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Konfigurieren einer SAN-Umgebung für VMM 

Letzte Aktualisierung: April 2012

Betrifft: Virtual Machine Manager 2008, Virtual Machine Manager 2008 R2, Virtual Machine Manager 2008 R2 SP1

In diesem Thema wird beschrieben, wie SAN-Übertragungen (Storage Area Network) in Virtual Machine Manager (VMM) 2008 und VMM 2008 R2 durchgeführt werden und wie eine unterstützte SAN-Umgebung konfiguriert werden muss, um virtuelle Maschinen in VMM per SAN und nicht per LAN zu übertragen.

Da die Dateien einer virtuellen Maschine bei deren Übertragung über ein SAN nicht tatsächlich verschoben werden, ist diese Methode unabhängig von der Größe der Dateien der virtuellen Maschine und damit deutlich schneller als die Übertragung über ein Standardnetzwerk.

Damit Ihre vorhandene SAN-Infrastruktur auch weiterhin genutzt werden kann, unterstützt VMM 2008 die Übertragung virtueller Maschinen über folgende SANs:

  • Fibre Channel

  • iSCSI-SANs mit Microsoft Initiator

  • N_Port ID Virtualization (NPIV) Fibre Channel

Für Verbindungen mit Fibre Channel- und iSCSI-SANs mit Microsoft Initiator kann Microsoft iSCSI-Initiator unter folgender Adresse als Add-On für Windows Server 2003 heruntergeladen werden: http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=127930 (möglicherweise in englischer Sprache). Windows Server 2008 ist standardmäßig mit Microsoft iSCSI-Initiator ausgestattet.

Bei NPIV werden Hostbusadapter (HBA) eingesetzt. Dabei werden auf den Hosts durch das Abstrahieren des zugrunde liegenden physischen Ports HBA-Ports erstellt. So kann ein einzelner physischer Fibre Channel-HBA-Port als mehrere logische Ports mit einer jeweils eigenen Identität fungieren. Die einzelnen virtuellen Maschinen werden dann jeweils einem eigenen virtuellen HBA-Port und damit einem eindeutigen, dedizierten WWPN (World Wide Port Name) zugeordnet. Weitere Informationen zu NPIV und HBA finden Sie in Ihrer HBA-Dokumentation.

noteHinweis
Dieses Thema bietet allgemeine Richtlinien für die Einrichtung einer SAN-Umgebung zur Verwendung mit VMM 2008. Eine ausführliche Dokumentation zur Einrichtung des SAN ist möglicherweise beim jeweiligen SAN-Hersteller verfügbar. Um eine optimale Interoperabilität zu erreichen, erkundigen Sie sich beim Hersteller des iSCSI- bzw. Fibre Channel-Ziel-SAN nach empfohlenen Konfigurationen, Firmwarerevisionen und Unterstützungsoptionen.

Funktionsweise von SAN-Übertragungen mit Virtual Machine Manager

Bei VMM 2008 und VMM2008 R2 kann ein SAN verwendet werden, um die folgenden Typen virtueller Maschinen von einem Quellcomputer zu einem Zielcomputer zu übertragen:

  • Speichern einer virtuellen Maschine von einem Host für virtuelle Maschinen in der VMM-Bibliothek

  • Bereitstellen von virtuellen Maschinen von einer VMM-Bibliothek auf einem Host

  • Migrieren einer virtuellen Maschine von einem Host zu einem anderen Host

    ImportantWichtig
    Wenn bei Verwendung von Gastclustern für virtuelle Maschinen oder einer anderen Verwendung eines gastbasierten iSCSI-Initiators eine virtuelle Gastmaschine mit SAN-Speicher zu einem anderen Host migriert wird, kann die Verbindung der virtuellen Gastmaschine mit dem SAN nur dann wiederhergestellt werden, wenn das SAN auch auf dem neuen Host angezeigt wird. VMM gibt keine Warnmeldung aus, wenn der neue Host keinen Zugriff auf dasselbe SAN wie die virtuelle Gastmaschine hat. Bevor Sie die virtuelle Maschine zu einem anderen Host migrieren, müssen Sie gewährleisten, dass das SAN auf dem neuen Host angezeigt wird, sodass die Verbindung der Gastmaschine mit dem SAN möglich ist.

  • Bei VMM2008 R2 können Sie SAN-Übertragungen einsetzen, um virtuelle Maschinen und hoch verfügbare virtuelle Maschinen in einen Cluster hinein und aus einem Cluster heraus zu migrieren.

