript simuliert die Zeichenfolge „{+}“ eine einzige Taste: das PLUSZEICHEN. Das Sternchen (für die Multiplikation) wird dagegen einfach als „*“ dargestellt. Der Grund hierfür liegt darin, dass bei SendKeys einige Zeichen als Modifizierer für andere Zeichen eingesetzt werden (also nicht in ihrer eigentlichen Form). Zu diesen Sonderzeichen gehören runde, eckige und geschweifte Klammern sowie die folgenden Zeichen:

  • PLUSZEICHEN (+)

  • Caret (^)

  • Prozentzeichen (%)

  • Tilde (~)

Um diese Zeichen zu senden, setzen die Mitglieder des Application Management Feature-Teams sie in geschweifte Klammern ({}). Das Prozentzeichen (%) wird also beispielsweise als Zeichenfolgenargument „{%}“ gesendet. Das PLUSZEICHEN (+) gilt als Sonderzeichen und musste daher im Beispielskript in geschweifte Klammern gesetzt werden.

Bestimmte Tastenanschläge (beispielsweise die Eingabetaste und die Tabulatortaste) erzeugen keine Zeichen, andere Tastenanschläge (beispielsweise Rücktaste oder PAUSE) stellen Aktionen dar. Bei solchen Tastenanschlägen senden Sie die in Tabelle 10 aufgeführten Argumente.

Tabelle 10: Sonderzeichen für „WScript.Shell.SendKeys“

Taste

Argumente

RÜCKTASTE

{BACKSPACE}, {BS}, OR {BKSP}

ZEILENUMBRUCH

{BREAK}

FESTSTELLTASTE

{CAPSLOCK}

ENTF oder ENTFERNEN

{DELETE} or {DEL}

NACH-UNTEN-TASTE

{DOWN}

ENDE

{END}

EINGABETASTE

{ENTER} or ~

ESC

{ESC}

HILFE

{HELP}

POS1

{HOME}

EINFG oder EINFÜGEN

{INSERT} or {INS}

NACH-LINKS-TASTE

{LEFT}

NUM LOCK

{NUMLOCK}

BILD-NACH-UNTEN-TASTE

{PGDN}

BILD-NACH-OBEN-TASTE

{PGUP}

BILDSCHIRMDRUCK

{PRTSC}

NACH-RECHTS-TASTE

{RIGHT}

BILDLAUF

{SCROLLLOCK}

TAB

{TAB}

NACH-OBEN-TASTE

{UP}

F1

{F1}

F2

{F2}

F3

{F3}

F4

{F4}

F5

{F5}

F6

{F6}

F7

{F7}

F8

{F8}

F9

{F9}

F10

{F10}

F11

{F11}

F12

{F12}

F13

{F13}

F14

{F14}

F15

{F15}

F16

{F16}

Um Tastenkombinationen aus einer normalen Taste in Verbindung mit UMSCHALT, STRG oder ALT zu senden, erstellen Sie ein zusammengesetztes Zeichenfolgenargument. Stellen Sie hierzu der normalen Taste eines oder auch mehrere der in Tabelle 11 genannten Sonderzeichen voran.

Tabelle 11: Zeichenmodifizierer für „WScript.Shell.SendKeys“

Taste

Sonderzeichen

UMSCHALT

+

STRG

^

ALT

%

Hinweis   Bei dieser Vorgehensweise werden die Sonderzeichen nicht in geschweifte Klammern gesetzt.

Falls andere Tasten als UMSCHALT, STRG oder ALT gleichzeitig mit anderen Tasten gedrückt werden sollen, erstellen Sie ein zusammengesetztes Zeichenfolgenargument mit den entsprechend geänderten Tastenanschlägen, und setzen Sie dieses Argument in runde Klammern. Beispiel:

  • Um eine Tastenkombination mit gedrückter Umschalttaste zu senden, während die Tasten E und C gedrückt werden, senden Sie das Zeichenfolgenargument „+(ec)“.

  • Wenn die Taste E gedrückt wird und dann die Taste C (ohne Umschalttaste), senden Sie das Zeichenfolgenargument „+ec“.

