Grundlegendes zu Faktoren für Datenbank- und Protokollleistung

Exchange 2010
 

Gilt für: Exchange Server 2010 SP2, Exchange Server 2010 SP3

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2016-11-28

In diesem Thema werden die Faktoren für die Datenbank- und Protokoll-E/A-Leistung in Microsoft Exchange Server 2010 beschrieben. Für die Speicherentwurfslösung für den Postfachserver ist es wichtig, dass Sie diese Faktoren verstehen. Weitere Informationen zu anderen wichtigen Aspekten des Entwurfsvorgangs finden Sie unter Speicherentwurf für Postfachserver.

Inhalt

Transaktionelle E/A

Grundlegendes zu E/As pro Sekunde

Nicht transaktionelle E/A

Die transaktionelle E/A wird im Allgemeinen als die durch Benutzeraktivitäten generierte E/A definiert. Beispiele für Benutzeraktivitäten umfassen das Empfangen, Senden und Löschen von Elementen, das Synchronisieren eines Windows Mobile-Clients oder das Anmelden über Microsoft OfficeOutlook Web App.

Die transaktionelle E/A ist ein wichtiger Bestandteil des Exchange 2010-Speicherentwurfs, da sich die E/A-Wartezeit (Dauer zum Ausführen des E/A-Vorgangs) direkt auf die Benutzererfahrung von Onlineclients wie Microsoft Outlook-Onlinemodus und Outlook Web App auswirken kann. Der Exchange-Cachemodus in Outlook kann ebenfalls durch eine lange E/A-Wartezeit betroffen sein, wenn er für Aufgaben wie das Delegieren des Zugriffs und das Konfigurieren von Regeln verwendet wird. Alle Clients können von Verzögerungen bei der E-Mail-Zustellung betroffen sein, die durch eine lange E/A-Wartezeit verursacht werden. Die transaktionelle E/A kann in Datenbankvolume-E/A und Protokollvolume-E/A unterteilt werden.

Die Anforderungen an die transaktionelle E/A in Exchange 2010 wurden gegenüber den Anforderungen in Exchange Server 2007 verringert. Nicht alle für die Postfachdatenbank- und Protokollvolumes auftretenden E/A-Vorgänge werden als transaktionell betrachtet. Weitere Informationen finden Sie unter Grundlegendes zum Exchange 2010-Informationsspeicher.

Zurück zum Seitenanfang

Bei allen Versionen von Exchange ist es wichtig, die von jedem Benutzer beanspruchte Menge der Datenbank-E/A pro Sekunde (I/O per second, IOPS) zu kennen, da es sich um eine der Hauptmetriken der transaktionellen E/A handelt, die für die angemessene Dimensionierung des Speichers erforderlich ist. In den folgenden Abschnitten werden Faktoren beschrieben, die sich beim Entwurf des Speichers für die Postfachserverrolle auf die E/As pro Sekunde auswirken.

Eine 64-Bit-Version des Betriebssystems Windows Server, unter der die 64-Bit-Version von Exchange 2010 ausgeführt wird, bietet einen wesentlich größeren virtuellen Adressraum und ermöglicht Exchange die Vergrößerung seines Datenbankcache, eine Verringerung der Lese-E/A-Vorgänge in der Datenbank und bis zu 100 Datenbanken pro Server.

Die Verringerung der Datenbanklesevorgänge hängt von dem auf dem Server verfügbaren Datenbankcache und dem Benutzernachrichtenprofil ab. Anleitungen zu Speicher und Datenbanken finden Sie unter Grundlegendes zum Postfachdatenbankcache. Das Befolgen der Anleitungen in diesem Thema kann zu einer Verringerung der transaktionellen E/A von bis zu 90 Prozent im Vergleich zu Exchange Server 2003 führen. Die Größe des Datenbankcache pro Benutzer ist ein Hauptfaktor bei der tatsächlichen E/A-Verringerung.