    ImportantWichtig
    Beim Migrieren einer virtuellen Maschine zu einem Clusterhost per SAN-Übertragung überprüft VMM alle Knoten im Cluster, um sicherzustellen, dass jeder Knoten die logische Gerätenummer (Logical Unit Number, LUN) ermitteln kann, und erstellt automatisch eine Clusterdatenträger-Ressource für die LUN. VMM konfiguriert zwar automatisch die Clusterdatenträger-Ressource, überprüft sie jedoch nicht. Sie müssen die neu erstellte Clusterdatenträger-Ressource mithilfe des Konfigurationsüberprüfungs-Assistenten der Failover-Clusterverwaltung überprüfen. Damit eine virtuelle Maschine von einem Cluster migriert werden kann, muss sie sich auf einer dedizierten LUN befinden, die kein freigegebenes Clustervolume (Clustered Shared Volume, CSV) verwendet.

Wenn ein ordnungsgemäß konfiguriertes SAN (Storage Area Network) verfügbar ist, wird in VMM automatisch das SAN für Übertragungen verwendet. Wenn Sie allerdings die Assistenten zum Speichern, Bereitstellen oder Migrieren virtueller Maschinen für eine Übertragung verwenden, können Sie die SAN-Nutzung außer Kraft setzen und eine LAN-Übertragung vornehmen.

In einigen Unternehmen wird eine SAN-LUN auf einen einzigen nicht geclusterten Host maskiert und so bestimmten nicht geclusterten Hosts einfach, sicher und isoliert Speicher mit hoher Verfügbarkeit bereitgestellt. Durch die Freigabe einer LUN (Logical Unit Number, logische Gerätenummer) wird die Verwaltung von Speicherplatz effizienter und die Erstellung von LUNs deutlich einfacher, da der Speicheradministrator nur eine einzige große LUN einrichten muss. In einigen SANs ist das Freigeben von LUNs allerdings nicht möglich. Wenn bei SANs, die eine Freigabe zulassen, mehrere virtuelle Maschinen auf einem Host gemeinsam auf eine einzige LUN zugreifen, wird das Migrieren von SANs komplizierter, unsicherer und letztlich problematischer in der Durchführung. Wenn Sie die SAN-Migration virtueller Maschinen in einer freigegebenen LUN zu anderen Hosts durchführen, ist die LUN schließlich auf jeden Zielhost maskiert. So wird die LUN sehr schnell zu einem sehr umfangreichen freigegebenen Dateisystem, das nicht mehr isoliert ist. Unkoordinierte Zugriffsversuche von beliebigen Hosts außerhalb des Clusters auf die Dateien der virtuellen Maschine auf dieser LUN können zu unerwarteten Ergebnissen führen. VMM unterstützt SAN-Übertragungen nicht, wenn mehrere virtuelle Maschinen die gleiche LUN nutzen. Für die Migration solcher virtueller Maschinen kann nur eine Netzwerkübertragung eingesetzt werden.

VMM 2008 unterstützt SAN-Übertragungen virtueller Maschinen unter Einsatz initiatorbasierter iSCSI-Zielverbindungen. Für initiatorbasierte iSCSI-Zielverbindungen wird ein iSCSI-Ziel pro LUN benötigt. VMM 2008 R2 ermöglicht überdies die LUN-Maskierung, wodurch mehrere LUNs pro iSCSI-Ziel möglich sind und die Unterstützung für iSCSI SAN-Hersteller verbessert wird.

Installieren und Konfigurieren von Quell- und Zielcomputer

Fügen Sie nach der Installation von VMM 2008 eigenständige oder geclusterte Hosts und mindestens eine VMM-Bibliothek hinzu (siehe VMM-Hilfe). Sowohl der VMM-Server als auch die VMM-Hosts und VMM-Bibliotheken können Quell- oder Zielcomputer für SAN-Übertragungen virtueller Maschinen sein.

Vor dem Übertragen virtueller Maschinen in einem SAN mithilfe von VMM müssen Sie die folgenden Konfigurationsschritte durchführen:

Installieren Sie auf Computern mit Windows Server 2003 R2 den Dienst für virtuelle Datenträger (Virtual Disk Service, VDS).

