Funktionsweise von Windows RE

Betrifft: Windows Vista

In diesem Thema wird die Funktionsweise von Windows ‏E beschrieben, insbesondere das automatische Failoververhalten, der manuelle Diagnose- und Reparaturprozess und die Funktionsweise des Starthilfetools.

Automatisches Failover

Ein Computer unter Windows Vista kann nur bei Erkennen eines Startfehlers automatisch zur Datenträgerversion von Windows RE wechseln. Beim Start setzt das Windows-Ladeprogramm ein Statusflag, um anzuzeigen, dass der Startprozess gestartet wurde. Dieses Flag wird im Allgemeinen gelöscht, bevor der Windows-Anmeldebildschirm angezeigt wird. Schlägt der Startversuch fehl, wird das Flag nicht gelöscht. Beim nächsten Start des Computers erkennt das Startprogramm das Flag und vermutet, dass ein Startfehler aufgetreten ist. Dann startet das Startprogramm Windows RE statt Windows Vista.

noteHinweis
Das Erkennen eines Startfehlers beruht auf dem Beenden des Startvorgangs und nicht darauf, ob in Windows Vista ein Fehler aufgetreten ist. Ein Beispiel für ein falsches positives Ergebnis ist das Starten von Windows RE, wenn es während des Startvorgangs zu einer Unterbrechung der Stromzufuhr kommt, auch wenn die Windows-Installation startbar ist.

Da der Failovermechanismus auf dem Windows-Start-Manager und dem Windows-Start-Programm basiert, sorgen einige Fehler dafür, dass der Zugriff auf Windows RE nicht möglich ist. In den folgenden Szenarien müssen Benutzer startbare Windows RE-Medien verwenden, um den Computer wiederherzustellen:

  • Beschädigte Datenträger-Metadaten in MBR (Master Boot Record), Partitionstabelle oder Startsektor der Windows RE-Partition.

  • Fehlender oder beschädigter Start-Manager.

  • Fehlende oder beschädigte Startkonfigurationsdaten.

Gelegentlich kann das Startstatusflag vom Startprogramm nicht gelesen oder beschrieben werden. In diesem Fall findet kein automatisches Failover von Windows zu Windows RE statt. Benutzer haben jedoch die Möglichkeit, die Datenträgerversion von Windows RE über das Menü F8 manuell zu starten.

Manuelle Diagnose und Reparatur

Beim Starten von einer Windows RE-CD/DVD oder Verwenden des erweiterten Startoptionsmenüs F8 zum Starten der Windows RE-Datenträgerversion können Benutzer manuell verschiedene Systemwiederherstellungstools starten:

  • Starthilfe (falls nicht automatisch gestartet)

  • Systemwiederherstellung (bei Rollback, unter Verwendung vorhandener Wiederherstellungspunkte)

  • Notfall-Wiederherstellung aus Windows-Sicherung (für die Wiederherstellung aus einem Volumesicherungsabbild)

  • Eingabeaufforderung, über die alle Windows PE-Standardkonsolentools, wie Regedit und ChkDsk, verfügbar sind.

  • Benutzerdefiniertes OEM-Support-/Wiederherstellungstool

Starthilfe

Die Starthilfe ist ein Tool zur Automatisierung häufig vorkommender Diagnose- und Reparaturaufgaben bei nicht startbaren Windows Vista-Installationen. Wenn der Computer wegen eines erkannten Startfehlers zu Windows RE wechselt, wird die Starthilfe automatisch gestartet. Ist das automatische Failover zu einer Datenträgerversion von Windows Re nicht verfügbar, kann die Starthilfe auch als manuelles Wiederherstellungstool von einer Windows RE-CD/DVD gestartet werden.

