Neue Unified Messaging-Funktionalität und Voicemailfunktionen

Exchange 2010
 

Gilt für: Exchange Server 2010 SP2

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2016-11-28

Microsoft Exchange Server 2010 Unified Messaging (UM) wurde um neue Funktionalität und viele neue Funktionen erweitert. In diesem Thema werden die neuen Funktionen für Unified Messaging und Voicemail erläutert, die in Exchange 2010 zur Verfügung stehen.

Inhalt

Mailboxansageregeln

Zusätzliche Sprachunterstützung

Verbesserungen an Namenssuche von einer Anrufer-ID aus

Voicemailvorschau

MWI (Message Waiting Indicator)

Benachrichtigungen zu verpassten Anrufen und Voicemailbenachrichtigungen über SMS

Geschützte Voicemail

Unterstützung für eingehende Faxe

Gruppenadressierung über Outlook Voice Access

Integrierte Unified Messaging-Administratorrollen

In Exchange 2010 ermöglicht die Unified Messaging-Serverrolle UM-aktivierten Benutzern die Erstellung und Anpassung von Mailboxansageregeln für ihre Anrufer. Wenn ein Benutzer für UM aktiviert wird, sind noch keine Mailboxansageregeln vorhanden. Die Exchange 2010-Voicemail wird standardmäßig für Mailboxansagen verwendet. Benutzer können jedoch bis zu neun Mailboxansageregeln erstellen.

Mailboxansageregeln ähneln der automatischen UM-Telefonzentrale von Exchange Server 2007. Normalerweise umfassen sie eine Begrüßung, eine Menüansage und eine Liste von Optionen, die zur Auswahl stehen. Der Hauptunterschied zwischen einer automatischen Telefonzentrale und einer Mailboxansageregel besteht darin, dass in Unified Messaging schon bekannt ist, für wen der Anruf bestimmt ist, sobald die Mailboxansageregel den eingehenden Anruf verarbeitet.

Mit Mailboxansageregeln kann ein Anrufer folgende Aktionen durchführen:

  • Hinterlassen einer Sprachnachricht für den UM-aktivierten Benutzer

  • Übergeben an einen alternativen Kontakt des UM-aktivierten Benutzers

  • Übergeben an die Voicemail des alternativen Kontakts

  • Übergeben an andere Telefonnummern, die der UM-aktivierte Benutzer konfiguriert hat

  • Verwenden der Suchanruffunktion oder Finden des UM-aktivierten Benutzers über eine überwachte Übergabe

In Exchange 2007 umfasste jedes UM-Sprachpaket ein TTS-Modul (Text-to-Speech) sowie vorab aufgezeichnete Ansagen für die betreffende Sprache. UM-Sprachpakete für Exchange 2007 werden in 16 unterschiedlichen Sprachen angeboten. Aber nicht alle UM-Sprachpakete unterstützen automatische Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR). Für die automatische Spracherkennung gab es nur eine Sprache – amerikanisches Englisch.

In Exchange 2010 enthalten alle verfügbaren Sprachpakete das TTS-Modul (Text-to-Speech) sowie vorab aufgezeichnete Ansagen für die betreffende Sprache und ASR-Unterstützung. Allerdings umfassen nur einige Sprachpakete Unterstützung für die Voicemailvorschau. Das US-englische Sprachpaket (en-US) ist auf der Exchange 2010-DVD enthalten, und weitere UM-Sprachpakete können aus dem Microsoft Download Center heruntergeladen werden.

Weitere Informationen zu UM-Sprachpaketen finden Sie unter den folgenden Themen:

In Exchange 2007 Unified Messaging wurde eine Sprachnachricht erstellt, nachdem ein Anruf aufgrund des Besetztzeichens oder weil er nicht entgegengenommen wurde an einen Unified Messaging-Server umgeleitet wurde. Nachdem der Anruf entgegengenommen wurde, versuchte Exchange 2007 Unified Messaging die Anrufer-ID aufzulösen, um anstelle einer Nummer einen Namen in die Senderinformationen einzutragen.