In der folgenden Tabelle wird die Zunahme des effektiven Datenbankcaches pro Postfach veranschaulicht, wenn die standardmäßigen 900 MB (Megabyte) für den Datenbankcache pro Postfach in Exchange 2003 mit den 6 MB für den Datenbankcache pro Postfach in Exchange 2010 für einen Benutzerbestand verglichen werden, bei dem ein Profil mit 100 Nachrichten pro Tag verwendet wird. Es ist dieser zusätzliche Datenbankcache in Exchange 2010, der mehr Lesetreffer im Cache ermöglicht, wodurch die Datenbanklesevorgänge auf Datenträgerebene reduziert werden.

Datenbankcachegrößen basierend auf der Postfachanzahl

Postfachanzahl Exchange 2003-Datenbankcache pro Postfach (MB) Exchange 2010-Datenbankcache pro Postfach (MB) Vergrößerung des Datenbankcache gegenüber Exchange 2003

4000

0.225

6

27 Mal

2000

0.45

6

13 Mal

1000

0.9

6

7 Mal

500

1.8

6

5 Mal

Zurück zum Seitenanfang

Die beiden wesentlichen Faktoren, die zum Vorhersagen der E/As pro Sekunde von Exchange 2010-Datenbanken verwendet werden können, sind die Größe des Datenbankcache pro Benutzer und die Anzahl der Nachrichten, die jeder Benutzer pro Tag sendet und empfängt. Die folgende Tabelle basiert auf einem Standardbenutzer, der Outlook 2010 im Exchange-Cachemodus verwendet. Die Informationen unterliegen Genauigkeitsschwankungen von +/- 20 Prozent. Andere Clienttypen und Verwendungsszenarien führen möglicherweise zu ungenauen Ergebnissen. Die Vorhersagen sind nur für Cachegrößen von Benutzerdatenbanken zwischen 3 MB und 30 MB gültig. Die Informationen wurden nicht in einem Szenario überprüft, in dem Benutzer mehr als 500 Nachrichten pro Tag senden und empfangen. Die durchschnittliche Nachrichtengröße für die Validierung betrug 75 KB, wobei die Nachrichtengröße nicht den Hauptfaktor für E/As pro Sekunde darstellt.

Die folgende Tabelle bietet geschätzte Werte für E/As pro Sekunde und Benutzer, mit denen Sie Ihre Exchange 2010-Basisanforderungen an die E/As pro Sekunde vorhersagen können und die alle Datenbank-E/As einbeziehen (Datenbank, Inhaltsindizierung und NTFS-Metadaten). Sie umfasst nicht die Protokollvolume-E/A.

Datenbankcache und geschätzte E/As pro Sekunde und Postfach auf Basis der Nachrichtenaktivität

Pro Postfach und Tag gesendete/empfangene Nachrichten Datenbankcache pro Postfach (MB) Einzelne Datenbankkopie (eigenständig): Geschätzte E/As pro Sekunde und Postfach Mehrere Datenbankkopien (Ausfallsicherheit von Postfächern): Geschätzte E/As pro Sekunde und Postfach

50

3

0.06

0.05

100

6

0.120

0.100

150

9

0.18

0.150

200

12

0.240

0.200

250

15

0.300

0.250

300

18

0.360

0.300

350

21

0.420

0.350

400

24

0.480

0.400

450

27

0.540

0.450

500

30

0.600

0.500

Die Ausfallsicherheit von Postfächern bezieht sich auf eine vereinheitlichte Lösung in Exchange 2010 für eine hohe Verfügbarkeit und die Ausfallsicherheit von Standorten. Weitere Informationen finden Sie unter Grundlegendes zu hoher Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit von Standorten.

Zurück zum Seitenanfang

Die Datenbankvolume-E/A ist die der Lese-/Schreibaktivität für die Datenbankdatei (EDB), der Lese-/Schreibaktivität für die Inhaltsindizierung sowie der Lese-/Schreibaktivität für die NTFS-Metadaten zugeordnete E/A.

In Exchange 2003 betrug das Verhältnis von Datenbanklese- und -schreibvorgängen in der Regel 2:1 oder 66 Prozent Lesevorgänge. In Exchange 2010 verringert der größere Datenbankcache die Anzahl der Lesevorgänge für die Datenbank auf dem Datenträger, wodurch der Prozentsatz der Lesevorgänge der gesamten E/As reduziert wird.