Starthilfeprozess

Die Starthilfe versucht, Computer zu reparieren, die aus deinem der folgenden Gründe nicht gestartet werden können:

  • Registrierungsschäden

  • Fehlende oder beschädigte System- und Treiberdateien

  • Beschädigte Datenträger-Metadaten (MBR, Partitionstabelle und Startsektor)

  • Beschädigte Dateisystem-Metadaten

  • Installation problematischer oder nicht kompatibler Treiber

  • Installation nicht kompatibler Windows Service Packs und Patches

  • Beschädigte Startkonfigurationsdaten

  • Unzureichende Speicher- und Festplattenhardware (nur Erkennung)

Die Starthilfe repariert keine Systeme, die aus einem der folgenden Gründe nicht startbar sind:

  • Nicht fehlerfrei funktionierende Firmware und andere Hardwarekomponenten

  • Probleme mit sauberen Windows-Installationen oder Windows-Updates (z. B. von Windows XP auf Windows Vista)

  • Windows-Anmeldefehler

  • Viren und schädliche Software

Starthilfeprotokoll

Nach dem Ausführen der Starthilfe wird ein Textprotokoll mit Diagnoseinformationen und Reparaturergebnissen generiert. Die Protokolldatei befindet sich unter %WINDIR%\System32\LogFiles\Srt\SrtTrail.txt.

Die Protokolldatei beginnt mit Informationen zur Diagnose- und Reparatursitzung, wie im folgenden Beispiel gezeigt.

Session Summary:
System Disk = \Device\Harddisk0
WinDir = C:\windows
AutoChk Run = 0
Root causes = 1

In der folgenden Tabelle werden diese Felder beschrieben.

 

Feld Beschreibung

System Disk

Gerätepfad des Datenträgers, auf dem sich die Windows-Installation befindet.

WinDir

Vollständiger Pfad der zu reparierenden Windows-Installation.

AutoChk Run

Ein Wert ungleich Null, der anzeigt, dass AutoChk beim Windows PE-Start ausgeführt wurde.

Root causes

Anzahl der während der Diagnose gefundenen Fehlerursachen.

Der nächste Abschnitt der Protokolldatei enthält die ausgeführten Diagnosetasks. Beispiel:

Test Performed:
---------------------------
Name: Software installation log diagnosis
Result: Completed successfully. Error code =  0x0
Time taken = 125 ms

Test Performed:
---------------------------
Name: ACL test
Result: Completed successfully. Error code =  0x0
Time taken = 18200 ms

In der folgenden Tabelle werden diese Felder beschrieben.

 

Feld Beschreibung

Name

Name des ausgeführten Diagnosetasks.

Ergebnis

Textbeschreibung, ob der Test erfolgreich beendet wurde.

Fehlercode

Win32-Rückgabecode der Diagnoseprozedur. Ein Wert von 0x0 gibt an, dass der jeweilige Test erfolgreich ausgeführt wurde.

Dauer

Die Dauer in Millisekunden, die für den Diagnoseschritt benötigt wurde.

In der folgenden Tabelle werden die von der Starthilfe ausgeführten Diagnosetasks beschrieben.

 

Diagnosetask Beschreibung

Test der Datenträgermetadaten

Überprüft die Integrität von MBR, Partitionstabelle und Startsektor.

Bestimmen des Zielbetriebssystems

Extrahiert den Speicherort der Windows-Installation aus den Stammkonfigurationsdaten.

Test der Registrierungsstruktur

Überprüft die Integrität der Registrierungsstrukturen.

Schneller Test der Volumemetadaten

Überprüft, ob das Windows-Verzeichnis vorhanden ist.

Ereignisprotokolldiagnose

Überprüft das Ereignisprotokoll auf aktuelle Änderungen an Windows.

Test des Startstatus

Überprüft, ob Windows nicht erfolgreich gestartet wurde.

Statusüberprüfung für Setup

Überprüft, ob der Fehler während der Windows-Installation aufgetreten ist.

Fehlercodeanalyse

Analysiert die verfügbaren Absturzabbilder, die während des fehlgeschlagenen Startversuches erstellt wurden.

