Informationen zu Multicastkonfigurationen für die Betriebssystembereitstellung

Letzte Aktualisierung: Juli 2009

Betrifft: System Center Configuration Manager 2007 R2, System Center Configuration Manager 2007 R3

Bei Multicast handelt es sich um ein Betriebssystembereitstellungsfeature in Microsoft System Center Configuration Manager 2007 R2, mit dem durch das gleichzeitige Senden von Daten an mehrere Clients anstelle des Sendens einer Kopie der Daten an jeden Client über eine separate Verbindung Netzwerkbandbreite gespart wird. Mit Multicast können mehrere Computer ein vom Verteilungspunkt gesendetes Betriebssystemabbildpaket herunterladen, ohne dass das Paket an jeden Client einzeln gesendet werden muss. Dies spart Netzwerkbandbreite in Umgebungen, in denen häufig mehrere Clients gleichzeitig dasselbe Betriebssystemabbild herunterladen.

noteHinweis
Die Angaben in diesem Thema gelten nur für Configuration Manager 2007 R2 und Configuration Manager 2007 R3.

Multicast-Netzwerkkonfigurationen

Zur Verwendung von Multicast müssen die Multicast-spezifischen IP-Adressen, Ports und Netzwerkkonfigurationen für eine Multicast-Kommunikation konfiguriert werden. Darüber hinaus muss für einen Verteilungspunkt, für den Multicast aktiviert ist, die Option Übertragung von Inhalten von diesem Verteilungspunkt über BITS, HTTP und HTTPS durch Clients ermöglichen (erforderlich für Geräteclients und internetgestützte Clients) aktiviert sein.

Multicast-Konto

Das Multicast-Konto kennzeichnet das Windows-Benutzerkonto, das zum Herstellen von Configuration Manager 2007-Datenbankverbindungen für die Multicast-Konfiguration verwendet wird. Die Standardeinstellung verwendet das Computerkonto für den Verteilungspunkt. Es kann jedoch auch ein anderes Benutzerkonto angegeben werden.

noteHinweis
Es hat sich bewährt, die Mindestanzahl an Berechtigungen zu verwenden, die für eine bestimmte Aufgabe notwendig sind.

IP-Adressen und UDP-Ports

Für den Multicast-Dienstpunkt müssen die Multicast-IP-Adressen und der UDP-Portbereich (User Datagram Protocol) (63000–64000) für Multicast-Sitzungen konfiguriert werden. Computer, die ein Betriebssystemabbild anfordern, müssen auf diese IP-Adressen und Ports zugreifen können. Daher sind die zwischengeschalteten Router so zu konfigurieren, dass sie einen Multicast-Datenverkehr ermöglichen. Die IP-Adressen müssen im Bereich der Multicast-IP-Adressen liegen, das heißt zwischen 239.0.0.0 und 239.255.255.255. In einigen Fällen müssen auch Firewalls und Router für die Multicast-Einstellungen konfiguriert werden, um sicherzustellen, dass der Multicast-Datentransfer nicht blockiert wird.

Standardmäßig wird die IP-Adresse von einem DHCP-Server vergeben, der für die Verteilung von Multicast-Adressen konfiguriert ist. Je nach Netzwerkumgebung kann der Administrator stattdessen auch einen IP-Adressbereich angeben.

Multicast-Zeitplan

Standardmäßig nutzen Multicasts eine nicht geplante Multicast-Verbindung, die auch Autocast genannt wird. Beim Autocast können Clients einen Download sofort beginnen. Wenn ein Autocast bereits ausgeführt wird, tritt der Client der Multicast-Sitzung bei und lädt das Paket herunter. Anschließend lädt er alle Paketdaten, die vor seiner Anmeldung versendet wurden. Wird keine Sitzung ausgeführt, wenn der Client ein Abbild anfordert, beginnt der Multicast sofort.

Der Administrator kann auch festlegen, dass Multicasts nur dann Abbilder verteilen, wenn bestimmte Zeitplananforderungen erfüllt sind. Bei einem geplanten Multicast beginnt die Multicast-Sitzung erst, wenn die Startverzögerung für Sitzungen (in Minuten) verstrichen ist oder die Mindestanzahl an Clients erreicht ist. Nach dem Beginn einer Multicast-Sitzung müssen neue Clients auf die nächste Sitzung warten.

Die Bereitstellung von Betriebssystempaketen per Autocast erfordert zwar unter Umständen mehr Bandbreite, Clients können jedoch unverzüglich mit einem Download zu beginnen.

Netzwerkprofil

Gibt das Profil des Netzwerks an, das für den Multicast verwendet wird. Jedes Profil enthält Einstellungen, mit denen die Leistung für die angegebene Geschwindigkeit optimiert werden kann, zum Beispiel durch Festlegen der maximalen Transferfenster-, Transfercache- und Blockgröße.

Netzwerküberlegungen für Multicast

Durch Aktivieren der Multicast-Funktion können mehrere Configuration Manager 2007-Clients gleichzeitig ein Betriebssystemabbild empfangen, das per Multicast von einem Verteilungspunkt gesendet wird. Während einer Tasksequenz für eine Betriebssystembereitstellung fordert der Client von einem Verteilungspunkt ein Betriebssystemabbild an.

Der Verteilungspunkt für eine Multicast-Bereitstellung wird normal zugewiesen, und es wird festgelegt, ob ein lokaler Verteilungspunkt oder ein Remoteverteilungspunkt zu verwenden ist, je nachdem, ob er sich innerhalb einer schnellen Netzwerkgrenze befindet. Anschließend wird der Client einem Verteilungspunkt aus einer Liste zugewiesen. Dabei werden lokal vorhandene Multicast-fähige Verteilungspunkte bevorzugt. Wenn ein Client eine lokale Multicast-Verteilung nicht empfangen kann, wird versucht, die Daten über lokale Verteilungspunkte ohne Multicast-Funktion und über Remoteverteilungspunkte zu übertragen. Betriebssystemabbilder werden nie über einen Remoteverteilungspunkt mit aktiviertem Multicast verteilt. Zweigverteilungspunkte können keine Betriebssystembereitstellungen mithilfe von Multicast durchführen. Weitere Informationen zum Suchen von Paketquelldateien finden Sie unter Configuration Manager und Inhaltssuche (Paketquelldateien).

Es hat sich bewährt, in Netzwerkumgebungen mit einem hohen erwarteten Volumen bei der Betriebssystembereitstellung nicht denselben Verteilungspunkt für Multicast- und Unicastverteilungen zu verwenden. Aus diesem Grund sollten Treiberpakete für Betriebssystembereitstellungen und Betriebssystemabbilder ohne Multicast-Funktion nicht auf dem Multicast-fähigen Verteilungspunkt, sondern auf anderen Verteilungspunkten gespeichert werden.

Siehe auch

Weitere Informationen finden Sie unter Configuration Manager 2007 – Informationen und Support (möglicherweise in englischer Sprache).
Das Dokumentationsteam erreichen Sie per E-Mail unter: SMSdocs@microsoft.com
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