Wenn Sie die empfohlenen Arbeitsspeicherrichtlinien befolgen, können Sie die folgenden E/A-Verhältnisse für aktive Datenbankkopien erwarten. Weitere Informationen zu Arbeitsspeicherrichtlinien finden Sie unter Grundlegendes zu Speicherkonfigurationen und Exchange-Leistung. Diese Messung umfasst alle Datenbankvolume-E/As (Datenbank, Inhaltsindizierung und NTFS-Metadaten) mit Ausnahme der Protokollvolume-E/A.

Verhältnis von Lese-/Schreibvorgängen für Postfachdatenbank-E/As

 

Pro Postfach und Tag gesendete/empfangene Nachrichten Eigenständige Datenbanken An der Postfachausfallsicherheit teilnehmende Datenbanken

50

1:1

3:2

100

1:1

3:2

150

1:1

3:2

200

1:1

3:2

250

1:1

3:2

300

2:3

1:1

350

2:3

1:1

400

2:3

1:1

450

2:3

1:1

500

2:3

1:1

Wenn Sie z. B. 24.000 Postfächer auf verschiedenen Postfachservern in einer Database Availability Group (DAG) bereitstellen, die drei Datenbankkopien unterhält, verfügt jede Datenbank über ein Verhältnis von Lese- und Schreibvorgängen von 3:2. Mit anderen Worten, handelt es sich bei 60 Prozent aller E/As zur logischen Gerätenummer (Logical Unit Number, LUN), die den Host für die Datenbank darstellt, um Lese-E/As.

Wenn prozentual zur gesamten E/A-Aktivität mehr Schreibvorgänge anfallen, hat dies besondere Auswirkungen auf die Wahl eines RAID-Typs, der einen hohen Verarbeitungsaufwand bei Schreibvorgängen hat, z. B. RAID5 oder RAID6. Weitere Informationen zur Auswahl einer geeigneten RAID-Lösung für Ihre Server finden Sie unter Grundlegendes zur Speicherkonfiguration.

Das Berechnen der E/As pro Sekunde und Postfachserver erfordert in Exchange 2010 mehr Schritte als in vorherigen Versionen von Exchange. Das hat folgende Gründe:

  • Sie können jetzt Datenbanken und Protokolle auf demselben Volume kombinieren,

  • Sie können sowohl aktive als auch passive Datenbankkopien auf demselben Server hosten,

  • Das Hinzufügen von sequenziellen E/A-Hintergrundaufgaben (z. B. Datenbankwartung im Hintergrund).

Rein sequenzielle E/A-Vorgänge werden bei der Berechnung der E/As pro Sekunde und Postfachserver nicht berücksichtigt, da sequenzielle E/A-Vorgänge wesentlich effizienter von Speichersubsystemen verarbeitet werden können, als zufällige E/A-Vorgänge. Diese Vorgänge umfassen die Datenbankwartung im Hintergrund, transaktionelle Protokoll-E/A und Protokollreplikations-E/A.

Die E/As pro Sekunde und Postfachserver werden in Abhängigkeit vom Speicherentwurf leicht unterschiedlich berechnet:

  • Datenbankdateien und Protokolldateien teilen sich ein einzelnes Volume.

  • Datenbankdateien werden auf anderen Datenträgervolumes als die Transaktionsprotokolldateien gespeichert.

Für beide Speicherentwürfe verwenden Sie den Systemmonitor (perfmon.exe) zum Messen der zweistündigen Spitzenzeit (bei einem 5-sekündige Aufrufintervall). Dies ist die Tageszeit, zu der sich das System unter der größten Auslastung durch Clientaktivitäten befindet (z. B. 10-12 Uhr). Dieser Zeitraum weist häufig die doppelte Auslastung gegenüber dem Mittelwert des Tages auf, der über 10 Stunden ermittelt wird (Verhältnis von Spitzenwert:Mittelwert = 2:1).

In dieser Konfiguration werden die Datenbank- und Protokolldateien auf demselben Datenträgervolume gespeichert. In diesem Beispiel wird angenommen, dass sich jede Datenbank auf einem anderen Volume befindet, das von einem dedizierten Datenträger gesichert wird. Füllen Sie die folgende Tabelle für alle Datenbanken anhand des erfassten Protokolls des Systemmonitors aus (im vorherigen Abschnitt beschrieben).

