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Einführung in Management Packs

Letzte Aktualisierung: Mai 2009

Betrifft: Operations Manager 2007 R2, Operations Manager 2007 SP1

Management Packs enthalten normalerweise Überwachungseinstellungen für Anwendungen und Dienste. Nachdem ein Management Pack in eine Operations Manager 2007-Verwaltungsgruppe importiert wurde, beginnt Operations Manager sofort mit der Überwachung von Objekten. Diese Überwachung erfolgt nach den Standardeinstellungen und Schwellenwerten, die durch das Management Pack festgelegt wurden.

Jedes Management Pack kann einen, mehrere oder alle der folgenden Teile enthalten:

  • Monitore, die einen Agent zur Überwachung des Status verschiedener Teile einer verwalteten Komponente anleiten.

  • Regeln, die einen Agent zum Sammeln von Leistungs- und Ermittlungsdaten, zum Senden von Warnungen und Ereignissen, und vielem mehr anleiten.

  • Tasks, die Aktivitäten definieren, die entweder vom Agent oder der Konsole ausgeführt werden.

  • Wissensquelle, die Tipps und Anleitungen für Operatoren zum Diagnostizieren und Beheben von Problemen bereitstellt.

  • Ansichten, die angepasste Benutzeroberflächen für die Überwachung und Verwaltung der Komponente bieten.

  • Berichte, die spezialisierte Methoden zur Berichterstattung über Informationen zur verwalteten Komponente definieren.

  • Objektermittlungen, welche die zu überwachenden Objekte identifizieren.

  • Ausführende Profile, die Ihnen ermöglichen, unterschiedliche Regeln, Tasks, Monitore oder Ermittlungen unter verschiedenen Konten auf verschiedenen Computern auszuführen.

Teile eines Management Packs

Jedes Management Pack definiert ein Modell der verwalteten Komponente. Dieses Modell wird in Form von einer oder mehreren Klassen ausgedrückt, die jeweils ein Objekt darstellen, das überwacht und verwaltet werden kann. Wenn die Informationen eines Management Packs an einen Agent gesendet werden, verwendet der Agent bestimmte Ermittlungsregeln im Management Pack, um die eigentlichen Instanzen der von diesem Pack definierten Klassen zu finden.

Um die Netzwerknutzung und Speicheranforderungen auf dem Agent zu reduzieren, werden nur die Teile des Management Packs in den lokalen Speicher des Agents heruntergeladen, die vom Agent für die Durchführung der Überwachung benötigt werden. Beispielsweise werden die Abschnitte des Management Packs, die die Regeln und Monitore definieren, heruntergeladen, die Abschnitte für Wissensquellen und Berichte hingegen werden nicht heruntergeladen.

Monitore

Jedes Management Pack definiert eine oder mehrere Klassen, die verwaltet werden können, und legt dann eine Gruppe von Monitoren für Instanzen der Klassen fest. Diese Monitore überwachen den Status jeder Instanz, wodurch sich Probleme leichter vermeiden lassen, bevor sie entstehen.

Jeder Monitor spiegelt den Status eines bestimmten Aspekts einer Klasseninstanz wider und ändert sich, wenn der Status der Klasseninstanz sich ändert. Ein Monitor, der beispielsweise die Datenträgerauslastung überwacht, kann einen von drei Zuständen aufweisen: grün, wenn der Datenträger zu weniger als 75 Prozent belegt ist; gelb, wenn der Datenträger zwischen 75 und 90 Prozent belegt ist; und rot, wenn der Datenträger zu über 90 Prozent belegt ist. Ein Monitor, der die Verfügbarkeit einer Anwendung überwacht, kann zwei Zustände aufweisen: grün, wenn die Anwendung ausgeführt wird; und rot, wenn sie nicht ausgeführt wird. Der Autor jedes Management Packs legt fest, welche Monitore enthalten sind, wie viele Zustände jeder Monitor aufweisen kann und welcher Aspekt der verwalteten Klasse vom Monitor überwacht wird.

