Übersicht über Business Connectivity Services in SharePoint 2013

 

Gilt für:SharePoint Foundation 2013, SharePoint Server 2013

Letztes Änderungsdatum des Themas:2016-12-16

Zusammenfassung:  In diesem Artikel finden Sie Informationen zu SharePoint Business Connectivity Services (BCS) und darüber, wie externe Daten mit SharePoint Business Connectivity Services über die Cloud und lokale Konfigurationen in SharePoint und Office importiert werden.

Dieser Artikel bietet eine Einführung in Microsoft Business Connectivity Services und informiert Sie über Folgendes:

  • Definition von Business Connectivity Services

  • Geschäftsprobleme, die mit Business Connectivity Services behoben werden, und Einsatz von Business Connectivity Services

  • Funktionsweise von Business Connectivity Services

  • Die drei grundlegenden Business Connectivity Services-Lösungen und deren Aufbau

Dieser Artikel bildet Ihren Ausgangspunkt für die Verwendung von Business Connectivity Services zum Erstellen von Datenintegrationslösungen in SharePoint 2013 und Office 2013. Sie müssen die Konzepte in diesem Artikel verstehen, bevor Sie mit dem Planen, Entwickeln und Installieren von Business Connectivity Services-Datenintegrationslösungen beginnen können. Die Beispiele in diesem Artikel werden in der gesamten restlichen Business Connectivity Services-Dokumentation verwendet.

Inhalt dieses Artikels:

Business Connectivity Services ist eine zentralisierte Infrastruktur in SharePoint 2013 und Office 2013, die Datenintegrationslösungen unterstützt. Mit Business Connectivity Services können Sie SharePoint 2013- und Office 2013-Clients als Schnittstellen zu Daten verwenden, die nicht in SharePoint 2013 selbst vorhanden sind. Diese externen Daten können sich beispielsweise in einer Datenbank befinden. Für den Zugriff auf diese Daten kann der Business Connectivity Services-Standardkonnektor für diese Datenbank verwendet werden. Business Connectivity Services kann auch eine Verbindung mit Daten herstellen, die über einen Webdienst verfügbar gemacht werden. Darüber hinaus kann auch eine Verbindung mit Daten, die als OData-Quelle veröffentlicht wurden, oder mit anderen Arten von externen Daten hergestellt werden. In Business Connectivity Services können hierzu standardmäßige oder benutzerdefinierte Konnektoren verwendet werden. Die Konnektoren bilden die Kommunikationsbrücke zwischen SharePoint 2013 und dem externen System, von dem die externen Daten gehostet werden. Eine Übersicht über OData in BCS aus Entwicklersicht finden Sie in der MSDN Library im Thema zum Verwenden von OData-Quellen mit Business Connectivity Services in SharePoint 2013.

In SharePoint 2013 können externe Daten auf unterschiedliche Weise präsentiert werden. Am häufigsten werden die Daten in einer externen Liste dargestellt. Die externen Listen haben ein ähnliches Erscheinungsbild wie normale SharePoint-Listen – mit der Ausnahme, dass in den Listen nur externe Daten angezeigt werden können. Wenn Sie externe Daten zusammen mit anderen Daten in eine Liste oder Bibliothek integrieren möchten, können Sie eine Spalte für externe Daten verwenden. Eine Spalte für externe Daten ist ein Spaltentyp, den Sie erstellen und einer SharePoint-Liste hinzufügen können. Hierbei gehen Sie genauso vor wie beim Hinzufügen einer Spalte vom Typ Person oder Gruppe oder Datum und Uhrzeit. In der Spalte für externe Daten werden allerdings externe Daten angezeigt. Weitere Informationen zu externen Daten und externen Listen aus Information-Worker-Sicht finden Sie auf der Office.com-Website im Thema zur Einführung in externe Daten sowie unter Unterschiede zwischen systemeigenen und externen Listen. SharePoint 2013 umfasst Geschäftsdaten-Webparts zum Darstellen von und Interagieren mit externen Daten und Apps für SharePoint, die auch externe Daten verwenden können. Informationen zu Apps für SharePoint finden Sie unter Übersicht über Apps für SharePoint 2013. Eine Übersicht über BCS aus Entwicklersicht finden Sie in der MSDN Library unter Business Connectivity Services in SharePoint 2013.