 

Datenbankname Logischer Datenträger -> Lesevorgänge/s Logischer Datenträger -> Schreibvorgänge/s MSExchange Datenbankinstanzen ->E/A-Lesevorgänge/s für Datenbankwartung MSExchange Datenbankinstanzen ->E/A-Lesevorgänge/s für Datenbank (Wiederherstellung) MSExchange Datenbankinstanzen ->E/A-Schreibvorgänge/s für Datenbank (Wiederherstellung) MSExchange Datenbankinstanzen ->E/A-Schreibvorgänge/s für Protokoll

Datenbank 1

           

Datenbank 2

           

Datenbank 3

           

Datenbank 4

           

Mögliche zusätzliche Datenbanken

           

Gesamt

           

Addieren Sie die Summen der einzelnen Spalten, und führen Sie dann die folgende Berechnung aus, um die E/As pro Sekunde und Postfachserver zu ermitteln.

Berechnungsübersicht: Summe der logischen Datenträger-E/A - (Summe der Datenbankwartung-E/A + Wiederherstellung-E/A (Protokollwiedergabe) + Protokoll-E/A) geteilt durch die Anzahl der Postfächer, die pro Server während der Messung des Systemmonitorprotokolls gehostet werden.

Berechnungsdetails: ((Logischer Datenträger -> Lesevorgänge/s + Logischer Datenträger -> Schreibvorgänge/s) - (MSExchange-Datenbank ==> Instanzen -> E/A-Lesevorgänge/s für Datenbankwartung + MSExchange-Datenbank ==> Instanzen -> E/A-Lesevorgänge/s für Datenbank (Wiederherstellung) + MSExchange-Datenbank ==> Instanzen -> E/A-Schreibvorgänge/s für Datenbank (Wiederherstellung)/s + MSExchange-Datenbank ==> Instanzen -> E/A-Schreibvorgänge für Protokoll/s))/ Anzahl von Postfächern, die pro Server während der Messung des Systemmonitorprotokolls gehostet werden = E/As pro Sekunde und Postfachserver.

Zurück zum Seitenanfang

In dieser Konfiguration werden die Datenbankdateien auf anderen Datenträgervolumes als die Transaktionsprotokolldateien gespeichert. In diesem Beispiel wird angenommen, dass sich jede Datenbank auf einem anderen Volume befindet, das durch einen dedizierten Datenträger gesichert ist. Füllen Sie die folgende Tabelle für alle Datenbanken anhand des erfassten Protokolls des Systemmonitors aus (im vorherigen Abschnitt beschrieben).

 

Datenbankname Logischer Datenträger -> Lesevorgänge/s Logischer Datenträger -> Schreibvorgänge/s MSExchange-Datenbank ==> Instanzen -> E/A-Lesevorgänge/s für Datenbankwartung MSExchange-Datenbank ==> Instanzen -> E/A-Lesevorgänge/s für Datenbank (Wiederherstellung) MSExchange-Datenbank ==> Instanzen -> E/A-Schreibvorgänge/s für Datenbank (Wiederherstellung)

Datenbank 1

         

Datenbank 2

         

Datenbank 3

         

Datenbank 4

         

Mögliche zusätzliche Datenbanken

         

Gesamt

         
HinweisHinweis:
Standardmäßig wird der Leistungsindikator MSExchange-Datenbank ==> Instanzen ->Datenbankwartung: E/A-Lesevorgänge/Sek. in Exchange 2010 nicht angezeigt. Sie müssen diesen Leistungsindikator aktivieren, um ihn anzuzeigen. Weitere Informationen zur Aktivierung des Leistungsindikators finden Sie unter Aktivieren der erweiterten ESE-Leistungsindikatoren

Addieren Sie die Summe der einzelnen Spalten, und führen Sie dann die folgende Berechnung aus, um die E/As pro Sekunde und Postfachserver zu ermitteln.

Berechnungsübersicht: Summe der logischen Datenträger-E/A - (Summe der Datenbankwartung-E/A + Wiederherstellung-E/A (Protokollwiedergabe)) geteilt durch die Anzahl der Postfächer, die pro Server während der Messung des Systemmonitorprotokolls gehostet werden.

