Einführung in Clusterinstallationen

 

Gilt für: Forefront Security for Exchange Server

Letzte Änderung des Themas: 2009-05-26

In den letzten Jahren hat die Beliebtheit von Clusterinstallationen zugenommen. Microsoft® Exchange Server 2007 kann auf Clustersystemen installiert werden, dabei können CCR-Konfigurationen (Cluster Continuous Replication, fortlaufende Clusterreplikation) und SCC-Konfigurationen (Single Copy Cluster, Einzelkopiecluster) verwendet werden. Microsoft® Forefront Security™ für Exchange Server (FSE) kann dann auf Exchange-Postfachserver in Clustersystemen installiert werden. FSE unterstützt Volumebereitstellungsdienste.

HinweisHinweis:
Forefront Server Security Management Console wird in einer Clusterumgebung nicht unterstützt.

Weitere Informationen zum Konfigurieren und Ausführen von FSE finden Sie im "Benutzerhandbuch für Microsoft Forefront Security für Exchange Server".

Bei der Arbeit mit Clustern können Sie auf die folgenden Begriffe stoßen.

LCR ermöglicht die Datenreplikation auf ein alternatives Laufwerk, das an dasselbe System angeschlossen ist. Dabei handelt es sich nicht um eine Clusterkonfiguration, da sie im Fall eines Systemausfalls keine echte hohe Verfügbarkeit bietet. Vielmehr soll LCR Schutz vor lokalen Speicherausfällen bieten. Ein Schutz vor dem Ausfall des Servers ist jedoch nicht gegeben. LCR ist eine Lösung mit einem Server, bei der asynchrone Technologien für den Protokollversand und die Protokollwiedergabe verwendet werden, um eine Kopie einer Speichergruppe auf einem zweiten Satz von Datenträgern zu erstellen und zu verwalten, die mit demselben Server wie die Produktionsspeichergruppe verbunden sind. Mit LCR kann schnell manuell zur sekundären Kopie der Daten gewechselt werden. Das Verfahren für die Installation von Forefront Security für Exchange Server auf einem LCR-System ist identisch mit dem für eine normale eigenständige Installation.

Bei diesem Typ von Postfachclusterserver werden die Replikations- und Wiedergabefeatures in Exchange 2007 mit den Failoverfeatures der Microsoft Cluster-Dienste kombiniert. CCR ist eine Lösung, die ohne die Gefahr des Ausfalls durch einen einzelnen Punkt, in einem Rechenzentrum oder zwischen zwei Rechenzentren bereitgestellt werden kann. Ein Knoten, auf dem gerade ein Postfachclusterserver (früher als virtueller Exchange-Server bezeichnet) ausgeführt wird, ist ein aktiver Knoten. Ein Knoten in dem Cluster, auf dem gerade kein Postfachclusterserver ausgeführt wird, ist ein passiver Knoten.

Für CCR wird die Wiederherstellungsfunktion nach einem Datenbankfehler von Exchange 2007 verwendet, um eine fortlaufende und asynchrone Aktualisierung einer zweiten Kopie der Datenbank mit den Änderungen zu ermöglichen, die an der aktiven Kopie der Datenbank vorgenommen wurden. Protokolle werden erst kopiert, wenn sie geschlossen wurden und auf dem Postfachserver nicht mehr verwendet werden. Während der Installation des passiven Knotens in einer CCR-Umgebung wird jede Speichergruppe gemeinsam mit der jeweiligen Datenbank vom aktiven Knoten auf den passiven Knoten kopiert. Dieser Vorgang wird als Seeding bezeichnet. Er stellt eine Basis für die Replikation der Datenbank bereit. Nach dem ersten Seeding wird das Protokoll fortlaufend kopiert und wiedergegeben. CCR nutzt den passiven Knoten zum Kopieren und Wiedergeben der Protokolle. Der passive Knoten greift über eine sichere Dateifreigabe auf die Protokolle zu.

In einer CCR-Umgebung ist die Replikation in den Cluster-Dienst integriert, um eine hohe Verfügbarkeit der Lösung sicherzustellen. Neben der Bereitstellung der Daten- und Dienstverfügbarkeit sind in CCR auch geplante Unterbrechungen vorgesehen. Wenn Aktualisierungen installiert werden müssen oder wenn eine Wartung durchgeführt werden muss, können Sie einen Postfachclusterserver manuell auf einen passiven Knoten verschieben. Nach dem Verschieben können Sie die erforderliche Wartung durchführen.

Bei dieser Art von Postfachclusterserver wird ein freigegebener Speicher in einer Failoverclusterkonfiguration verwendet, damit eine Kopie der Speichergruppen von mehreren Servern verwaltet werden kann. In dieser Architektur können zwar alle Knoten in dem Cluster auf die freigegebenen Daten zugreifen, dies ist aber nicht gleichzeitig möglich.

In einem Einzelkopiecluster nutzt ein Exchange 2007-Postfachserver die eigene Netzwerkidentität, nicht die Identität eines beliebigen Knotens im Cluster. Diese Netzwerkidentität wird als Postfachclusterserver bezeichnet. Wenn es auf dem Knoten, auf dem ein Postfachclusterserver ausgeführt wird, zu Problemen kommt, wird der Postfachclusterserver für kurze Zeit offline geschaltet, bis ein anderer Knoten die Steuerung übernimmt und ihn wieder online schaltet (dieser Vorgang wird als Failover bezeichnet). Der freigegebene Speicher steht jedem möglichen Hostknoten des Postfachclusterservers zur Verfügung. Beim Failover wird der Speicher, der dem Postfachcluster zugeordnet ist, logisch vom ausgefallenen Knoten bestimmt und der Steuerung durch den neuen Hostknoten übergeben.

Hierbei handelt es sich um eine Replikationstechnologie, nicht um eine Clusterkonfiguration. Im Gegensatz zu CCR, die erfordert, dass beide Server einem Windows-Cluster angehören (der sich in der Regel im selben Rechenzentrum befindet) kann SCR Daten auf einen nicht gruppierten Server replizieren, der sich in einem anderen Rechenzentrum befindet. Mit dieser Konfiguration wird Redundanz für den Rechenzentrumsspeicher erzielt, indem eine zusätzliche Kopie der Daten innerhalb oder außerhalb des Rechenzentrums zulässig ist. Für SCR wird die Technologie der fortlaufenden Replikation verwendet, um Daten von einem Postfachserver auf einen anderen zu verschieben. Mit SCR kann ein Postfachserver das Ziel der fortlaufenden Replikation für einen eigenständigen Postfachserver sein, auf dem LCR nicht aktiviert ist. Ein Postfachserver kann auch ein passiver Knoten in einem Failovercluster sein. Dabei ist die Postfachrolle installiert, jedoch wurde kein Postfachclusterserver im Cluster installiert.

Der Vorgang, bei dem ein Server im Cluster die Funktionen eines anderen Servers im Cluster übernimmt, falls das erste Gerät ausfällt. Der Begriff kann auch für die absichtliche Übertragung von Diensten auf einen anderen Server im Cluster verwendet werden.

Das Speichergerät, mit dem nachverfolgt wird, welcher Knoten eine Clusteranwendung besitzt. Bei einem Failover wird von diesem Gerät entschieden, welcher Server jetzt der aktive Server wird.

 
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