BDD 2007: Bereitstellung – Handbuch für das Feature-Team

Planung

Veröffentlicht: 30. Nov 2006

Abbildung 2 illustriert die primären Aktivitäten, die während der Planungsphase auftreten. Während andere Teams Abbilder, Projektpläne usw. entwickeln, beginnt das Bereitstellungsfeatureteam mit der Konzentration auf die vorhandene Produktionsumgebung, um zu entscheiden, wie die Bereitstellung angegangen werden soll. Das Team muss alle Standorte und Abteilungen einbeziehen, deren Computer aktualisiert werden, und entscheiden, in welcher Reihenfolge die Aktualisierungen auftreten werden.

Abbildung 2. Aktivitäten während der Planungsphase
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Rollen und Verantwortlichkeiten Rollen und Verantwortlichkeiten
Auswählen der Bereitstellungsszenarios Auswählen der Bereitstellungsszenarios
Auswählen der Bereitstellungsmethoden Auswählen der Bereitstellungsmethoden
Sicherstellen, dass die erforderliche Infrastruktur vorhanden ist Sicherstellen, dass die erforderliche Infrastruktur vorhanden ist
Bestimmen der angemessenen Verarbeitungsregeln Bestimmen der angemessenen Verarbeitungsregeln
Bestimmen des Überwachungsplans Bestimmen des Überwachungsplans
Schulung von Teammitgliedern Schulung von Teammitgliedern
Meilenstein: Bereitstellungsplan abgeschlossen Meilenstein: Bereitstellungsplan abgeschlossen

Rollen und Verantwortlichkeiten

Alle sechs Rollencluster des MSF-Teammodells spielen eine Rolle in der Planungsphase. Tabelle 2 listet diese Rollen auf und definiert die Fokusbereiche für jeden Rollencluster relativ zum Bereitstellungsprozess in der Planungsphase.

Hinweis   Weitere Informationen zu MSF-Rollenclustern finden Sie im Whitepaper „MSF Team Model“ (auf English) unter http://www.microsoft.com/technet/itsolutions/msf/default.mspx.

Tabelle 2. Teamrollen und Verantwortlichkeiten in der Planungsphase

Rolle

Fokus

Produktmanagement

  • Analyse der Geschäftsanforderungen

  • Kommunikationsplan

Programmverwaltung

  • Budget

  • Masterprojektplan und Masterprojektzeitplan

Entwicklung

  • Entwicklungsplan und -zeitplan

  • Einrichten der Testumgebung

  • Logischer und physischer Entwurf

  • Auswerten der Technologien

Test

  • Testplan und -zeitplan

  • Definition der Testanforderungen

Benutzerfunktionalität

  • Anforderung an Lokalisierung/Eingabehilfen

  • Zeitpläne

  • Schulungspläne

  • Verwendungsszenarios/Anwendungsfälle

  • Benutzerdokumentation

  • Benutzeranforderungen

Release Management

  • Anwendungs- und Hardwarebestand

  • Kommunikation mit dem IT-Betriebs- und dem Sicherheitsfeatureteam

  • Netzwerkerkennung

  • Ablaufanforderungen

  • Pilot- und Bereitstellungsplan/-zeitplan

Auswählen der Bereitstellungsszenarios

Wählen Sie als ersten Schritt in der Planungsphase die für die Umgebung geeigneten Bereitstellungsszenarios. Tabelle 3 listet die Bereitstellungsszenarios auf und bietet eine kurze Beschreibung für diese.

Tabelle 3. Bereitstellungsszenarios und Beschreibungen

Szenario

Beschreibung

Benutzerstatus migriert

Verwendet vorhandenen Clientcomputer

Dateisystem beibehalten

Neuer Computer

Eine neue Installation von Windows wird für einen neuen Computer bereitgestellt. Dieses Szenario nimmt an, dass keine Benutzerdaten oder Profile beibehalten werden müssen.

Nein

Nein

Nein

Computerupgrade

Das aktuelle Windows-Betriebssystem auf dem Zielcomputer wird zum Zielbetriebssystem aktualisiert. Die vorhandenen Benutzerstatus-Migrationsdaten, das Benutzerprofil und Anwendungen werden beibehalten (je nach Unterstützung durch das Zielbetriebssystem).