Berechnungsdetails: ((Logischer Datenträger -> Lesevorgänge/s + Logischer Datenträger -> Schreibvorgänge/s) - (MSExchange-Datenbank ==> Instanzen -> E/A-Lesevorgänge/s für Datenbankwartung + MSExchange-Datenbank ==> Instanzen -> E/A-Lesevorgänge/s für Datenbank (Wiederherstellung) + MSExchange-Datenbank ==> Instanzen -> E/A-Schreibvorgänge/s für Datenbank (Wiederherstellung)))/ Anzahl der Postfächer, die pro Server während der Messung des Systemmonitorprotokolls gehostet werden = E/As pro Sekunde und Postfachserver.

Wenn Sie eine frühere Exchange-Version verwenden und einen Basiswert für die E/As pro Sekunde berechnet haben, beachten Sie, dass sich Exchange 2010 wie folgt auf Ihren Basiswert auswirkt:

  • Die Anzahl von Benutzern auf dem Server wirkt sich auf den gesamten Datenbankcache pro Benutzer aus.

  • Die Größe des Arbeitsspeichers beeinflusst die Wachstumsmöglichkeiten der Datenbank. Ein größerer Datenbankcache verursacht mehr Cachelesezugriffe. Dies reduziert E/A-Lesevorgänge in der Datenbank.

Der Schlüssel zu diesem Vorgang ist, dass E/As pro Sekunde auf einem bestimmten Server nicht ausreichend Informationen für die Planung eines gesamten Unternehmens bereitstellen. Der Grund dafür ist, dass die Größe des Arbeitsspeichers, die Anzahl von Benutzern und Datenbanken auf jedem Server unterschiedlich ist. Nachdem Sie die tatsächlichen Werte für die E/As pro Sekunde ermittelt haben, wenden Sie stets einen E/A-Overheadfaktor von 20 Prozent auf Ihre Berechnungen an, um für mehr Spielraum hinsichtlich der Kapazität zu sorgen. Wenn die Auslastung höher als normal ist, können so Auswirkungen auf die Arbeit der Benutzer vermieden werden.

Im Gegensatz zu Exchange-Clients im Cachemodus werden alle Clientoperationen im Onlinemodus für die Datenbank ausgeführt. Aufgrund der Änderungen am Speicherschema und am ESE (Extensible Storage Engine) generieren Clients für den Onlinemodus von Outlook nun das gleiche E/A-Profil wie Outlook-Clients im Exchange-Cachemodus.

Hinsichtlich der Postfachsuchfunktionen haben Benutzer zwei Möglichkeiten:

  • Sie können den integrierten Inhaltsindex verwenden, der auf dem Postfachserver zur Verfügung steht.

  • Sie können einen Client für das Modul zur Desktopsuche installieren, einen lokalen Index auf dem Client für die Postfachdaten generieren und lokale Suchvorgänge ausführen.

Benutzer, die Clients für das Modul zur Desktopsuche mit dem Onlinemodus von Outlook verwenden, verursachen u. U. zusätzliche E/A-Vorgänge für die Datenbank. Derzeit ist das einzig bekannte Modul für die Desktopsuche, das nicht zu zusätzlichen E/A-Lesevorgängen führt, die Windows-Desktopsuche 4.0. Die Windows-Desktopsuche 4.0 verwendet Synchronisierungsprotokolle ähnlich den Synchronisierungsprotokollen, die bei der Indizierung von Postfachinhalten für Outlook im Exchange-Cachemodus verwendet werden.

Verwenden Sie daher die folgenden Richtlinien, wenn Sie die Bereitstellung von Clients für den Outlook-Onlinemodus mit anderen Modulen für die Desktopsuche planen als die Windows-Desktopsuche 4.0:

  • Im Vergleich zu Exchange-Clients im Cachemodus erhöhen 256 MB-Clients im Onlinemodus die Lesevorgänge um den Faktor 1,5. Bei weniger als 256 MB sind die Auswirkungen sehr gering.

  • Bei einer Verdoppelung der Postfachgröße werden die E/A-Lesevorgänge pro Sekunde für die Datenbank ebenfalls verdoppelt (bei einer gleichmäßigen Verteilung der Objekte auf die jeweiligen Hauptordner).