Sobald die externen Daten verfügbar sind, können Sie verschiedene Vorgänge mit den Daten durchführen, z. B. Erstellen, Lesen, Aktualisieren, Löschen und Abfragen – kurz: CRUDQ (Create, Read, Update, Delete, Query). Abhängig von den aktivierten Vorgängen können die in SharePoint 2013 oder Office 2013 vorgenommenen Datenänderungen automatisch wieder mit der externen Datenquelle synchronisiert werden. Sie können die externen Daten mit der SharePoint-Suche durchsuchen.

Jedes Unternehmen nutzt Daten, die an verschiedenen Orten gespeichert sind, die zu unterschiedlichen Zwecken verwendet werden und auf die auf verschiedene Arten zugegriffen wird. Einige dieser Daten können sich in SharePoint 2013 befinden und andere nicht. Unternehmen verfügen ggf. über Vollzugriff auf einen Teil dieser Daten in Dateifreigaben, Datenbanken und SharePoint 2013, z. B. für vertrauliche Mitarbeiterdatensätze und Inhalte zur Produktforschung. Entsprechend nutzen Unternehmen wahrscheinlich auch andere Daten, auf die sie keinen Vollzugriff besitzen. Hierbei kann es sich um Daten von Drittanbietern handeln, z. B. Kundeninformationen oder Aktienkurse. Unternehmen müssen dann Geschäftsprozesse entwickeln, in denen wichtige Daten aus jeder dieser Datenquellen verwendet werden, um ihre Geschäftsziele zu erreichen.

Unternehmen erstellen häufig benutzerdefinierte Anwendungen, die Daten aus diesen verschiedenen Datenquellen abrufen – sowohl strukturiert als auch nicht strukturiert. Diese Daten werden dann über benutzerdefinierte Schnittstellen, die die strukturierten und nicht strukturierten Daten zusammenführen, für Mitarbeiter bereitgestellt. Diese Schnittstellen werden normalerweise von internen Entwicklern erstellt, sodass ein gewisser zusätzlicher Entwicklungs- und Wartungsaufwand entsteht. Business Connectivity Services gibt Unternehmen die Möglichkeit, die externen Daten auf einfache Weise in SharePoint 2013-Lösungen und Office 2013-Clients zu integrieren. Abhängig von der Art der Lösung können Sie die Daten bearbeiten und im externen System aktualisieren. Sie können die Daten auch abrufen und offline bearbeiten. Benutzer können die SharePoint 2013-Daten und die externen Daten dann in vertrauten SharePoint 2013- und Office 2013-Tools verwenden.

Sie können Business Connectivity Services zum Erstellen vieler Arten von Datenintegritätslösungen verwenden. Hier einige Beispiele.

  • Helpdesk   Business Connectivity Services kann in Unternehmen für die Helpdesks verwendet werden, die internen technischen Support bereitstellen. Beispielsweise werden Supporttickets und die technische Wissensdatenbank in zwei separaten Datenbanken gespeichert, die sich beide nicht in SharePoint 2013 befinden. Mithilfe von Business Connectivity Services kann das Unternehmen Daten aus beiden Quellen abrufen, filtern und sortieren und dann zwecks Interaktion in einer externen Liste in SharePoint 2013 darstellen. Zudem können Helpdesktechniker mit korrekt konfigurierten Berechtigungen die Daten bearbeiten, während Benutzer mit Supportanfragen nur berechtigt sind, nach ihren offenen Supporttickets zu suchen und deren Status anzuzeigen. Techniker und Information-Worker können auch über verschiedene Office 2013-Clients auf die Daten zugreifen. Offene Supporttickets werden mithilfe von Workflows über vordefinierte Schritte weitergeleitet. Helpdesk-Manager können in Berichten und Dashboards aktuelle Supportticketdaten nach Techniker anzeigen. Ein typischer Bericht enthält die Anzahl der jedem Supportspezialisten zugewiesenen Supportprobleme, die derzeit dringendsten Probleme und die Anzahl von Supportvorgängen, die von jedem Supportspezialisten in einem bestimmten Zeitraum behandelt werden.

