Funktionsweise von Konfigurationsphasen

Betrifft: Windows Vista

Konfigurationsphasen sind Phasen in Windows Setup, in denen Einstellungen für eine unbeaufsichtigte Installationsantwortdatei übernommen werden.

In der folgenden Tabelle werden die verschiedenen Konfigurationsphasen beschrieben.

 

Konfigurationsphase Beschreibung

windowsPE

Konfiguriert Windows PE-Optionen und grundlegende Windows Setup-Optionen. Diese Optionen können das Festlegen des Product Keys sowie das Konfigurieren eines Datenträgers umfassen.

Wenn Sie Treiber für Windows PE benötigen, um auf das lokale Festplattenlaufwerk oder ein Netzwerk zuzugreifen, verwenden Sie diese Konfigurationsphase, um dem Windows PE-Treiberspeicher Treiber hinzuzufügen und für Windows PE erforderliche wichtige Starttreiber widerspiegeln zu können.

offlineServicing

Wendet Updates auf ein Windows-Abbild an. Wendet außerdem Pakete, einschließlich Softwarefixes, Sprachpaketen und anderen Sicherheitsupdates, an.

Während dieser Phase können einem Windows-Abbild Treiber hinzugefügt werden, bevor dieses Abbild installiert wird und separate Gerätetreiber bei Windows Setup verarbeitet werden.

specialize

Erstellt systemspezifische Informationen und wendet sie an. Sie können beispielsweise Netzwerkeinstellungen, internationale Einstellungen und Domäneninformationen konfigurieren.

generalize

Ermöglicht eine Minimalkonfiguration des Befehls sysprep /generalize sowie die Konfiguration anderer Windows-Einstellungen, die auf dem Referenzabbild erhalten bleiben müssen.

Der Befehl sysprep /generalize entfernt systemspezifische Informationen. So werden beispielsweise die eindeutige Sicherheits-ID (SID) und andere hardwarespezifische Einstellungen aus dem Abbild entfernt.

Die Phase generalize wird nur bei Ausführen des Befehls sysprep /generalize ausgeführt.

auditSystem

Verarbeitet während der Ausführung von Windows im Systemkontext unbeaufsichtigte Setup-Einstellungen, bevor ein Benutzer sich im Überwachungsmodus am Computer anmeldet. Die Phase auditSystem wird nur beim Start im Überwachungsmodus ausgeführt.

auditUser

Verarbeitet unbeaufsichtigte Setup-Einstellungen, nachdem sich ein Benutzer im Überwachungsmodus am Computer angemeldet hat. Die Phase auditUser wird nur beim Start im Überwachungsmodus ausgeführt.

oobeSystem

Wendet Einstellungen auf Windows an, bevor die Windows-Willkommensseite gestartet wird.

Im folgenden Diagramm wird die Beziehung zwischen den Konfigurationsphasen und den gültigen Konfigurationsphasen für verschiedene ausführbare Dateien dargestellt.

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noteHinweis
Nicht alle Konfigurationsphasen werden in einer gegebenen Installation von Windows ausgeführt. Einige Phasen wie beispielsweise auditSystem und auditUser werden nur beim Start im Überwachungsmodus ausgeführt.

Konfigurieren von Gerätetreibern

Sollen bei einer unbeaufsichtigten Installation separate wichtige Starttreiber hinzugefügt werden, stellen Sie sicher, dass der wichtige Starttreiber auf Vorinstallationsmedien verfügbar ist. Wichtige Starttreiber sollten während der Konfigurationsphase windowsPE hinzugefügt werden. Alle Treiber werden im Treiberspeicher bereitgestellt, doch nur wichtige Starttreiber werden sowohl im Windows-Offlineabbild als auch im Windows PE-Abbild widergespiegelt oder installiert. Für den Start nicht erforderliche Treiber können der Konfigurationsphase offlineServicing hinzugefügt werden. Dadurch wird sichergestellt, dass wichtige Starttreiber verfügbar sind und der Treiber beim Start des Computers geladen wird.