Aufgrund dieser Daten haben wir zwei Empfehlungen:

  • Stellen Sie Clients im Exchange-Cachemodus bereit, sofern dies angemessen ist. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt "Elementanzahl pro Ordner" weiter unten in diesem Thema. Ersetzen Sie das Modul für die Desktopsuche andernfalls durch die Windows-Desktopsuche 4.0.

  • Berücksichtigen Sie beim Entwurf des Datenbankspeichers die E/A-Anforderungen.

Informationen zu weiteren Faktoren für E/As pro Sekunde, z. B. Drittanbieterclients, finden Sie unter Optimieren von Speichersystemen für Exchange Server 2003.

Zurück zum Seitenanfang

Bei der Protokollvolume-E/A handelt es sich um E/A-Vorgänge, die den Lese-/Schreibaktivitäten für die Datenbankprotokollierung und für NTFS-Metadaten zugeordnet sind. Protokollvolume-E/A ist von der Art her sequenziell, und bei der Verwendung eines batteriegepufferten Arraycontrollers für den Schreibcache ist der E/A-Overhead für die Protokollvolume-E/A minimal und somit kein entscheidender Faktor bei der Dimensionierung des Exchange-Speichers.

Durch die Reduzierung der Datenbanklesevorgänge in Exchange 2010, zusammen mit der kleineren Protokolldateigröße und der Möglichkeit zur Verwendung einer größeren Anzahl von Datenbanken, betragen die Schreibvorgänge von Protokoll zu Datenbank für eigenständige Datenbanken 40 Prozent und für Datenbanken, die für die Ausfallsicherheit von Postfächern berücksichtigt werden, 50 Prozent. Beispiel: Benötigt die Datenbank, die für die Ausfallsicherheit von Postfächern berücksichtigt wird, 12 E/A-Schreibvorgänge, dann benötigt die Protokoll-LUN ungefähr 6 E/A-Schreibvorgänge.

Auf Postfachservern, die Datenbanken hosten, die für die Ausfallsicherheit von Postfächern berücksichtigt werden, ergibt sich durch die Verwendung der fortlaufenden Replikation ein Overhead. Geschlossene Transaktionsprotokolle müssen gelesen und an die Zieldatenbankkopien gesendet werden. Dieser Overhead bedeutet für jede aktive Datenbankkopie, die auf dem Postfachserver gehostet wird, zusätzliche 10 Prozent an Protokolllesevorgängen. Wenn der Postfachserver z. B. 10 aktive Datenbankkopien hostet und jeder Transaktionsprotokoll-Datenstrom 6 E/A-Schreibvorgänge generiert, dann können Sie für jede dieser 10 aktiven Datenbankkopien zusätzliche 0,6 E/A-Lesevorgänge erwarten (oder insgesamt 6 E/A-Lesevorgänge).

Nach dem Messen oder Schätzen der Transaktionsprotokoll-E/A sollten Sie einen E/A-Overheadfaktor von 20 Prozent anwenden, um in Phasen mit höherer Aktivität Spielraum zu haben.

Eine Möglichkeit, die Server-E/A zu verringern, besteht in der Verwendung von Outlook im Exchange-Cachemodus. Die anfängliche Postfachsynchronisierung ist ein datenträgerintensiver Vorgang, doch mit der Zeit (d. h. der Zunahme der Postfachgröße) wird die Verarbeitungslast des Datenträgersubsystems vom Exchange-Server auf den Outlook-Client verlagert. Durch die Verwendung des Exchange-Cachemodus hat eine große Anzahl von Elementen im Posteingang eines Benutzers oder ein Benutzer, der ein Postfach durchsucht, nur geringe Auswirkungen auf den Server. Dieser Ansatz bedeutet auch, dass Benutzer des Exchange-Cachemodus mit größeren Postfächern ggf. schnellere Computer als Benutzer mit kleinen Postfächern benötigen (abhängig vom persönlichen Befinden des einzelnen Benutzers hinsichtlich einer akzeptablen Leistung).

Wenn Sie Clientcomputer bereitstellen, die Outlook 2007 im Exchange-Cachemodus ausführen, sollten Sie die folgenden Aspekte hinsichtlich der Postfachgröße und der Größe der OST-Dateien berücksichtigen:

  • Bis zu 5 GB (Gigabyte)   Diese Größe sollte auf den meisten Hardwareplattformen eine gute Benutzererfahrung bereitstellen.