Regeln

In Operations Manager 2007 gibt eine Regeln vor, welche Ereignisse und Leistungsdaten von den Computern gesammelt werden und was mit den gesammelten Informationen passieren soll. Regeln kann man sich als wenn/dann-Anweisungen vorstellen. Ein Management Pack für eine Anwendung kann z. B. folgende Regeln enthalten:

  • Wenn eine Meldung ins Ereignisprotokoll geschrieben wird, die angibt, dass eine Anwendung heruntergefahren wird, sende eine Warnung.

  • Wenn ein Anmeldeversuch fehlschlägt, erfasse das Ereignis, das diesen Fehler anzeigt.

Wie diese Beispiele zeigen, können Regeln Warnungen, Ereignisse oder Leistungsdaten senden. Regeln können auch Skripts ausführen, z. B. um einen Neustart einer fehlgeschlagenen Anwendung zu versuchen.

Ansichten

Die Operations Manager-Betriebskonsole stellt Standardansichten wie "Status", "Warnungen" und "Leistung" bereit. Ein Management Pack kann eigene spezielle Ansichten enthalten. Außerdem können Sie in der Betriebskonsole eine personalisierte Ansicht erstellen.

Wissensquelle

Eine Wissensquelle ist in Regeln und Monitore eingebetteter Inhalt, der vom Autor des Management Packs stammende Informationen zur Ursache einer Warnung und Vorschläge für die Lösung des zugrunde liegenden Problems enthält. Die Wissensquellen wird als Text in der Konsole angezeigt, und ihre Aufgabe besteht darin, einen Operator bei der Diagnose und beim Beheben von Problemen zu unterstützen. Der Text kann Links zu Tasks enthalten, mit deren Hilfe der Autor dieser Wissensquellen den Operator durch den Wiederherstellungsprozess leiten kann. Der Operator wird z. B. aufgefordert, zuerst Task A auszuführen, und dann, abhängig vom Ergebnis, entweder Task B oder Task C. Die Wissensquelle kann auch Links zu Leistungsansichten und Berichten enthalten und dem Operator so direkten Zugriff auf die zum Lösen eines Problems benötigten Informationen bereitstellen.

Die Wissensquelle wird als Produktwissensquelle oder Firmeninterne Wissensdatenbank bezeichnet. Die Produktwissensquelle wird vom Management Pack-Autor zum Management Pack hinzugefügt. Administratoren können ihr eigenes Wissen zu Regeln und Monitoren hinzufügen, um die Informationen zur Problembehandlung zu erweitern, und unternehmensspezifische Informationen für Operatoren hinzufügen, die so genannte firmeninterne Wissensdatenbank. Weitere Informationen über das Hinzufügen einer firmeninternen Wissensdatenbank zu einem Management Pack finden Sie unter Hinzufügen einer firmeninternen Wissensdatenbank zu einem Management Pack.

Tasks

Ein Task ist ein Skript oder anderer ausführbarer Code, das/der entweder auf dem Verwaltungsserver oder auf dem verwalteten Server, Client bzw. sonstigen Gerät ausgeführt wird. Tasks können potenziell alle Arten von Aktivitäten ausführen, beispielsweise das Neustarten einer fehlgeschlagenen Anwendung und das Löschen von Dateien. Wie alle anderen Aspekte eines Management Packs ist jede Task einer bestimmten verwalteten Klasse zugeordnet. Das Ausführen von chkdsk macht z. B. nur Sinn auf einem Datenträger, während ein Task, der Microsoft Exchange Server neu startet, nur für einen Computer relevant ist, auf dem Exchange Server ausgeführt wird. Falls erforderlich, kann ein Operator auch dieselbe Task gleichzeitig auf mehreren verwalteten Systemen ausführen. Monitoren können zwei spezielle Arten von Tasks zugeordnet werden: Diagnosetasks zum Ermitteln der Ursache für ein Problem und Wiederherstellungstasks zum Beheben des Problems. Diese Tasks können automatisch ausgeführt werden, wenn der Monitor in einen Fehlerzustand gerät. So lässt sich das Lösen von Problemen automatisieren. Sie können auch manuell ausgeführt werden, weil die automatisierte Wiederherstellung nicht immer den optimalen Ansatz darstellt.