Mit dem SendKeys-Verfahren können Sie eine Folge von Tastenanschlägen senden, bei denen eine bestimmte Taste mehrfach nacheinander gedrückt wird. Erstellen Sie hierzu ein zusammengesetztes Zeichenfolgenargument, in dem die betreffende Taste und die Anzahl der Wiederholungen angegeben wird. Das zusammengesetzte Zeichenfolgenargument erhält hierbei das Format {Taste Anzahl}. Soll beispielsweise der Buchstabe X zehnmal gesendet werden, senden Sie entsprechend das Zeichenfolgenargument „{x 10}“. Die Taste und die Anzahl müssen dabei durch ein Leerzeichen voneinander getrennt werden.

Betrachten Sie die Installation von Microsoft Visual FoxPro® 3.0. Bei der Installation fallen nacheinander die folgenden Schritte an:

  • Führen Sie „Setup.exe“.aus.

  • Wechseln Sie zu Visual FoxPro Setup.

  • Drücken Sie die Eingabetaste.

  • Geben Sie Ihren Benutzernamen ein.

  • Drücken Sie die Tabulatortaste.

  • Geben Sie den Firmennamen ein.

  • Drücken Sie die Eingabetaste.

  • Drücken Sie die Eingabetaste (zur Bestätigung).

  • Drücken Sie die Eingabetaste.

  • Drücken Sie die Eingabetaste.

  • Drücken Sie ALT + C.

  • Drücken Sie ALT + C.

  • Drücken Sie ALT + Y.

  • Drücken Sie ALT + Y.

  • Warten Sie vier Minuten.

    Hinweis   Wenn Sie den Abschluss einer Installation abwarten, sollten Sie eher zu viel Geduld zeigen als zu wenig. Wenn das Skript nur zwei Minuten wartet, der Abschluss der Installation auf einem langsameren Computer jedoch drei Minuten in Anspruch nimmt, würde mit dem nächstfolgenden Tastenanschlag der Eingabetaste nicht die Schaltfläche OK zum Abschluss der Installation ausgelöst, sondern die Schaltfläche Abbrechen.

  • Drücken Sie die Eingabetaste.

  • Wechseln Sie zu Visual FoxPro.

  • Schließen Sie das Fenster mit ALT + F4.

Mehr ist nicht notwendig, um ein Installationsskript zu erstellen. Für Visual FoxPro 3.0 könnte das Installationsskript wie im Codebeispiel 3 aussehen.

Codebeispiel 3: Beispiel für ein Installationsskript für Visual FoxPro 3.0

            set WshShell = WScript.CreateObject("WScript.Shell")
            Rem Replace the path in the following line.
            Rem Path must be trusted by client.
            WshShell.Run "\\192.168.1.200\Software\FoxPro\Setup.exe"
            WScript.Sleep 10000
            WshShell.AppActivate "Microsoft Visual FoxPro Setup"
            WScript.Sleep 100
            WshShell.SendKeys "{ENTER}"
            WScript.Sleep 500
            Rem Tab forward, then tab back to select the username contents.
            WshShell.SendKeys "{TAB}+{TAB}"
            Rem Replace the username in the following line,
            Rem or remove to accept default.
            WshShell.SendKeys "Username"
            WScript.Sleep 500
            WshShell.SendKeys "{TAB}"
            WScript.Sleep 500
            Rem Replace the company name in the following line,
            Rem or remove to accept default.
            WshShell.SendKeys "Company Name"
            WScript.Sleep 500
            WshShell.SendKeys "{ENTER}"
            WScript.Sleep 5000
            WshShell.SendKeys "{ENTER}"
            WScript.Sleep 5000
            WshShell.SendKeys "{ENTER}"
            WScript.Sleep 5000
            WshShell.SendKeys "{ENTER}"
            WScript.Sleep 5000
            WshShell.SendKeys "%c"
            WScript.Sleep 5000
            WshShell.SendKeys "%c"
            WScript.Sleep 5000
            WshShell.SendKeys "%y"
            WScript.Sleep 500
            WshShell.SendKeys "%y"
            Rem Wait 4 minutes while setup installs files.
            WScript.Sleep 240000
            WshShell.SendKeys "{ENTER}"
            Rem Close the window that shows the shortcuts.
            WScript.Sleep 3000
            WshShell.AppActivate "Microsoft Visual FoxPro"
            WScript.Sleep 100
            WshShell.SendKeys "%{F4}"
          