  • Zwischen 5 GB und 10 GB   Diese Größe ist normalerweise hardwareabhängig. Daher ist die Benutzererfahrung besser, wenn eine schnelle Festplatte und ein großer Arbeitsspeicher verwendet werden. Mit langsameren Festplattenlaufwerken, z. B. Laufwerken, die normalerweise in Laptops verwendet werden, oder älteren Solid-State-Festplatten (SSDs), kann es zu Anwendungsverzögerungen kommen, wenn die Laufwerke reagieren.

  • Mehr als 10 GB   Bei dieser Größe kommt es auf den meisten Hardwareplattformen zu kurzen Verzögerungen.

  • Sehr groß, z. B. 25 GB und größer   Bei dieser Größe steigt die Häufigkeit kurzer Verzögerungen, insbesondere beim Herunterladen neuer E-Mail-Nachrichten. Alternativ können Sende-/Empfangsgruppen zum manuellen Synchronisieren der Nachrichten verwendet werden.

Diese Richtlinien basieren auf der Installation eines kumulativen Updates für Outlook 2007 Service Pack 1 oder höher, wie im Microsoft Knowledge Base-Artikel 961752, Beschreibung des Outlook 2007-Hotfix-Pakets (Outlook.msp): 24 Februar 2009, beschrieben.

Sollten leistungsbezogene Probleme mit Outlook 2007 bei der Bereitstellung im Exchange-Cachemodus auftreten, lesen Sie den Knowledge Base-Artikel 940226, Behandlung von Leistungsproblemen in Outlook 2007. Weitere Informationen zu den verfügbaren Optimierungen finden Sie im Knowledge Base-Artikel 968009, Outlook 2007-Verbesserungen im kumulativen Update von Februar 2009.

Ein komplexes Szenario ist gegeben, wenn ein Benutzer die Anzahl der Indizes überschreitet, die Exchange speichern kann. Für Exchange 2010 liegt diese Anzahl bei 11 Indizes. Wenn der Benutzer eine neue Sortierung auswählt und dadurch den zwölften Index erstellt, wird zusätzliche Datenträger-E/A verursacht. Da der Index nicht gespeichert wird, tritt diese zusätzliche Datenträger-E/A-Verarbeitung bei jedem Sortiervorgang ein. Aufgrund der hohen E/A-Aktivität, die in diesem Szenario generiert werden kann, wird ausdrücklich empfohlen, nicht mehr als 100.000 Elemente in Hauptordnern wie "Posteingang" und "Gesendete Elemente" zu speichern. In den den Ordnern "Kalender" und "Kontakte" sollten nicht mehr als 10.000 Elemente gespeichert werden. Die Erstellung weiterer Ordner auf oberster Ebene oder Unterordner unterhalb der Ordner "Posteingang" und "Gesendete Elemente" kann die mit dieser Indexerstellung verbundenen Kosten entscheidend reduzieren. Dies gilt, solange die Anzahl von Elementen in einem Ordner 100.000 nicht überschreitet.

Zurück zum Seitenanfang

In Exchange 2010 werden Nachrichten beim Empfangen indiziert, wodurch wenig E/A-Overhead für den Datenbankdatenträger erzeugt wird (da sich die Nachricht weiterhin im Datenbankcache befindet, wenn sie für die Indizierung abgerufen wird). Beim Aktualisieren des Speichers für den Suchkatalog treten jedoch E/A-Schreibvorgänge auf. Aufgrund der gesamten Reduzierung der Datenbank-E/A in Exchange 2010 beträgt der Prozentwert der Suchkatalog-E/A jetzt 10 Prozent bis 15 Prozent der E/A-Vorgänge für die Datenbankdateien (profilabhängig). E/A-Lesevorgänge für den Suchkatalog treten auf, wenn die Clients Suchabfragen senden. Dies ist jedoch so selten der Fall, dass es für den Speicherentwurf von Exchange 2010 nicht relevant ist.