Weitere Informationen finden Sie unter Verwalten von Gerätetreibern für Windows.

Konfigurieren von internationalen Einstellungen

Internationale Einstellungen sind in mehreren Konfigurationsphasen verfügbar und ermöglichen das Anpassen des Windows-Abbilds auf Basis der Kundenanforderungen und der verschiedenen Bereitstellungsszenarien.

Wird beispielsweise ein Computer in den Vereinigten Staaten hergestellt (dabei ist die internationale Einstellung en-US zu verwenden), können alle Tests in englischer Sprache durchgeführt werden. Soll der Computer jedoch nach Frankreich geliefert werden, und muss Windows in der französischen Version gestartet werden, kann das Sprachpaket fr-FR hinzugefügt werden, sofern es nicht bereits installiert ist. Anschließend wird die Komponente Microsoft Windows-International-Core konfiguriert, um in der Konfigurationsphase specialize die Einstellungen für fr-FR zu übernehmen. Wenn ein Kunde den Computer startet, wird die Phase specialize ausgeführt, und Windows wird in der französischen Version gestartet.

Standardmäßig wird dem Endbenutzer auf der Windows-Willkommensseite eine Benutzeroberflächenseite für regionale Einstellungen angezeigt, auf der die Standardsprache, das Gebietsschema und die Eingabeeinstellungen ausgewählt werden können. Die Einstellungen können auf dieser Benutzeroberflächenseite durch Angeben der Sprach- und Gebietsschemaeinstellungen in der Konfigurationsphase oobeSystem in der Komponente Microsoft Windows-International-Core vorkonfiguriert werden. Werden Einstellungen in der Phase oobeSystem festgelegt, wird die Seite für die Ländereinstellungen übersprungen.

Weitere Informationen finden Sie unter Verwalten von Sprachpaketen für Windows.

Beispielszenarien für Konfigurationsphasen

In den folgenden Abschnitten werden Beispielszenarien beschrieben, und es wird erläutert, wann Konfigurationsphasen ausgeführt werden.

Szenario: Erstellen eines Referenzabbilds

In diesem Szenario erstellen Sie ein einzelnes Windows-Referenzabbild, das in der gesamten Umgebung wieder verwendet werden kann. Dieses Szenario umfasst die folgenden Schritte:

  1. Sie starten mit einer Windows-Produkt-DVD und einer Antwortdatei.

  2. Der Computer wird mit der Windows-Produkt-DVD gestartet.

  3. Windows Setup wird gestartet, und die Phasen windowsPE und offlineServicing werden ausgeführt.

  4. Nach dem Kopieren eines Windows-Abbilds auf die Festplatte erfolgt ein Neustart des Systems, und Windows Setup wird in der Phase specialize ausgeführt.

  5. Nach dem Abschluss von Windows Setup wird die Konfigurationsphase oobeSystem ausgeführt und die Windows-Willkommensseite gestartet.

  6. Am System können zusätzliche Änderungen vorgenommen werden; beispielsweise besteht die Möglichkeit, Anwendungen, Gerätetreiber oder andere Konfigurationen zu installieren.

  7. Führen Sie nach Vornehmen der Änderungen den Befehl sysprep /generalize /audit/reboot aus. Dieser Befehl führt die Phase generalize aus und entfernt anschließend alle systemspezifischen Daten. Dadurch wird Windows außerdem für die Ausführung im Überwachungsmodus beim nächsten Start konfiguriert (durch Ausführen der Konfigurationsphasen auditSystem und auditUser).

Dieses Abbild wird dann das Referenzabbild, das Sie zum Installieren auf Computern derselben Konfiguration speichern können.