Berichte

Neben den angepassten Ansichten für die Objekte, für die das Management Pack bestimmt ist, kann das Management Pack auch benutzerdefinierte Berichte enthalten. Ein Management Pack kann zum Beispiel eine angepasste Definition für einen der in Operations Manager integrierten Berichte enthalten, in der exakt die Objekte angegeben sind, für die der Bericht erstellt werden soll.

Objektermittlungen

In Operations Manager 2007 werden Objektermittlungen verwendet, um die spezifischen Objekte in einem Netzwerk zu finden, die überwacht werden müssen. Management Packs definieren, welcher Objekttyp vom Management Pack überwacht wird. Die Objektermittlungen können die Registrierung, WMI, Skripts, OLE DB, LDAP oder sogar benutzerdefinierten verwalteten Code verwenden, um Objekte in einem Netzwerk zu finden. Wenn eine Objektermittlung Objekte in Ihrem Netzwerk findet, die Sie nicht überwachen möchten, können Sie den Umfang der Objektermittlungen durch Außerkraftsetzungen begrenzen.

Ausführung als Profile

Ein Management Pack kann ein oder mehrere ausführende Profile enthalten. Mit ausführenden Profilen und ausführenden Konten können Sie Benutzer auswählen, die über die erforderlichen Rechte für das Ausführen von Regeln, Tasks und Monitoren verfügen.

Autoren von Management Packs können ein ausführendes Profil erstellen und dem Profil eine oder mehrere Regeln, Monitore, Tasks oder Ermittlungen zuweisen. Das benannte ausführende Profil wird zusammen mit dem Management Pack in Operations Manager 2007 importiert. Der Operations Manager 2007-Administrator erstellt dann ein benanntes ausführendes Konto und gibt Benutzer und Gruppen an. Danach fügt er das ausführende Konto zum ausführenden Profil hinzu und gibt die Zielcomputer an, auf denen das Konto ausgeführt werden soll. Das ausführende Konto stellt die Anmeldeinformationen zum Ausführen der Regeln, Monitore, Tasks und Ermittlungen bereit, die mit dem ausführenden Profil verknüpft sind, dem das ausführende Konto angehört.

Management Pack-Bibliotheken und -Abhängigkeiten

Bestimmte Management Packs werden als Bibliotheken bezeichnet, da sie ein Fundament von Klassen bilden, von denen andere Management Packs abhängen. Ein Management Pack, das Sie aus dem Operations Manager-Katalog herunterladen, kann ein Bibliotheks-Management Packs enthalten. Einige Bibliotheks-Management Packs werden im Rahmen des Installationsprozesses von Operations Managers 2007 importiert. Eine Liste der bei der Installation von Operations Manager 2007 importierten Management Packs finden Sie in der Operations Manager 2007-Hilfe unter "Operations Manager 2007-Standardeinstellungen" .

Eine Abhängigkeit liegt vor, wenn ein Management Pack auf andere Management Packs verweist. Vor dem Import eines Management Packs müssen Sie alle referenzierten Management Packs importieren, von denen das Management Pack abhängig ist. Management Packs enthalten ein Management Pack-Handbuch, in dem die Abhängigkeiten des Management Packs dokumentiert sein sollten. Wenn Sie versuchen, ein Management Pack zu importieren, und wenn referenzierte Management Packs fehlen, wird außerdem im Dialogfeld "Management Packs importieren" darauf hingewiesen, dass das Management Pack nicht importiert werden, und es wird eine Liste der fehlenden Management Packs angezeigt. Nach dem Import eines Management Packs können Sie dessen Abhängigkeiten in der Betriebskonsole anzeigen.

So zeigen Sie die Abhängigkeiten für ein Management Pack an

  1. Klicken Sie in der Betriebskonsole auf der Registerkarte Verwaltung auf Management Packs.

  2. Klicken Sie im Dialogfeld Management Packs mit der rechten Maustaste auf das gewünschte Management Pack und dann auf Eigenschaften.

  3. Klicken Sie im Dialogfeld Eigenschaften für das Management Pack auf die Registerkarte Abhängigkeiten.

    Auf der Registerkarte Abhängigkeiten wird das Management Pack angezeigt, von dem das ausgewählte Management Pack abhängig ist, und die Management Packs, die vom ausgewählten Management Pack abhängig sind.

Siehe auch

 
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