Neue Unified Messaging-Funktionalität und Voicemailfunktionen in Exchange 2010 SP1

Exchange 2010
 

Gilt für: Exchange Server 2010 SP1

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2016-11-28

Die Unified Messaging-Serverrolle wurde in Microsoft Exchange Server 2010 Service Pack 1 (SP1) verbessert, und es wurden neue Funktionen hinzugefügt. Zur Verwendung einiger dieser neuen Funktionen müssen Sie MicrosoftOffice Communications Server 2007 R2 oder Microsoft Lync Server 2010 (die nächste Generation von Office Communications Server) ordnungsgemäß in Ihrer Umgebung bereitstellen. In diesem Thema werden die neuen und verbesserten Features erläutert, die beim Installieren von Exchange 2010 SP1 hinzugefügt werden.

Nachfolgend werden die neuen Funktionen in Exchange 2010 Unified Messaging (UM) aufgelistet und beschrieben:

  • UM-Verwaltung in der Exchange-Systemsteuerung   Die UM-Verwaltungsbenutzerschnittstelle in der Exchange-Systemsteuerung ermöglicht es, alle Komponenten von Unified Messaging in einem Webbrowser zu verwalten. Sie können UM-Wähleinstellungen, UM-Postfachrichtlinien, UM-IP-Gateways und automatische UM-Telefonzentralen erstellen und Benutzer für Unified Messaging aktivieren. Diese Funktion steht für Mandantenadministratoren (auch spezialisierte Administratoren genannt) und Administratoren in standortübergreifenden Exchange-Umgebungen zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie unter Verwalten von Administratoren und spezialisierten Benutzern.

    Administratoren können auch die Exchange-Systemsteuerung verwenden, um einige lokale und standortübergreifende Aufgaben zu verwalten. Die folgende Liste zeigt einige der zusätzlichen Verwaltungsfunktionen, die in der Exchange-Systemsteuerung für alle Serverrollen zur Verfügung stehen, darunter:

    • Integration von Textnachrichten

    • Integration von Sprachnachrichten

    • Postfachsuche über mehrere Postfächer

    • Zusätzliche Proxyadressen für Postfächer

    • Moderation und Genehmigung für Übermittlungen in Verteilerlisten

    Darüber hinaus können Endbenutzer allgemeine Verwaltungsaufgaben in der Exchange-Systemsteuerung ausführen, ohne sich an den Helpdesk wenden zu müssen. Dies steigert die Benutzerproduktivität und senkt die Supportkosten.

    Wenngleich die Exchange-Systemsteuerung für Exchange-Administratoren in einer standortübergreifenden Umgebung zum Verwalten von Unified Messaging verfügbar ist, wird im Rahmen der bewährten Methoden empfohlen, die Exchange-Verwaltungskonsole und die Exchange-Verwaltungsshell zum Erstellen und Konfigurieren von UM-Komponenten zu verwenden.

  • UM-Berichterstellung   Die in Exchange 2010 SP1 hinzugefügte UM-Berichterstellungsfunktion umfasst Anrufzusammenfassungen, Anrufstatistiken und Anrufdetails für UM-aktivierte Benutzer. Diese Berichte werden in der Exchange-Systemsteuerung angezeigt. Sie können auf Unified Messaging-Statistikberichte zugreifen, indem Sie in der Exchange-Verwaltungskonsole die Option Anrufstatistik verwenden. Auf Anrufprotokolle können Sie ebenfalls in der Exchange-Verwaltungskonsole über Benutzeranrufprotokolle zugreifen. Beide Tools befinden sich unter dem Knoten "Toolbox". Sie stellen zusammengefasste statistische Informationen über Anrufe für UM-Server und Anrufe für UM-aktivierte Benutzer bereit. Zur Unterstützung der UM-Berichttools in der Exchange-Verwaltungskonsole wurden in SP1 die folgenden Cmdlets hinzugefügt:

    • Get-UMCallSummaryReport

    • Get-UMCallDataRecord

    In der Toolbox der Exchange-Verwaltungskonsole bietet Anrufstatistik zusammengefasste statistische Informationen zu Anrufen, die von UM-Servern weitergeleitet oder getätigt wurden. Diese Informationen können von Administratoren verwendet werden, die eine Gesamtstatistik für die Exchange 2010 Unified Messaging-Server in ihrer Organisation anzeigen möchten. Die Ergebnisse der Anrufstatistikberichte, die Sie in der Exchange-Verwaltungskonsole anfordern, werden in der Benutzeroberfläche der Exchange-Systemsteuerung angezeigt. Sie können gefiltert werden, um Anrufstatistiken nach Monat oder Tag für die letzten 90 Tage oder seit dem Zeitpunkt der UM-Bereitstellung in Ihrer Organisation anzuzeigen. Sie können diese Ergebnisse anschließend nach UM-Wähleinstellungen und UM-IP-Gateway in Ihrer Organisation filtern.

    Berichte zur Anrufstatistik enthalten die folgenden Informationen:

    • Die Gesamtzahl von Anrufen, organisiert nach Anruftyp (z. B. verpasste Anrufe, Outlook Voice Access-Anrufe oder Faxanrufe).

    • Informationen dazu, ob der Anruf angenommen oder abgelehnt wurde.

    • Die durchschnittliche Audioqualität.

    • Der Tag oder Monat, den der Bericht abdeckt, oder alle Anrufe.

    Sie können die Anrufprotokolle in eine Vorlage von Microsoft Office Excel exportieren. Sie können die Informationen zur Anrufstatistik auch in die Zwischenablage kopieren, sodass sie in eine andere Anwendung eingefügt werden können. Mithilfe der Schaltfläche Details zur Audioqualität können Sie ausführlichere Informationen zu einem Anruf anzeigen, darunter:

    • Datum

    • UM-Wähleinstellungen

    • UM-IP-Gateway

    • Audiocodectyp

    • NMOS

    • NMOS-Beeinträchtigung

    • Jitter

    • Paketverlust

    • Roundtripzeit

    • Burstverlustdauer

    • Anzahl von Beispielanrufen

    Weitere Informationen zu den für Anrufe verfügbaren Informationen finden Sie unter Verwenden von Unified Messaging-Tools.

    Anhand der Option Benutzeranrufprotokolle in der Toolbox der Exchange-Verwaltungskonsole können Sie die Anrufstatistik für einen ausgewählten UM-aktivierten Benutzer anzeigen. Der Bericht wird in der Exchange-Systemsteuerung angezeigt und ist in Helpdesk-ähnlichen Situationen nützlich, wenn Sie Informationen zu spezifischen Anrufen für einen UM-aktivierten Benutzer sammeln müssen, um den Benutzer bei der Diagnose und Behebung von Problemen zu unterstützen. Nachdem Sie auf Wählen Sie einen Benutzer aus geklickt und den Benutzer angegeben haben, werden für den ausgewählten UM-aktivierten Benutzer die folgenden Anrufinformationen angezeigt:

    • Datum und Uhrzeit

    • Anrufdauer

    • Anruftyp

    • Nummer des Anrufers

    • Die gewählte Rufnummer

    • UM-IP-Gateway

    • Audioqualität

    Sie können die Benutzeranrufstatistik in die Zwischenablage kopieren und anschließend in eine andere Anwendung einfügen. Mithilfe der Schaltfläche Details zur Audioqualität können Sie ausführlichere Informationen zu einem Anruf anzeigen, darunter:

    • Datum

    • UM-Wähleinstellungen

    • UM-IP-Gateway

    • Audiocodectyp

    • NMOS

    • NMOS-Beeinträchtigung

    • Jitter

    • Paketverlust

    • Roundtripzeit

    • Burstverlustdauer

    Weitere Informationen zu den für Anrufe verfügbaren Informationen finden Sie unter Verwenden von Unified Messaging-Tools.