Szenario: Auftragsgemäße Installation

Bei diesem Szenario erstellen Sie eine eindeutige Windows-Installation, die auf vom Kunden angeforderten Anwendungen oder Aktualisierungen basiert. Dieses Szenario umfasst die folgenden Schritte:

  1. Verwenden Sie ein Windows-Referenzabbild, um einen neuen Computer zu installieren. Weitere Informationen finden Sie im vorherigen Szenario.

  2. Während Windows Setup werden die Phasen windowsPE, offlineServicing und specialize ausgeführt.

  3. Nach der Installation von Windows wird der Überwachungsmodus gestartet. Mit dem Befehl sysprep /generalize /audit, der zum Erstellen des Referenzabbilds verwendet wurde, wird die Option /audit angegeben. Mit dieser Option wird Windows dazu aufgefordert, beim nächsten Start des Computers im Überwachungsmodus zu starten. Im Überwachungsmodus werden die Konfigurationsphasen auditSystem und auditUser ausgeführt.

    Im Überwachungsmodus können Sie Anwendungen und andere Updates basierend auf der jeweiligen Kundenbestellung installieren. Sie können den Computer außerdem testen und sicherstellen, dass alle Komponenten ordnungsgemäß funktionieren.

  4. Nach dem Aktualisieren der Windows-Installation führen Sie den Befehl sysprep /oobe /shutdown aus. Beim nächsten Start des Computers werden die Windows-Willkommensseite und die Konfigurationsphase oobeSystem ausgeführt.

Das folgende Diagramm zeigt die Prozesse des auftragsabhängigen Szenarios.

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Szenario: Planmäßige Herstellung

Bei diesem Szenario erstellen Sie ein einziges Windows-Referenzabbild, um Computer zu installieren, die dieselbe Hardwarekonfiguration verwenden. Dieses Szenario umfasst die folgenden Schritte:

  1. Sie starten mit einer Windows-Produkt-DVD und einer Antwortdatei.

  2. Der Computer wird mit der Windows-Produkt-DVD gestartet.

  3. Windows Setup wird gestartet, und die Phasen windowsPE und offlineServicing werden ausgeführt.

  4. Nach dem Kopieren eines Windows-Abbilds auf die Festplatte erfolgt ein Neustart des Systems, und Windows Setup wird in der Phase specialize ausgeführt.

  5. Nach dem Abschluss von Windows Setup wird die Konfigurationsphase oobeSystem ausgeführt, und die Windows-Willkommensseite wird gestartet.

  6. Führen Sie nach der Installation von Windows den Befehl sysprep /audit aus, um einen Start im Überwachungsmodus durchzuführen. Im Überwachungsmodus können Anwendungen und Gerätetreiber hinzugefügt und andere Anpassungen vorgenommen werden. Sie können den Computer außerdem testen und sicherstellen, dass alle Komponenten ordnungsgemäß funktionieren.

  7. Im Überwachungsmodus werden die Konfigurationsphasen auditSystem und auditUser ausgeführt.

  8. Führen Sie nach dem Aktualisieren der Windows-Installation den Befehl sysprep /oobe /generalize aus. Mit der Option /generalize werden systemspezifische Daten aus der Windows-Installation entfernt, einschließlich Ereignisprotokollen, eindeutigen Sicherheits-IDs (SIDs) und anderen eindeutigen Informationen. Die Konfigurationsphase generalize wird ausgeführt. Nachdem die eindeutigen Systeminformationen entfernt wurden, wird der Computer heruntergefahren.

    Mit der Option /oobe wird Windows angewiesen, beim nächsten Computerstart die Windows-Willkommensseite und die Konfigurationsphase oobeSystem auszuführen.

  9. Nachdem der Computer heruntergefahren wurde, können Sie Windows PE oder ein anderes Betriebssystem auf dem Computer starten.

  10. Sie zeichnen die Windows-Installation dann mit ImageX auf.

Das folgende Diagramm zeigt die Prozesse des Szenarios für die planmäßige Herstellung.

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