Mit diesem Skript wäre ein Mitglied des Application Management Feature-Teams in der Lage, Visuell FoxPro auf zwei Arten zu installieren. Das Teammitglied könnte das Skript in einem zentralen Speicherort ablegen und dann ausführen lassen, sobald sich ein Benutzer anmeldet, oder das Skript könnte automatisch gestartet werden, sobald das Betriebssystem bereitgestellt wurde.

Die nachstehenden Richtlinien tragen dazu bei, Sicherheitsprobleme auf Windows XP-Clients zu vermeiden:

  • Wenn ein Setupprogramm aus einem freigegebenen Ordner heraus gestartet wird, nehmen Sie den Server in die Liste vertrauenswürdiger Server auf dem Clientcomputer auf.

  • Damit Benutzer nicht an einer Eingabeaufforderung gebeten werden, ihre Berechtigung zum Ausführen eines Skripts zu bestätigen, signieren Sie die Skripts, und nehmen Sie das Zertifikat in die Liste vertrauenswürdiger Zertifikate auf dem Clientcomputer auf.

Zwischen-Meilenstein: Anwendungspaket fertig

Meilensteine sind Synchronisierungspunkte für die Gesamtlösung. Weiteres hierzu s. Plan, Build, and Deploy Guide.

Dieser Meilenstein (siehe Tabelle 12) misst den Fortschritt des Teams beim Ermitteln von Details für die Anwendungsinstallation und beim Packen der Anwendungen für die automatisierte Installation.

Tabelle 12: Elemente am Meilenstein „Anwendungspaket fertig“

Element

Beschreibung

Anwendungen gepackt

Die Installation der Anwendungen und Konfiguration wurde automatisiert (soweit möglich).

Integrieren von zentralen Anwendungen in BDD 2007

Sobald das Application Management Feature-Team die zentralen Anwendungen konfiguriert und manuell getestet hat, werden diese Anwendungen in den Abbildprozess und den Bereitstellungsprozess in BDD 2007 eingebunden. Abbildung 19 zeigt die anfallenden Schritte bei der Integration.

Abbildung 19: Aufgaben beim Integrieren zentraler Anwendungen in das BDD 2007-Abbild

Integrieren zentraler Anwendungen in Abbild-Builds

Sobald das Team die Anwendungspakete für zentrale Anwendungen zusammengestellt hat, kann diese Pakete in die Betriebssystemabbilder integrieren, die vom Computer Imaging System Feature-Team mit Deployment Workbench erstellt wurden. Weitere Informationen zum Hinzufügen eines Anwendungspakets zu einem Abbild mithilfe von Deployment Workbench finden Sie in Anhang B zur Konfiguration der Verteilungsfreigabe im Computer Imaging System Feature-Team Guide.

Meilenstein: Bereich fertig gestellt

Meilensteine sind Synchronisierungspunkte für die Gesamtlösung. Weiteres hierzu s. Plan, Build, and Deploy Guide.

An diesem Meilenstein (siehe Tabelle 13) hat das Application Management Feature-Team alle notwendigen Pakete erstellt, mit denen Basis- und Zusatzanwendungen auf Computern mit Windows Vista bereitgestellt werden.

Tabelle 13: Elemente des Meilensteins „Bereich fertig gestellt“

Element

Beschreibung

Funktionsumfang der Basisanwendungen definiert

Die Funktionen und Einstellungen der Basisanwendungen, die in das Paket aufgenommen werden sollen, wurden definiert.

Pakete für Basisanwendungen erstellt

Die benutzerdefinierten Basisanwendungen wurden erstellt und manuell getestet.

Basisanwendungen in BDD integriert

Die benutzerdefinierten Basisanwendungen wurden in den Abbildprozess und den Bereitstellungsprozess in BDD 2007 integriert.

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