Wenn Sie eine VDS-Schnittstelle für Ihr SAN verwenden, installieren Sie VDS 1.1 auf allen Computern mit Windows Server 2003 R2, die als Quell- oder Zielcomputer für SAN-Übertragungen eingesetzt werden. Dieser Schritt ist bei Computern, auf denen Windows Server 2008 oder höher ausgeführt wird, nicht erforderlich. VDS 1.1 ist eine Komponente von Windows Server 2003 R2, die Sie über die Systemsteuerung, Modul Software installieren können. Mit den folgenden Komponenten wird VDS 1.1 standardmäßig installiert:

  • Speicher-Manager für SANs, eine Komponente von Windows Server 2003 R2

  • Windows Server 2003 R2 SP2

So installieren Sie Virtual Disk Service 1.1

  1. Öffnen Sie in der Systemsteuerung das Modul Software.

  2. Klicken Sie auf Windows-Komponenten hinzufügen/entfernen, und doppelklicken Sie anschließend auf Verwaltungs- und Überwachungsprogramme.

  3. Stellen Sie sicher, dass das Kontrollkästchen Speicher-Manager für SANs aktiviert ist, und klicken Sie auf OK.

  4. Klicken Sie auf Weiter, und folgen Sie den Anweisungen zum Installieren von VDS 1.1.

  5. Starten Sie den Computer neu.

    noteHinweis
    Wiederholen Sie diesen Vorgang für alle Computer, die als Quell- oder Zielspeicherort für SAN-Übertragungen virtueller Maschinen eingesetzt werden sollen.

Installieren eines VDS-Hardwareanbieters

Installieren Sie einen VDS-Hardwareanbieter nur auf dem VMM-Server. Die Installation des Anbieters auf dem Computer eines Hosts oder Bibliothekservers ist nicht erforderlich.

VDS-Hardwareanbieter sowie entsprechende Installationsanleitungen erhalten Sie von Ihrem SAN-Hersteller. Weitere Informationen zum Installieren von VDS-Hardwareanbietern finden Sie in der Dokumentation des Herstellers.

Installieren eines iSCSI-Initiators für ein iSCSI-SAN

Wenn Sie ein iSCSI-SAN auf einem Computer mit Windows Server 2003 R2 SP2 verwenden, installieren Sie die neueste Version von Microsoft iSCSI-Initiator auf jedem Computer, der als Quell- oder Zielcomputer für SAN-Übertragungen eingesetzt wird. Dies schließt auch Computer ein, auf denen Windows Server 2008 oder höher ausgeführt wird. Sie können diese Software vom Microsoft Download Center unter http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=127930 (möglicherweise in englischer Sprache) herunterladen. Für ein iSCSI-SAN unter Windows Server 2008 sollten Sie den iSCSI-Initiator unter Verwaltung aktivieren und konfigurieren. Weitere Informationen finden Sie im Hilfe- und Supportcenter von Windows.

Sofern Ihr iSCSI-Ziel für die unidirektionale CHAP-Authentifizierung (Challenge Handshake Authentication-Protokoll) zur Gewährleistung der Sicherheit eingerichtet ist, generiert VMM automatisch einen freigegebenen geheimen CHAP-Schlüssel zwischen dem Zielcomputer und dem iSCSI-Ziel, wenn Sie eine virtuelle Maschine in einem SAN übertragen.

noteHinweis
Wenn Sie das Microsoft iSCSI-Ziel verwenden, empfehlen wir eine Aktualisierung auf Microsoft iSCSI Software Target v3.1 als Bestandteil einer auf Windows Unified Data Storage Server 2003 basierenden Speicherlösung. Weitere Informationen finden Sie unter http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=127928 (möglicherweise in englischer Sprache).

Wenn Sie ein anderes iSCSI-Produkt verwenden, entnehmen Sie die Anweisungen bitte der Dokumentation des Herstellers.

Installieren eines MPIO-Treibers für ein Fibre Channel-SAN

Wenn Sie ein Fibre Channel-SAN einsetzen, müssen Sie auf allen mit dem SAN verbundenen Computern MPIO-Treiber (Multipath I/O) installieren, selbst wenn Sie nur einen HBA-Port (Hostbusadapter) auf einem Computer verwenden. MPIO-Treiber sowie entsprechende Installationsanleitungen erhalten Sie von Ihrem SAN-Hersteller. Weitere Informationen zum Installieren von MPIO-Treibern finden Sie in der Dokumentation des SAN-Herstellers.

Konfigurieren des SAN

Nachdem Sie die Quell- und Zielcomputer konfiguriert haben, müssen Sie das SAN über folgende Schritte konfigurieren:

  • Konfigurieren von LUNs und Volumes

  • Konfigurieren der SAN-Topologie

Beide Aufgaben werden nachfolgend beschrieben.