  • Künstlerverzeichnis   Eine Talentagentur integriert ihre Künstlerdatenbank in ihre interne Website. Die vollständige Liste von Künstlern, einschließlich Kontaktinformationen und Terminplänen, kann in SharePoint-Arbeitsbereich oder in Outlook offline genutzt werden. Plattenverträge können über die Website oder in Outlook generiert und ausgefüllt werden. Jeder Vertrag wird per Workflow durch seine einzelnen Phasen geleitet. Neue Künstler können von der Website oder von Outlook aus hinzugefügt werden. Mit dieser Lösung haben Agenten immer die benötigten Informationen zur Hand und können viele wichtige Aufgaben auf den gewohnten Office-Benutzeroberflächen ausführen.

  • Dashboard des Verkaufsteams   Eine Dashboardanwendung für das Verkaufsteam hilft Vertriebsmitarbeitern in einem Unternehmen, schnell die benötigten Informationen zu finden und neue Daten einzugeben. Verkaufsaufträge und Kundeninformationen werden in einer externen Anwendung, z. B. Salesforce.com, verwaltet und mithilfe von Business Connectivity Services in die Lösung integriert. Je nach ihren Funktionen können Teammitglieder Umsatzanalysen, Leistungsdaten einzelner Teammitglieder, Vertriebskontakte sowie Kontaktinformationen und Bestellungen eines Kunden anzeigen. Vertriebsmitarbeiter können ihre täglichen Kalender und die ihnen von ihren Vorgesetzten zugewiesenen Aufgaben anzeigen, mit Teammitgliedern zusammenarbeiten und Branchennachrichten in einem Webbrowser in Outlook lesen. Manager können mit Word 2013 monatliche Statusberichte erstellen, die Daten aus den externen Systemen enthalten.

Informationen zu den ersten Schritten mit BCS aus Entwicklersicht finden Sie unter Erste Schritte mit Business Connectivity Services in SharePoint 2013

Business Connectivity Services ist nur eine Möglichkeit, um externe Daten in clientbasierte SharePoint 2013- und Office 2013-Geschäftsdatenlösungen zu integrieren. Darüber hinaus gibt es benutzerdefinierte Lösungen auf JavaScript-Basis, benutzerdefinierte Datenverbindungen sowie Webparts mit benutzerdefinierter Codierung. Zudem stehen Apps für Office zur Verfügung. Apps für Office können direkt auf externe Daten zugreifen oder die Business Connectivity Services-APIs und die zentralisierte Business Connectivity Services-Infrastruktur verwenden. Jede dieser Lösungen erfüllt zwar ihren Zweck, Business Connectivity Services bietet jedoch mehrere Vorteile für die Datenintegration auf Unternehmensebene.

Zentralisierte Infrastruktur   Business Connectivity Services ist eine zentralisierte Infrastruktur, die Lösungen zur Datenintegration unterstützt. Der Infrastruktur ist nicht bekannt, ob externe Systeme oder externe Daten vorhanden sind. Die Business Connectivity Services- und Office 2013-Clients müssen darüber informiert werden, wo sich die externen Daten befinden, wie eine Verbindung mit diesen Daten hergestellt werden kann und wozu diese Daten verwendet werden können. Diese Informationen zum externen System und zu externen Daten werden in einer Definition namens externer Inhaltstyp eingeschlossen. Durch externe Inhaltstypen wird Business Connectivity Services über das Vorhandensein externer Systeme informiert. Externe Inhaltstypen werden zentral gespeichert und geschützt und können von vielen Business Connectivity Services-Lösungen gemeinsam verwendet werden. Mit externen Inhaltstypen können Sie externe Daten tief in SharePoint 2013- und Office 2013-Lösungen integrieren. Die Business Connectivity Services-Infrastruktur ist in Server- und Clientumgebungen sehr ähnlich. Daher kann der Entwickler mit minimalem administrativen Eingriff einen externen Inhaltstyp erstellen. Dieser Inhaltstyp kann sowohl in Client- als auch Serverlösungen verwendet werden.