  • Gesamtstrukturübergreifende Migration von UM-aktivierten Postfächern   Vor Exchange 2010 SP1 gab es bei einer standortübergreifenden Unternehmensmigration keine effiziente Methode zum Verschieben von UM-aktivierten Postfächern von einer Exchange 2010-Quellgesamtstruktur in eine Exchange 2010-Zielgesamtstruktur. Die einzige Möglichkeit zur Ausführung dieser Aufgabe bestand darin, zunächst das UM-Postfach in der Quellgesamtstruktur zu deaktivieren und das Postfach anschließend in die Zielgesamtstruktur zu verschieben. Zum Verschieben eines Exchange Server 2007-Postfachs wurde hierbei das Cmdlet Move-Mailbox verwendet. Zum Verschieben eines Exchange 2010-Postfachs wurde das Cmdlet New-MoveRequest verwendet. Nach dem Verschieben des Postfachs in die Zielgesamtstruktur musste das Postfach wieder für Unified Messaging aktiviert werden.

    Diese Vorgehensweise verursachte verschiedene Probleme. Der Vorgang dauerte sehr lange, die Voicemail des Benutzers wurde offline geschaltet, und die PIN des UM-aktivierten Benutzers wurde zurückgesetzt, sodass der Benutzer eine neue PIN für Outlook Voice Access festlegen musste.

    In SP1 wird das Cmdlet New-MoveRequest vom Postfachreplikationsdienst verwendet, um ein UM-aktiviertes Postfach innerhalb einer Gesamtstruktur oder in lokalen Bereitstellungen mit mehreren Gesamtstrukturen zwischen zwei Gesamtstrukturen zu verschieben. Die Verwendung des Cmdlets New-MoveRequest mit dem Postfachreplikationsdienst hat verschiedene Vorteile: Der Vorgang wird beschleunigt, die Voicemail des Benutzers bleibt online und Outlook Voice Access-Benutzer müssen ihre PIN nicht neu festlegen.

    Der Vorgang zum Verschieben von UM-aktivierten Postfächern umfasst in Exchange 2010 SP1 die folgenden Schritte:

    Sie verfügen in Ihrer Quellgesamtstruktur über UM-aktivierte Postfächer, die einer UM-Postfachrichtlinie in derselben Quellgesamtstruktur zugeordnet sind. In diesem Fall gehen Sie folgendermaßen vor:

    1. Identifizieren Sie die Ziel-UM-Postfachrichtlinie, die Sie den UM-aktivierten Postfächern nach dem Verschieben in die Zielgesamtstruktur zuordnen möchten.

    2. Verwenden Sie das Cmdlet Set-UMMailboxPolicy, und geben Sie den Namen der UM-Postfachrichtlinie in der Quellgesamtstruktur mit dem Parameter SourceForestPolicyNames in der UM-Postfachrichtlinie in der Zielgesamtstruktur an.

    3. Beginnen Sie mit dem Verschieben der UM-aktivierten Postfächer in die Zielgesamtstruktur, ohne diese zu deaktivieren. Während der Postfachmigration empfangen die Postfächer in der Quellgesamtstruktur weiterhin Voicemailnachrichten und E-Mail-Nachrichten.

    4. Direkt im Anschluss an die Migration der UM-aktivierten Postfächer deaktiviert der Postfachreplikationsdienst automatisch die Postfächer in der Quellgesamtstruktur.

    5. Zusätzlich zur UM-Postfachrichtlinie in der Zielgesamtstruktur benötigt der Postfachreplikationsdienst die Durchwahlnummern der Benutzer, deren Postfächer verschoben wurden. Der Postfachreplikationsdienst verwendet die Durchwahlnummern, um die entsprechende UM-Postfachrichtlinie in der Zielgesamtstruktur zu ermitteln, indem der Parameter SourceForestPolicyNames in der UM-Postfachrichtlinie abgefragt wird. Nach Ermittlung der Durchwahlnummern und des Namens der UM-Postfachrichtlinie aktiviert der Postfachreplikationsdienst die Postfächer in der Zielgesamtstruktur für Unified Messaging.