In Exchange 2007 wurden Namenssuchen für Voicemailnachrichten anhand von Informationen über den Anrufer durchgeführt, der sich in denselben Wähleinstellungen befand wie der angerufene Benutzer. Namenssuchen wurden über eine EUM-Proxyadresse (Exchange Unified Messaging) anhand der persönlichen Kontakte des Benutzers durchgeführt, der den Anruf erhalten hat, oder anhand des Attributs msRTCSIP-Line in Active Directory, wenn Service Pack 1 (SP1) für Exchange 2007 installiert und Exchange 2007 in Office Communications Server 2007 integriert war.

In Exchange 2010 wurden die in Exchange 2007 verwendeten Methoden zur Namenssuche erweitert. Exchange 2010 umfasst Methoden, die in Exchange 2007 zum Auflösen von Anrufs-IDs eingesetzt wurden. Allerdings wurden acht weitere Active Directory-Attribute zum Auflösen einer Anrufer-ID zu einem Namen hinzugefügt. Anhand der folgenden Schritte können Sie einen Namen aus den Informationen des anrufenden Teilnehmers abrufen:

  1. Verwenden Sie den Namen des Anrufers, wenn der Anrufer über Outlook Voice Access an seiner Mailbox angemeldet ist oder wenn ein Unified Communications-Client wie Office Communicator 2007 oder Office Communicator Phone Edition zum Tätigen des Anrufs verwendet wird. Die Identität des Anrufers ist bekannt, weil er bereits von Outlook Voice Access, Office Communicator 2007 oder Office Communicator Phone Edition authentifiziert wurde.

  2. Verwenden Sie die EUM-Proxyadressen in Active Directory. Wenn die Proxyadresse ein @-Zeichen enthält, wird sie als SIP-URI (Session Initiation Protocol Uniform Resource Identifier) betrachtet. Beginnt die Proxyadresse mit einem Pluszeichen (+), wird sie als E.164-Nummer angesehen. Enthält sie keines dieser Symbole, wird die Adresse als Durchwahl innerhalb der Wähleinstellungen des angerufenen Teilnehmers oder innerhalb entsprechender Wähleinstellungen betrachtet.

  3. Handelt es sich bei der Anrufer-ID um einen gültigen SIP-URI, verwenden Sie Active Directory zum Auflösen des SIP-URI anhand der EUM-Proxyadressen.

  4. Ist die Anrufer-ID eine gültige E.164-Nummer, verwenden Sie Active Directory, um die Nummer über den Namen des anrufenden Teilnehmers aufzulösen. Damit dieser Vorgang ordnungsgemäß funktioniert, müssen Sie den Parameter UMCallingLineIds manuell in den UM-aktivierten Postfächern für die einzelnen Benutzer konfigurieren. Dies ist hilfreich, wenn Sie eine Telefonnummer, beispielsweise eine private Mobiltelefonnummer, nicht in Active Directory veröffentlichen, aber dennoch den Namen des anrufenden Teilnehmers über diese Telefonnummer auflösen möchten.

  5. Verwenden Sie den heuristischen Active Directory-Abgleich, falls dieser aktiviert ist, um die Nummer über den Namen des anrufenden Teilnehmers aufzulösen. Der heuristische Active Directory-Abgleich muss in den Wähleinstellungen aktiviert sein, und das Benutzerkonto in Active Directory muss Informationen in mindestens einem der folgenden Active Directory-Attribute enthalten:

    1. TelephoneNumber

    2. HomePhone

    3. Mobile

    4. FacsimileTelephoneNumber

    5. OtherTelephone

    6. OtherHomePhone

    7. OtherMobile

    8. OtherFacsimileTelephoneNumber

  6. Lösen Sie die Nummer über den Namen des anrufenden Teilnehmers mithilfe der persönlichen Kontakte des anrufenden Teilnehmers auf.

  7. Wird der Name des anrufenden Teilnehmers nicht anhand einer der oben beschriebenen Methoden aufgelöst, wird in der Voicemailnachricht die Telefonnummer verwendet.

In Exchange 2010 verwendet die Unified Messaging-Serverrolle ASR für neu erstellte Voicemailnachrichten. Wenn Benutzer Sprachnachrichten erhalten, enthalten diese sowohl eine Aufzeichnung als auch Text, der aus der Sprachaufzeichnung erstellt wurde. Den Benutzern wird der Text der Sprachnachricht in einer E-Mail-Nachricht innerhalb von Outlook Web App, Outlook 2007 oder Outlook 2010 angezeigt.