Diagnose des Softwareinstallationsprotokolls

Überprüft, ob kürzlich Windows-Updates installiert wurden.

Datenträgerfehlerdiagnose

Überprüft den Status von Selbstüberwachungs-, Analyse- und Berichterstellungstechnologie (Self-Monitoring, Analysis, and Reporting Technology, SMART) auf der Festplattenhardware.

Chkdsk

Führt Chkdsk aus, um Probleme bei Dateisystem-Metadaten zu identifizieren.

Integritätstest für binäre Dateien

Überprüft die Integrität von Systemdateien, die zum Start erforderlich sind.

ACL-Test

Überprüft, ob zum Start erforderliche Systemdateien über die richtige Zugriffssteuerungsliste (Access Control List, ACL) verfügen.

Fehlerursachen

Wird die Fehlerursache für den Startfehler gefunden wird, werden die Details und daraus resultierenden Aktionen in der Protokolldatei aufgeführt. Beispiel:

Root cause found:
---------------------------
ACLs on file C:\windows\system32\user32.dll are not proper. Old value = 0xd015f

Repair action: ACLs fix
Result: Completed successfully. Error code =  0x0

In der folgenden Tabelle werden diese Felder beschrieben.

 

Feld Beschreibung

Gefundene Fehlerursachen

Eine Textbeschreibung des Problems.

Repair action

Name der durchgeführten Reparaturaktion.

Ergebnis

Textbeschreibung des Erfolgs oder Fehlschlags der Reparaturaktion.

Fehlercode

Win32-Rückgabecode der Reparaturprozedur. Ein Wert von 0x0 gibt an, dass die jeweilige Reparatur erfolgreich ausgeführt wurde.

In der folgenden Tabelle sind mögliche Fehlerursachen für Startfehler aufgelistet.

 

Fehlerursache Beschreibung

Der Start-Manager konnte das Ladeprogramm für das Betriebssystem nicht finden.

Winload.exe fehlt, oder es kann nicht darauf zugegriffen werden.

Die Startkonfiguration ist beschädigt.

Die Startkonfigurationsdatei fehlt oder enthält keinen gültigen Betriebsystemeintrag.

Die für den Start erforderliche Datei <Dateiname> ist nicht vorhanden.

Die angegebene Datei, die zum Start erforderlich ist, fehlt.

Die für den Start erforderliche Datei <Dateiname> ist beschädigt.

Die angegebene Datei, die zum Start erforderlich ist, ist beschädigt.

Mehrere für den Start erforderliche Dateien sind beschädigt.

Mehrere Dateien, die zum Start erforderlich sind, sind beschädigt.

Die Registrierung ist beschädigt.

Eine Registrierungsstruktur konnte nicht geladen werden.

Unbekannter Fehlercode <Code>. Parameter = <param1>, <param2>, <param3>, <param4>.

Das System ist beim Start mit dem angegebenen Fehlercodefehler abgestürzt.

Der Treiber <Treibername> verhindert den Systemstart.

Der angegebene Treiber fehlt oder ist beschädigt.

Das System kann möglicherweise aufgrund einer kürzlichen Treiberinstallation oder -aktualisierung nicht gestartet werden.

Vor dem Startfehler wurde ein nicht kompatibler Treiber installiert.

Ein Patch verhindert den Systemstart.

Vor dem Startfehler wurde ein Update für das Betriebssystem installiert.

Die ACLs in der Datei <Dateiname> sind nicht korrekt. Alter Wert = <Wert>

Wegen einer falschen ACL kann nicht auf die angegebene Datei zugegriffen werden.

Die Partitionstabelle enthält keine gültige Systempartition.

Die in der Partitionstabelle aufgeführte Systempartition enthält keine erforderlichen Systemdateien.

MBR ist beschädigt.

Der MBR auf dem Systemdatenträger ist beschädigt.