      HinweisHinweis:
      Der Postfachreplikationsdienst verwendet für gesamtstrukturübergreifende Migrationen RPC über HTTP, für Migrationen innerhalb einer Gesamtstruktur wird RPC über TCP verwendet.
  • Outlook Voice Access-Verbesserungen   In Exchange 2007 und der RTM-Version von Exchange 2010 können UM-aktivierte Benutzer ihre Sprachnachrichten mithilfe von Outlook Voice Access abhören. Standardmäßig ruft ein Unified Messaging-Server Sprachnachrichten nach Datum und in absteigender Reihenfolge ab. Wenn beispielsweise zwei Sprachnachrichten gesendet werden – die erste um 10:00 Uhr, die zweite um 13:00 Uhr am selben Tag –, gibt der UM-Server zuerst die um 13:00 Uhr hinterlassene Nachricht und anschließend die Nachricht von 10:00 Uhr wieder. In SP1 können Outlook Voice Access-Benutzer bei der Anmeldung bei ihrem Exchange 2010-Postfach die Wiedergabereihenfolge für ungelesene Voicemailnachrichten wählen: entweder die ältesten oder die neuesten zuerst. Benutzer können diese Reihenfolge über die Registerkarte Voicemail in Outlook Web App konfigurieren, indem sie ihre Voicemaileinstellungen in Microsoft Outlook 2010 verwalten und das Menüsystem in Outlook Voice Access verwenden.

  • Anzeige des Anrufernamens   In SP1 wurde die Anrufer-ID-Auflösung verbessert. Mithilfe von CND (Caller Name Display) können nun Namen für Sprachnachrichten mit nicht aufgelösten Nummern angezeigt werden. Mit CND übergeben IP-Gateways oder IP/PBX-Anlagen als Bestandteil des SIP-FROM-Headers Informationen zum Anrufernamen. In einigen Ländern, einschließlich der Vereinigten Staaten, können öffentliche Telefonnetzwerke den Namen der registrierten Teilnehmer für die anrufende Nummer bereitstellen. Diese Funktion wird durch den Telefonanbieter verwaltet, der dem Anrufer Dienste bereitstellt. Telefone mit alphanumerischer Anzeige zeigen den registrierten Namen des Anrufers, wenn diese Funktion angeboten wird. Bei Verwendung von CND (Caller Name Display) kann der Unified Messaging-Server anstelle von "Voicemail von 4255551234" eine Sprachnachricht mit der Anzeige "Voicemail von Tony Smith" senden.

  • Assistent für neue UM-Wähleinstellungen und "Set-UMServer"   Wenn Sie Unified Messaging in Exchange 2010 RTM bereitgestellt haben, mussten Sie einem Satz mit UM-Wähleinstellungen nach der Erstellung einen UM-Server hinzufügen oder diesem zuordnen. In SP1 können Sie einem Satz mit UM-Wähleinstellungen bei der Erstellung einen UM-Server hinzufügen bzw. einem UM-Server zuordnen. Dem Assistenten für neue UM-Wähleinstellungen wurde eine Seite hinzugefügt, auf der Sie den Wähleinstellungen einen UM-Server hinzufügen können.

    Hinzufügen eines UM-Servers zu einem Satz mit UM-Wähleinstellungen


  • Microsoft Lync Server 2010-Funktionsunterstützung (standortübergreifend)   Sie müssen Lync Server 2010 bereitstellen, wenn Sie Unified Messaging in einer standortübergreifenden Umgebung bereitstellen. Unified Messaging wird von Lync Server 2010 vollständig unterstützt, WMI-Benachrichtigungen (Message Waiting Indicator) eingeschlossen.

  • Office Communications Server-Migration (nicht standortübergreifend)   Wenn Sie eine Bereitstellung oder Migration von Exchange 2007 zu Exchange 2010 durchführen und Ihre Exchange-Bereitstellung in Office Communications Server integriert ist, bietet Exchange 2010 SP1 Unterstützung für die Migration von SIP-URI-Wähleinstellungen, die mit Communications Server verwendet werden. In Exchange 2010 SP1 ist es außerdem nicht mehr erforderlich, dass Sie über ein Communications Server-Standortprofil verfügen, das denselben Namen wie die Telefonkontexteigenschaft der SIP-URI-Wähleinstellungen aufweist.

    In der folgenden Tabelle werden die unterstützten Bereitstellungen für Microsoft Exchange, Office Communications Server und Lync Server 2010 zusammengefasst.

    Unterstützte Bereitstellungen

     

    Exchange 2007 SP1, SP2 oder SP3 Unified Messaging

    Exchange 2010 RTM Unified Messaging

    Exchange 2010 SP1 Unified Messaging

    Office Communications Server 2007

    Wird nur in einer Enterprise-Bereitstellung unterstützt. Standortprofilnamen und Telefonkontexte in UM-Wähleinstellungen müssen übereinstimmen.

    Wird nur in einer Enterprise-Bereitstellung unterstützt. Standortprofilnamen und Telefonkontexte in UM-Wähleinstellungen müssen übereinstimmen.

    Nicht unterstützt

    Office Communications Server 2007 R2

    Wird nur in einer Enterprise-Bereitstellung unterstützt. Standortprofilnamen und Telefonkontexte in UM-Wähleinstellungen müssen übereinstimmen.

    Wird nur in einer Enterprise-Bereitstellung unterstützt. Standortprofilnamen und Telefonkontexte in UM-Wähleinstellungen müssen übereinstimmen.

    Wird nur in einer Enterprise-Bereitstellung unterstützt. Standortprofilnamen und Telefonkontexte in UM-Wähleinstellungen müssen nicht übereinstimmen.

    Lync Server 2010

    Wird nur in einer Enterprise-Bereitstellung unterstützt. Standortprofilnamen und Telefonkontexte in UM-Wähleinstellungen müssen übereinstimmen.

    Wird nur in einer Enterprise-Bereitstellung unterstützt. Standortprofilnamen und Telefonkontexte in UM-Wähleinstellungen müssen übereinstimmen.

    Wird in einer standortübergreifenden oder einer Unternehmensbereitstellung unterstützt. Standortprofilnamen und Telefonkontexte in UM-Wähleinstellungen müssen nicht übereinstimmen.

    HinweisHinweis:
    Exchange Server 2010 SP1 Unified Messaging unterstützt Office Communications Server 2007 nicht mehr. Sie müssen Office Communications Server 2007 R2 oder Microsoft Lync Server 2010 verwenden.
  • Unterstützung für sekundäre UM-Wähleinstellungen   In SP1 können Sie sekundäre UM-Wähleinstellungen für einen UM-aktivierten Benutzer hinzufügen. Sekundäre Wähleinstellungen ermöglichen Administratoren das Zuweisen von zwei Durchwahlnummern zu einem UM-aktivierten Benutzer. Alternativ können Sie in den primären Wähleinstellungen eines UM-aktivierten Benutzers eine primäre Durchwahlnummer für eine PBX- oder IP/PBX-Anlage zuweisen und für eine andere PBX- oder IP/PBX-Anlage eine sekundäre Durchwahlnummer für diesen Benutzer zuweisen.

    Wird das Postfach eines Exchange 2007- oder Exchange 2010-Benutzers für Unified Messaging aktiviert ist, muss der Administrator eine Durchwahlnummer und eine UM-Postfachrichtlinie angeben. Die Durchwahlnummer wird von einem UM-Server zum Identifizieren von Benutzern benötigt, wenn diese sich bei Outlook Voice Access anmelden, um Nachrichten abzurufen. Die UM-Postfachrichtlinie enthält eine Sammlung von Konfigurationseigenschaften, deren Werte Unified Messaging auf ein UM-aktiviertes Postfach anwendet, das dieser UM-Postfachrichtlinie zugeordnet ist. Eine dieser Eigenschaften in der UM-Postfachrichtlinie ist der Satz mit UM-Wähleinstellungen. Die Wähleinstellungen umfassen ebenfalls einen Satz konfigurierbarer Eigenschaften, die einen Rufnummernplan enthalten. Der in den UM-Wähleinstellungen definierte Rufnummernplan lässt keine doppelten Durchwahlnummern zu. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Durchwahlnummer innerhalb des Wählplans eindeutig ist. Durch das Verknüpfen der Durchwahlnummer mit einem Benutzer im UM-Wählplan kann Unified Messaging einen UM-aktivierten Benutzer in einer Organisation eindeutig identifizieren.

  • Neue UM-Sprachpakete   Unified Messaging-Sprachpakete erweitern die Sprachauswahl, die der Exchange 2010 UM-Server für Anrufer bereitstellen kann und ermöglichen die Erkennung von anderen Sprachen als US-Englisch (en-US), wenn Anrufer die automatische Spracherkennung (Automatic Speech Recognition, ASR) verwenden, oder wenn Sprachnachrichten transkribiert werden. In der folgenden Liste werden die zusätzlichen UM-Sprachpakete aufgeführt, die ab sofort zur Verfügung stehen, aber keine Unterstützung für die Voicemailvorschau bieten:

    • Katalanisch (ca-ES)

    • Chinesisch (Hongkong) (zh-HK)

    • Dänisch (Dänemark) (da-DK)

    • Englisch (Indien) (en-IN)

    • Finnisch (Finnland) (fi-FI)

    • Norwegisch (Bokmal) (nb-NO)

    • Russisch (ru-RU)

    In der folgenden Liste werden die zusätzlichen UM-Sprachpakete aufgeführt, die ab sofort zur Verfügung stehen und Unterstützung für die Voicemailvorschau bieten:

    • Englisch (Kanada) (en-CA)

    • Polnisch (pl-PL)

    • Portugiesisch (Portugal) (pt-PT)

    • Spanisch (Spanien) (es-ES)

      HinweisHinweis:
      Die RTM-Version des Sprachpakets für Spanisch (Spanien) (es-ES) umfasste keine Unterstützung für die Voicemailvorschau. In SP1 wird die Voicemailvorschau unterstützt. Weitere Informationen zur Voicemailvorschau finden Sie unter Voicemailvorschau für Endbenutzer.

    Standardmäßig sendet der Server bei installierter Exchange 2010 Unified Messaging-Serverrolle eine Voicemailvorschau an UM-aktivierte Benutzer, wenn ein unterstütztes UM-Sprachpaket installiert ist.

    Manche Exchange 2010 Unified Messaging-Voicemailvorschau-Partner bieten erweiterte Unterstützung für die Transkription der Voicemailvorschau. Diese Partner beschäftigen Mitarbeiter, die Voicemailtranskriptionen korrigieren, die mithilfe der automatischen Spracherkennung erstellt wurden. Jeder Voicemailvorschau-Partner muss verschiedene Anforderungen erfüllen, um sich für Exchange 2010 Unified Messaging zu zertifizieren.

    Wenn Sie feststellen, dass die an Ihre Benutzer gesendete Voicemailvorschau nicht präzise genug ist, können Sie sich an einen der zertifizierten Voicemailvorschau-Partner wenden, die auf der Seite Microsoft PinPoint aufgeführt sind, und sich gegen zusätzliche Kosten bei diesen anmelden. Weitere Informationen finden Sie unter Voicemailvorschau-Ratgeber für Exchange 2010.

    Die Exchange 2010 UM-Sprachpakete für SP1 können im Microsoft Download Center heruntergeladen werden. Weitere Informationen finden Sie unter Installieren eines Unified Messaging-Sprachpakets auf einem UM-Server.