Der Message Waiting Indicator ist eine Funktion, die in den meisten älteren Voicemailsystemen zu finden ist. Der Begriff bezieht sich auf jeden Mechanismus, der auf den Eingang einer neuen Nachricht hinweist. In Exchange 2007 wurde diese Funktionalität von einer Drittanbieteranwendung bereitgestellt, die den Empfang einer neuen Sprachnachricht durch eine Leuchte am Telefonapparat anzeigte. Diese Funktion wurde Exchange 2010 hinzugefügt, sodass keine Software von Drittanbietern erforderlich ist. Der WMI kann über das Postfach des Benutzers oder durch eine UM-Postfachrichtlinie aktiviert oder deaktiviert werden.

Benutzer, die Mitglied in gehosteten oder Benutzerwähleinstellungen sind, ihre Voicemaileinstellungen mit ihrer Mobiltelefonnummer konfigurieren und die Anrufweiterleitung festlegen, können auf ihren Mobiltelefonen Benachrichtigungen zu verpassten Anrufen und neuen Sprachnachrichten in einer SMS-Nachricht (Short Messaging Service) erhalten. Hierzu müssen die Benutzer zunächst jedoch Textnachrichten konfigurieren und Benachrichtigungen für ihr Konto aktivieren.

Geschützte Voicemail ist eine Unified Messaging-Funktionalität, die Benutzern das Senden privater Nachrichten ermöglicht. Solche Nachrichten werden durch die Active Directory-Rechteverwaltungsdienste (AD RMS) geschützt, und Benutzer können die Sprachdatei aus der E-Mail weder weiterleiten noch kopieren oder extrahieren. Geschützte Voicemail erhöht die Diskretion von Unified Messaging. Benutzer können daher auf Unified Messaging zurückgreifen, wenn sie die Empfänger von Sprachnachrichten einschränken möchten. Diese Funktionalität ähnelt der Verarbeitung privater E-Mail-Nachrichten in Exchange 2007. In Exchange 2010 gilt dies auch für Voicemailnachrichten.

Exchange 2007 bot integrierte Unterstützung für die Erstellung von Faxnachrichten über die Unified Messaging-Serverrolle. Ein Benutzer mit einem UM-aktivierten Postfach konnte Faxnachrichten aus Anrufen erhalten, die an seine Telefonnummer getätigt wurden. In Exchange 2007 UM gibt es keine Unterstützung für das Routing eingehender Faxe oder für ausgehende Faxe.

In Exchange 2010 wurde die direkte Faxunterstützung aus der Unified Messaging-Serverrolle entfernt. Kunden, die eine Faxlösung für Exchange 2010 benötigen, müssen auf eine Partnerlösung für die Faxfunktion zurückgreifen. Partnerlösungen für die Faxfunktion sind von mehreren Faxpartnern erhältlich. Die Faxpartnerlösungen sind eng in Exchange 2010 integriert und ermöglichen UM-aktivierten Benutzern den Empfang eingehender Faxnachrichten.

In Exchange 2007 konnten Benutzer entweder die Benutzerschnittstelle für Telefoneingabe (Telephone User Interface, TUI) oder die Benutzerschnittstelle für Spracheingabe (Voice User Interface, VUI) in Outlook Voice Access verwenden, um nach der Anmeldung bei ihrem Postfach E-Mail- und Sprachnachrichten zu senden. Allerdings konnten Benutzer nur eine einzige E-Mail-Nachricht an einen einzelnen Benutzer in ihren persönlichen Kontakten oder an mehrere Empfänger aus dem Verzeichnis senden, entweder durch Hinzufügen jedes einzelnen Empfängers oder durch Hinzufügen des Namens einer Verteilerliste aus der globalen Adressliste. Wenn ein Benutzer sich in Exchange 2010 über Outlook Voice Access bei seinem Postfach anmeldete, konnte er auch E-Mail- und Sprachnachrichten an Benutzer in einer Gruppe senden, die in den persönlichen Kontakten gespeichert war.

Eine Reihe von Rollen zur Verwaltung von Unified Messaging- und Voicemailfunktionen wurde innerhalb von Exchange 2010 definiert. Administratorrollen, die UM beinhalteten, standen in Exchange 2000 zur Verfügung. Die folgenden UM-spezifischen Administratorrollen wurden in Exchange 2010 hinzugefügt:

  • UM-Postfächer

  • UM-Telefonansagen

  • Unified Messaging

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