Die Partitionstabelle ist beschädigt auf Datenträger <Datenträgernummer>.

Die Partitionstabelle auf dem angegebenen Datenträger enthält keine gültigen Einträge.

Der Startsektor für die Systemdatenträgerpartition ist beschädigt.

Die Startsektorinformationen sind ungültig.

Der Startsektorcode für die Systemdatenträgerpartition ist beschädigt.

Der Startsektorcode stimmt nicht mit dem Standardstartsektor überein.

Das Systemvolume auf dem Datenträger ist beschädigt.

Auf das Systemvolume kann nicht zugegriffen werden.

Auf dem Datenträger wurden keine Betriebssystemdateien gefunden.

Das Windows-Verzeichnis enthält keine gültige Windows-Installation.

Der Start-Manager fehlt.

Der Start-Manager kann auf der Systempartition nicht gefunden werden.

Es konnte keine Festplatte gefunden werden. Wenn eine Festplatte installiert ist, reagiert sie nicht.

Es kann keine installierte Festplatte gefunden werden. Dieser Fehlercode ist nur verfügbar bei der Ausführung von Windows RE von CD/DVD.

Die Sicherheitseinstellungen auf diesem Computer verhindern den Start von Windows.

Windows kann das System nicht überwachen.

Der Systempartition ist ein unbekannter Dateisystemtyp zugewiesen.

Die Systempartition ist mit einem Dateisystemtyp formatiert worden, der von Windows nicht erkannt wird.

Der Startstatus besagt, dass das Betriebssystem erfolgreich gestartet wurde.

Windows wurde erfolgreich gestartet. Dieses Szenario kommt häufig vor, wenn ein Benutzer Windows RE manuell startet und die Starthilfe ausführt.

Fehler während Setup aktiv ist.

Der Computer wird wegen eines fehlgeschlagenen Windows-Installationsprozesses nicht gestartet.

Die Betriebssystemversion ist inkompatibel mit der Starthilfe.

Die Windows-Version stimmt nicht mit der Version der Starthilfe überein. Dieser Fehlercode wird beispielsweise ausgelöst, wenn Sie versuchen, Windows XP mit der Starthilfe zu reparieren.

Reparaturaktionen

In der folgenden Tabelle werden mögliche Reparaturaktionen beschrieben.

 

Reparaturaktion Beschreibung

BCDMD

Repariert MBR, Partitionstabelle oder Startsektor.

ChkDsk

Führt ChkDsk im Reparaturmodus aus.

Dateireparatur

Ersetzt die beschädigte Systemdatei durch eine Sicherungskopie.

BootCfg

Rekonstruiert die Startkonfigurationsdaten.

Systemwiederherstellung

Führt ein Rollback des Systemstatus mithilfe der Systemwiederherstellung aus.

Zurückgesetzte ACLs

Setzt die ACLs der angegebenen Datei auf einen Standardwert.

Registrierungsrollback

Ersetzt die beschädigten Registrierungsstrukturen durch eine Sicherungskopie.

Einstellung für Absturz bei Überwachungsfehler ändern.

Deaktiviert die Windows-Überwachung. Nur Administratoren können sich an Windows anmelden.

Arbeitsspeicherdiagnose

Führt das Windows-Speicherdiagnosetool aus.

In der folgenden Tabelle werden die Beschreibungen der möglichen Diagnose- oder Reparaturergebnisse erläutert.

 

Ergebnistext Beschreibung

Erfolgreich abgeschlossen. Fehlercode = 0x0

Diagnose- und Reparaturprozesse wurden fehlerfrei abgeschlossen.

Fehlgeschlagen. Fehlercode = <Fehlercode>

Diagnose- und Reparaturprozesse schlugen mit dem angegebenen Fehler fehl.

Gestartet, aber nicht abgeschlossen.

Der Diagnose- bzw. Reparaturprozess wurde vom Benutzer abgebrochen.

Siehe auch

Community-Beiträge

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