    WichtigWichtig:
    Um sicherzustellen, dass in den von Ihnen installierten UM-Sprachpaketen alle Unified Messaging-Funktionen verfügbar sind, müssen Sie das Exchange 2010-Client- und Serversprachpaket auf jedem UM-Server in den Wähleinstellungen installieren. Wenn Sie das Client- und Serversprachpaket nicht installieren, arbeiten einige Funktionen möglicherweise nicht wie erwartet. Einige Funktionen (wie beispielsweise die Voicemailvorschau) funktionieren auch dann in der Sprache, die in den Wähleinstellungen konfiguriert ist, wenn nur das UM-Sprachpaket installiert ist. Andere Funktionen, beispielsweise Outlook Voice Access und Benutzeroberflächentext, funktionieren nur dann in der Benutzersprache, wenn sowohl das UM-Sprachpaket als auch das Client- und Serversprachpaket installiert ist. Um zusätzliche Client- und Serversprachpakete herunterzuladen und auf Servern in Ihrer Organisation zu installieren, navigieren Sie zu Microsoft Exchange Server 2010-Sprachpaket.
  • Verbesserte Mailboxansageregeln   Mithilfe von Mailboxansageregeln können Endbenutzer steuern, wie eingehende Anrufe gehandhabt werden sollen. Mailboxansageregeln werden auf eingehende Anrufe angewendet, so wie Posteingangsregeln auf eingehende E-Mail-Nachrichten angewendet werden. Weitere Informationen finden Sie unter Grundlegendes zu Mailboxansageregeln.

    Es gibt in Exchange 2010 SP1 zwei Verbesserungen in Bezug auf die Mailboxansageregeln:

    • In der RTM-Version wurde einem Anrufer, der nach der Begrüßung durch eine Mailboxansage die Voicemailoption wählte, zunächst durch den UM-Server die Voicemailansage der angerufenen Person vorgespielt, bevor der Anrufer zum Hinterlassen einer Sprachnachricht aufgefordert wurde. Dies kann zu Verwirrung führen, wenn die angerufene Person eine benutzerdefinierte Ansage erstellt hat. In Exchange 2010 SP1 wird die Voicemailansage übersprungen, wenn der Anrufer die über eine konfigurierte Mailboxansageregel bereitgestellte Option zum Hinterlassen einer Sprachnachricht gewählt hat.

    • In Exchange 2010 SP1 wird keine Benachrichtigung über verpasste Anrufe an den Benutzer gesendet, wenn der eingehende Anruf die angerufene Person über die Benutzersuchfunktion erreicht, wenn ein Anruf erfolgreich weitergeleitet wurde, oder wenn für den Benutzer eine Sprachnachricht hinterlassen wird.

  • Unified Communications Managed API/Sprachplattformverbesserungen   Mit Einführung von Exchange 2010 SP1 erfolgt die SIP-Signalsteuerung und Sprachverarbeitung durch den UM-Server basierend auf Unified Communications Managed API v. 2.0 (UCMA). Aufgrund dieser Abhängigkeit müssen die UCMA-Plattform und die erforderlichen Komponenten vor der Installation von oder einem Upgrade auf Exchange 2010 UM SP1 auf dem UM-Server installiert werden. Weitere Informationen finden Sie unter Übersicht über Unified Messaging.

    Als Bestandteil der Integration in UCMA können Sie nach der Integration von Unified Messaging und Lync Server 2010 von den folgenden Vorteilen profitieren:

    • Unified Messaging gibt QoE-Daten (Quality of Experience) an Lync Server 2010-QMS-Server (Quality of Experience Monitoring) zurück. Diese Funktion ist sowohl in lokalen als auch in standortübergreifend integrierten Umgebungen verfügbar.

    • UM beendet den ersten eingehenden Anruf nicht, wenn der erste Anruf an den UM-Server von einem Enterprise-VoIP-Benutzer mit Internetverbindung getätigt wird.

    • In früheren Versionen von Office Communications Server haben die dem Office Communications Server-Pool zugeordneten A/V-Edgeressourcen für einen bestimmten Anruf nicht mit einem bestimmten UM-Server kommuniziert. In einigen Szenarien konnte daher keine optimale Medienqualität erreicht werden. Mit SP1 können der Office Communications Server-Pool und die zugeordneten A/V-Edgeserverressourcen, die für alle eingehenden und ausgehenden Anrufe eines UM-Servers verwendet werden sollten, pro UM-Server festgelegt werden.

  • Aktualisierte automatische UM-Telefonzentrale   In der RTM-Version von Exchange 2010 spielte die automatische UM-Telefonzentrale während der Urlaubszeit die Begrüßung außerhalb der Geschäftszeit und die Urlaubsansage ab. In SP1 spielt die automatische UM-Telefonzentrale während Urlaubszeiten nur die Urlaubsansage ab.

  • Exchange 2010 UM Troubleshooting Tool   Verwenden Sie das Cmdlet Test-ExchangeUMCallFlow, um den Anruffluss zwischen UM-Servern, IP-Gateways und SIP-Servern zu testen. Mit dem Cmdlet Test-ExchangeUMCallFlow können Sie Konfigurationsfehler in Telefoniekomponenten, Exchange 2010 SP1 Unified Messaging-Einstellungen sowie Konnektivitätsprobleme zwischen lokalen und standortübergreifenden Unified Messaging-Bereitstellungen ermitteln.

    Sie können das Cmdlet Test-ExchangeUMCallFlow zur Diagnose von Konfigurationsfehlern in Szenarien für die Anrufbeantwortung oder zum Testen der Voicemailfunktion in Microsoft Office Communications Server 2007 R2- oder Microsoft Lync Server 2010- und Nicht-Office Communication Server 2007 R2- oder Lync Server 2010-Bereitstellungen sowohl für lokale als auch für standortübergreifende UM-Bereitstellungen verwenden. Mit diesem Cmdlet werden Anrufe emuliert und verschiedene Diagnosetests ausgeführt. Anschließend werden die Ursachen und mögliche Lösungen für potenzielle Probleme ausgegeben, die ermittelt wurden. Es werden auch allgemeine Metriken zur Audioqualität ausgegeben, mit deren Hilfe Probleme bei der Audioqualität diagnostiziert werden können, die in Zusammenhang mit Netzwerkkonnektivitätsproblemen wie Jitter und durchschnittlichem Paketverlust stehen. Das Cmdlet Test-ExchangeUMCallFlow unterstützt das Testen von UM-Komponenten für gesicherte, SIP-gesicherte und nicht gesicherte Anrufe und kann entweder im Modus Gateway oder SIPClient ausgeführt werden.

    WichtigWichtig:
    Um nur die Voicemailfunktionalität eines Microsoft Exchange Server 2010 Unified Messaging-Servers zu testen, auf dem Service Pack 1 (SP1) installiert ist, muss das Cmdlet Test-ExchangeUMCallFlow verwendet werden.

    Das Cmdlet Test-ExchangeUMCallFlow kann auf einem lokalen Unified Messaging-Server oder einem anderen 64-Bit-Computer installiert werden, auf dem eines der folgenden Betriebssysteme ausgeführt wird:

    • Das Windows Vista- oder Windows 7-Betriebssystem

    • Das Windows Server 2008- oder Windows Server 2008 R2-Betriebssystem

    Vor der Installation des Cmdlets Test-ExchangeUMCallFlow müssen auf einem Windows 7-, Windows Vista- oder auf einem Windows Server 2008-64-Bit-Computer die folgenden Komponenten installiert werden:

Das Cmdlet Test-ExchangeUMCallFlow ist nicht auf der Exchange 2010 SP1-DVD oder im reinen Exchange 2010 SP1-Download enthalten. Sie können das Cmdlet aus dem Microsoft Download Center (möglicherweise in englischer Sprache) herunterladen.

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