Zurück zum Seitenanfang

Die transaktionelle E/A erfolgt als Reaktion auf direkte Benutzeraktionen und hat meist die höchste Priorität, weshalb sie den Schwerpunkt beim Speicherentwurf bildet. Die nicht transaktionelle E/A tritt entweder im Hintergrund auf und wird optimiert, um minimale Auswirkungen auf die Leistung zu haben, oder sie ereignet sich während eines definierten Wartungsfensters.

In den folgenden Abschnitten werden einige der nicht transaktionellen E/A-Vorgänge beschrieben, die im Hintergrund auftreten. Obwohl die nicht transaktionelle E/A nicht den Schwerpunkt des Speicherentwurfs ausmacht, kann sie sich auf Ihren Speicherentwurf auswirken. Weitere Informationen finden Sie unter Neue wichtige Funktionen des Exchange-Informationsspeichers.

Bei der E/A für die Datenbankwartung im Hintergrund handelt es sich um eine sequenzielle Datenbankdatei-E/A, die der Prüfsummenbildung für aktive und passive Datenbankkopien zugeordnet ist. Die Datenbankwartung im Hintergrund weist folgende Merkmale auf:

  • Für aktive Datenbanken kann sie so konfiguriert werden, dass sie entweder rund um die Uhr oder während des Onlinewartungsfensters ausgeführt wird. Die Datenbankwartung im Hintergrund (Prüfsummenbildung) wird für passive Datenbankkopien rund um die Uhr ausgeführt. Weitere Informationen finden Sie unter "Onlinedatenbanküberprüfung" im Thema Neue wichtige Funktionen des Exchange-Informationsspeichers.

  • Liest für jede aktiv überprüfende Datenbank ca. 5 MB pro Sekunde (sowohl aktive als auch passive Kopien). Die E/A-Vorgänge erfolgen zu 100 Prozent sequenziell, daher kann das Speichersubsystem die E/A-Vorgänge effizient verarbeiten.

  • Beendet die Überprüfung der Datenbank, wenn der Prüfsummendurchgang in weniger als 24 Stunden abgeschlossen wird.

  • Zeigt ein Warnereignis an, wenn die Überprüfung nicht innerhalb von drei Tagen abgeschlossen wird (dieser Wert kann nicht konfiguriert werden).

Messaging-Datensatzverwaltung (Messaging Records Management, MRM) ist die Technologie für die Verwaltung von Datensätzen in Microsoft Exchange 2010, die Organisationen dabei unterstützt, die mit E-Mail einhergehenden rechtlichen Risiken zu verringern. Die MRM-Funktion vereinfacht die Aufbewahrung von Nachrichten, die zum Einhalten von Unternehmensrichtlinien, amtlichen Vorschriften oder rechtlichen Vorgaben benötigt werden, sowie das Entfernen von Inhalten, die keinen juristischen oder geschäftlichen Nutzen mehr haben.

Dies wird durch die Verwendung von Aufbewahrungsrichtlinien oder verwalteten Ordnern erreicht. Der Assistent für verwaltete Ordner ist ein Microsoft Exchange-Postfach-Assistent, der Nachrichtenaufbewahrungseinstellungen anwendet, die in Aufbewahrungsrichtlinien oder Postfachrichtlinien für verwaltete Ordner konfiguriert sind. Die vom Assistenten erforderliche Datenträger-E/A hängt von der Anzahl der verarbeiteten Postfachelemente ab. Es wird empfohlen, den Assistenten nicht gleichzeitig mit einer Sicherung oder einer Onlinewartung auszuführen. Weitere Informationen finden Sie unter Planen des Assistenten für verwaltete Ordner.

Mithilfe der Exchange-Verwaltungstools können Sie den Wartungszeitplan für eine Datenbank festlegen oder eine Datenbankwartung rund um die Uhr ermöglichen. Die Onlinedefragmentierung funktioniert in Exchange 2010 nicht mehr so wie in früheren Exchange-Versionen. Die Onlinedefragmentierung wird während der Schreib- und Lesevorgänge in der Datenbank ständig ausgeführt. Weitere Informationen finden Sie unter "Onlinedatenbanküberprüfung" in Neue wichtige Funktionen des Exchange-Informationsspeichers.

Zurück zum Seitenanfang

 © 2010 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.
Anzeigen: