Neue Postfach- und Empfängerfunktionalität in Exchange 2010 SP1

Exchange 2010
 

Gilt für: Exchange Server 2010 SP1

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2011-04-28

Microsoft Exchange Server 2010 Service Pack 1 (SP1) stellt neue Funktionalität für Postfachserver, Postfächer und Empfänger bereit. Die neue Funktionalität ist für Folgendes verfügbar:

  • Berechtigung zum Postfachvollzugriff und automatische Outlook-Zuordnung

  • Gruppenbenennungsrichtlinien

  • Postfachdaten

  • Verschiebungsanforderungen

  • Archivpostfächer

  • Hierarchische Adressbücher

  • Postfachordnerberechtigungen

  • Veröffentlichen von Kalendern im Internet

  • Kalenderreparatur-Assistent

  • Problembehandlung im Postfach-Assistentendienst

In Microsoft OfficeOutlook 2010 und Outlook 2007 ordnet die AutoErmittlung automatisch jedes Postfach zu, für das dem Benutzer der Vollzugriff erteilt wurde. Nachdem ein Administrator einem Benutzer den Vollzugriff auf das Postfach eines anderen Benutzers erteilt hat oder wenn ein Benutzer über den Vollzugriff auf ein freigegebenes Postfach verfügt, lädt die AutoErmittlung automatisch alle Postfächer, für die der Benutzer über den Vollzugriff verfügt. Dieses Verhalten kann zu Leistungsproblemen führen, wenn Outlook gestartet wird, wenn der Benutzer über eine große Anzahl von Postfächern mit Vollzugriff verfügt. In einigen Organisationen haben Exchange-Administratoren beispielsweise Vollzugriff auf die Postfächer aller Benutzer in ihrer Organisation. In diesem Fall versucht Outlook alle Postfächer zu öffnen, die in der Organisation vorhanden sind.

HinweisHinweis:
Benutzer können dieses Verhalten weder steuern noch deaktivieren.

Weitere Informationen finden Sie unter Zulassen des Postfachzugriffs und Verwalten von Berechtigungen für den Vollzugriff.

Eine Gruppenbenennungsrichtlinie ist eine Vorlage, die Sie auf den Namen von in der Organisation erstellten Verteilergruppen anwenden können. Sie können die Anwendung eines Präfixes und/oder eines Suffixes auf eine Verteilergruppe erzwingen. Sie können außerdem bestimmte Wörter blockieren, sodass sie nicht in Verteilergruppennamen verwendet werden können.

Weitere Informationen finden Sie unter Erstellen einer Benennungsrichtlinie für Verteilergruppen.

Das Importieren und Exportieren von Postfachdaten wurde verbessert, sodass PST-Dateien in einem asynchronen Prozess mithilfe des Microsoft Exchange-Postfachreplikationsdiensts importiert oder exportiert werden können. Die folgenden Cmdlets wurden in Exchange 2010 SP1 hinzugefügt, um diese Funktion zu unterstützen:

Weitere Informationen finden Sie unter Grundlegendes zum Import und Export von Postfachdaten.

Exchange 2010 SP1 schließt die folgende neue Funktionalität für Verschiebungsanforderungen ein:

  • In der RTM-Version (Release To Manufacturing) von Exchange 2010 wurde ein Postfach nach dem Verschieben in der Quelldatenbank gelöscht und konnte nicht wiederhergestellt werden. Wenn ein Postfachserverfailover in der Zieldatenbank stattfand, wurde die Postfachverschiebung unterbrochen, und es konnte zu einem Datenverlust beim gerade übertragenen Postfach kommen.

    In Exchange 2010 SP1 werden Postfächer in der Quelldatenbank jetzt vorläufig gelöscht, sodass Sie das Postfach im Fall eines Postfachserverfailovers oder Datenverlusts wiederherstellen können. Sie können ein mittels Soft-Deletion entferntes Postfach mithilfe der Cmdlets MailboxRestoreRequest wiederherstellen.

    Diese vorläufig gelöschten Postfächer werden angezeigt, wenn das Cmdlet Get-MailboxStatistics für eine Datenbank ausgeführt wird. Sie sind daran zu erkennen, dass der Wert der Eigenschaft DisconnectReason auf SoftDeleted festgelegt ist. Die "weich" gelöschten Postfächer werden in der Quelldatenbank gespeichert, bis die Aufbewahrungsdauer für gelöschte Postfächer abgelaufen ist, oder bis das Postfach mithilfe des Cmdlets Remove-StoreMailbox gelöscht wird. Wenn Sie ein Postfach verschieben, müssen Sie zum Freigeben von Speicherplatz in der Datenbank einen Schritt zusätzlich ausführen und das vorläufig gelöschte Postfach endgültig löschen. "Weich" gelöschte Postfächer können nicht wieder verbunden werden.

    HinweisHinweis:
    Sie können vorläufig gelöschte Exchange-Postfächer erst ab Version Exchange 2010 SP1 mithilfe des Cmdlets Get-MailboxStatistics anzeigen.
  • Das Cmdlet MoveRequest wurde aktualisiert, sodass es das Verschieben von Archiven auf separate Datenbanken unterstützt. Weitere Informationen finden Sie unter Grundlegendes zu Verschiebungsanforderungen.

Das primäre Benutzerpostfach und die Archivpostfächer können jetzt auf separaten Datenbanken gespeichert werden. Weitere Informationen finden Sie unter Grundlegendes zu persönlichen Archiven.

Die Unterstützung hierarchischer Adressbücher ermöglicht Ihnen das Erstellen und Konfigurieren Ihrer Adresslisten und Offlineadressbücher (OABs) in einer hierarchischen Ansicht. Weitere Informationen finden Sie unter Grundlegendes zu hierarchischen Adressbüchern.

Es wurde ein neues Cmdlet hinzugefügt, mit dem Sie die Postfachordnerberechtigungen ändern können. Verwenden Sie das Cmdlet Set-MailboxFolderPermission, um Berechtigungen auf Ordnerebene für alle Ordner im Postfach eines Benutzers zu aktualisieren. Das Cmdlet unterscheidet sich vom Cmdlet Add-MailboxFolderPermission dadurch, dass ein vorhandener Berechtigungseintrag bearbeitet wird.

In Exchange 2010 RTM waren für die Freigabe von Benutzerkalenderinformationen eine Verbundvertrauensstellung und eine Organisationsbeziehung oder eine Freigaberichtlinie mit einer anderen Verbundorganisation erforderlich. In Exchange 2010 SP1 wird die Veröffentlichung von Kalendern im Internet eingeführt, sodass Benutzer in der Exchange-Organisation Kalender für jeden, der Zugriff auf das Internet hat, und nicht nur für andere Empfänger in Exchange-Verbundorganisationen freigeben können. Highlights der Veröffentlichung von Kalendern im Internet umfassen Folgendes:

  • Eine Verbundkonfiguration ist für die Exchange-Organisation nicht erforderlich.

  • Für die Internetbenutzer sind keine Authentifizierungsanmeldeinformationen für den Zugriff auf Benutzerkalender (z. B. Exchange oder Windows Live) erforderlich.

  • Benutzer können Freunde, Familienmitglieder oder Geschäftspartner einladen, indem sie einen Link zu ihrem veröffentlichten Kalender bereitstellen.

  • Exchange-Administratoren können für die gesamte Organisation sowie auf Benutzerbasis steuern, welche Benutzer ihre Kalender veröffentlichen können und was freigegeben werden kann.

  • Internetbenutzer können ohne bestimmten E-Mail-Client auf Kalenderinformationen zugreifen. Es wird nur ein Internetbrowser benötigt.

Weitere Informationen zur Freigaberichtlinie und zur Veröffentlichung von Kalendern finden Sie in den folgenden Themen:

Sie können das Cmdlet Test-CalendarConnectivity verwenden, um zu überprüfen, ob die Kalenderfreigabe aktiviert und funktionsfähig ist. Das virtuelle Kalenderverzeichnis ist ein Unterverzeichnis des virtuellen ExchangeOutlook Web App-Verzeichnisses.

Der in Exchange 2010 RTM eingeführte Kalenderreparatur-Assistent ist ein Postfachassistent, der im Microsoft Exchange-Postfach-Assistentendienst auf Exchange 2010-Servern mit installierter Postfachserverrolle ausgeführt wird. Der Kalenderreparatur-Assistent erkennt und korrigiert Inkonsistenzen automatisch, die für einzelne und wiederkehrende Besprechungseinträge für Postfächer auftreten, die auf diesem Postfachserver gespeichert sind, sodass Empfänger keine Besprechungsankündigungen verpassen oder unzuverlässige Besprechungsinformationen erhalten. In Exchange 2010 SP1 überprüft der Kalenderreparatur-Assistent auf die folgenden Szenarien und erkennt diese:

  • Im Kalender eines Teilnehmers fehlt ein Eintritt oder eine Ausnahme einer Besprechung.

  • Die Start- oder Endzeit des Teilnehmers stimmt nicht mit der des Organisators überein, einschließlich Zeitzoneninkonsistenzen.

  • Der Besprechungsort des Teilnehmers stimmt nicht mit dem des Organisators überein.

  • Im Kalender des Besprechungsorganisators fehlt ein Element.

  • Das Serienmuster von Besprechungen des Teilnehmers stimmt nicht mit dem des Organisators überein.

Weitere Informationen finden Sie unter Grundlegendes zur Kalenderreparatur.

Test-AssistantHealth ist ein neues Cmdlet, das Sie bei der Problembehandlung des Status des Microsoft Exchange-Postfach-Assistentendiensts (MSExchangeMailboxAssistants) unterstützt. Verwenden Sie das Cmdlet Test-AssistantHealth zum Überprüfen, ob der Postfach-Assistentendienst fehlerfrei ausgeführt wird, zum Beheben von Statusproblemen und zum Erstellen von Statusberichten zur Diagnose und Wiederherstellung.

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