Verwaltete Authentifizierung   Ein weiterer Vorteil der zentralisierten Infrastruktur in Business Connectivity Services ist, dass die Sicherheitstransaktionen mit dem externen System von BCS behandelt werden. Wenn der Entwickler den externen Inhaltstyp erstellt, enthält dieser Informationen zum Authentifizierungsprotokoll und den Anmeldeinformationen, die verwendet werden sollen. Die Konfigurationsinformationen werden von Business Connectivity Services an den entsprechenden Konnektor übergeben, und die Verbindung wird hergestellt. Das bedeutet, dass Benutzer keine zusätzlichen Anmeldeinformationen angeben müssen, wenn sie mit den externen Daten arbeiten möchten. In Business Connectivity Services können die in Secure Store Service gespeicherten Anmeldeinformationen verwendet werden. Mit diesen gespeicherten Anmeldeinformationen kann auf externe Daten zugegriffen werden. Sie werden jeweils den individuellen Anmeldeinformationen der Benutzer oder einer Sicherheitsgruppe zugeordnet, der die Benutzer angehören. Auf diese Weise wird einmaliges Anmelden für Benutzer unterstützt. Auf der Clientseite müssen Benutzer die für das externe System benötigten Anmeldeinformationen kennen und beim ersten Zugriff auf die externen Daten angeben. Die Anmeldeinformationen werden dann sicher im Windows-Client gespeichert.

Suchen externer Inhalte   Da die Business Connectivity Services-Infrastruktur in SharePoint 2013 integriert ist, können darin allgemeine SharePoint 2013-Features wie die Suche verwendet werden. Die externen Daten werden als Inhaltsquelle definiert, die von SharePoint 2013 durchforstet und indiziert wird. Die Suchergebnisse aus externen Daten werden aus Sicherheitsgründen gekürzt – d. h., der Benutzer sieht nur die Informationen, für die er eine Anzeigeberechtigung besitzt. Dies gilt auch für alle anderen Suchergebnisse in SharePoint 2013. Experten, andere Benutzer und Entwickler können mithilfe der vertrauten Listen-, Webpart- und Spaltenfeatures mit externen Daten interagieren.

Business Connectivity Services umfasst serverseitige Komponenten und clientseitige Komponenten. Business Connectivity Services-Lösungen können eine dieser Komponenten oder beide in einer einzigen Lösung enthalten. Diese beiden Komponentenstapel arbeiten vollständig unabhängig voneinander, sind jedoch ähnlich strukturiert. Sie verwenden beide dieselben Konfigurationsdaten. Auf Serverseite werden die Konfigurationsdaten in einem externen Inhaltstyp gespeichert. Externe Inhaltstypen werden in der BDC-Metadatenspeicher-Datenbank gespeichert. Auf der Clientseite werden die Konfigurationsdaten in einem BDC-Modell auf dem Client im clientseitigen BDC-Cache gespeichert. Das BDC-Modell ist nur eine Version des externen Inhaltstyps, der in eine XML-Datei exportiert wird. Die XML-Datei wird in den Office-Client importiert. Der Serverkomponentenstapel und der Clientkomponentenstapel können auf dieselben externen Inhaltsquellen zugreifen. Die beiden Stapel unterscheiden sich voneinander in Bezug auf die Benutzeroberfläche, den Ort der Dienstausführung und darin, wo und wie die Daten, die die externe Verbindung und das externe System definieren, gespeichert werden.

In serverseitigen Business Connectivity Services-Lösungen interagieren Benutzer nur mit externen Daten in einem Browser oder auf einer SharePoint-Website. Hierbei kann es sich um eine beliebige Art von SharePoint-Website handeln, die externe Listen, externe Datenspalten, externe Webparts oder Apps für SharePoint unterstützt. Die SharePoint-Unternehmenssuche von externen Daten wird im Browser auch unterstützt.

Damit Business Connectivity Services eine Verbindung mit einer externen Datenquelle herstellen und mit den darin enthaltenen Daten interagieren kann, muss dieses externe System in einem externen Inhaltstyp auf eine Art definiert sein, die von Business Connectivity Services interpretiert werden kann. Ein externer Inhaltstyp enthält den Namen des externen Systems, die Art der Datenquelle, den Typ der für Verbindungen zu verwendenden Authentifizierung sowie Informationen darüber, wo eine Verbindung hergestellt werden kann und welche Vorgänge durchgeführt werden. Optional sind auch Filter- und Sortieranweisungen enthalten, damit nur die gewünschten Daten in der richtigen Reihenfolge zurückgegeben werden.

Abbildung: serverseitige Komponenten der Business Connectivity Services

Die Ebenen der BCS-serverseitigen Architektur
  1. Ein Benutzer öffnet eine SharePoint-Webseite, die die externen Daten enthält, mit denen interagiert werden soll. Hat der Benutzer eine Zugriffsberechtigung für die Daten, kann er die Daten zumindest lesen. Abhängig davon, wie die unterstützten Vorgänge im externen Inhaltstyp definiert sind und über welche Berechtigungsstufe der Benutzer für den externen Inhaltstyp verfügt, ist der Benutzer zudem möglicherweise berechtigt, neue Datensätze zu erstellen und vorhandene Datensätze zu aktualisieren und zu löschen. Wenn es sich bei dem Benutzer um eine Website für die Unternehmenssuche handelt und der Benutzer über die notwendigen Berechtigungen verfügt, kann er in den Datensätzen Abfragen durchführen. Bei diesen Daten kann es sich um externe Listen, externe Datenspalten, externe Webparts oder Apps für SharePoint handeln.

  2. Eine Anforderung für externe Daten wird erstellt und an den serverseitigen BDC-Laufzeitdienst übergeben. Die serverseitige BDC-Laufzeit führt verschiedene Aufgaben aus. Sie ist die Arbeitskomponente von Business Connectivity Services und behandelt die meisten tatsächlichen Aktivitäten, die beim Anfordern externer Daten anfallen: Herstellen von Verbindungen, Interagieren mit externen Daten und Zurückgeben von Daten an den Benutzer.

  3. Die serverseitige BDC-Laufzeit greift auf den BDC-Metadatenspeicher zu und ruft den externen Inhaltstyp ab. Der BDC-Metadatenspeicher ist eine Datenbank, die in SQL Server gespeichert ist. Sie enthält nur Informationen zu den Verbindungen. Externe Daten sind weder im BDC-Metadatenspeicher noch an anderer Stelle in SharePoint 2013 gespeichert.

  4. Der externe Inhaltstyp wird von der serverseitigen BDC-Laufzeit gelesen, um zu prüfen, wie die Verbindung mit der externen Datenquelle hergestellt werden soll. Die serverseitige BDC-Laufzeit ruft die Anmeldeinformationen aus Secure Store ab, sofern notwendig. Weitere Informationen zu Secure Store finden Sie unter Planen von Secure Store Service in SharePoint Server 2013.

  5. Die serverseitige BDC-Laufzeit übergibt die Anforderung an den Konnektor, der mit dem externen System kommunizieren kann.

  6. Der Konnektor stellt eine Kommunikationsverbindung mit dem externen System her, ruft die Daten ab und führt beliebige Schreibvorgänge aus, die ggf. ausstehen. Die externen Daten werden gefiltert und sortiert, bevor sie über die Kette an den Benutzer zurückgegeben werden.

In der clientseitigen Version der Business Connectivity Services-Lösungen interagieren die Office 2013-Anwendungen mit externen Daten. Eine clientseitige Lösung kann unabhängig von SharePoint ausgeführt werden. Nicht alle Office 2013-Anwendungen interagieren mit externen Daten und einige davon haben nur Lesezugriff auf die Daten. Die folgende Tabelle enthält Details zu den unterstützten Vorgängen und informiert darüber, wie Anwendungen auf die Daten zugreifen können und wie die Verbindung hergestellt wird.

Tabelle: In Business Connectivity Services unterstützte Anwendungen und Vorgänge

Anwendung Unterstützte Vorgänge Online- oder Offlinezugriff auf externe Daten ClickOnce oder BDC-Modell importieren

Word

Schreibgeschützt

Online

BDC-Modell importieren

Access

CRUDQ

Online

BDC-Modell importieren

Visio

Schreibgeschützt

Online und Offline

BDC-Modell importieren

InfoPath

CRUDQ

Online und Offline

BDC-Modell importieren

Excel

CRUDQ

Online

BDC-Modell importieren

Outlook

CRUDQ

Online und Offline

ClickOnce-Installation

Um die externen Daten in einem Office 2013-Client verwenden zu können, muss die auf der Office.com-Website unter Erforderliche Software für das Arbeiten mit externen Daten aufgeführte erforderliche Software installiert sein.

In den clientseitigen Lösungen fallen einige zusätzliche Schritte an, bevor Benutzer über die Office-Clientanwendungen auf externe Daten zugreifen können.

  • Wenn der Entwickler den externen Inhaltstyp erstellt, muss dieser zunächst für die Unterstützung von Office-Clients konfiguriert werden.

  • Wenn die Lösung Access verwendet, muss der externe Inhaltstyp als BDC-Datei exportiert und dann in Access importiert werden.

  • Wenn die Lösung Word, InfoPath oder Excel verwendet, installiert die Anwendung Microsoft SQL Server Compact 4.0 und Microsoft .NET Framework 4. Bei der ersten Verwendung der Anwendung wird dann eine Verbindung mit den externen Daten hergestellt.

  • Wenn die Lösung Visio verwendet, verwenden Sie das Feature Daten mit Shapes verknüpfen in Visio, um zu einer externen Liste zu navigieren und eine Verbindung damit herzustellen.

Die folgenden Abbildung zeigt die clientseitige Architektur von Business Connectivity Services. Hierbei wird angenommen, dass entweder die BDC-Modelldatei in die angegebenen Anwendungen importiert wurde oder Verbindungen mit Outlook hergestellt wurden.

Abbildung: clientseitige Business Connectivity Services-Architektur

Die Komponenten der clientseitigen BCS-Architektur
  1. Ein Benutzer versucht, über eine der Office-Anwendungen auf externe Daten zuzugreifen, und die Anwendung generiert eine Datenanforderung.

  2. Die Anforderung wird an die BDC-Clientlaufzeit übergeben. Die BDC-Clientlaufzeit führt dieselben Funktionen wie die serverseitige BDC-Laufzeit aus.

  3. Die BDC-Clientlaufzeit ruft aus dem im clientseitigen BDC-Cache gespeicherten BDC-Modell bestimmte Details ab, um zu erfahren, wie eine Verbindung mit der externen Quelle hergestellt wird, welche Anmeldeinformationen verwendet werden sollen und welche externe Datenquelle verwendet wird. Der clientseitige BDC-Cache ist eine Instanz von Microsoft SQL Server Compact 4.0. Diese Software wird installiert, wenn eine clientseitige Business Connectivity Services-Lösung zum ersten Mal verwendet wird.

  4. Wenn die Anmeldeinformationen des Benutzers keinen Zugriff auf die externe Datenquelle gewähren, wird der Benutzer zur Eingabe der entsprechenden Anmeldeinformationen aufgefordert. Diese Anmeldeinformationen werden dann zur späteren Verwendung im Windows-Anmeldeinformations-Manager gespeichert.

  5. Nachdem die Verbindungsinformationen abgerufen wurden, übergibt die clientseitige BDC-Laufzeit die Anforderung an den entsprechenden Konnektor, der eine Kommunikationsverbindung mit der Datenquelle herstellt und die angeforderten und zulässigen Vorgänge durchführt. Wie bei der serverseitigen Lösung wird die Authentifizierung vom Business Connectivity Services-Client behandelt.

  6. Die Daten werden dann vom externen System gefiltert und sortiert und über die Kommunikationskette an die Office-Anwendung zurückgegeben.

Auf der grundlegendsten Ebene hängt jede Business Connectivity Services-Konfiguration vom Ort der Business Connectivity Services-Infrastruktur und vom Ort des externen Systems ab, das die externen Daten hostet. Die Business Connectivity Services-Infrastruktur und das externe System können auf nur zwei Arten miteinander in Beziehung stehen. Die Business Connectivity Services-Infrastruktur und das externe System können sich in Ihrem Firmennetzwerk befinden (Nur-lokal-Lösung), oder sowohl die Business Connectivity Services-Infrastruktur als auch das externe System befinden sich in der Cloud (Nur-Cloud-Lösung).

Bei der ersten Lösung befinden sich die SharePoint 2013-Farm und das externe System beide hinter der Firmenfirewall. Sie werden in Datencentern gehostet, die vom Unternehmen gesteuert werden, und Benutzer müssen sich im Firmennetzwerk befinden, um darauf zuzugreifen. Dieser erste Typ ist eine ausschließlich lokale Lösung. Das folgende Diagramm zeigt ein Beispiel für eine ausschließlich lokale Konfiguration. In diesem Beispiel interagieren Benutzer über eine externe Liste und über Outlook mit externen Daten. Die externe Datenquelle ist eine SQL Server-Datenbank, die die Kundenkontaktinformationen enthält.

Abbildung: Diagramm einer Nur-lokal-Lösung

Eine strukturierte lokale BCS-Lösung. Gezeigt wird:
  1. Ein Benutzer navigiert zu einer externen Liste auf einer SharePoint-Website. Die externe Liste erstellt mit den Windows-Anmeldeinformationen des Benutzers eine Datenanforderung.

  2. Die Anforderung wird an die BDC-Laufzeit in der SharePoint-Farm gesendet.

  3. Die BDC-Laufzeit greift auf den externen Inhaltstyp für die Liste (im BDC-Metadatenspeicher) zu, um zu prüfen, wie auf das externe System zugegriffen werden kann und welche Vorgänge ausgeführt werden können. Unter Verwendung der Anmeldeinformationen des Benutzers oder der Anmeldeinformationen aus Secure Store (so wie im externen Inhaltstyp definiert), übergibt die BDC-Laufzeit die Anforderung an einen Konnektor, der die Anfrage behandeln kann – in diesem Fall an den SQL-Konnektor.

  4. Der SQL-Konnektor greift auf die externe Datenquelle zu und ruft die Daten ab. Anschließend werden Formatierung und Filterung gemäß den Angaben im externen Inhaltstyp angewendet. Die Daten werden über die Anforderungskette an die Liste übergeben, mit der der Benutzer interagieren kann.

  5. Der Benutzer möchte diese Daten auf einem tragbaren Computer in Outlook verwenden. Hierzu kann der Benutzer das Feature Verbindung mit Outlook herstellen für die externe Liste verwenden, um die Daten offline zu nutzen.

  6. Die ClickOnce-Installation wird ausgeführt und installiert das BDC-Modell auf dem Client. So kann die clientseitige BDC-Laufzeit direkt auf die externen Daten zugreifen.

  7. Outlook stellt dann mithilfe der Konfiguration im BDC-Modell eine Verbindung mit den externen Daten her und synchronisiert diese in eine externe, als Kontaktliste formatierte SharePoint-Liste in Outlook.

  8. Der Benutzer kann dann mit den Kontaktdaten interagieren, und alle vom Benutzer vorgenommenen Änderungen werden zurück in die externe Datenquelle geschrieben – entweder mit einer Synchronisierung bei Bedarf oder nach einer Wartezeit von sechs Stunden mit der automatisierten Synchronisierung.

Business Connectivity Services kann in einer SharePoint Online-Instanz über verschiedene Clouddienste auf Daten zugreifen. So kann SharePoint Online z. B. mit dem Business Connectivity Services-Webdienstkonnektor über einen externen Aktienkursdienst oder über den Microsoft Azure Marketplace-Datenmarkt auf Daten zugreifen. Da dieser Lösungstyp keine vom Kunden verwaltete SharePoint 2013-Farms und Hardware beinhaltet und nur cloudbasierte Dienste umfasst, wird sie als Nur-Cloud-Lösung bezeichnet.

Abbildung: Diagramm einer Nur-Cloud-Lösung

Die Reihenfolge beim Datenfluss für BCS All In The Cloud
  1. Der Benutzer meldet sich bei SharePoint Online an und öffnet eine externe Liste, für die der Benutzer Zugriffsrechte hat.

  2. Die Business Data Connectivity-Dienstlaufzeit fragt den externen Inhaltstyp für die Liste im Business Data Connectivity Services-Metadatenspeicher ab, um zu erfahren, wie auf das externe System zugegriffen werden kann, welche Vorgänge durchgeführt werden können, und welche Anmeldeinformationen verwendet werden sollen. Der externe Inhaltstyp informiert die BDC-Laufzeit darüber, dass die erforderlichen Anmeldeinformationen aus Secure Store abgerufen werden sollen.

  3. Die Business Data Connectivity-Dienstlaufzeit übergibt die Anforderung (SOAP über HTTP) an den Endpunkt des SQL Azure-WCF-Diensts (Windows Communication Foundation).

  4. Der SQL Azure-Dienst gibt die Daten in einem SOAP-Umschlag zurück.

  5. Auf der SharePoint Online-Website wird die externe Liste im Browser des Benutzers angezeigt. Der Benutzer kann dann alle konfigurierten Vorgänge in der Datenquelle durchführen, für die er Berechtigungen besitzt.