Ja

Ja

Ja

Computeraktualisierung

Ein Computer, der derzeit ein unterstütztes Windows-Betriebssystem ausführt, wird aktualisiert. Dieses Szenario beinhaltet Computer, die für eine Abbildstandardisierung oder die Behandlung eines Problems neu konfiguriert werden müssen. Im diesem Szenario wird davon ausgegangen, dass das Team die auf dem Computer vorhandenen Benutzerstatusdaten beibehält.

Ja

Ja

Nein

Computerersetzung

Ein Computer, der derzeit ein unterstütztes Windows-Betriebssystem ausführt, wird durch einen anderen Computer ersetzt. Die vorhandenen Benutzerstatus-Migrationsdaten des ursprünglichen Computers werden gespeichert. Daraufhin wird eine neue Installation von Windows für einen neuen Computer bereitgestellt. Schließlich werden die Benutzerstatusdaten auf dem neuen Computer wiederhergestellt.

Ja

Nein

Nein

Ausgehend von der vorhandenen Umgebung kann das Team eine beliebige Kombination dieser Szenarios in der Bereitstellung auswählen. Wenn das Unternehmen beispielsweise nur Upgrades für vorhandene Computer vornimmt, sind nur die Szenarios Computeraktualisierung und/oder Computerupgrade notwendig. Wenn das Unternehmen neue Computer für bestimmte Benutzer bereitstellt und die verbleibenden Computer aktualisiert, verwenden Sie die Szenarios Computerupgrade, Computerersetzung und Computeraktualisierung.

Weitere Informationen zu den Windows Vista-Aktualisierungs- und Migrationspfaden finden Sie unter „Upgrades und Migrationspfade“ im Handbuch Erste Schritte.

Auswählen der Bereitstellungsmethoden

In den meisten Fällen verwendet das Team eine Kombination aus LTI und ZTI, um die Zielbetriebssysteme für die Zielcomputer bereitzustellen. In BDD 2007 verwenden LTI und ZTI den gleichen gemeinsamen Satz mit Skripts und Konfigurationsdateien (wie z. B. CustomSettings.ini) für die Bereitstellung des Zielbetriebssystems. Es gibt jedoch Fälle, bei denen eine Bereitstellungsmethode von größerem Vorteil sein kann.

Weitere Informationen:

  • ZTI-Bereitstellung, siehe Zero Touch Installation Guide (auf Englisch).

  • LTI-Bereitstellung, siehe Lite Touch Installation Guide (auf Englisch).

Bereitstellen von Betriebssystemen mithilfe von LTI

LTI erfordert eine minimale Infrastruktur für den Betrieb. Das Team kann Zielbetriebssysteme über das Netzwerk bereitstellen, indem ein freigegebener Ordner verwendet wird, oder lokal mithilfe eines Wechselspeichers (z. B. mit einer CD, DVD, USB-Festplatte oder anderen Geräten). Teammitglieder können den Bereitstellungsprozess automatisch (mithilfe von Windows DS) oder manuell initiieren. Sie konfigurieren LTI anfänglich mithilfe der Deployment Workbench, und passen CustomSettings.ini weitergehend für die Umgebung an.

Bei der LTI-Bereitstellung richtet das Team Konfigurationseinstellungen für Computergruppen ein. Die Konfigurationseinstellungen für die einzelnen Computer werden gewöhnlich manuell während des Bereitstellungsprozesses bereitgestellt. Demzufolge nimmt die Anpassung von LTI gewöhnlich weniger Zeit in Anspruch als die Anpassung von ZTI.

Bereitstellen von Betriebssystemen mithilfe von ZTI

ZTI erfordert SMS 2003, SMS 2003 SP2 und das SMS 2003 OSD Feature Pack. Das Team stellt Zielbetriebssysteme über SMS 2003-Verteilungspunkte bereit. Der Installationsvorgang kann durch SMS 2003 oder Windows DS initiiert werden. Der ZTI-Bereitstellungsprozess wird immer automatisch initiiert. Wie bei LTI konfiguriert das Team ZTI anfänglich durch Konfiguration der Deployment Workbench und passt CustomSettings.ini daraufhin weitergehend für Ihre Umgebung an.

Bei der ZTI-Bereitstellung muss das Team alle Konfigurationseinstellungen für jeden Zielcomputer, der durch ZTI bereitgestellt wird, zur Verfügung stellen. Definitionsgemäß gibt es in ZTI keine manuelle Konfiguration. Demzufolge nimmt die Anpassung von ZTI gewöhnlich mehr Zeit in Anspruch als die Anpassung von LTI.