Konfigurieren von LUNs und Volumes

In einem SAN muss eine logische Gerätenummer (LUN) auf einen Host oder Bibliothekserver maskiert und auf diesem bereitgestellt werden, damit dieser verwaltete Computer auf die Dateien der LUN zugreifen kann. Um die Dateien, aus denen eine virtuelle Maschine besteht, zu einem anderen Host bzw. Bibliothekserver zu migrieren, können Bereitstellung und Maskierung der SAN-LUN auf dem Quellcomputer aufgehoben und anschließend auf dem Zielcomputer wiederhergestellt werden.

Führen Sie die folgenden Schritte durch, um für jede virtuelle Maschine, die in einem SAN übertragen werden soll, eine logische Gerätenummer (LUN) und ein Volume zu konfigurieren.

  • Konfigurieren Sie jede LUN als Basisdatenträger.
    Eine virtuelle Maschine auf einer LUN, die dynamischen Datenträgern zugeordnet ist, kann in einem SAN nicht übertragen werden.

  • Erstellen Sie auf jedem Datenträger genau ein Volume.
    Eine virtuelle Maschine auf einer LUN mit mehreren Volumes kann in einem SAN nicht übertragen werden.

  • Formatieren Sie das Volume mit dem NTFS-Dateisystem.
    Achten Sie beim Durchführen von SAN-Übertragungen darauf, dass sich der ausgewählte Zielpfad auf einem Volume befindet, das ebenfalls mit NTFS formatiert wurde.

  • Platzieren Sie die Dateien für eine virtuelle Maschine auf einem einzigen Volume. Wenn die Dateien einer virtuellen Maschine mehrere Volumes umfassen, sollte jedes Volume nur die Dateien einer einzigen virtuellen Maschine enthalten.
    Unter VMM 2008 kann nur eine virtuelle Maschine pro LUN verwendet werden und jede LUN darf nur ein Volume besitzen.

noteHinweis
Wenn Sie unter Windows Server 2008 eine neue LUN auf einem Host bereitstellen, müssen Sie darauf achten, dass die Datenträger auf Online gesetzt sind.

Konfigurieren der SAN-Topologie

Stellen Sie sicher, dass alle Quell- und Zielcomputer auf die LUN im SAN zugreifen können.

In einem Fibre Channel-SAN können Sie sicherstellen, dass Quell- und Zielcomputer auf die LUN zugreifen können, indem Sie die entsprechenden Zonen erstellen. Wenn beispielsweise ein Speicherarray A und zwei Hosts H1 und H2 vorhanden sind, können Sie Zone1 mit Host H1 und Array A erstellen und Zone2 mit Host H2 und Array A. Dadurch wird gewährleistet, dass sowohl Host H1 als auch Host H2 auf die LUN zugreifen können.

Bei SAN-Migrationen zu einem Cluster müssen sich alle Knoten des Clusters in der gleichen Zone befinden, damit alle auf die LUN zugreifen können.

In einem iSCSI-SAN können Sie sicherstellen, dass Quell- und Zielcomputer auf die LUN zugreifen können, indem Sie gewährleisten, dass beide über Zugriff auf mindestens eines der Portale auf dem iSCSI-Ziel verfügen. Wenn dies der Fall ist, können Sie SAN-Übertragungen zwischen Quell- und Zielcomputer durchführen.

Bereitstellen eines Hosts für das Löschen virtueller Maschinen in einem SAN

Wenn Sie eine virtuelle Maschine, die in einem SAN übertragen werden kann, erstellen und bereitstellen, werden die Dateien der virtuellen Maschine auf einer logischen Gerätenummer (LUN) des SAN gespeichert. Diese LUN wird dem Host, auf dem die virtuelle Maschine bereitgestellt ist, zugeordnet und zugewiesen. VMM unterstützt ein Volume pro LUN und eine virtuelle Maschine pro Volume.

Wenn Sie eine virtuelle Maschine löschen, deren Dateien auf einer LUN gespeichert sind, bleibt die leere LUN dem Host, von dem die virtuelle Maschine gelöscht wurde, zugeordnet und zugewiesen. Mit der Zeit sammeln sich immer mehr leere LUNs auf verschiedenen Hosts an, sodass es schwierig wird, leere LUNs zum Erstellen neuer virtueller Maschinen zu finden.

Sie können dieses Problem umgehen, indem Sie einen Host speziell für das Löschen virtueller Maschinen bereitstellen. Bevor Sie eine virtuelle Maschine löschen, verschieben Sie sie auf den bereitgestellten Host. So wissen Sie immer, auf welchem Host Sie leere LUNs finden, um neue virtuelle Maschinen zu erstellen, die Sie dann zu anderen Hosts migrieren.

 
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