Eine Übersicht über die Verfahren zur Bereitstellung dieser Lösung finden Sie unter Bereitstellen einer cloudexklusiven Business Connectivity Services-Lösung in SharePoint 2013. Die Verfahren zur Bereitstellung dieser Lösung finden Sie auf Office.com unter Erstellen einer externen Liste aus einer SQL Azure-Tabelle mit Business Connectivity Services und Secure Store.

Die BCS-Hybridlösung verwendet SharePoint Online und eine lokale SharePoint 2013-Installation. Sie integriert Daten von einem lokalen OData-Dienstendpunkt in eine SharePoint Online-Instanz. Die Lösung wird im folgenden Video und Diagramm dargestellt. Weitere Informationen zu SharePoint-Hybridkonfigurationen und zum Daten- und Authentifizierungsfluss in der SharePoint BCS-Hybridlösung finden Sie unter Hybridlösung für SharePoint Server 2013.

Video: Sehen Sie sich eine Demo der BCS-Hybridlösungsübersicht an.

Videosymbol (Wiedergabetaste)

Abbildung: Business Connectivity Services-Hybridlösung

Zeigt die Reihenfolge der Aktionen beim hybriden BCS-Fluss
  1. Ein Information Worker meldet sich mit dem Verbundkonto des Benutzers bei der SharePoint Online-Instanz an und öffnet eine App für SharePoint oder eine externe Liste, die Daten von einer lokalen OData-Datenquelle benötigt. OData ist ein offenes Protokoll, das zum Abfragen und Aktualisieren von Daten verwendet wird. Weitere Informationen zu OData finden Sie in der MSDN-Bibliothek unter Introducing OData: Data Access for the Web, the cloud, mobile devices and more.

  2. Die externe Liste erstellt eine Anforderung für die Daten erstellt und sendet sie an Business Connectivity Services. Business Connectivity Services ermittelt anhand des Verbindungseinstellungsobjekts, wie die Verbindung zur Datenbank hergestellt werden soll, und welche Anmeldedaten verwendet werden sollen.

  3. Business Connectivity Services ruft zwei Sätze von Anmeldeinformationen ab.

    1. Business Connectivity Services ruft vom Secure Store in SharePoint Online das Sicherer-Kanal-Zertifikat ab. Dieses wird zur SharePoint Online-Authentifizierung beim Reverse-Proxy verwendet.

    2. Business Connectivity Services ruft vom Azure AD-Dienst einen OAuth-Token ab. Dieser wird zur Benutzerauthentifizierung bei der lokalen SharePoint 2013-Farm verwendet. Sie können mit Ihrem SharePoint Online-Abonnement Zugriff zum Azure AD-Dienst erhalten. Es handelt sich um einen Sicherheitstokendienst, der Sicherheitstoken für Benutzer von SharePoint Online. verwaltet. Weitere Informationen zum Access Control Service finden Sie in der MSDN-Bibliothek unter Access Control Service 2.0. Weitere Informationen zu OAuth finden Sie im Internet unter OAuth 2.0.

  4. Business Connectivity Services sendet eine HTTPS-Anforderung an den veröffentlichten Endpunkt für die Datenquelle. Die Anforderung enthält das Clientzertifikat vom Secure Store und den OAuth-Token sowie eine Anforderung für die Daten. Der Reverse-Proxy authentifiziert die Anforderung mithilfe des Clientzertifikats und leitet sie an die lokale SharePoint 2013-Farm weiter. Weitere Informationen zum Veröffentlichen von SharePoint im Internet finden Sie in der Technischen Bibliothek zu Forefront unter SharePoint publishing solution guide.

  5. Die lokale Farm ruft vom OAuth-Token und über den CSOM-Code (Client Side Object Model) die Cloudidentität des Benutzers ab (z. B. user123@contoso.com) und ordnet sie der lokalen Identität (z. B. Contoso\user123) zu. Die lokalen Anmeldedaten werden Anmeldedaten zugeordnet, die über eine Secure Store-Zielanwendung Zugriff auf die externen Daten haben.

  6. Der lokale Dienst Business Connectivity Services leitet die Anforderung an den OData-Dienstendpunkt weiter. Der OData-Dienst authentifiziert die Anforderung (über IIS) und gibt die Daten zurück, die über die Kette an die externe Liste weitergegeben werden, damit der Benutzer damit arbeiten kann.

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