Gegenüberstellung von LTI und ZTI

In Tabelle 4 wird die Verwendung von LTI und ZTI bei der Bereitstellung verglichen.

Tabelle 4. Vergleich zwischen LTI- und ZTI-Bereitstellungen

LTI-Bereitstellung

ZTI-Bereitstellung

Sie stellen Konfigurationseinstellungen zur Verfügung, die für eine Gruppe von Zielcomputern gleich sind.

Sie stellen alle notwendigen Konfigurationseinstellungen für jeden Zielcomputer zur Verfügung.

Erfordert weniger Konfigurationszeit im Vorfeld.

Erfordert mehr Konfigurationszeit im Vorfeld.

Kann mit langsamen Verbindungsgeschwindigkeiten verwendet werden oder in Fällen, in denen keine Netzwerkkonnektivität vorhanden ist.

Erfordert eine dauerhafte Hochgeschwindigkeitsverbindung.

Erfordert wenig oder keine Infrastruktur zur Unterstützung der Bereitstellung.

Erfordert eine Infrastruktur, die ausreichend ist, um Betriebssystemabbilder über SMS 2003 OSD Feature Pack bereitzustellen.

Unterstützt die Bereitstellung über das Netzwerk oder lokal.

Unterstützt nur Netzwerkbereitstellungen.

Zielcomputer müssen nicht durch SMS 2003 (oder andere Softwareverwaltungstools) verwaltet werden.

Zielcomputer müssen durch SMS 2003 verwaltet werden.

Unterstützt Sicherheitsrichtlinien, bei denen automatische Softwareinstallation nicht zulässig ist.

Unterstützt nur Sicherheitsrichtlinien, bei denen eine automatische Softwareinstallation erlaubt ist.

Unterstützt die Bereitstellung von Zielcomputern, die durch Firewalls isoliert sind.

Erfordert Remoteprozeduraufruf (RPC)-Kommunikation mit den Zielcomputern (und erfordert dadurch normalerweise zu viele Ports für die Öffnung durch Firewalls).

Unterstützt das Bereitstellungsszenario „Computerupgrade“.

Das Szenario „Computerupgrade“ wird nicht unterstützt.

Sicherstellen, dass die erforderliche Infrastruktur vorhanden ist

Vor der Verwendung von BDD 2007 zur Bereitstellung von Windows stellen Sie sicher, dass die Infrastruktur, die BDD 2007 erfordert, vorhanden ist. Für die meisten Produktionsumgebungen ist die Mehrzahl der Dienste, die für die Bereitstellung erforderlich sind, bereits vorhanden, überprüfen Sie jedoch, ob die folgenden Komponenten existieren, bevor Sie mit dem Bereitstellungsprozess fortfahren.

Eine detaillierte Auflistung der erforderlichen Infrastruktur finden Sie hier:

  • BDD 2007, siehe „Softwareanforderungen“ im Handbuch Erste Schritte.

  • LTI, siehe „Ensuring That the Required Infrastructure Exists“ im Lite Touch Installation Guide (auf Englisch).

  • ZTI, siehe „Ensuring That the Required Infrastructure Exists“ im Zero Touch Installation Guide (auf Englisch).

Bestimmen der angemessenen Verarbeitungsregeln

Die ZTI- und LTI-Bereitstellungsprozesse verwenden Verarbeitungsregeln, welche die Schritte und Konfigurationsparameter während des Bereitstellungsprozesses der Abbilder für die Zielcomputer bestimmen. Diese Einstellungen werden in der Datei „CustomSettings.ini“ gespeichert und verwaltet.

Weitere Informationen:

  • Bestimmung der Verarbeitungsregeln, die für eine minimale Funktionalität in LTI erforderlich sind, siehe „Configuring the Appropriate Processing Rules“ im Lite Touch Installation Guide (auf Englisch).

  • Bestimmung der Verarbeitungsregeln, die für eine minimale Funktionalität in ZTI erforderlich sind, siehe „Configuring the Appropriate Processing Rules“ im Zero Touch Installation Guide (auf Englisch).

  • Erweiterung der Funktionalität in LTI und ZTI, siehe Konfigurationshandbuch für die Bereitstellung.

  • Bereitstellen von Beispielen für die Konfiguration der Verarbeitungsregeln in LTI und ZTI, siehe Handbuch für Bereitstellungskonfigurationsbeispiele.

Bestimmen des Überwachungsplans

Das ZTI Management Pack für MOM 2005 überwacht die Bereitstellung von Betriebssystemabbildern für die Zielcomputer und sammelt Daten. Teammitglieder können es auch für die Überwachung der ZTI- und LTI-Bereitstellungsprozesse verwenden. Mit den MOM Reporting Services können Mitglieder Berichte über den Bereitstellungsprozess erstellen. Weitere Informationen zum ZTI Management Pack finden Sie im Zero Touch Installation Management Pack.

Schulung von Teammitgliedern

Bevor Sie mit der Bereitstellung beginnen, stellen Sie sicher, dass alle Teammitglieder ordnungsgemäß für die Bereitstellung, Verwaltung, den Betrieb, die Problembehandlung und Unterstützung des Bereitstellungsprozesses und der bereitgestellten Computer geschult sind. Passen Sie die Schulung für jedes Team an.

So schulen Sie Teammitglieder:

  • Identifizieren Sie die Schulungsanforderungen für das Unternehmen. Jedes Team hat unterschiedliche Schulungsanforderungen. Alle Teammitglieder müssen mindestens in der Lage sein, die grundlegenden Schritte im Bereitstellungsprozess zu beschreiben. Andere Teammitglieder benötigen detaillierte Kenntnisse zu den Technologien und Prozessen, die im Bereitstellungsprozess enthalten sind.

  • Bestimmen Sie Budgetanforderungen für die Schulung. Schließen Sie die Schulung in die Budgetschätzungen ein. Rechnen Sie zusätzlich zu den Schulungskosten alle geschätzten Reisekosten und Personalkosten hinzu.

  • Schließen Sie die Schulung in den Projektplan mit ein. Stellen Sie eine Zuweisung von Ressourcen sicher, damit eine Teilnahme an den Schulungen im Projektplan berücksichtigt wird. Während Teammitglieder an Schulungen teilnehmen, sind sie für andere Aufgaben im Projekt nicht verfügbar.

  • Planen Sie die Schulung der Teammitglieder vor ihrer Beteiligung am Projekt zeitlich ein. Die Schulung sollte stattfinden, bevor die Teammitglieder mit dem Projekt beginnen. Stellen Sie sicher, dass die Schulung früh genug im Prozess stattfindet, damit Teammitglieder ausreichend Zeit haben, sich mit den Technologien und Prozessen vertraut zu machen.

Meilenstein: Bereitstellungsplan abgeschlossen

Meilensteine sind Synchronisierungspunkte für die Gesamtlösung. Weitere Informationen finden Sie im Plan, Build, and Deploy Guide für BDD 2007 (auf Englisch).

An diesem Meilenstein, der in Tabelle 5 gezeigt wird, hat das Team die erforderlichen Aufgaben abgeschlossen, und der Bereitstellungsplan ist vollständig.

Tabelle 5. Beschreibung der Projektmeilensteine und -ergebnisse der Planungsphase

Meilenstein der Planungsphase

Beschreibung der Ergebnisse

Besitzer

Passendes Bereitstellungsszenario ausgewählt

Die passende Kombination der Szenarien (Neuer Computer, Computerupgrade, Computeraktualisierung und/oder Computerersetzung) ist identifiziert.

Entwicklung

Passende Bereitstellungsmethode ausgewählt

Die passende Kombination aus Bereitstellungsmethoden (LTI oder ZTI) ist ausgewählt.

Entwicklung

Erforderliche Infrastruktur vorhanden

Vorausgesetzte Technologien und Infrastruktur sind für die Durchführung der Bereitstellung vorhanden.

Entwicklung

Geeignete Verarbeitungsregeln bestimmt

Die Verarbeitungsregeln, die von ZTI und LTI verwendet werden, sind konfiguriert.

Entwicklung

Überwachungsplan abgeschlossen

Die Liste der zu überwachenden Server, Dienste und Systemressourcen ist erstellt. Auch die Häufigkeit der Überwachung wird entschieden.

Entwicklung

Teams geschult

Jegliche Schulung, die der IT-Betrieb und das Bereitstellungsfeatureteam benötigen, erfolgt, um sicherzustellen, dass beide Teams zu dem Zeitpunkt, an dem die Bereitstellung stattfindet, darauf vorbereitet sind.

Programm-Management

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